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Süditalien im August

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Gast: "Süditalien im August"
Sommerurlaub Süditalien 9. bis 27.8.2006





Vorbemerkung: Wir sind auf der Suche nach dem verlorenen Sommer und machen uns auf nach Süditalien. Am Mittwoch, 9.8. wird um 15.00 Uhr das Wohnmobil aus der Werkstatt abgeholt, eingeladen, die zurückbleibenden kinder umfangreich instruiert – wir kommen um 17.30 Uhr endlich in unseren Sommerurlaub los. Fahrtroute über Bundesstraßen via Augsburg, Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Zirler Berg, Innsbruck, Brenner-Bundesstraße nach Sterzing. Dort Eintreffen um 22.40. Absacker. Heia.





Donnerstag, 10.8.2006

Heute Nachmittag sind wir mit Frebekas in Radda verabredet. Wir kaufen wie üblich in Castelnuovo del Garda den Weinvorrat für diesen Urlaub (und ein wenig mehr) ein und machen uns auf den Weg. A22 von Sterzing bis Affi = 193 km, Maut 11,70 Euro. Von Verona-Nord (Auffahrt 11.45 Uhr) bis Firenze-Certosa (14.30 Uhr, reger Verkehr) zahlen wir 12,90 Euro Maut, kommen in Radda in Chianti um 15.30 Uhr auf dem örtlichen kostenlosen stellplatz an. Großes Hallo mit Frebekas, die uns schon erwartet hatten, Erfahrungsaustausch, Stellplatzempfehlungen, wir dürfen unser Schnitzelchen auf Frebekas grill garen (wir haben unseren in der Eile natürlich vergessen), wir tagen noch bis ich glaube Mitternacht – irgendwann schaut man einfach nicht mehr auf die Uhr, vor allem, wenn die Unterhaltung passt!!
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Tourenplanung ist eine ernste Sache.jpg
 Beschreibung:

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Gast: "Süditalien im August"
Freitag, 11.8.2006

Gemeinsames Frühstück mit schöner Aussicht in der Sonne, weiter große Unterhaltung, Karten wälzen usw. Gegen 13.00 Uhr Verabschiedung. Frebekas müssen zu ihrem großen Bedauern heim, wir fahren nach Cortona. Dort hatten wir ganz kurzfristig erfahren, würde heute Anna Netrebko im Rahmen eines kleinen feinen Festivals auftreten; Karten konnte ich auch noch in der 15. Reihe ergattern, das erste – und absolute kulturelle Highlight unseres diesjährigen Urlaubes. Schulz beschreibt in einem seiner Reiseführer einen stellplatz in der Stadt in Cortona an der Stadtmauer, dort ist aber nicht nur der Teufel, sondern wohl auch der Bär los, wir fahren weiter rauf auf einen anderen auch von Schulz bezeichneten Platz vor einer Kirche. Dort kämen wir wohl super unter, aber der Weg (am Abend mit Stöckelschühchen) ist wohl etwas weit, um in die Stadt zu gelangen. Also wieder samt Wohnmobil runter, mal auf einem anderen Platz geschaut, tatsächlich, da stehen ein paar Wohnmobile, ein Smart fährt grade weg, daneben war eine Lücke, schon passen wir rein. Kleine Happa-Zubereitung, der italienische Wohnmobil-Nachbar schleicht um unser Fahrzeug, wir grüßen höflich und als er erkennt, dass wir uns ein wenig mit ihm verständigen können, lädt er uns auf einen Weißwein ein. Wir finden das sehr nett und unterhalten uns mit den Italienern, so gut es uns unsere doch eher mäßigen Sprachkenntnisse erlauben. Man muß ja auch erst wieder „reinkommen“. Aber da kommt sie schon das erste Mal, die Frage, die uns in diesem Urlaub so oft wie noch nie gestellt wird: Wie schwer ist unser Auto und welchen Führerschein braucht man dazu? Es fällt das Zauberwort „Quintarli“ und wir lernen, dass die Italiener das Fahrzeuggewicht in dieser Maßeinheit messen, eines hat 100 Kilo, unser Fahrzeug also „sessanta quintarli“ und die Italiener dürfen mit ihrem „patente B“ nur bis 35 quintarli fahren und sind höchst erstaunt, dass wir Deutschen bis 75 steuern dürfen. Wir klären erstmalig (später dann immer ohne weitere Nachfrage sofort und zum großen Aha-Erlebnis unserer italienischen Gesprächspartner) entsprechend auf, dass seit einigen Jahren den Führerschein-Neuerwerbern auch nur die Möglichkeit bis 3,5 to. offen steht. Gratulazione. Grazie.

Am Abend also fein gemacht und in die wunderschöne Altstadt hochgestiegen – die bequeme Rolltreppenanlage entdecken wir erst am anderen Morgen. Kurz vor Konzertbeginn geht ein derartiger Regenschauer runter, alles flüchtet in die umliegenden Bars, wo die Stimmung steigt, es sind auffallend viele Deutsche unter den Besuchern. Nach einer halben Stunde ist auch diese dusche vorüber und nach einer weiteren halben Stunde sitzen wir auf unserem (offenbar vom Personal getrockneten) Sitzchen und genießen ein herrliches Konzert, bei dem nicht nur Anna Superstar ist, sondern welches nicht zuletzt durch den griechischen, erst 33jährigen Maestro mit Pferdeschwanz und Frack zu einem wahren Augen- und Ohrenschmaus wird. Das ZDF war übrigens auch da, ich hab mal angefragt, wann man wohl was zu sehen bekommen wird.


