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Türkei 2007

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kalimera: "Türkei 2007"
Mittwoch,06. Juni 2007



Kappadokien am Morgen

Es ist ein Zischen und Fauchen draußen zu hören. Als wir aus dem fenster
schauen, ist der Himmel über Göreme voll von Heißluftballons. Schade nur, dass
die bilder nichts werden, da sie alle gegen die Sonne fotografiert werden.
Später merken wir, dass man diese Ballonfahrten in der Früh buchen kann; eine
schöne Attraktion.



in Göreme

Um 8 Uhr machen wir uns auf, den Ort zu besichtigen. (Die gesamte Region
Kappadokien besteht ja nur aus gerade einmal 6 oder 7 Dörfern.) Beim
Durchwandern kommen wir ins Schwärmen, ein Fotomotiv löst das andere ab.
Hotels, Pensionen, Wohnungen und Restaurants, alles ist in Felsen eingebaut
bzw. angebaut.




Mit einem Teppichhändler kommen wir ins Handeln. Ein Läufer gefällt uns sehr
und er will letztendlich 650 Euros dafür haben. Es ist uns zu teuer. Wir
versuchen es am Nachmittag noch einmal, da ist der Preis auf 550 Euros
gefallen. Morgen in der Früh wollen wir es noch einmal versuchen




Hotel in den Felsen



Zubehör zum Färben der Wolle




Endlich gab es auch wieder Postkarten zu kaufen und wir konnten unseren Lieben
daheim einen Gruß senden. Gegen Mittag füllt sich der Ort, weil Busse mit
Touristen von überall her anreisen. Mit unserem Wohnmobil stehen wir hoch über
Göreme auf einem Parkplatz neben einem Souvenirladen. Den ganzen Nachmittag
verbringen wir mit den Besitzern Muzaffer und Ayshe beim Teetrinken.



urige Einkehr



Sammlung osmanischer Liebhaberstücke


Anzeige: "Türkei 2007"
kalimera: "Türkei 2007"
Donnerstag,07. Juni 2007



Wohnung in einem Felsen

Das Paar vom Souvenirladen wohnt auch in einer Höhlenwohnung, und sie laden
uns ein, einmal ihre Wohnung zu besichtigen. Wir sind sehr neugierig und
freuen uns. Wer hat schon die Gelegenheit, eine solche Wohnung privat zu
sehen. Ayshe nimmt uns mit sich, und es geht 8 bis 10 Stufen in den Felsen
hinunter. Es ist angenehm kühl hier.



Ayshe zeigt Annette den Doppelknoten



Muzaffer im Höhleneingang



im Wohnbereich

Sie kann ein wenig englisch und sagt uns, dass es Sommer schön kühl ist und im
winter warm. Die Wohnung ist komplett mit Teppichen ausgelegt, mehrere
übereinander. Wir sind barfuß. Sogar eine Terrasse geht nach draußen. Es ist
erstaunlich, wie gemütlich es hier herinnen ist. Und andererseits so geräumig.



Ist sie gar übergetreten?

Ayshe knüft auch selbst Teppiche; sie zeigt uns den türkischen Doppelknoten.
Gegen Mittag holt uns Muzaffers Freund, um uns nach Ürgüp zu einer
Teppichfabrik zu fahren. (Die Gegend Kayseri ist berühmt für Teppichknüpferei.)
Es geht in rasantem Tempo über die wirklich kurvenreiche Straße Kappadokiens.



Eingangsbereich Teppichfabrik



Teppichknüpferinnen

Ein Türke, der fließend deutsch spricht, führt uns durch die
Hallen und erklärt uns alles, vom Seidenkokon über das Färben bis hin zum
Knüpfen. Zu guter Letzt will er natürlich auch etwas verkaufen. Aber wir finden
keinen Läufer, der uns zusagt (wir wollen beige und blau).



der Seidenkokon wird aufgesponnen



Die Auswahl ist zu groß

Am späten Nachmittag verabschieden wir uns von unseren
türkischen Freunden und machen uns auf den Weg Richtung Kayseri. Dort empfängt
uns aber nur Großstadtgewirr, auf das wir jetzt jedoch kein Interesse
verspüren. Und so fahren fahren wir weiter Richtung Sivas und übernachten
unterwegs an der Straße.



