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Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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25.) Tag: Es klart auf. Schnell in die hohe Tatra. Noch ein Abstecher nach Debno: Wieder eine Holzkirche und Weltkulturerbe. Das aber nur öffnet, wenn der Herr Pastor genügend Gäste zählt, mindestens 10. Glück: Eine englische Radlergruppe ist da. Gegen eine Spende (für die wir auch ein Postkärtchen erhalten) wird uns das Kirchlein erklärt. Der Herr Pastor erledigt während der Zeit sein Pflichtmittagsgebet, ein echter Praktiker. Wir wollen zum berühmten Morskie Oko, dem Meerauge bei Lysa Polana (das ist der Grenzübergang zur Slowakei, nicht im Navi) in der Hohen Tatra wandern, weil von dort kann man mit etwas Glück die untergegangenen Schiffe auf dem Grund des Mittelmeers sehen. Nach Rother Wanderführer 20min vom Parkplatz. Super, dann haben wir die Chance noch höher zu gehen. 1. Überraschung: Parkplatz wieder 5Zlt. P. Stunde 2. Überraschung: Der hund darf nicht in den Nationalpark Hohe Tatra. Nirgendwo!! No Way!! Eintrittsgebühr: 4Zlt ist okay. Dann wundern wir uns, dass man uns die Pferdefuhrwerke anbietet. Hehe, Kutscher – 20 min den Berg hoch schaffe ich alter Mann noch 3. Überraschung: Nachdem wir 45 Minuten unterwegs sind, finden wir ein Schild: Morskie Oko: 1:45 Std. Wir verdoppeln unser Tempo und sind nach insgesamt 2 Std. Gehzeit (9km) oben. Des Rätsels Lösung: Der Parkplatz, der im Rother als Ausgangspunkt angegeben ist, ist heute Zielpunkt der Pferdefuhrwerke und nicht mehr per Auto anfahrbar. Die Kutscher freut´s. Nach weiteren 1 ½ Stunden sind wir wieder unten. Schiffe haben wir keine gesehen, nur Sternchen vor den Augen und Zlotyscheine beim Bezahlen der Parkplatzgebühr. Und ein bisschen Berge, wegen Nebel und Schnee. Dafür finden wir einen Gratisparkplatz in Zakopane am Skilift mit einem tollen Restaurant gegenüber.
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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26.) Tag: Regen und Nebel hängen bis runter ins Tal: nichts zu sehen. Keine Fotos von den wirklich wunderschönen Holzhäusern im Zakopanestil. Wir retournieren: Durch die Slowkei am Orava-See vorbei über Zywiec (Bierstadt), Pszczyna (Schloss (eingerüstet) mit schönen Park (Regen)), Tychy (Bierstadt – davon hatten wir geträumt: eine Brauereigaststätte mit SP - abgrundhäßlich) – vorbei an Gliwice (Gleiwitz) zum CP Niewiesze am Plawniowice See (direkt an der A4) – Dauercamper, nicht besonders empfehlenswert – 20 Zlt.
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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27.) Tag: Neben dem Campingplatz gibt es auch ein Hotel mit Restaurant. Dort kann man eventuell auch und besser als auf dem CP stehen. Morgens besuchen wir noch das Schloss in Plawniowice, dem Ort auf der anderen Seeseite. Dort saß wohl mal das Oberkommando der Roten Armee und dann die kath. Kirche mit einem Priesterseminar. Danach war es nicht mehr zu gebrauchen. Jetzt wurde vieles mit deutschen Geldern wiederhergestellt, aber es wirkte sehr verlassen Über die A4 geht’s nach Brzeg (Brieg) – zum sogenannten kleinen Wawel, weil der Innenhof so ähnlich wie in Krakau aussieht – auch ein hübsches Städtchen mit der Heiligkreuzkirche, außen grau und unscheinbar und Innen von unglaublicher Pracht – alles, wirklich alles ist bemalt – und dann kommt Breslau. Der von Tipsel auf ihrer HP erwähnte Campingplatz existiert nicht mehr (auch wenn er noch in Führern erwähnt wird). Der CP ist jetzt am Stadion, ziemlich weit draußen. Wir finden einen 24 Std. Parkplatz an der Hala Ludowa (Jahrhunderthalle) gegenüber vom Zoo. (30 Zlt. – Strassenbahnhaltestelle vorhanden – 10 min. zur Innenstadt) Die Jahrhunderthalle ist ein Spannbetonbau von 1913, der einst der weltweit größte Kuppelbau war. Auch wenn viele sagen, das ist nicht mehr das alte Breslau. (Breslau war zur „Festung“ erklärt worden – die Zivilbevölkerung durfte nicht weg - wer fliehen wollte, wurde standrechtlich erschossen – Strassenzüge wurden zur Verteidigung „niedergelegt“ und eine Startbahn unter unsäglichen Opfern gebaut, von dem nur ein einziges Flugzeug startete: Passagier: Hans Frank, Nazi-Gouverneur, der Schlächter von polen), wir waren beeindruckt von der Innenstadt, der Universität, der Dominsel, dem Denkmal für den Breslauer Kardinal (1972: „ Wir verzeihen und bitten unsererseits um Vergebung!“ Eigentlich ein ungeheuerer Vorgang!) , der (neuen) Markthalle, dem Marktplatz, dem Panorama von Raclawice (eine riesiges Gemälde 114m lang, 15m hoch), dem Zoo, dem japanischen Garten uvam. Und natürlich haben wir im Schweidnitzer Keller, dem ältesten Rathauskeller der Welt von 1250, ein Bier getrunken. Da hätte ich gerne´ne Webcam gehabt, um mal durch die 757 Jahre Nacht für Nacht durch zu zappen.
