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Indien & Sri Lanka - 50 Tage Abenteuer

JEFF und GITTE

Indien & Sri Lanka in 50 Tagen

50 Tage Abenteuerurlaub, individuell, selbstbestimmt und spannend …

Vom 5. Januar bis zum 20. Februar 2011

Reise 2011: Indien: Der Westen, der Süden und der Osten Indiens
Sri Lanka: Küsten und Bergland


Unser sicherlich interessanter Reisebericht
über eine fast 30.000 Kilometer lange Reise
und über 1.000 Fotos


Unser vorhergehender Reisebericht, aus 2008, über Nordindien und Nepal ist hier zu lesen:
--> Link

Die Kapitel des neuen Berichts

Planung …
Geführte Tour oder als Edel-Backpacker auf sich allein gestellt?
Individualreise: Mit 20 ein „Muss“ mit 60 ein „Warum denn nicht?“
Alles eine Frage der Kosten! Geht’s denn auch billiger?
Überwintern in Indien - billiger als zuhause bleiben?
Und wie geht das denn mit dem Geld unterwegs?
Spontan vom Plan abweichen, oder warum es manchmal nicht anders geht …
Viel zu viel Klamotten, oder ein Drittel an Kleidung hätte es auch getan …
„Lonely Planet“, der gedruckte und unentbehrliche Reiseführer

Kulturschock …
Indien und Sri Lanka, nichts für zarte Seelchen?
Von Neppern, Schleppern & Touristenfängern …
Wie war das doch gleich mit der Hygiene?
Und immer schön freundlich bleiben …
Die so ganz andere Kultur …

Abenteuer Sri Lanka …
32 Jahre Krieg und schlimmste Unwetter auf Sri Lanka …
Die Tamil Tigers und das Reisen im Norden des Dschungels von Sri Lanka
Budda und am Berg der Erleuchtung …
Gestrandet auf Sri Lanka: Ein junges Paar mitten in einem Alptraum …
Urwald: Malaria, Dengue Fieber, oder wie komme ich hier gesund wieder raus?
Sri Lanka, wirklich eine Reise wert … ?!
Ein Resumè über den Besuch der Insel.


Abenteuer Indien …
Goa: Die einstige Hippiemetropole und wie alte Zeiten wieder aufleben …
Probleme mit dem Indienvisa: Quasi illegal einreisen um wieder raus zu kommen …
Unfreiwillig Prediger auf einer indischen Beerdigung werden …
Burning Ghats …, und was so alles im Hoogly herumschwimmt …
Der Ganges die Mutter aller Flüsse aber so tot?
Bombay: Der Berg der Verstorbenen und die Raben …
Kalkutta: 30.000 Menschen pro Quadratkilometer und das tägliche Chaos.
Für Nichts! 1.000 Kilometer an einem Tag, oder wie man Planungsfehler vermeidet ...
Lebensmüde?! Nachts, 700 Kilometer mit dem Bus nach Bangalore …
Flüge: IndiGo, Kingfisher oder Spice-Jet, oder wer ist der beste Billigflieger?
Gewürzte Speisen: Das hält doch kein Magen wirklich aus …
Lebensräume: Bahndämme und die Ärmsten der Armen …
Mutter Theresa: Missionshaus und ihr Grab in Kalkutta ...
Hindu-Religion: 330.000 Götter, wer kommt denn da noch klar?
Kalkutta (Kolkata) und über den Dächern einer 15 Millionen-Metropole.
„Kalkutta liegt am Ganges …“, Hallo, in welchem Film war Vico Torriano denn?
Indien auch mit dem Reisemobil? Wo ist denn das Problem …
Erlebnisse mit skrupellosen und korrupten Beamten …


Vorwort
Viele Fotos zu diesem Reisebericht zeigen auch das reale Gesicht Indiens und Sri Lankas.
Die schönen und bunten Tempel, die grossartigen Paläste und die grandiose Natur ist nur ein kleiner Teil dessen, was ein Individualreisender zu sehen bekommt.
Bestimmt der kleinste Teil!

Niemand, der so wie wir in diesen Ländern unterwegs war kann sich den Elendsvierteln, der Armut, des Drecks, der Leidenden entziehen.

So verzichten wir auch darauf „nur“ wunderschöne Palmenstrände und vielfarbige Götterstatuen zu zeigen, sondern versuchen einen ausgewogenen Bildbericht zu liefern.
Viele Fotos sind äusserst schlimm.
Wir haben uns dennoch entschieden, auch diese Fotos zu zeigen.
Würden wir sie nicht zeigen, würden wir verstecken was nicht in Ordnung ist, oder was sich ändern muss, um den Armen, Kranken und auch den Toten mehr Würde zu verleihen.
Für gewisse Einzelaufnahmen (… von nicht öffentlichen Plätzen und Orten!) von Lebenden und Toten haben wir uns bei den Menschen, bzw. Angehörigen die Genehmigung zur Veröffentlichung eingeholt.

Wer selber mit dem Gedanken einer solchen Reise spielt, der sollte auch unsere Erfahrungen und täglichen Begegnungen per Wort und Bild miterleben.
Zarte Seelchen, sollte diesen Bericht eigentlich gar nicht erst lesen und sich vor allem nicht an einigen Fotos stören.

Allgemeine Informationen
Wir verzichten darauf allgemeine Informationen zu den Zielen zu geben, da wir diese auch nur aus besseren Informationsbereichen abschreiben würden.
Wer über die Städte, Geschichte, Politik und Statistik etwas erfahren möchte, kann die Infos gerne aus Wikipedia beziehen.
Wir beschränken uns ausschliesslich auf unsere Erlebnisse und bitten um Verständnis dafür.

Hier einige Links zu entsprechender, weiterführender Themensuche:

Visaservice Indien:
--> Link

Incredible India:
--> Link

Infoseite zu Indien:
--> Link
--> Link

Unsere Meinung: Der beste Blog zu Individualreisen nach Asien:
--> Link

Auf dem Landweg nach Indien und andere Livee-Berichte:
--> Link

Reiseberichte über Indien:
--> Link


Über uns und die Reise
Wir, das sind Jeff und Gitte. Wir sind kurz vor 60 und immer noch verwegene Abenteurer.
Nach fast unendlich vielen Reisen haben wir uns entschlossen, wieder zu Individualreisen, wie in unseren jüngeren Lebenstagen, zurückzukehren.

