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Irland 2013

permanenter Linkvon gnarz18 am 10 Nov 2013 16:55:05

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In Schottland waren wir ja nun schon reichlich unterwegs und so sollte es dieses Jahr mal für vier Wochen nach Irland gehen. Die grüne Insel am westlichen Rand von Europa, wo glückliche Kühe leckere Butter produzieren und Leprechauns ihr Unwesen treiben. Wir waren schon mal vor 20 Jahren in Irland, damals hatten wir in sechs Wochen Urlaub genau sechs Wochen Regen. Und die Bilder, die im Kopf hängengeblieben sind, zeigen nur wolkenverhangene Berge, stürmisches Meer und eine völlig durchnässte Freundin. Das soll sich nun ändern!
Da wir am heutigen Freitag noch bis in die Gegend von Calais kommen wollen, machen wir gegen Mittag auf der Arbeit Schluss, packen noch die letzten Sachen ins Womo und holen Paula pünktlich um 15 Uhr bei der OGS ab. Das Außenthermometer vom Womo zeigt lauschige 38°C an und so beschließen wir kurz hinter Brüssel uns mit einem Eis zu stärken.

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es ist warm...

Neben uns auf dem Rastplatz steht ein Womo aus Köln und der stolze Besitzer fragt natürlich sofort nach unserem Reiseziel. Ich antworte, dass es nach Irland gehen soll - und oh Wunder, er hat das gleiche Ziel. Wir tauschen noch ein paar Informationen aus - wann, wo, wie mit welcher Fähre usw. - wünschen uns eine gute Reise und schwingen uns wieder auf die Autobahn. Gegen 19 Uhr erreichen wir den Stellplatz in Bergues, unser heutiges Ziel. Der Stellplatz ist kostenlos und liegt außerhalb der Stadtmauern an einem Sportplatz. Wir suchen uns einen Platz im Schatten und machen uns sofort auf ins nahe Städtchen, um etwas zu Essen und zu Trinken.

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Stellplatz Bergues

Bergues gefällt uns richtig gut, ein kleines sehenswertes Städtchen mit einer Menge Restaurants und Bars, schönem Belfried und einem Stellplatz, der nahe am Stadtzentrum liegt.

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Belfried in Bergues

Die Nacht war zwar ruhig, aber viel zu warm und wir freuen uns auf das hoffentlich etwas kühlere England. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischem französischem Baguette machen wir uns zeitig auf den Weg nach Calais. Das Einchecken und die Überfahrt nach Dover verlaufen absolut problemlos und so sind wir zwei Stunden später in Dover. Wir müssen uns etwas beeilen, denn wir wollen heute Abend noch bis nach Pembroke in Wales kommen, von wo morgen unsere Fähre nach Irland geht. Der Verkehr um London ist schlimm und wir hangeln uns von einem Stau zum anderen. Zum Glück sind die Temperaturen nach einem Sturz auf 24°C deutlich angenehmer als auf dem Kontinent und machen so die lange Fahrt erträglicher. Erst als wir die M25 verlassen wird es ruhiger. Um 18 Uhr sind wir an einem Pub mit angeschlossenem CP. Genau das was wir brauchen, bis Pembroke sind es nur noch 10km und die schaffen wir morgen ja locker.

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Da freut man sich auf einen Abend mit Fish ‘n‘ Chips und einem kühlen Bier und dann gibt es in diesem Pub das britische Nationalessen nicht!!! Wir begnügen uns schließlich mit Hamburgern und Chips und verabschieden uns zeitig ins Bett.
In der Nacht fängt es dann wüst an zu regnen und der nächste Morgen startet mit trüben und nassen Wetter. Wir frühstücken gemütlich und fahren anschließend die paar Kilometer bis Pembroke. Da unsere Fähre erst um 14 Uhr geht, nehmen wir uns die Zeit noch das Pembroke Castle zu besichtigen.

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Pembroke

Es regnet in Strömen! Im Castle ist eine "Living Action Show", die zeigt wie es damals im Castle so war. Für die Akteure bei diesem Wetter echt kein Spaß. Es wird gemalt, gekocht, gekämpft und auch mit Musketen geschossen.

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Gegen Mittag machen wir uns auf in Richtung Hafen, beobachten unsere Fähre beim Anlegen und gehen im Fährterminal Kaffee trinken.
Die Überfahrt nach Irland dauert vier Stunden und ist bei diesem Wetter relativ langweilig. Es ist nebelig und nass und so verbringen wir die Zeit im Shop und an der Kinderspielecke. Kurz nach 18 Uhr kommt endlich die Küste von Irland in Sicht, zum Glück hat sich auch das Wetter ein wenig gebessert. Endlich auf irischem Boden steuern wir sofort einen CP in Wexford an. Da der morgige Montag "Bank Holiday" ist, ist der Platz ziemlich gut besucht und wir bekommen nur noch einen Platz in der hintersten Ecke.
Am nächsten Morgen regnet es wieder und wir lassen uns Zeit mit dem Aufstehen. Nach dem Frühstück laufen wir die paar Meter nach Wexford rein. Das Städtchen wirkt, wohl weil Bank Holiday ist wie ausgestorben und auch sonst macht es keinen besonders sehenswerten Eindruck auf uns. Nach zwei Stunden sind wir wieder auf dem CP und machen uns sofort auf, Irland zu entdecken. Unser erstes Ziel soll die Tintern Abbey sein. Das Wetter wird immer besser und wir fahren durch eine Landschaft, die ein wenig an die heimische Eifel erinnert. Nach gut einer Stunde erreichen wir die Abbey, die malerisch an einem Fluss in einem Tal liegt.

