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Reisebericht Spanien November 2006

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lockenhaupt: "Reisebericht Spanien November 2006"
Nachdem wir unsere markise heraus gefahren hatten und Tisch und Stühle herausgeholt hatten erkundeten wir die Gegend. Von unserem Stehplatz aus konnte man in der Ferne den Strand und das Meer sehen, weit am Horizont weisse Wolken, da musste die Küste Afrikas sein.
Der Weg zum Strand führte uns quer über den fast leeren Campingplatz. Wir gingen durch ein Tor und befanden uns in sumpfigem Gebiet. Zum Glück gab es hier einen gepflasterten Steg, so konnte man trockenen Fusses zum Sand rüber. Zuerst jedoch mussten wir noch über eine kleine Brücke, um den kleinen Fluss zu überqueren, dann waren wir auf dem riesigen Sandstrand. So etwas Riesiges habe ich noch nie gesehen und konnte mir bis dahin gar nicht vorstellen dass es so einen Strand überhaupt geben konnte. Ca. 200 Meter breiter und einige Kilometer langer Sandstrand, einfach Traumhaft. Die Wellen hier waren dann doch etwas grösser als ich es von der adria her gewohnt war, jedoch hatte ich vom Atlantik noch grössere Wellen erwartet. Aber die Strasse von Gibraltar ist ja nun nicht gerade so riesig als dass es hier so grosse Wellen geben könnte. Aber es war so toll hier an diesem Strand zu sitzen, hinaus aufs Meer zu gucken und zu sehen wie sich die Wellen brachen und schäumend über den Strand strichen.




Wieder zurück im Wohnmobil machte Mike mir die Wäscheleine bereit, und ich ging Wäsche waschen und hängte diese dann auf. Muss ja auch mal sein.
Gegen Abend verzogen sich die weissen Wolken drüben an der Afrikanischen Küste und man konnte langsam Land erkennen. Es war so spannend wie ein Krimi und ich kriegte nie genug davon auf diesen Kontinenten zu sehen. marokko, 15 Kilometer weit weg nur. Eigentlich ein Katzensprung. Später, als es schon dunkel war, konnte man die Lichter der Dörfer und Städte sehen, sowie die Lichter der Schiffe. Einmal sah ich ein Kreuzfahrtschiff, es war hell erleuchtet und sah aus wie ein liegender Weihnachtsbaum. Dies erinnerte mich wieder an die Tatsache dass in wenigen Wochen Weihnachten sein sollte. Wie, echt? Kann man ja kaum glauben, hier hatten wir das Gefühl mitten im Sommer zu sein, oder Mai-Juni. Die Blätter waren noch grün und nichts oder zumindest fast nichts deute für uns darauf hin dass Mitte November sein sollte.


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lockenhaupt: "Reisebericht Spanien November 2006"
Di 14.11.2006
Wir machten uns einen faulen Tag, gingen ans Meer und genossen den Tag. Es war schön und warm wie auch schon die vorhergehenden Tage. Einfach Traumhaft.




Das Wohnmobil das 2 Parzellen weiter links von uns gestanden hatte fuhr an diesem Tag weg, genauso wie die Leute im Zelt schräg hinter uns. Wir nahmen an dass sie wohl auf die Fähre nach marokko gingen. Da hätten wir auch so gerne hin gewollt, doch ohne Pass war dies leider unmöglich.




In dieser Ecke des Campingplatzes waren wir nun ganz alleine.
Am späteren Nachmittag kam dann wieder ein Wohnmobil an und stellte sich auf den Platz, 2 Parzellen weiter links von uns, wo am Morgen schon jemand gestanden hatte.
Wie’s aussah war das Wohnmobil nur von einem Mann bewohnt. Hinten drauf hatte er ein merkwürdiges Gefährt. Als wir dran vorbei gingen kam der Mann gerade aus seinem Womo heraus und Mike nutzte die Gelegenheit ihn nach der Art seines doch sehr merkwürdigen Gefährtes das er hinten mit führte zu fragen.
Der Mann, ein Deutscher, erklärte dies wäre kein motorrad sondern ein Fahrrad mit Hilfsmotor.
Zuerst nahmen wir an, der Deutsche würde herum fahren und von den Campingplätzen aus dann Touren mit diesem Fahrrad unternehmen.

Später als wir wieder vorbei kamen, sahen wir dass unser Nachbar seinen fernseher an hatte und Mike ging hin und fragte ob der Empfang mit der sat-Schüssel auf dem Dach denn auch gut wäre. Nun ja, meinte dieser, wenn er den fernseher einstellen könnte, würde er bestimmt gut laufen, doch er würde sich nun schon seit langem damit aufregen und hätte langsam die Schnauze voll.
Mike liess sich die Fernbedienung geben und versuchte alles wieder ins Lot zu kriegen. Ich verzog mich inzwischen in unser Wohnmobil, und telefonierte mit Michel. Mittendrin kreischte ich „Ein Containerschiff!“, schnappte mir die Kamera und schoss ein Foto. Es war für mich einfach unglaublich dass man hier Containerschiffe vorbei ziehen sehen konnte, und sogar noch die einzelnen Container ausmachen konnte!




