|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Dienstag,22. Mai 2007

Auf Wiedersehen Kalkan
Es geht an der bergigen Küstenstraße entlang. Plötzlich ein Stop, ein Polizist
erklärt uns, dass an der Brücke gearbeitet würde und unser Wohnmobil zu breit
zum Passieren ist. Denn auf der Brücke steht ein Bagger, der einen
Stützpfeiler hält. Autos können die Brücke passieren. Es dauert recht lange.
Nach einer Stunde werden Geröll und Steine weggeschoben mit einem zweiten
Bagger, und dann können auch wir weiterfahren. Reisebusse hinter uns sind zu
groß und müssen weiterhin warten.

Die Brücke wird stabilisiert
Nach gerade einmal 25 Kilometern erreichen wir Kas und stellen uns dort in den
Hafen. Es ist die letzte Gelegenheit für uns, uns in das griechische Vodafone
Netz der nahegelegenen griechischen Insel Kastelloriso einzuloggen. Den ganzen
Vormittag verbringen wir im internet, um verschiedene Aktivitäten zu
erledigen, denn wir wissen nicht, wie der Empfang im türkischen Hinterland
später sein wird.

Annette hat das Lammfleisch so gut geschmeckt, dass Herbert es heute
schon wieder kochen muss. Wir kaufen eine Lammschulter, grüne Bohnen,
Auberginen, Zucchini und Kleinigkeiten. Der Verkäufer fragt, wer denn
der Koch sei. Annette zeigt auf Herbert. Das Schnippeln und Vorbereiten
mag sie allerdings immer gern erledigen.
Abends so gegen halb acht kommt eine kleine Trainingsgruppe mit kleinen
Mädchen von vielleicht 5 Jahren zum Taek-Wan-Do Unterricht. Mit lauten
Ho und Ha und dergleichen wird geübt. Kas besitzt ein recht gut
erhaltenes antikes Theater. Wir aber als weniger Kulturbeflissene
bummeln am Abend lieber durch die geschäftigen Gassen. Es ist jetzt
angenehm kühl.

Taek-Wan-Do Training im Hafen
|
|
|
|
|
| drivetheglobe: "Türkei 2007"
|
Super Fotos !
Da bekommt man ja richtig Gusto !
Wir waren auch 2007 - und die kinder wollen heuer wieder hin :D
lg
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Mittwoch,23. Mai 2007

Yachthafen von Kas
In den Bergen ist es heute ziemlich bewölkt und es erinnert ein wenig an
daheim in den Alpen. Eigentlich ist es zum Fahren sehr angenehm. Es riecht
sehr frisch und nach Wald. Auch wenn es hoch hinauf geht, sind die Straßen
immer sehr breit, und in dieser Region in einem recht ordentlichen Zustand.
Von oben können wir die endlosen Gewächshäuser sehen. Kein Fleckchen Erde ist
dazwischen sichtbar.

Ebene voller Gewächshäuser
Mehrmals im Jahr werden hier vor allem Tomaten und Auberginen geerntet.
Irgendwann kommt eine Bucht, die ideal zum campen wäre. Wir halten an und
betrachten von oben mit dem Fernglas die Lage. Dabei stellen wir fest, dass es
sich um eine Wanderdüne handelt, die teilweise die Bäume schon "aufgefressen"
hat. Am Rande der Düne ist ein kleiner Hafen, wo die Touristenboote anlegen.

Wanderdünen
Kilometerlang geht es auf einer tollen Küstenstraße am Meer entlang, wir sind
an kroatien erinnert.

Küstenstraße Richtung Kemer

Großeinkauf am Straßenrand
Im Kumluca füllen wir einmal wieder unsere Vorräte auf. Der Gemüsehändler am
Straßenrand ist hell erfreut über deutsche Kundschaft. Wir fragen, ob er auch
Brot hätte, er sagt ja, und sofort wird der Sohn zum nahe gelegenen Minimarkt
geschickt. In der Zwischenzeit schauen wir uns um, was wir gebrauchen können,
und Herbert entdeckt im hinteren Teil des Raums, wie die Händlersfrau
traditionelles Brot backt. Er darf ein paar Fotos machen. Sie schenkt uns eine
kleine Kostprobe.

