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Live ... Überwintern in ItalienTag 075 / 11.11.2007 / ca. 140 km (Leihwagen) / Isola Bella, Savoca, Etna Nord
Wir laden das Hymeristen-Ehepaar, die wir in Selinunte kennen gelernt hatten, zu einem Ausflug mit dem Leihwagen ein. Unterhalb von Taormina geniessen wir den Blick auf die Isola Bella und rollen ca. 25 km weiter Richtung Messina, hoch in die Berge, nach Savoca. Hier, in diesem kleinen Nest am Felsen wurde der Film der Pate gedreht. Ein interessanter Ort, der in der kleinen Kirche, überhalb des Parkplatzes, eine Besonderheit beherbergt. In der Krypta des Kapuzinerklosters hängen die Mumien von Priestern und Adeligen des Ortes aus dem 19. Jh. Aber das ist bei weitem nicht alles. Eine Normannenburg und viele kleine Kirchlein und Ruinen sind zu bestaunen. Über allem thront der Etna. Wir geben 3 Sterne für Savoca. Wer das Dörfchen besucht, sollte sich aktuellen Öffnungszeiten der Krypta beachten. Im Winter von 9:00 – 12:00 und von 15:00 bis 17:00 Uhr. Wir rollen weiter, zurück zur Küste und nehmen die Schlucht von Alcantara uns als nächstes Ziel. (Eintritt Euro 3,00 p.P.) Eine außergewöhnliche Schlucht mit ebenso ungewöhnlichen Steinformationen finden wir hier vor. Wir geben gerne 3-4 Sterne und geben für den Besuch der Schlucht den Sonnenstand zu bedenken. Gegen Mittag, wenn die Sonne am höchsten steht und die Schlucht ausgeschienen wird, dürfte die beste Zeit sein, sie zu durchwandern. Richtiges Schuhwerk und kurze Hose, oder Badehose gehören zur Grundausstattung, um durch das fließende Gewässer zu gelangen. Danach geht es hinauf in die Berge, auf die Nordseite des Ätna, wo die Spuren des letzten Ausbruchs noch am deutlichsten zu sehen sind. Eindrucksvoll fotografieren wir die Spitze des Ätna in der nun untergehenden Sonne. Keine Frage, für den Ätna muss es einfach 5-Sterne geben und die Nordfahrt ist aussergewöhnlich. Es wird langsam dunkel und wir rollen zurück zu unserem Stellplatz. Ein gelungener Ausflugstag liegt hinter uns. Tag 076 / 12.11.2007 / ca. 150 km (Leihwagen) / Catania, unsere Tochter landet. Das Wetter ist super und der Ätna lacht uns die 50 km zum Airport von Catania nur so zu. Um 11:15 Uhr landet die Maschine pünktlich in Catania und wir freuen uns, unsere Tochter nach 3 Monaten endlich einmal wieder in die Arme nehmen zu können. Schon wegen dem Wetter, geht es auch sogleich nach Misterbianco in die Berge und zur Südauffahrt zum Vulkan. Der Seilbahnbetrieb ist wegen der starken Winde leider eingestellt und wir kraxeln auch so, auf der Lava herum und schießen sehr schöne Fotos. Dann rollen wir die Ostabfahrt herunter und rollen entlang der Zyklopenküste zurück zum Stellplatz. Inzwischen ist es Abend geworden. Es gibt Prawns aus der Pfanne und Muscheln in Käsesoße zum Dinner.