Die Sonne näherte sich langsam dem Horizont und der Himmel wurde immer farbenfroher. Ich schnappte mir die Kamera und knipste. Dann entdeckte ich im Pinienwäldchen eine Lücke und überlegte wie toll das doch wäre wenn die Sonne da hindurch schien. Da die Sonne genau richtig stand und zwangsläufig durch dieses Loch hindurch scheinen musste, suchte ich mir eine gute Position an der Umrandungsmauer aus und knipste und wartete. Endlich dann war es so weit und die Sonne schien so wie ich es wollte.




Mike kam herüber und machte auch noch einige bilder, dann sagte mir ich solle doch auch zum Deutschen rüber kommen.
So ging ich dann also auch hin.
Sein Wohnmobil war toll und bot ihm sehr viel Platz. Er erzählte uns, dass er dieses erst seit 4 Wochen habe und damit auch seit 4 Wochen herum fahre. Er war also in dem Sinne Anfänger wie wir auch. Er war froh endlich nette Leute zu treffen, mit denen er auch etwas reden konnte. Er erzählte uns seine Geschichte und wir bewunderten ihn dafür. Seine Ehe war nach etlichen Jahren in die Brüche gegangen, er Frührentner und keine Familie sonst mehr. Also verkaufte er sein Haus, kaufte sich dafür das Wohnmobil und zog seither durch die Lande. Zuerst war er in Italien gewesen, dann hatte es ihn nach Spanien verschlagen und weiter sollte es immer der Küste entlang nach Portugal gehen. Weiter wusste er auch noch nicht, das würde die Zukunft erst zeigen. Er wollte vor allem zuerst einmal eine lange Zeit durch die Welt ziehen und sich alles ansehen, bevor er wieder einmal nach Deutschland zurück wollte. Ich fand es toll und bewundernswert und irgendwo waren wir auch ein kleines Bisschen neidisch auf ihn, er betonte immer wieder, ihn könne nichts stressen, er habe so viel Zeit wie er wolle. Wir hingegen mussten uns langsam aber sicher Gedanken über unsere Rückfahrt machen, doch noch war es nicht so weit und wir wollten noch gar nicht wirklich daran denken.
lockenhaupt: "Reisebericht Spanien November 2006"
MI 15.11.2006
Diese Nacht war sehr windig gewesen. Die markise flatterte und lärmte, so dass ich nicht schlafen konnte. Gegen 3 Uhr drehte Mike die markise rein, so dass endlich Ruhe herrschte und wir endlich schlafen konnten. Der Wind war so stark dass das Wohnmobil immer wieder schaukelte. Ich kam mir vor wie in einem Boot.
Hätte noch gefehlt dass mir schlecht wurde.
Am nächsten Morgen gingen wir zum Empfang und fragten wie wir nach Tarifa kommen könnten. Der Mann dort erklärte mir dass es im Sommer einen Bus gab, jetzt jedoch musste man sich ein Taxi rufen, das koste ca. 8 Euros. Nun gut, wir liessen uns eines rufen und warteten dann vielleicht 20 Minuten bis es dann ein traf. Ich sagte dem Fahrer wir wollten nach Tarifa, und er fuhr uns hin.
Tarifa ist eine sehr schöne Stadt, direkt am Meer. Wir kamen auch gleich in die Altstadt mit den engen verwinkelten Gassen die einem Labyrinth gleichen. Man sieht den Maurischen Einfluss hier sehr stark und ich kam mir vor wie in einer Stadt irgendwo im Orient. Gemurmel erklang in den Strassen, die Leute sprachen zwar Spanisch, für mich jedoch hörte es sich wie eine total fremde Sprache an, und ich kam mir umso mehr vor wie im Orient.