Auf dem Weg nach Kayseri



Schnee auf den Bergen
kalimera: "Türkei 2007"
Freitag,08. Juni 2007



Kapelle einer Hochzeitsgesellschaft
Hinter Kayseri geht es endlos lang nur immer geradeaus. Irgendwann staut sich
alles, denn die die Straße ist wegen einer Sprengung gesperrt. Eine
Hochzeitsgesellschaft, die sich auch in dem Stau befindet, steigt aus und
fängt neben der Straße kräftig zu tanzen und zu spielen an. Die Tröte quäkt
ganz vergnügt.



die Gäste feiern ausgelassen






Kirschen im Überfluss

Was kosten die Kirschen? Zwei Millionen fünfhunderttausend Lira. Viele Türken
geben die Preise noch in der alten Währung an. In 2005 wurden die Millionen
weggestrichen, aus 1 Mio. Lira wurde 1 Neuer Lira. Der Kirschenverkäufer
bedeutet Annette, sich doch selbst einmal auf die Waage zu stellen, und mit
gespieltem Entsetzen schaut sie dann auf das gewicht.



bin ja nur mit den Kirschen so schwer

Wir haben großen Hunger, aber die einzigen Restaurants, die wir überhaupt
sehen, befinden sich an den Tankstellen entlang der Straße, wahrscheinlich nur
für die vielen LKW-Fahrer. Also kehren wir dort ein. Hier gibt es endlich
wieder traditionell türkische Küche, nicht nur Kebap am Spieß.



Straße über das Karabayir-Gebirge (2010m)



der Magen knurrte



es geht wieder bergab



Übernachtung am Stausee Kilickaya Baraji
kalimera: "Türkei 2007"
Samstag,09. Juni 2007



Stausee Kilickaya Baraji am Morgen

Wir haben an diesem Stausee übernachtet, es war herrlich still. Bei einem
ausgiebigen Frühstück lassen wir den Tag ruhig angehen. Die Berge erinnern uns
sehr an daheim.



die Bergstraßen befahren sich mühseliger



auf einer Passhöhe von 2200 Metern

Wir quälen uns auf eine Höhe von 2.200 Metern. Laut Karte wird
es das letztemal sein, dass wir so hoch hinauf kommen. Ansonsten waren die
Straße im Landesinnern in guten bis sehr gutem Zustand, fast immer 2 Spuren auf
jeder Fahrbahnseite. Wir hatten mit größerer Mühsal gerechnet, dass wir
wesentlich langsamer vorankämen, aber mitnichten. Überhaupt ist Inneranatolien
sehr dünn besiedelt.



der letzte Schnee auf den Bergen

Es könnte genausogut Österreich oder die schweiz sein. Auf den Bergen finden
wir bewirtschaftete Almen. Nun geht es bergab und wir können Sprit sparen. Ab
und zu hält uns eine Kuh auf.



Kühe sind unsere einzigen Wegbegleiter

Am Nachmittag erreichen wir die Schwarzmeerküste. In Giresun herrscht
geschäftiges Treiben. Hier sehen wir zum erstenmal anderes Brot in den
Auslagen. Hier gibt es wieder kleine Bäckereien, und nicht wie im Süden
Brotfabriken. Das Brot nennt sich Trabzon Brot, ist rund und bestimmt 2
kg schwer



Schuhputzer in Giresun



es passt immer noch etwas auf das Dach
kalimera: "Türkei 2007"
Sonntag, 10. Juni 2007



Sumela Kloster in Meryemana

Heute steht das Sumela Kloster bei Trabzon auf unserem Plan. Es geht
halsbrecherisch bergauf. Zum Glück fährt ein LKW vor uns, da wir sonst ins
Zweifeln gekommen wären, ob die Straße überhaupt befahrbar ist. Irgendwann in
schwindelnder Höhe teilt sich die Straße und wir trauen uns nicht mehr weiter.
Wir parken hier und gehen die restliche Strecke zu Fuß.




Um zehn vor acht sind wir bereits am Kloster angekommen. Alles ist noch
verschlossen und einsam. Ein Schild weist darauf hin, dass um 9 Uhr geöffnet
wird. Wir vertreiben uns die Zeit auf dem Vorplatz, trinken wasser von der
Quelle, machen ein paar Fotos.



