REISEBERICHT: Türkei-Syrien-Jordanien-Israel, Ende Februar bis Anfang April 1999
(auf besonderen Wunsch von Dirk)
1. Teil Österreich – Syrien (Damaskus)
Das war dieser Wahnsinnswinter in dem die Lawine in Galtür/Tirol das halbe Dorf weggerissen und viele Menschenleben gekostet hat. So hatten auch wir mit den Schneemassen zu kämpfen. Tage langes Schneeschaufeln vom Morgen bis zum Dunkel werden zermürbten uns. Wir hatten Mühe das Womo für diese große Reise überhaupt fit zu bekommen. Um auf ebener Strasse die 300m mitten in der Stadt bis zur Hauptstrasse zu kommen mussten sogar Schneeetten montiert werden.
Knapp vor der Abfahrt brachen vor Kälte noch der Türgriff der Aufbautür und der Deckel der Außensteckdose ab. Wir sind trotzdem abgefahren und wollten wenigstens bis zum gardasee kommen, um dort zu übernachten. Am Morgen danach stellten wir dort dann auch noch wasser im Womo fest. Ein Schlauchanschluss war durch die Kälte undicht geworden. Na ja, das geht ja schon gut los dachten wir, wie wird diese große Reise wohl werden?
Aber sie wurde und noch dazu WIE! Es wurde eine ganz tolle, interessante, fast problemlose und wunderbare Reise.
Wir trafen uns mit einer Gruppe Gleichgesinnter im Hafen von venedig. Mit der Fähre ging es nach IZMIR. Von dort dann über EPHESOS nach PAMUKKALE. ( 228 KM, 1. Nacht)
Dann über APHRODISIAS (sehenswert), ANTALYA nach BELDIBI.(379 KM, 2.Nacht).
Über ANTALYA bis SIDE. (161 KM 3.Nacht)
Besuch von ASPENDOS natürlich obligatorisch. Auch die DÜDEN Wasserfälle haben wir uns angeschaut.
Über ALANYA-CAP ANAMUR (Anamur Kalesi/Festung) dann an der Südküste der Türkei entlang. Hier konnten wir bei herrlichem Frühlingswetter bis nach Zypern sehen. Da wir einige Jahre im östlichen Mittelmeer mit unserem Segelschiff KAMALA herumschipperten wurde Christine (mein Weiberl) und mir immer wärmer ums Herz. Wir kamen an vielen Ankerplätzen und kleinen Fischerhäfen vorbei die wir schon von der Wasserseite her kannten. Es ging heute bis TASUCU (283 KM 4. Nacht).
Von TASUCU (im kl. Hafen lag genau an derselben Stelle wo wir immer ankerten ein deutsches Segelboot vor Anker) Alte schöne Erinnerungen wurden wach. Über SILIFKE vorbei an der KIZKALESI (Mädchenburg), ERDEMLI, MERSIN kommen wir in einen sehr fruchtbaren Landstrich die CUKUROVA. Über TARSUS, ISKENDERUN, ANTAKYA ging es nach REYHANLI, direkt an der Syrischen Grenze (416 KM 5. Nacht).
Am Montag, den 1.März Grenzübertritt nach SYRIEN bis nach ALEPPO. Grenzübertritte in arabischen Ländern sind ja immer etwas Besonderes. Wir hatten leider als Reiseziel ISRAEL angegeben deshalb wurde es doch etwas kitzlig. Aber durch eine Notlüge, dass wir über Ägypten mit der Fähre nach Israel gehen werden, kamen wir dann doch ins Land. Nach 3 Stunden war es dann, Dank eines der deutschen Sprache mächtigen „Agenten“ mit genügend Bakschisch doch geschafft. Das berühmte SIMEONKLOSTER wurde natürlich besichtigt. In ALEPPO aber dann einen sicheren Nächtigungsplatz zu finden war schwierig. Es war so schwierig, dass wir schlussendlich im Hof eines Franziskanerklosters hinter hohen Mauern unsere Hütten (Womo) aufstellten.
