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Reisemobil-Blog "Die fünf Hermänner"
Eigentlich haben wir dieses Blog erstmal nur erstellt, um selber die Übersicht über unsere Fahrten zu behalten :D

Es wird primär um die Ausritte mit unserem Bimobil gehen, mal sehen was sonst noch dazu kommt.

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Natürlich werden die Beiträge tendenziös, subjektiv und nicht übertragbar sein; als wohnmobilierende Familie mit 3 Kindern hat man halt so seine eigenen Ansichten und Präferenzen...

Bis denn,

Tinduck (Uwe)
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11.10.-21.10.2019: Ligurien plus Pisa

permanenter Linkvon Tinduck am 15 Nov 2019 08:49:42

11.10.2019 Dortmund => Messel

Nach einer halben Schicht und einigem hektischen Last-Minute-Gepacke schaffen wir es, den Großen um 15:20 direkt bei Schulschluss an seiner Schule abzuholen und los geht’s auf die A1 – wo wir direkt am Westhofener Kreuz im ersten Stau stecken, prächtig.

Auf der A45 geht’s weiter in Richtung Frankfurt. Nach vielen unterhaltsamen Baustellen wechselten wir auf die A5 und passierten Frankfurt. Als uns die Lust verließ, suchten wir uns einen Stellplatz und landeten in Messel auf dem Stellplatz am Sportplatz. Die Nacht war ruhig, aber etwas merkwürdiges Publikum dort… Womos älteren Baujahrs, dekoriert mit Eisernen Kreuzen und Totenköpfen… --> Link

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12.10.2019 Messel => Maccagno

Morgens ging es weiter auf der A5, und wir kamen ohne Probleme bis Basel durch. An der Grenze schaute der Grenzer kurz, ich wedelte einmal mit dem Handy, auf dem die Via-App für die Schwerlastabgabe offen war, und er winkte uns durch.

So durchritten wir die Schweiz ohne Probleme. Im Gotthard-Tunnel fiel uns auf, dass in der Mitte flockige 35 °C herrschten… na ja, 8,5 Kilometer tief im Berg isses halt ein bisschen wärmer. Mist bei Stau, schätze ich.

Auf der Südseite erwartete uns mieses Dunstwetter mit Hochnebel. Wir fuhren in Richtung Lago Maggiore, überquerten an dessen Ostufer einen verlassenen Grenzposten und hielten 5 km weiter an einem Parkplatz, auf dem 5 Plätze für Womos ausgewiesen waren. Man hatte einen herrlichen Blick über den See und konnte auch zum Kiesstrand runtergehen, was wir nach der Dämmerung und dem Essen für ein kleines Lagerfeuerchen mit den Kindern nutzten (Treibholz lag genug rum).

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13.10.2019 Maccagno => Rapallo

Am nächsten Morgen stellten wir ein paar Kilometer weiter südlich in Maccagno fest, dass die Hauptstrasse durch eine niedrige Unterführung versperrt war, die unser LKW-Navi leider erst etwas spät bemerkte, weil es Satellitenmangel meldete. Na ja. Umgedreht, und zurück durch die Schweiz und über Como wieder rein nach Italien. Von dort aus in Richtung Mailand (kurzer Tankstop neben der Autobahn) und dann weiter in Richtung Genua, weil wir als erstes nach Portofino wollten. Natürlich kommt man da nicht direkt hin (gesperrt für alles über 6 m Länge und keine Parkplätze am Ort), deshalb suchten wir uns 2 Campingplätze in Rapallo raus. Wir landeten erstmal auf dem teureren, hatten jetzt aber keine Lust mehr zu wechseln und zahlten so 44 Euro für die eine Nacht für Klos ohne Klobrillen und den Lärm der direkt benachbarten Autobahnauffahrt :cry: --> Link

Wir frühstückten dann morgens noch da, bezahlten und fuhren den einen Kilometer zum anderen Platz. Viel ruhiger gelegen, netter angelegt und auch noch billiger. Und mit Klobrillen! --> Link

An dessen Rezeption kauften wir die Busfahrkahrten und tigerten die 300 m zur Bushaltestelle. Von dort brachte uns der Bus bis Santa Margherita (ca. 15 Minuten Fahrzeit). Von dort kann man weiter nach Portofino per Bus, Schiff oder zu Fuß – was wir dann wählten. Die ersten 3 Kilometer geht’s an der Straße entlang auf dem Bürgersteig, später windet sich dann ein gut angelegter Weg ein Stück an den Klippen hoch, um dann in der Höhe bis Portofino zu führen.