Eingangsbereich vor den Klostertüren

Nach der Öffnung haben wir für die erste halbe Stunde das Kloster für uns
allein. Es geht 67 Stufen hinauf zur Eingangspforte. Danach hat man einen
wunderbaren Blick auf den tiefer gelegenen Klosterhof. Sofort fallen einem die
Fresken an den Außenwänden der Kapelle auf. Es ist erschreckend und
beschämend, wie übel die Fresken von eingekratzten Initialen und Sprüchen
zugerichtet und zerstört sind. Da dies hier keine islamische Stätte ist, hat
man anscheinend keinerlei Respekt und Anstand. Heute wird es von Personal
stärker bewacht.



Eingangstüre

1923 wurde das Kloster nach Ende des griechisch-türkischen Krieges endgültig
aufgegeben. Die Nachfolger der Sumela-Mönche bewohnen seit 1952 ein Kloster
auf dem Berg Vermion bei Kastanea, etwa 95 km von Thessaloniki.



Innenhof der Klosteranlage






Fresken in der Felsenkirche

Innerhalb der Felsenkirche sind die Fresken noch recht gut
erhalten. Wir halten uns eine ganze Weile in dem Kloster auf, bis mehrere
Reisegruppen eintreffen. Alle kommen mit Kleinbussen von unten hinauf. Wir
ziehen uns daraufhin zurück und verbringen den Rest des Tages hier oben in
den Bergen. Einen Besuch des Sumela Klosters können wir empfehlen. Die
restlichen bilder sprechen für sich selbst.



Deckenmalereien






Innenansicht der Felsenkirche



Außenfresken



Treppe hinauf zum Ausgang
kalimera: "Türkei 2007"
Montag,11. Juni 2007



exzellente Straße von Trabzon bis Samsun

Von Trabzon führt eine sehr gut ausgebaute Straße bis nach Samsun. An
Badeplätze ist dabei nicht zu denken, da die Straße direkt am wasser
vorbeiführt. Auf diese Weise wurde auf etwa 300 km Länge die Küste total
kaputtgemacht. Die Stellen, an denen man baden kann, sind steinig und man muss
schon am Seitenstreifen der autobahnähnlichen Straße parken.



Sinop

In Samsun halten wir gar nicht erst, weil es eine gesichtslose Großstadt mit
etlichen Hochhäusern bis zu 13 Etagen ist. Und so erreichen wir Sinop. Sinop
ist die erste Stadt, die uns an der Schwarzmeerküste gefällt. Sie hat einen
kleinen Yachthafen und die Stadt selbst liegt auf einer Landzunge.



Strand von Sinop



Enthäuten von Fisch

Hier decken wir uns mit Fisch und Fleisch ein, da wir hoffen, in den nächsten
Tagen einen Platz am wasser zu finden, wo wir uns länger aufhalten können. Der
Fisch wird sofort für uns filetiert, während wir einen Tee trinken.



unser Fisch wird filetiert



vom Einkauf zurück

Zum Nachmittag hin schlägt das Wetter um und es sieht nach Regen aus. Da der
Strand hier zum Nacktbaden nicht geeignet ist, entschließen wir uns,
weiterzufahren. Langsam werden wir ein wenig unzufrieden, da die letzte Zeit
nur aus Fahrerei bestand. Sollte in den nächsten Tagen kein Strand zu finden
sein, werden wir uns schnellstens auf den Weg zurück nach Griechenland machen.



Hafenanlage in Sinop
kalimera: "Türkei 2007"
Dienstag,12. Juni 2007



Übernachtungsplätze sind sehr rar

Wieder einmal sind wir von der Polizei kontrolliert worden. Um 22 Uhr klopfte
es an unser fenster, es regnete, und man verlangte wieder einmal Passaport.
Herbert zeigte wieder nur die Personalausweise und sie konnten damit nichts
anfangen. Sie fragten, ob wir englisch sprächen, und dann konnten sie selbst
kein englisch. Die ist nun schon das fünftemal, dass wir kontrolliert wurden,
und es ist uns mittlerweile mehr als lästig.



Regen in Sicht?



schlechte Straßen machen uns mürbe

Seit Sinop wird die Straße immer schlechter. Es geht bergauf bergab und vom
Meer ist immer weniger zu sehen. Entnervt entschließen wir uns, die Küste zu
verlassen, und im Landesinnern über die Autobahn Richtung Istanbul zu fahren.