Dienstag 2.3.99 ALEPPO – „Tor zum Orient“
Stadtrundfahrt mit einheimischem Führer. Besichtigung der Neustadt dann zu Fuß durch die Altstadt, die SOUKS (Basar) (12KM lang und alles überdacht!) Besichtigung einiger Karawansereien, Kirchen (im Christlichen Viertel), Moscheen, Zitadelle. Spätes Mittagessen in einem alten kleinen Palasthaus dem YASMEEN House, das wirklich hervorragend und preiswert war. Nachmittag dann noch einmal in die Souks, um allein durchzubummeln. 2 nette aber ängstliche Schwaben haben sich in unsere Obhut begeben. Die fühlten sich scheinbar hinter meinen 90 kg sicherer als allein. *gg*
Am Abend tranken wir noch geschmuggelten türkischen Rotwein mit unseren Freunden.
Mittwoch, 3.3.99 ALEPPO – TARTUS (287 KM)
Wir kamen auf eine Art Autobahn. Der Unterschied zu unseren Autobahnen lag darin, dass wir es hier mit querenden Schafherden, gegen die Fahrtrichtung fahrenden und links abbiegenden LKWs und Traktoren, zu tun hatten. Die fahren immer dort, wo gerade weniger Schlaglöcher sind. Hier mussten wir wirklich mit allem rechnen und sehr vorsichtig zu Werke gehen. Über eine abenteuerliche, 8 km lange Straße mit 10 km/h kamen wir zu einer riesigen Säulenallee soweit das Auge reicht (2 km lang), namens APAMEIA. Dann ging’s über MISYAF, Wadi UYUN in die Berge. Müde und geschafft erreichen wir in einem Gewitter die Hafenstadt TARTUS. Am Lagerfeuer und bei Wein genossen wir den Rest des Tages.
Donnerstag, 4.3.99 TARTUS – PALMYRA (371KM)
Morgens ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter. 1. Stopp bei der Kreuzritterfestung CRAC DES CHEVALIERS mit sehr schönem Ausblick über das flache Land. Auf dieser Festung trafen wir 4 Österreichische Soldaten(sogar aus unserem Bezirk) die auf den Golan Höhen stationiert waren. Natürlich gab es ein großes Hallooo. In SALAMIYEH gab es eine nette Geschichte. Wir wollten Brot besorgen. Ich blieb am Straßenrand mitten in der Stadt stehen und Christine stieg aus um sich umzusehen. Da sah sie auch schon jemand mit Brotfladen aus einem Eingang kommen. Bevor sie sich entschloss da hineinzusehen war sie schon von 5 Männern umringt, die alle palaverten aber keiner verstand natürlich was sie wollte. Nach dem auf der ganzen Welt verstandenen Zeichen „Hunger“ gingen sie mit ihr in den Eingang des Ladens, wo es Brot gab. Ich kam ihr zu Hilfe. Der Bäcker stapelte einen Stoß Fladen auf und drückte sie uns in die Hand. Aber wir „durften“ natürlich nicht bezahlen. Wir waren einfach Gäste. Das ist die arab. Gastfreundschaft! Dann fuhren wir weiter Richtung Irakische Grenze nach PALMYRA.
Was soll ich sagen? PALMYRA muss man im Abendrot erlebt haben um zu wissen was in uns vorging. Das ist eine alte reiche Handelsstadt die von den Zolleinnahmen der durch ziehenden Karawanen lebte. Wir haben in unserem Reiseleben viel gesehen und erlebt. Aber es wird bis zu unserem Lebensende sicher zwei unvergessliche Momente geben. Das ist einmal der Sonnenaufgang am Gipfel des Kilimanjaro (5998m) und der zweite Moment ist der Sonnenuntergang in PALMYRA!!!
Noch dazu konnten wir direkt am Rande dieses rosaroten Traums so mit dem Womo stehen, dass wir bis in die Dunkelheit nur diese wunderbare Ausgrabungsstätte vor uns hatten. Keinen Menschen, keine Autos, nichts…….nur uns und unsere überwältigenden Gefühle.
PALMYRA muss man gesehen haben, darüber zu berichten würde ein BUCH füllen und man könnte es nicht beschreiben.
Freitag, 5.3.99 PALMYRA – DAMASKUS
Nochmaliges, ausgiebiges Besichtigen der Stadt/Ausgrabungen/Ruinen, die Weitläufigkeit ist einfach einmalig, das Theater…ein Traum. Zum Abschluss noch der gigantische BAAL TEMPEL…monumental. Dann noch ein Foto und einen wehmütigen Blick zurück, aber dann mussten wir uns losreißen und durch die Steinwüste ging es gen DAMASKUS auf einen CP.