 
Per Rolltreppe in die Altstadt von Cortona.jpg
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Anna Netrebko Superstar.jpg
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Gast: "Süditalien im August"
Samstag, 12. August

Wir bummeln nochmals durch die wirklich sehenswerte Altstadt, kaufen ein paar Kleinigkeiten ein, verabschieden uns von unseren italienischen Nachbarn und fahren am Lago Trasimeno vorbei zur Autobahn, stark bewölkt, ab und zu Regenschauer 23°. Das soll der Sommer in Italien sein?!

In Caserta-Sud sind wir um 18.00 Uhr, fahren weiter bis Abfahrt Ercolano, löhnen insgesamt 20,30 Euro Maut für die 355 Autobahn-Kilometer und kommen im Mezzogiorno an. Von der Ausfahrt Ercolano führt das Sträßchen mit braunen „Vesuvio“-Schildern nach oben. Teilweise werden die Straßen immer schmaler, die Wohngebäude, die sie säumen teils völlig baufällig, alles ist auf jeden Fall schwer vermüllt. Nach dem Ende der Wohnbebauung wird die Straße breiter, gefälliger, Kunstwerke stehen in der Landschaft, lieblicher. Wir fahren hoch bis zum „Punto Panoramico Vesuvio“ auf über 900 m Höhe, dort wollen wir eigentlich die Nacht verbringen. Auch hier oben Müll, krumm-schiefe Plätze, der „Eintritt“ zum Gipfelanstieg verrammelt. Beratschlagung – was tun? Es ist nach 19.00 Uhr, wenn morgen früh der große Run auf den Vulkan beginnt, tun wir gut, bereits weg zu sein. So schön ist das Plätzchen auch nicht, wir hatten uns das anders vorgestellt, die Punta Sapienza auf dem Etna in Sizilien ist wirklich viel schöner und auch das Gelände weitläufiger. Naja, zugegeben, der Etna ist auch fast 3x so hoch wie der Vesuv.

Wir ziehen es doch vor, noch am Abend fast ohne Gegenverkehr runterzufahren und uns nach Pompeij zum Camping Zeus, unserem sowieso nächsten Ziel, zu begeben. Nachdem wir ja nun noch südlicher müssen, fahren wir bei der Auffahrt Torre del Greco auf die Autobahn und ich darf erwähnen, dass von dieser Autobahn-Ausfahrt die Auffahrt auf den Vulkan wohl wesentlich komfortabler ist – hatte mich auch ein paar Mal umgedreht, auch von dort weisen braune „Vesuvio“-Schilder den Weg.


 
Der Vesuvgipfel hüllt sich in Wolken.jpg
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Über Napoli kurz vor Sonnenuntergang.jpg
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Gast: "Süditalien im August"
Sonntag, 13.August

Wir sind gleich vorne rechts am CP Zeus untergekommen, es sind Menschenmassen unterwegs, das war uns klar, schließlich ist fast ganz Italien um Ferragosto, dem 15. August, im Urlaub. Wir hängen erst ein wenig vor dem Wohnmobil rum, schließlich können wir erstmals seit Radda wieder Tisch und Stühle auspacken, es regnet immer wieder bei nur 24°. Camping Zeus hat eine strategisch wirklich ideale Lage: Vom CP raus geht’s in wenigen Schritten nach rechts zur oft frequentierten Haltestelle „Scavi Pompeij“ der Circumvesuviana, mit der man von Napoli bis Sorrento fahren kann, nach links in das Ausgrabungsgelände des antiken Pompeij. Dort waren wir allerdings vor Jahren schon mal und so nehmen wir den Zug nach Ercolano, laufen dort ca. 500 m durch das verrammelte wie vermüllte „neue“ Ercolano zum Ausgrabungsgelände des alten, beim Ausbruch des Vesuv 79 n.Chr. verschütteten Herculaneum. Dann wieder ein paar Zug-Haltestellen zurück zum Camping.