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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28.) Tag: Breslau
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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29.) Tag: Breslau, dann spätnachmittags nach Görlitz – Ende der Tour
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Und dann habe ich Euch noch 2 Kärtchen gemalt – weil ich immer finde, ohne Kärtchen ist es schwierig nachzuvollziehen, wo man sich gerade bewegt. Und polen ist halt nicht so bekannt wie Italien, frankreich, wo wir Wohnmobilisten uns immer rumtreiben. Und so viel habe ich nur geschrieben, dass das einmal endlich bekannter wird und sich mehr trauen, nach polen zu fahren. Ist schließlich unser Nachbarland.
Wir haben viel aus Südpolen mitgenommen:
1.) ein tolles Land mit tollen Landschaften und freundlichen Menschen – okay: wir haben einen Bogen, um das ehemalige Industrierevier geschlagen
2.) dass uns jede Menge Wissen über das, was da mal war und was sich da abgespielt hat, fehlt. In jeglicher Hinsicht, weil das NIE auf irgendeinem Lehrplan stand, und warum sollte man sich zwischen 1950 und 1989 großartig mit polen beschäftigen? Als Wessis waren wir ausschließlich westorientiert. Und eigentlich ist das immer noch nicht aufgearbeitet.
3.) Dass polen tatsächlich eingeklemmt zwischen den Großmächten über Jahrhunderte gelitten hat.
4.) Dass die Leute, die heute in Schlesien leben, ebenfalls Vertriebene sind. Sie kommen aus den ehemals polnischen Ostgebieten (heute Ukraine). Und die völkerrechtlich unsichere Lage VOR den Warschauer Verträgen von 1972 hat (neben der Mangelwirtschaft) auch psychologisch dazu geführt, dass wenig Interesse am Erhalt von Liegenschaften war. Es ist nicht nur „polnische Wirtschaft“ – Blödes Wort, blödes Vorurteil.
5.) Dass das polnische Exilkorps ja eigentlich ähnlich wie die Franzosen unter Charles, dem Großen, auf Seiten der Westalliierten gekämpft hat, und sich genauso als Sieger bei den Westalliierten fühlte. Und dann im Vertrag von Jalta von den Alliierten dem russischen Einflussbereich zugeschlagen wurde. Klar, dass sie sich verar… fühlten, und ein Thema, das heute noch an den polen nagt.
6.) Dass polen mit Unterstützung von England & frankreich in den 20ern sich sehr aggressiv Teile im Osten angeeignet hat. Ein Thema, das die polen nicht gerne hören. Und das russische Imperium hat zurückgeschlagen.
7.) Und ein Land, das mitten in Europa liegt und zu Europa gehört. Und eigentlich das gleiche Problem wie wir hat. Die Laster: die aus dem Osten kommen und nach Westen fahren und wieder zurück. Und in der Nord-Süd Richtung auch. Und meint, alles was aus dem Osten kommt, klaut.
Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr in dieser Gegend weitertouren! Es gibt noch viel zu entdecken! Und das hat Abenteuercharakter, für uns jedenfalls!
Jetzt habe ich Euch lange genug genervt! Viele Grüße
Frank
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| Beduin: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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| Ausderasche hat folgendes geschrieben:: | Jetzt habe ich Euch lange genug genervt! Viele Grüße
Frank |
Hallo Frank
auf keinen Fall!
Habe begesistert und manchmal auch bedrückt mitgelesen und viel Freude an deinen bilder gehabt.
Hast wirklich gut gemacht
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| MichaelW: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Hallo Frank,
das sehe ich auch so, Du hast überhaupt nicht genervt, das war alles höchst interessant, Danke dafür !!!