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Tintern Abbey

Wir laufen etwas in dem alten Gemäuer rum und fahren weiter zum Hook Head. Hier stehen eine Menge Womos, die diesen Platz wohl auch als Stellplatz benutzen. Der Platz und die Aussicht sind schon recht nett, wir wollen es aber heute noch bis Ardmore schaffen und so machen wir uns nach einer Besichtigung des Leuchtturms wieder auf die Reise. Vorbei geht es an der Dunbrody Abbey nach Ardmore.

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Dunbrody Abbey

In Ardmore gibt es neben einem CP auch einen Stellplatz. 10€ werden für die Nacht fällig, dafür steht man direkt am Strand und das kleine Dörfchen Ardmore ist fußläufig zu erreichen.

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Stellplatz in Ardmore

Es ist noch früh und die Sonne scheint. Also beschließen wir den rund um Ardmore führenden Küstenwanderweg zu machen.

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Der Weg ist leicht zu gehen und dauert rund eine Stunde. Zuerst geht es durch das recht touristisch geprägte Dorf steil bergauf. Anschließend führt der Weg immer auf einer Höhe bleibend zu einem Aussichtsturm. Natürlich kann man auch von hier aus wieder Wale und Delphine sehen, behauptet zumindest das große Schild am Aussichtsturm. Wir sehen wie immer an solchen Plätzen NICHTS. Der Weg führt durch Felder zurück nach Ardmore und endet an einem für Irland typischen Rundturm.

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Im Ort finden wir einen Pub mit Live-Musik und Fish ’n’ Chips und lassen den Tag bei einem kühlen Pint gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir machen uns zeitig auf den Weg nach Cork. Wir laufen ein wenig durch die Stadt und kaufen zwei Sim-Karten für unsere Handys. Nach dem kurzen Besuch in Cork geht es zum Ring of Beara. Die Straßen werden enger und leider auch schlechter. Die Hauptstraßen in Irland sind super ausgebaut, breit, meistens mit Mehrzweckstreifen und wirklich gut zu fahren. Die Straßen, die wir nun befahren sind zum Teil schon recht eng. Besonders die hohen Hecken nerven, man sieht nichts und vorstehende Äste schlagen gegen das Womo, was sich manchmal recht wüst anhört. Zuerst geht es über den Healy-Pass, einen kurzen steilen Gebirgspass, der eine fantastische Aussicht bietet.

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die Passhöhe

Wir halten oft an, machen ein kurzes Picknick an einem kleinen Wasserfall und genießen einfach die Landschaft. Auf der Weiterfahrt beschwert sich dann Paula, dass man ja noch gar keine Krebse geangelt hätte. Und das obwohl man sich schon zu Hause expeditionsmäßig auf dieses Event vorbereitet hätte. Zum Glück finden wir am frühen Nachmittag dann auch einen Campingplatz beim Golf-Club von Castletownbere. Der CP ist mit 20€ plus 1€ für 3 Minuten Duschen ( die erste Minute kommt sowieso nur kaltes Wasser ) ziemlich teuer. Dafür hat er allerdings ein Pier, an dem sich die Krebse bereitwillig angeln lassen.

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CP Castletownbere

Wir fangen gut ein halbes Duzend von den Krustentieren und Paula droht, morgen früh wieder angeln gehen zu wollen. Dafür will sie ohne Wecker ganz von selbst ganz früh wachwerden und uns wecken.
Der Tag startet dann tatsächlich wie angedroht um sechs Uhr mit Krebse-angeln. Wir fangen allerdings nur ein einziges Exemplar. Ich denke mal, die Tiere wissen um die Uhrzeit. ;-).

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Der Vorteil der frühen Angelaktion ist natürlich, dass man früh unterwegs ist, und so verlassen wir schon gegen acht Uhr den CP Richtung Dursey Island. Heute wollen wir mal ein wenig wandern und da bietet sich die kleine Insel vor der Halbinsel Beara natürlich an.

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Genauso stellt man sich Irland vor! Eine wilde Küste, einsame Bauernhöfe und jede Menge Schafe. Das Besondere an Dursey Island ist, dass die Insel mit einer Seilbahn mit dem Festland verbunden ist.

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Die Holzkabine der Seilbahn ist schon ein wenig in die Jahre gekommen und wird neben dem Personentransport auch für den Tiertransport benutzt. Da wir ja früh unterwegs sind, können wir sofort ohne Wartezeit übersetzen und unsere Wanderung beginnen. Die Wanderung dauert 3 bis 4 Stunden und führt einmal um die kleine Insel herum.

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Der Weg führt ebenerdig über die "Hauptstraße" der Insel zu den verstreut liegenden "Orten". Wobei hier schon die Ansammlung von zwei Häusern anscheinend als Ort gilt.

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Wir sind ganz alleine, das Wetter wird immer besser, was will man mehr. Die Straße schlängelt sich immer hoch über dem Meer Richtung Westen. Wobei man sagen muss, dass sich die Straße immer mehr zum Feldweg entwickelt – aber mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100km/h!

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Nach knapp zwei Stunden erreichen wir die Westspitze der Insel und machen erst mal eine ausgiebige Pause. Die Aussicht ist echt phänomenal. Nun geht es zum höchsten Punkt der Wanderung, dem 294 Meter hohen Tower Hill.

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Der Aufstieg ist, wie erwartet nicht besonders schwierig. Vom Gipfel hat man dann eine super Aussicht über die kleine Insel und den benachbarten Ring of Kerry. Absolut lohnenswert diese Wanderung.

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Tower Hill

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Nach kurzer Pause geht es dann wieder zurück zur Seilbahn.

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An der Gondel ist nun am Nachmittag die Hölle los und es dauert zwei Überfahrten bis wir dran sind. Es dürfen immer nur 6 Personen oder eine Kuh in die Kabine. Der deutsche TÜV hätte auf jeden Fall seinen Spaß mit dieser Seilbahn!