Samstag 6.3. DAMASKUS
Wir machten eine Stadtrundfahrt, aber der Guide ist nicht gut und spricht auch ein Deutsch das kaum verständlich war. Wir sahen uns die riesige berühmte OMAYYADEN MOSCHEE an. Danach machten wir aber eine Fliege uns zogen allein weiter. Wir durchstreiften den Basar, kauften noch eine wunderbar gewebte Tagesdecke. Dann hatten wir genug und fuhren mit einem Taxi zum CP zurück. Irgendwie waren wir von DAMASKUS enttäuscht. Vielleicht haben wir uns auch zu viel erwartet. Am Abend grillte uns der Besitzer des CP ein Lamm am Spieß. In erfahrener weiser Voraussicht hatten wir uns zu der Grillerei nicht angemeldet. Das Lamm war wie Kaugummi. Ich war froh die Küche meines Weiberls genießen zu können. Da am nächsten Tag eine lange Stecke zu fahren war und der Grenzübertritt nach JORDANIEN bevorstand machte ich das Womo schon startklar. Das heißt herunter von den Keilen, Strom aus, stützen eingekurbelt usw.
Sonntag 7.3. DAMASKUS – JERASH (Jordanien)
07:00 Uhr war Abfahrt, ich wollte nicht ins Gedränge kommen. Die Durchfahrt durch DAMASKUS war ja auch noch zu bewältigen. Es war genau so wie ich es ja schon von Tripolis kannte. Ein einziger HORROR und wer da nicht genau wusste wie lang und wie breit sein Womo ist, der hatte schlechte Karten. Augen zu und durch! Nach fast einer Stunde war Damaskus im Rückspiegel. Wir machten den geplanten Umweg über das pompöse Theater BOSRA. Dort erstanden wir heimlich von Grabräubern noch einige schöne (verbotene) Fundstücke. Um 13:00 war Treffpunkt an der Grenze angesagt. Die Ausreise aus Syrien dauerte 1 ½ Stunden und ging dank eines Gasfeuerzeugs das ich dem Zöllner spendierte, der sich aber postwendend mit einer kalten Cola revanchierte, zügig über die Bühne. Dann kamen noch die Einreiseformalitäten in Jordanien. Na ja, eh schon wissen, um 16:00 Uhr hatten wir auch das geschafft. Yippiiieeeehhhhh!
JORDANIEN ist gegenüber SYRIEN total zivilisiert und westlich orientiert. Das sah man bereits nach ein paar Kilometern. Der Straßenbelag war gut und die Straße sogar mit Mittelstreifen, alles gut beschildert und sehr sauber. Wir übernachteten in den Bergen in ALJUN beim OLIVE BRUNCH RESORT CAMPING. Es war sehr sauber und die WC's und Duschen wurden extra für uns sogar mit Duschdas, WC-Papier und kleinen Seifen bestückt [!!!]
Im angeschlossenen Restaurant haben wir dann den Tag noch mit einem sehr guten Abendessen und Wein gefeiert.
REISEBERICHT: Türkei-Syrien-Jordanien-Israel, Ende Februar bis Anfang April 1999
Teil2
Montag 8.3.1999 JERASH – AZRAQ
Sonnenschein wie fast immer auf dieser Reise. Vormittag eine schöne Führung durch die gigantische Ruinenstadt von Jerash, mit Hippodrom, Theater, Kirchen, Straßen, Marktplatz etc. Die Stadt ist eher größer als Palmyra hat NIE den Charme und das Rosarot dieser Stadt. Heute war es eine kurze genüssliche Tour. Es ging über Zargua in gemütlichem Tempo bis zur Oase AZRAQ. Wir haben unterwegs nur einen Steinfriedhof angeschaut und waren schon am Nachmittag am Ziel.
Diernstag 9.3. AZRAQ – AMMAN
Zuerst haben wir uns die Wüstenfestung von Azraq angesehen, in der Laurence von Arabien eine Nacht verbracht haben soll. Der Enkel eines seiner Offiziere ist dort Führer und machte seine Sache gut. Die Türen in der Festung sind Tonnenschwere Steintüren! Weiter ging es dann zu diversen Wüstenschlössern die sich die Herrscher auch schon damals abseits vom Volk mitten in die Wüste gebaut haben um ihren Lüsten zu frönen. Wein, Weib und Gesang hat auch bei den Muselmanen eine hohe Priorität. Das Volk muss ja nicht alles wissen. Ob sich da heute was daran geändert hat? Ich glaube nicht!
