Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten
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| Ausderasche: "Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten"
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Außerdem habe ich mir die Drawa angesehen, einen 180km langen Paddelfluss und -see, die hier durch das Naturschutzgebiet strömt Echt Klasse für Kids und Väter und Mütter. Und wäre ich 50 Jahre früher hier gewesen, hätte ich den Papst im Paddelboot getroffen. Naja, man kann nicht alles haben. Hoffentlich hat der mit dem Paddel keine falsche Bewegung gemacht, dann ist das hier alles immer noch Weihwasser!
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Und mein altes Gummiboot habe ich auch startklar gemacht. Das habe ich das letzte Mal vor 10 Jahren in kroatien gesehen. Gutes Meersalz war auch noch drin und Miesmuscheln. Sie waren auch leicht geöffnet, eigentlich ein gutes Zeichen, aber wohl doch nicht mehr genießbar. Und dann bin ich damit über den Dominikaner See gedüst – Gott sei Dank gab es da zwischendurch auch ein paar Angelstege – also so Baumstümpfe mit Latten drauf ohne Verbindung zum Festland. Dort konnte ich mich dann darauf retten, wenn keine Luft mehr im Boot war und per Mund zu Mundbeatmung den Kahn wieder flott machen. Und bei der letzten Anlegestation lag dann so ne fette schwarze Mamba oben drauf: 1,50m lang 3 cm dick. Hat kurz gezüngelt, ist dann aber ins wasser gehechtet und davon geschlängelt. Okay, damit hatte sich die Wahl, zwischen im Boot ersaufen oder gefressen zu werden, erledigt, und ich konnte auf den Steg und wieder blasen.
Nachdem dann mit dem netten polen aus dem Nachbarzelt das Boot repariert war (also um ehrlich zu bleiben, er hat mir sein Boot angeboten, außerdem frisch gegrillten Fisch! Er sitzt den ganzen Tag im Boot auf dem See und angelt, hat 10 Kühltruhen im Zelt stehen und überall hängen die Fischschwänze raus), haben die beste aller Beifahrerinnen und ich noch eine Runde auf dem See gedreht und das Boot ist nach Reparatur tatsächlich dicht (bis auf ein paar Löchlein).
Leider habe ich keine Sandalen mehr. Die hatte ich – bevor wir in See stachen – schön ordentlich neben den Bootssteg gestellt – was will man schon mit Sandalen im Gummiboot? Ich bin doch nicht Jesus und laufe über den See! Als wir wieder kamen, waren die Sandalen von alleine weggelaufen. Werde morgen mal im örtlichen Supermarkt (Slep) nachsehen, ob ich sie wieder sehe. Aber sie waren sowieso viel zu groß, hatten 107,43 km drauf und waren vom Aldi.
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Naja, entsorgt und versorgt haben wir heute auch. Vor 3 Tagen war ein Tanklastwagen hier und hat kräftig gepumpt. Freude schöner Götterfunke: Da gibt es also eine leere Klärgrube, wo ich meinen Schlauch (den vom chemiefreien Festtank) reinhängen kann. Komischerweise ist unter dem Metalldeckel (dort, wo ich die Grube vermutete, nur so eine Art feste Pampe wie Wiener Sachertorte – Und weil ich weiß, wie teuer Sachertorte in Wien ist, bin ich auch nicht darauf herum gesprungen). Nein, ich habe meinen Festtank (Fest hat nichts mit Weihnachten zu tun) schön in mein Abwassertaxi (der Taxifahrer war ich, habe aber kein Trinkgeld bekommen) umgeladen und über die Biwakplatzherrensitztoilette entleert. Der Metalldeckel hat nicht geklappert, aber irgendwie irgendwoher kam dann unter ihm frisches wasser heraus und ergoß sich in den angrenzenden Brennnesselbereich. Schon wieder ein Wunder! Auch wenn die Spüle für das Geschirr entleert wurde oder auf der Damentoilette die Spülung ertönte: frisches Quellwasser aus dem Metalldeckel. Morgen soll der Tankwagen wiederkommen, hat mir der Regierungssprecher des Biwakplatzes dann erklärt – Dann ist wieder 1,5 cm Platz in der Grube. Naja dann, soviel Zeit hätten wir auch noch gehabt!
