aqua
motorradtraeger

Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter"

top
    Heute «» Gehen Sie zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 9, 10, 11, 12, 13  Weiter
cojo: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
Freetec 598 hat folgendes geschrieben::
cojo hat folgendes geschrieben::
fleurette hat folgendes geschrieben::
Korrektur eines Schreibfehlers im letzten Beitrag:


Banken sollen das Geld ihrer Kunden gewinnbringend anlegen. Dazu nehmen sie eigenes Kapital (bestenfalls 10 % der Gesamtsumme) und Fremdkapital ihrer Kunden (also die restlichen 90%). Wenn also die Deutsche Bank z.B. 100 € investiert und 102 € zurückbekommt, bedeutet das, auf die Gesamtsumme bezogen, einen Zuwachs um 2 %. Bezogen auf die von der Bank eingesetzten 10 € Eigenkapital ist das dann die Eigenkapitalrendite von 20 %. (2 € sind nämlich genau 20 % von 10 €)


Ergänzung:
ist mir vorhin nur entfallen.
Das Ganze nennt man Leverage-Effekt
Durch den Leveragehebel "Fremdkapital" was hier die Einlagen von Bankkunden sind, kann die Eigenkapitalrendite aufgebessert werden. Im obrigen Fall um den Faktor 10. I.d.R. gilt das aber auch umgekehrt. Wenn dei Fremkapitalzinsen nicht gedeckt werden wirkt sich der Hebel im selben Maße negativ aus.

Im Falle der Banken ist das aber nicht mehr so. Sie sind seit geraumer Zeit immer mehr ín der Lage, die Risiken auf den Kapitalgeber (meißt die kleinen Leute, da die die Verträge nicht aushandeln können sondern nur die AGB´s unterschreiben) abzuwälzen.

Hinzu kommt das die Banken durch ihr besondere Stellung, immer mehr über Insiderwissen und Markmacht besitzen und damit massiv die Realwirtschaft zum eigenen Vorteil beeinflussen.

Leider finde ich die betreffende Statisitik nicht. Aber Cirka-werte sollten reichen.
Erhebung in den 50-er Jahren: ca 10 Billionen Wertschöpfung in der Realwirtschaft 12 Billionen in der Finanzwirtschaft. Vor der Krise 2008 waren es
in der Realw. dann ca. 56 Billionen, in der Finanzw. dann über 170 Billionen.

Das heißt es exestiert nicht nur kein realer Gegenwert mehr, so sondern die Finanzlast erdrückt die Realwirtschaft. Da Kapital nichts anderes ist, als verbriefte Ansprüche an die Realwirtschaft. Das führt dann dazu, das jeder der viel Geld besitzt, kein wirkliches Marktrisiko mehr hat, und ohne Gegenleistung andere für sich arbeiten lassen kann.
Das verletzt aber das Urprinzip der Marktwirtschaft, nämlich das Leistungsprinzip.

Gruß Jörg


Hallo cojo,

Deine Ausführungen sind erschreckend , dramatisch und machen mich hilf - und fassungslos.
Wir rauschen mit offenen Augen in die Katastrophe.
Und die da oben tun nichts, wissen nichts und tun so , als ob alles in Butter wäre.
Für Sie schon :roll:

lg
peter


Hallo Peter,

dem Gebäude Finanzwirtschaft ist nicht nur der Putz 2008 abgefallen, sondern die Balken krachen schon. Und es hilft nix, wenn die Politik und die Akteure die daran verdeint haben, da schnell noch ein paar morsche Äste einziehen.

Ob Pensionen und private Vorsorgen in 10 Jahren überhaupt noch was wert sind, kann stark angezweifelt werden.

Wer die private verzinste Vorsorge (Riester oder LV`s)
volkswirtschaftlich will, kann nicht rechnen.
Denn das kann nicht funktionieren!