Nasrullah Camii in Kastamonu

Wir erreichen die Stadt Kastamonu und parken an einer Schule. Die Schüler sind
wie in jeder Stadt in Schuluniformen. Jede Stadt übrigens hat andere Farben
für die Uniformen, mal dunkelblau, mal grau, mal kariert, dann wieder
unifarben. Die kleinsten haben blaue Kittel mit weißen Kragen an.



in den Straßen von Kastamonu

An Herberts Schuh reißt ein Riemen ab. In gebrochenem Türkisch fragt Annette
einen jungen Türken, ob es irgendwo einen Schuster gibt. Er überrascht uns in
fließendem deutsch und bringt uns zu einer kleinen Gasse, wo mehrere kleinere
Geschäfte angesiedelt sind. Mit ein paar flinken Nadelstichen ist der Schuh
wieder ganz. Der Schuster will nichts dafür haben. Nachdem wir ihm 2 Lira
geben, gibt er uns einen wieder zurück. In Kastamonu befinden sich ein paar
sehr gut erhaltene bzw. restaurierte osmanische Bauten.



Kastamonu mit Sicht auf die Burg
kalimera: "Türkei 2007"
Mittwoch,13. Juni 2007



Safranbolu - in osmanischer Bautradition

Safranbolu - ein Ort, der mit erheblichen UNESCO Mitteln restauriert wurde,
ist auf den ersten Blick eine Reise wert. Fachwerkhäuser osmanischer
Bautradition prägen das Ortsbild. Sie gruppieren sich malerisch um die Moschee
und einen alten Hamam.



noch unrestaurierte Gassen

Japanische Touristengruppen wandeln durch die Gassen und kaufen fleißig
Souvenirs. Bei näherer Betrachtung sehen wir, dass die Wanderstöcke einen
aufkleber Made in China tragen. Es gefällt uns sehr gut hier.




Es gibt viele kleine liebliche Teestuben, die zum Verweilen einladen. Wie
kleine Wohnzimmer mit Teppichen und Kissen ausgelegt. Wir kehren in eines
davon auf einen Tee ein. Die Besitzerin ist sehr emsig und geschäftig.Neugierig schauen wir in den Eingangsbereich des Hamam hinein. Der Bademeister
winkt uns, doch näher zu treten. Er will uns die gesamte Anlage zeigen.
Annette ist direkt verblüfft, als Frau überhaupt Einlass zu finden. Alles ist
sehr alt und marmorn. Sehr schön anzuschauen, aber was für eine Hitze: Die
Fotolinse beschlägt sofort und berappelt sich auch nicht mehr. Wir befinden
uns nun im Innern und Ruheraum des Hamam. Eine Tür öffnet sich, und ein Mann
mit einem Handtuch um die Hüften geschlungen schrickt bei unserem Anblick
zurück. Wir wollen nicht länger stören und begeben uns zurück in den
Eingangsbereich; unsere Kleidung ist ganz feuchtwarm.



auf halber Höhe zwischen Ober- und Unterstadt



in einem Hamam

Es fängt zu regnen an und wir sind ein ziemliches Stück von unserem Wohnmobil
entfernt. Fast eine ganze Stunde halten wir uns im Eingang der Moschee auf.
Das wasser rinnt in Strömen über die Pflastersteine. Es ist kein Café in
näherer Umgebung und wir haben Sorge um unsere Fotoausrüstung. Das einzigemal,
dass wir den Rucksack nicht dabei haben. Irgendwann müssen wir uns dann doch
aufrappeln, uns eine Plastiktüte geben lassen und durchnässt zum Wohnmobil
zurückeilen. Dort schlüpfen wir in trockene Kleidung und es gibt einen
türkischen Tee von Annette.