Traditionelles Brotbacken

Aussichtspunkt im Olypos-Gebirge-Nationalpark
Noch einmal geht es die Berge hinauf. Es ist ein auf und ab. Gottlob ist es
heute nicht so heiß, sonst würde die Kühlwassertemperatur wieder schnell
ansteigen. Oben angekommen sehen wir eine sehr schöne Einkehr, ein bisschen
osmanisch mit all den Kissen und Teppichen. Schnell sind wir barfüßig und
setzen uns auf einen Orangensaft (portakal suyu) hin.

Bombenalarm in Beldibi
Dann erreichen wir die Touristenhochburg Kemer. Diese Stadt ist völlig vom
Reißbrett und hat nicht die geringste Spur irgendeiner türkischen Lebensart.
Fluchtartig verlassen wir die Stadt. In Beldibi ist plötzlich die Straße
gesperrt. Wir wissen nicht, was los ist. Annette kann nicht einmal zum
Telefonhäuschen gehen, um ihre Freundlin anzurufen. Nach einer Weile kommt ein
Türke, der deutsch spricht, und sagt, dort vorn würde eine eine herrenlose
Tasche stehen und man wüsste nicht, ob es sich um eine Bombe handelt. Er
bittet uns, zu drehen und den Ort zu verlassen.
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Donnerstag,24. Mai 2007

Übernachtung bei Beldibi
Gestern Abend hatten wir Beldibi noch verlassen wegen des Lärms in den
Discotheken. Außerdem ist alles auf russischen Tourismus ausgerichtet, was uns
nicht gefällt. An einem kleinen Waldstück außerhalb der Stadt hatten wir eine
schöne Stelle gefunden, am Strand, der allerdings steinig ist. Der Himmel ist
wolkenverhangen und es sieht sogar nach Regen aus. Ziemlich früh brechen wir
auf nach Antalya.

Schlechtwetter in Sicht
Bevor wir die Mercedes Werkstatt aufsuchen, decken wir uns noch mit Vorräten
ein, da wir nicht wissen, wie lange der Aufenthalt in der Werkstatt dauern
mag. Tatsächlich fängt es es währenddessen zu regnen an. Die Werkstatt ist
recht bald gefunden und man sagt uns, dass wir bis 13 Uhr warten müssten.

Großeinkauf vor Werkstattaufenthalt
Als wir an der Reihe sind, zittern wir, wie groß die Reparatur wohl sein wird.
Ein Blick in die Gesichter der Monteure lässt nichts gutes ahnen. Annette
fragt, großes Problem oder kleines, und da antwortet er, kleines. Uff, geht es
uns sofort besser. Ein kleiner Ölschlauch ist porös und daher undicht
geworden.

Wie lange wird es dauern?
Nach 2 Stunden ist der Schaden behoben und wir sind überrascht über die Höhe
(besser gesagt, Geringfügigheit) der Rechnung. Gerade einmal 47 YTL (ca. 26
EUR) hat die ganze Angelegenheit gekostet. Nun können wir erleichtert nach
Antalya hineinfahren. In der Nähe der Altstadt, an der Stadtmauer finden wir
einen Parkplatz, wo wir für 9 YTL übernachten können. Wir machen einen kurzen
Spaziergang zum Hafen.

erster Eindruck von Antalya
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Freitag,25. Mai 2007

Blick auf die Stadtmauer von Antalya
Heute wollen wir uns Antalya ausgiebig anschauen. Unser Weg führt die
Promenade entlang bis zum Hafen hin. Von dort führt dann eine Treppe hinauf in
die Altstadt, die momentan sehr stark restauriert wird. Die Bürgersteige
werden neu gepflastert. Viele Häuser sehen mittlerweile ganz allerliebst aus,
wobei aber auch noch sehr viele Ruinen dazwischen stehen.

Wieder landen wir in einem Teppichgeschäft
Irgendwann kommen wir am Yivli Minare an, dem wörtlich übersetzten "gefurchten Minarett". Dies gilt als Wahrzeichen der Stadt, erbaut im 13. Jh. Unmittelbar
daneben befindet sich die Medrese, die ehemalige Koranschule, die jedoch
heutzutage als Museum dient. Ein sehr alter Türke erklärt uns die Bedeutung
dieser beiden Gebäude.