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Um 15 Uhr sind wir wieder beim Auto und fahren den Ring of Beara weiter in Richtung Kenmare. Der Ring of Beara ist wirklich schön, man hat eine tolle Aussicht auf die Küste und es ist wenig Betrieb.

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Einen CP finden wir in Caherdaniel am Ring of Kerry. Der Platz ist gerappelt voll und wir bekommen nur noch einen Platz direkt an der Ein/Ausfahrt. Ist zwar ein wenig laut, dafür aber direkt am Wasser. Da das Wetter noch immer schön ist, beschließt Paula noch ein abendliches Bad im Meer zu nehmen. Nach dem kühlen Bad im Atlantik und einer wärmenden Dusche gehen wir dann in Irlands einzige Beach-Bar ( behauptet das Lokal zumindest ) etwas Essen und Trinken. Wir lernen ein Ehepaar aus Einbeck kennen und es wird noch ein langer Abend...

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CP in Caherdaniel

Der nächste Morgen startet mit Regen, also nehmen wir uns Zeit für ein gemütliches Frühstück mit Strandblick. Wir fahren den vielgerühmten Ring of Kerry weiter, aber so richtig beeindruckt er uns nicht. Vielleicht liegt es am Wetter oder an den Unmengen an Reisebussen, die hier unterwegs sind. Uns gefällt der Ring of Beara auf jeden Fall besser. Am frühen Nachmittag machen wir Pause in Dingle. Das kleine Örtchen ist fest in der Hand von Touristen und verkehrsmäßig kurz vor dem Kollaps.
Wir spazieren durch den überlaufenen Ort, gehen einkaufen und Kaffee trinken. Da das Wetter langsam besser wird und es auch schon auf den Abend zugeht, suchen wir uns nicht weit entfernt in der Nähe von Ceann Tra am Ventry Beach einen SP. Der SP ist gleichzeitig Parkplatz und Auslaufgelände für die Reitgestüte in der Nähe. Und die geben ihren Pferden hier am Strand ordentlich die Sporen.

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Nach dem Ritt dürfen die Pferde im Meer baden, was ihnen scheinbar echt Spaß macht.

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SP am Ventry Beach

Morgens werden wir schon um 6:30 Uhr vom Gewieher der Pferde geweckt. Zwei Reitställe mit jeweils vier Pferden wollen am Strand trainieren, was wohl zu gewissen Spannungen unter den Akteuren führt.... Zwei Hundebesitzer, die ihre Hunde am Strand ausführen wollen, gesellen sich zu dem streitenden Club und keifen kräftig mit.
Nach dem Frühstück fahren wir weiter den Slea Head Drive entlang in Richtung Gallarus Oratory. Die Küstenstraße ist auf jeden Fall toll. Wobei die kleine Steinmauer links am Straßenrand wohl kein Hindernis für ein Womo darstellen würde...

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Unterwegs schauen wir uns die Beehive Huts an, eisenzeitliche Hütten, die wie der Name schon sagt an Bienenkörbe erinnern.

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Den nächsten Stopp machen wir am Gallarus Oratory, einem Bethaus aus dem 8. Jahrhundert, welches in Trockenmauertechnik errichtet wurde.

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Über Tarbert fahren wir mit der Shannon Ferry nach Kilrush, einer kleinen lebhaften irischen Kleinstadt. Wir laufen ein bisschen durch das Städtchen, gehen Kaffee trinken und tauschen Uschi’s SIM-Karte um. Dies klappt auch echt problemlos. Der nette Mann vom Vodafone-Shop testet die alte Karte, diagnostiziert einen Fehler, hat keine Idee wie er ihn beheben kann und bucht uns kurzer Hand unser Guthaben, Tel. Nummer und noch 10 € extra ( keine Ahnung warum ) auf eine neue Karte. Die tut’s dann auch tatsächlich. Danke schön!
Wir fahren weiter zum Loop Head. Dort soll es laut Reiseführer „Mit dem Wohnmobil nach Irland“ einen tollen Stellplatz beim Leuchtturm geben.

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Leuchtturm am Loop Head

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Der Stellplatz und die Küste sind wirklich toll. Wir besichtigen den Leuchtturm und laufen noch ein bisschen an der Küste entlang.

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Gegen Abend leert sich der Parkplatz, etwas später gesellen sich noch zwei weitere Wohnmobile zu uns. Und dann wird es still und man hört nur noch das Rauschen des Meeres.

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Der neue Tag begrüßt uns mit sonnigem Wetter. Wir hören auf den Ausflugstipp der Leuchtturmwärterin und fahren das kurze Stück bis zu den Bridges of Ross.

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Die Küste hier ist absolut sehenswert, wilde Felsformationen und eine wunderschöne Landschaft. Auch hier hätte man sich gut für die Nacht hinstellen können. Beim nächsten Irland Besuch vielleicht …
Über Lahinch, wo wir unsere Vorräte auffüllen, fahren wir weiter zu den Cliffs of Moher. Leider hat es zwischenzeitlich angefangen zu regnen, passt aber irgendwie zu dem, was uns dort erwartet.
Als wir vor 20 Jahren hier an den Cliffs of Moher waren, konnte man sein Auto kostenlos auf einer Wiese abstellen und ist über einen Trampelpfad zu den Cliffs gelaufen. Man konnte sich auf den Bauch legen und über den Klippenrand schauen und kein Zaun, keine Mauer behinderte die Aussicht.
Das hat sich nun vollkommen geändert! Auf dem Großparkplatz werden die Besuchermassen, wie an einer italienischen Mautstation in 5er Reihen abgefertigt. Im riesigen in den Berg gebauten Besucherzentrum, mit Läden, Cafe, Museum usw. werden den Massen von Besuchern Landschaft und Geologie erklärt und versucht, ihnen neben dem Eintrittsgeld nun noch möglichst viel Geld aus den Taschen zu ziehen. Die Cliffs sind mit einem asphaltierten Wanderweg versehen und eine Mauer schützt die Klippen vor übermütigen Besuchern. Echt der Horror.