Waschplatz vor der Moschee
mk9: "Türkei 2007"
Hallo Kamimera,

es ist eine Freude, Euren Bericht zu lesen mit den schönen Bildern dazu.
Wie macht man so einen übersichtlich aufgeteilten Bericht zu erstellen. Nahtlos sind die bilder und Erklärungen hierzu placiert. Ds würde mich sehr interessieren.
Jetzt wundert es mich nicht, dass Du mein Bild bei Reiserätseln erkannt hast. Ich meine das Holzschiff im Hafen von Kas. Auch die Hafenanlagen in Fethye kamen mit bekannt vor. Da steht doch in den Grünflächen auch ein Kriegerdenkmal, soviel ich mich erinnern kann.
Übrigens, die Brücke von Kalkan nach Kas war mir schon immer suspekt
Hiter der Brücke ist doch eine kleine Haltebucht. Dort steht häufig die Jendarme ( Gendarmerie mit den grünen Baretts ). Ein lange Trppe führt dort zu einer kleinen Bucht, kann man übrigens sehr schön baden.
Bin gespannt, wie es weitergeht.

Gruß
mk9 ( Manfred )
kalimera: "Türkei 2007"
Donnerstag,14. Juni 2007



der Tee wird uns an Bord gebracht

An einer Tankstelle hatten wir übernachtet. Nun schreiben wir an unserem
Reisebericht weiter, als es plötzlich an unser fenster klopft. Der
Tankstellenwart steht im Nieselregen mit 2 Gläsern Tee vor der Tür. Wir freuen
uns sehr über diese nette Aufmerksamkeit und gleich fühlen wir uns besser. Im
Laufe des Vormittags bringt er noch zweimal Tee.



Faulenzen an einer Tankstelle

Das Wetter wird nicht besser. Wir bringen die Teegläser zurück und unterhalten
uns ein wenig mit den Tankleuten. Sie lassen sich gern fotografieren und wir
versprechen, ihnen die bilder per email zu schicken. Als Dolmetscher fungiert
ein Deutsch-Türke, der jahrelang in Deutschland gelebt hat. Er wollte hier in
der Türkei am Konservatorium studieren, wurde aber bisher nicht angenommen,
und so fristet er momentan sein Leben als LKW-Fahrer.



unser zuvorkommender Tankwart

Am Nachmittag brechen wir auf in Richtung Istanbul. Wir wollen
heute noch so nah wie möglich an die Stadtgrenzen, um morgen ganz in der Früh
ins Zentrum zu fahren. Abends parken wir dann an der Autobahn, etwa 30 km vor
Istanbuls Toren. Wir gehen früh zu Bett und stellen das Mobiltelefon auf 4 Uhr
Weckzeit




weiter geht es Richtung Istanbul
kalimera: "Türkei 2007"
Freitag,15. Juni 2007



es geht über den Bosporus nach Europa

Oh Schreck, als wir aufwachen, ist es schon 5 Uhr, weil das Telefon noch auf
deutsche Zeit eingestellt war. Schnell sind wir angezogen und es kann
losgehen. Annette legt alle Stadtkarten zurecht. Über den Bosporus schaffen
wir es noch ohne Schwierigkeiten, aber dann verfahren wir uns doch ein wenig,
weil die Beschilderung nicht ausreichend ist. Herbert fährt nach Instinkt und
weiß im groben die Richtung zum wasser. Und siehe da, nach einer Viertelstunde
stoßen wir direkt aufs Goldene Horn.



Europa hat uns wieder

Um 7:10 Uhr haben wir einen erstklassigen stellplatz gefunden. Es sieht ganz
so aus, dass hierher die Einheimischen zum Angeln kommen. Zwei junge Türken
bieten uns sofort einen Tee an. Sie haben einen Lieferwagen als Imbiss
umgebaut und verkaufen Tag und Nacht Getränke an die Angler. Sie bieten uns
einen Platz auf einer Bank an und wir reden eine Zeitlang. Es sind 4 junge
Leute, die rund um die Uhr diesen Job ausführen.



unser stellplatz am Goldenen Horn N 41°00.095& E 028°58.649



vor der Blauen Moschee

Um kurz nach 8 Uhr machen wir uns auf den Weg. Die Blaue Moschee ist gerade
einmal 10 Minuten Fußweg entfernt. So früh sind ganz wenige Touristen
unterwegs, die Sonne ist auch noch gut erträglich.




Husch, springt uns ein osmanisches Wesen in den Weg, bietet sich für ein paar
Fotos an und überreicht uns 2 Getränke zum Kosten. Herbert zückt das Geld, und
der Mann sagt, erst trinken, langsam langsam. Danach verlangt er 14 Lira.
Zuerst denken wir, dass wir uns verhört hätten. Herbert bietet 2 Lira an und
er beharrt auf seinen 14 Lira. Wir aber bleiben standhaft und gehen unserer
Wege.