Wahrzeichen Antalyas: Yivli Minare

Yachthafen Antalyas
Diesen Blick von hier oben hat man von der angeblich schönsten Teeterrasse der
Türkei, der Terrasse über dem Turban-Yachthafen in der Altstadt. Überhaupt
soll Atatürk die Stadt Antalya als die schönste Stadt der Türkei bezeichnet
haben, man nennt die Stadt auch die Lachende Schöne. Und dennoch erkennt
Annette Antalya nicht einmal zu 10% wieder. Alles wirkt so völlig verändert,
und das innerhalb der letzten 14 Jahre.

Türkisch Eiskrem
Dieser lachende Eisverkäufer wirbt sehr lautstark für sein Eiskrem.Immer
wieder stampft er die Eismasse mit einem langen Stab (auf dem Bild) oder
wickelt die Eismasse (fest wie eine Bonbonmasse) darum und wirbelt es dann den
Passanten um die Köpfe, die dann mit einem Huch erschrecken. Es ist ein Tumult
wie im Orient. Auf unserem Rückweg durch die alten Gassen spricht uns ein
Türke an, dessen Innenhof, in dem sich ein Restaurant befindet, wir gerade
fotografieren. Er ist Englischlehrer und bietet uns an, gern einen Rundgang
durch sein Haus zu machen. Auch hätte man von ganz oben einen herrlichen Blick
auf den Hafen und die Stadt. Dummerweise lehnen wir ab, denn wir sind total
fußlahm

Taverne in der Altstadt
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Samstag,26. Mai 2007

Massentourismus in allen Variationen
Früh um 6 Uhr verlassen wir die Stadt Antalya. Die frühen Morgenstunden sind
immer die beste Zeit des Tages. Wir wollen nicht die Hauptstraße nehmen. Am
Meer entlang kämpfen wir uns durch endlose Hotelketten und Ferienanlagen, und
Hochhaus-Trabantenstädten, die komplett leerstehen. Immer mehr spüren wir den
Wahnsinn des Baubooms. Die Hotelanlagen wirken teilweise wie disneyland, von
venezianischem Stil über englische Castles, russische Zwiebelturmpaläste ist
alles zu finden. Sämtliche Anlagen sind streng bewacht.

die Manavgat-Wasserfälle
Dutzende von
Bussen mit Angestellten, die zu den Hotelanlagen gebracht werden, kommen uns
entgegen. Irgendwann werden wir dennoch auf die Hauptstraße geleitet. Annette
erinnert sich an die Wasserfälle bei Manavgat (gesprochen Manaugat), und so
biegen wir nach dorthin ab.

Direkt am strömenden wasser oder an flachen kühlen Wasserbecken kann man unter
alten Laubbäumen essen. Der Manavgat-Fluss zeigt hier sehr schön seine
türkisgrünen Farben. Da es noch so früh am Tage ist, sind wir fast die
einzigen hier. Auf dem Fluss kann man sogar Bootsfahrten unternehmen, durch
die Stadt Manavgat bis ans Meer


Gegen Mittag nähern wir uns der Stadt Alanya. Wir sind gespannt, was uns
erwartet. Annette hat vor 14 Jahren hier eine Wohnung gekauft, und wir wollen
in den nächsten Tagen diverse Dinge klären, die die Wohnung betreffen. Den
Stadtberg Alanyas auf einer 250m hohen Halbinsel erkennt sie sofort wieder.
Ansonsten kann sie sich bereits am Ortseingang kaum mehr orientieren, weil
viele Straßen neu sind. Wir kämpfen uns vor bis zum Atatürk-Denkmal, biegen
dort rechts ab und parken direkt hinter dem Rathaus, an der Uferpromenade.
Einen schöneren Platz in der Stadt hätten wir uns nicht aussuchen können. Der
Parkwächter verlangt 3 YTL und gibt uns zu verstehen, dass es kein Problem
wäre, hier mehrere Tage stehen zu bleiben. Er würde nur jeden Morgen zum
Kassieren kommen.

die von Bergen umgebene Bucht Alanyas

unser stellplatz in Alanya
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Sonntag,27. Mai 2007

Blick von einem Terrassencafé auf den Hafen
Da wir heute am Sonntag den Mieter unserer Wohnung nicht erreichen (die
Wohnung ist an ein Steuerbüro vermietet), vertreiben wir uns den Tag in der
Stadt. Von türkischer Mentalität ist kaum mehr etwas zu spüren. Es ist
erstaunlich, wie sich die Stadt in den letzten 10 Jahren verändert hat. Für
Annettes Empfinden jedenfalls nicht zum positiven. Bereits gestern Abend
spürten wir eine gewisse Ballermann Atmosphäre. Lautstark dröhnt im Hafen
Musik, und wie es dann wohl erst in der Hochsaison ausufern wird.