Unser erstes Fazit aus dieser Reise ist, dass jeder, der gerne Indien und die schönen und besonders kulturellen Seiten des Landes kennen lernen möchte, besser Nordindien, die klassischen Routen bereist. (Siehe Link zu Nordindien in der Überschrift zu diesem Bericht)

Wer das Land wirklich erleben möchte, wer bereit ist viel Staub zu schlucken, einen Teil seines Gehörs zu schädigen, wer bereit ist täglich neu entscheiden zu müssen, den Kampf mit der Straße aufzunehmen sich nicht ziert, dem sei diese Reise empfohlen.

Woran denken wir jetzt, in diesem Augenblick, 24 Stunden nach unserer Rückkehr?
Das Reisefieber hat uns wieder vollends gepackt!
Wir denken an die nächsten Ziele!
Wir denken an diesmal 100 Tage!
Wir denken an das Gebiet des großen Himalajas hoch im Norden Indiens, an Nepal, Bhutan, Bangladesh, Myanmar bis Vietnam, als eine große Länder- und Streckenreise.

Die Planung und die Kosten
Sechs Monate bevor wir uns aus den Schneewehen der nicht geräumten Straßen und Wege der Halbinsel Scheid, im Edersee, befreien konnten und endlich abhoben um nach viel zu langer Zeit die seit Monaten vermissten Sonnenstrahlen über den Wolken als wohltuende Wärme zu empfinden zu können, begann unsere Reiseplanung.

Individualreise, oder geführte Tour, das ist hier die Frage.
Und die Kosten erst recht!

Unser deutsches, örtliches Reisebüro wollte für die knapp 50 Tage, als geführte Tour, mit 3-4 Sterne Hotels, ohne Verpflegung und Getränke rund € 12.000.
Zwei indische Veranstalter lagen bei rund € 8.000 und bis zu € 15.000, ohne die internationalen Hin- und Rückflüge.

Wir rechnen einmal selbst die Reise als Individualreise grob durch:

Hin- und Rückflug als Gabelflug: 2 Flüge x € 800 = € 1.600
50 Übernachtungen in 2-3 Sterne-Hotels:50 Nächte X € 35 = € 1.750
4 Inlandsflüge Indien und Sri Lanka: 4 Flüge X € 150 = € 600
4 Touren mit Taxis und Fahrer, ca. 20 Tage 4 Touren X € 300 = € 1.200
50 Tage Verpflegung, inkl. Getränke: 50 Verpflegung X € 20 € 1.000
Sonstige Kosten und Unvorhergesehenes Pauschal € 500
2 Visa a. € 75,00 € 150

Gesamtkosten Planung € 6.800

Immerhin sparen wir mindestens € 5.000!
Damit ist die Entscheidung gefallen, wir werden eine Individualreise unternehmen.


Anmerkung: Der Hin- und Rückflug wurde bei der Lufthansa gebucht.
Wir hätten hier ebenfalls gut und gerne nochmals rund € 300 sparen können, wären wir auf eine andere Airline ausgewichen.
Haben wir aber nicht, weil wir im Miles & More Programm sind und für diesen Hin- und Rückflug beide auf unseren Vielfliegerkarten jeweils 7.000 Meilen gutgeschrieben bekommen.
Für die Bezahlung der Tickets mit der Miles & More Mastercard bekommen wir nochmals 1.600 Meilen gutgeschrieben und sind automatisch für krankheitsbedingte Notflüge zurück nach Deutschland versichert.
Ebenso sparen wir uns eine Reiserücktrittsversicherung, denn, wer mit dieser Karte bezahlt, ist automatisch gegen den Schaden eines Reiserücktritts versichert.

Jede Rechnung die wir über die Masterkarte „Miles & More“ bezahlen, bucht automatisch pro € 1,00 = eine Meile auf unserem Prämienprogramm gut.
Durch das Ansparen von Meilen haben wir jetzt schon einen Freiflug nach z.B. Indien. Wer sich für das System Miles & More interessiert, der kann die Seite --> Link besuchen und alles genauestens nachlesen, bzw. die Anträge für die Karte stellen.

Tatsächliche Kosten
01. Parkhaus „Airparks“ in Frankfurt € 164
02. Hin- und Rückflug Lufthansa € 1.600
03. Hotelkosten insgesamt € 1.400
04. 4 Flüge Inland und Sri Lanka € 750
05. Taxis von und zum jeweiligen Airport und Touren € 850
06. Bustour 700 km € 40
07. Eintrittsgelder € 100
08. Spenden, Almosen, Trinkgelder € 100
09. Essen & Getränke € 750
10. Schlepper € 20
11. Sonstige Kosten € 200
12. Benzinkosten zum Airport und zurück € 50
13. Visakosten € 150

Gesamtkosten € 6.174


Anmerkung zu den Einzelpositionen
Zu 03. Hotels: Jeweils in der Kategorie 2-4 Sterne. Wir hätten hier auch gut und gerne € 700 sparen können, hätten wir uns nicht auch wirklich einige gediegene Beachhotels geleistet.
Zu 05. Hier hätten wir uns eine Tour wirklich sparen können. Es waren rund 1.000 Kilometer für € 150.
Zu 09. Essen & Getränke: Da wir gerne gut essen und trinken, sind die Kosten schon im oberen Bereich anzusiedeln. Interessant die Tatsache, das die Kosten für die Essen nur 1/3 ausmachen. 2/3 sind Kosten für Getränke.

Fazit:
Hätten wir wirklich gespart und zwar bei Essen & Trinken und den Hotelkosten, wären wir auch locker mit € 4.000 als Gesamtkosten hingekommen.

Überwintern an Goas Stränden
Wer an den schönsten Stränden Goas, vornehmlich der Bucht von Palolem überwintern möchte, kann sich dort eine Bambushütte direkt am Meer mit Aircondition und Bad, WC und Dusche leisten. Dies für sage und schreibe € 10 bis Euro 15 pro Tag und Nacht.
Einfach traumhaft und wirklich zu empfehlen!