Einfach mal ein Kalkulationsprogramm bemühen.
Da einfach eien einfachen Dreisatz eingeben.
40 Mio. AN mal 1000 € Vorsorge mal den Zinssatz von 2%. in der nächten Zeile dann den Zins und den Dreisatz summieren. Das Ganze für ein Arbeitsleben von 40 Jahren runterziehen. Und erkennen wann das Schneeballsystem kollabieren muss. Denn die Anwartschaften bzw. die Ansprüche müssen erst verdient werden, von der zukünftigen Wirtschaftskraft. Dabei wird aber noch ein erheblicher Teil der vergangenen Wirtschaftskraft entnommen. Denn Sicherheit kostet Geld.
Und diesen Schmarren haben uns studierte Volkswirtschafter in den letzten Jahren verkauft!

Das ist wie der Bauer der seine Kartoffeln (Geld) in den Speicher über Jahre einlagert und glaubt, das er irgend wann von den Kartofeln leben kann ohne zu arbeiten, weil auch diese sich vermehrt(Zinsen) haben. Er stellt dann fest das die Kartoffeln sinnlos verrottet waren und hat nix mehr!

Er hätte die überschüssigen Kartoffeln lieber in ein neues Feld stecken und sich davon verbesserte Technik kaufen sollen. Das beinhaltet zwar Risiken, aber es geht nichts ohne Risiko!

Gruß Jörg
Anzeige: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
fleurette: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
Bildung umfasst alle Fähigkeiten und Eigenschaften eines Menschen, die ihn lebens- und arbeitsfähig machen. Wissen alleine reicht nicht, wenn Charakter- und Persönlichkeitsbildung fehlen. Sekundärtugenden, wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, Sorgfalt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Umgangsformen,..., die heute oft schmerzlich vermisst werden, wurden vor Jahrzehnten noch verspottet. (Oskar Lafontaine 1982: Sekundärtugenden? Damit kann man auch ein KZ betreiben)

Daraus folgt:
1) Auch Absolventen von Hochschulen können ungebildet sein, wenn sie menschliche und charakterliche Defizite haben.
2) Der Bildungsgrad ist nicht identisch mit dem Schul- oder Hochschulabschluss.

Abschließend einige Worte zu vorhergehenden Beiträgen.
Zitat: Bildung beginnt in der Wiege
Eine Studie hat sogar bestätigt, daß die ersten Lebensjahre vor dem Besuch von Kindergarten und Schule die entscheidensten sind und daß diese frühe Bildung viel länger wirkt, als das später in Institutionen erworbene Wissen.

Zitat:Ich glaube allerdings, dass mal wieder dramatisiert wird. Gewisse Berufe sind einfach nicht attraktiv.
Das Letztere stimmt und daß manche Medien gerne dramatisieren, um damit Aufmerksamkeit zu erregen stimmt auch. Wachsende Defizite bei der Ausbildungsreife sind aber erwiesen.

Zitat:Bin halt Unterschicht
Wieso das denn? Die Einstellung zur Arbeit, die aus dem Inhalt des Beitrags hervorgeht widerspricht dem aber völlig.
Solche Aussagen ärgern mich immer wieder. Ich würde mich mehr freuen, wenn jemand mal z.B. sagt:
Du kannst zwar Goethe interpretieren, ich nicht. Aber ich kann schweissen und das kannst du nicht.

Gruß
Fleurette
Gast: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
fleurette hat folgendes geschrieben::
Wachsende Defizite bei der Ausbildungsreife sind aber erwiesen.


Die Generation vor mir hat den größten Teil ihrer Schulzeit im Luftschutzbunker verbracht oder Heilkräuter für die Wehrmacht gesammelt. Hatten unsere Väter eine besser Schulbildung als wir?

In ländlichen Gegenden klappt die Schulbildung im Allgemeinen hervorragend. Das große Problem sind Städte und gewisse Stadtteile im besonderen. Man muss es ganz klar benennen: Multikulti ist gescheitert. Als Politiker darf man das natürlich nicht sagen um nicht in die rechte Ecke gestellt zu werden.

Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung ist die Handwerkslehre. Dort hat sich das duale System bewährt. Die Firmen haben sich in der Vergangenheit aber spezialisiert und können oft die im Ausbildungsrahmenplan geforderten Fähigkeiten überhaupt nicht vermitteln. Auszubildende werden dann als billige Arbeitskraft missbraucht und nicht fit für den Beruf gemacht. An diese Baustelle muss man auch heran. Es kann nicht sein, in berlin am Rednerpult nur verkünden zu wollen das jeder einen Ausbildungsplatz hat und dabei die Qualität völlig zu ignorieren.
fleurette: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
peter-held hat folgendes geschrieben::
fleurette hat folgendes geschrieben::
Wachsende Defizite bei der Ausbildungsreife sind aber erwiesen.


Die Generation vor mir hat den größten Teil ihrer Schulzeit im Luftschutzbunker verbracht oder Heilkräuter für die Wehrmacht gesammelt. Hatten unsere Väter eine besser Schulbildung als wir?

Wie haben wir es früher geschafft? --> Link

Gruß
Fleurette
Maxima: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
fleurette hat folgendes geschrieben::
Wie haben wir es früher geschafft? --> Link



Hi Fleurette,
super, das hat mir jetzt gut gefallen, spiegelt genau meine Gedanken wieder!
LG
Maxima
Gast: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
fleurette hat folgendes geschrieben::
Wie haben wir es früher geschafft? --> Link

Gruß
Fleurette


Zwar grauenhaft vorgetragen aber dennoch ganz nett. Allerdings ist das Lied keine Antwort auf meine Frage.
brainless: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
peter-held hat folgendes geschrieben::
fleurette hat folgendes geschrieben::
Wachsende Defizite bei der Ausbildungsreife sind aber erwiesen.


Die Generation vor mir hat den größten Teil ihrer Schulzeit im Luftschutzbunker verbracht oder Heilkräuter für die Wehrmacht gesammelt. Hatten unsere Väter eine besser Schulbildung als wir?

In ländlichen Gegenden klappt die Schulbildung im Allgemeinen hervorragend. Das große Problem sind Städte und gewisse Stadtteile im besonderen. Man muss es ganz klar benennen: Multikulti ist gescheitert. Als Politiker darf man das natürlich nicht sagen um nicht in die rechte Ecke gestellt zu werden.

Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung ist die Handwerkslehre. Dort hat sich das duale System bewährt. Die Firmen haben sich in der Vergangenheit aber spezialisiert und können oft die im Ausbildungsrahmenplan geforderten Fähigkeiten überhaupt nicht vermitteln. Auszubildende werden dann als billige Arbeitskraft missbraucht und nicht fit für den Beruf gemacht. An diese Baustelle muss man auch heran. Es kann nicht sein, in berlin am Rednerpult nur verkünden zu wollen das jeder einen Ausbildungsplatz hat und dabei die Qualität völlig zu ignorieren.


Feststellungen und Fragen bedürfen der Stellungnahme und der Antwort:
"Die Generation vor mir hat den größten Teil ihrer Schulzeit im Luftschutzbunker verbracht oder Heilkräuter für die Wehrmacht gesammelt."
Falls damit die Generation gemeint ist, die zwischen 1939 und 1945 Schüler war, ist diese Feststellung falsch. Luftangriffe vormittags (also zur Unterrichtszeit) waren nur ganz vereinzelt, nur zum Ende des Krieges (1944/1945) und wenn, dann auch nur auf die Großstädte.
Zum Einfluß gesammelter Heilkräuter auf Erfolg oder Mißerfolg schulischer Ausbildung will ich mal garnicht äußern.

"Hatten unsere Väter eine besser Schulbildung als wir?"

Nein, bestimmt nicht - aber oft eine bessere Bindung ans Elternhaus und nach dem Krieg eine Volkswirtschaft, die händeringend Arbeitskräfte brauchte.

"In ländlichen Gegenden klappt die Schulbildung im Allgemeinen hervorragend. Das große Problem sind Städte und gewisse Stadtteile im besonderen. Man muss es ganz klar benennen: Multikulti ist gescheitert. Als Politiker darf man das natürlich nicht sagen um nicht in die rechte Ecke gestellt zu werden."