Eines dieser kleinen Schlösser hat noch sehr gut erhaltene Wandmalereien die nur aus sehr erotischen Szenen bestanden. Das sahen wir aber schon sehr genau an, auch die Damen. *g*
Am späteren Nachmittag waren wir in Amman. Wir konnten direkt beim Royal Cultural Center in der Nähe des Regent Palace Hotel auf einem bewachten Parkplatz stehen.
Wir machten vor dem Abendessen noch einen kleinen Stadtbummel bei dem ich mir ein Hemd kaufte. Ich erwähne das deshalb weil der Verkäufer ganz stolz meinte: „Das ist spezial türkische Qualität!“ Wir lachten, aber heute muss ich sagen, dass ich dieses Hemd immer noch habe und es wirklich eine ganz tolle Qualität ist. *schmunzel*
Mittwoch 10.3. AMMAN
AMMAN im Altertum auch Philadelphia genannt und Teil der Dekapolis, wurde wie rom auf sieben Hügeln gebaut.
Heute ist es eher frisch und es geht ein kalter Wind. Amman ist ziemlich hügelig und liegt auf 700m Meereshöhe. Heute war natürlich eine Stadtbesichtigung mit Führer angesagt. Amman ist eher eine junge Stadt und hat keine der sonst üblichen Basare. Es ist eher eine moderne Stadt.
Wir sahen uns einige Ausgrabungen an wie EN GAZAL 8.000 v.Christus, die Zitatelle mit Herkulessäulen und Omajadenischen Ausgrabungen, das röm. Theater und auch das Stadtviertel der Reichen und Schönen. Wir sahen uns dann noch allein das archäologische Museum an mit sehr schönen Exponaten aus allen Epochen. Äußerst interessant waren aber die originalen aus Kupfer bestehenden Schriftrollen aus Qumran (Israel).
Abends fielen wir wieder bald in die Betten. So eine Stadt schafft mich immer.
Donnerstag 11.3. AMMAN – UMM AR RASAS
Im Stadtzentrum konnten wir das endlich mal Womowaschen lassen. Das war herrlich. 2 Leute wuschen mit Schlauch und Bergen von Schaum das ganze Womo um einen minimalen Betrag. Die wollten sogar innen auch noch sauber machen und gar nicht mehr aufhören zu putzen. Aber wir wollten ja weiter fahren. Der Verkehr in Amman ist gegen Damaskus null Problem.
Wir fuhren über den IRAQ AMIR (Sklavenberg) weiter nach NAUR wo der berühmte „KING’S HIGHWAY“ beginnt. Heute haben wir einen „Mosaikentag“. Wunderbare Mosaiken befinden sich auf dem Mount Nebo (Mosesberg) wo Moses „in’s gelobte Land blickte“. Die Kirche hat eine ganz tolle Atmosphäre mit Ausgrabungen rundherum der der damaligen Siedlung. In MATABA gab es noch 3 Kirchen ebenfalls mit sehr schönen alten Mosaiken zu sehen wobei das berühmteste wohl die „Landkarte Palästinas“ ist, das sicher jeder schon im Fernsehen gesehen hat.
Schlussendlich landeten wir aber im Wüstengebiet UMM AR RASAS.
Unser Übernachtungsplatz lag direkt mitten in der Wüste neben dem schönsten Kirchenbodenmosaik das man sich vorstellen kann. Es ist nicht nur wunderschön sondern auch riesig. Man hat die ganze Halle mit Wellblech überdacht um das Mosaik zu schützen und man konnte auf einer provisorischen Galerie rundherum gehen und das Mosaik so schön von oben genau zu sehen.
Es gab nur einen Aufseher der noch zwei Polizisten organisierte die mit uns dann am Abend am Lagerfeuer mitten in der einsamen Wüste neben dieser Ausgrabung ganz toll feierten.