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Besucherzentrum

Nach diesem Schock fahren wir weiter ins nahe Doolin auf den CP. Zufällig treffen wir das Ehepaar aus Einbeck wieder und begeben uns dann auch sofort in den nächsten Pub… Doolin gilt als Hochburg der irischen Musikszene. Jeden Abend gibt es in mindestens einem der Pubs Music Sessions. Es wird also noch mal spät.

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Die Gegend, in der wir uns nun befinden, nennt sich Burren und ist eine grandiose Karstlandschaft. Hier bedecken riesige Kalkplatten den Boden. Die Landschaft hat sich vollkommen geändert, hier gibt es keine grüne Wiesen mehr sondern nur noch Steine, Steine, Steine. Auch wenn man sie auf den ersten Blick kaum sieht, gibt es in den unzähligen Rissen und Spalten eine unglaubliche Vielzahl an Blumen und Pflänzchen. Landschaft und Vegetation sind wirklich einzigartig. Wir fahren die Küstenstraße nach Fanore bis zum Black Head und genießen die Landschaft. Leider wird das Wetter immer schlechter und es fängt an zu regnen.

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super Straßen

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alte Kirche im Burren

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Steine, Steine, Steine soweit das Auge reicht

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das Wetter wird wieder schlechter...

Wir machen kurz Halt am Poulnabrone Dolmen, dem wohl berühmtesten irischen "Steintisch".

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Auf den Bildern in den Reiseführern sieht das Bauwerk immer recht groß aus. Wenn man dann davor steht, kommt es einem doch recht klein vor. Das Wetter ist heute auf jeden Fall suboptimal und wir fahren wieder zurück nach Doolin auf den CP. Da es noch recht früh ist, laufen wir in Doolin zum Hafen, von dem die Boote zu den Cliffs of Moher und den Aran Islands ablegen. Am Hafen wird überall vor dem Schwimmen gewarnt, weil es hier wohl Delphine gibt, die mit den Schwimmern auch schon mal ein wenig ruppig umgehen.

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Und tatsächlich - am Pier lassen sich die neugierigen Tiere streicheln und natürlich gehen eine Menge Leute ins Wasser, denn wo kann man sonst schon hier in Nordeuropa mit Delphinen schwimmen.

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Über Sinn oder Unsinn dieser Delphin Bespaßung kann man streiten, für Kinder ist es allerdings der Hit. Vom Hafen aus hat man einen tollen Blick auf die Cliffs, von unten sehen sie noch gewaltiger aus. Für den nächsten Tag haben wir uns eine Wanderung durch den Burren Nationalpark ausgesucht und zu unserer Freude ist das Wetter auch richtig gut.

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Die Tour führt auf den 200 m hohen Mullaghmore und ist 6 km lang. Der Weg ist vorbildlich markiert und nicht wirklich anstrengend. Zunächst geht es ebenerdig an einem See entlang zum Fuß des Mullaghmore.

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Anschließend geht es kurz steil bergauf. Nach einer kurzen Kraxeleinlage gelangen wir auf den Gipfel, von dem aus man einen phantastischen Ausblick auf das umliegende Karstgebiet hat.

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Vom Gipfel geht in einem großen Bogen durch diese erstaunliche Landschaft zurück zum Auto.

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Nach drei Stunden sind wir wieder beim Auto und fahren in die Nähe von Roundstone auf einen CP. Den Stellplatz in Roundstone, der im Reiseführer “Mit dem Wohnmobil nach Irland“ erwähnt wird, gibt es leider nicht mehr. Ein großes Schild verbietet eine Nächtigung jeglicher Art. Der CP liegt dafür direkt am Wasser, was ja auch Vorteile hat.

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CP in Roundstone

Eigentlich wollten wir hier bei den Twelve Bens, einer wilden Berggruppe, wandern. Aber leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Am nächsten Morgen schüttet es wie aus Kübeln und wir beschließen das nahe Clifden zu besuchen.

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Clifden ist ein nettes Städtchen, wir gehen lecker Kaffee trinken und kaufen tüchtig bei Feinkost Albrecht ein. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist ziemlich schlecht und so entscheiden wir uns nach Nordirland zu fahren, dort soll es klimatisch ein wenig besser sein. Vor 20 Jahren haben wir aus bekannten Gründen auf einen Besuch verzichtet, obwohl es wahrscheinlich ungefährlich gewesen wäre. Aber heute ist es ja zum Glück problemlos möglich.
Um 18 Uhr kommen wir nach einer elendig langen Fahrt in Bushmills auf dem CP an. Der Campingplatz hat seine Sterne verdient, es gibt ein umgebaute Scheune als Spielraum für Kinder mit Tischtennisplatte, Billard, Fernseher usw.. Die Duschen sind sauber und auch sonst sieht der Platz sehr gepflegt aus.
Nach einer ruhigen Nacht besuchen wir am nächsten Morgen das Touristen-Highlight von Nordirland, den Giant’s Causeway. Auch hier wurde ein riesiges Besucherzentrum, mit viel Glas und Beton errichtet. Allerdings fügt es sich wenigstens gut in die Landschaft ein. Nachdem wir artig unseren Eintritt gezahlt haben gehen wir den einen Kilometer zum Meer runter, wo sich der Causeway befindet. Für Geh-Faule gibt es für 1€ einen Bus Shuttle Service.