Erster Satz: Nein, das bessere Bildungsangebot gibt es natürlich in Ballungsgebieten - nicht in ländlichen Regionen. Es stimmt, daß oftmals das "Schulklima" auf dem Dorf besser ist als in der Stadt.
Zweiter Satz: Nein, nicht die Städte und "gewisse" Stadtteile sind das Problem, sondern die Hilfslosigkeit der dort tätigen Lehrer, die schlechte Ausstattung der Schulen und die, wider besseres Wissen, schamlose Untätigkeit unserer Politiker.
Denn:
Dritter Satz: Multikulti ist NICHT gescheitert - "Multikulti" hat es in Deutschland NIE gegeben.
Viele "Parallelkultis" gibt es, die von unseren Politikern - abhängig von ihrer Couleur - ignoriert, geduldet oder gar gefördert werden.

"Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung ist die Handwerkslehre. Dort hat sich das duale System bewährt. Die Firmen haben sich in der Vergangenheit aber spezialisiert und können oft die im Ausbildungsrahmenplan geforderten Fähigkeiten überhaupt nicht vermitteln. Auszubildende werden dann als billige Arbeitskraft missbraucht und nicht fit für den Beruf gemacht."

Erster Satz: Okay
Zweiter Satz: Okay
Dritter Satz: Wenn ich z.B. Mechatroniker werden will und meine zukünftige Hauptaufgabe darin besteht, elektronische Datenlogger/Fehlerspeicher auszulesen und die Fehlerquellen durch Teiletausch zu beseitigen, werde ich meine Ausbildungszeit bestimmt nicht mit Übungen an Schraubstock und Feile verbringen.
Vierter Satz: Stammtischparole

Nur meine zwei Eurocent,


brainless :wink:
pilote600: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
Hallo,
zu fogenden Zitaten wieder ein erlebtes Beispiel aus der Praxis:

Zitat anfang:
"Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung ist die Handwerkslehre. Dort hat sich das duale System bewährt. Die Firmen haben sich in der Vergangenheit aber spezialisiert und können oft die im Ausbildungsrahmenplan geforderten Fähigkeiten überhaupt nicht vermitteln. Auszubildende werden dann als billige Arbeitskraft missbraucht und nicht fit für den Beruf gemacht."

Erster Satz: Okay
Zweiter Satz: Okay
Dritter Satz: Wenn ich z.B. Mechatroniker werden will und meine zukünftige Hauptaufgabe darin besteht, elektronische Datenlogger/Fehlerspeicher auszulesen und die Fehlerquellen durch Teiletausch zu beseitigen, werde ich meine Ausbildungszeit bestimmt nicht mit Übungen an Schraubstock und Feile verbringen.
Vierter Satz: Stammtischparole

Zitat Ende

Ich habe nicht nur einen eigenen Betrieb, nein ich bin auch als Prüfer unserer IHK ehrenamtlich tätig. Hier mal eine Tatsache, das Duale System gibt es nicht nur im Handwerk!

So nun das versprochenen Beispiel:
Es geht um den Beruf des Galvaniseur, oder jetzt "Oberflächenbeschichter". Hier ist sowohl eine Schriftliche Prüfung abzulegen, als auch ein Praktischer Teil zu absolvieren. und jeder muss in einen Sog. Fachvortrag, also einen Teil in dem Der Auszubildende ein Thema gesagt bekommt und zu diesem Thema sagen soll was ihm dazu einfällt.
Bei der letzten "Facharbeiterprüfung" kam es zu folgenden Aussagen von Auszubildende:
Auszubildener 1
F: "Was können Sie uns zum Thema vergolden sagen?"
A: "Ich weiß da nix, ich habe nur verchromt."
F: "Was können Sie uns über das verchromen sagen?"
A: "MAn hängt die Teile in verschiedene Becken und muss aufpassen dass man die Aufträge nicht vermischt!"
Auszubildener 2
F:"Erzählen sie uns was zur Entgiftung von galvanischen Abwässern"
A:"MAn Lässt die Becken ein mal in der Woche zur Anlage ab, der Mitarbeiter dort entgiftet dann"
Auszubildener 3
F:"Was möchten Sie uns erzählen?"
A:" ............ " Achselzucken " ........... "


In dieser Prüfung haben über 30% das Prüfungsziel nicht erreicht, und zwar nur wegen dem Fachvortrag!
Gast: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
brainless hat folgendes geschrieben::
Nein, bestimmt nicht.