Montag, 14. August

Früh schon fahren wir mit dem Zug nach Sorrento. Es sitzt offenbar vorne ein „kleiner Schumi“ drin und so gestalten sich die im Reiseführer angepriesenen „herrlichen Ausblicke auf die Bucht des Golfes von Neapel“ mehr zum angsterfüllten Anstarren schwarzer Tunnellöcher, durch die mit Höllenlärm und affenartiger Geschwindigkeit die Bahn rast. In der Stadt angekommen suchen und finden wir den Weg über eine abenteuerliche Treppenanlage in den Hafen, erstehen dort für insgesamt 48 Euro für Hin- und Rückfahrt für 2 Pers. Fahrkarten für das Schnellboot nach Capri, das auch in Kürze ablegt. Es ist proppenvoll, man findet nicht mal einen Stehplatz, an dem man sich irgendwo festhalten kann, so muß man sich schön ausbalancieren, vor allem, weil das Boot mit Jetantrieb über das Meer rauscht. Es dauert nicht lange, und die beiden kinder der italienischen Familie, die schon mit uns im Zug saß, speien in hohem Bogen. Auf Capri angekommen gleich natürlich am besten weiter zur Blauen Grotte, die jedoch kann nicht angefahren werden, das Meer ist zu unruhig. Mist. Eine kleine teuere Kreuzfahrt um Capri drumrum brauchen wir dann auch nicht, wir stellen uns an, um wenigstens, nachdem wir im Hafen mal rauf- und runtergelaufen sind, Tickets für die Seilbahn zu erstehen. Eine geschlagene Stunde später (erwähnte ich schon die Menschenmassen??) treffen wir im Wohnzimmer, der Piazzetta in Capri-Stadt ein, die 4 Cafes sind gut besucht. Wir laufen durch die schmalen engen Gässchen, Capri hat was. Vor allem hübsche Geschäfte mit feinster Leinenbekleidung, auch Tisch- und Bettwäsche, ein Hauch von einem fein-leinernen Morgenmantel zu 480 Euro könnte Begehrlichkeiten wecken – wir vertagen einen größeren Einkaufsbummel auf die Zeit nach unserem großen Lottogewinn. Es ist warm geworden, schon 30° und geregnet hat es seit der Nacht auch nicht mehr. Sollen wir nach Anacapri mit dem Bus fahren? Die mit schwitzenden Menschenleibern vollgestopften Busse verleiten uns dieses Ansinnen –keine Lust dazu! Lieber im ersten Cafe auf der Piazzetta zu 16 Euro 2 Campari-Soda und ½ l wasser schlürfen und die Szenerie beobachten! Irgendwann wird uns auch das fad und wir schleichen wieder durch die Gassen, fahren später mit der nicht mehr ganz so vollen Seilbahn nach unten, stellen fest, dass wir noch Zeit für ein Bier im Hafen haben, zahlen für 2 x 0,3 l desselben stolze 14 Euro, was wir im Vergleich zu den Preisen auf der wirklich eleganten Piazzetta übelste Touristenabzocke finden und fahren mit dem Aliscafo wieder nach Sorrento. Eine halbe Stunde später landen wir dort an, wandern dort noch durch die Stadt, offenbar war einer der „Azzurri“, die den WM-Titel nach Italien holten, aus Sorrent, es sind entsprechende Fahnen und bilder über die Straßen gespannt. Zurück in nicht ganz so schlimmer Höllenfahrt nach Pompeij und die dritte Nacht zu je 20 Euro (fanden wir sehr anständig) auf Camping Zeus verbracht. (Achja, übrigens – Frebeka: Kurzfristige Vermietungs-Aktivitäten der Appartements konnten wir diesmal wirklich nicht ausmachen, obwohl wir nicht weit davon entfernt standen …)


 
Wo endet das alte Herculaneum und wo beginnt wohl das neue Ercolano.jpg
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Von Capri-Hafen nach oben zu Capri-Stadt.jpg
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Gast: "Süditalien im August"
Dienstag, 15. August, der höchste Feiertag in Italien

Die Entsorgung am CP Zeus ist teils für uns schlecht anfahrbar und auch noch mies zugeparkt, wir fahren auf die Autobahn Ri. Salerno und entdecken auf dem ca. 3 km langen Weg dorthin auch „Sosta Camper“, die wohl weniger als die von uns gelöhnten 20 Euro kosten, aber auch von der Bahn und dem Ausgrabungsgelände ganz schön weit entfernt sind. Wir fahren bis Battipaglia, wollen nach Paestum. Dort von der Autobahn runter und stehen erst mal im Stau. Kein Wunder, alles will zum Meer. Im „Mobil Total Ausgabe 2005“ ist eine VE auf der AGIP-Tankstelle hinter Salerno aufgelistet, diese existiert aber nicht, wir brauchen erstmals eine solche Ent- und Versorgungsstelle. Wir kommen von Norden zum Ausgrabungsgelände und überall wird heftig gewunken, man solle für 5 Euro parken. Parken hilft uns nicht weiter, wir fragen nach der Sosta Camper, jene würde südlich des Ausgrabungsgeländes liegen, wir also großräumig um die Stadtmauer herum und finden das auch gleich. Der dortige Wächter nimmt uns für Parken tagsüber 5,00 + über Nacht 10,00 + VE 2,00 (wir bekommen einen Schlüssel für den Schacht) ab, fühlen uns zwar einigermaßen über den Tisch gezogen, aber beschließen, hier den Tag und die Nacht zu verbringen, der Platz ist ganz hübsch und fast leer und am Meer ist heute sicher ein Wahnsinns-Betrieb. Wir tanken gleich das frischwasser, der Wächter schaut zwar etwas skeptisch, weil das gar so lang dauert, aber naja, 350 Liter, die wir ihm dann für die 17 Euro wenigstens rausleiern, dauern halt so ihre Zeit.

Später dann noch ausführlicher Spaziergang über das beeindruckende archäologische Ausgrabungsgelände mit den 3 wirklich sehenswerten Tempeln, die wohl in noch besserem Zustand als jene in Agrigento sind.

Am Abend dann tobt der Wahnsinn an den hübsch beleuchteten Tempeln, es findet ein Freiluftkonzert einer uns unbekannten italienischen Künstlerin auf, die ganze Straße am stellplatz entlang ist zugeparkt, ein Kommen und Gehen bis früh um halb vier.


 
Luftballons am Blumenstock - nein - Granatäpfel.jpg
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Tempel-Detail in Paestum.jpg
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Stellplatz in Paestum - alles frei, aber die Kuschelparker nahen.jpg
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Nochmals Paestum ...