Wasserspiele an der Kleopatra Promenade
Wir spazieren durch die Straßen zur anderen Seite der Halbinsel. Dort befindet
sich der Kleopatra-Strand, und alles geht dort feiner zu. Wunderschöne
Parkanlagen, die einen sehr gepflegten Eindruck machen. Sehr viele
Wasserspiele und Brunnenanlagen kühlen die Luft sehr angenehm. Ein
Stadtviertel, wie man es von den Touristenhochburgen Spaniens kennt.

Kleopatra-Strand
Es sind über 30 Grad und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Wir holen unsere
uralten Badesachen heraus und wagen einen Sprung ins wasser. Ein komisches
Gefühl, einmal nicht nackig ins wasser zu gehen. Auf dem Rückweg kommen wir an
Willis Kneipe vorbei. Fast erliegen wir der Versuchung, uns eine Portion
Bratkartoffel mit Spiegelei zu bestellen.&Herbert verspricht dann aber,
dieses Gericht an Bord zu kochen, denn jetzt in der Nachmittagssonne ist es zu
heiß zum essen

Willi's deutsche Kneipe
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Mittwoch,30. Mai 2007

Bananen aus der Umgebung Alanyas
Zu sehr früher Morgenstunde verlassen wir Alanya. Zu sehr hat uns der
Touristenrummel der letzten Tage genervt. Außerhalb der Stadt sehen wir am
Straßenrand viele Verkaufsstände für Bananen. Die einheimischen Bananen sind
kleiner und süßer im Geschmack. Bis alles verkauft ist, wird der Verkäufer
wohl einige Nächte in seiner spartanischen Unterkunft verbringen müssen.

Unterkunft des Bananenverkäufers am Straßenrand
In Anamur sehen wir die erste Moschee unserer Reise, die 4 Minaretts hat.
Jetzt fällt die Anspannung der letzten Tage von uns ab, und wir stellen uns
für 2 Stunden in Anamur an den Strand, um ein wenig zu ruhen.

Moschee mit 4 Minaretts in Anamur
Die Straßen sind seit dem Bezirk Antalya wesentlich besser zu befahren und wir kommen gut
voran. Die Aussicht entlang der Küste ist sehr beeindruckend. Immer wieder
halten wir an zum Fotografieren und Filmen.

Küstenstraße hinter Karatepe

Felsformationen zwischen Anamur und Silifke

Frauen beim Brotbacken in Silifke
In Silifke wollen wir wieder schön türkisch essen gehen, weil
in Alanya alles so international und einheitlich war. Für die Brote, die die
Frauen in ihren Zelten backen, sind wir heute nicht aufgelegt. Wir laufen durch
die Stadt und finden nirgends ein Lokal, das außer Kebab noch etwas anderes
anbietet. Die Stadt Silifke ist sehr traditionell türkisch, und wir werden oft
in den Straßen angeschaut, als wären wir exotisch. Junge Burschen laufen hinter
uns her, und nach einer Weile traut sich einer, uns auf englisch anzusprechen.
Er ist ganz stolz vor seinen Kameraden, sich mit uns ein paar Brocken Englisch
auszutauschen. Überhaupt tritt man uns hier sehr freundlich und einladend
entgegen.

Blutspende unter freiem Himmel
An einem Stand des Roten Halbmondes wird unter freiem Himmel
Blut gespendet. Bereitwillig bietet man uns an, gern ein paar Fotos machen zu
können. Zum Abschluss schenkt uns der Leiter ganz stolz einen Kugelschreiber
mit dem Logo des Halbmondes. Da wir nirgends ein Lokal finden, fahren wir
weiter nach Kizkalesi (übersetzt: Mädchenburg).