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In Portofino selbst spazierten wir erstmal den Hafen an der rechten Seite entlang und kehrten im letzten Restaurant zum Mittagessen ein. Die Pizza war wirklich sehr gut, und zur Unterhaltung gabs noch ein Fototeam, das anscheinend Werbeaufnahmen für ein schickes Boot (so Riva-Machart) im Hafen machte. Deren Arbeit wurde dann aber durch einsetzende sintflutartige Regenfälle sabotiert, und sie machten nach dem Mittagessen Feierabend.

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Wir gingen den Rest des Hafens ab, als der Regen (kurzzeitig) ein wenig nachließ. Die Kinder und wir bekamen noch ein Eis, mit dem wir dann die nächste Viertelstunde bei wiedereinsetzendem Regen unter einer Markise verbrachten. Dann war es auch langsam Zeit, das letzte Schiff (16:00) zurück nach Santa Margherita zu erwischen. Die Rückfahrt dauerte nur ca. 10 Minuten, dann noch mit dem Bus zurück zum CP und fertig war der erste Besichtigungstag.

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15.10.2019 Rapallo => Levanto

Kurz vor der Abfahrt am nächsten Morgen bemerkte ich eine Schraube im rechten Vorderreifen… auweia. Rausgedreht, und scheinbar Glück gehabt, war nur ca. 10 mm lang und im hohen Teil des Profils, kein Luftverlust. Wobei wir an diese Schraube trotzdem noch denken würden.

Wir schalteten das Navi mutig auf ‚keine Mautstrassen’ und gurkten an der Küste entlang los, bei regnerischem Wetter und ordentlich Wind. Bis Chiavari ging es ordentlich voran, aber dann war irgendwo an der Küste eine Brücke gesperrt, und wir wurden Richtung Norden durch die Berge umgeleitet. Erst war die Straße durch Graveglia, Conscenti und Frisolino noch ganz OK, dann ging es aus dem Tal raus übern Berg und durch Iscioli und Montedomenico wieder runter an die Küste, allesamt Straßen ohne Mittelstreifen, aber mit Gegenverkehr, weiterhin bei Schietwetter.

In Sestri Levante war ein Supermarkt ausgeschildert, den wir erstmal zur Ergänzung der Vorräte bemühten. Wir packten bei Wolkenbruch hastig ein (merken für später) und fuhren dann erst über die SS1 und dann über die SP41 durch die Berge weiter in Richtung Cinque Terre.

Bei schönem Wetter wäre das sicher eine spektakuläre Fahrt geworden, der zunehmende Sturm machte es auch spektakulär, aber auf eine andere Art… Windstärke 6 bis 8 von der See, dazu Regen und tiefhängende Wolken, so dass wir die Hälfte der Strecke IN den Wolken waren und mit angeschalteter Nebelschlussleuchte daherkrochen. Wobei, bei den Strassen konnte man eh nicht schneller fahren, alles 2. bis 4. Gang.

Als ich dann irgendwo in einem Dörfchen einer auf die Straße kullernden Mülltonne ausweichen musste, rumpelte es rechts laut und vernehmlich. Ein Blick in den Rückspiegel – verdammt, die Trittstufe war noch draussen! Und hatte dann leichten Mauerkontakt. Sie liess sich aber noch anstandslos einfahren, ausser 2 kaputten Plastikkappen und einem Kratzer war nix passiert, Glück im Unglück.