Gern geschehen
Ich freu mich auch schon auf die nächste Bilder CD. Ich denke der Ätna ist ein Grund mehr meine Aversion gegen Italien aufzugeben Viel spass euch noch mit Töchting :)
:?: :?: Tag 077 / 13.11.2007 / ca. 40 km (Leihwagen) / Toarmina und Castelmola
Link zum Sizilienalbum: --> Link Ein Wetter, wie man es sich schlechter kaum wünschen könnte. Es regnet den ganzen Tag und das auch nicht zu knapp. Dennoch, unserer Tochter wollen wir etwas bieten und rollen hoch nach Taormina und weiter nach Castelmola. Viel gibt es nicht zu berichten. Taormina war ja bereits schon Thema. Interessant vielleicht, das wir einen alten Stellplatz, den wir einfach einmal beschlagnahmt hatten, wieder fanden. Er liegt auf halbem Weg von Taormina nach Castelmola, hoch in den Bergen über Taormina und mit fantastischer Aussicht über die Bucht und die Stadt. Keine Ahnung, wie wir es vor drei Jahren, durch diese engen Gassen mit 20%igen Steigungen und mit einem 8,00 Meter Frankia, bis hier hinauf geschafft hatten. Tag 078 / 14.11.2007 / ca. 240 km (Leihwagen) / Messina – Milazo - Novara Link zu Sizilienalbum: --> Link MESSINA Das Wetter ist gut und wir unternehmen mit dem Leihwagen einen größeren Ausflug. Erst rollen wir nach Messina, umrunden dann Torre Faro und nehmen die Küstenstraße nach Milazzo. Zurück geht es über die Berge nach Novara, Frankavilla und dann zum SP in Giardini-Naxos. Messina hat eine ganz anschauliche Promenade und einiges an interessanter, nicht alter Baukultur zu bieten. 1908 wurde die Stadt letztmalig bei einem Erdbeben fast vollständig zerstört, aber auch der 2. Weltkrieg hat diese Stadt schwer leiden lassen. Interessant die 1933 in Straßburg gefertigte Astronomische Uhr in einem freistehenden, 90 Meter hohen Glockenturm. Täglich um 12 Uhr ist ihr ungewöhnliches Glockenspiel zu vernehmen. Zum Ave Maria klingen Hahnengeschrei und Löwengebrüll. Allerdings gibt sich Messina ansonsten eher nüchtern. Mehr als 2-3 Sterne kann sie uns nicht abringen. HALBINSEL MILAZO Landschaftlich viel imposanter hingegen ist die Halbinsel Milazo, die wir uns als nächstes vornehmen. Bereits vor 4000 Jahren besiedelt, bauten die Griechen hier diese Stadt in 8. Jhrd. v. Chr. Vom Hafen aus kann man Schiffe und Fähren zu den Liparischen Inseln nehmen. Als wir vor 3 Jahren, im Sommer hier waren, gab es keine Parkplätze und alles war überfüllt. Jetzt um diese Jahreszeit, finden wir unzählige, attraktive Stellplätze, die sich für Reisemobile geradezu anbieten. Hier die auffälligsten: 1. Vor der Marina und Einfahrt zur Stadt, links unter Palmen 2. Capo Milazo, an der Steilküste, die nunmehr leeren Reisebusplätze 3. Hinter dem Hafen in Richtung Capo befindet sich auf der rechten Seite, am Meer, eine große Wiese, die einen guten Stellplatz mit Blick auf Hafen und Stadt abgibt. 4. Unterhalb der Stauferfestung sind ebenfalls geeignete Übernachtungsplätze. Wir essen in Milazo im Hafen zu Mittag und besuchen am Nachmittag die Stauferfestung, oben auf dem Berg und mit grandiosem Ausblick bis zum Ende der Bucht und dem Capo di Orlando. Im Sommer und bei Hochbetrieb konnten wir der Halbinsel nicht viel abgewinnen. Nun aber und unter dem Gesichtspunkt der Möglichkeiten mit dem Reisemobil an attraktiven Plätzen zu stehen, geben wir gerne 4 Sterne. DIE PASSFAHRT ÜBER NOVARA NACH FRANCAVILLA Dann fahren wir weiter Richtung Westen, um in Terme Vigliatori die Landesdurchfahrt über den Plla. Mandrazi ( 1.125 Meter) und dem Örtchen Novara zu wählen. Wir können diese Strecke nur jedem empfehlen. Auf der Karte ist diese Querung quasi mit vielen Kehren gekennzeichnet. Sie hat auch zahlreiche davon, aber, die Straße ist gut und breit, der Asphalt erstklassig und die Steigungen eher moderat. Dabei herrscht hier kaum Verkehr. Die Landschaft ist atemberaubend und man muss einfach oft anhalten, um zurück, über die Berge zum Meer zu blicken. Was für ein tolles Panorama ist das und dann die beiden Spitzen des Mandrazi Höhenzuges vor uns erst. Empfehlen möchten wir noch das Örtchen Novara. Es ist ein verschlafenes, kleines Nest und klebt quasi an den Hängen des Berges. Charme hat es ohne Zweifel und bietet so manches Fotomotiv. Parkplatz direkt hinter der Ortsdurchfahrt, rechts hinter der Brücke. Die Sonne geht langsam unter, als wir über den Pass rollen und einen erstaunlichen Blick auf den Ätna vor uns haben. Er raucht stark und seine Spitze ist verschneit. Alles glänzt im Licht der untergehenden Sonne. Die Talfahrt ist nicht ganz so schön, bietet aber doch einige Ausblicke und Panoramen. Nach Francavilla rollen wir gen Taormina und auf unseren SP in Giardini-Naxos. Was für ein schöner Tag war das. Auch unsere Tochter ist begeistert. Tag 079 / 15.11.2007 / ca. 12 km / Taormina Link zu Sizilienalbum: --> Link Heute machen wir einen Ruhetag. Am Vormittag haben wir Taormina besucht und am Nachmittag sitzen wir auf dem SP in der Sonne. Heute gibt es nichts zu berichten. Morgen müssen wir wieder nach Catania, unsere Tochter zum Airport bringen. Vielleicht verbinden wir das ja noch mit einen Abstecher nach Siracusa, damit sie diese Stadt auch noch gesehen hat.
