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Namibia mit dem Allradcamper

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Hallo zusammen,

ich möchte Euch an unserem diesjährigen Urlaub in Namibia teilnehmen lassen. Ich werde daher einen Reisebericht mit Bildern einstellen. Der Bericht wird wahscheinlich ziemlich lang werden. Ich werde daher immer nur ein paar Tage beschreiben und nach Lust und Laune die Fortsetzung schreiben.

Viel Spaß und beste Grüße
Seppl


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Einleitung
Vor vielen Jahren hatten wir bereits vom Hörensagen mitbekommen, dass Namibia ein sehr schönes Land mit viel Natur sein soll. Immer wieder ist daher der Gedanke aufgekommen, dass wir dort mal hinfliegen möchten. Meist war es aber immer nur ein kurzer Gedanke, in den kalten Wintermonaten, in der Jahrezeit in der ein Wohnmobillist vor dem Kamin im Wohnzimmer sitzt und vom warmen Sommer mit viel Womoausflügen und Urlaub träumt. Im Laufe der Jahre wurde der Wunsch jedoch immer intensiver der kalten Jahreszeit zu entfliehen.

So kam es, dass der Autor dieser Zeilen im Frühjahr 2005 – nach dem langen winter – unerwartet für längere Zeit krank wurde. Der Traum nach der langen Winterpause wieder mit dem mobilen Zweitwohnsitz zu neuen Abenteuern starten zu dürfen für dieses Jahr dahin. Der Krankheitsverlauf gestaltete sich als langwierig. Bis ich wieder einigermaßen auf den Beinen war schrieben wir bereits das Ende des Jahres 2005 – besser gesagt November 2005.

Der Wunsch nach Erholung im Warmen war größer als je zuvor. So musste es kommen, dass wir im internet nach lohnenden Zielen für das Ende des fast abgelaufenen Jahres suchten. Unsere virtuelle Reise ging zunächst nach Südamerika, in die Karibik und auch nach Asien. Viele Reiseziele schienen sehr verlockend. Einige davon leider aber auch sehr kostspielig. Dann gab es noch ein weiteres Problem, die Flugzeit! Wie soll ich mit der lädierten Säule im Rücken die lange Flugzeit von 12 oder mehr Stunden überstehen, wo ich doch mit Müh und Not gerade mal einen Tag im Büro aushalten konnte? AFRIKA! Warum nicht zum schwarzen Kontinent! Die Flugzeit mit 8 – 9 Stunden schien akzeptabel zu sein und die Preise für Flug und Unterkunft waren auch erschwinglich. Somit war der Gedanke geboren – wir fliegen nach Afrika. Weitere Recherchen begannen. Pauschalurlaub im Hotel, Zimmer mit Balkon, Massenabfertigung? Nein danke, das wollen wir nicht. So viel der Entschluss auf Kenia. Nach einiger Zeit der Suche wurden wir auf eine Hotelanlage am Pazifischen Ozean aufmerksam. Das besondere war die Art der Unterbringung. Das weitläufige Gelände mit einzelstehenden Bungalows, Palmen und dem sehr einsamen weißen Strand hatte zumindest einen Hauch der gewohnten Freiheit unserer Wohnmobilurlaube. Wir buchten also für Anfang Dezember und landeten das erste mal in unserem Leben in Afrika, genauer gesagt in Mombasa. Kurzes Resümee: Der Urlaub war wunderbar, die Natur sagenhaft und die Bevölkerung zählt heute für uns zu den freundlichsten Menschen, welchen wir jemals begegnet sind. Unsere Erwartungen wurden übertroffen! So ist es gekommen, dass wir uns mit einem neuen Virus infiziert hatten – mit der Faszination Afrika!
Anzeige: "Namibia mit dem Allradcamper"


 
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 Beschreibung:

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Januar 2010

Lange fünf Jahre mussten vergehen bis uns der Frust des Winters wieder erwischte. Wir schrieben bereits das Jahr 2010 als uns im Januar die Wohnmobilpause wieder zu lange dauerte. Wieder schwelgten die Gedanken um Afrika und der Idee Namibia zu bereisen. Gesagt und getan – der diesjährige deutsche winter musste verkürzt werden. Eins hatte von Beginn an festgestanden. Es soll diesmal ein richtiger Abenteuerurlaub werden! Kurzerhand, noch bevor wir es uns wieder anders überlegen, wurden 2 Flüge nach Windhoek gebucht.