Frisches Quellwasser haben wir mit dem Wasserdieb aus dem Hahn auch noch getankt, weil unsere Gardena-Gewinde nicht passten. Wo kommt dieses wasser her? Bestimmt kein Problem: Denn auch in polen kennt man den Kulmbacher Spruch: Heute wird kein Festtank in den Bach entleert, denn morgen wird Bier gebraut!
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Tatsächlich kam am frühen Morgen der Tanklaster und hat die Grube leergesaugt. Wir haben das motorrad starklar gemacht und sind rund 100 km in und um den Nationalpark gedüst. Viel gesehen haben wir nicht, denn die Strassen im Park sind im Originalzustand von 1925 (nur eben mittlerweile 84 Jahr gebraucht): Kopfsteinpflaster und die Vieh- und Pferdespur daneben im Sand. Und so war das Ganze eine Slalom- und Schlitterfahrt, die hochkonzentriert (also nicht Wodkaprozente) ablief. Und klar haben wir uns auf einer Brücke voll auf die Schna……gelegt, weil das Hinterrad versuchte, das Vorderrad im Sand zu überholen. Da waren die 120 kg motorrad nicht mehr zu halten. Passiert ist nichts. Denn wir waren nur 5km/h schnell. Auf jeden Fall haben wir von der Tour beide Muskelkater.
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Und noch ne Story. Bei der Suche nach meinen Sandalen bin ich im Dorfslep von der Dorfomi beinahe vergewaltigt worden. Sie hatte schon ihre Arme um meinen Hals geschlungen und fing an, mich abknutschen, damit ich ihr eine meiner 2 Flaschen Piwo abtrete. Ja, so ein junger deutscher Fastrentner hat hier echt noch Chancen. Gut, dass ich Nichtraucher bin, sonst wäre Omi und der ganze Slep in Flammen aufgegangen (so wie Paulinchen im Struwwelpeter), Sie war nämlich mit Wodka hochexplosiv geladen. Aber mein strammes NIET ist doch durch ihr Ohr bis zur Gehirngrossraumrinde vorgedrungen. Mit Russkis wollte Omi dann doch kein Verhältnis anfangen.
Am 27.08. haben wir Dominikowo verlassen und sind kreuz und quer über Kalisz Pomorski, Miroslawiec, Czaplinek, Zlocieniec (Für Gediente aus nicht mehr existierenden Armeen: Falkenburger Feldgrau als Markenbegriff) nach Polcyn-Zdroj gefahren. Beim Versuch, einen (ausgeschilderten) CP mit Wohnwagensymbol anzufahren, sind wir so in die Enge gekommen, dass es nur noch mit Differentialsperre und im Rückwärtsgang über eine Wiese wieder in Freiheit ging. Jetzt stehen wir „wild“ auf einer Angelwiese an einem See direkt südlich von Bad Polzin. Ach und noch etwas möchte ich Euch nicht vorenthalten. Den Wechsel einer Kat.4 Strasse plötzlich im tiefsten Wald in eine Autobahn. Früher haben hier die MIG21 starten und landen gelernt. Jetzt haben die polen geschickt einen Parkplatz mit 4 spurigem Zubringer daraus gemacht.
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Heute wurde Polczyn-Zdroj besichtigt. Muß sagen, die Badeorte in Oberschlesien haben mir viel besser gefallen, da viel besser gepflegt. Hier ist noch viel Nachholbedarf. Wir wollen aber endlich an die Ostsee, solange das Wetter noch gut ist und weil die polnischen Ferien zu Ende sein sollen. Demnach werden wir die einzigen Terroristen dort sein. (sagen die Reiseberichte).
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Also weiter über Bialogard nach Mielno und Lazy. Eih boah, hier steppt immer noch der Bär wie auf Playa del Ingles in Jesolo.