Abendessen an einem Hotelbuffet
Beim Abendspaziergang durch den Ort sehen wir in einem Hotel
die Auslagen eines Buffets. Uns knurrt schon seit Stunden der Magen.
Kurzentschlossen fragen wir , ob das Buffet nur für die Hotelgäste oder auch
öffentlich wäre. Jedermann kann daran teilnehmen, und so haben wir für 30 YTL
(ca. 16 EUR) ein fürstliches Abendessen incl. Getränke.
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Donnerstag,31. Mai 2007

Mädchenburg in Kizkalesi
An einem Rastplatz mit Blick auf die Mädchenburg hatten wir übernachtet. Ein
Teil der Burg liegt am Strand, ein anderer auf einer kleinen Insel im Meer. (Kizkalesi
übersetzt sich wörtlich in Mädchenburg.) Der Legende nach wohnte in dem Teil
der Burg, die im Meer liegt, eine Königstochter, der der Tod durch einen
Schlangenbiss vorausgesagt war. Trotz aller Vorsorge konnte sie ihrem
Schicksal dennoch nicht entgehen: In einem als Geschenk überreichten
Früchtekorb eines Verehrers verbarg sich eine Schlange.

Ankunft in Mersin
Wir erreichen Mersin. Der Stadt mit seinen 545.000 Einwohnern kann man eine
gewissen Wohlstand ansehen. Sie ist heute ein Zentrum der Ausfuhr von Getreide
und Baumwolle sowie Petrochemie und Textilindustrie.

allein vor endlosem Häusermeer
Kilometerlang ziehen sich die Häuserblocks mit zum Teil 13 Etagen an der
Uferpromenade entlang. Wir machen erst einmal halt und schreiben an unserem
Reisebericht weiter. Wir kommen uns ganz klein und einsam vor in diesem
riesigen Häusermeer.

neue Moschee aus den 1990er Jahren mit sechs Minaretts

Skulpturen an der Uferpromenade

Hochzeitspaar vor schöner Kulisse
Gegen Abend parken wir direkt gegenüber der Moschee an der
Uferpromenade. Viele Einheimische bummeln die Promenade entlang oder sitzen im
Park. Es gibt wunderschöne Skulpturen und sehr schön angelegte Parkanlagen,
entlang der ca. 5 km langen Strandpromenade. Alles ist sehr schick und schön.

Simit Verkäufer
Als Herbert die Website übertragen will, bemerkt er ein
ungesichertes wlan-Netz, in das er sich einloggen kann. Und so kann Herbert
eine ganze Zeit kostenlos im internet surfen. Dabei informieren wir uns wieder einmal
ausführlich über die Geschehnisse in Deutschland.

Parkplatz für die Nacht
Heute Abend gibt es seit langem einmal wieder deutsche Küche.
Die Bratkartoffeln, auf die wir in Alanya solchen Heißhunger hatten, haben wir
heute Abend in unserer Bordküche. Lange beobachten wir noch das Treiben auf der
Promenade, bevor wir dann gegen 11 Uhr zu Bett gehen

Kochen an der Uferpromenade
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Freitag,01. Juni 2007

morgendlicher Blick auf Mersin
Wir werden zu sehr früher Stunde von lauten Rufen geweckt. Ein Blick aus dem
fenster und wir sehen Leute beim Frühsport. Auf der Promenade geht es sehr
lebhaft zu. Jung und alt treiben Frühsport.

Frühsport an der Promenade
Weiter geht es nach Tarsus, eine Stadt mit glanzvoller Vergangenheit. Hier
wurde der Apostel Paulus geboren und Kleopatra begegnete hier erstmals Marc
Anton. Das Kleopatra-Tor begrüßt uns schon am Ortseingang. In dieser Hitze
haben wir keine rechte Lust, die Stadt zu besichtigen. Allem Anschein nach ist
es eine geschäftige Einkaufsstadt. Nach kurzer Überlegung reisen wir weiter
nach Adana.

Kleopatra-Tor in Tarsus
Kurz vor Adana hält an einer Ampel einmal wieder ein Paar aus Österreich mit
ihrem hymer-Mobil, denen wir mittlerweile schon zum drittenmal begegnet sind.
Aus dem fenster heraus begrüßen wir uns und fragen nach den gegenseitigen
Zielen. Wer weiß, wie oft wir uns wohl noch wiedersehen

Neue Moschee aus den 90er Jahren in Adana

Lebendhuhn-Verkauf am Seyhan-Fluss
Adana, mit seinen 1,133 Mio. Einwohnern die
viertgrößte Stadt des Landes, ist auf den ersten Blick ein einziges Chaos für
uns. Nahe der Moschee parken wir und gehen ein paar Schritte zur Orientierung.
Ein deutschsprechender Türke bietet uns an, die Stadt zu zeigen. Eine 300
Meter lange Steinbrücke aus römischer Zeit überspannt den breiten Seyhan-Fluss.
An seinem Ufer entstand in den letzten Jahren eine riesige Moschee (namens
Sabanci Merkez Camii) mit 6 statt
4 Minaretts, vergleichbar mit der Blauen Moschee in Istanbul.