Gegenrechnung
Nun, die Gesamtkosten unserer Reise beliefen sich ja auf € 6.174.
Um fair zu sein, haben wir auch einiges zu verrechnen.

Da wären z.B. die Heizkosten für 50 Tage mit rund € 150. Oder die Wasserkosten mit rund € 100. Ebenso die Stromkosten mit rund € 100.

Damit wären wir bei rund € 5.824!
Und, … Kosten für Essen und trinken hätten wir ja auch hier in Deutschland zu bezahlen gehabt. Gitte hat mal nachgerechnet und so kam sie bei 50 Tagen auf rund € 1.500. Ziehen wir die € 750 auch noch ab, die wir ja gespart haben, liegen die Gesamtkosten bei € 5.100.

Und auch hier, Steuern, Steuern, Steuern …
Die Preise in den verschiedenen Staaten des Subkontinents Indien hängen auch sehr von den Steuern ab.
Entgegen dem Steuergeschenk des Herrn Westerwelle an die deutschen Hotels, zahlt man in Indien gestaffelt nach den Übernachtungspreisen Luxussteuern auf den Zimmerpreis. Diese betragen je nach Hotelpreis 8 – 12,5 Prozent.
Alkohol wird auch entsprechend besteuert, ausser in den Steueroasen von Goa und Pudicherry (Pondicherry).
Eine Flasche Bier, 650 Milliliter kosten in Bombay 180 Rupien (€ 2,50).
In Goa nur 60 Rupien (€ 1,00) und in Puducherry 80 Rupien.
Ein Päckchen Marlboro kostet rund € 1,20 doch Vorsicht!, erst ein Päckchen öffnen und eine Zigarette rauchen.
Die indischen Zigaretten sind ungeniessbar und sie werden in den gleichen Packungen angeboten.
Der einfache Inder (Arbeiter) gibt pro Person am Tag maximal € 0,30 für Verpflegung und Wasser aus. Sein Monatseinkommen beträgt aber auch nur € 30.

Wir dachten, diesem Kapitel mit den Kosten einer solchen Reise, würden Euch schon interessieren und so haben wir entsprechend diesem Kapitel auch Raum geschaffen.

Der Reisebericht
05.01.2011, Flug von Frankfurt nach Mumbai (Bombay):
Dauer: 7,5 Stunden.
Ankunft in Mumbai am 06.02. um 2:00 Uhr.
Das Hotel mit den Namen „Four Seasons“ haben wir als einzigstes Hotel schon online gebucht.
€ 83 pro Nacht, 3 Sterne Bereich.
Mumbai bietet das Dreifache des durchschnittlichen, indischen Einkommens und ist entsprechend teurer als andere Städte, in anderen Bundesstaaten.

Link zu dem Hotel: --> Link
Unsere Empfehlung: Niemals hier buchen!

Bewertungen zu diesem Hotel:
--> Link

Und in den nächsten Tagen geht es abschnittsweise weiter.
Wer Fragen hat, darf diese gerne hier stellen.

Viel Spass bei der Reise und den ersten Fotos!
Dateianhänge
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Über den Wolken ...
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Goas zahlreiche Strände, von völlig einsam, bis Techno-Beachparty, ist alles dabei
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Überwintern in Goa? Warum nicht in einer Bambushütte?
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Warum nicht einmal richtig reinhauen? € 6 für diesen Teller!
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Unsere Hütte, unser Strand und hier bleiben wir erstmal 10 Tage!
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Kaum zum aushalten ist, nur die Hitze. 35 Grad im Januar!
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Palolem Beach, im Süden des kleinsten Bundesstaates GOA
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Oder genügt ein Zelt für nur € 5,00 die Nacht?
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Unter Palmen ...
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Gönnen wir uns doch mal was richtig Gutes ...
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Purer Luxus: Gleich zwei Stockwerkshütten
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Für jeden Geschmack die richtige Farbe ...
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Frischer Fisch, direkt von den Fischern ...
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Die Auswahl ist schier unendlich ...
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Und wenn schon die heiligen Kühe sich hier wohlfühlen, dann doch wohl auch wir ...
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Heute mal ganz bescheiden ...
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Auf jeden Fall schon seitens der Farbe her mit hohem Wiedererkennungswert in einer durchzechten Nacht ...
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Unter Palmen in Palolem ...
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Gitte lässt es richtig knacken ...

Lancelot

Einfach TOLL :!:

Willkommen zurück ... :hallo: , und schon im voraus herzlichen Dank für den Bericht über eine Traumreise ...

yasar

Mannohmannohmannohmannohmannohmann etc. etc.

Wenn ich neidisch wäre, würde ich das natürlich nie (!) zugeben. :) :) :)

Danke für den bisherigen Bericht! Freue mich auf die Fortsetzung!

Gruß

Peter

artischocce

Das ist ja ein exakter Bericht. Sehr interessant!

Vor ca. 20 Jahren war ich in Goa/Arambol. Sind von da aus zu dem nördlich gelegenen portugiesischen Fort gewandert, liessen uns von einem Bootfahrer mit Muskelkraft über den Fluss zum Fort rudern.

Eine Unterkunft ohne alles kostete 1 DM pro Tag.
Duschen draussen hinter Bananenblätterverschlag, wo wir vorher Wasser aus dem Brunnen dafür schöpften.
Ein Teller Essen 90 Pfennig.

Tipsel

Ja, quäl uns :tanz:

Wunderschöne Bilder. Tut richtig gut bei dem kalten Einheitsgrau hier bei uns.

meier923

Wow :daumen2:
mehr fällt mir grad nicht ein :!:

Udoti

Hallo Gitte, hallo Jeff,

willkommen zu Hause. - Wieder einmal ein toller Bericht über eine tolle Reise. - Schön von Euch zu hören, zu lesen und viele Bilder anzuschauen.

Wir waren gerade in der Tibet-Ausstellung in Stuttgart. Hier war der Norden Indiens mit einbezogen. Zum Abendessen ging´s dann gleich zum Inder.