Tag 080 / 16.11.2007 / ca. 120 km (Leihwagen) / Catania und Halbzeit
Link zu Sizilienalbum: --> Link Es regnet und wir beschließen nichts mehr zu unternehmen. Wir werden nur noch unsere Tochter nach Catania, zum Airport bringen. Und dann …, werden wir uns einmal überlegen müssen, wie wir die vor uns liegenden 80 Tage unserer Winterreise, verbringen werden. Denn heute ist der 80ste Überwintertag und somit Halbzeit. Mit dieser Frage werden wir uns am Wochenende intensiv befassen. Tag 81 / 17.11.2007 / ca. 0 km / Auf dem SP in Giardini-Naxos vor Taormina Regen – Regen – Regen! Wir beschließen den Tag völlig zu verschlafen. Am Abend verabschieden wir uns von Karin und Fritz aus dem Forum, die auf dem gleichen SP stehen. Von wegen Erderwärmung! Auf Sizilien wird es immer kälter. Tag 082 / 18.11.2007 / ca. 165 km / Arrivederci Sizilia – Bonjorno Italia Irgendwie hält uns nichts mehr auf Sizilien und eine weitere Umrundung ist auch nicht wirklich spannend. Wir sagen Salve und Arrivederci. Wie soll es weitergehen? Schlechter als auf Sizilien kann das Wetter südlich von Rom auch nicht sein. Vielleicht ein paar Grätchen kälter, das würde nichts ausmachen. Ergo: Richtung Neapel, Richtung Amalfiküste und von dort kann Gitte dann ja auch gut Anfang Dezember nach Germany fliegen. Weihnachten dann in Rom? Mal sehen! Um 8:30 Uhr rollen wir auf der Autostrada gen Messina. Schnell sind wir im Hafen und sollen ca. 3 Stunden warten, denn auf diese, gerade auslaufende Fähre passen wir nicht. Es ist Sonntag und nicht viele Fähren laufen. Gegen 10 Uhr rollen die Sachsen vom SP Giardini-Naxos auch ein und fahren mit Schwung die Gangway hinauf, wo sonst doch nur die PKW auf die Fähre fahren. Gitte und ich schauen uns staunend und fragend an. Dann scheppert es auch schon und deren Camper steht genau unter einer Ladebrücke von 3,00 Metern Höhe. Die Satt-Schüssel hängt daneben und gut, dass er es dann doch noch so schnell bemerkt hat, sonst wäre die Reeling auch noch abgerissen. Er muss die Gangway rückwärts hinunter und flucht und schimpft. Die Leute von Fährdienst wollen sich davon nichts annehmen. Gegen 11:00 Uhr läuft eine Zugfähre aus und Mangels Wagons der Eisenbahn sollen wir dort mit. Auch die Sachsen nehmen dann diese Fähre. Wir bieten unsere Hilfe für die Notreparatur an und verabreden uns ein Stück gemeinsam zu rollen. Nun stehen wir gemeinsam am Sandstrand von Tropea, zwischen den Golfos von di Santa Eufemia und di Gioia. Es windet und ist stark bewölkt. 14 Grad zeigt das Thermometer. Tropea ist einen Besuch wert. SP in der Nach- oder Vorsaison auf einem Restaurant-Parkplatz vor dem Hafen. Gleich nördlich der Stadt vor dem Hafen rechts einbiegen und direkt ans Meer und Sandstrand fahren. „Schöner baden!“, schreibt der ADAC und hat wohl recht damit. Auf einer Tuffsteinklippe steht die Wallfahrtskirche Santa Maria dell`Isola und hinter dem Strand erheben sich hoch die scharfen Klippen, auf denen das mittelalterliche Städtchen sich anschmiegt. Bei klarem Wetter soll man den Stromboli von hier aus sehen können. Heute werden wir nichts mehr unternehmen.