Tas Köprü (Steinbrücke) mit Moschee
Wir wollen uns einen Parkplatz in der Stadt suchen. Das
ständige Hupen in den Straßen nervt Herbert so sehr, dass wir die Stadt
fluchtartig verlassen. Die Hitze (35 Grad) tut noch ein übriges

endlose Weiten
Wir wollen ans Meer. Auf dem Weg Richtung Antakya finden wir
kurz vor Iskenderun riesige Stahlwerke, die ihre Abgase in den Himmel blasen.
Es geht vorbei an grünbewaldeten Bergen, die uns an daheim erinnern. Es schaut
fast wie in den Alpen aus. Das schöne Grün kommt uns hier unten im östlichen
Teil der Türkei kommt uns direkt seltsam vor

In den Bergen
Wir biegen ab zum Meer und fahren die Küste entlang Richtung
Arsuz. Das Meer ist trüb und der Strand ist steinig und schwarz. Ein geeigneter
Platz findet sich nicht so recht. Ein wenig enttäuscht übernachten wir in Arsuz.
Bei einem Bummel kommen wir noch mit einem alten Türken ins Gespräch, der 6
Monate des Jahres hier verbringt, und die restliche Zeit im winter in
Stuttgart.

Kanal in Arsuz

Hauptstraße von Arsuz
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Samstag,02. Juni 2007

Unterwegs nach Antakya
Eine Straße windet sich den Berg hinauf und will nicht enden. Der Motor
unseres Wohnmobils wird heißer und heißer. Herbert ist wieder recht besorgt.
Oben angekommen jedoch haben wir einen fantastischen Blick in die Tiefebene
nach Antakya. Bei der Abfahrt denken wir mit Sorge daran, dass wir diesen Berg
auf der Rückfahrt ja wieder zu bewältigen haben.

Olivenöl-Transport auf vier Beinen

der Asi-Fluss geht durch Antakya
Antakya war einst die größte Stadt nach rom und Alexandria im Mittelmeerraum.
Heute zählt sie 144.000 Einwohner und ist uns in unangenehmer Erinnerung ob
der Morde an Mitarbeitern einer christlichen Mission vor ca. 2 Monaten. Alles
wirkt hier sehr orientalisch. Der Dialekt klingt schon irgendwie arabisch
hier.

Kebap-Verkäufer bereitet seinen Spieß zu

ein Glas Ayran am Straßenrand

Metzger in der Altstadt
Das Basarviertel ist interessant, die einzelnen Gassen sind
aufgeteilt in Schuhgeschäfte, Textil-, Schmuckgeschäfte und dergleichen. Die
Leute, die Herbert um ein Foto bittet, stimmen immer gern zu. Hier finden wir
zum erstenmal kinder in den Straßen, die betteln, was in den bisherigen
Regionen nicht vorkam.

in den Basargassen

Hier, so weit im Osten, haben wir zum erstenmal ein beklemmendes Gefühl. Wir
können es uns nicht recht erklären, es scheint wohl die Nähe nach Syrien zu
sein. Die Menschen sehen hier noch dunkler aus und sind Touristen auch
vielleicht nicht gewöhnt.

Männergesellschaft
Alle schauen uns nach und sehen wohl an Herberts Blondkopf,
dass wir Fremde sind. Wenn wir von Einheimischen angesprochen werden, immer die
gleichen Fragen: Hello, what's your name, wo kommst du her. Alle sind strikt
auf Herbert als Mann fixiert, Annette scheint überhaupt nicht zu existieren.
Überhaupt ist die Türkei eine reine Männergesellschaft. Sogar abends beim
Bummeln sehen wir Männer Arm in Arm spazieren gehen.

die Geschäfte werden mit Weihrauch beräuchert
Uns begegnet eine eine eigenartige Figur: Er trägt einen
Weihrauchtopf mit sich und fragt in jedem Geschäft, ob er es gegen ein kleines
Bakschisch beweihräuchern darf.