lockenhaupt: "Reisebericht Spanien November 2006"
Es war einfach klasse durch diese Gassen zu wandern. Wir kamen zu einer Kirche und gingen hinein. Drinnen hatte es Statuen und Heiligenbilder, wie in jeder Kirche. Ich zündete zwei Kerzen an, so wie wir es immer tun wenn wir eine Kirche betreten. Eine Kerze für „meine Toten“ und eine Kerzen für „Mike’s Toten“.
Der Weg führte uns dann einen Hügel hoch und hinten wieder hinunter, zum Hafen. Daran vorbei kamen wir auf einen Damm der hinaus auf eine Insel führte. Ich erzählte Mike dass man diese Insel nicht betreten konnte, da sie abgeriegelt sei, wahrscheinlich Militärisches Gebiet, würde auch Sinn machen. Woher ich dies weiss? Nun vor der Reise habe ich per Google Earth die Gegend erkundet und dies herausgefunden.
Es war dann auch so, die Insel war abgeriegelt.
Eindrücklich, über diesen Damm zu gehen, rechts Sandstrand und in der Ferne der Campingplatz wo unser Wohnmobil stand, rechts nur wenig Sand, dafür dann riesige Steine zur Uferbefestigung.
Rechts der stille Atlantik, links das aufgewühlte Mittelmeer mit grösseren Wellen. Der Wind kam von links, also vom Mittelmeer her.



Auf unserer linken Seite das Mittelmeer mit vielen Wellen



Auf unserer rechten Seite der stille Atlantik

Auf dem Damm hatte es Sandverwehungen, kleine Dünen, verursacht durch den starken ständigen Wind vom Mittelmeer.




Einfach unglaublich, wir standen endlich da, am Ziel unserer Reise, am Südzipfel von Europa, der Südlichsten Stadt Europas, wo Atlantik und Mittelmeer ineinander über fliessen, vor uns ein fremder Kontinent, Afrika, den wir beide noch nie betreten haben.
Atemberaubend, schön, unerklärlich. Muss man eben erlebt haben.
lockenhaupt: "Reisebericht Spanien November 2006"
Mike hätte gerne auf die Insel gehen wollen, doch diese war abgeriegelt. Ab und zu kam ein Polizeifahrzeug heraus oder fuhr hinein, sonst war es still hier. Wir gingen zur Ufermauer hinüber und sahen kleine Kätzchen und deren Mutter. Es war süss denen zu zu sehen und so standen wir da eine Weile, Mike ging in die Hocke runter. Der Wind pfiff uns um die Ohren, so bemerkten wir auch nicht dass sich jemand näherte. Erst als ein Kampfhund an uns vorbei schoss und auf die arme Katzenmutter los ging bemerkten wir dass wir nicht alleine waren.
Wir erschraken so sehr dass wir den Kerl am liebsten umgebracht hätten. Wären wir in einem Land gewesen wo ich die Sprache gesprochen hätte, hätte dieser Idiot mit dem Kampfhund von mir eine Schimpftirade vom allerfeinsten zu hören gekriegt. So jedoch erholten wir uns nur von unserem ersten Schrecken (der hund kapitulierte vor der Katze, die sich fauchend vor ihm aufbaute und mit den Krallen nach ihm schlug) und gingen dann weg, den Blick immer wieder nach hinten richtend um zu kontrollieren wo sich dieser Kampfhund befand. Zum Glück kam er uns nicht nach. Ich kann nicht verstehen wie man so einen hund ohne Leine führen kann, und dazu noch wenn Leute herum sind.

Am Anfang vom Dann steht auf einem Hügel ein Schloss. Zumindest sah es für uns wie eines aus, wenn auch ein kleines.
Wie’s aussah war es gerade in Renovation. Wir stellten uns das absolut Traumhaft vor, in diesem Haus wohnen, auf der einen Seite das Mittelmeer, auf der anderen Seite der Atlantik, und vor dem Haus Afrika……..




Der Weg führte uns zum Hafen wo gerade ein Schiff herein kam. Es war ein Katamaran, eine Fähre. Mike fragte sich wie hier wohl die Fahrzeuge aufgeladen werden sollten, und ich gab zu bedenken dass es hinten mit Sicherheit eine Klappe aus zu fahren gäbe. Wir gingen näher ran um uns dies genauer an zu sehen.
Hinten ging tatsächlich die Klappe auf und Autos kamen heraus. Unglaublich wie viele da drinnen Platz hatten! Sogar Transporter und ganz viele Leute die zu Fuss unterwegs waren. Koffer schleppend, winkend, denn da wo wir uns befanden standen einige Leute und warteten auf ihre Familie, Freunde, was auch immer.