JEFF und GITTE

Tag 2

Um 2 Uhr morgens können wir endlich unser Gepäck in Empfang nehmen.
Als wir die Flughafenhalle verlassen schlägt uns auch schon die Hitze entgegen.
Als wir in 60 cm hohem Schnee unsere Heimat verließen, waren es gerade einmal 10 Grad Minus. Jetzt um die Zeit in Mumbai, 40 Grad.
Das sind 50 Grad unterschied und wir merken es auch sofort.
Das Atmen fällt schwer, die T-Shirts sind im Nu klitschnass.

Wir nehmen das erst beste Taxi und lassen uns zum Hotel bringen.
Die Ausreden der Taxifahrer kennen wir schon!
Von wegen das Hotel ist abgebrannt und er kennt ein viel schickeres und überhaupt, erstmal zu einem Reisebüro und nachfragen, Geld sparen …, Hallo?!

Wir machen dem Herrn sofort klar, dass wir eben noch mit dem Hotel telefoniert haben und im übrigem ist das Hotel bereits bezahlt.
Der Stadtplan in meiner Hand und ein vorher ausgehandelter Preis verbietet ihm uns fünfmal um den Blog zu fahren und dafür extra zu kassieren.

30 Minuten dauert die Fahrt, bevor uns der erste Schock trifft.
Das Four-Seasons ist nicht ein wirkliches Hotel dieser doch recht guten Hotelkette, es ist eine dreckige, nahe den Slums gelegene alte Bude die zudem stark renovierungsbedürftig ist.
Aber was macht man schon um diese Zeit, morgens, gegen drei Uhr?
Das Zimmer was man uns zeigt ist jedenfalls frisch renoviert, sauber und wir sind einfach nur müde.
Unter dem Geräuschzelt dieser Millionenstadt schlafen wir dann trotzdem schnell ein.

Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf.
Drei Tage haben wir uns für Mumbai, früher Bombay, Zeit genommen.
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass diese riesigen Metropolen nicht mehr Zeit beanspruchen, wenn man sich nur auf sie konzentriert und keine anderen kulturellen Bedürfnisse wie Konzerte, Museen und Kunstgalerien hat.

Gitte steht zuerst am Fenster und öffnet die schweren Gardinen.
„Oh Mist Jeff, es regnet wie aus Kübeln!“, waren ihre Worte.
Ich schaue hinaus und tatsächlich, das Wasser klatscht nur so an die großen Scheiben.
Komisch denke ich, der Himmel ist aber blau und die Sonne scheint doch, wie kann das sein?
Die Erklärung ist schnell gefunden.
Es wird aufgestockt und die Arbeiter im neuntem Stockwerk, wir wohnen im Dritten, lassen irgendwelches Wasser an der Fassade herunter laufen.
Vielleicht läuft auch nur der Wassertank, der sich wegen des Wasserdrucks auf jedem Gebäude befindet, über.

Wir lachen, ziehen uns an und begeben uns zum Frühstück.
Da stockt uns dann doch der Atem.
Eine grosse Terrasse, eine Plastikplane darüber, unendliche Hitze, dreckige Tische mit Essensresten und Stühle die vor Dreck stinken stellen den Frühstücksraum dar.
Das so genannte Frühstücksbuffet ist eher jämmerlich und auch nicht sehr frisch.
Willkommen in Indien!

Ich frage freundlich bei der Rezeption nach und mache klar, dass wir ja eigentlich was anderes gebucht hätten und auch wenn mit Kreditkarte schon bezahlt wurde, ich die Zahlung ja auch wieder zurückziehen könnte.
Es geht nun alles sehr schnell!
Das indische Hotelpersonal streitet sich mächtig, man schreit sich gegenseitig an und wir können im Restaurant frühstücken und bekommen auch frischen Toast, Spiegeleier und richtigen Kaffee.

Andere europäische Gäste bemerken sehr schnell, dass hier weißer Mann und weiße Frau eine Sonderbehandlung erfahren.
Jedenfalls füllt sich am nächsten Tag zur Frühstückszeit das Restaurant.
Inder oben, unter der Plane, Europäer unten im klimatisierten Hotelrestaurant.

Ach wenn man sich doch nur nicht so arrogant fühlen würde! Aber wir wollen doch nur was wir bezahlt haben und was uns angekündigt wurde.

Nach dem Gerangel ums Frühstück verhandeln wir mit einem Taxifahrer.
Er will pro Tag, für 5 Stunden, 3.500 Rupien. Immerhin sind das knapp € 60, wo er doch normal nur und ausnahmsweise weil in Mumbai andere Preise gelten, € 100 pro Monat verdient.
Jedenfalls werden wir uns bei 1.200 Rupien einig. Das sind rund € 20 und immer noch zu viel, aber okay, wir ziehen mit, auch, weil man sein Englisch einigermaßen verstehen kann. Normal wären 600 bis 800 Rupien gewesen. Immerhin eine ganze Tageseinnahme.
Wir fahren los, es geht in Richtung Stadtmitte, die ja nur 18 km vom Hotel entfernt liegt, für die wir aber unendliche 2 Stunden benötigen.
Der Verkehr ist einfach Wahnsinn!

Was uns gleich auffällt ist, das es nicht, wie in Dehli vor drei Jahren nach Abgasen richt und die Straßen doch recht sauber sind.
Erstes liegt daran, dass man in Mumbai mit Gas fährt und Zweites daran, das die Straßenkehrer unermüdlich die Bordsteine fegen.

Wir erreichen das Kaffee Leopold in der Innenstadt.
Kaffee Leopold? Hallo! Sind wir irgendwo in Bayern gelandet, oder doch in Mumbai.
Doch, es gibt dieses Kaffe in der Millionenmetropole und einen Anschlag darauf gab es auch schon, wie auch vor vier Jahren auf das Hotel Thaj Mahal, gegenüber dem Indian-Gate, wo über 170 Menschen, auch Deutsche darunter, ihr Leben lassen mussten.
Jedenfalls wollen wir unseren Taxifahrer hier in ca. 3-4 Stunden wieder treffen.

Wir laufen zum Meer, zum Indian-Gate und zum Thaj-Mahal-Hotel und bewundern die großartigen Gebäude.
Es ist schon gegen Mittag und die Sonne brennt auf uns hernieder.
Es sind knapp 40 Grad, jedoch Gefühlte 50.

