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Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Oppeln
Anzeige: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
17.) Tag: Gemäß BPHennek sind wir hier im Land der Schrotkirchen und haben unseren Weg so ausgelegt, dass wir einige besuchen können. Sehr gepflegte Anlagen und da steckt jede Menge Arbeit drin. Mittags kommen wir in die Hölle: Czestochowa (Tschenstochau), die heilige Stadt Polens. Heute wird das zentrale Ernte Dank Fest Polens gefeiert, tausend Busse, hunderttausende Besucher. Der Campingplatz auf dem Heiligen Berg ist fast leer. Spätnachmittags „schleichen“ wir uns nebenan in die „Verbotene Stadt“. Jubel, Trubel, Heiterkeit! Möchtest Du Dein Auto gesegnet haben? Oder dein x, y, Z? Kannst Du haben! Beichtverfahren wie im Supermarkt? Schlange stehen nebeneinander an zig-Beichtstühlen, Schlange beichten, Schlange büssen, Schlange Kommunion empfangen? Kannst Du haben! Schlange auf den Knien oder Bauch um die Schwarze Madonna kriechen? Kannst Du haben! Unendlich Rosenkranz beten? Kannst Du haben! Mache trauen sich gar nicht rein und werfen sich schon vor den Kirchen auf den Bauch! (Wir sind nächsten Morgen noch einmal durchgegangen. Es war da beschaulicher, aber in der Tendenz gleich). Rund um die Schwarze Madonna hängen TONNEN an Bernsteinketten. Anerkennen muß man: Sie hat ja viel geleistet: Die schweden vertrieben, die Nazis besiegt, einen polen zum Papst befördert, die Kommunisten besiegt, mit der EU wird sie auch noch fertig. Anschließend sind wir noch über die Erntedankfestshow gezogen: Da gab es nicht etwa Riesenbratwürste, nein Riesenschaschlick: ½ Meter lang! Super! Und Volkstanz und alles, was dazu gehört.

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Michael 2000: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Hallo Frank


Vielen dank für deinen/euren sehr unterhaltsamen und informativen
reisebericht, untermalt mit tollen bildern.
Für mich war es besonders interessant da wir vor ein paar jahren ebenfalls in polen war und somit die weiterentwicklung herauslesen konnten.
Mit der anzahl der CP´s und deren standard scheint es immer noch knapp bestellt zu sein.

Um es einmal mit deinen worten auszudrücken !!!

Setzen--Weitermachen.. Eine Eins :D
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Hallo Michael,

das mit den Campingplätzen geht eigentlich vom Standard her, aber zugegebenermaßen bin ich KEIN CP Freak. (Wir sind ja mit dem Womo relativ unabhängig von sanitären Anlagen). Leider sind sie nicht sehr zahlreich (die Campingplätze) und wir haben sie uns aus Verzeichnissen und Landkarten (da ist einer eingezeichnet, also muß da auch einer sein) zusammengesucht. Und manchmal "stolpert" man auch über sie. Wichtig waren sie für uns zum Ent- und Versorgen, d.h wir haben darauf geachtet, so jeden 3-4 Tag abends auf einem CP zu landen. Und das funktionierte gut
Ja, es geht aufwärts, aber vieles wohl mit ausländischen Kapital (was die polen z.T. nicht so toll finden. (Thema: Ausverkauf)). Und natürlich fließt durch Tätigkeiten im Ausland etwas zu, was dann wieder in die Häuschen gesteckt wird. So nach der Devise: Ich gehe nach E, F, D, S als Erntehelfer oder Ähnliches, während der Zeit macht der Ukrainer mein Gärtchen - von der Differenz kann ich gut leben.

Da gibt es ein schönes Kabarettstückchen - in der Fortsetzung dieser Lieferkette kommt der letzte aus Absurdistan. Das sind dann wieder wir :D

Viele Grüße
Frank
Waldi: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Hallo Frank

Besten Dank für deinen wunderschönen Bild und Reisebericht ,der hat in jeder Beziehung lust auf eine Reise nach polen gemacht.

Herzliche Grüße Waldi
Michael 2000: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Hallo Frank

Vielen dank für deine ergänzenden auskünfte.
Ich bin auch kein CP freak aber wir haben aus sicherheitsgründen
oftmals CP´s aufgesucht.

Einige von denen waren kleine festungen.
Angefangen von einem sehr hohem zaun umgeben, bewachte ein und ausfahrt mit immer geschlossener schranke, bis zum wärter der auf dem CP rundgänge machte.
Auch die parkplätze der grossen kaufhäuser waren bewacht.
Ausserhalb konnte man bewachte oder unbewachte parkplätze benutzen.
Die bewachten waren teurer und mehr besucht.

In den kaufhäusern liefen massenweise mit kontrollanten herum.
Nach dem verlassen der kassen wurde man noch einmal kontrolliert.
Nicht überall aber an einigen plätzen war es so.