Nachdem wir eine Weile zu gesehen hatten, gingen wir wieder zurück in die Altstadt. Wir setzten uns in ein Strassencafé und warteten auf die Bedienung. Es ging nicht so lange, dann kam eine schlecht gelaunte Kellnerin zu uns. Ich begrüsste sie freundlich in Spanisch, bestellte dann in derselben Sprache 2 grosse Kaffee’s mit Milch und fragte ob wir essen könnten. Sie nickte nur und verschwand.


lockenhaupt: "Reisebericht Spanien November 2006"
Etwas später kam sie wieder heraus, jedoch brachte sie uns weder Karte noch unsere Bestellung, stattdessen zog sie mit einer anderen jungen Frau los, die Kellnerschürze immer noch umgebunden.
Es dauerte dann noch eine ganze Weile bis uns ein Kellner unsere Bestellung brachte. Wir machten es uns gemütlich, sahen dem Verkehr zu, den Leuten die vorbei gingen und tranken unseren Kaffee.
Eine Speisekarte haben wir nie erhalten, und keiner fragte uns was wir essen wollten. Mittlerweilen hatten wir beim Eingang die Speisekarte an der Wand entdeckt und bei den Preisen war uns der Appetit vergangen. Also waren wir ganz glücklich darüber dass uns keiner eine Karte brachte.
Wir bezahlten und gingen weiter. Stürzten uns wieder ins Labyrinth der Gassen und Strassen. Wir kamen zum Fischmarkt. Eine Halle die früher wohl voller Fische war, jetzt jedoch hatte es nur noch 2 Fischstände, der Rest war voller anderer Sachen, in der Mitte ein grosser leerer Platz.




Wir konnten uns vorstellen wie es früher hier gewesen sein musste, die Halle voller Fischstände, voller Käufer, voller Stimmengemurmel und Leute. Wir konnten es fühlen und hören.
Hier ginge es nicht weiter, so verliessen wir die Halle wieder und begaben uns in eine andere Gasse. Bald stellten wir fest, dass wir wieder am Fischmarkt heraus kamen. Wie, schon wieder?
Also gingen wir durch eine andere Gasse, in eine andere Richtung, nur um dann wieder feststellen zu müssen dass wir schon wieder im Kreis gegangen waren.
Ja war das denn die Möglichkeit? Wir lachten.
Ok sagte ich, dort vorne ist die Kirche, jetzt gehen wir da hin und dann eben links, denn zum Hafen waren wir rechts herum gegangen.
Mike war skeptisch, folgte mir jedoch. Links der Kirche ging die Strasse recht steil den Hügel hoch und wir kamen tatsächlich aus der Altstadt heraus und oben auf das was ich die Hauptstrasse nenne. Dort gab es auch Taxistände.
Wir schlenderten diese Strasse entlang und sahen einige Restaurants. (Unten in der Altstadt war ausser dieser Kneipe nichts zu finden gewesen). Es gab zwar ein Restaurant aber wir hatten beide keine Lust ein zu treten, so gingen wir die Strasse weiter.




Fast am Ende von dieser fanden wir dann ein süsses Restaurant wo wir beide uns zunickten und ein traten. Wir waren wieder einmal bei einem Chinesen gelandet. In Spanien sind diese überall an zu treffen und das Essen schmeckt hervorragend und ist billig. Dazu muss man auch noch erwähnen dass diese Restaurants sehr gepflegt sind und für eine gepflegte Atmosphäre sorgen, ein Hauch von Luxus möchte ich sogar behaupten.
Wir gönnten uns diesmal sogar einen Nachtisch, ein Eisbecher mit Früchten oben drauf. Dass alles direkt aus dem Tiefkühler neben uns kam störte uns nicht. Trotz der gefrorenen Früchte schmeckte es so toll dass wir locker noch einen Becher hätten verdrücken können. Doch Genug ist Genug, wir wollen es ja nicht übertreiben.
Wir bezahlten und gingen zum Taxistand. Es war keines da und so setzten wir uns auf die Bank, einige Meter neben uns Arbeiter die ihre Mittagspause machten (wir hatten das Gefühl die Mittagspause musste hier wohl mehrere Stunden gehen). Ein Auto hielt vor uns, ein Taxi. Wir stiegen ein und ich zeigte die Visitenkarte vom Camping und sagte wir wollen zum Camping Rio Jara. Da fuhr er uns auch hin.


Trikermaus: "Reisebericht Spanien November 2006"
so ich mache mal noch weiter.