Der Tag vergeht wie im Fluge.
Wir trödeln durch die Gassen und versuchen uns langsam an die uns umkreisenden Schlepper zu gewöhnen:
„Do need Money changing?“
„Taxi, wan`t Taxi?”
“Marihuana, ... you wan`t?”
“Come inside my Shop!”
etc.

Gegen Abend sind wir wieder im Hotel, sind müde und erschlagen.
Unser Taxifahrer darf morgen wieder kommen, er hat seinen Job gut gemacht.

Tag 2 in Mumbai.
Pünktlich ist unser Taxifahrer am Hotel.
Heute ist alles angesagt, was im Lonely Planet Erwähnung findet.
Die hängenden Gärten mit dem Platz der Toten.
Victoria-Station, ein riesiger Bahnhof mit einem Schalter für Nichtinder, die Tickets für die Bahn benötigen.
Die Elendsviertel der Flüchtlinge aus Bangladesh, einige Tempel, die großen Brücken und was es sonst noch so zu sehen gibt.

Doch zunächst zu Victoria Station, denn man sollte frühzeitig dort sein, bevor alles vor dem Schalter 51 im ersten Stock drängelt.
Rund 20 Touristen, meist Backpacker (Rucksacktouristen) warten dort schon.
Es ist eine lange Reihe.
Ein junges Mädel versucht nun schon 20 Minuten mit dem Beamten eine Reiselösung zu finden.
Alle anderen die dort stehen hören gespannt zu.
Wir rechnen einmal kurz nach.
Es ist 10 Uhr morgens.
19 Leute, plus das Mädel sind vor uns. 19 Mal 15 Minuten sind 285 Minuten, ergo 4,75 Stunden.
Wenn wir also dran kommen, ist es schon Nachmittag und ob wir dann noch eine Buchung für den nächsten, oder übernächsten Tag nach Goa bekommen, fraglich.
Wollen wir doch mit der Konkan-Bahn die 600 Kilometer an der Westküste herunter in das Hippieparadies der 60-er Jahre.

Gitte und ich schauen uns an, es geht einmal wieder, wie so oft, ohne Worte.
Wir drehen um und verlassen den Palast beamteter Unzulänglichkeit und Inkompetenz und steuern auf das erste Reisebüro zu.
In nur 30 Minuten haben wir für € 158 zwei Flugtickets nach Goa.

Unsere Tour führt uns noch weiter durch Mumbai.
Wir schießen unendlich viele Fotos.
Sie zeigen nicht nur das touristische Mumbai, sondern auch die Elendsviertel.

Am Rande des Berges der so genannten hängenden Gärten, die auch nicht wirklich hängen, befindet sich der Platz der Toten.
Hier werden die Toten auf einer Wiese vor einem Tempel gelegt.
Es sind Hunderte.
Die Raben besorgen den Rest und wenn nach einigen Wochen nur noch Knochen dort liegen, werden diese bestattet.
Wir verzichten aber auf den Besuch dieses Ortes.

Der Taxifahrer möchte eine richtige Zigarette und wir geben großzügig gleich eine handvoll.
Mit einer indischen Zigarette, wenn man den dünnen und kurzen Glimmstengel so nennen kann, bedankt er sich bei uns.

Gitte lehnt dankend ab und der Taxifahrer und ich beginnen zu rauchen.
Nach dem dritten Zug wird mir klar, was man unter Piri-Piri rauchen zu verstehen hat.
Langsam aber sicher werde ich, wie wir es früher zu Jugendzeiten nannten, „High – bis in die Fussspitzen!“
Ganz nach dem Motto „Morgens einen Joint und der Tag wird Dein Freund“.
Von da an lachen der Taxifahrer und ich auf dem ganzen Weg zum Hotel und Gitte schüttelt nur den Kopf.
Mit knapp 60 noch einmal so was wie einen Joint für Arme, wer einmal eine Reise tut – der kann bekanntlich was erleben!
Nach drei Stunden klärte sich mein Kopf wieder auf und ich lutschte ein Bonbon, was der Taxifahrer mir schenkte.
Was dann folgte war ein zweiter Rausch der Sinne.
Na-ja, ist eh schon 9 Uhr und Schlafenszeit. Gute Nacht!

Gute Nacht? Von wegen!
Gegen 22 Uhr befanden wir uns wohl inmitten eines Basswoofers der puren Bum-Bum-Techno-Sound ausspuckte.
Und das lag nicht am Piri-Piri oder dem Lutschbonbon.
Im zweiten Stock des Hotels, das ja angeblich so leise und romantisch ist, so die Beschreibung, spuckte pure High-Tech-Music aus und zog über 200 junge Inder hinein.
Wir, mit unserem Zimmer im dritten Stock vibrierten unfreiwillig mit.
Es war ohrenbetäubend laut und ohne Übertreibung nicht zu ertragen.

Ein erster Anruf so gegen 23 Uhr bei der Rezeption erbrachte folgendes: „Nur eine kleine kurze Party – gleich wieder vorbei!“
Mein zweiter Anruf gegen 24 Uhr wurde wie folgt beantwortet: „Sir, gleich vorbei, nur noch der Geburtstag um 24 Uhr!“
Der dritte Anruf folgte um 1 Uhr morgens. Antwort: „Musik kommt gar nicht aus dem Hotel, kommt aus anderem Hotel!“

Ich quäle mich aus dem Bett und fahre mit dem Aufzug hinunter zur Rezeption.
Ja – ja, ich bin ein Spielverderber, ich weis es ja, und Ihr nun auch.

Der Herr an der Rezeption sagt: „Das geht bis so gegen 5 Uhr morgens!“
Meine Antwort: „Okay, dann holen wir doch mal die Polizei und sehen, was die dazu zu sagen hat!“
Es war mehr so eine Warnung endlich leiser zu werden, mehr so eine Drohung uns endlich schlafen zu lassen.
Ich wandere wieder ins Bett.
Kissen auf die Ohren, … aber …, gegen 3 Uhr klingelt das Telefon!

„Hier ist die Touristenpolizei Mumbai, kommen sie bitte ins Büro des Hotelmanagers!“
Ich stehe auf, gehe hinunter zum Büro. Die Musik ist inzwischen aus und man kann sich wieder unterhalten.
Gitte wird schlagartig ängstlich!
Was kommt nun auf uns zu?