Die bevorzugte Airline mit Direktflug (Air Namibia) war für den gewünschten Zeitraum leider schon ausgebucht. Egal, dann eben anders – fliegen wir halt umständlich. Schnell hatten wir unsere Buchung bei South African Airlines ins internet gehackt. Der Nachteil dieser Verbindung: Wir müssen sehr viel Sitzfleisch und Nikotinentzug mitbringen denn wir fliegen von Frankfurt nach Johannesburg, sitzen dort für drei Stunden im rauchfreien Airport, und fliegen dann weiter in die Hauptstadt von Namibia – Windhoek.
Jetzt musste noch das passende Vehikel her. Priorität hatte eine möglichst große Unabhängigkeit. Nach etwas informieren war auch hier klar, dass es ein Campingfahrzeug mit Allradantrieb sein muss. Unsere Entscheidung fiel auf einem Toyota Hilux mit Doppelkabine, permanenten Allrad mit Untersetzung und einem Dachzelt mit kompletter Campingausrüstung. Als Vermieter wählten wir Britz. Dort hatten wir das beste Bauchgefühl, im Vergleich mit anderen Anbietern.

Erst jetzt machten wir uns mit dem Land etwas mehr vertraut. Wir wussten noch nicht wohin, welche Route wir einschlagen sollen und vorauf wir vor Ort achten müssen. Als sehr hilfreich gestaltete sich das Namibia-Forum und der Reiseführer von Know How. Gute Landkarten und ein passendes GPS Gerät sollten natürlich auch nicht fehlen. Das GPS war uns wichtig, da wir von Beginn an wussten, dass wir uns auch abseits befestigter Straßen und Routen bewegen werden und der Gedanke an Irr- und Kreisfahrten in der lebensfeindlichen Wüste hatte uns doch zuviel Respekt eingeflößt. Unsere Entscheidung viel auf ein Garmin Zümo 660 mit Kartenmaterial von Track4African. Im Verlauf der Reise stellte sich heraus, dass dies eine sehr gute Entscheidung war. Näheres dazu im nachfolgenden Reisebericht.

So, jetzt war alles gebucht und die notwendigen Dinge gekauft – Es beginnt die Zeit des Wartens.
Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
19.03.2010

Wir haben lange genug gewartet, heute Abend ist Abflug! Bereits am Vortag hatten wir unsere Habseligkeiten, bestehend aus zwei riesigen Reisetaschen mit Inhalt, in unser Mietauto gepackt. Für die Anreise zum Flughafen haben wir uns für einem Mietwagen entschlossen, welchen wir direkt (wir sind manchmal schon verdammt bequeme Zeitgenossen) im Parkhaus des Flughafens wieder abgeben können.

Es ist Freitag, früh morgens, wir quälen uns aus dem Bett, obwohl unser Flug erst am Abend startet. Nein es ist nicht die Aufregung vor dem Urlaub! WIR MÜSSEN INS BÜRO UND NOCHMALS MALOCHEN GEHEN! Trotz Stress mit dem letzten Arbeitsvorbereitungen für die Abwesenheit gehen die Stunden bis zum endgültigen Start, 15.00 Uhr, nur im Schneckentempo dahin. Die Vorfreude, oder vielleicht auch Aufregung, kann ich offensichtlich nicht verbergen, denn die Kollegen deuten gegen 14.00 Uhr schon an, dass ich langsam die Arbeitsstätte verlassen soll, da ich mit meinem nervösen Hinterteil (ich rutsche auf dem Stuhl schon unentwegt von links nach rechts) alle schon ganz verrückt mache. So kommt es, dass ich um 14.30 den PC ausschalte, den Kugelschreiber fallen lasse und nach einer umfangreichen Verabschiedung bei meinen Kollegen, der Arbeit den Rücken kehre und rasch Angelika von Ihrem Büro abhole. Nach einer weiteren halben Stunden sitzen wir im Auto und sind auf der Autobahn Richtung Frankfurt unterwegs. Der Urlaub beginnt!

Nach einer staufreien Fahrt kommen wir schließlich am Flughafen in Frankfurt an. Die supergroßen Reisetaschen können wir sofort abgeben, da wir am Vorabend schon online eincheckt haben. Pünktlich startet unser Flugzeug nach Johannesburg.