 
Paestum-Tempel.jpg
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Paestum.jpg
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Mittwoch, 16. August

Wir wollen auch mal ans Meer, sind schon fast eine Woche in Italien und haben das Meer nur von der Ferne gesehen. Wir fahren die SS 18 zurück bis Agropoli, auf meiner vor dem Urlaub nagelneu angeschafften 200.000er-Generalkarte Nr. 12 ist die neue Straße von Funtani bis Policastro noch gar nicht drauf. Wir sind angenehm überrascht, kleiner Stau in Policastro, wo wir endlich ans Meer gelangen und von da aus weiter die Küstenstraße nach Süden. Dazwischen tun sich herrlichste Ausblicke auf – wenn die Straße sich an den grünen Ausläufern des Pollino-Gebirges, das dann ins Meer fällt, hochwindet, gleicht sie fast der Costiera Amalfitana, jene, die zu den 7 Traumstraßen der Welt zählt (und mit Wohnmobilen von 0.00 bis 7.30 Uhr nur befahren werden darf). Hübsch war für unsere Begriffe der quirlige Badeort Sapri, der an einer viereckigen Bucht liegt, an dessen südlichem Ende wir auch einen Wohnmobilstellplatz ausfindig machen konnten. Wir fahren aber weiter südlich, bis wir in Scalea am Ortsende irgendwie in die Sosta Camper „Zio Tom“ fahren. Onkel Tom hat auch einen Platz für uns, ist sehr bemüht, versichert, in der ersten Reihe nach dem Strand würde bestimmt im Laufe des Tages was frei werden, wir sind aber schon zufrieden, ziemlich hinten und ziemlich „luftig“ zu stehen und markise, Tisch und Stühle auspacken zu können. Wir sind die einzigen Deutschen, lediglich ein Zelt (!!) und ein polnisches Auto davor können wir als einzige Ausländer ausmachen. Seit Pompeij hatten wir keine Deutschen mehr gesehen. Der Strand ist graukieselig, sehr angenehm und das wasser ist ein glasklarer Traum, es ist inzwischen richtig schön warm geworden, hoch über 30°, der Strandaufenthalt ist sehr unterhaltsam. Man kann sich Henna-Tattoos machen, sich massieren lassen, die Strandneger kommen im 10-m-Abstand vorbei und bieten allerlei Waren feil, ganz gewitzte bauen sogar einen Stand auf, der von den italienischen Damen sofort schwer umringt wird, dort gibt es dann Pareos und allerlei Fähnchen zu erstehen. Wir stimmen uns ein in den italienischen Badeurlaubs-Alltag: Kurzes Frühstück, bestehend aus irgendeinem Getränk, dazu ein abgepacktes Biscotti, Strand, Mittagessen, Dösen vor dem Wohnmobil, Strand, Abendessen – entweder auswärts oder eine bekocht die ganze Sippe (denn es steigen immer mindestens 5 Personen aus jedem Wohnmobil aus – siehe meine Bemerkung bei Cortona), dann wird sich rausgeputzt für die Passeggiata, also das Auf- und Abflanieren im nahmen Örtle. Die deutsche Hausfrau ist bestürzt ob der Abfallmengen, die ein solcher Badetag von einer einzigen Wohnmobilbesatzung produziert wird, es wird ausschließlich aus Plastikbecherchen getrunken, von Plastiktellerchen gegessen, mit Plastikmesserchen geschnitten usw. (im nahen Supermarkt kosten 300 Plastikteller 1,09 Euro). Nach der Mahlzeit wird alles in eine Plastiktüte gestopft, diese in den Müllbehältern versenkt oder – wenn die anderen schneller waren und den Müllbehälter schon gefüllt hatten – diskret danebengestellt. In freier Natur dann kommen die in Italien überall präsenten armen (vielleicht auch ausgesetzten) verwilderten Hunde, zerlegen auf der Suche nach Essbarem die Tüten, ein Windhauch fährt durch und verteilt das ganze dann in der Gegend. Zio Tom aber ist auf Ordnung bedacht und so kommt 2 x am Tag der Burschi mit dem Schubkarren und sammelt die Tüten ein.


 
Wunderschönes Kalabrien, die Küstenstraße steht der Amalfitana in nichts nach.jpg
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Wunderschönes Kalabrien, die Küstenstraße steht der Amalfitana in nichts nach.jpg

 
Gast: "Süditalien im August"
Donnerstag, 17. August

Später werden wir uns fragen, welcher Teufel uns wohl ritt, den wirklich empfehlenswerten stellplatz (zu 12,00 Euro p.N.) am Nachmittag nach Badeaufenthalt zu verlassen, nachdem wir noch ausgiebig ver- und entsorgt hatten und von den Betreibern noch ausführlich gegrüßt und mit Handschlag verabschiedet werden. Wir fahren die Küstenstraße weiter und entdecken eine Sosta Camper nach der anderen, ein Eldorado für unsereins ist auch Cirella. Ab Paola fahren wir ins Landesinnere, wir wollen nach Cosenza. Blödsinnigerweise folgen wir am Ortseingang der Beschilderung „Area Attrezzata Camper“ und gelangen an einen Platz, abseits von Gut und Böse, auf welchem zwei ältere fast zahnlose Männer ein Boot reparieren. In die Altstadt zu Fuß wäre es zu weit, wir fahren wieder. Schließlich parken wir „irgendwo“ und machen uns zu Fuß auf in die wie ausgestorbene Altstadt, die uns jedoch schwer enttäuscht. Irgendwie erweckt sich uns der Eindruck, sie wäre „aufgelassen“. Die 100.000-Einwohner-Neustadt hingegen erweist sich als moderne, quirlige (laut Reiseführer Universitäts-) Stadt, wir aber suchen wieder mehr Natur und die Strecke quer durchs Land zum Ionischen Meer nach Crotone. Reiseführer-Autor Schulz beschreibt in einem Skiort in der Sila namens Camigliatello Stellplatzmöglichkeiten, dort wollen wir hin. Überall in den Wäldern picknicken italienische Großfamilien, die Picknickplätze sind überaus vermüllt, wir fahren einige Kilomete weiter zum Lago di Cecita. Dieser erweist sich als teils ausgelassener und somit nicht besonders hübscher Stausee, also zurück nach Camigliatello. Es ist auch schon früher Abend, wir erstehen wunderbarste Steinpilze und Pfifferlinge in großen Mengen, die uns die nächsten 4 Tage als Mahlzeiten gereichen werden. Hinter 2 Wohnmobilen parken wir im Waldstück vor dem Ort ein, wir setzen uns grade mit einem Bier hin, ich beginne, die Pilze zu putzen, als wir von der nachbarlichen Wohnmobilbesatzung angesprochen werden, es wäre hier Naturschutzgebiet, man könne hier zwar tagsüber parken, nachts würde das aber bestraft werden, es gäbe unten im Ort einen offiziellen stellplatz, der auch kostenlos wäre, sie würden um 20.00 Uhr (dann kostet er nichts mehr) auch hinunterfahren und empfehlen uns dies auch. Wir danken für die Auskunft, packen alles wieder ein und fahren runter in den Ort, den Platz hatten wir vorhin schon gesichtet, es ist halt eine asphaltierte unattraktive Fläche. Naja. Sooo warm ist es auch nicht, wir sind auf fast 900 m Höhe, dann gehen wir heute abend halt auch mal wieder auf die Passeggiata. Gesagt, getan. Im Ort ist der Teufel los, um 20.00 Uhr stehen bestimmt 50 Wohnmobile da, auf einer aufgebauten Bühne treten offenbar einer Casting-Show entsprungene Jugendliche auf und geben ihre Sangeskünste zum besten. Die Nacht wird entsprechend laut …