Im Laufe unseres Besuches von Tarifa bewölkte sich der Himmel zunehmendes und als wir nun zurück im Camping waren gab es keine Sonne mehr und es war kühler geworden.
Unser deutscher Nachbar war wieder weg, unterwegs nach Portugal.
Wir hatten uns vor genommen an diesem Abend zum Strand zu gehen und noch mal den Sonnenuntergang zu betrachten und fotografieren. Da es viele Wolken hatte gingen wir ohne Fotoapparat zum Strand. Es war sehr windig und nicht gerade warm, daher gingen wir auch nur bis zur Zementbrücke über das Flüsschen und kehrten dann wieder um. Auf dem Strand tollten zwei Hunde, Mike sagte es wären Kampfhunde. Ein Mann war dabei.
Eine Frau kam vom Camping her auf uns zu gerannt und schrie andauernd etwas, ich verstand nichts. Sie schrie ja auch nicht zu uns, sondern zu dem Mann am Strand. Zwei Reiter näherten sich und zuerst interessierten sich die Hunde nicht dafür, doch als sie die Pferde entdeckten, rannten sie zu diesen, der Mann hinterher, die Frau auch.
Zum Glück scheuten die Pferde nicht und so passierte nichts.
Wir wollten wieder zum Camping zurück, da entdeckte ich rechts von uns im Sumpf eine kleine Erhebung mit einem Betonbau darauf.
„Guck mal, sieht aus wie ein Bunker“, sagte ich zu Mike.
„Das IST ein Bunker“, antwortete er.
Sagte es und wollte quer hinüber, um sich diesen genauer an zu sehen. Ich ging erst ein Stück hinter ihm her, doch der Morast war noch nicht ganz getrocknet und es war mir dann doch zu dreckig, ich kehrte wieder um, Mike murrend hinter mir her. Murrend deshalb, weil ich weiter vorne einen besseren Weg gefunden hatte, auf dem man trocken und sauber zum Bunker gelangen konnte.
Der Bunker war rund und sah nicht mehr ganz so frisch aus. Auf der einen Seite war ein Hühnerstall eingerichtet worden, ein Stück eingezäuntes Land, umgeben von Feigenkakteen. Mike sagte mir die Früchte könne man essen (das wusste ich auch, aber diese hier waren noch grün und nicht reif), und er wollte eine pflücken, das Resultat : Frucht bleib am Strauch und Mike hatte Stacheln in den Fingern.
Wir umrundeten den Bau und entdeckten Pferde die neben Kühen grasten. Mike näherte sich vorsichtig einem grauen Pferd und wollte es begrüssen und streicheln. Das ging auch kurz gut, bis die Stute Genug hatte und Mike in die Brust biss.
Ist zum Glück nicht viel passiert, gab nicht mal einen blauen Flecken.




Wir ärgerten uns ein bisschen dass wir den Fotoapparat nicht dabei hatten, aber am nächsten Morgen wollten wir ja weg fahren, aber da war ja auch noch Zeit den Bunker zu fotografieren und etwas Sand in einem Glas mit zu nehmen.
Wir gingen zurück zu unserem Heim auf 4 Rädern und machten es uns für den Rest des Abends gemütlich.

Diese Nacht waren wir froh dass wir die markise nicht draussen hatten, denn es wurde eine stürmische Nacht und es fing an zu regnen.
Wie toll, wir hatten eine trockene, warme Unterkunft, eine Strasse weiter hatten wir gesehen, waren zwei mit einem Zelt, und da drin… das musste jetzt doch recht ungemütlich sein. Tatsächlich sah ich die Frau am nächsten Morgen bibbernd auf Klo rennen.
Trikermaus: "Reisebericht Spanien November 2006"
DO 16.11.2006
Zeit langsam die Heimreise in Angriff zu nehmen. Wir nahmen uns vor erst noch Sevilla zu besichtigen. So fuhren wir die Küstenstrasse weiter Richtung Cadiz.
Es regnete, war Bewölkt, aber das konnte uns egal sein.




Zwischen Tarifa und Cadiz ist das Land recht flach, neben der Strasse die üblichen Strassengräben.
Was es da alles zu finden gab…
An einer Stelle waren zwei Fahrzeuge, unübersehbar hatten sie einen Unfall gehabt. Das eine stand merkwürdig da, mit zerbeulter Front, das andere lag auf der Seite. Es sah nicht so aus als ob die erst seit einigen Stunden so da lagen, sondern schon seit Wochen.
Keiner schien dies zu kümmern. (Wir hatten so etwas schon öfters gesehen).
Etwas später lag eine Stoss-Stange mit samt Nummernschild im Strassengraben, des Weiteren unzählige kleinere Autoteile.
Auf der ganzen Spanienreise sahen wir auch unzählige Kränze und Kreuze am Strassenrand, ich bin versucht zu behaupten dass Spanier sehr gefährlich Autofahren.
Irgendwo ein weisser LKW, der sah auch nicht mehr so gesund aus und gut geparkt hatte er zudem auch nicht, die Fahrerkabine stand V-Förmig zum Aufbau hinten, wieder ein Unfallwagen.




Es regnete immer noch und der Wind war böig. Ich war froh dass Mike fuhr und nicht ich, ich hätte wohl voll die Krise gekriegt mit dem Wohnmobil das dem Wind eine sehr grosse Angriffsfläche bot.