Teppiche hängen zum Trocknen aus

Schusters Handwerk
Zum Übernachten stellen wir uns an den Straßenrand in einem
Wohnviertel. Wir betrachten es als eine sichere Art der Übernachtung, mitten
in der Stadt zu stehen als irgendwo auf abgelegenen Plätzen. Gegenüber unserem
Wohnmobil befindet sich eine Kooperative von Dolmus, den Minibussen. Einer der
Fahrer kann deutsch und wir werden freundlich zu einem Tee eingeladen. Am
späten Abend vertreiben wir uns die Zeit ein wenig im Internetcafé. Fast alle
Plätze sind besetzt. Eine Stunde kostet 1 Lira.

Übernachtung in einem der Wohnviertel Antakyas
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Sonntag,03. Juni 2007

Wasserfälle in Harbiye
Unsere Fahrt geht heute in den 10 km entfernten Ausflugsort Harbiye zum
Wasserfall. Dort angekommen, bestürmt uns ein Türke, dem das Hotel Prenses
gehört, und bietet uns ein Hotelzimmer an. Lachend erwidern wir, dass wir doch
unser eigenes Hotelzimmer dabeihätten. Bei einem Blick in unser Wohnmobil muss
auch er lachen. In einem wilden Durcheinander von türkisch und englisch sagt
er uns, dass er von den Arabern 50 Dollars für die Nacht verlangt, und bei uns würde er 25
Dollars verlangen. Wir fragen ihn, ob denn viele Araber kämen und ob sie viel
Geld hätten und, oh ja, das hätten sie.

Mit den Füßen im wasser
Am Wasserfall ist es sehr erholsam, und man kann - mit den Füßen im wasser -
in einen der vielen schattigen Restaurantgärten einkehren. Die Vorspeisen sind
diesmal recht scharf und wollen uns nicht so ganz schmecken. Als dann das
Kebap (jedes Fleisch nennt man hier Kebap) serviert wird, werden unsere
Gesichter lang. Zwei kleine Fleischspieße unter Fladenbrot versteckt, und am
Ende zahlen wir auch noch einen Touristenpreis, der alle bisherigen Preise
unserer Reise bei weitem sprengt.

scharfe Stärkung

viele lauschige Plätze

endlose Weiten entlang der Straße nach Syrien
Es wird immer heißer, die Luft flimmert geradezu. Das
Außenthermometer zeigt 39,5 Grad. Die türkisch-syrische Grenze ist nur 30 km
entfernt, und so wollen wir einmal schauen, wie es dort zugeht.&Auf dem
Weg dorthin begegnen uns unzählige LKWs, die abenteuerlich beladen sind. Wir
wundern uns, dass sie nicht in Kurven umkippen.

Getreidetransporte auf dem Weg in die Stadt
An der Grenze dann ein riesiger LKW Stau. Sie werden wohl Tage
brauchen, um die Grenzformalitäten abzuwickeln. In großen Abständen wird ein
Gittertor geöffnet und ein Fahrzeug zur Abfertigung durchgelassen. In
Schießständen liegen Soldaten mit ihren Maschinengewehren feuerbereit. An der
Straße liegen eiserne Reiter, die bei Bedarf auf die Straße gezogen werden,
damit die Autoreifen platzen. Alles in allem für uns sehr bedrohlich.

Grenzübergang nach Syrien
Die Hitze ist kaum mehr auszuhalten bei nunmehr 40 Grad und
darüber. Wir wollen zum wasser. Kurzentschlossen fahren wir auf der Autobahn
zurück Richtung Adana und von dort aus nach Karatas, dem Badeort der Stadt
Adana. Als wir dort abends ankommen, fühlen wir uns nicht ganz geheuer. Es ist
jedoch spät und wir wollen zumindest die Nacht hier verbringen.

Unser Platz in Karatas
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Montag,04. Juni 2007

in den Straßen von Karatas
Der Tag fängt schön an, aber von einem Badeplatz, wie wir ihn uns in dieser
Region erhofft hatten, kann keine Rede sein. Auch ist der Sand irgendwie
schwarz und das Meer direkt trüb. Zumindest können wir die Liegestühle
herausholen und hinter unserem Wohnmobil nackig sonnenbaden.
Irgendwann macht Annette die Augen auf und sieht einen Mann vor sich auf einem
Felsen stehen. Wir sind sehr erschreckt und der ungebetene Gast geht wortlos
von dannen.