Na bitte. Also doch keine immer weiter verblödende Gesellschaft wie manche befürchten.

brainless hat folgendes geschrieben::
...nach dem Krieg eine Volkswirtschaft, die händeringend Arbeitskräfte brauchte.

Und somit auch Geringqualifizierte eine Chance hatten. In den letzten Jahren wurde das Angebot der Geringqualifizierten künstlich über Zuwanderung erhöht. Der Industrielle bedarf an Ziegenmelkern und Olivenbaumschüttlern ist in Deutschland allerdings sehr gering

brainless hat folgendes geschrieben::
Erster Satz: Nein, das bessere Bildungsangebot gibt es natürlich in Ballungsgebieten - nicht in ländlichen Regionen. Es stimmt, daß oftmals das "Schulklima" auf dem Dorf besser ist als in der Stadt.

Was ist in Ballungsgebieten besser?

brainless hat folgendes geschrieben::
Zweiter Satz: Nein, nicht die Städte und "gewisse" Stadtteile sind das Problem, sondern die Hilfslosigkeit der dort tätigen Lehrer, die schlechte Ausstattung der Schulen und die, wider besseres Wissen, schamlose Untätigkeit unserer Politiker.

Das die Politik auf die Probleme nicht reagiert ist ein Skandal und kein weiteres Problem

brainless hat folgendes geschrieben::
Dritter Satz: Multikulti ist NICHT gescheitert - "Multikulti" hat es in Deutschland NIE gegeben.
Viele "Parallelkultis" gibt es, die von unseren Politikern - abhängig von ihrer Couleur - ignoriert, geduldet oder gar gefördert werden.

Erbsenzählerei.

brainless hat folgendes geschrieben::
Vierter Satz: Stammtischparole

Wenn die Schreinerei zu 90% fenster herstellt, der Lehrling 3 Jahre lang eine Nut in ein Stück Holz fräst und der Altgeselle das Gesellenstück herstellt, dann ist das eine Stammtischparole? Wenn Bäckerlehrlinge auf ihrer Prüfung nicht einmal einen Blätterteig herstellen können weil sie 3 Jahre lang Backmischungen zusammengerührt haben, dann ist das eine Stammtischparole? Das auf die sich veränderten Berufe und Spezialisierungen die Bürokratie Jahre braucht um ein Ausbildungsberufsbild zu erstellen ist sicherlich auch nur ein Gerücht.
rundefan: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
zu den Äußerungen von brainless,

""Hatten unsere Väter eine besser Schulbildung als wir?"

Nein, bestimmt nicht - aber oft eine bessere Bindung ans Elternhaus und nach dem Krieg eine Volkswirtschaft, die händeringend Arbeitskräfte brauchte."

Die bessere Bindung zum /ans Elternhaus wurde allerdings dadurch begünstigt, dass so gut wie keine Mutter einer Beschäftigung nachging, Ausnahme die Kriegerwitwen, die ihre Familien allein durchbringen mussten. Aber da kümmerten sich die Mütter der Nachbarschaft eben mit.
( Bin in Essen aufgewachsen, da war das so!)

"Es stimmt, daß oftmals das "Schulklima" auf dem Dorf besser ist als in der Stadt. "

Leider muss ich hier sagen, dass dies zumindest in Ostwestfalen nicht mehr zutrifft. Es gibt fast keine "Dorfschulen" mit hervorragendem Klima zwischen Eltern und Lehrern, die kinder werden zu "Fahrschüler". Erstklässler müssen schon am frühen Morgen um ihren Platz im Schulbuss kämpfen, das meine ich wörtlich, man sieht es hier an den zwei Bushaltestellen im Dorf täglich.

""Ein weiterer wichtiger Teil der Ausbildung ist die Handwerkslehre. Dort hat sich das duale System bewährt. Die Firmen haben sich in der Vergangenheit aber spezialisiert und können oft die im Ausbildungsrahmenplan geforderten Fähigkeiten überhaupt nicht vermitteln."