 
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 Beschreibung:
Unser Flieger

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
20.03.2010

Die Nacht im Flugzeug haben wir mit tv-Schauen, Essen, Trinken und dem Versuch zu schlafen verbracht. Nachdem Angelika ein paar Stunden schlafen konnte habe ich leider kein Auge zugebracht. Etwas gerädert landen wir schließlich am frühen morgen in Johannesburg. Als erstes stelle ich fest, dass meine Sucht die Müdigkeit überwiegt. So nehme ich sofort nach dem Aussteigen die liebe Ehefrau an die Hand und ziehe sie im Schlepptau in Richtung Raucherraum hinter mir her. Der Flughafen ist groß – sehr groß. Wir folgen unentwegt dem Schild „Raucherlonge“. Nach quälend langen 10 Minuten kommen wir dort auch an. Aber jetzt der Schock! Der Suchtraum ist geschlossen! Zähneknirschend und äußerst schlecht gelaunt begibt sich nun der verhinderte Raucher in Richtung Abflug, gibt sich seinem Schicksal hin, und wartet auf den Weiterflug.


 
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 Beschreibung:
Umsteigen in Johennesburg

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 Beschreibung:
Namibia von oben

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 Beschreibung:
ganz schön schnell

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Wir sind angekommen im Urlaub


 
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 Beschreibung:

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Noch eine kleine Übersicht unserer Tour


 
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 Beschreibung:

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
In Windhoek angekommen wartet schon das Taxi für den Weitertransport zur Mietstation auf uns. In dem Taxi (Kleinbus) sitzt bereits ein weiterer Fahrgast, welcher schon längere Zeit auf uns wartet, nachdem sich die Einreiseformalitäten bei uns ziemlich in die Länge gezogen haben. Die nette Dame vom Zoll wollte unbedingt wissen wo wir während unseres Aufenthaltes in Namibia wohnen werden. Ich/wir haben mit Händen und Füßen versucht der Frau zu erklären, dass wir einen Camper gemietet haben und daher keine feste Adresse angeben können. Es hat aber alles nichts geholfen, das Staatsorgan schaltete auf stur. Entnervt wühlte ich in den Buchungsunterlagen nach der Adresse der Autovermietung. Kurzerhand haben wir einfach die Adresse der Vermietstation in das Formular geschrieben und die Welt war wieder in Ordnung. Die Zollbeamtin meinte nur noch, dass sie das Hotel Britz (Name der Autovermietung) gar nicht kenne. Wir haben weitere Erklärungen lieber unterlassen. Jedenfalls hatte es unser Taxifahrer ziemlich eilig, so dass der ersehnte Nikotinschupp wieder ausbleiben musste. Nach einer dreiviertel Stunde war es endlich soweit. Der andere Fahrgast wurde an einem Hotel in Windhoek abgesetzt. Ich konnte aussteigen und erst mal in aller Ruhe meine Zigaretten auspacken und vor dem Auto anzünden. Zufrieden steige ich wieder ein und lasse während der weiteren 20 Minuten Taxifahrt die ersten Eindrücke des Landes auf mich wirken, bis wir bei der Autovermietung ankommen. Nach etwas blabla und diversen Unterschriften geht es zur Einweisung des Campers. Zu unserer großen Überraschung führt uns die Frau von der Mietstation direkt zu einem Toyota Landcruiser anstatt zum gebuchten Toyota Hulix. Sie erklärt uns, dass kein Hilux mehr frei sei und wir deswegen den, normalerweise viel teuren, Landcruiser bekommen. Freude über Freude machte sicht breit. Den Landcruiser wollte ich wegen der hervorragenden Geländeeigenschaft von Beginn an haben. Wegen dem hohen Preis ist aber die Entscheidung auf den Hilux gefallen.


 
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 Beschreibung:
Ankunft Airport Windhoek

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 Beschreibung:
Einweisung Auto

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Die Fahrzeugeinweisung ist erledigt, wir düsen los. Zuerst geht es quer durch die Stadt, durch ganz Windhoek. Es ist das erste mal, dass ich ein Auto mit Rechtslenkung bewege. Anstatt dem Blinker aktiviere ich zuerst mal den Scheibenwischer dann die Scheibenwischanlage, die rechte Hand greift beim Versuch den Schalthebel zu erreichen ins leere, usw., usw. Die weiteren Anfangsschwierigkeiten und Peinlichkeiten behalte ich jetzt lieber mal für mich.

