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Irland I

permanenter Linkvon gnarz18 am 13 Sep 2019 16:51:42


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Dieses Jahr steht noch einmal Irland auf dem Plan, speziell Nordirland wollen wir uns diesmal genauer anschauen. Mit unserer Tochter haben wir die Vereinbarung getroffen, dass wer das Buch liest, auch den Film schauen darf. Wobei man auch andersherum Überraschungen erleben kann. Und da Paula alle GOT-Bücher gelesen hat, durfte sie dann natürlich auch die Serie zusammen mit uns anschauen. Somit war das Reiseziel Nordirland als Hauptdrehort für Game of Thrones natürlich gesetzt. Wie meistens bei uns geht es mehr oder weniger pünktlich am Freitag mittags in Aachen los in Richtung Calais. Wie schon bei der letzten Irland Tour starten wir bei unangenehmen 35 Grad. Die Fahrt dauert nicht wirklich lang und wenn man erstmal Brüssel und Gent hinter sich hat, wird es auch vom Verkehr her deutlich ruhiger. Unsere Fähre geht diesmal erst am Samstag früh und so stellen wir uns in Calais auf den SP. Leider liegt dieser nicht mehr so “schön” direkt am Meer wie der alte SP, aber immerhin noch nah genug am Zentrum um dieses in ein paar Minuten fussläufig zu
erreichen.

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Leuchtturm Calais

Die Luft ist nicht nur wegen der Meeresbrise angenehm - es sind auch nur noch 22 Grad! Irgendwie können wir uns nicht entscheiden, ob wir Calais schön finden oder nicht.
Zum einen gibt es dort eine tolle Seebrücke, den Hafen mit seinen großen Fähren, einen schönen Leuchtturm und natürlich den großen Strand. Zum anderen hässliche Betonbauten und ein Zentrum ohne jeden Reiz.

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Da im Moment Kirmes ist, schlendern wir etwas über den überschaubaren Rummel und gehen anschließend in einem der zahlreichen Restaurants etwas essen. Danach gehen wir natürlich noch zur Seebrücke, bei Sonnenuntergang wirkt das ganze dann schon ein wenig kitschig - aber so ist es nun mal.

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Die Zollkontrollen am nächsten Morgen dauern schon nervig lange, ein Vorgeschmack auf den drohenden nahen Brexit. Die Briten haben an einem geschäftigen Samstagmorgen nur zwei Häuschen auf und nachdem wir die endlich passieren dürften, werden wir dann auch nochmal richtig kontrolliert mit Rumstochern in den Betten, öffnen aller Schränke und Blick in den Wassertank und in die Garage. Man sollte also wirklich besser nicht auf den letzten Drücker beim Check-In ankommen! Die Überfahrt ist ruhig und ziemlich ereignislos. In Dover gibt es dann einen gewaltigen LKW Stau. Die LKWs stauen sich mehrere Kilometer auf der A2, wenn man da drin steht und zur Fähre muss... Für uns geht es von Dover dann ohne Stau über London, Cambridge, Birmingham bis nach Chester. Von Chester fahren wir über Convy bis Holyhead, von dort geht dann morgen unsere Fähre nach Dublin. In Convy ist leider die Hauptverbindungsstraße A55 wegen eines Unfalls gesperrt. Wir kreisen durch Convy und Umgebung und finden keinen Weg um die Sperrung herum. Das hat uns nach der langen Fahrerei noch gefehlt. Netterweise werden wir dann von einem walisischen Kleintransporter ins Schlepptau genommen und über einen kleinen Gebirgspass und diverse Schleichwege um die Sperrung herumgeführt. Unser Navi kennt diesen Weg nicht und da der nette Waliser einen eher sportlichen Fahrstil an den Tag legt, muss ich mich ranhalten ihn nicht zu verlieren. Unser Navigator scheint die Situation ähnlich einzuschätzen und wartet artig, wenn ich nicht hinterherkomme oder wegen dem Gegenverkehr auf der einspurigen Straße warten muss. Auf Anglesey wird es verkehrsmäßig dann deutlich ruhiger
und um kurz vor sieben finden wir einen recht restriktiv geführten CP in der Nähe von Holyhead. Zum Glück gibt es direkt neben dem CP einen kleinen Pub, der uns mit Essen und Getränken versorgt. So sparen wir uns nach einem langen Tag on the road das Kochen. Der nächste Tag beginnt früh und nach ein paar Minuten sind wir auch schon in Holyhead am Fährterminal. Das Verladen geht bei der Stena Line recht zügig und auch die Überfahrt gestaltet sich dank kostenlosem Wifi recht kurzweilig.