So waren auf jeden fall meine erlebnisse.
Ob es noch immer so ist weiss ich nicht.

Aber dieses grosse kontroll und sicherheitsaufgebot muss ja seine gründe gehabt haben.
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
18.) Tag: Zum Abschluss der Morgenrunde in Tschenstochau, die bis mittags dauert, kaufen wir noch ein Polenfähnchen, dass wir auch immer schön „Grußbereit“ sind. Wir wollen entlang der Adlerhorst-Route durch den (das) Jura nach Krakau. Adlerhorst-Route, weil hier mittelalterliche Burgenruinen ganz in Weiß, oben auf den Bergspitzen sitzen. Erste Ruine ist Olsztyn , genau wie das Olsztyn in Ostpreussen. Also auch in polen ist Vorsicht mit dem Navi geboten. Im Jura gab es auch eine ausgeprägte jüdische Kultur. In Zarki sogar einen Rundweg. Trotzdem brauchen wir fast eine Stunde und viel Fragen, bis wir den abseits gelegenen jüdischen Friedhof finden. Es ist eine trostlose Stimmung in trostloser Gegend. Mehr zufällig finden wir den schönen Campingplatz Podlesice. Wir sind die einzigen Gäste.

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
19.) Tag: Ein (mehr zufälliger) Umweg führt uns nach Ogrodzieniec. Dort soll auch eine Burg sein. Und was für eine. Viel größer, schöner als Olsztyn (das in allen Reiseführern angepriesen wird) und herrlich zwischen Felsen, die wie Drachen aussehen, gelegen. Dazu Ausstellungen über das mittelalterliche Leben, eine kleine Folterkammer und viele Türmchen zum Besteigen. Weiter geht es nach Pieskowa Skala, einem original restauriertem RenaissanceSchloss. Aber das hat bereits um 16:00 Uhr geschlossen, wenigstens ist das Cafe im mittelalterlichen Turm geöffnet. Wegen Regen können wir die Dachterasse auf dem Turm mit Blick über das Pradniktal (Ojcowski Nationalpark) und das Schloss nicht nutzen. Wir beschließen noch eine Wanderung durch das Tal zu machen, da der Reiseführer sagt, dies wäre der schönste Teil und in 2 Stunden zu erledigen. Tatsächlich ragt auch gleich neben dem Schloss die 18m hohe Herkulessäule aus dem Boden. Die hat der Teufel da hingerammt oder der edle Ritter, der den Krakauer Drachen erledigt hat? Mit der Wanderung durch das Tal ist es nichts, hier gibt es keinen Wanderweg. Aber vor der Zufahrt zum Schloss ist ein Mini-CP (Agrotourismus) zum Übernachten – 15 Zlt. Die hier gerade feiernden Krakauer versorgen uns mit gegrillten Krakauern – Ist ein makabrer Kalauer, aber wahr und sehr nett von den Leuten. (Tip: Bei Ojcow gibt es einen großen Parkplatz und hier endet die Strasse in einer Sackgasse vor dem Ort. Auch gut zum Übernachten mit dem Womo geeignet und direkt am eigentlichen Wandergebiet (Hier soll es ungefähr 200 Höhlen geben, einige sind erschlossen).

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Herkulessäule und Campingplatz

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Tipsel: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Beeindruckender Bericht mit tollen Bildern. Da wir ja seinerzeit unsren Urlaub abbrechen mussten, ohne die hier gezeigten Ziele, die wir ja mehr oder weniger auch geplant hatten, gesehen zu haben, werden wir irgendwann diese Tour fortsetzen. Da ist dein Bericht für uns besser als jeder Reiseführer. Danke dafür.