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Besucherzentrum

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Sieht schon recht interessant aus, diese fünf –und sechseckigen Basaltstehlen. Aber auch hier kann ich mir den Vergleich mit Schottland nicht verkneifen: die Insel Staffa in der Nähe der Isle of Mull finde ich schöner. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

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Giant’s Causeway

Gegen Mittag wird es unangenehm voll und wir treten den Rückzug an. Leider wird das Wetter wieder schlechter.

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Wir fahren etwas die wirklich schöne Küstenstraße entlang, bestaunen die Dark Hedges und sind am frühen Abend wieder in Bushmills, um der Distillery einen Besuch abzustatten.

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und natürlich auch mal mit dem Womo

Abends gehen wir dann noch die paar Meter vom CP in das Städtchen hinein. So langsam beschleicht uns das Gefühl, dass der Konflikt zwischen Nordirland und der Republik Irland noch nicht so ganz vom Tisch ist. Die Straßen zeugen eindeutig davon, wem hier die Sympathien gehören.

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Wenn man so durch Bushmills fährt, denkt man: „Och, was für ein nettes Dörfchen, so mit seinen Geschäften usw. „ Schaut man allerdings genau hin, sieht man, dass die Hälfte der Häuser leer steht und viele Geschäfte nur „aufgemalt“ sind.

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Wir verlassen Bushmills am nächsten Morgen bei schlechtem Wetter in Richtung (London)Derry . In Derry findet das jährliche Fleadh Festival statt und aus diesem Grund hat die Stadt einen extra Stellplatz eingerichtet. Den nehmen wir natürlich dankend an, da er nahe am Zentrum liegt.

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SP in Derry

Die Stadt ist brechend voll, in den Straßen wird überall Musik gemacht. Die Stimmung ist trotz Fieselregen prima. Allerdings kommen auf jeden Besucher gefühlte fünf Security-Menschen. Besonders die Polizei sieht aus, als wolle sie in den Kampf ziehen. Das dämpft zumindest bei uns etwas die gute Laune, für die Nord-Iren scheint das allerdings normal zu sein und es wird tüchtig gefeiert.

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hier darf man trinken

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typisch englisch

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Der Grund für dieses hohe Security-Aufkommen wird schnell klar, wenn man durch die Stadt geht. Der Hass bzw. der Unmut der beiden Gruppen aufeinander ist überall zu sehen und zu fühlen. Das Festival und die Pubs mit ihren Bands sind schon ziemlich gut. Am Abend aber merken wir, dass wir in „England“ sind. Um acht Uhr werden wir freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, doch nun wegen Paula das Pub zu verlassen. In der Republik Irland undenkbar.

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die eine Seite

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und die andere Seite

Bei schönem Wetter verlassen wir am nächsten Morgen den Stellplatz in Derry und fahren wieder zurück in die Republik Irland. Wir machen einen Stopp in Letterkenny und landen am frühen Nachmittag am Fanad Head.

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Hier bleiben wir für die Nacht. Wir gehen an der malerischen Küste entlang und Paula probiert aus, wie lange sie es auf einem Felsen aushält bis die steigende Flut mit einer großen Welle sie erwischt. Pitschnass bis zur Brust taucht sie eine dreiviertel Stunde später zitternd beim Womo auf.

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Nach der Trockenlegung wollen wir den nahen Leuchtturm erkunden. Wir trauen uns aber nicht über den Zaun zu klettern, da überall Verbotsschilder stehen und vor Videoüberwachung gewarnt wird. Nach und nach kommen Autos mit Eingeborenen an, die wie selbstverständlich alle über den Zaun hüpfen und zum Leuchtturm marschieren. Beim nächsten Auto fragen wir nach und ernten nur Gelächter. Um die Verbotsschilder müsse man sich nun wirklich nicht kümmern, man wolle ja schließlich Angeln. Wir wollen zwar nicht Angeln, hüpfen dann aber auch über den Zaun und erkunden den Leuchtturm.

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Wir werden wieder vom Regen und starkem Wind geweckt, es bleibt also wieder mal Zeit für ein gemütliches Frühstück mit Seeblick. Danach fahren wir gemütlich nach Dunfanaghy zum Kaffee trinken. Schon am Vortag ist mir die markante Pyramide des Errigal Mountain aufgefallen.

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In manchen Wanderführern wird er als schönster Berg Irlands gelobt. Egal ob schönster Berg oder nicht, ich mach mich im strömenden Regen zum Gipfel auf, in der Hoffnung, dass das Wetter oben besser wird. Wird es aber nicht! Und wie so oft sitze nach zwei Stunden oben auf dem Gipfel, lasse mir den Regen vom aufdrehenden Wind ins Gesicht blasen und genieße KEINE Aussicht.

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Nach weiteren zwei Stunden bin ich wieder beim Auto und kann endlich Fotos vom nun natürlich freien Gipfel machen. War ja irgendwie klar!

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Wir fahren die Küste entlang, besichtigen auf der Strecke zwischen Dunglow und Glenties ein paar alte Gräber und landen am Abend am Rosses Point nahe Sligo auf einem CP.
Wenn man in Sligo ist, fällt einem sofort der Tafelberg Ben Bulben auf.

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Und wenn man schon mal in der Nähe ist, das Wetter sich von seiner schönsten Seite zeigt und man den Bergfrust vom Vortag verdrängen möchte, dann muss man einfach rauf auf den Ben Bulben. Der Berg ist mit seinen 527m nicht gerade sehr hoch, aber seine Silhouette ist echt sehenswert. Bei schönstem Wetter stehe ich nach 90 Minuten auf dem Gipfel bzw. Gipfelplateau. Irgendwie habe ich beim Aufstieg den richtigen Pfad verloren und so musste ich mir meinen Weg selber suchen, was manchmal wegen den ganzen Trampelpfaden von den Schafen recht mühselig ist. Vom Gipfel hat man jedenfalls einen super Blick auf die Landschaft und man sieht, wie zersiedelt das ganze Land ist. Eigentlich schade, das nimmt der Landschaft doch jede Menge an Schönheit.