Runter gings nach Levanto rein, und gleich wieder hoch in Richtung Monterosso. Kurz vor dem ersten Ort der Cinque Terre gibt es dort oben auf dem Berg einen Stellplatz, der gute Noten hat (--> Link). Dort kamen wir inmitten eines Gewitter-Wolkenbruches an, immer noch bei Wind in Sturmstärke. Auf dem Stellplatz stand nix ausser einem alten Wohnwagen, und die Schranke war zu. Ein kurzer Anruf beim Betreiber brachte die Erkenntnis: heute wegen des Unwetters geschlossen. Na toll. Wir suchten erstmal Zuflucht im Straßentunnel nach dem Stellplatz und warteten das Gewitter ab. Als der Regen und die Blitze nachliessen, fuhren wir wieder runter nach Levanto und checkten auf dem CP Acqua Dolce ein – ein wahrer Glücksgriff, und sie hatten sogar noch einen Platz frei. Was nicht ganz einfach war, weil die Parzellen eher kurz sind – es waren auch fast nur Busse und Kawas dort --> Link. Und zur Belohnung kam dann auch noch die Sonne raus.

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16.10.2019: Riomaggiore, Maranola

Heute sah die Wettervorhersage gut aus, und wir machten uns an die Besichtigung der Cinque Terre. Diese 5 Dörfer an der Küste sind Weltkulturerbe und Nationalpark; in allen sind Fahrzeuge über 6 m Länge verboten, und es gibt ausser in Monterosso so gut wie keine Parkplätze, weshalb wir von Levanto aus mit dem Zug fuhren. Der Regionalexpress nach La Spezia hält in jedem der 5 Dörfer an und die ganze Fahrt dauert maximal 25 Minuten (von Levanto bis zum letzten Dorf), von daher sehr bequem. Wenn auch nicht ganz billig, das Familienticket für den ganzen Tag plus eine Kinderkarte kosteten 52 Euro. Aber da jede Einzelfahrt mit 4 Euro zu Buche schlagen würde, immer noch ein ganz guter Deal.

Wir nahmen uns als erstes das am weitesten entfernte Dorf vor, Riomaggiore. Dort gab es auch das Mittagessen in Form von Focaccia, der Urahn der Pizza, gerade mächtig ‚in‘.

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(man beachte die deutsche ‚Übersetzung‘)

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Danach gings mit dem Zug weiter nach Maranola, wo es zusätzlich zu den tollen Eindrücken noch ein Eis gab.

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Danach dann zurück nach Levanto und auf den CP, Abendessen grillen und ausruhen.


17.10.2019: Corniglia, Vernazza, Monterosso

Das Wetter ging wieder den Bach runter… na ja, hilft ja nix. Am Bahnhof wieder 52 Euro gelatzt und dann ab nach Corniglia. Wir nahmen den Bus vom Bahnhof hoch in den Ort, wo wir die Gassen rauf- und wieder runterschwammen und schliesslich in einem Souvenirladen Zuflucht suchten, in dem sie ein paar halbwegs geschmackvolle T-Shirts hatten.

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Dann wieder mit dem Bus runter zum Bahnhof und weiter nach Vernazza, wo zum Glück der Regen etwas nachliess und schliesslich aufhörte.

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Dort kehrten wir nach der Besichtigungsrunde in einem Bistro ein, aßen ein paar Bruschetta und fuhren dann mit dem Zug weiter nach Monterosso, wo endlich die Sonne durchkam, so dass wir den Ort etwas länger geniessen konnten.

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Zum Abschluss gabs noch ein Eis, und dann ging es wieder zurück nach Levanto, wo der Tag bei schönem Wetter ruhig ausklang.

Insgesamt fanden wir die Cinque Terre sehr schön. Probleme gabs allerdings ab und an, wenn wieder mehrere Kreuzfahrtkarawanen gleichzeitig hinter ihren Führern herzockelten und sich dabei auch noch überschnitten, dann bekam man keinen Fuß mehr an die Erde. Die wurden da tw. wie die Schafherden durch die Orte getrieben, brav mit Aufklebern auf’m Hemd und identischen Käppis geschmückt. Pauschalurlaub in seiner allerschönsten Form…


18.10.2019: Levanto => Pisa => Barga

Als nächstes stand Pisa auf der Liste. Wir checkten aus Acqua Dolce aus, machten noch V/E und fuhren dann (wieder ohne Autobahn) in Richtung La Spezia. Die Tour durch die Küstenberge war diesmal sehr schön, weil das Wetter mitspielte.