Trifft nur in wenigen Ausbildungsberufen zu. Außerdem ist das noch nicht länderübergreifend in den vergleichbaren Ausbildungsberufen so, da Berufschule immer noch Länderkulturhoheit bedeutet. Die Spezialisierung auch im Handwerk führt aber letztlich, nicht bös gemeint, zu "Fachidioten". Einen KFZ-Schlosser im alten Sinn gibt es nicht mehr, einen KFZ-Elektroniker eigentlich auch nicht mehr. Irgend etwas dazwischen soll dann alles können. Kann m.E. nicht funktionieren. Gilt aber für andere Ausbildungsberufe im Handwerk ähnlich. Ein Tischler/Schreiner muß auf Maschinenkurs, damit er Säge, Dicktenhobel oder Fräse bedienen darf. Können tut er das dann aber noch lange nicht, weil die einzelnen Maschinen mittlerweile CNC-Steuerung besitzen und z diesem Thema die Berufschule noch nicht soweit ist, wenn der Lehrgang startet.

Was ich an der heutigen schulischen Ausbildung vermisse, ist die fächerübergreifende Vermittlung von Wissen in naturwissenschaftlichen Fächern, wie Mathematik, Physik,Chemie. Wenn an einem Kleinstadt-Gymnasium z.B. kein Leistungskurs Chemie mehr zusammenkommt, finde ich das einfach traurig. Ich will heutige Rechenhilfsmittel nicht verteufeln, behaupte aber mal, dass alle Ingenieure, die etwa dem Jahrgang ´45- ´55 angehören, immer noch genauer Überschlagrechnungen durchführen können als jüngere Jahrgänge. Begründung: Rechnen mit Rechenschieber fördert das Denken in entsprechenden Dimensionen. Wie schnell hat man sich auf einem Rechner vertippt.

Jetzt kann Jeder über mich herfallen, ist aber meine Meinung und meine Erfahrung mit Jungingenieuren/ -technikern in meinem Berufszweig.
papa2010: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
Mitarbeiterin:

"Da sind wieder 2 Herren, die vom Arbeitsamt geschickt wurden und den Stempel haben möchten".

Ich gehe hin:
"Ja bitte?"
"Krieg' ich Stempel?"
"Schreiben Sie mir eine Bewerbung, dann kriegen Sie einen Stempel!"

- pause -

"Haben Sie denn Arbeit"?
"Jede Menge".

- pause-

"Was für Arbeit haben Sie?"
"Was können Sie?"
- achselzucken -
"Wir können Sie auch einfach mal was ausprobieren lassen und sehen, ob Ihnen das Spaß macht und Sie das können".

- pause -

"Aber Sie zahlen bestimmt nicht viel!?"
"Wir zahlen fair - 7,50 für ungelernte am Anfang"
"(lacht) Jaja...ne - also so 11-12 die Stunde muss ich schon haben."

"Also wie gesagt - Berbung schicken, dann sehen wir weiter - auf Wiedersehen."

kommt natürlich nie etwas....

so isses und nicht anders...
fleurette: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
@ papa 2010
Den Beitrag habe ich mir gerade ausgedruckt. Eigentlich wollte ich bei meinem Vortrag zur Wirtschaftslage am kommenden Mittwoch nur das Beispiel des Arbeitskräfte suchenden Handwerksmeisters erzählen, das ich am 24.02 bereits vorgestellt habe. Dieser Dialog jedoch beschreibt das Problem noch viel anschaulicher. Bin mal gespannt, wie die Zuhörer reagieren.

Gruß
Fleurette
meier923: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
naja -> 7,50€ ! die Realität sieht anders aus :!: (5-6€ als Facharbeiter , Personalkdienstleister sei Dank :twisted: )

Ich habs am eigenem Leib erfahren .... Hab mich dann Selbstständig gemacht und mein Schicksal selbst in die Hand genommen :!: Man will ja schliesslich nicht verhungern .....