Freitag 12.3. UMM AR RASAS – PETRA
Kühler Wind, aber sonnig. Weiter geht es den KINGS HIGHWAY nach Süden. Landschaftlich ist das wohl der schönste Tag bisher. Wir kommen durch zwei gigantische Wadis. Zuerst geht es 1000m hinunter dann dasselbe wieder hoch. Es folgt ein flaches Hochplateau mit Felsenhöhlen von braun bis wieder grüne fruchtbare Flecken auftauchen. Wunderbar was die Natur hier geschaffen hat. KERAK mit seiner Kreuzritterfestung nehmen wir auch noch mit. Heute nächtigen wir auf dem so genannten Campingareal beim Forum Hotel in Petra! Das Abendessen (warmes Buffet) nahmen wir in diesem Hotel zu uns. Nach dieser langen Fahrt haben wir uns das verdient. Die Flasche Wein zum 5stern Preis gönnten wir uns aber trotzdem.
Samstag 13.3. PETRA – WADI RUM
06:00 Uhr Tagwache. Heute müssen wir uns unbedingt beim aufgehenden Sonnenlicht Petra anschauen. Da man sich für den Weg in die Schlucht Pferde mieten kann, nahmen wir diese Gelegenheit war. Aber es waren lahme Gäule und die Führer ließen uns nicht allein reiten. Petra selbst ist sicher sehr schön und auch sehenswert. Es hat aber für uns durch die wirklich übertriebene Abzockerei der Guide’s und der anderen Führer bis zu den Pferdetreibern sehr viel an Glanz eingebüßt. Mittags sind wir dann abgereist und entlang den DESERT HIGHWAYS mit relativ viel LKW Verkehr in Richtung AQUABA gefahren. Im WADI RUM sind wir gegen 17:00 Uhr angekommen. Hier haben wir wieder in einem kleinen Resthouse gegessen. Die Athmosphäre in der Wüste war herrlich.
Sonntag 14.3. WADI RUM – EILAT (Israel)
Wir sind wieder sehr früh aufgestanden da wir den Sonnenaufgang in der Wüste miterleben wollten. Wir saßen auf der Terrasse des Resthouse bei Kaffee während die Sonne aufging. Wir freuten uns schon auf diesen Tag der uns wieder an unsere Reisen nach Libyen erinnern sollte. Wir mieteten einen JEEP mit Fahrer und ab ging es in die Wüste. Dieses Wadi ist ein wunderbares Wüstengebiet mit Bergen aus roten und gelbem Sandstein die teilweise von dem Sandstrahlgebläse sprich Wüstenwind ausgehöhlt wird. In so vielen Farben und Formen wie es nur die Natur zusammen bringt. Es war das zweite AKAKUS oder TIBESTI Gebiet(Libyen), einfach nur schön. Hier war Laurence von Arabien ebenfalls einige Zeit. Die Lust nach Wüste kam in uns wieder stark hoch.
Mittags mussten wir uns aber von diesem Traum losreißen und Richtung Israelische Grenze aufbrechen. Gut dass wir noch nicht wussten was uns heute bevor stand.
Wenn wir bisher immer dachten die arabischen Grenzübertritte wären das schlimmste, so haben wir uns gründlich, aber sehr gründlich getäuscht. Was die Israelis mit uns aufführten schlug alles bisher dagewesene bei weitem. Wir waren ca um 14:00 an der Grenze und bekamen gleich mal nach einer Stunde ein blaues Pickerl von der Security auf den Außenspiegel geklebt. Was der bedeutete wussten wir Gott sei Dank auch noch nicht, bekamen das aber dann nach wieder einer Stunde zu spüren. Diese jungen Israelis sind so was von überheblich und arrogant das muss man erlebt haben um es zu glauben. Nach einer intensiven Befragung woher, wohin, mit wem gesprochen, wo getankt, war ein Araber irgendwann in ihrem Womo usw. usf., befahl man uns das Womo auszuräumen??? Ausräumen fragten wir? Natürlich komplett ausräumen sagte man uns in schroffem Ton. OK dachten wir legen wir halt etwas raus dann werden sie schon zufrieden sein, hatten wir gedacht. Alles raus, Besteck, Kleidung, einfach alles was nicht angeschraubt ist. Jeder Womo Fahrer weiß dass man für so eine Reise fast den ganzen Wohnungsinhalt mit hat. Wir bekamen so eine Art Einkaufswägen in die wir alles tun mussten. Wir standen stundenlang in dieser mörderischen Hitze und räumten aus und räumten aus, bis zum Schluss wirklich die Kiste leer war. Das beste aber war, wir mussten sogar den Fäkalientank heraus nehmen und auf das Röntgenband legen. Ich konnte es mir vor lauter Zorn einfach nicht verkneifen den Schieber oben etwas zu öffnen damit es richtig herausstinkt. Bei der hin und her Schieberei spritzte es dann auch noch heraus. Ich freute mich wie ein Schneekönig als der Duft über diese Jungs hinwegzog und sie die Nase rümpften. Na ja, um die Geschichte abzukürzen, nach 7 (sieben) Stunden Grenzaufenthalt fast mitten in der Nacht kamen wir dann in Eilat auf unseren CP. Geschafft, voller Zorn, hungrig wie die Wölfe und wütend. Unsere Moral war am Boden angelangt und wir schimpften auf Israel was wir nur konnten [!!!]