Freitag, 18. August

Früh schon fahren wir weiter Ri. Crotone, bei „Rocca“ auf die Küstenstraße 106, wir wollen das bei Schulz beschriebene Badeplätzchen (km 287), welches uns auch Frebekas empfohlen hatten, ansteuern. Eineinhalb Stunden später sind wir da, wir parken Breitseite zum Meer ein, ein paar einzelne versprengte Leute sitzen am Strand, super. Endlich Frühstück, später Handtuch packen, auch die paar Schritte zum Strand. Ein freundlicher Herr begrüßt uns mit „Guten Morgen, wie gefällt es Ihnen in Italien?“ (Ich glaube, so was auch bei „Schulz“ schon mal gelesen zu haben), naja, es handelt sich um eine Familie, welche natürlich – wie so viele Kalabresen – in Deutschland zum Arbeiten waren. Die Tochter ist immer noch in der Nähe von Stuttgart, deren Töchterchen mit 2 deutschen Freundinnen, die offenbar die Ferien mit der Freundin dort verbringen, treffen auch noch ein. Das Meer ist herrlich, göttlich, kristallklar, karibisch. Wieder reitet uns der „Wir-fahren-weiter-Teufel“ und nehmen die SS106 nach Norden. Bis kurz vor Rossano kommen noch ganz hübsche Strandmöglichkeiten, danach ist alles nicht mehr so einladend. Wir suchen in und bei Metaponto einige der Schulz’schen stellplätze, finden nur den Lido San Basile, Stabilimento, Wahnsinnsbetrieb. Fahren weiter zur Sosta Camper in Metaponto, hoffnungslos überfüllt, kein Platz. Menschenmassen. Badeurlaubs-Wahnsinn im August. An die anderen bei Schulz beschriebenen angeblichen Traum-Plätzchen kommen wir gar nicht hin, alles ist zugeparkt und verstopft. Wären wir nur bei km 287 geblieben, wir bedauern unseren Fehler zutiefst. Wir fahren zurück nach Marina di Pesticci, die Strände werden langsam leerer, Rückreiseverkehr. Wir verlassen die SS 106, um wieder zum vorher besichtigten und zugeparkten Strand zu fahren und stehen plötzlich neben einem „Vivai“ – also einer Baumschule. Wir hören sofort auch in Deutsch: „Was suchen Sie denn?“ – und wir können unsere diesjährigen Mitbringel, eine Zederfrucht und einen Granatapfelbusch in Töpfen, erstehen. Das versöhnt uns mit den bescheidenen Stellplatzmöglichkeiten, mittlerweile finden wir aber einen Platz und parken hinter mehreren Wohnmobilen ein. An diesem Tag ging das Thermometer bis knapp 40° hoch, in der Nacht sitzen wir mit den ersten Deutschen, die wir seit Pompeij getroffen hatten, in Badebekleidung bis halb drei draußen und plauschen. Herrlich. Sommer.

