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vosu99
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Vom Gargano nach Sizilien Teil 1

permanenter Linkvon vosu99 am 04 Apr 2018 08:39:18

Nachdem ich monatelang alle Reiseführer gewälzt und Reiseberichte gelesen hatte, rückte Kroatien diesmal in die engere Wahl. Es sollte endlich mal etwas anderes sein als die Sommertouren nach Italien.
Aber immer wieder meldete sich das Bauchgefühl und machte auf die Kiesstrände und die Bora in Kroatien aufmerksam.
Und nach einer Empfehlung von Lancelot, der den Gargano sehr lobte, fiel die Entscheidung zu Gunsten Italiens aus. Ist ja "nur" das 5 Mal in Folge. Wir sind bekennende Wiederholungstäter :D

Geplant war die Anreise durch die Schweiz, dann zum Gardasee. Von dort an die Adria und immer am Wasser lang bis zum Gargano. Dann irgendwann nach Alberobello zu den Trullis. Die will ich ja schon ewig sehen.
Von dort quer durch Italien auf die andere Seite. Dann Amalfiküste, Capri, Pompeji und langsam wieder nach Hause.

Doch es kam ganz anders :eek: :!:

Also ging es am 24.08.2016 los. Das gepackte Womo wurde aus der Halle gefahren.




Die erste Etappe ging in einem "Rutsch" vom Ruhrgebiet bis zum Bodensee.
Dort übernachteten wir auf dem SP Blauwiese in Lindau.


Abends dann noch einen Bummel am Bodensee längs und durch Lindau gemacht und dann ab in den Alkoven.

Am nächsten Morgen entsorgt



und bei bestem Wetter ging die Fahrt - am Bodensee längs - weiter.





Die Fahrt war aber nur kurz, da wir bei einer lieben Freundin aus dem Forum zum Frühstücken eingeladen waren :ja:



Gut gestärkt und schön unterhalten ging die Reise weiter Richtung Gardasee. Dort kamen wir abends in Peschiera del Garda an und fanden einen Platz auf dem SP Area Camper al Porto.

Am nächsten Morgen wurde erstmal ausgiebig gefrühstückt



dann sich ausgeruht.....




....gefolgt von Grillen



...und erneutem Ausruhen :D




Abends stürzten wir uns dann in das Nachtleben von Peschiera del Garda.
Im Ort wurde ein Fest gefeiert und es war dementsprechend voll.







Am nächsten Tag wollten wir nun endlich die Adria erreichen. Also führte uns unsere Reise nach
Carsal Borsetti. Dort steuerten wir den SP Area Sosta Mare & Parco an. Leider habe ich kein Foto von diesem SP gemacht.
Er liegt direkt an der Adria und ist riesig. Die sanitären Anlagen sind eher eine Katastrophe, aber der Platz ansich ist günstig und gut.
Endlich konnten wir uns bei heißen Außentemperaturen im Meer etwas abkühlen.

Nach einer Übernachtung führte uns die Reise nach Ravenna. Dort war Sightseeing angesagt.













Wir entschlossen uns, weiter nach Rimini zu fahren. Ich wollte unbedingt das berühmte und mondäne Rimini sehen.
In Rimini angekommen stellten wir fest, dass es fast unmöglich war, in der Hauptsaison einen Übernachtungsplatz zu finden.
Letzlich blieb nur der Campingplatz "Camping Italia" über.



Besonders schön war es hier nicht, aber es sollte ja nur für eine Nacht sein.



Abends ging es dann auf die "Partymeile".







Und weiter ging die Reise.
Auch ich durfte mal ein Stückchen fahren :D



Ziemlich schnell erreichten wir Pineto und suchten uns ein Plätzchen auf dem Campingplatz "Pineto Beach" aus.
Nach einer ausgeruhten Nacht begann der Tag -wie immer- mit einem ausgiebigen Frühstück.



Dann ging es an den Strand

Leider war das Baden verboten, die rote Flagge war gehisst.
Also haben wir uns aufs Fahrrad begeben und den Ort besichtigt. Und natürlich wieder einen gefunden :D



Wir blieben noch eine weitere Nacht, in der Hoffnung, noch baden gehen zu können. Da dies nichts wurde, setzten wir die Reise zum Gargano fort.





Dann hatten wir endlich das erste große Etappenziel erreicht! Den Campingplatz " Camping Internationale Manacore" zwischen Peschici und Vieste am Gargano.
Nun ein paar Eindrücke vom Campingplatz:


unser Stellplatz


























Lancelots Tipp war nicht gelogen. Der Gargano ist eine traumhafte Gegend.

