jennergruhle hat geschrieben:Acki hat geschrieben:Wenn der Ofen nur wenig wärmer, als die 40° wird, dann koaguliert das Eiweiss und man erhält die sprichwörtliche Schuhsohle.
Naja... Zwischen "noch roh" und "Schuhsohle" gibt es aber noch eine Menge Zwischenstufen. Und das Koagulieren des Eiweißes (mal schneller, mal langsamer) ist ja der Zweck der Zubereitung. Sonst kann man das Fleisch ja auch gänzlich unkoaguliert (also komplett roh) essen.
Das ist ein Missverständnis:
Bei 40° findet nicht ein kochen, also nicht ein koagulieren der Eiweisse statt, sondern der Reifungsprozess des Fleisches wird gefördert. Dabei wirken die Enzyme auf die Eiweisse des Fleisches ein und und verändern diese. Dadurch wird das Fleisch zarter.
Dies ist ja der Prozess, der bei der Lagerung das Fleische vorgängig erzielt werden soll. Da aber Lagertemperaturen von unter 2 Grad vorgeschrieben werden, funktioniert dies nur sehr langsam und oft ungenügend. Häufig wird so ungereiftes Fleisch verkauft und kaum ein Kunde lagert sein Rinderfilet vor dem Gebrauch noch 3 Wochen!
Die 40 Grad über mehrere Stunden fördert die Fleischreife!
Wenn man nun aber 44° im Ofen hat und das Fleisch dieser Temperatur über längere Zeit ausgesetzt ist, dann koagulieren die Eiweisse und das Ganze trocknet aus.
Gewünscht ist aber bei dieser Zubereitungsmethode nur das beschleunigte Reifen des Fleisches und danach beim Anbraten der eigentliche Koagulations- bzw. Bratvorgang.
Wie im Link weiter oben erwähnt:
Werner Wirth, «Gabelzart». Verlag WeWi, 3322 Urtenen
Darin sind auch die wissenschaftlichen Untersuchungen ,die von Chemikern vorgenommen wurden, dargelegt. Also ein Kochbuch auch etwas für Wissenschaftler.