Samstag, 19. August

Um halb acht beginnt schon die Anreise zum Strand. Wir haben nichts zu frühstücken, beraten, was zu tun sei, so einladend ist das Meer hier nicht und es sind wieder Massen zu erwarten. Also zur nächsten Feriensiedlung, dort in einer Bäckerei eingekauft, auf einem der großen Parkplätze, weit entfernt vom Meer, Stellung bezogen, gefrühstückt. Der Parkplatz füllt sich zusehends, wir fürchten, ihn bald nicht mehr verlassen zu können und flüchten ins Landesinnere nach Matera. Seit ich vor Jahren Carlo Levi „Christus kam nur bis Eboli“ gelesen hatte, wollte ich dort hin. Es gibt auch einen stellplatz dort, wir finden ihn auch gleich und gehen zu Fuß in die Stadt. Die Sassi sind beeindruckend. Die Hitze steht drin, es sind über 40°. Für 3 Std. Parken samt super anzufahrender VE zahlen wir 3,00 Euro und fahren weiter. Hauptsache weg von den überfüllten Küsten – nach Alberobello. Dort bald nach dem Ortseingang „Parking nel Verde“ – auch Wohnmobile stehen da, manche sitzen auf Stühlen vor den Fahrzeugen – das schaut doch ganz gut aus?! 12 Std. Parken kosten 10,00, 24 Std. Parken 15,00 Euro. Wir wählen letzteres und sitzen auf unseren Stühlen ermattet vorm Wohnmobil. Irgendwann ist offenbar Schichtwechsel, wir hatten noch draußen gegessen, als ein überaus unfreundlicher älterer Mann kommt und uns barsch anfährt, dies wäre ein Parkplatz und kein Campingplatz. Dann streitet er sich noch mit 2 Wohnmobilbesatzungen, die offenbar zusammen reisen und nebeneinander stehen mögen, bis sie dann laut schimpfend wieder abfahren. Wir räumen unseren Tisch ein, bleiben aber auf den Stühlen vor dem Wohnmobil sitzen, für „Parken“ brauchen wir keine 24 Stunden und schon gar keine 15 Euro zu löhnen?! Irgendwann gehen wir ins Örtle, nach 200 m rechts vom Parkplatz raus „trullert“ es schon ganz beträchtlich!! Wenn man der Straße folgt, gelangt man am anderen Ortsende noch auf 2 Parkmöglichkeiten, allerdings nur für tagsüber – aber auch für weniger Euro.


 
Bei den Trullis in Alberobello.jpg
 Beschreibung:

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Gast: "Süditalien im August"
Sonntag, 20. August

Wir fahren weiter nach Taranto. Auf morbide Altstadt haben wir keine Lust, obwohl wir von Frebeka mit ausführlichem Material bzgl. stellplatz versorgt worden waren. Vielleicht mal wieder Meer? An Taranto vorbei zu dem Plätzchen, das uns ebenso von Frebeka wärmstens empfohlen wurde. Die Küstenstraße ist hoffnungslos zugeparkt, wir müssen ein paar Mal Ri. Landesinnere fahren, sonst ist kein Durchkommen mehr. Irgendwann kommen wir aber doch zum Torre Calimera, die 4 sich im dortigen Umkreis befindlichen Sosta Camper sind überfüllt, die Wohnmobile stehen dicht an dicht, nicht mal für markise und Tisch und Stuhl ist Platz. Am Strand stehen einzelne Wohnmobile auf der Düne, Badebetrieb. Der Betreiber der Sosta Camper „La Salina“ meint, am Straßenrand unter den Lampen könne man vielleicht parken, auf der Düne auf gar keinen Fall, vor allem nicht über Nacht. Vielleicht wäre am Montag ein Plätzchen bei ihm frei, er könne nichts versprechen. Wir gehen erst mal ausgiebig zum Baden, das Meer ist herrlich, der Strand rappelvoll. Schulz schreibt zu diesen Strandabschnitten „Wer hier kein Plätzchen findet, ist selber schuld“ – wir vervollständigen den Satz: - oder war in der Hauptsaison noch nie da!! Am frühen Abend leert sich das Gelände, auch die auf der Düne stehenden Wohnmobile verlassen ihren Platz – wo die wohl hinfahren?!Am Straßenrand stehen noch 2 italienische Wohnmobile, der eine Fahrer (der uns wieder mal staunend nach den „Quintarli“ fragt) äußert ebenfalls seine Bedenken bezüglich Strafe, Naturschutzgebiet, Düne usw. Wir wagen nicht mal, Tisch und Stühle rauszustellen und beschließen, schweren Herzens am anderen Tag nach nochmals Baden auch von diesem schönen Platz wieder wegzufahren. Wer will schon auf dem Pulverfass sitzen, Ausschau haltend, ob die Carabinieri nun kommen oder nicht?


 
Auf der Düne bei Torre Calimera früh um 9.00 Uhr.jpg
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2 Stunden später ist hier alles verparkt ...

Auf der Düne bei Torre Calimera früh um 9.00 Uhr.jpg

 
 
Sonnenverbrämte Basilicata, abgeerntet, 41° und der heiße Scirocco bläst zum Autofenster herein.jpg
 Beschreibung:

Sonnenverbrämte Basilicata, abgeerntet, 41° und der heiße Scirocco bläst zum Autofenster herein.jpg

 
Gast: "Süditalien im August"
Montag, 21. August

Um 9.00 Uhr haben wir schon 32°, doch es ist heiß-windig. Das Meer ist schön, wir verlassen die Szenerie, nachdem bis zum Mittag erst 2 Camper den offiziellen stellplatz verlassen hatten, auf Gedränge haben wir auch keine Lust. Zurück Richtung Taranto, dann ins Landesinnere nach Norden. Das Castel del Monte ist das Ziel des Tages. Am Fuße des Hügels, auf dem das Bauwerk thront, ist ein großer Parkplatz, mit Busshuttle zum Castel nimmt man uns 5,00 Euro für die Nacht ab. Oben zahlen wir nochmals p.P. 3,00 Euro Eintritt, sehr eindrucksvoll! Die Architektur dieses Bauwerks ist schon beachtlich für die damalige Zeit (13. Jahrhundert), die 8 achteckigen Türme und dazwischen die trapezförmigen Räume. Sehenswert. Abends und nachts ist es hübsch beleuchtet und von weitem zu sehen. Diesmal haben wir eine ausgesprochen ruhige Nacht, nachdem gegen Mitternacht die Geräusche aus dem Restaurant nebenan verklungen sind.