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Ich beeile mich wieder vom Gipfel runter zukommen, was gar nicht so einfach ist, da ich auch beim Abstieg keinen vernünftigen Pfad finde. Ich halte mich schließlich an einen Bachlauf, der vom Gipfelplateau durch eine Rinne nach unten zieht. Das ist zwar mühselig, führt aber zum Ziel.
Wieder beim Auto nutzen wir das schöne Wetter und machen einen kurzen Abstecher ins Gleniff, einem wirklich tollen Tal mit einer grandiosen Bergwelt. Sehr einsam und wirklich sehr schön!

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Die Iren sind ja bekannt für ihren Katholizismus und so fahren wir nach diesem kurzen Ausflug in die Einsamkeit zu Irlands berühmtesten Wallfahrtsort nach Knock. Ein echtes Kontrastprogramm!

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Hier soll es 1879 eine Marienerscheinung gegeben haben, die recht schnell offiziell wurde und wenn man sich das Wallfahrtsgelände so anschaut, wohl auch einen mächtigen Hype verursacht hat. In den Geschäften rund um die riesige Kathedrale, die immerhin 10000 Gläubige fasst, kann man religiösen Kitsch in allen Varianten kaufen. Neben Plastikmaschinengewehren für Kinder werden Behälter, für bis zu 20l heiliges Wasser verkauft. Das auf einigen der zum Verkauf stehenden Plastikbehältern „Lourdes“ steht, scheint nicht wirklich zu stören.

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Das Wasser kann man sich dann an einer riesigen Zapfstelle selbst und immerhin kostenlos in die gekauften Behälter füllen.

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Um auch uns spirituell ein wenig zu fordern beschließen wir, Irlands heiligen Berg - den Croagh Patrick - zu besteigen.

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Am frühen Abend erreichen wir einen CP direkt unterhalb des Croagh Patrick. Da es schon spät ist und wir keine Lust auf Kochen haben, marschieren wir noch ins nah gelegene Pub und stärken uns dort mit Fish ’n‘ Chips für den morgigen Aufstieg.

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Früh machen wir uns am nächsten Morgen auf zum Croagh Patrick. Der offizielle Parkplatz hat natürlich eine Höhenbeschränkung und so müssen wir uns einen der wenigen Parkplätze an der Straße suchen. Der Weg ist recht anstrengend und man merkt dem Berg seine zig-tausend Begehungen pro Jahr an. Die Erosion ist schon beeindruckend.

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los geht's

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Noch sind wir fast allein, nur eine Gruppe Spanier kämpft sich ebenfalls den Weg zum Gipfel hoch. Das letzte Wegstück ist echt mies, der obere Teil des Croagh Patrick ist eine einzige Geröllhalde und nicht besonders angenehm zu gehen. Aber dieser Aufstieg soll ja gar keinen Spaß machen, sonst könnte man hier ja auch nicht Wallfahrten. Und das tun trotz Verbot auch heute noch viele Iren barfuß! Nach zweieinhalb Stunden sind wir vor den Spaniern - darauf legt Paula besonderen Wert - auf dem Gipfel.

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Gipfelkapelle

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Der hängt natürlich wieder in einer Wolke. Es ist ziemlich kalt und windig am Gipfel und nach einem kurzen Picknick geht es auch wieder runter. Inzwischen ist richtig Betrieb hier am Berg. Mehrere hundert Leute kämpfen nun sich den Berg hinauf. Viele von ihnen mit dem üblichen unmöglichen Schuhwerk für solche Bergtouren: Kinder in HelloKitty-Turnschuhen, Frauen in Badelatschen oder Pumps, Jungs in Crocs gehen den steinigen Weg zum Gipfel. Und auch Barfuß-Läufer sehen wir.

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Somit wird klar, warum der Croagh Patrick der unfallträchtigsten Berg Irlands ist. Wir kommen jedenfalls gesund wieder den Berg herunter, hatten wir ja auch schon mal anders (siehe Reisebericht Äußere Hebriden 2011) und fahren ins nahgelegene Westport auf den CP. Ach ja: Der Gipfel des Croagh Patrick war natürlich beim Erreichen des Autos wieder absolut wolkenfrei….
Der CP in Westford ist recht teuer, hat aber den Vorteil, dass man zu Fuß in das Städtchen laufen kann. Was wir natürlich auch machen – Paula verklickern wir, dass man sich nach so einem anstrengenden Aufstieg die Beine freilaufen muss - und unseren erfolgreichen Aufstieg mit einem großen Eis belohnen.
Heftiger Regen weckt uns am nächsten Morgen. Da wir Paula versprochen haben auch mal mit ihr reiten zu gehen, suchen wir in der Gegend um Louisburgh einen Reitstall, der Ausflüge mit Pferd anbietet. Die Flyer von diversen Reitställen liegen überall aus, nur wenn man dann mal dort anruft, geht entweder keiner ans Telefon oder man bekommt eine Absage, dass es ausgerechnet heute leider ausfällt.

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Macht eigentlich auch nichts, da es immer noch in Strömen regnet. Wir entscheiden uns einen Abstecher nach Clonmacnoise zu machen, auch wenn es einen Umweg bedeutet. Clonmacnoise mit seinen Hochkreuzen ist schon recht nett, aber den Umweg nicht unbedingt wert. Die Nacht verbringen wir auf einem CP am Lough Ree.

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Das Wetter soll besser werden und so fahren wir am nächsten Morgen wieder in Richtung Küste. Unseren ersten Stopp machen wir in Galway. Hätten wir gewusst, dass Galway über einen so zentrumsnahen Stellplatz an einer Marina verfügt, wir hätten uns den CP am Lough Ree gespart.