Ich schieb euch mal bischen Sonne hinterher, damit ihr nicht so jammern müsst, weils kalt ist.
Toller Bericht den ihr bisher über Italien geschrieben habt.............will auch wieder wegfahren, :roll: kommt schon Fernweh auf.. :meeting: ....... Ich wünsche euch weiterhin gute unfallfreie Fahrt. Tag 083 / 19.11.2007 / ca. 80 km / Falerna Marina, Westküste Kalabrien
Link zu Sizilienalbum: --> Link Wie konnte es anders sein, die letzte Nacht war verregnet, aber ruhig. Das Rauschen der Wellen versetzte uns irgendwie in einen hypnotischen Tiefschlaf. Am Morgen ist es bedeckt und Tropea steht auf dem Programm. Leider sind die vielen Fotos sehr dunkel geworden. Atemberaubend, wie die Häuser in bis zu 80 Metern Höhe direkt auf die Klippenspitzen gebaut wurden. Dabei handelt es sich um Tuffstein, nicht einmal ein wirklich stabiles Gründungsmaterial. Und gleich bis zu sieben Stockwerken ragen die Fassaden über dem Strand, auf den scharfen Klippen. Bedrohlich sieht das aus und es schleicht sich das Gefühl ein, das jeden Moment eine ganze Hausfassadenreihe herunter bricht. Tropea sollte man sich auf jeden Fall anschauen und Parkraum für Reisemobile gibt es, wenn man Tropea strandseitig umrundet, genug. 3 Sterne ist uns dieses Städtchen und die außerordentliche Lage, Architektur und der feine Sand am azurblauen Meer auf jeden Fall wert. Gegen 11:00 Uhr zieht es uns weiter. Wir verabschieden uns von dem Ehepaar aus Sachsen, die heute einmal richtig Kilometer machen wollen. Bis nach Neapel wollen sie. Das ist viel zu weit für uns und wir steuern erst einmal bescheiden, Falerna Marina an. Hier soll es einen riesigen Stellplatz geben, der 400 Reisemobilen am Strand platz bieten soll. SP: Falerna Marina, Via Aldo Moro, direkte Uferstraße. Asphaltplatz, ohne V&E, gut ausgeleuchtet und quasi mittendrin im Städtchen. Kosten? Zu dieser Jahreszeit sind die Parkautomaten alle gut verpackt. Ergo, alles ist umsonst. Es ist auch kein ausschließlich ausgewiesener Reisemobilplatz, sondern mehrere Großraumparkplätze, die in der Promenade zum Strand hin eingebettet wurden. Wir stehen direkt an einem der Strandabschnitte, mit grau-schwarzem Sand und …, man mag es nicht für möglich halten, die Sonne lacht vom Himmel, kein Wölkchen weit und breit und die Solaranlage freut sich auf die vielen Ampere, die nun in die Batterien fließen. Zum Übernachten ist Falerna Marina gut geeignet. Jetzt im Winter bietet das Örtchen dann allerdings nichts, außer vielleicht einer Pizza, vom Pizzabäcker an der Hauptstrasse. Frischwasser gibt es aus einem Brunnenkran an der Promenade, direkt am Parkplatz. 2 Sterne dürften daher für Falerna Marina eine faire Bewertung sein. Es ist 13:00 Uhr, Gitte backt Brot und wir genießen einfach nur noch die so lange vermissten Sonnenstrahlen. Tag 084 / 20.11.2007 / ca. 85 km / Scalea Der gestrige Sonnenuntergang bescherte uns dann doch noch einen ausgezeichneten Blick auf den stark rauchenden Stromboli. Denn sie verschwand ziemlich genau hinter seinem Felsmassiv. Blutrot stürzte sie sich mutig ins Meer und mit dem Abschied von ihren wärmenden Strahlen schleicht sich wieder diese winterliche Traurigkeit, Einsamkeit und Verlassenheit ein. Na egal, morgen kommt sie ja wieder und darauf freuen wir uns. Sonne pur am heutigem Morgen und die Nacht war ruhig. 