 
Blick vom Castel del Monte über das weite Land.jpg
 Beschreibung:

Blick vom Castel del Monte über das weite Land.jpg

 
 
Das Bild aus jedem Süditalien-Reiseführer - die Stauferburg aus dem 13.Jhd. Castel del Monte.jpg
 Beschreibung:

Das Bild aus jedem Süditalien-Reiseführer - die Stauferburg aus dem 13.Jhd. Castel del Monte.jpg

 
Gast: "Süditalien im August"
Dienstag, 22. August

Am Vormittag fahren wir auch von hier wieder weg, wir wollen doch nochmals probieren, den Gargano für unsere Zwecke, noch schön am Meer stehen zu können, zu nutzen. Auf der Autobahn fahren wir bis Foggia, dann über das super-hässliche Manfredonia hinaus auf den Stiefelsporn, ab Vieste tobt der Baderummel. Dort schon vor dem Ortseingang erste Sosta Camper, keiner hat markise usw. draußen (wieder mal nur „Parken“, nicht „Camping“?), weiter drin im Ort auf betoniertem Großparkplatz auch Möglichkeit, zu stehen – ohne markise usw., flacher Strand gleich gegenüber der ziemlich stark befahrenen Straße, wir freunden uns mit dem Gedanken an, zur Not auf einen Campingplatz zu gehen. Dies wird aber nicht nötig, wir finden „Sosta Camper San Vincenzo“. Alles da: Gut anfahrbare VE, alles hat markise und Bestuhlung draußen, über die Straße und 50 Höhenmeter runter ein ausnehmend hübsches Strändchen, mit dem Rad nach Vieste sind es keine 10 Minuten. Herrlich, hier bleiben wir. Kleiner Frühsport am Morgen, Bäckerei 2 km bergauf, zuerst Ri. Peschici, dann li. den Berg hoch – was will man mehr? Wir bleiben 2 Nächte, tagsüber messen wir 35, 36°, nachts noch über 20°, es weht eine leichte warme Brise.



Donnerstag, 24. August

Langsam aber sicher sollten wir nordwärts fahren. Fahren nach nochmals ausgiebig Baden um den Gargano herum, erblicken hinter Peschici Wohnmobile am Strand. Die Zufahrt müsste wie folgt sein: Von Rodi G. kommend die vorletzte Bucht vor Peschici, ein Schild weist „Lido“ aus, man kommt offenbar an der Bahn-Endstation „Peschici“ vorbei und kann auf geschotterter Strecke bis vor Breitseite an den Strand. Ca. 15 Wohnmobile stehen da, etliche Pkws, keine Ahnung, ob das entgeltlich, erlaubt oder sonst was ist, wir werden es irgendwann testen.

Vor Rodi Garganico kommt uns (obwohl der wahrscheinlich nur mit Sondergenehmigung fahren darf) ein Tanklastzug entgegen, wir weichen immer weiter nach rechts aus, da ist eine überaus stabile Leitplanke, links parken die Fahrzeuge der Strandbesucher. Der Tanklastzug kommt auch ohne Spiegel einzuklappen an uns vorbei – und wir schwenken, da die Straße sich leicht neigt, leicht an die Leitplanke hin. 3 Stellen, je ca. 2 – 3 Quadratzentimeter Lack auf dem Alublech kostet uns diese Begegnung. Ärgerlich, vor allem, weil der Tanklastzug wohl doch noch etwas mehr nach rechts gekonnt hätte und wir nicht so weit hätten an die Leitplanke hinfahren müssen. Durch den Ort durch, vor dem uns schon einige gewarnt hatten, dass es recht eng zuginge, haben wir keine Probleme.

Auf der Autobahn ab Auffahrt Lesina fahren wir nordwärts. Wir wollen den stellplatz in Porto Recanati anfahren, den Schulz beschreibt und der in meiner pro mobil-stellplatz-Karte als südl. von P.Recanati angegeben ist, fahren Civitanova also von der Autobahn und da dann nordwärts. Irgendwann finden wir auch eine Möglichkeit, diese grauenhafte Zuglinie, die die gesamte adria entlang die Städte zerschneidet, zu überqueren und fahren wieder südlich. Fehlanzeige. Sind wir blöd oder was ist das? Es ist schon halb acht Uhr abends und dämmert. Wir fahren die Stichstraße bis zum bitteren Ende, da ist kein stellplatz. Schulz beschreibt die Zufahrt wieder überaus „salopp“, wir fahren zurück und aus dem Ort hinaus, bevor wir uns in der Falle zwischen Einbahnstraßen und nicht über- oder unterquerbarer Zuglinie wieder finden. Vor Jahren waren wir mal in so einem Ort am Abend in letzter Not durch die überaus belebte Fußgängerzone gefahren, da die Bahnunterführungen teils unter 3 m hoch sind, dieses Schicksal wollen wir uns diesmal ersparen. Wir flüchten im abendlichen Getümmel wieder auf die Autobahn, wir versuchen einen anderen Platz, in Marlotta, fahren dort von der Autobahn runter und siehe da, schon das erste Camper-Emblem leitet uns geradewegs nach 1 km über die Bahnlinie, dieser entlang dem Strand bis zu einem Platz, der vom Campingclub Pesaro betrieben wird und auch noch Platz für uns hat! Wir zahlen 10 Euro, es gibt auch eine gut anfahrbare VE, wir besichtigen noch den nahen Strand und können auch „freie“ Strandstücke ausfindig machen, also jene, auf denen man nicht für Sonnenschirm und Liegestuhl bezahlen muß. Die Bahn fährt keine 10 m an uns vorbei und reißt uns etliche Male aus dem Schlaf, auch der Rotwein wirkt gegen diese Geräuschkulisse nicht mehr …