Montag 15.3. EILAT – Ruhetag
Heute war bei uns Großputz uns auf- bzw. einräumen angesagt. Die Freunde gingen zum Meeresobservatorium und zum Schnorcheln. Da wir EILAT ja schon von unserem Segeltörn her kannten, nahmen wir uns einfach Zeit um den Frust loszuwerden. Abends gingen wir in ein nahe gelegenes Fischrestaurant zum Essen. Das beruhigte mich wieder etwas. Ich gestehe aber gerne der Wein hat schon auch was dazu beigetragen. ;-)
Danke Schnecke u. Beduin, es freut mich wenn es jemand interessiert.
Zu deiner Frage Nachbarin. ;)
Wir hatten Glück. Die Reise wurde von einem jungen Mann um die 30 geplant der da mit Womo Gruppen öfter hinunter fahren wollte. Der fuhr diese Route vorher mal ab, erkundete die Übernachtungsmöglichkeiten usw. Aus politischen Gründen musste er das später allerdings lassen, da ja Israel(Palästinensergebiete wie das Westjordanland) kaum mehr zu bereisen sind. Es war 99 in diesen Gebieten schon manchmal etwas mulmig.
Wir bekamen von ihm die Route, was man anschauen kann und die Tagesziele aufgeschrieben. Wir, Gruppe von einigen Womo's, fuhren jeder für sich allein und am Abend traf man sich am vereinbarten Treffpunkt. Das war natürlich sehr komfortabel. Der Mann fuhr jeden Tag direkt vom Startort zum Tagesziel vor, war immer vor uns da und organisierte was notwendig war. Oder wenn mal etwas nicht ging, so wie z.B. in Aleppo, da suchten wir dann entweder mit Hilfe der Polizei oder mit sonstigen offiziellen etwas. (z.B. das Franziskanerkloster)
Ich möchte dazu aber mal was Grundsätzliches für die Interessierten sagen. Man darf sich so eine Reise nicht vorstellen wie im überfüllten Mitteleuropa wo alles geregelt ist. In solchen Ländern gibt es keine Regeln wo man oder wo man nicht stehen darf. Man kann überall stehen wo man sich selbst wohl und sicher fühlt. Das ist überhaupt kein Problem.
Auch die berühmte arabische Gastfreundschaft gibt es immer noch. Es wird jedem Fremden sofort und mit Freude geholfen. Man ist sogar stolz drauf Kontakt mit Fremden zu haben. Wir haben das in arabischen Ländern immer wieder erlebt. In Libyen z.B. bezahlte einmal ein Mann der gerade in einer Tankstelle am Rande der Sahara seinen Diesel bezahlte auch unseren gleich mit, obwohl wir nicht nur den Tank sondern auch noch 6(sechs) Reservekanister a 20lt angefüllt hatten. :D
Wie schon an anderer Stelle mal bemerkt, ist unserer Erfahrung nach immer nur dort wo viele Menschen sind wie zB. in Großstädten oder Touristenzentren, am ehesten mit Problemen zu rechnen. Auf dem Land nie! Auch sind in arab. Ländern Hotels/Rasthäuser nicht nur zum Übernachten in Zimmern da wie bei uns, sondern das sind wirklich Rastäuser die für ALLE Reisenden da sind. Egal ob der mit dem Zelt oder Womo im Hof übernachten oder ein Zimmer will. Das ist wie früher mit den Karawansereien. Der Reisende bekommt Unterschlupf und zwar ganz selbstverständlich wie es gerade geht.