Am Stadtrand decken wir uns an einem Supermarkt – so mancher deutsche Grosupermarkt ist im direkten Vergleich schon fast ein Tante Emma Laden – mit reichlich Essen und trinken ein. Es ist Samstag nach 14.00 Uhr. Wir wussten nicht, dass in Namibia der Verkauf von Alkohol an Samstagen, ab 14.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen, nicht erlaubt ist. So beginnen unsere ersten Urlaubstage erst mal ohne leckeren Südafrikanischen Wein.

Wir verlassen Windhoek in südlicher Richtung auf der B1, einer gut ausgebauten Bundesstraße. Schon wenige Kilometer nach der Stadt kreuzt das erste Affenrudel die Fahrbahn. Wir kommen durch eine grüne Hügellandschaft. Links und rechts der Straße ist teils auch felsig.. Die Vegetation besteht aus dornenartigen Busch mit vereinzelten Bäumen.


 
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 Beschreibung:

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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Nach etwa 50 km seit dem verlassen der Stadt liegt links das Hinweisschild zu einem Campingplatz. Dieser Platz wurde uns von der Fahrzeugvermieterin für die erste Nacht in Namibia wärmstens empfohlen. Sogar einen kleinen Pool soll es dort geben. Wir sind aber der Meinung, dass es noch zu früh am Nachmittag ist und fahren weiter in Richtung Mariental. Dieser Entschluss wird sich später als großer Fehler herausstellen. Wir durchqueren weiter die Hochlandsavanne in südlicher Richtung. Es wird immer einsamer. Bereits nach 1 Stunde Fahrtzeit kommt uns nur noch selten ein Fahrzeug entgegen. Ab Rehoboth ändert sich die Natur. Ab hier beginnt der Übergang zur Dornbuschsavanne. Die Hügel verschwinden allmählich, flache Landschaft mit kilometerweiten Blick, zum Teil bis zum Horizont, zieht sich entlang der gepflegten Fahrbahn. In Kalkrand verlassen wir das Teerband der B1 und biegen nach links ab in die C 21. Auf der Landkarte haben wir dort ein sogenanntes Bitterwasser (ausgetrocknete Salzflächen) entdeckt. Dort ist auch ein Campingplatz, unser Ziel für die Nacht, eingezeichnet. Zum ersten mal bewegen wir uns jetzt auf einer für Namibia typischen Sand-/Schotterpiste. Das Lenkrad fühlt sich schwammig an. Bereits ab 60 km/h habe ich das Gefühl, dass das Auto jeden Moment ausbrechen muss. Erstaunt nehme ich nach einiger Zeit eine riesige Staubwolke im Rückspiegel war, welche rasant näher kommt. Bereits nach kurzer Zeit rast ein klappriger VW Golf mit namibischen Kennzeichen und geschätzten 100 – 120 km/h an uns vorbei. Es dauert lange bis wir hinter der Staubwolke des Rennfahrers wieder klare Sicht bekommen. Insgeheim zweifle ich aber schon an meinen Fahrkünsten auf solchen Straßen.

Die Fahrt geht in gemächlichen Tempo weiter. Jetzt erst erkennen wir, dass wir die Entfernungen schwer unterschätzt haben, denn die Dämmerung setzt schon ein. Ehe wir uns versehen ist es stocknacht! Nach etwa zweistündiger Fahrt im Scheinwerferlicht erreichen wir unser Ziel an einem verschlossenen Eisentor. Mit Erschrecken stellen wir fest, dass der von uns angepeilte Campingplatz nicht mehr existiert. Kurzerhand – unser Dachzelt haben wir schon mal optimistisch aufgebaut - fragen wir den Besitzer der jetzt dort ansässigen Gästefarm ob wir auf seinem Grund übernachten dürfen. Er verneint dieses jedoch und bietet uns eines seiner Luxuswohnzelte die er hier vermietet an.

Wir lehnen ab und fahren weiter auf der C 15 in Richtung Süden. Links und rechts der Straße stehen ununterbrochen Zäune. Unsere Idee einfach in der freien Natur zu übernachten geht nicht auf, da wir uns nicht direkt neben der Straße schlafen trauen. Ziemlich müde machen wir uns auf den Weg zum Hardap Damm. Es ist bereits 24.00 Uhr bis wir auf dem dortigen Campingplatz erschöpft ankommen und nach einem kurzen Abendessen in unser Dachzelt klettern.
Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
21.03.2010

Endlich ausgeschlafen genießen unser Frühstück unter einem Schattenbaum. Im Baum hängen haufenweise Nester von Webervögeln. Nur blicken lässt sich keiner der Vögel.