Das Wetter war super und ebenso das Meer. Also unternahmen wir auch eine Radtour in die Umgebung





Die Tage gingen dahin und wir beschlossen, uns Vieste anzuschauen. Da es keinen Radweg gibt und die Straßen eng, war uns eine Radtour nach Vieste zu unsicher. Wir entschieden uns für den Bus. Dieser hält glücklicherweise direkt vor dem Campingplatz.



























Rückfahrt aus dem Bus fotografiert





Nach 6 Tagen wurde das Wetter schlechter und so beschlossen wir bei einem Pizzaessen, am nächsten Tag Richtung Alberobello zu fahren, die Trullis besichtigen :ja:





Schweren Herzens verließen wir am nächsten Tag den Campingplatz.
Es goß in Strömen und der Tag begann schon als Katastrophe.
Beim Entsorgen fiel der Adapter für den Wasserschlauch ab und landete unter dem Fahrzeug. Da Volker ihn nicht mehr entdecken konnte, fuhr er langsam rückwärts und schaute dabei aus der Frontscheibe in der Hoffnung, den Adapter zu entdecken. Plötzlich ging es nicht mehr rückwärts, da irgendein Widerstand die Fahrt behinderte. Vermutlich eine Kante am Boden. Also gab Volker etwas mehr Gas. Nun gab es ein "merkwürdiges" Geräusch, aber es ging immer noch nicht weiter. Beim Blick auf den Monitor der Rückwärtskamera erstarrte Volker. Es war keine Kante, sondern ein Baum. :eek:
Der Schaden war zwar nicht besonders schlimm, aber Volker ärgerte sich über sich und seine Unachtsamkeit.
Mich ärgerte vielmehr der Fahrer des Womos hinter uns, der darauf wartete, dass er entsorgen kann und unsere Rückwärtsfahrt in aller Seelenruhe beobachtet hatte :evil: Ein bisschen hupen hätte schon gereicht. :evil:

Mit Wut im Bauch fuhren wir dann los Richtung Vieste.
Von Vieste aus ging es auf der SP53 weiter. Es regnete weiterhin ohne Unterbrechung und unsere Unterhaltung war eher spärlich.
Da die Straße teils durch die Ausläufer des Foresta Umbra führt, war es bergig und kurvenreich.
Dieses führte- gepaart mit dem schlechten Wetter- schon nach kurzer Zeit zu einer Autoschlange hinter unserem Womo.
Irgendwann entschied Volker, auf einer schraffierten Fläche vor einer Tunneleinfahrt zu halten, um den rückwärtigen Verkehr an uns vorbeizulassen. Der Tunnel war die Galleria Palombari kurz vor Mattinata.
Während wir aus dem Womo heraus den Regen beobachteten, entdeckte Volker kurz vor der Tunneleinfahrt eine schwarze Katze. Sie saß vor einer kleinen Mauer und probierte, auf diese Mauer zu kommen.
Während wir dem Treiben zusahen, stellten wir fest, dass es keine Katze war, sondern eine Hundewelpe :eek:
Wir sind dann beide sofort raus aus dem Womo und auf den Hund zu.
Dieser war durch den Verkehr schon in Panik und probierte, in den Tunnel zu laufen. Volker konnte der Welpe noch rechtzeitig den Weg abschneiden, denn der Tunnel wäre der sichere Tod gewesen. :cry:
Auf dem Mauerabsatz, auf den die schwarze Welpe wollte, hockte ein weiterer Welpe. Er lief dann auf dem Mauerabsatz lang. Am Rand befand sich ein Stromkasten. Hierhinter versteckte er sich.
Wir haben beide Welpen in Handtücher gewickelt und mit ins Womo genommen. Sie waren pitschnaß, völlig erschöpft und von Ungeziefer übersät.
Volker hat dann die gesamte Gegend nach einer Hündin abgesucht oder nach einem Haus. Aber wir haben nichts gefunden. Wir befanden uns mitten im Nichts.

Was tun? Wir sind zwar Katzenbesitzer, aber im Umgang mit Hunden völlig unerfahren. Und dann noch in einem fremden Land.
Aber dann fiel mir ein, dass mir der Jochen aus dem Forum seine Handynummer gegeben hatte für einen Notfall in Italien. Mit Notfall war natürlich eine Panne gemeint. Da Jochens Frau Rebecca Halbitalienerin ist und die Landessprache spricht, sollte sie dann im Notfall dolmetschen.
Außerdem wußte ich ja aus dem Forum, dass beide sehr engagiert im Tierschutz in Italien unterwegs sind.