Ich sage jetzt mal ganz bewusst etwas Provokantes. Europa ist Sch....e! ZU eng, ZU voll, ZU viele Regeln und ZU viel Streben nach Money. Das Menschliche ist schon lange auf der Strecke geblieben. Ich dachte schon oft ans abhauen, weil es überall schöner und freier ist als hier, schaffte es aber aus priv. Gründen nie. Aber da bin ich sicher nicht der Einzige unter uns Womo Menschen, oder? *schmunzel*
thats it :mrgreen:
LG Rider
Ps: sorry, ich bin wie immer zu lange geworden. mea culpa :oops:
absolut interessant....auch die Schlussfolgerung ist plausibel, aber mit solchen Reiseländern haben die wenigsten hier wohl Erfahrungen. Umso interessanter ist der Bericht, D A N K E dafür :!:
DAS was du sagst, ist aber mit ein grund für mich, diesen bericht zu schreiben. ich möchte damit gerne ängste gegenüber das nicht so geregelte und fremde, ungewisse, abbauen helfen. überall wo wir bisher hingekommen sind, wirklich überall, leben menschen wie du und ich und keine ungeheuer. wie erwähnt, überall sind die menschen friedlicher und hifsbereiter als hier bei uns. ok, es mag schon mal auf einer grenze verzögerungen oder problemchen mit übermotivierten offiziellen geben, aber das lässt sich mit ein wenig charme, bakschisch, mit einem verzeihenden lächeln oder kleinen geschenken IMMER regeln. es kostet nur etwas zeit, in der man aber ebenfalls immer wieder die menschen vor ort kennenlernen kann, auch die offiziellen. es rennt ja nichts davon.
ich weiß schon, dass das für viele nicht so leicht zu verstehen ist, wir haben das auch erst lernen müssen, aber das beste, ich kann es wirklich nur empfehlen, ist einfach drauf los zu fahren!!! voraussetzung ist natürlich, dass man zeit hat.
was kann schon groß passieren? wenn es gar nicht mehr weiter geht dreht man einfach um uns basta. dann war man aber auch dort und hat was erlebt! ist uns aber noch NIE passiert. wenn wir mal irgendwo ein problem hatten dann garantiert in europa!!!
hallo schneckerl *ffg* aber vielleicht verrate ich dir in einer PM mal warum ich das sagen darf ;)
wir sind z.zt. etwas flügellahm da mein weiberl wieder zeitweise arbeiten geht. also gehen sich leider nur reisen rund ums haus aus. bevorzugt südtirol, gardasee und im märz wenn wir vielleicht das neue Womo bekommen wahrscheinlich in der gegend Spreewald.
fotos habe ich natürlich en masse, aber die einscannerei ist etwas mühseelig. wo könnte ich die am besten hinstellen? hier würden sie vermutlich zu viel platz wegnehmen, denn mit 2 oder 3 ist ja nicht gedient nehme ich mal an.
da siehst du mal wie ich mich bemühe dein servervolumen nicht ZU sehr zu strapazieren. wird so viel rücksichtnahme denn auch belohnt? :razz:
ähemmmm...ich bin schon froh wenn ich mit meinem intimfeind dem herrn scanner ein zehntel davon schaffe. aber dein befehl wird mir ein herzenswunsch sein. *g*
welche größe würde denn der herr am besten finden? ich erfülle jeden wunsch, obwohl mir am liebsten wäre wenn ich sie nicht verkleinern müsste. das ist immer sooo umständlich für meine bescheidenen kenntnisse.
gott zum gruße edler meister, meinen :respekt:
rider ;-)
super, klasse Bericht. Danke das du die für uns sovile Mühe gemacht hast.
Ich kann deine Reisebeschreibung von Jordanien sehr gut nachempfinden.
Ich habe im Jahr 2000, geschäftlich und mit einem PKW und Fahrer, fast dieselbe Route gemacht. Es war einfach Toll.
Warum bist du zum baden nicht Akaba geblieben?
Ist mit sicherheit genauso schön wie Isreal und du hast nicht den Stree mit dr Grenze.
Wir haben auf unserer Businesstour 4 Tage in Akaba verbracht, baden, faulenzen, usw., war einfach Klasse.
Die Araber sind soetwas von hilfsbereit und gastfreundlich.
Deinen letzten Worten kann ich nur zustimmen.
Wo hin entwickeln wir uns nur???
Gruß
Klaus
verkleinern ist nicht umständlich - schau mal hier in der Suche, irgendwo gibt es dazu ein Thema - u.a. mit der Empfehlung eines Tools, welche alle bilder auf einmal verkleinert..........