Die Polizeibeamten waren sehr freundlich.
Sie hatten bereits die illegale und schon aus Sicherheitsgründen unerlaubte Disko inspiziert, sofort abgeschaltet, den Diskjokey in Gewahrsam genommen und den Hotelmanager der Nacht in einer Ecke platziert.
Dort kauerte er jedenfalls sichtlich eingeschüchtert.

Der nette Herr von der Polizei gab mir zu verstehen, dass man so nicht den Gast in Indien behandelt und meine Beschwerde völlig rechts sei.
Er erklärte weiterhin, dass der Manager nun eine hohe Geldstrafe zahlen müsste und ob ich weiter vorgehen wollte, was ich verneinte und klar machte, einfach nur schlafen zu wollen.

Was für eine Nacht?! Willkommen in Mumbai, der Stadt die niemals schläft!
So hätten wir uns das dann doch nicht gleich vorgestellt!
Jedenfalls konnten wir beide diese Nacht kein Auge mehr zumachen.


Am vierten Tag verlassen wir gegen Mittag Mumbai und nehmen unseren Flug nach Goa, wo wir am Nachmittag landen.

Weiter geht es dann in Kürze mit dem Tag 5.
Dateianhänge
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Sicherheitskräfte vor dem Kaffee Leopold
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The Indian-Gate
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The Taj-Mahal-Hotel, erbaut von Herrn Tata und nur aus dem Grunde, weil er in dem Hotel welches vorher hier stand, als Inder nicht Gast sein durfte.
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Victoria Station, bewacht wie Fort Knox in den USA
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Die Skyline von Mumbai
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Eine Kindergartengruppe
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In den Slums von Mumbai
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Hier leben die Flüchtlinge aus Bangladesh
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In den Slums
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In den Slums
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In den Slums
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In den Slums
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Kein Scherz! Eigentumswohnung der unteren Mittelschichten
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Der Eiermann kommt immer pünktlich ...
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Bettlerin an einer Kreuzung
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Die Szene Mumbais. Das Bollywood Indiens. Werbung über den Hütten der Armen.
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Und Mr. Giant and Thycon Donald Trump sagt wo das Geld zu holen ist ...
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Abflug aus Mumbai: Honecker hätte bei den Wohnblocks wurde Freudensprünge gemacht ...
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Überraschung: Unser erstes Hotel in Goa und gleich so toll!

artischocce

Oh man, ist das toll, das ihr uns daran teilhaben lässt.
Bin mal gespannt auf euren Goabericht und Bilder!

Wenn ich die Bilder von den Slums und Bettlern, andererseits den Fortschritt anschaue:
Die Schere zwischen arm und reich klafft immer mehr auseinander, sehe ich das richtig?

monana

Was für eine phantastische Reise ihr da unternommen habt. Ich bin total fasziniert und sehr gespannt auf die Fortsetzung. Schwer beeindruckt bin ich auch von dem indischen Eierverkäufer mit Fahrrad. Bei mir gäbe es da glaub ich nur noch Rühreier :D .

Liebe Grüße
monana

JEFF und GITTE

Goa und ein Traum wird Wirklichkeit ...

Gedanken zurück zu fernen Zeiten ...

Goa, ein Jugendtraum und das unbändige Fernweh

Als wir so kurz vor 20 waren, junge Männer und von allem möglichen geplagt wurden, auch vom Fernweh, begab es sich, dass viele meiner Freunde viele, fremde Wege gingen.

Die Mehrzahl von uns ging, wie ich auch ich und auch Gitte, die normalen Wege.
Normal waren damals wohl Lehre oder Studium, Arbeit, Bausparvertrag, Häuschen, Familie, etc.

Wie habe ich doch die Leute bewundert, die so ganz andere Wege gingen.

Da gab es Die, die z.B. alte Mercedese nach Afghanistan gefahren haben, dort eine zeitlang abhingen, um dann nach Deutschland zurück zukommen (… oft per Bus!) und dann den nächsten Wagen zu verschieben.
Ich bewunderte diese Abenteurer damals.
Ihre Geschichten klangen wie Märchen aus 1000 und einer Nacht nur eben realer.

Dann gab es die ersten wahren Fernaussteiger, die nach Kathmandu (Nepal) pilgerten und irgendwie nie mehr auftauchten.
Auch ihre VW-Busse wurden nie mehr gesehen.
Aus dieser Zeit, den 60-er Jahren, gibt es dort noch einen Friedhof vieler junger, deutschen Seelen. Ob einige dort geblieben sind?

Dann wurde Pona (Indien) Mode. Der übermächtige Sexguru der die Befreiung versprach und selber über 20 neueste Rolls-Royce`s besass, Millionen scheffelte und dann selbst früh verstarb.
Ich kenne welche die ihm, oder ähnlichen „Lichtgestalten“ folgten.
Die Beatles gehörten damals auch zu den Suchenden in Indien.
San-Yasins, oder so, nannten sich wieder andere, glaube ich mich zu erinnern.
Gelbe Gewänder und Tambourins waren ihr Markenzeichen.
Sie zogen durch unsere Städte und sangen das Hare-Khrisna in Jesuslatschen.
Was aus ihnen wurde, only God knows.

Einige schafften es bis nach San Fransico und zogen mit den Hippies nach Woodstock.
Nur Einen von ihnen sah ich je wieder und das war kein erhebendes Gefühl.

Es gab aber auch Leute, denn es war so Mode, die nach Goa verschwanden.
Goa war der Inbegriff des freien Lebens, welches man sich dort unter der immer währenden Sonne Indiens schaffen konnte.
Make love – No war, … lautete die Devise damals und auch „Mach kaputt – was Dich kaputt macht!“

Wie oft habe ich damals von diesen Ländern und Typen geträumt und war neidisch, selber nicht den Mut gehabt zu haben, ihnen zu folgen.

Nie wieder, bis auf die eine oder andere Postkarte, habe ich von ihnen etwas gehört.
Sie bleiben für mich für immer entschwunden.
Leben sie noch? Und wenn „Ja“, wo sind sie?
Sind sie glücklich geworden dort, oder sind sie heimlich zurückgekehrt, leben heute ein bürgerliches Leben in Deutschland?