Also die Handynummer rausgekramt und angerufen. Susanne wer? tönte es am anderen Ende. :D
Ich schilderte kurz die Situation und der Hörer wurde an Rebecca weiter gereicht.
Sie machte mir die schrecklichen Zustände in italienischen Tierheimen deutlich und das wir die beiden auf keinen Fall dort abgeben sollten. Das beste wäre, wir kämen zu den beiden. Dann würden sie sich um die vernünftige Vermittlung der Welpen schon kümmern.
Ich fragte, wo die beiden sich gerade aufhalten. Natürlich in ihrem Ferienhaus auf Sizilien.
Ich wiederum sagte, wir wären am Gargano. Nach Schätzung von Rebecca wären es bis zu ihnen so ca. 300 km.
Das fand ich akzeptabel zu fahren. Die genaue Adresse wollte Rebecca dann über WhatsApp mitteilen.
Ich bekam noch genaue Instruktionen, was ich an Futter und sonstigen Dingen besorgen sollte und sagte dann Volker, es ginge jetzt nach Sizilien.
Er war sich ziemlich sicher, dass das viel weiter als 300 km seien :D
Er murmelte ununterbrochen, auf was er sich da eingelassen habe, fuhr aber glücklicherweise los.







Rebecca teilte dann die genaue Adresse mit. Es waren bis zu ihnen keine 300km, sondern 903 km :eek:
Da wir das Abenteuer aber begonnen hatten, fuhren wir Richtung Sizilien.

Um 22 Uhr erreichten wir in Reggio Calabria die Fähre und setzen über nach Messina.



20 Minuten später waren wir auf Sizilien :eek:

Wir telefonierten zwischendurch immer wieder mit Jochen und Rebecca und verabredeten uns dann vor einem Baumarkt, da der Ort, wo sich das Ferienhaus befindet, nicht so leicht zu finden ist.

Um 3.30 Uhr trafen wir am Baumarkt ein und lernten mitten in der Nacht zwei wildfremde Menschen kennen. :ja:
Da keiner von uns schlafen konnte, haben wir noch bis kurz vor 6 Uhr gequasselt und sind dann erst schlafen gegangen. Und das Beste daran war: die beiden waren uns von Anfang an mehr als symphatisch :love:

Während wir noch friedlich in unserem Alkoven schliefen (trotz Angebot, das Gästezimmer zu beziehen), waren Jochen und Rebecca schon aktiv. Sie sorgten für das erste Bad der Welpen :ja:
Mittlerweile hatten wir ihnen auch Namen gegeben, auch wenn sie auf keinen Fall bei uns bleiben sollten. ;D
Der beigefarbene Rüde wurde ein echter Italiener: Luigi (genannt der Rammelkönig, da er bereits in seinem zarten Alter auf alles draufsprang).
Die schwarze italienische Schönheit wurde Gina.

















Zeckensuche. Sie waren leider voll davon :(

Nach einem ausgiebigen Frühstück ( in der Mittagszeit) wollten uns Rebecca und Jochen den Strand zeigen, und so luden wir alle Hunde in Jochens Orangenbomber und fuhren nach Bovo Marina an den Strand. Anschließend sollte es nach Siculiana zum Tierarzt gehen.

Doch zwei Welpen kommen selten allein. :D
Auf dem Weg zum Strand entdeckten wir im nahen Wald zwei Welpen, allerdings mit ihrer Mutter. Da es in Sizilien von Streunern nur so wimmelt, war dies zwar kein schöner Anblick, aber immerhin hatten sie eine Mutter.
Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich die "Mutter" aber als Rüde. Die beiden Kleinen hatten sich ihm wohl angeschlossen.
Jochen holte umgehend Futter aus dem Womo, um die beiden zu versorgen.



Rebecca sprach umliegende Passanten an, ob sie etwas zu den Welpen sagen konnten.
Es enstand ein immer größerer Menschenauflauf aus Sizilianern. Alle diskutierten wild hin und her, aber eine Lösung wurde nicht gefunden.
Dann war es Jochen irgendwann zu bunt, und er lud kurzerhand auch diese Welpen ins Womo.
Also ging es nun mit 4 Welpen zum Tierarzt.




