kompakt hat geschrieben:Weitermachen bitte! :razz:
Ich stürz mich solange auf Eure Web-Seite. :)
Diesem Wunsche komme ich gerne nach und darf eine kleine Geschichte aus einem Dorf - das wir als Übernachtungsplatz gewählt hatten - erzählen:
Als sehr gesellige Menschen freuen wir uns immer, wenn wir auf unseren Reisen mit interessanten "Einheimischen" ins Gespräch kommen. Wo trifft man also in einem "Kuhdorf" (nicht böse gemeint) wie es Le Guédeniau mit seinen paar Häusern darstellt, Menschen? Richtig - im Dorfwirtshaus neben der Kirche. Also betraten Sonja und ich das fast leere Häuschen um festlich zu dinieren. Der Wirt zeigte sich über den Besuch etwas überrascht, leider konnte er nicht mit einem Abendessen dienen, da es an diesem Donnerstag Abend einfach nichts zu essen gab. Als Ausgleich wollte ich ein richtiges französisches Bier zu mir nehmen. Nach einigen Erklärungsversuchen auf französisch und ein paar Brocken auf Englisch, bedauerte der Wirt auch damit nicht dienen zu können, weil es so etwas hier nicht gäbe. Ich begnügte mich mit einem holländischen Gebräu namens Heineken, dass in der Aussprache des Wirtes aber auch ziemlich französisch klang. Im nachfolgenden Gespräch, das wir - gehandicapt durch unsere fehlenden Sprachkenntnisse - sehr gestenreich führten, erfuhren wir, dass sich Gäste, wie wir, sehr selten in dieses Lokal, das Dorfzentrum, Kirchenwirt und Stammkneipe des örtlichen Fußballklubs in Einem war, verirren. Der Wirt - ich nannte ihn "Rudi" fragte, wo wir her sind und wie wir in seine Ortschaft gekommen waren. Zwischendurch ging er immer wieder an die Bar, um den zwei weiteren (einheimischen) Gästen über uns zu berichten. Als Wiedergutmachung für das entgangene Abendessen kredenzte er Sonja zum Abschluss einen hausgemachten Rhabarberkuchen in Vanillesauce. Für zwei Bier, einen großen Kaffee und dem besagten Kuchen bezahlten wir € 9,--: Fast soviel, wie ein einzelnes Bier in
Paris kostet ...
Danach schlenderten wir zurück zum Stellplatz, wo eine illustre und lustige Gesellschaft picknickte. Sie erzählten uns, dass sie sich hier zwei bis dreimal in der Woche zum Laufen treffen und anschließend gemeinsam speisten. Zum Abschluss luden sie uns auf einen französischen Wein aus der Gegend ein, der vorzüglich schmeckte ...
Was wir schon mehrmals feststellen durften: Die Franzosen sind ein nettes und gastfreundliches Völckchen ...
Dorfkneipe in Le Guèdeniau (mit Wirt "Rudi")
Am nächsten Tag ging es über Le Mans (bekannt durch das 24-Stunden-Rennen) nach Paris, wo wir unsere Kinder am Flughafen Charles de Gaulle abholten.
Wir lieferten unser Kinder im gebuchten Hotel "Kyriad", ganz in der Nähe vom Disneyland
Paris ab. Wie schon im Jahr 2009 wollten wir auch heuer wieder unser
Wohnmobil auf dem Stellplatz beim Eurodisney abstellen. An der Kassa erklärte uns die nette Dame im vorzüglichen Englisch, dass die Benützung des Parkplatzes für
Wohnmobile pro Tag € 30,-- kostet. Das würde heißen für die restlichen paar Abendstunden an diesem Freitag € 30,-- und ab Mitternacht dann wieder € 30,-- für den nächsten Tag zu berappen. Ich bin zwar nicht als "knauserig" bekannt, aber diese "Weglagerei" für einen gewöhnlichen Parkplatz ohne größere Infrastruktur ging mir (und Sonja sowieso) gegen die Prinzipien. Also drehten wir um und suchten uns ein passendes Plätzchen. Dies war gar nicht so leicht, da selbst bei einigen Supermärkten in der Gegend eine Höhenbechränkung das Freistehen erheblich erschwert. Wir haben trotzdem etwas gefunden: Nicht ganz offiziell und darum auch nicht näher beschrieben. In der Nacht sehr ruhig und mit guter Anbindung zum Disneyland - was will man mehr ?
Danach stand der Besuch von
Paris und anschließend von Eurodisney auf dem Programm ...