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Auch sonst gefällt uns Galway sehr gut, die bunten Häuser und die Musik in den Straßen, genauso wie man sich Irland vorstellt. Wirklich sehr schön.

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Das Wetter wird wieder besser und Paula gibt zu bedenken, dass sie eigentlich nochmal ins Wasser möchte. So fahren wir nochmals nach Roundstone, denn dort gab es ja einen schönen Strand. Und es liegt nahe an den Twelve Bens, deren Besteigung ich immer noch nicht aufgegeben habe.

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Das Schwimmen macht wohl ziemlichen Spaß. Uschi und mir ist das Wasser allerdings zu kalt und so begnügen wir uns mit Zuschauen. Als unser Kind langsam blau anläuft, ist Schluss mit Schwimmen und wir schicken sie unter die Dusche, die auf dem CP wirklich wahren Mengen an warmem Wasser liefern, was recht ungewöhnlich für hiesige CPs ist.

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tolle Küste

Am nächsten Morgen kommen wir per Zufall an einem Reitstall vorbei. Der Reitstall ist ein kleiner Familienbetrieb und sofort ist man bereit, mit uns an den Strand zu reiten. 30 € werden pro Person und Stunde fällig, das ist es allerdings auch wert.

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Nach dem Reiten klart das Wetter zwar auf, aber die Vorhersage macht keine Hoffnung auf stabiles Wetter in den kommenden Tagen. Für die Twelve Bens brauche ich aber einen ganzen Tag stabiles Wetter und so entscheiden wir uns, weiter Richtung Süden zu fahren und die Twelve Bens Wanderung auf den nächsten Irland Besuch zu verschieben. Wir fahren zum Diamond Hill, einem Aussichtsberg, der sich in der Nähe der Twelve Bens befindet. Der Loop-Walk dauert gute zwei Stunden und vom 445m hohen Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Küste und die Kylemore Abbey.

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Diamond Hill

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Wieder am Auto entschließen wir uns nochmal nach Doolin zu fahren. Erstens war der CP recht gut und zweitens ist die Landschaft des Burren einfach unheimlich schön und bisher einfach viel zu kurz gekommen. Unterwegs genießen wir die schöne Aussicht bei Sonnenschein und kommen an einen Castle vorbei, dass uns ein wenig an Eilean Donan Castle – ja richtig, in Schottland natürlich – erinnert.

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Es ist schon erstaunlich wie und wo die Iren überall Mauern gebaut haben. Manche wirken fragil, andere beeindrucken durch ihre stabile Konstruktion.

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Am nächsten Morgen fahren wir nach Fanore und besteigen den gleichnamigen Berg. Der Aufstieg ist recht einfach, man muss nur höllisch aufpassen, nicht in die Spalten zwischen den Platten zu treten. Unterwegs kommt man an einem alten Fort vorbei und gelangt schließlich nach zwei Stunden auf den Gipfel, diesmal sogar mit Aussicht.

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der Gipfel ist leicht zu finden

Um nochmal einen richtigen Berg zu besteigen, mache ich mich am nächsten Tag auf den Weg zum Hungry Hill. Der Aufstieg ist recht steil und unwegsam, zum Glück gibt es aber eine noch schwach sichtbare Wegmarkierung.

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Hungry Hill

Ich bin ganz alleine. Nur einige sehr nervöse Schafe beäugen mich zunächst misstrauisch, um dann doch laut blöckend zu verschwinden.

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Inzwischen habe ich auch die rote Wegmarkierung aus den Augen verloren und so schlage mich querfeldein zum Gipfel durch. Leider hängt der Gipfel wieder in Wolken und die Aussicht ist dementsprechend mäßig. Nur weiter unterhalb hat man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge und meine rote Wegmarkierung finde ich hier auch wieder.

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Nach knapp fünf Stunden bin ich wieder beim Auto und wir fahren zum Mizen Head, dem südwestlichsten Punkt Irlands.

Dort auf dem Parkplatz des Besucherzentrums kann man hervorragend stehen und hat einen tollen Blick auf die Küste.

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Da es noch früh ist und das Besucherzentrum noch geöffnet ist, gehen wir den 1 km zum vorgelagerten Leuchtturm. Über eine schmale Brücke geht es auf den Leuchtturmfelsen.

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Von der Brücke hat man einen unglaublichen Blick auf die Steilküste, die bei dem Abendlicht vollkommen unwirklich erscheint. Total pittoresk, fast wie aus einem Fantasyfilm wirkt die Küste. Irgendwie scheinen Zäune, Verbotsschilder und Mauern in Irland nicht viel zu bedeuten.

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Auch hier kommen abends noch eine Menge Einheimischer, die mit großer Routine über die Mauer des Besucherzentrums hüpfen und zum Leuchtturm marschieren. Machen wir dann natürlich auch. Der Sonnenuntergang ist dann leider aber recht unspektakulär, zu viel Dunst.

Das letzte kulturelle „Muss“ unserer Irlandreise ist der Rock of Cashel. Leider ist das Gemäuer eingerüstet und auch innen wird viel gebaut, trotzdem ganz nett.

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Die Nacht verbringen wir in Kilkenny auf dem CP. Abends spazieren wir gemütlich am Flussufer entlang bis ins Städtchen. Kilkenny lohnt einen Besuch, typisch irisch, eine Menge Kneipen und schöne bunte Häuser.

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Wir gehen in ein paar Pubs, einige mit Live-Musik, essen Fish 'n‘ Chips und trinken ein paar Bier. Unser letzter Tag in Irland ist angebrochen. Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir nach Rosslare Beach. Paula geht noch mal in der Irischen See schwimmen und wir tanken nochmals richtig voll, bevor es ins teure England geht. Wir haben es kaum zu hoffen gewagt, aber mitten im Örtchen direkt hinter der Düne gibt es einen Platz für uns auf dem Parkplatz. Dieser wird abends zum SP und ist gut besucht.