15 Grad sind es im „Hotel“ als wir gegen 8:30 Uhr aus den Federn kriechen. Es sind eigentlich immer die beiden Katzen die uns zum aufstehen zwingen. Mit ihren Pfötchen bekommen wir eins aufs Auge, oder die Schnurrhaare streichen einem durchs Gesicht. Das untermalt von einem herzerweichenden Miauen. Was sie sagen? „Aufstehen, Frühstück, wir haben Hunger!“ Uns steht der Sinn heute mal wieder nach etwas Leben, Kultur, Betriebsamkeit, einfach einem Städtchen, welches man durchwandern kann und welches zudem in dieser Jahreszeit kein Geisterstädtchen ist. Was fürs Auge soll es sein. Werden wir so was finden? Wir steuern zunächst die SS 18 (Küstenstrasse) entlang. Wollen eigentlich bis nach Maratea (ADAC empfohlen!). Die SS 18 hat eine annehmbare Asphaltdecke, mit Ausnahmen der schon so oft zitierten Dehnungsfugen an Brücken und Übergängen. Sie ist soweit gut ausgebaut und was die Landschaft anbelangt gar nicht so unattraktiv. Teilweise könnte man sich in Norditalien, an einem der Lagos wähnen. Auch die Sauberkeit der Parkplätze verblüfft uns ungemein. Vorbei geht es an Amatea, einem betriebsamen Städtchen mit einer am Berghang gebauten Altstadt. Paolo ist erwähnenswert und hat einen schönen Lungomare, wenn dieser auch hier, parallel zur Bahn, direkt am Strand entlang läuft. Gitte macht sich für das Zwischenziel Cirella stark, denn hier ist ein ausgewiesener SP mit V&E angekündigt. Lido di Alexander lautet die Adresse. Ausgeschildert ist er von Süden kommend nicht und so kreisen wir erst einmal in falscher Richtung. Dieser SP liegt am Ortseingang nördlich, direkt am Meer. Allerdings ist er, wenn auch direkt am Strand gelegen, wenig attraktiv und rundherum herrscht eher Einsamkeit vor. Das „Hotel“ rollt weiter. Wir erreichen ein kleines, ansehnliches Nest namens Scalea. Es wird in keinem unserer Reiseführer erwähnt. Für uns allerdings ist Scalea sofort eine Aaaahhhhhhaaaaa-Erlebnis, denn genau das ist es, was wir suchen. Eine Burgruine am Meer, ein paar Klippen, Sandstrand, ein super Parkplatz (Lido Olgario) am Lungomare mit Ausleuchtung, Palmen, Strand, eingegrenzt von einer natürlichen Bucht mit Klippen und rückwärtigem Panoramablick auf die mittelalterliche Altstadt, die sich an die Hänge schmiegt. Um dieses Panorama zu perfektionieren erheben sich im Hintergrund auch noch die schneebedeckten Hänge des Monte Pellegrino (1.987 m.) und die Gebirgszüge des Parco Nazionale del Pollino. Doch damit noch nicht genug, auch ein kleines Inselchen liegt vor unserer Hoteltüre. Was wollen wir mehr? Das ist es doch!!! Es ist nun 13:00 Uhr und das Außenthermometer zeigt 17 Grad im Schatten. Die Wellen plätschern leise an den Strand. Die Katzen akzeptieren diesen Platz auch sogleich und vereinnahmen den Platz vor der Panoramascheibe für sich selbst. Hier werden wir es aushalten und am Nachmittag die Altstadt erkunden. Der Frischwassertank ist voll, alle anderen Tanks entsorgt, noch drei Paletten Veltins in der Garage, frisches Brot, das von gestern Gebackene und man mag es nicht glauben, selbst Lebkuchen, Mandelspekulatius und Zimtsterne ( Dank sei dem Lidl) sind in der Kombüse. Eigentlich kann nun nichts mehr schief gehen. Wir wünschen Euch allen einen ebenso schönen Tag, wie wir ihn hoffentlich heute ver- und erleben dürfen. Tag 085 / 21.11.2007 / ca. 0 km / Verträumtes, altes Scalea und die Hundemeute