Noch etwas weiter ein toter hund unter der Mittelplanke, ich erinnerte mich dass ich vor einigen Tagen irgendwo am Strassenrand eine tote Ziege gesehen hatte.
Wir sahen einen Supermarkt und fuhren hin. Es war wieder an der Zeit einige Sachen zu bunkern. Als wir mit Tüten bepackt aus dem Supermarkt kamen, goss es in Kübeln. Na toll… Wie die Einheimischen standen wir im Eingang und warteten dass es auf hörte. Doch es liess nicht nach.
Ich schlug Mike vor zum Womo zu gehen und für ihn einen Schirm zu holen. Er machte einen Gegenvorschlag und sagte er holt das Womo her. Ach wo, ich bin doch nicht aus Zucker, gehen wir einfach rüber und basta.
So machten wir es auch.
Auf dem Parkplatz hatte der Regen grössere Lachen gemacht und es war mir unmöglich mit offenen Schuhen trocken rüber zu gelangen. So zog ich kurzerhand Schuhe und Socken aus und ging barfuss über den Platz. Die Leute guckten etwas belämmert, aber meine Idee war auf jeden Fall besser als ihre (sie kriegten nasse Schuhe und Socken).
Es machte Spass durch die Knöcheltiefen Lachen zu waten.

Weites Land Andalusien, hier lernten wir es von einer andere Seite kennen. Es war flach und nur leicht hügelig. Durch den vielen Regen entschlossen wir uns dann statt nach Sevilla, rüber nach Granada zu fahren, vielleicht war dort das Wetter ja besser.




Kurz vor El Palmar de Troya fuhren wir an einem Gebäude vorbei, es war ein religiöses Gebilde (laut Karte), die Türmchen die heraus ragten sahen aus wie Minarette. Leider konnten wir nicht sehen worum es sich wirklich handelte, denn das Gelände war mit einer hohen Mauer umgeben und durch ein grosses Eisentor verschlossen. Schade, ich hätte mir dies gerne angesehen.




In Santa Fe (kurz vor Granada) hielten kurz an. Ein LKW der Firma Bärtschi aus dem Kanton Aargau stand da, der Fahrer grüsste uns und kam dann rüber. Ich wunderte mich über dessen merkwürdigen Akzent und begriff erst dann dass er sächsisch sprach.
Wir unterhielten uns etwas, und er erzählte dass er in südfrankreich schon drei Mal überfallen worden sei, das heisst sie hätten während der Nacht versucht seine Schlösser zu knacken. Dies wohl während er in der Kabine geschlafen hatte.
Er erzählte uns auch dass er sich nun das Wochenende um die Ohren schlagen müsse, denn neue Fracht würde er erst am Montag in Alicante kriegen.
Da hatten wir es doch gut, waren Vogelfrei und konnten wohin wir wollten, wann wir wollten. Wir hatten ja auch Urlaub.

Wir fuhren weiter Richtung Granada, hofften auf einen Campingplatz, doch es tauchte keiner auf, auch keinen Hinweis. Wir hatten in der Dunkelheit auch keine Lust irgendwie durch die Stadt fahren zu müssen, so blieben wir auf der Schnellstrasse. Es schien sowieso dass der nächste Tag auch regnerisch werden sollte, also was soll’s, Granada musste eben warten, vielleicht ein anders Mal.
Es ging wieder leicht Bergauf, bald war Granada ein Lichtermeer unter uns. Es war wundervoll.

Etwas weiter gab es einen Rastplatz mit Tankstelle, da hielten wir an und wollten essen gehen. Es sah in dem Restaurant nicht gerade nach Essen aus, also tranken wir nur einen Kaffee und gingen dann zurück zum Wohnmobil. Wer stand da noch auf dem Parkplatz? Der Schweizer LKW von Bärtschi AG! Der Fahrer schlief wohl schon, die Kabine war mit Gardinen zu.

Wir kochten uns etwas und legten uns dann schlafen.
In der Nacht wurde es recht kühl und wir mussten die Heizung an machen. Dazu ist sie ja da.
Trikermaus: "Reisebericht Spanien November 2006"
FR 17.11.2006
Ca. 8 Uhr erwachten wir. Mike stand auf, ging raus und kam dann an gerannt, ich solle mit der Kamera heraus kommen, das würde ich jetzt nicht glauben.
Hm? Was konnte er denn gesehen haben? Ich stieg aus, es war kalt und trüb. Am Ende vom Parkplatz stand Mike und deutete Richtung Horizont. Etwas verschlafen noch ging ich zu ihm und blickte in die Richtung und sah es dann auch. Durch die Wolken nur schemenhaft zu erkennen, die Sierra Nevada, verschneit. (es hat dort einige 3000er)
Wer hätte das gedacht, vor 2 Tagen noch waren wir im Sommer am Strand gewesen und jetzt holte uns der winter ein.
Es war sehr kalt und wir schossen nur einige Beweisfotos und verzogen uns dann zu einem Kaffee ins kuschelwarme Wohnmobil.
Die Frage kam auf, wie hoch befinden wir uns denn, dass es so kalt ist?
Mike machte das GPS an und wir erfuhren dass wir uns auf 1208 Metern über Meer befanden, 37°19.08N 03°19.45W