 
Blick in eine Gasse in Vieste.jpg
 Beschreibung:

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Blick zurück auf Peschici.jpg
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Blick zum drittwichtigsten Leuchtturm Italiens vor Vieste.jpg
 Beschreibung:

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Gast: "Süditalien im August"
Freitag, 25. August

Das Wetter schaut blöd aus. Es ist trübe, Himmel und Meer haben die gleiche Farbe, es hat grade 20°. Nach Badefreuden sieht das nicht aus. Wir fahren weiter nordwärts auf der Autobahn. Ab Rimini-Sud bis hinter Bologna ziemlich volle Autobahn mit Staus, bis Affi brauchen wir 5 Stunden. Wir fahren in unseren gardasee-Lieblingsort Lazise, hatten vorher mit Camping La Quercia telefoniert, dort nimmt man für eine Nacht 2 Pers.+Wohnm stolze 43 Euro, wir wählen „Lazise Parking“ zu 15,00 Euro für 24 Stunden und entdecken hier auch neuerdings neu aufgehängte „No Camping“ Schilder. Als wir Ostern letztes Mal hier waren, beobachteten wir eine Wagenburg von 3 Wohnmobilen, es wurde gegrillt und gelärmt bis tief in die Nacht. Nun, das hat man dann davon, dann darf man halt auch keine Stühle mehr vors Wohnmobil stellen. Das stört uns aber nicht, wir packen unser Zeug und gehen zum Strand. Paßt doch. Es hat 25°, die kinder melden daheim Weltuntergang. Nur nicht heim müssen!



Samstag, 26. August

Nochmals gardasee-Rauschen am Strand, es hilft nichts, wir müssen weiter. Am Nachmittag fahren wir die gut 200 km bis Sterzing, von dort wollen wir am Sonntag früh über die Brenner-Bundesstraße mautfrei heimfahren – wie immer. Wir erinnerten uns, dass wir letztes Jahr am gleichen Wochenende per Pkw. von Italien heimgefahren waren und die Brenner-Bundesstraße wegen eines Ötztaler Radrennens gesperrt war. Ich rufe an bei Tourist-Info Sterzing, Tourist-Info Innsbruck und auch noch bei Austria-Tourismus und frage explizit nach der Straßensperre und dem Radrennen. Die Dame vom Austria-Tourismus ruft auch noch die ÖAMTC-Informationen ab – Fehlanzeige. Da liegt keine Sperrung vor.

Wir genießen auf dem Autocamp Sadobre noch die letzten 2 Sonnenstunden mit Bestuhlung vor dem Wohnmobil, dann beginnt es zu regnen. Die mitteleuropäische Wetter-Wirklichkeit hat uns wieder.



Sonntag, 27. August

Wir machen noch VE, fahren bis Abfahrt „Brenner“ auf die Autobahn – und müssen auf dieser bleiben, die Bundesstraße ist wegen eines Radrennens gesperrt …

Der Spaß kostet uns knapp 30 Euro.

Danke, Tiroler Tourismusunternehmen für Eure Auskünfte!! So schafft man sich doch echte Freunde.



Fazit:

Süditalien im August muß man schon mögen. Sicher gibt es nicht sehr viele Deutsche, die sich diesen Trubel antun, wir werden es immer wieder tun. Der Nachteil ist nur, die Städte sind verrammelt und verlassen, nur in den Badeorten am Meer tobt der Bär – aber da gewaltig! Wir haben uns natürlich auch diesmal wieder einige Attraktivitäten aufgespart, um einen Grund zu haben, wieder dort runter zu müssen. Insgesamt hat uns die kalabrische Seite besser gefallen, die grünen Berge, die ins Meer stürzen, sind halt einfach was „fürs Auge“, Apulien ist offenbar das Land der abermilliarden Olivenbäume. Streckenweise so weit das Auge reicht, teils bis ans Meer. Überhaupt ist das gesamte Süditalien kein karges Ödland, sondern eine intensiv bewirtschaftete Gegend. In Apulien sind halt dann im August auch die weiten Tomatenfelder schon abgeerntet, das erweckt dann oft noch den Eindruck der Steppe, im Frühling ist das sicher alles ganz hübsch anzusehen.

Uns hat es supergut gefallen, wir können es nur empfehlen!

Achja: Wir sind 4.070 Kilometer gefahren, verbrauchten ca. 580 Liter Diesel – und 80 Liter Mineralwasser (ohne Erfrischungsgetränke und anderes) …


 
Noch ein Kuschelparker, der auch noch den Grauwassertank aufmachte .jpg
 Beschreibung:

Noch ein Kuschelparker, der auch noch den Grauwassertank aufmachte .jpg

 
eva b.: "Süditalien im August"
Dein Bericht liest sich so toll, dass ich schon mit Kummer daran denke, dass es ja bald Richtung Urlaubsende geht. Bitte schööön in die Länge ziehen :)
Grüße von einer eifrig Mitlesenden!
eva b.: "Süditalien im August"
Zu spät gepostet :cry:

:dankeschoen:
Tipsel: "Süditalien im August"
Hi Isa,

sehr schöner Bericht und herrliche bilder

:daumen2:

Allerdings wär uns der Trubel echt zuviel gewesen und nach der ersten vergeblichen Stellplatzsuche bekommen wir in der Regel schon die Krise.
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