Nach La Spezia kamen wir bei Carrara wieder an die Küste (ziemlich viele angeknabberte Berge im Hinterland…). Dort beginnt ein Küstenabschnitt, wie wir ihn bisher noch nicht gesehen hatten. Auf einer Strecke von ca. 30 Kilometern ist dort (in Richtung Südosten fahrend) auf der linken Seite ein Hotel nach dem nächsten und auf der rechten Seite ein Beachclub/Restaurant nach dem nächsten. Was hier im Sommer los ist, möchte ich gar nicht wissen… jetzt in der Nebensaison allerdings waren die Bürgersteige hochgeklappt und vielleicht 1/10 der Touristikbetriebe hatte geöffnet.

Nach diesem ‚Ferienparadies‘ ging es vom Meer weg in Richtung Pisa. Ein wenig ausserhalb des Zentrums gibt es einen Womo-Stellplatz, den unser Navi auch zuverlässig fand. Kurz davor ist allerdings ein alter Aquädukt, unter dem man durch muss und den ein ‚3,20m‘-Schild ziert… allerdings ist da optisch wesentlich mehr Luft, die Angabe gilt wohl für die seitlichen Teile des Bogens. Ein wenig in der Mitte gefahren, und unsere 3,30m haben locker drunter durch gepasst.

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Auf dem Stellplatz haben wir einen 5-Euro-Parkbon für 6 Stunden gezogen und sind dann zu Fuß in Richtung Altstadt losgezogen. Nach ca. einer halben Stunde Fußweg erreichten wir den schiefen Turm, den wir natürlich ausgiebig bestaunten und fotografierten. Ganz allein waren wir dabei auch nicht, selbst in der Nebensaison.

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Nach dem Fußweg zurück gabs im Mobil einen Snack, und dann läuteten wir mit dem südlichen Wendepunkt der Reise die Heimfahrt ein. Wir wollten auf jeden Fall noch ein Stück in Richtung Norden kommen, und deshalb wählten wir uns für die Übernachtung einen Stellplatz in Barga aus. Dieser Ort liegt in den Garfagnana-Bergen (regenreichste Region Italiens, wie wir später nachlasen) und dort gibt es einen Winzer, der gerade ins Stellplatz-Geschäft einsteigt und sehr freundlich zu übernachtenden Mobilisten ist --> Link. Natürlich kauften wir auch einiges an Wein…

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19.10.2019: Barga => Como

Das Wetter verschlechterte sich allerdings, und am nächsten Morgen gab es wieder Nebel und Regen. Wir fuhren weiter in Richtung Norden und machten (nach 1,5 Stunden Fahrt bis zur Autobahn!) kurz vor der Auffahrt eben Pause zum Einkaufen und Tanken. Da ging mir dann zum wiederholten Male die dämliche 100-Euro-Begrenzung an den Selbstbedienungstankstellen auf den Geist, bei den Spritpreisen in Italien bekommt man da nur 66 Liter Diesel für, so kriegt man ja keinen vernünftigen Tank voll… allerdings funktioniert es, wenn man mit der gleichen Karte einfach nochmal tankt. Na ja.

Dann fuhren wir an Parma vorbei in Richtung Mailand und von dort aus nach Como, wo wir auf dem Stellplatz --> Link übernachteten. Wir richteten uns ein, gingen um 22:00 ins Bett…

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… und wachten um 0:30 wieder auf, weil 5 deutsche Leihmobile mit italienischer Besatzung eintrafen und alle restlichen freien Stellplätze belegten. Soweit erstmal kein Problem.

Allerdings sind gruppenreisende Italiener so ziemlich das schwatzhafteste, was unter der Sonne existiert. Und wer sich schon mal aufgeregt hat, weil irgendjemand nachts auf dem Stellplatz den Motor 5 Minuten laufen lässt oder eine Schiebetür knallt, sollte sich so eine Gruppe Italiener mal zu Gemüte führen. Die haben noch geschlagene anderthalb Stunden vor ihren Mobilen rumgehangen und sich gegenseitig in voller Lautstärke zugelabert! Gegen 02:00 war dann endlich Ruhe und wieder an Schlaf zu denken. Na Danke.