Am Nachmittag gehen wir in den Ort zum einkaufen. Und wieder beschleicht uns
ein ungutes Gefühl. Nur Männer auf den Straßen und vor den Teestuben, alle
schauen düster und kein wenig freundlich auf uns. Langsam reicht es uns und
wir beschließen, morgen diese Region zu verlassen in Richtung
Schwarzmeerküste.

Abends räumen wir unseren kühlschrank aus und verbrauchen alles an frischem
Gemüse, was sich angesammelt hat. Es wird ein leckeres Essen und bei Vollmond
sitzen wir noch lange beisammen.

Gemüse-Vielerlei
Als hatten wir eine Vorahnung, wird Annette um 0:45 Uhr wach und hört
zaghaftes Klopfen. Leise weckt sie Herbert, der nach dem rechten schaut. Er
öffnet das fenster uns sieht 3 Männer, die sich als Polizisten in Zivil
ausweisen. Passaport, sagen sie. Herbert gibt niemals die Pässe heraus und
zeigt ihnen stattdessen unsere Personalausweise. Unbeholfen schauen sie auf
die Ausweise, fragen noch einmal, ob diese die Passaports wären, können nichts
damit anfangen, geben uns die Ausweise zurück und gehen wieder. Dies war nun
bereits das viertemal, dass wir von der Polizei kontrolliert wurden. Jedesmal
standen sie unbeholfen herum und für uns hatte es jedesmal den Anschein, als
würden sie uns nur aus Neugier kontrollieren. Aber hier deshalb um 1 Uhr
nachts aus dem Bett geholt zu werden, gipfelt doch wohl an Dreistigkeit.

Gut' Nacht uns zweien
|
|
|
| Beduin: "Türkei 2007"
|
| Zitat: | Hier, so weit im Osten, haben wir zum erstenmal ein beklemmendes Gefühl. Wir
können es uns nicht recht erklären |
Das ging mir damals auch so :eek:
Schon komisch
In Iskenderun selber waren wir bei-mit Bekannten in einem Feriendorf. Da gungs dann sehr gut :)
Wir machten auch einen Ausflug in die Berge und besichtigten eine Höhle in der wohl eine der ersten Predigten gehalten wurde.
Könnte die Petrushöhle gewesen sein, mehr habe ich leider nicht darüber gefunden :(
|
|
|
| kalimera: "Türkei 2007"
|
Dienstag,05. Juni 2007

Behausungen der Feldarbeiter
Zwischen Karatas und Adana sehen wir viele Feldarbeiter, die bei der Hitze das
Feld von Hand bestellen. Auch sind Zeltdörfer aufgebaut, die ihnen als
Unterkunft dienen. Alles in sehr ärmlichem Zustand. Während unserer gesamten
Türkeireise ist dies die bisher schlechteste Region, die wir bisher
kennengelernt haben. Wir hätten direkt nach der Stadt Mersin Richtung
Schwarzes Meer aufbrechen können.

Feldarbeit ist Frauensache
Ab Adana geht es auf einer exzellenten Autobahn mit vier Spuren pro Richtung
und wenig Verkehr sehr gut voran. Zuerst geht es Richtung Ankara. Auch nachdem
die Autobahn nach einiger Zeit aufhört, bleiben die Straßen in einem
tadellosen Zustand. Irgendwann geht es ab in Richtung Nigde. Wir wollen heute
noch Kappadokien erreichen.

Auf dem Weg nach Inneranatolien
Welch ein Anblick in Kappadokien. Wir sind überwältigt von der Landschaft und
den bizarren Felsformationen. Seit Urzeiten suchten Menschen hier Zuflucht in
Höhlen und bis zu 8 Stockwerke tief ausgegrabenen Städten. Das Zentrum dieser
bizarren Erosionslandschaft befindet sich inmitten des Städtedreiecks von
Nevsehir, Avanos und Ürgüp. Wir wollen die Region morgen näher erkunden

Göreme in Kappadokien

Ein Kamel für die Touristen

Es wird Abend in Kappadokien
|
|
|
|
|
|