SCALEA AM HANG Gestern haben wir noch Scalea erkundet und sind die Hunderte von Treppen hinauf gestiegen zur alten Burgruine, sind viele Gässchen durchstriffen. Alles ist noch ziemlich so ursprünglich, nicht verdorben, irgendwie gleichmäßig von den Spuren der Zeit verschlissen, was dann bekanntlich Charme, Charakter und auch Würde verleiht. Wie viele Generationen mögen in diesen eigentlich so ärmlichen Behausungen ihr Leben gelebt haben? Wie viele Menschen, an die sich seit hunderten von Jahren niemand mehr erinnern kann haben hier gelacht, geweint, getrauert, aber auch neues Leben gezeugt? Sie alle haben hier ihre Spuren hinterlassen, man kann diese aber nur erahnen, nicht wirklich zuordnen. Ein sehr interessanter Aspekt hier ist, dass die Altstadt, auch wirklich die Altestadt, wie vor vielleicht vor tausend Jahren so gebaut, erhalten geblieben ist. Die Neustadt hingegen ist auf dem gegenüber liegenden Berghang gebaut. Diese klare Trennung erhält beiden immobilen Formen seine eigene Geschichte, eigene Wirklichkeit, Ästhetik und einen eigenen Daseinsanspruch. Sie komplimentieren sich vollends und mit Achtung und Respekt. Die bauliche Vermischung vom Gestern und Heute, hier in Scalea, würde sie zu Verlierern machen und den Charme und Charakter beider Örtchen untergehen lassen. Hoffentlich wissen das die Stadtplaner hier auch, aber da sind wir ja letztlich guten Mutes, denn was wir sehen, kann einem nur erfreuen. Moderne Anlagen und Boulevards entstehen, während die Generationensubstanz an Gebäuden sorgfältig restauriert wird. Der Sonnenuntergang ist so traumhaft, wie schon der gestrige es war. Auch diesmal wieder versank die Sonne blutrot im Meer. Nur ein Maler wie der englische William Turner könnte einen solchen, fantastischen Moment, zwischen grellem Licht und totaler Finsternis, wie in dieser Explosion der Farben, in Öl und auf Leinwand festhalten, ohne dass ein so handelsübliches Sonnenuntergangskitschbild dabei herauskommen würde. Jeder, der unsere Fotos vom Sonnenuntergang gestern betrachtet würde klar meinen, sie seien nachbearbeitet, was aber nicht der Fall ist. DIE HUNDEMEUTE … Als ich alleine durch die Altstadt streife, schaut mich ein Schäferhundmischling mit traurigen Augen an. Er ist gepflegt, wird wohl ein Heim haben, aber, er schließt sich meiner Wanderung durch die Gassen, den Park, um die Burgruine herum und den Klippen entlang, an. Ich bin wohl eine willkommene Abwechselung für seinen vielleicht eher langweiligen Alltag vor der Haustüre, in dem kleinen Gässchen. Immer wieder schmust er mit mir, um dann wieder einen Kreis um mich herum zu ziehen und das Ganze zu wiederholen. Unser gemeinsamer Spaziergang endet schließlich an den schwarzen Lavaklippen, unweit unseren „Hotels“. Hier treffen wir auf zwei weitere, jüngere Hunde, die auch sogleich mit ihm spielen. Sie jagen sich gegenseitig ins Meer, springen, scharren im Sand und rennen um die Wette, um sich dann im Sand zu wälzen und erneut Wasser und Sand wieder abzuschütteln. Es muss so aussehen, als würde es sich um meine eigenen Hunde handeln, denn sie bleiben immer direkt in meiner Nähe und kommen ebenso ab und an zu mir, um sich eine Streicheleinheit abzuholen. Tolle Actionfotos entstehen von dieser Hundebalgerei am Meer, zwischen den Klippen. Ein Mann im mittleren Alter durchwandert, mit einem Stock in der Hand, die Klippen. Genauso, wie ich nun, mit der kleinen Hundemeute, um mich herum. Plötzlich und aus heiterem Himmel greift