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Nix wie möglichst schnell weiter nach Darlowo. Wer glaubt die Rügenwalder Teewurst kommt ursprünglich aus rügen, glaubt auch die Piemont Kirsche käme aus dem Piemont. Nein, sie kommt hier aus dem Osten Westpommerns, aus Darlowo = Rügenwald. Richtig müsste sie Darlowo Herbata Kalabassa heißen, nur dann könnte der Junge im Fernsehen das nicht aussprechen und sie würde nur von Vegetariern gegessen. Außerdem kommt Erik II, König von dänemark, schweden und Norwegen und erfolgreichster Seeräuber der Ostsee aus Darlowo. Er hat der Stadt eine goldene Taube vermacht. Wer sie mit seiner Freundin streichelt (also gleichzeitig: man selber tut es und die Freundin tut es auch ) , bleibt ewig mit ihr zusammen (nicht mit der Taube, sondern mit der Freundin). Ich habe den ganzen Nachmittag niemand streicheln sehen. Ich hätte es ja getan, aber nur wenn die Taube ewig…..
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Außerdem fing in Darlowo mein abwassertank an zu tropfen (der vom Womo). Obwohl wir heute nur Kat.1 und Kat.2 Strassen gefahren sind, machte das Womo an einer Brücke bei Tempo 50 einen satten Sprung in die Federn. Beim Öffnen der heckgarage sahen wir den Schaden in unserem Weinkeller. 4 Flaschen herrlicher Chardonnay…….Hätte ich sie doch nur der Dorfomi in Dominikowo geschenkt. Sie wäre aufgrund ihrer dann folgenden Wohltaten zumindest von der männlichen Bevölkerung zur Oberbürgermeisterin gewählt worden. Ach Ihr wollt wissen, wie die Dorfomi aussah? So wie die Schwester der auf einer bekannten Ansichtskarte dargestellten Oberammergauerin (????), nur 20 Jahre älter.
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Am Abend sind wir in Wicie gelandet. Wir stehen (wild) im Kiefernwald direkt hinter den Ostseedünen. Es regnet.
Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder perfekt und lädt ein zum ersten Strandspaziergang. Da hier der hund begraben ist, ist auch der Strand so richtig nach unserem Geschmack. Eine Geschäftsidee habe ich auch: Den zerdepperten Wein werde ich durch die Umwandlung von Bernstein in Zloty kompensieren, den ich am Strand sammeln werde. War aber wohl mehr eine Schnapsidee, denn wer weiß schon, wie Bernsteinklunker in Salzwassersuppe aussehen?
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| Ausderasche: "Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten"
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Am Spätnachmittag fuhren wir nach Ustka (Stolpemünde). Hier war zwar auch Betrieb, aber der verteilte sich. Außerdem gab es einiges zu schauen von Bismarcks Feriensitz bis zu einer Touristenfregatte (Galone). Und während wir Schiffchen versenken spielen, spielen polen samstags am liebsten Autochen versenken.
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| Ausderasche: "Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten"
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..und unser Womo wollten auch einer klauen...
. Die Nacht wollen wir auf dem Parkplatz am Eingang des slowinzischen Naturparks in verbringen.
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| Lancelot: "Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten"
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Grüß Dich Frank :wink: ,
selten so einen kurzweilig geschriebenen Reisebericht gelesen ... freu mich schon auf die Fortsetzungen ...
Vielen Dank für´s (virtuelle) "mitnehmen" auf eine spannende Reise :dankeschoen:
P.S. Wenn Du wieder zuhause bist ... ich hätte da einen Verbesserungsvorschlag für Deinen "mobilen Weinkeller" 8)
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| kompakt: "Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten"
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Klasse! :)
Weitermachen!!!!! :razz:
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| eva b.: "Polen – Pommern und Masuren in 2 Monaten"
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Eigentlich bin ich je ein Morgenmuffel, aber der heutige Tag fängt ja mal gut an.
Köstlich :D :D :D
Wie sagen die Kiddies immer: You made my day........
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