Als erstes wollen wir heute die Gegend um den Hardap Damm erkunden.

Der Hardap Damm - etwa auf halber Strecke von Windhoek und Keetmanshoop – ist der größte Stausee Namibias. Der Fish River wurde hier in einer kargen Landschaft im Jahre 1963 aufgestaut. Die Staumauer hat eine Länge von 865 m und 39 m Höhe. Der See ist heute ein Mekka für Süßwasserangler.

Schon nach wenigen Kilometern am Seeufer entlang begegnen wir einer Straußenherde. Leider sind die Tiere sehr scheu, so dass wir diese nur aus einiger Entfernung beobachten können. Es soll hier auch Spitzmaulnashörner und Leoparten geben. Schade, dass wir nichts dergleichen zu Gesicht bekommen. Wir tingeln noch weitere 2 Stunden um den See herum bis Angelika an einem Wasserausläufer einen Marabu sichtet. Auf mich wirkt der Vogel so richtig arrogant, wie er uns doch so hochnäsig anschaut und langsam weiter läuft. Angelika ist aber anderer Meinung und möchte unbedingt ein Foto von dem Federvieh machen. Die Tiere befinden sich sehr nahe am Seeufer. Kurzerhand entschließe ich mich – habe ja schließlich ein Geländeauto - bis an den ausgetrockneten Uferbereich heranzufahren. Kurz vor der Wasserlinie, ich war schon im Begriff in einem großen Bogen mich wieder vom wasser zu entfernen – macht es rums. Wir waren auf der ausgetrockneten Schlammschicht regelrecht eingebrochen. Das Auto steckt bis zum Unterboden im Matsch. Erst nach dem Aussteigen konnten wir mit entsetzen erkennen, dass der Boden, ähnlich einer dünnen Eisschicht, nur oben trocken und fest ist und darunter sich nur wabbliger Schlamm befindet. Alle versuche das Gefährt frei zu bekommen schlugen fehl. Im Gegenteil, je mehr wir buddelten je tiefer sank die Karosse im Schlamm. Uns bleib nichts anders übrig als in der Hitze auf Hilfe zu warten. Nach gut zwei Stunden hatten wir dann auch das Glück, dass zwei Männer auf dem Rückweg eines Angelausfluges an uns vorbeigekommen sind. Mit denen konnten wir bis zum Eingang des Campingplatzes zurückfahren und Hilfe holen. Trotz Einsatz einer Seilwinde gestaltete sich die Bergung unseres Toyotas als schwierig. Am Schluss mussten noch zwei weitere Pick-Up´s vorgespannt werden um unser Auto zu befreien. Nachdem wir unsere Rechnung für den Abschleppdienst, nebst reichlich Trinkgeld, bezahlt hatten war es schon später Nachmittag. So entschlossen wir uns, nach den Erfahrungen der letzten Nachtfahrt, doch lieber noch eine Nach am Hardap Damm zu verbringen.


 
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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
22.03.2010

Neuer Tag, neues Glück. Wir brechen auf und machen uns zunächst auf dem Weg nach Mariental. Dort heißt es erst mal Geld beschaffen und voll tanken. Unser Landcruiser sauft wie ein Elefant. Zu dieser Erkenntnis kommen wir zwangsläufig nachdem knapp 200 Liter Benzin in die beiden Tanks fliesen.

Wir entschließen uns auf der M29 (Sandpiste) bis nach Keetmanshoop zu düsen. Keine Wolke ist am blauen Himmel, die Piste ist staubtrocken. Nach der Schlammschlacht vom gestrigen Tag sind wir aber heilfroh erst mal keinen Matsch mehr zu sehen. So fahren wir mit einer riesigen Staubfahne hinter uns herziehend wieder gen Süden. So weit das Auge reicht befindet sich um uns herum nur noch immer Dornbuschsavanne. Nur selten sehen wir von weitem eine Farm. Webervogelnester auf Telegrafenmasten runden das Bild ab. Nach langer Fahrt erreichen wir die ersten Köcherbäume. Die Landschaft wird wieder ein wenig felsig und ist mit kleinen dunklen Felshügeln durchsetzt. Den Abend und die Nacht verbringen wir auf einem kleinen niedlichen Campingplatz nördlich von Keetmanshoop. Die Umgebung ist friedlich und ruhig. Vereinzelt stehen Köcherbäume im Gelände verstreut, welche mit untergehender Sonne ihre Farben ständig ändern.