Wir fuhren rasch weiter. Die Strasse führte uns dann zum Glück wieder runter und es wurde auch wärmer.
Tanken war wieder angesagt und so hielten wir auf einer BP Tankstelle. Ich ging in den Shop zum bezahlen und Mike entdeckte einen blinden Passagier an Bord. Eine kleine Katze stand unterm Wohnmobil und wollte eben in den Motor hinauf klettern. Der armen war wohl auch kalt.
Mike lockte sie heraus und hielt sie dann auf dem Arm bis ich heraus kam. Er liess sie weit weg vom Womo auf den Boden und der Tankwart machte die Shoptüre auf, damit sie nicht wieder auf die Idee kam in unseren Motor zu klettern.







Wir wollten zur Ostküste, vielleicht war es ja da angenehmer. Also auf nach Javea! Ob wohl der Mr. Please noch da war?
Tatsächlich lockerten sich die Wolken je mehr wir uns der Ostküste näherten. Es wurde auch freundlich und warm. So macht Urlaub doch Spass. Unsere Laune hob sich.
Bei Lorca bemerkte ich dass die Klappe über dem Bett nicht zu war. Dies obwohl wir sie gar nicht auf gemacht hatten. Sie hatte sich von alleine los gerissen und klapperte nun auf und zu. Ich ging nach hinten und versuchte sie wieder fest zu machen, doch sie liess sich nicht mehr schliessen. Der Verschluss musste wohl defekt sein. Wir hielten an und machten sie provisorisch mit einer Schnur fest.

Auf einer Raststätte hielten wir an und wollten essen. Es war noch etwas zu früh, das Restaurant machte erst in 30 Minuten auf. Also warteten wir. Es war ein Selbstbedienungsrestaurant, die Frau an der Kasse sehr unfreundlich, obwohl ich sie freundlich in Spanisch begrüsste, bitte und danke sagte.
Sie sah mich nicht mal an, und als ich ihr das Geld hinhielt, hielt sie es nicht für nötig mich an zu sehen oder mein Geld an zu nehmen. So liess ich es auf einen Teller klimpern und sie schmiss mir das Wechselgeld hinein.




Wir fuhren weiter, Ziel ist ja schon bekannt.
Es war wieder sonnig und angenehm warm. So erreichten wir gegen späteren Nachmittag Javea, fanden auch den Platz vom letzten Mal wieder und parkten hier.
Wir machten einen Bummel durch die Strasse, die Läden hatten ja noch auf. Wir kamen uns nicht vor wie in Spanien, sondern wie in England oder einer Kronkolonie, denn um uns herum wurde englisch gesprochen, die kinder trugen englische Schuluniformen.
Wieder gingen wir beim Chinesen essen. Der Kellner grinste schon als er uns sah. Ausserdem waren wir an dem Abend seine einzigen Gäste.



Auf dem Weg nach Javea
Trikermaus: "Reisebericht Spanien November 2006"
SA 18.11.2006 Die Nacht war nicht gerade ruhig gewesen, die englischen Gören hatten wohl die ganze Nacht Ausgang. Sogar um 4h herum hörte man sie und die Bässe einer nahen Diskothek.
Zwei mal mussten wir die Heizung an machen in dieser Nacht, es war empfindlich kühl geworden.
6h45 ich war schon wach und wartete dass Mike aufwachte, wir sollten langsam hier weg. Es dauerte nicht lange, da erwachte er auch und wir konnten weiter fahren.



Auf dem Weg nach Javea

Wir verfransten uns in Javea ganz übel und unser Tag fing alles andere als angenehm und gemütlich an. Blondinchen leitete uns zwar aber es war trotzdem sehr verwirrend und die Strassen die sie uns fahren lassen wollte waren dann auch noch wegen Arbeiten gesperrt und wir kamen durch immer engere Gassen und schliesslich fuhren wir verkehrt herum in eine Einbahnstrasse. Was nun? Weiter oben sahen wir einen Wagen der offensichtlich diese Strasse benutzen wollte, und wir mitten drin ohne Möglichkeit zum Wenden (es hätte hier zwar einen Platz gehabt, doch der war wegen Bauarbeiten zu).
Mike entdeckte eine Nebenstrasse und versuchte hier rückwärts hinein zu fahren. Es ging irgendwie nicht, da war ein Hindernis. Ich stieg aus und bemerkte dass es nur ein Huppel war. Mike versuchte dann zu wenden, doch es war schwierig aus der Gasse in die richtige Richtung zurück zu fahren, denn parkende Wagen machten das Manöver fast unmöglich. Schliesslich gelang es ihm doch und wir konnten weiter, doch raus waren wir noch keines Wegs. Irgendwie schafften wir es dann doch und waren froh die Gegend wieder zu erkennen, wir waren auf dem Weg zur Autobahn.