Aber noch seid ihr ja nicht zuhause angekommen.... bin gespannt
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
20.) Tag: Die Profis haben es schon gesehen. Seit Tagen werden meine Fotos schlechter. Die Sonne ist weg und seit heute schüttet es, was der Himmel hergibt. Also nach Wielicka ins Salzbergwerk – Weltkulturerbe – Tolle Fotos schaut ihr hier: http://www.wohnmobilforum.de/w-t25390,start,48.html Die komplette Besichtigung dauert rund 4 Stunden. Übernachtet wird auf dem nagelneuen 24 Stundenparkplatz an der „S-Bahnlinie“ unterhalb des Bergwerks für 20 Zlt. Der ist durch Gebäude von der Strasse abgeschirmt und ruhig (Nachts keine S-Bahn) mit Blick auf ein Kloster am Berg. Gegenüber im Hotel im Keller ist ein ordentliches Restaurant.
Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
21., 22.) Tag: Krakau: Wir suchen uns einen 24 Std. Parkplatz an der Al. Marsapka Ferdinanda Focha – zwischen Fussballstadion und Hotel Cracovia – sehr citynah: 500m zu Fuß – zwar nicht schön, aber „relativ“ ruhig, umzäunt und ständig bewacht (wir finden es sicherer als den frei zugänglichen Busparkplatz am Wawel) 35Zlt. Die CPs liegen alle weit vor der Stadt und sind auch nicht ruhiger. Der Marktplatz mit den Markthallen ist eine Wucht, der Wawel toll – (die Innenräume muß man nicht gesehen haben, höchstens die Waffenkammer – lohnt nicht: alles Interieur von Russen und Preussen geraubt, einschließlich der polnischen Königskronen). Fotos seht Ihr bitte wieder bei Mabeniteam. http://www.wohnmobilforum.de/w-t25390,start,40.html Hier nur Ergänzungen. Z.B. Kazimierz, das jüdische Viertel – bekannt durch Schindlers Liste – komisch, dass ein Film erst ein Stadtviertel berühmt macht - wenn diese Strassen und Häuser reden könnten, was mögen sie gesehen haben? Nach dem Besuch der Synagoga Wysoka mit einem jüdischen Buchladen (und blättern in den Dokumentationen dort) sind wir so erschüttert, dass wir Ausschwitz NICHT auf die Routenplanung nehmen. Manchen vielleicht unverständlich, aber a) wir hätten es psychisch nicht ertragen und b) uns stört innerlich auch das „Vertourismen des Massenmordes“. Da Samstag ist, sind auch die jüdischen Friedhöfe geschlossen – freitags und samstags ist echte Friedhofsruhe – wieder etwas gelernt.

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Kazimierz

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
Krakau

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Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
23.) Tag: Wir wollen unbedingt in der Dunajec-Schlucht Bötchen (Floß) fahren, wenn schon nicht auf der Isar dann hier. Also fahren wir nachmittags über Bochnia (Salzbergwerk) nach Süden. Am Roznowskie See suchen wir im Dunkeln vergebens einen CP/SP. Bei Tabaszowa bringt uns ein deutsch sprechender Pole zwar auf die richtige (ausgeschilderte), schmale Zufahrt zu einem CP, aber die geht nach 4 km Berg hinunter durch Wald in eine steil abwärtsführende Piste über. Jetzt bleibt auch mir das „No risk, no fun“ im Halse stecken. Im Rückwärtsgang im Regen im Dunkeln im Wald wieder den Waldweg hoch, nach 1 km ist der Weg so breit, dass wir in 20 Zügen wenden können - immer knallhart auf Abhang gefahren. Sonst hätten wir noch 3 km rückwärts fahren müssen. Schweissgebadet finden wir oben auf dem Berg ein Holzkirchlein mit großem Parkplatz in schönster Einsamkeit….. Vor dem Einschlafen sehe ich noch ein Glockentürmchen direkt neben dem Womo.

24.) Tag: BIMM-BAMM-BUMM – die Nacht ist rum – 6:00 Uhr – Frühmesse – Die spinnen, die polen, so früh geht doch keiner in die Kirche – quietsch, brems, knall, knall, knall, knall – alle 4 Autotüren sind zu, das 50-mal: in 10 Minuten ist der Parkplatz voll, die Kirche auch – eine Stunde haben wir wieder Ruhe – dann das Gleiche umgekehrt – UND ALS DAS UM 9:00 Uhr WIEDER LOS GEHT, ERGREIFEN WIR DIE FLUCHT…unter mithilfe der Kirchgänger, die unser Fahrzeug vorsichtig vom Parkplatz lotsen ….und fahren nach Nowy Sacz…nettes Städtchen mit Papst JP II (der steht übrigens mittlerweile überall), klassischer Musikberieselung und Springbrunnen. Auch hier ständig Messen, die per lautsprecher ins Freie übertragen werden und Menschenmassen, die draußen mitsingen, mitbeten, etc. Wir ziehen uns in den Rathauskeller zurück, übersetzen mühsam die Speisekarte (20min), um dann vom jungen Kellner gefragt zu werden: „Sie wünschen? Das ist das und das ist jenes und ich empfehle Ihnen…“ Ein junger Deutscher und wieder die Liebe…mittlerweile arbeiten ca. 30.000 Deutsche in polen, erzählt er uns. ….Bei Szczawnica finden wir den Eingang zur Dunajec-Schlucht..Parkplatz: 5Zlt DIE STUNDE, das sind deutsche Großstadtparkhauspreise…der Dunajec hat RICHTIG Hochwasser..da fahren keine Bötchen mehr..Lebensgefahr…aber wir können wenigstens im strömenden Regen 2 Stunden auf dem Rad- und Fußweg in die Schlucht hineinlaufen….traumhaft schön…mit Passport über die slowakische Grenze..auch der hund muß seinen Gesundheitspass zeigen (Jetzt hier zum ersten Mal ) . Unseren Übernachtungsplatz finden wir in Niedzica. Ein Supercampingplatz nur für uns allein mit allem Komfort, sogar Entsorgung an jedem stellplatz, 20 Zlt.

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