Gut erinnere ich mich, als ich in den Semesterferien LKW fuhr und eine große Holzkiste aus Ceylon auflud.
Meine Fingernägel krallten sich tief in das weiche Holz.
Ich wusste wohl nicht mal wo Ceylon lag damals, aber die Kiste entzündete endgültig das Fernweh in mir.

Es sollte noch rund sieben Jahre vergehen, dann begann für Gitte und mich eine fast unendliche Lebensreise in die fernsten Länder.

Fast alle dieser Flecken auf dieser Erde, denen wir, ohne sie zu kennen, so wehmütig in unseren jungen Jahren nachhingen, haben wir seitdem besucht und in vielen dieser Länder auch gelebt.

Goa musste irgendwie immer warten!
Es stand einfach nicht auf der „urgent to do list“ unseres Lebens.
Aber die Flamme in unserem Herzen brannte immer noch für dieses Wort, diesen fremden Hauch von einem Namen, „Goa!“
Wie fremd und fern das doch klingt und welche Bilder sich damit verbinden.
Für uns jedenfalls!
Endlose Strände, einsame Buchten, Bambushütten, Meeresrauschen, unendlich viel Sonne. Frieden, Musik, zurück zu den Ursprüngen des Lebens.
Dem Ruf der eigenen Seele folgen. Ruhe finden?!
Goa! Goa! Goa! So oft hast Du uns gerufen, wir sind Dir nicht sofort gefolgt.
Goa! Goa! Goa!, nun, wo wir und die Hippies von damals in die Jahre gekommen sind, sind wir Deinem Ruf gefolgt.
Es tat verdammt gut, Deinem Ruf gefolgt zu sein.

Für alle Freunde und Abenteurer die nicht mehr sind, die aber in unserem Herzen weiter leben.
Für alle die wir nie mehr gesehen haben und die auf dieser Welt verstreut leben mögen, die wir auch nie vergessen werdenn und für Die, von denen wir wissen, dass sie viel zu früh gegangen sind, um Goa zu sehen und zu erleben, haben wir an Palolem`s Beach eine kleine Palme gepflanzt.

Und Irratio, lieber Freund.
Schon lange gibt es Dich nicht mehr.
Es war Deine Entscheidung zu gehen.
Ja-ja, Afghanistan und Deine Geschichten, wir sprechen oft darüber.
Du wolltest mir doch Goodbye sagen bevor Du uns verlassen hast.
Du hast Dein Wort nicht gehalten. Hast es einfach getan.
Wir hoffen das dort wo Du nun bist sehen konntest, wie wir auch für Dich, diese kleine Palme gepflanzt haben.
So bist auch Du nun irgendwie endlich in Goa angekommen.

Sorry liebe Leser, aber auch das gehörte zu unserer Reise dazu.
Es war ein wesentlicher Bestandteil und so musste es einfach raus.

Goa! Wir wissen schon heute, wir kommen wieder, ganz bestimmt, versprochen!
Du rufst ja immer noch!

Goa, ein Traum, ein Traum für uns und der Höhepunkt unserer Reise und mit Goa gehts es dann auch weiter.
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Palolem Beach
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Alt Goa, portugisisches Goa.
Nun noch Ruinen und ein paar Kirchen.
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Alt Goa, eine Stadt im Dschungel. Die Malaria machte sie zu einer Geisterstadt.
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Alt Goa
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Goa
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Goa
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Goa
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Goa`s Küste
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Palolem Beach
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Goa, Palolem Beach und die kleine Kirche am Strand
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Goa
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Eine von den vielen Stränden Goas
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Goa: Palolem Beach
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Aber auch das ist Goa.
Gleich hinter dem Strand, dort wo die Inder leben ...
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Goa und das Viertel der Armen
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Goa und das Viertel der Armen
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Jeden Abend, ein Feuer am Strand der Hippies von damals ...
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Am Strand von Palolem
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Am Strand von Palolem
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Am Strand von Palolem
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Palolem Beach
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Ein Shop an der Beach

JEFF und GITTE

Das alte Goa, einst eine portugische Enklave inmitten im Dschungel

Hügel, unendlich viele Palmen, heiße und drückende Schwüle. Bäche und die Backwaters vom Meer, das ist Alt-Goa.
Eingewachsene Ruinen lassen nur noch erahnen, dass hier mal eine reiche Handelsstadt mit zahllosen Kirchen, Schulen und Häusern stand.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit steigt aus den morastigen Gründen der alten Reisfelder und Wasserwege auf.
Vögel zwitschern, überall raschelt und knistert es.
Affen schreien und springen durch den Busch.
Die Sonne scheint unerbittlich.
Es ist brütend heiß.
Nur wenige Touristen verirren sich an diesen Ort und nur wenige Händler, meist Getränkebuden, bieten hier ihre Ware feil.

Wir erinnern uns an einen Film:
„Aquire, der Zorn Gottes“, ist sein Name und Klaus Kinski war der Hauptdarsteller.
Der Film handelt von dem Wahnsinn der Eroberung fremder Länder.
In diesem Film allerdings vom einem Sagen umworbenen Goldland am Amazonas.
Von Helden, Versagern, von Einheimischen die unterdrückt wurden, von Missionaren, von Händlern und vom Niedergang der Invasoren durch die Geheimnisse des Landes selber.
So als wolle sich das Land von den Fremden selber reinigen.

Die Geschichte von Aquire und dem Zorn Gottes könnte auch in Goa gespielt haben.
Man kann es irgendwie nachempfinden, es drängt sich einem auf.

Dschungel, nur Dschungel!
Meer, nur Meer, endloses Meer!
More, Meeresrückwasser (Backwater) und Flüsse.
Schlangen, Mosquitos und Tiger.
Einsamkeit, Feindseligkeit, Traurigkeit und Misserfolge.
Und dann die Pest Asiens, die Malaria, das Dengue Fieber und nicht heilen wollende Wunden.

Das alles war Goa. Das Goa der Portugiesen.