Hier malochen die Baufacharbeiter bzw. Mauerer bei 7,00 € rum :vogel: --> trotz Mindestlohn ....

zum Thema Probearbeiten :

Als ich umzog und mich um neue Arbeit bemühen mußte nahm ich am Anfang gern die Angebote an um zu sehen ob es Berufe gibt für die ich mich zusätzlich eigne ,da ich in meinem altem Beruf keine Anstellung hier finden werde.Was glaubt Ihr wieviele Firmen hier nur Ihre spitzen mit abdecken -> ich schreibe das hier weil es neben der Typischen Haltung solcher Leute wie von Papa2010 auch noch eine andere Realität gibt ......
pilote600: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
Carsten, es gibt sicher regionale Unterschiede, und wenn in papas Beispiel die 7,50 geboten worden sind dann wird das wohl so gewesen sein.

In unserer Region sieht (oder sah) es ähnlich aus. Wir haben die Fa Behr direkt vor Ort, und Daimler und Co sind nicht weit weg.

Beispiel aus 2000 !!!

Junger Mann ohne Schulabschluss, weil abgebrochen, hat 2 x 1/2 JAhr bei Daimler gearbeitet, Schicht bezahlt wurden Ihm 3800 DM netto

Und darauf wollte er nicht mehr verzichten!
Gast: "Deutschland wird zum "Land der Hilfsarbeiter""
Sind wir vom verblödeten Schüler inzwischen zum faulen Arbeitslosen gekommen? :respekt:
Leute, was ist euer Problem? Genauso wie die Wahrnehmung von Information selektiv und subjektiv ist, so ist auch die Wiedergabe von Information selektiv und subjektiv.
Selbst wenn es theoretisch möglich wäre eine Information objektiv wiederzugeben, würde es trotzdem Menschen geben, die sie nicht als objektiv erkennen.

Welche folgende Wiedergabe einer Information ist objektiv:

Gestern fuhr ein Autofahrer in einer Kurve gegen einen Baum. Er erlag seinen Verletzungen.

Gestern fuhr eine Autofahrer mit seinem BMW in einer Kurve gegen einen Baum. Er erlag seinen Verletzungen.

Gestern fuhr ein betrunkener Autofahrer mit seinem BMW in einer Kurve gegen einen Baum. Er erlag seinen Verletzungen.

Gestern fuhr ein betrunkener türkischer Autofahrer mit seinem BMW in einer Kurve gegen einen Baum. Er erlag seinen Verletzungen.

Gestern fuhr ein betrunkener türkischer Autofahrer mit seinem BMW mit 90 kmh in einer Kurve gegen einen Baum. Er erlag seinen Verletzungen.

Im Grunde genommen ist jede Wiedergabe gleich objektiv bzw. gleich subjektiv. Jeder kleine Aspekt, den ich nach und nach hinzugefügt habe, führt dazu, das bei jedem Menschen andere Assoziationen geweckt werden und er anfängt bestimmte Dinge in die Information hinein zu interpretieren, die gar nicht da stehen.

Beantwortet doch mal die Frage, was die Unfallursache war?

Macht euch nicht die Mühe, denn in keiner Information steht die Unfallursache. Jede Antwort, die ihr geben würdet, wäre etwas was ihr auf Grund eurer Assoziationen in die Information hineininterpretiert.
Neues Thema starten « oder » Hier antworten
Hier klicken um aktuelle Wohnmobil-Angebote bei zu finden!  
Deutschland : Argentinien
automatische Gewichtserfassung in der Schweiz
Ähnliche Beiträge
Bild von homepage "klauen" um hier im posting zu n
"Pfeifgeräusch" im Bereich geringer Last
Menüsprache "deutsch" fehlt
Einbaukosten Alarmanlage WiPro " all in one "
Hilfe ! Kühlschrank "Zünder" geht nicht mehr !
Schaltplan für die "alte Dame" gesucht
Wohnmobilhersteller Datenbank
Wohnmobil 1 ansehen
Wohnmobil 2 ansehen


 
Händler Suche |  Wiki |  Annoncen |  Hersteller


Alle Rechte vorbehalten ©2003-2012   Nutzungsbedingungen / AGB    Kontakt