Blaue Moschee

Für jede Sehenswürdigkeit wird etwa 10 EUR verlangt. Wir rechnen alles durch
und kommen zu dem Schluss, dass, würden wir alles besichtigen, schnell 100 EUR
los sind. Wir beschränken uns also nur auf die Außenansicht, zumal Annette
wahrlich keine Lust hat, Kopf und Schultern mit einem Tuch zu bedecken. Der
barfüßige Eintritt würde womöglich auch noch mit Fußpilz enden.



Herbert vor der Yerebatan-Zisterne

In einem Teppichgeschäft erholen wir uns ein wenig und unterhalten uns 2
Stunden lang mit dem Besitzer. Danach geht es zum Großen Basar. Die Hitze
strengt mittlerweile sehr an. Im Großen Basar kann man sich verlaufen. Wir
wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen. Ein solches Gewimmel haben wir noch
nirgends erlebt. Erschöpft entschließen wir uns danach, den Heimweg anzutreten
und den Nachmittag am Wohnmobil zu verbringen. Bei einem kühlen Lüftchen am
wasser. Morgen ist auch noch ein Tag



Eingang zum Großen Basar



Übergang zum Leder- und Pelzbasar



Café im Großen Basar




[img]http://www.joy-of-life.at/sommer-2007/images/sommer-2007-0475.jpg[img]http://www.joy-of-life.at/sommer-2007/
Osmanischer Innenhof



orientalisches Chaos



Hektik in den Gassen
mk9: "Türkei 2007"
Hallo, dass mit den Bildern per e-mail mußt Du unbedingt machen.
Sie freuen sich dann sehr darüber.
Wir haben vor Jahren mal unseren Urlaub in der Türkei verbracht, u.z.
in Patara , direkt am Meer. Liegt abseits der Straße von Fethys nach
Kalkan. Von dort haben wir Tagestouren mit einem Leihwagen unternommen. Als wir auf dem Wege nach Gömbe waren, hielten wir in einem kleinen Ort an. Dieser Ort nannte sich SUTLECHEN. Erinnerte mich an meinen Geburtsort, namesn SÜCHTELN, früher, in grauer Vorzeit Suchtelen. Haben dort Tee getrunken. Wurden natürlich von 3 älteren Herren angesprochen, woher wir kämen. Meine Schwiegertochter, die türkisch beherrscht, erklärte es. 2 von den dreien hatten in Deutschland gearbeitet. Einer in Brlin und einer sagte: ford GUTTT, also bei ford in köln gearbeitet. Gefragt, ob wir Fotos machen dürften. Natürlich ja, war die Antwort.
2 Jahre später waren wir wieder in der Teestube und haben dem Wirt die bilder gezeigt, sofort ging einer der anwesenden Türken heraus und kam später mit einem, den wir auf denBildern hatten, herein. Der hat sich riesig gefreut. Sofort kam wieder eine Runde Tee, bezahlen durften wir nicht.. Ein kleines, aber schönes Erlebnis. Und Gastfreundschaft hoch 3


Gruß
Manfred ( mk9 )
kalimera: "Türkei 2007"
Samstag,16. Juni 2007



im Gewürzbasar

Wir sind am Ufer entlang die Kennedy-Straße gegangen bis zur Neuen Moschee.
Den Auftakt macht der Gewürzbasar. Es duftet herrlich, und die Gewürze in
allen Farben sehen einfach fabelhaft aus. Dennoch gönnen wir uns nur 2
Simitkringel.



Blick von der Neuen Moschee auf die Galata Brücke

Zwischen Neuer Moschee und Galata Brücke herrscht hektischer Verkehr. Durch
Unterführungen, die vollgestopft mit kleinen Ständen sind, geht es zum Ufer
der Galata Brücke. Mit einem mulmigen Gefühl denken wir, wenn hier nun eine
Bombe hochginge? Unter der Brücke befinden sich etliche Restaurants und Bars.



eine kleine Rast



Sicht auf den Bosporus vom europäischen Teil der
Stadt


Wir spazieren über den Bosporus. Auf der Brücke stehen unzählige Hobbyangler,
die zu unserem Erstaunen auch reiche Beute machen. Die Fische sind aber nur
fingergroß. Wer kann schon von sich behaupten, zu Fuß von Europa nach Asien
gegangen zu sein?