der Eine, ein schwarzer Hund, den Mann an. Nicht etwa gefährlich und ernsthaft, aber, immerhin, er kneift ihn in die Waden, zerreist dabei seine Trainingshose und versucht sich am Stock. Der Mann will zuschlagen, verfehlt ihn aber. Der Rest der Meute macht sich einen Spaß daraus den Mann zu umkreisen. Der Mann schaut mich an, wir sind etwa 15 Meter von einander entfernt. Er schimpft, verständliche Weise. Ich meine aufzunehmen, dass er ruft, ich sollte meine Hunde besser kontrollieren. Mmmmhhhh, meine Hunde? Wenn ich nun die Hunde rufen würde, würden sie sicherlich kommen, aber dann wäre das Bild vom verantwortungslosen Hundehalter ja perfekt für den Mann mit Stock, der selbigen wild um sich schlagend in Richtung der Hunde schwingt. Da die Situation für mich nicht ernstlich bedrohlich aussieht, winke ich mit den Armen ab und rufe mehrmals zu ihm hinüber, „Not my dogs!“. Der schwarze Hund greift immer wieder an. Ist es ein Spiel, was er spielt? Ich gehe weiter und schließlich lassen sie von dem Mann, der nun lauthals schimpfend Kiesel hinter ihnen her wirft, allerdings ohne zu treffen, ab. Ich schaue mich noch einmal um, sein Hosenbein hängt in Fetzen an der Wade herunter, verletzt ist er aber nicht. Kräftig stampft er weiter durch den weichen, grau-schwarzen Sand. So kreisen die Hunde später noch für Stunden um unser Reisemobil herum und bekommen auch etwas zu futtern. Vielleicht war es ja der Stock, der die Hunde erzürnte. HEUTE … Um 9:00 Uhr ist es schon 19,5 Grad im „Hotel“. Das Meer liegt wie ein Spiegel vor uns. Es ist fast windstill und die Sonne beschert uns schon so früh eine gute Ladung für die Batterien. Bei Kaffee und Pfeife, den guten Tabak brachte unsere Tochter mit, schauen wir die Nachrichten. Der Entschluss ist schnell und einstimmig gefasst. Heute bleiben wir noch hier! Zu schön ist dieses Plätzchen hier am Meer, mit dem Park, den Palmen, dem grau-schwarzem Strand, den schwarzen Klippen, der Burgruine im Schatten der Altstadt hinter uns und der Ruhe, die hier herrscht. Es klart später deutlich auf. Wir können das Ende der Riesenbucht (Golfo di Policastro) ausmachen und sehen die Spitze von Marina di Camerota. Von dort aus wollen wir uns unterhalb des Gebirgsmassivs des Parco del Cilento, entlang der Küste, bis nach Paestum, entlang schlängeln. Wir hoffen auf eine beeindruckende Szenerie und viele Fotos. Vorerst nehmen wir aber noch Maratea und Palinuro in Augenschein, so die Planung. Maratea ist eine ADAC-Empfehlung und Palinuro eine der Green-Guide von Michelin. So, nun noch unsere Bewertung für Scalea. Jetzt und im Hier der Winterzeit, mit den Möglichkeiten des Stehens, der Szenerie, der Altstadt und überhaupt des Charmes der unmittelbaren Umgebung, geben wir ganz knappe 4 Sterne, 3,75 sozusagen.
Fotos
Super, bin gespannt wie lange es noch dauert bis ihr so einer Langnase nicht mehr wiederstehen könnt :)
Hallo,
ich kann euch versichern, daß die Küste dort unten nicht nur im Winter wunderschön ist, nein, sogar in der Hauptsaison im August ein Traum. Wenn auch mit etwas mehr Rummel, aber man findet trotzdem sein Plätzchen am graukieseligen Strand, der auf den ersten Blick wohl etwas abweisend wirken mag, aber ein tief blaues Meer und glasklares Wasser verheißt. Das grüne Pollino-Gebirge dahinter - ein toller Kontrast, einfach wunderbar. So empfanden wir es zumindest ... Schöne Tage noch!!