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wir verlassen Holyhead

Ansonsten ist die Fährüberfahrt recht öde, man hängt in irgendeiner Cafeteria ab, geht mal durch den Shop oder schaut einfach aufs Meer raus. Immerhin gibt es ein paar schöne Leuchttürme zu sehen.

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Je näher wir Dublin kommen, desto besser wird das Wetter und bei der Ankunft scheint dann sogar die Sonne. Der Anleger in Dublin liegt mitten im Hafengelände und es ist etwas mühselig den richtigen Weg zu finden, da viele Straße gesperrt sind und das Navi etwas irritiert ist.

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Dublin Hafen

Wir fahren direkt zum vorgebuchten CP in Dublin und nehmen sofort den ersten Bus in die Stadt. Der CP liegt im Südwesten der Stadt, ist gut besucht und liegt nahe an einer Hauptstraße, was nicht gerade leise ist. Aber so ist das halt bei Stadt-CPs. Nach einer guten dreiviertel Stunde sind wir im Stadtzentrum und schlendern durch das Kneipenviertel Templebar.

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Obwohl es noch relativ früh ist, kommt aus fast jedem der zahlreichen Pubs Live-Musik und die Zuhörer sind schon kräftig am Bier trinken. Es sind ziemlich viele Touristen unterwegs und die Souvenirläden haben gut zu tun.

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Stadthäuser in Dublin

Nachdem wir ausgiebig durch Templebar gelaufen sind, wechseln wir die Flussseite über die Half Penny Bridge. Den Namen hat sie von den Bürgern bekommen, da früher die Benutzer für die Überquerung einen halben Penny zahlen mussten. Wir besuchen das Spire of Dublin, ein 120 Meter hohes Monument aus Edelstahl. Sieht aus wie ein Zahnstocher.

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Spire of Dublin

Den Rest des Tages stöbern wir durch die Geschäfte und wechseln zum Essen wieder nach Templebar. Abends steppt in dem Viertel der Bär und wir haben Mühe einen Platz zu finden. Paula favorisiert ein Burger-Restaurant und so verschieben wir den Besuch des alternativen Fisch-Restaurants auf den morgigen Tag und gehen Burger essen. Der ist dann aber auch wirklich lecker! Da es erneut ein recht langer Tag war, fahren wir nach dem Essen sofort zurück zu CP.
Den nächsten Tag starten wir auch wieder früh und so sind wir um kurz vor neun schon mit einem Pulk anderer CP-Bewohnern an der Bushaltestelle. Da wir heute zuerst der Guinness Brauerei einen Besuch abstatten wollen, fahren wir nicht bis in die Innenstadt.

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Das Areal der Brauerei ist riesig und der Andrang auf das Besucherzentrum gewaltig.

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Guinness Brauerei

Dies spiegelt sich dann auch am Eintrittspreis von 25€/Person wieder. Ich mag diese Visitor Center irgendwie nicht. Wurde man früher noch in Gruppen durch die Anlagen geführt, wird dann irgendwann ein pompöses Visitor Center gebaut, in dem das Produkt oder was auch immer mit einem medialen Quatsch und einem Haufen Personal erklärt bzw. beworben wird. Es ist nicht mehr das Produkt um das es geht, sondern das Visitor Center selber ist die Attraktion.