Angler auf der Galata Brücke

Wir waren lang genug in Asien, und so drehen wir am Ende der Brücke um und
kehren zurück nach Europa. Unter der Brücke halten wir uns eine Weile
auf, machen Fotos, filmen ein wenig und ruhen uns aus. Gegen Mittag die
gleiche Situation wie gestern, es strömen Menschenmassen von überall her. Uns
drängt es, die Stadt zu verlassen.



wir zwei unter der Galata Brücke




Wir fahren die Kennedy Straße entlang aus der Stadt heraus und wollen schauen
,unsere letzten Liras auszugeben. Denn morgen wollen wir wieder nach
Griechenland einreisen. Welch ein Verkehr auf den Straßen. Es geht nur
schrittweis voran und wir brauchen geschlagene 2 Stunden, um den Stadtrand zu
erreichen. Unterwegs finden wir noch einen riesigen Supermarkt, wo wir für
unsere Liras noch reichlich Frischgemüse und Olivenöl einkaufen. Erschöpft
halten wir kurz vor der Stadt Tekirdag und stellen uns auf einen Parkplatz am
Straßenrand.



ein Gewirr von Geschäften und Menschen



die Hagia Sophia
kalimera: "Türkei 2007"
Sonntag,17. Juni 2007



Grenzabfertigungen

Heute verlassen wir fluchtartig die Türkei. Gestern Nacht um 1:40 Uhr wurden
wir zum sechstenmal innerhalb unseres Türkeiaufenthalts von der Polizei
kontrolliert. Wir haben nichts gegen Kontrollen, aber nachts mit Gewehr auf
dem Rücken und grellem Scheinwerferlicht, das ist unsere Sache nicht. Da nützt
alle Gastfreundschaft nicht, wenn die Polizei die schönen Eindrücke, die man
im Land gewinnt, kaputtmacht. Sie verlangten sehr unwirsch die Pässe. Sie
konnten kein Wort englisch und lachten& uns aus, dass wir kein Wort
türkisch sprachen. Annette setzte bei all diesen Kontollen ihre
Türkischkenntnisse nicht ein, aus Angst, für eine Türkin gehalten zu werden
mit ihren dunklen Haaren und dem dunklen Teint.



Kalimera Griechenland

An der Grenze das nächste Malheur: Es gibt Schwierigkeiten wegen unseres
Motorrollers. Wir vermuten, dass bei der Einreise die Kennzeichen von
Wohnmobil und roller vertauscht wurden, da sie fortlaufend sind. Man will uns
nicht so ohne weiteres ausreisen lassen und schickt mit einer
handschriftlichen Notiz von Pontius bis Pilatus. Nach 2 Stunden dann können
wir endlich ausreisen. Hoffentlich kommen uns im winter die schönen Eindrücke
der Türkei wieder hoch. In den letzten 24 Stunden jedenfalls wurde uns der
Türkeiaufenthalt gründlich vermiest.



böses Wetter empfängt uns

In Griechenland fängt es zu regnen an. Und gar nicht so wenig.
Am Abend erreichen wir Paralia, wo wir für die nächste Zeit einen schönen
Badeurlaub haben wollen. Wir sind die einzigen in den Dünen. Sehr schön.
kalimera: "Türkei 2007"
Hier bendet nun unser Reisebericht aus der Türkei.
Am nächsten Tag erreicht uns die Meldung eines Todesfalls in der Familie. Wir brechen unseren Urlaub ab und sind kurze Zeit später wieder in Deutschland.

Obwohl wir die Türkei fluchtartig verlassen haben, würden wir jeder Zeit wieder kommen.
Die Bevölkerung ist derart freundlich, das es uns schon ab und zu peinlich war, wie zuhause über die Türken gesprochen wird.
Was anderes ist es mit der Staatsgewalt.
Die ging uns ab und zu auf die Nerven.

Wir haben auf unserer Reise keinen einzigen Tag auf einem Campingplatz verbracht und uns dabei nie Unwohl gefühlt.
Hoffen, dass wir mit diesem Reisebericht einigen die Türkei näher bringen konnten und so manch einen demnächst in der Türkei wiedertreffen.

Gruß Herbert
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