 
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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Am Abend, es ist schon dunkel, sitzen wir noch gemütlich unter dem Sternenhimmel, als ich auf meinen Waden auf einmal ein kitzeln verspüre. Was kann das sein? Der Sache muss auf den Grund gegangen werden! Ich schalte die Stirnlampe ein um zu untersuchen was den da so kribbelt. Während Angelika sich ekelt schaue ich fasziniert auf hunderte große Käfer die sich am Boden und dem neben den uns stehenden Köcherbaum tummeln. Einige von denen konnten es nicht lassen meine nackten Beine etwas näher zu erkunden.


 
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Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
Unser Platz am nächsten morgen....


 
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Gogolo: "Namibia mit dem Allradcamper"
Das ist ein echt toller Bericht mit sehr schönen Bildern! Ich bin auf die Fortsetzung schon sehr gespannt. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.


Habe die Ehre

Gogolo
Seppl: "Namibia mit dem Allradcamper"
23.03.2010

Für den heutigen Tag haben wir beschlossen weniger zu fahren und dafür die Umgebung von Keetmanshopp zu erkunden.

Keetmanshoop ist die bedeutendste Stadt im südlichen Namibia. Die Stadt ist umgeben von einer halbwüstenartigen Landschaft, die vorwiegend zur Karakulschafzucht genutzt wird. In der Stadt selbst gibt es eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten und Lokalen. Bevor es weiter in die Wüste geht sollte man hier noch mal die Vorräte so richtig auffüllen.

Von besonderen Interesse ist für uns natürlich der nahegelegene Köcherbaumwald. Wir fahren auf der B1 wieder ein Stück nach Süden und biegen am Stadtanfang nach links auf die M 29 und kurz darauf rechts auf die C 17 in Richtung nord-west. Noch vor der Abfahrt auf die C 17 liegt linkerhand der Quivertree Forest mit einer großen Ansammlung der seltenen Bäume. Wir sausen jedoch weiter bis zum Mesosaurus Park. Wer mag kann auf dem Weg dorthin, auf halber Strecke, noch einen Abstecher zum Ginats´s Playgrund – einer großen Ansammlung von dunklen Riesenhinkelsteinen - machen. Auf irgendeiner Insiderplattform im internet haben wir gelesen, dass im Mesosaurus Park sehr viele von den Köcherbäumen stehen sollen und die Gegend bei den Touris nicht sehr bekannt ist. Uns interessiert aber viel mehr das dort befindliche Bushcamp. Das Camp soll in einer einmalig schönen und naturbelassenen Landschaft liegen. Einen 4x4 Trail soll es auch geben.

Der Eingang des Parks stellt sich als Eingangstor zu einer privat geführten Farm dar. Schnell kommt der Farmer aus dem Haus und erklärt uns das weitläufige Gelände. Im vorderen Bereich ist ein Platz für Camper angelegt. Hütten und Mietzelte stehen für die Gäste ohne Camper auch zur Verfügung. Der Geheimtipp ist aber das Bushcamp. Nach dem Öffnen eines Viehgatters führt ein tiefsandiger Weg ca. 3 Km durch die Farm. Das Bushcamp übertrifft unsere Erwartungen. Mitten in der Halbwüste stehen auf dem liebevoll angelegten stellplatz zwei große Bäume mit jeweils einen gigantisch großen Webervogelnest in den Baumkronen. Der Platz ist umgeben von Köcherbäumen, verschiedenen Sträuchern und Gebüschen. Eine abenteuerliche Sanitäranlage mit Frischluft-WC und Frischluftdusche ist zur Ergänzung der Komfortausstattung auch vorhanden. Wir sind die einzigen Gäste und stehen völlig allein in der nahezu unberührten Natur. Hier bleiben wir!

Der Tag wird mit faulenzen im Schatten und einer Rundfahrt über den 4x4 Trail verbracht. Die einzige Aufregung war ein platter Hinterreifen am Auto, so dass ein Radwechsel die Ruhe etwas störte.


 
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 Beschreibung:
Zufahrt zum Bushkamp

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Webervogel

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Webervogel

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Stellplatz

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Freiluftklo

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