20.10.2019: Como => Idstein

Am nächsten Morgen gings mit dem Wetter so weiter, wie es am Tag vorher aufgehört hatte – feucht. Leider war es nachts ja trocken, sonst hätten die Italiener nicht so lang draussen rumgehangen – immer so, wie mans nicht braucht.

Wir reisten also wieder in die Schweiz ein (wieder Handywinken mit Via-App) und fuhren in Richtung Gotthard-Tunnel. Überall an den Bergen waren die Wasserfälle wegen des Regens in voller Aktion, sah teilweise spektakulär aus. Dann ab durch den Tunnel, und siehe da, auf der anderen Seite war es trocken und sonnig.

Die Tankfüllung reichte gut bis Deutschland (bei den Spritpreisen in der Schweiz auch besser so). Dort tankten wir abseits der Autobahn und fuhren dann die A5 hoch bis kurz vor Frankfurt, wo wir in Richtung Rüsselsheim abbogen und die Übernachtung schliesslich in Idstein auf dem Stellplatz --> Link machten.

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21.10.2019: Idstein => Dortmund

So hatten wir für heute nur noch 150 lockere Kilometer zu fahren, sollte ja eigentlich kein Problem sein. Auf der Landstrasse durch den Westerwald in Richtung Siegen gab es dann allerdings erst ein Wup-Wup-Wup-Geräusch vom rechten Vorderrad und dann einen lauten Knall. Zum Glück kam nach 200 m eine Bushaltestelle. Dort angehalten, ausgestiegen und dann konnte ich noch den letzten 2 Bar aus dem rechten Vorderreifen tschüs sagen, als sie abpfiffen. Na toll. Das war dann wohl die Rache der Schraube aus Rapallo.

Also Warnblinker an. Auf der Bushaltestelle war genug Platz, und die rechte Seite ist ja auch nicht so kritisch. Fester Untergrund, ein zusätzlicher Bonus. Werkzeug raus (Drehmomentschlüssel 500 Nm, ½ m Verlängerung, 27er Nuss und den Ratschenkasten, dazu Wagenheber plus ein paar Bretter und Pumpstange). Keile vorn und hinten ans Hinterrad. Hinten unters Auto, Reserverad ablassen. Und siehe da, die Mutter, die das Rad auf dem Halter fixiert, ist natürlich eingerostet und rührt sich nicht. Mit der kurzen Ratsche keine Chance. Halbe Flasche WD40 drauf, warten, in der Zeit erstmal vorn den Wagenheber angesetzt. Mutter rührt sich immer noch nicht. Drehmomentschlüssel passt wegen der zu langen ½-Zoll-Ratschenverlängerung nicht drauf. Im Staufach war doch noch… ein Adapter von ½ auf 3/8 Zoll, tatsächlich. Damit konnte ich die 30er Verlängerung aus dem Ratschenkasten nutzen. Und mit dem so angesetzten meterlangen Drehmomentschlüssel löste sich dann auch die störrische Mutter.

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Dann vorn die Radmuttern lösen (ächz), hochpumpen, Radmuttern ab, Rad wechseln, Radmuttern drauf, ablassen, kreuzweise anziehen mit 320 Nm. Zum Glück hatte ich den Luftdruck am Reserverrad noch direkt vorm Urlaub aufgefüllt, als hätte ichs geahnt… so konnte ich wenigstens den Kompressor im Staufach lassen.

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Dann noch das kaputte Rad wieder in den Reserveradhalter, alles wegräumen… und so waren wir eine Stunde nach dem ‚Peng‘ wieder unterwegs.

Fazit: NIE ohne Werkzeug und Reserverad. Mit einem ADAC-Umweg über die nächste Werkstatt wären wir wahrscheinlich abends um 10 zuhause gewesen, so um 14:00 statt 13:00.