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[img]nicht%20unbedingt%20schön,%20aber%20da%20n ahe%20an%20der%20Fähre%20ziemlich%20praktisch,%20 SP%20in%20Rosslare[/img]

Frühes Aufstehen ist angesagt, denn die Fähre geht um 8:45 Uhr. Ist man ja gar nicht mehr gewohnt im Urlaub. Wir verschieben das Frühstück auf die Überfahrt und sind pünktlich an der Fähre. Vier Stunden später sind wir wieder auf britischem Boden und fahren in Richtung London. Von unterwegs aus rufen wir diverse CPs in London an. Alle zentrumsnahen, die innerhalb der LEZ liegen, sind leider voll und so buchen wir einen Platz auf dem Lee Valley Campsite, der außerhalb der LEZ liegt.
Gegen 18 Uhr erreichen wir dann auch unser Ziel und sind froh die Beine mal ausstrecken zu können. Ist halt doch ein langer Weg von Pembroke nach London. Am nächsten Morgen geht es direkt mit dem ersten Bus rein nach London.
Zuerst geht es durch den St. James Park, wo es recht zutrauliche Eichhörnchen gibt, zum Buckingham Palace. Da die Queen im Urlaub ist, ist dieser im Moment für Besucher offen und so buchen wir eine Besichtigung für 13:30 Uhr.

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Die zwei Stunden bis zum Einlass nutzen wir, um uns die Horse Guard, die Mall und Trafalgar Square anzuschauen.

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der arme Kerl, keine Miene darf er verziehen

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Ein wenig leid tun mir die Soldaten schon. Trauben von Menschen hampeln um sie rum und sie dürfen keine Miene verziehen.
Pünktlich um 13:30 Uhr sind wir am Eingang zum Palast, zahlen unsere 19 Pfund/Erwachsener und dürfen eintreten. Fotografieren ist strengstens verboten und ein armer Italiener, der es trotzdem macht, wird vom freundlichen Personal und Security-Menschen nach draußen (?) begleitet. Ist schon interessant, die State Rooms zu besichtigen und durchaus auch die 19 Pfund wert.
Nach der Besichtigung geht es in den Palast eigenen Shop, wo natürlich die Artikel rund um das "Royal Baby" größtes Interesse finden.

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auch sonst kann man dort für viel Geld jeglichen royalen Kitsch kaufen. Nach dieser Anstrengung fahren wir nach China Town, um dort etwas zu Essen und zu Trinken und für Uschi eine Winke-Katze zu kaufen.

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Essen und Trinken fällt aus, irgendwie finden wir nicht das Passende. Paula kann sich halt nicht mit den im Fenster aufgehängten gebratenen Enten und sonstigen exotisch aussehenden Nahrungsmitteln anfreunden. Wir verlassen China-Town nach einer Weile und stärken uns in The Porcupine, ein schöner alter, traditioneller Pub am Leicester Square. Beim kühlen Blonden entdecken wir, dass Covent Garden sozusagen um die Ecke ist. Nichts wie hin, Paula ist wie erwartet ganz fasziniert von den vielen Straßenkünstlern. Nach zwei Stunden fahren wir ins " Sherlock Holmes", um bei Bier und Fish ‘n' Chips unseren ersten Tag London ausklingen zu lassen. Wir genießen noch das Abendlicht am Big Ben und machen uns dann auf zum einstündigen und etwas nervigen Weg zurück zum CP.

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Der neue Tag startet wie der vorherige mit der Busfahrt nach London. Heute ist das wohl „ übliche“ Touri-Programm angesagt, Wachwechsel bei der Hose Guard, London Eye, Big Ben, Tower Bridge, Tower usw. usw..

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Fensterputzer bei der Arbeit

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Wir bestaunen die „neuen“ Wahrzeichen von London: The Shard, The Gherkin und The Walkie Talkie. Besonders Letzteres macht viel von sich Reden, da es wohl gewisse thermische Störung bezüglich seiner Umwelt aufweist. Wenn man ein Gebäude wie einen Parabolspiegel baut, dann ist halt irgendwo auch der Brennpunkt…

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The Walkie Talkie

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die Gurke

Wir laufen auf jeden Fall viel durch die Stadt. Um unserer Tochter auch mal was Gutes zu tun, geht es zum Abschluss noch zum größten Spielzeuggeschäft Londons, zu Hamleys. Auf sieben Etagen gibt es hier alles zu kaufen, was Kinderherzen höher schlagen lässt. Besonders die Produkte, die vom Personal überall vorgeführt werden, erfreuen sich größter Beliebtheit. Nach dieser neuerlichen Anstrengung gehen wir abends in der Nähe der Carnaby Street noch lecker Essen und sind dann vollkommen geschafft um 22:00 wieder auf dem CP.

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Unser letzter Tag führt uns eigentlich nur noch- wie schon so oft - nach St. Margaret’s at Cliffe, wo wir bei „unserem“ Pub die Nacht auf dem Parkplatz mit Blick auf den Channel verbringen. Natürlich gibt es zum Abschied noch mal Fish ‘n‘ Chips und leckeres britisches Bier.
Die Heimreise über Calais, Brüssel nach Aachen verläuft vollkommen unspektakulär und um 15:00 Uhr heißt es dann: Womo ausräumen.
Irland ist schön und dieses Mal hatten wir trotz einiger verregneter Tage doch Glück mit dem Wetter. Auch wenn uns Schottland viel besser gefällt, es wird wohl nicht wieder 20 Jahre dauern, bis wir noch mal nach Irland fahren – die Twelve Bens warten schließlich noch auf mich.

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