Die Strasse war breit und schnurgerade, vor uns ein Unfall. Nichts böses, nur bisschen Blechschaden. Ein Krankenwagen und Polizei waren schon da. Wir fuhren weiter und uns kamen noch 1 kastenwagen der Polizei, sowie 2 weitere Polizeiwagen entgegen. So ein grosses Aufgebot für nur einen kleinen Unfall? Doch etwas heftig übertrieben.

Die Maut für die Autobahn ist zwar heftig, aber das war uns jetzt auch egal, wir hatten keine Lust mehr auf enge Gassen und verfransen. So fuhren wir gemütlich auf der Autobahn Richtung Norden. Ich schrieb Michel eine SMS dass wir ca. in 2-4 Tagen zu Hause eintrudeln würden. In dem Moment hatten wir noch keinen weiteren Plan, noch stand alles offen.




Gegen Mittag assen wir und Mike machte ein Nickerchen, danach ging’s weiter, ich machte Michel’s CD an und rief ihn an, hielt das Handy an die Box und sagte „Hör mal…“
Er freute sich unheimlich dass wir seine CD drin hatten Es ist auch eine schöne CD mit gute Laune Musik, Michel ahnte nicht dass wir beschlossen hatten gleich nach Hause zu fahren, ohne noch mal am Meer einige Tage zu bleiben. Ich hatte gedacht dass er es durch diesen Anruf vielleicht spitz kriegen würde. (ich bin ja fies). Wir befanden uns in dem Moment 15 km vor der französischen Grenze.




Gegen 22h, 594km von zu Hause entfernt, steuerten wir eine Raststätte an und schliefen. Es war ein langer Tag, und wir waren gut gelaunt, morgen würden wir zu Hause ankommen und die Familie überraschen die ja nun absolut nicht so früh mit uns rechnete.
Trikermaus: "Reisebericht Spanien November 2006"
SO 19.11.2006
6h30 wachten wir auf, schnell was frühstücken dann ging’s wieder los.



Ein toller Morgen irgendwo bei Montpellier

Lyon, auf der Überholspur tuckerte ein Franzose gemächlich dahin, wir hinter ihm. Rechts überholte uns ein rasanter Waadtländer und scherte vor uns ein, er kam aber nicht weiter, vor ihm der langsam dahintuckernde Franzose. Mit Lichthupe scheuchte der Waadtländer diesen auf die rechte Bahn und fuhr dann in rasantem Tempo weiter. Voller Unverständnis schüttelte ich den Kopf.
Es war windig und kühl und je näher wir der Heimat kamen, desto bewölkter wurde es. Später regnete es sogar.

Am frühen Nachmittag kamen wir zu Hause an, glücklich und zufrieden, und irgendwo auch glücklich wieder zu Hause zu sein und bei unserer Familie. Der Urlaub war wunderschön gewesen, doch irgendwann muss man eben auch wieder nach Hause.



Morgensonne bei Montpellier




so hier endet unser Reisebericht. Das war wieder ein schöner Urlaub gewesen, auch wenn die Leute nicht so freundlich gewesen sind, mir hat's gefallen.

Trikermaus
Schnappy04: "Reisebericht Spanien November 2006"
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Guten Morgen Tipsel

Nicht wundern, wir fahren oft früh los (3.00-4.00). Wenn wir wach sind und nicht mehr schlafen können. Dadurch das ich immer wieder wechselnde schichten auf arbeit habe, schlägt sich das halt im urlaub auch durch. Das komische ist sowieso, wenn man arbeiten muss, könnte man bis mittags schlafen, aber sobald man frei hat, wachen wir morgends spätestens um 06:00 auf und können nicht mehr schlafen.

Aber meisstens machen wir dann um 9.00 irgendwo stop und kuscheln uns dann nochmals ins bett.

Ausnahme, wenn wir auf einem campingplatz sind, da gehts meisstens erst so zwischen 9.00 - 10.00 los.
Ich weis wir sind halt duchgeknallt.

Gruss
locke
Hallo ihr beiden,wir finden es klasse das ihr dann los fahrt wann ihr lust und laune habt genau so machen wir das auch.
Es reicht doch wenn man im Altag pünktlich sein muss.
Aber nu es ist nun mal so die deutschen Spiesser müssen halt alles geregelt haben.
Super Bericht macht weiter so echt klasse.
Gruss:Tina und Stephan
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