Bis denn,

Uwe

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5 Kommentare 3715 mal betrachtet
Kommentare

RE: 11.10.-21.10.2019: Ligurien plus Pisa

permanenter Linkvon haralddoerr am 16 Nov 2019 10:34:34

Sehr cooler Bericht. Interessant und kurzweilig


Danke dafür, Harald
Bürstner Nexxo 690 / Wiesbaden
haralddoerr
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RE: 11.10.-21.10.2019: Ligurien plus Pisa

permanenter Linkvon womo-2 am 16 Nov 2019 18:08:48

Vielen Dank für Deine schönen Reiseberichte.
Joe
Gruß Joe
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RE: 11.10.-21.10.2019: Ligurien plus Pisa

permanenter Linkvon VoBo am 07 Dez 2019 14:24:57

Danke für den schönen und informativen Reisebericht.
VoBo
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RE: 11.10.-21.10.2019: Ligurien plus Pisa

permanenter Linkvon DL2NEH am 11 Feb 2020 02:17:58

Meine Meinung - nie ohne Reserverad und "scheiß" auf das Pannenset.

Wir waren vor einigen Jahren mit einen geliehenen Wohnmobil in Apulien unterwegs. Bei der Übernahme fragte ich, wo wohl das Reserverad wäre. Das bräuchte man heute nicht mehr, es gäbe statt dessen einen kleinen Kompressor und eine Flasche mit Dichtmasse (logisch, man muß wegen der 3,5t jedes Kilogramm an Gewicht sparen - obwohl man auch ohne Reserverad fast immer überlädt wenn man familiär unterwegs ist) und außerdem wären Reifenpannen ohnehin sehr selten in der heutigen Zeit (gem. Statistik der Reifenpannen müßte ich fast 3000 Jahre alt sein!))bekamen wir zur Antwort. Dann kam das seltenste Ereignis als wir kurz vor Vieste einem entgegenkommenden Fahrzeug nach rechts ausweichen mussten, aber genau an der Stelle, wo ein Randstein etwas überstand. Es knallte und rumpelnd schafften wir es noch bis zum nahe gelegenen gebührenpflichtigen Parkplatz. Bei einem 20 cm langen Riss in der Flanke des hinteren rechten Reifens und einer verbogenen Felge half das hochgelobte Pannenset nicht mehr weiter. Auch der Anruf beim Vermieter - laut Mietunterlagen würde er bei Pannen einen entsprechende Dienst beauftragen - half nicht, den Reifen zu flicken, verursachte dort aber extreme Unsicherheit. Zum Glück war das Basisfahrzeug ein Fiat Ducato und nach kurzer Rückfrage bei einer Tankstelle in der Nähe fanden wir eine Werkstatt in Vieste. Der nette Mann kam mit einer Vespa, seinem kleinen Sohn und einen Wagenheber an. Er begutachtete das Malheur, lud das defekte Rad vor seinen Füßen incl. Wagenheber auf seine Vespa und meinte in einer Stunde käme er wieder. Nach ca. 1 1/2 Stunden kam er zurück mit einem alten für einen Ducato passendem Rad an und montierte es. In zwei Tagen sollten wir zu ihm in die Werkstatt kommen und ein neues Rad abholen.

Genau so war es, die Anfahrt zur "Ufficina" in Vieste war nicht so ganz einfach und zur Radmontage war dann auch noch die halbe Straße blockiert. Erfreulich war die Rechnung und der Espresso dazu.

Dieses nicht unbedingt wünschenswerte Erlebnis hätten wir mit Reserverad nicht gehabt. Mittlerweile haben wir ein eigenes Wohnmobil auf Ducato-Basis und waren letzten Sommer wieder dort. Die Werkstatt haben wir wieder gefunden und nur von außen angeschaut.


Wir werden auch wieder dorthin fahren und auf die Randsteine achten.

Eva und Heiner
DL2NEH
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RE: 11.10.-21.10.2019: Ligurien plus Pisa

permanenter Linkvon Tinduck am 04 Mär 2020 19:24:43

Hallo Eva und Heiner,

danke für euren Erfahrungsbericht, spricht mir aus der Seele.

bis denn,

Uwe
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