Dort wurden alle vier vom besten Tierarzt überhaupt behandelt, Dr. Pietro Santalucia :love:

Dann ging es mit den vieren wieder ins Ferienhaus. Ab nun war der Alltag geprägt von putzen und Flöhe hüten :D
Rebecca und Jochen bemühten sich redlich, ein neues Zuhause für die vier zu finden.


Auch sie bekamen einen Namen: Franzi und Susi :love:



Nun sollte es am nächsten Tag aber endlich mal an den Strand gehen, allerdings zum Essen.
Wir wagten es, die 4 Welpen im Ferienhaus zu lassen und machten uns mittags auf den Weg nach Bovo Marina ins Restaurant Canaima.
Dort gibt es mehr als gutes Essen.


Caponata, sizilianische Vorspeise
















Kaum wieder zu Hause, ging es dann mal vor die Tür.






Leider hat sich Gina dabei so erschrocken, dass sie schnurstracks in die nächste Seitenstraße flitzte, dort mit ihren kurzen Beinchen die Treppen hochrannte und in einem Kakteenfeld unter einer riesigen Kaktuswurzel verschwand.
Jochen und Volker haben dann stundenlang den Kaktus zerlegt bei 35° Grad Außentemperatur.
Aber es half nichts, Gina blieb verschwunden :cry:

Völlig erschöpft kamen die beiden dann zum Essen rein. Aber Volker ließ es keine Ruhe, er wollte weiter nach Gina suchen.
Und nach einer ganzen Weile kam er, den Tränen nahe- mit Gina auf dem Arm wieder zurück.
Ab da war für Jochen und Rebecca klar, dass Gina sich ihr neues Zuhause ausgesucht hatte.
........was wir aber noch vehement bestritten. :D

Nun wollten wir aber endlich mal den Strand erobern, und machten uns am nächsten Tag auf nach Siculiana.
Die großen Hunde von Jochen, Gizmo und Mucki, durften mit.



Da es nur Bikinifotos gibt, kommt nun kein Strandbild :lol:

Nach einem entspannten Nachmittag am Strand holten wir zu Hause auch die Welpen ab und fuhren nochmals an den Strand.










Wir blieben bis zum Sonnenuntergang und nahmen uns vor, am nächsten Tag wieder dort hinzufahren.


Unser Parkplatz in Montallegro




Am Folgetag ging es mit allen Hunden, beiden Womos und Grillfleisch an den Strand.



Und nun gings auch ins Wasser :D





Wir genossen alle den Tag am Strand.
In der Zwischenzeit wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die vier Welpen zu vermitteln. Für Gina und Luigi erklärte sich ein Arbeitskollege bereit, sie bei sich aufzunehmen.
Bei Franzi und Susi gab es noch Verhandlungen.

Rebecca zeigte mir am nächsten Tag den Markt in Montallegro.



Kaum kamen wir vom Markt zurück, ging es zu einer Bekannten der beiden, die sich im Ort um Katzen kümmert.


Zunächst mal plündeten Jochen und ich ihren Cedribaum :D

Aber der Grund unseres Besuchs war leider ein anderer, nämlich


diese kleine Lady.
Sie war dort über den Zaun geworfen worden. Da aber für sie kein Platz mehr vorhanden war und Rebecca sich immer eine Glückskatze gewünscht hatte, holten wir sie ab.
Vor den vielen Hunden zeigte sie keinerlei Scheu, obwohl sie winzig war.




die kleine Gina

Leider brachten alle Versuche, ein gutes Zuhause für Franzi und Susi zu finden, nichts. Da sich der Urlaub von Jochen und Rebecca dem Ende zuneigte, gingen wir abends nochmal essen, unser Abschiedsessen.




Dann ging es am nächsten Morgen nochmals zu Dr. Pietro, erneut alle impfen und durchchecken.


alle 5 völlig erledigt nach der Impfung :ja:

Dann hieß es Abschied nehmen von Gizmo und Mucki, von Franzi und Susi, von Angelo, Stella und Gina (Angelo und Stella sind auch Jochen und Rebeccas Katzen)
..... und von den beiden wunderbarsten Menschen, die wir in der kurzen Zeit mehr als gern gewonnen haben :cry:


Wir verlassen Montallegro


fahren am Tal der Tempel vorbei




und auch am Ätna vorbei

und erreichen schließlich die Fähre.

Auf Wiedersehen, du wunderschönes Sizilien :)

Weiter gehts in Teil 2

Lieben Gruß

Susanne




Wenn man lange Zeit kein Pech gehabt hat, dann hat man Glück gehabt :kleeblatt: :flower:
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