Tag 86 / 22.11.2007 / ca. 125 km / Paestum / Werkstatt / Paestum
Link zu Sizilienalbum: --> Link Die ganze Nacht hat unser Schäferhundmischling über uns gewacht. Zum Frühstück ist er aber schon wieder auf und davon. Wir rollen los, machen die SS 18, immer an der Küste entlang mit Hauptziel Paestum, sind aber offen für Maratea und Palinuro, wenn`s denn schön sein sollte. Die SS 18 zwischen Scalea und Maratea ist schön, sehr schön sogar. Ein Landschaftsbild, wie man es vielleicht nur von der Jadranska Magistrala in Kroatien her kennt. Azurblaues Meer zur einen und steil aufragende Gebirge zur anderen Seite. Allerdings ist extremes kurven angesagt und teilweise ist die Straße eher ein- als zweispurig. Die Durchfahrten durch die Orte werden dann erst rech spannend. Hier geht nichts mehr, wenn einem ein anderer Wagen entgegen kommt. MARATEA Viel gepriesen im ADAC-Führer enttäuscht Maratea eher. Zwar ist das kleine Bergdörfchen nett anzusehen und auch die 22 Meter hohe, weiße Erlöser-Statue auf dem Monte Biagio, über ihr, hoch oben in den Bergen, hat etwas. Aber der riesige Verladebahnhof, auf dem man unwillkürlich herabschaut, blickt man zum Meer, meuchelt brutal jede Romantik und raubt der Naturkulisse die Jungfräulichkeit. 30 km Küstenstreifen gehören hier zur Basilikata, am Tyrrhenischen Meer und Möglichkeiten zum Stehen und Übernachten gibt es genügend. So auch in Maratea-Porto, oder Maratea-Marina. Wir können uns nicht so recht anfreunden mit Maratea und rollen weiter, wollen eigentlich die Miniaturküstenstrasse von San Giovanni nach Agropoli fahren, um in Paestum, den heutigen Tag abzuschließen. Doch daraus wird nichts. In Sapri kommt mir auf einmal das Kupplungspedal immer näher. Es steht plötzlich weit vor dem Gas- und Bremspedal. Kuppeln funktioniert allerdings noch, wenn man gewaltig auf das Pedal stampft. PAESTUM Wir entscheiden uns nicht für die einsame Küstenstraße, weil wir befürchten, das es dabei nicht bleibt und rollen die Hauptstrasse, über die Berge des Nationalparks Cilento nach Paestum. Sollte der Fehler sich ausweiten, haben wir hier bessere Chancen auf den Pannendienst. In Paestum kontaktieren wir Iveco und werden schnell an eine Werkstatt in Eboli, bei Salerno, verwiesen. Der mehrsprachige Service von Iveco funktioniert erstklassig. In Eboli kommen wir auch sofort dran. Der Chef kennt den Fall schon und lacht, denn dieses Teil scheint Eines dieser extra produzierten Sollbruchzeitteile zu sein, die regelmäßig den Geist aufgeben und so schon in der kommenden Bilanz des Unternehmens Iveco als eine gewichtige Profitzahl verbucht werden können. Der Chef hat den Ersatzteilsatz sogar vorrätig. Hat er den 6. Sinn? Es handelt sich um eine Art Zylinder mit Flüssigkeit drinnen und einem langen Schlauch mit Gefäß. Komisch, früher gab es für so was eine einfache Metallfeder. Eine Stunde dauert die Reparatur, wir dürfen € 160,00 bezahlen und müssen versprechen beim Rückruf von Iveco „Fantastico Iveco Servizio dell Eboli“ zu vermelden. Klar machen wir das. Ging ja auch schnell und der Preis scheint auch okay. Es wird schon langsam dunkel und wir wollen einfach nur noch Stehen, keine Experimente mehr in Richtung Amalfi-Küste bei Dunkelheit, unternehmen. So rollen wir schnell zurück zu den Tempeln von Paestum und stehen auf einem Sosta-Camper-Platz, der um diese Zeit zudem kostenfrei ist. Die drei Tempel von Paestum sind schon beeindruckend und überhaupt bietet die riesige Ausgrabungsfläche eine gute Einschätzung über die gigantischen Dimensionen, die diese Stadt einst gehabt haben muss. Der Eintritt kostet € 4,00 und für das Museum nochmals € 4,00. Man kann die Tempel aber auch ohne Eintritt zu zahlen von der Straße aus besichtigen und fotografieren. Paestum zu bewerten wird schwer. Geschichtsliebhaber würden bestimmt 4-5 Sterne geben. Wer aber schon eigentlich alle Ausgrabungsstätten der Antike gesehen hat und schon in Ephesus in der Türkei war, der gibt im Vergleich dazu vielleicht nur 2 Sterne. Also bewerten wir diesmal nicht. SPs gibt es um die antike Stätte herum schon einige. Wir haben schon über sieben Stück gezählt und das ist ja auch schon was.
Rundreise Italien Ein Hallo von Sizilien. |