Verlassen ist Goa heute, das alte Goa, die alte Stadt inmitten des Dschungels.
Man kann sich sehr gut vorstellen, wie das letzte Dutzend Portugiesen hier ihre letzten, von Malaria gezeichneten Tage fristeten.
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Unterwegs in Alt-Goa
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Unterwegs in Alt-Goa
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Ruinen der Kirche des heiligen Augustin ...
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Nur noch Ruinen im Dschungel
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Reste eines Altares
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Ruinen im Dschungel
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Kirchen die den Raubabriss überlebten
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Instandgesetzt: Kath. Kirche in Goa
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Instandgesetzt: Kath. Kirche in Goa
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Dem Petersdom in Rom nachempfunden doch wesentlich kleiner. Der Dom zu Alt-Goa.
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Dem Petersdom nachempfunden ...
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Und noch eine Kirche, die der Abrisswut stand hielt

JEFF und GITTE

Wie erhält man unterwegs wichtige Informationen zur Weiterreise?

Da gibt es grundsätzlich einige Möglichkeiten:
1. Wenn man im Hotel einen Fernseher hat, gibt es auch meisten einen Sender, der in englischer Sprache Nachrichten bringt. Zum Beispiel BBC.
2. Das Internet ist auch sehr hilfreich, aber es dauert doch oft schon lange, genaue und präzise Informationen zu bekommen.
3. Und die beste Lösung ist es, mit Leuten zu plaudern, die in umgekehrter Richtung unterwegs sind. So kann man sich meist recht gut austauschen. Sie wollen dorthin wo man selbst schon war und umgekehrt.

Letzteres (3.) hat uns veranlasst die erste Änderung unserer Reise vorzunehmen.

Wir fuhren nicht weiter wie geplant die Westküste Indien hinunter zu den Backwaters in Kerala, um dort auf einer Hoteldschunke einzubuchen und zwei – drei Tage auf den Wassern der Sümpfe zu verbringen.
Grund: Mosquitos, Kakalaken und nicht wirklich das Aha-Erlebnis, wie im Prospekt versprochen.

Bei unseren Überlegungen mussten wir aber auch immer eine gewisse Zeiteinteilung fahren.
Wir durften nicht zu schnell unterwegs sein.

Nach vielen Gesprächen entschlossen wir uns mit dem Bus nach Bangalore zu fahren, immerhin eine Nachtfahrt mit rund 700 Kilometer.

Von Bangalore wollten wir dann nach Colombo, auf Sri Lanka fliegen, um dort ca. 3 Wochen zu verbringen.

Irgendwann, einen Abend, so nach rund 14 Tagen Goa ging es dann los.
Der Bus war, wie zu erwarten, unpünktlich.
Gegen 21 Uhr stiegen wir ein und das Gerät mit dem Namen Semisleeper (Halbschläfer), was auf die Sitze bezogen war, raste los.

Vorne im Bus ein Riesenbildschirm und in den Gepäckkompartements unzählige Lautsprecher aus denen passend zum Bild Bollywoodfilme quäkten.
Es sind diese komischen Filme, in denen sich meist Männer wegen einer Frau völlig zum Idioten machen.
Nicht witzig, eher peinlich und fürchterlich laut.

Nach zwei Stunden kommen wir dann an die innerindische Grenze zum Bundesstaat Karnaktaka.
Der Bus wurde gestoppt und zwei unwirsch wirkende Beamten bestiegen den Bus.
Sie schrien auch gleich los – keine Ahnung was sie sagten.
Jedenfalls packten sie gleich einen jungen Mann der aufgestanden war, um an sein Gepäck zu greifen.
Mit ein paar Schlägen auf den Rücken wurde er aus dem Bus gescheucht.
„Nett wie die mit ihren Landsleuten umgehend!“, durchfuhr es uns.

Irgendwann kreischte einer der beiden Beamten mich an.
Ich sollte ein Gepäckstück öffnen, welches gar nicht mir gehörte.
Mein Zucken mit den Schultern fasste er wohl als eine Verweigerung auf und schrie darum.
Ich betete nur, dass er mich nicht anfassen und boxen würde, dieweil ich dann nicht für meine Gegenreaktion garantieren kann.
Ein junger Mann rettete dann aber die bremsliche Situation, indem er sich als Gepäckstückbenutzer gerade noch rechtzeitig zu erkennen gab.

Wir schliefen wieder etwas ein, in diesem unsäglichen Kühlschrank mit Fernsehen auf vier Rädern.

Die Nacht durch wurden wir kräftig durchgeschüttelt, um am nächsten Morgen gegen 10 Uhr in Bangalore, der Stadt der Ratten, anzulanden.

Mit dem Taxi ging es dann zum Airport und nach einigen Stunden im Flieger in Richtung Sri Lanka.

Ein kleineres Problemchen tat sich allerdings noch vorher ein einchecken auf.
Wir hatten kein Rückflugticket von Sri Lanka nach Indien gebucht.
Ohne ein solches hätte man uns den Flieger aber nicht besteigen lassen.
So besorgten wir im Flughafen noch dieses Ticket und saßen schon bald in der Sri Lankan Airlines Richtung Colombo.
Rund zwei Stunden dauerte der Flug und gegen 23 Uhr standen wir auf dem Flughafen von Colombo.

Was nun folgte ist das, was wir immer vermeiden wollten.
Wir fielen auf einen Schlepper in der Gestalt eines Taxifahrers herein.

Mehr dazu dann morgen!
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Dank des Schleppers landeten wir in diesem Hotel. Nett von aussen, dreckig von innen und völlig überteuert. Eine Nacht verbrachten wir hier für nicht weniger als $ 90

JEFF und GITTE

Wikipedia zu Sri Lanka:
--> Link

Tourismus Sri Lanka:
--> Link

Reiseberichte und Fotoserien zu Sri Lanka:
--> Link
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World Trade Center in Colombo
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Am Strand von Colombo
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Der Hindutempel in Colombo: Mehr als beeindruckend, man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus ...
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Eine Hochzeit in diesem Tempel durften wir hautnah miterleben ...
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Hochzeit
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Im Tempel

pipo

So nun bin ich auch "Angefixt" :D
Herrliche und fesselnde Schreibweise :!:

Ich freue mich auf die nächsten Kapitel :!: :!:


Reisebericht aus Neuseeland 2008, aber jetzt mit Bildern
Mit dem Wohnmobil nach Irland
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