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| Gast: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Ein wunderschöner Re sebericht, zum einen die anregenden bilder, auch durchwegs offenbar bei schönem oder zumindest passenden Wetter, zum andern auch die nötigen Informationen. Mit Deiner Nachbetrachtung gehe ich absolut konform! Tatsächlich, was schon wissen wir eigentlich von unserm Nachbarland und seinen Bewohnern? Darüber habe ich jetzt auch mal nachgedacht.
Groooooßes Kompliment, Dein Bericht hat mich nicht nur interessiert, sondern eher sogar gebannt. Schön auch immer wieder die Ausführungen über offenbar durchwegs erfreuliche kulinarisch Genüsse!!
Dankeschön ...
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| LowCostDriver: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Hi Frank,
polen hat mich nie interessiert, da ich immer auf die allgemeine Aussage "zu gefährlich" gehört habe.
Dann habe ich das Bild im Reiserätsel gesehen und wie Lira deinen Bericht gelobt hat.
Daher habe ich mich auf die Scuhe gemacht und auch diesen wunderschönen Reisebericht erst jetzt gesehen.
Ich finde es gelinde gesagt phantastisch!!!
5- Sterne- Plus Reisebericht
:flower: :flower: :flower: :flower: :flower:
Ich habe es mir alles viel kaputter vorgestellt, aber was du da an kleinen Bildschätzen zeigst, das macht richtig Lust auf eine Tour nach polen.
Wenn es nur von uns aus nicht so weit weg wäre...
eine Frage habe ich aber an dich:
Auf den Asnichten der Campingplätze stehen oft mehrere Wohnmobile beisammen.
Seid ihr im Konvoi gefahren oder sind "westliche" Wohnmobile mittlerweile normal in polen?
Gruß Björn
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| Ausderasche: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Hi Björn,
wir waren mit 2 WOMOs im Konvoi unterwegs...
ich vorne, um die Schläge abzufangen, die es natürlich nicht gab!
und haben auf kleinen CPs, auf bewachten Parkplätzen (die waren in der Stadt teurer als der CP auf dem Land), aber auch frei gestanden...kein Problem...in der Stadt hätten wir das aber nicht gemacht.
Zu der Zeit, wo wir unterwegs waren, waren nicht viel Wohnmobilisten unterwegs, das ist im Sommer wahrscheinlich anders, und die meisten fahren wohl an die Ostsee und Masuren.
Viele Grüße
Frank
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| GeoHeiner: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Wir waren dies Jahr nur kurz in polen und kann nur sagen: Es lohnt sich.
"Westliche Wohnmobile" sind absolut normal, besonders in und um den Touristenhochburgen. Auf dem platten Land ist das allerdings anders. Sicherheitsbedenken hatte ich vorher keine und habe auch jetzt keine. Da wird Dir genausoviel oder genausowenig passieren wie überall.
Die Straßen sind zwar nicht überall vom feinsten, aber das sind sie in unserem Musterländle auch nicht. Na ja, im Schnitt sind sie bei uns noch etwas besser, noch.
Das Land strahlt eine Dynamik aus, überall wird gebuddelt und gebaut und es hat eine sehr jugendliche Bevölkerung. Die alten Städte Breslau, Krakau, Posen sind alle ein Reise wert. Die Landschaften sind wunderschön, wir sind Westpolen von Süd nach Nord gefahren. Die Seen und Wälder im Wechsel mit landwirtschaftlichen Flächen in flachhügeliger Landschaft mit vielen Störchen ist wunderbar. Also nix wie hin.
Und das beste zum Schluß: Der Diesel ist dort viel billiger und man kann dort gut und preiswert essen. Und Bier brauen können die auch, sehr gut sogar.
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| GeoHeiner: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Was ich natürlich vergessen hab: Frank dein Bericht und deine bilder sind super. Danke dafür.
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| Gerd-R: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Hallo,
leider wurde ich erst jetzt auf den sehr interessanten und gut gemachten Reisebericht aufmerksam. Vielen Dank dafür.
Nicht zuletzt auch aufgrund der sehr schönen bilder bekommt man Appetit das Land auch einmal zu bereisen (wir waren noch niemals richtig in polen). Ich denke, eine unserer nächsten Womo-Touren wird nach polen gehen.
Gruß Gerd
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| hast29: "Reisebericht: 4 Wochen in Südpolen unterwegs"
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Hallo Frank,
erst jetzt bin ich dazu gekommen deinen Reisebericht einmal in einem Schwung durchzulesen.
Toll!!!
DA wir noch immer nicht sicher sind wohin im Sommer 2008 könnte das eine wirkliche alternative sein.
Meine Bedenken sind hierbei immer nur: wir fahren alleine und stehen auch gerne frei....
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