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So gibt es hier riesige Videoinstallationen, einen voll illuminierten Wasserfall und natürlich einen gewaltigen Shop. Ich finde das ganze ein wenig übertrieben, aber wenn man schon mal hier ist... . Am Ende des Rundgangs, der sich über mehrerer Etagen erstreckt, gelangt man in der 7ten Etage in die vollklimatisierte Sky Bar und kann sich morgens um 10Uhr ein im Eintrittspreis enthaltenes Pint Guinness in den Kopf kippen.

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Blick auf Dublin aus der Sky Bar

Die Aussicht von der Sky Bar ist schon schön, leider darf man (noch) nicht nach draussen. Da das Wetter schön ist, laufen wir von der Brauerei bis zur Innenstadt und gehen im Dubliner Hard Rock Cafe etwas trinken. Mit einer 14-jährigen Tochter werden diese Art der Besuche immer wichtiger. Frisch gestärkt und mit leichterem Geldbeutel geht es weiter zum werbung College (den Namen des College kennt wohl jeder...die Forensoftware hat den Namen leider als unerwünschten Inhalt erkannt :D ), der berühmten Universität Dublins.

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werbung College (den Namen des College kennt wohl jeder...die Forensoftware hat den Namen leider als unerwünschten Inhalt erkannt :D )

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St. Stephan’s Green Shopping Center

Wir schlendern etwas über den Campus, eine nähere Besichtigung, besonders der Bibliothek sparen wir uns.
Bevor wir zum Essen wieder ins Kneipenviertel wechseln, besuchen wir “The Old Bank Bar”.
Dieser Pub in der ehemaligen Haupthalle einer Bank im viktorianischen Stil ist absolut sehenswert.

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“The Old Bank Bar”

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Nach dem Essen schlendern wir noch ein wenig durch die Bars, in denen Livemusik gespielt wird. Also Musik begeistert sind die Iren ja, wobei nicht alle wirklich singen sollten…;-). Gegen 22Uhr sind wir dann wieder zurück auf dem CP. Zwei Tage in so einer quirligen Stadt wie Dublin reichen dann auch.
Wir verlassen am nächsten Morgen Dublin zeitig über die Autobahn in Richtung Norden. Nachdem wir den Großraum von Dublin verlassen haben, wechseln wir von der Autobahn auf die Landstraße und fahren an der Küste entlang Richtung Nordirland. Die Landschaft ist nicht besonders attraktiv, Felder und Weiden und alles ziemlich flach. So wechseln wir wieder zurück auf die Autobahn, nur um sie kurz danach für einen Abstecher nach Monasterboice wieder zu verlassen. Wir besichtigen den alten Friedhof mit typischen irischen Kreuzen und Rundturm.

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Monasterboice

Danach geht es weiter zur Fähre nach Greenore. Die kleine Fähre bringt uns über den Carlingford nach Nordirland. Während wir auf die Fähre warten, buchen wir schnell noch online die Überfahrt, das spart uns ein paar Euro. Die Überfahrt dauert nicht wirklich lange und es wird gebirgiger. Wir wählen eine Strecke durch die Mourne Mountains. Dieser Gebirgszug beherbergt auch den Slieve Donard, seines Zeichen höchster Berg Nordirlands. Die Straßen sind eng und die Landschaft erinnert ein wenig an Schottland. Auf der Passstraße am Spelga Damm vorbei quert man die bekannte Mourne Wall. Diese 35km lange Trockensteinmauer wurde von 1904-1922 errichtet, um das Vieh von den als Trinkwasserreservoir für Belfast dienenden Stauseen fernzuhalten. Was muss das für eine Schinderei gewesen sein, diese großen Steinquader in diesem Gelände auf zu schichten!

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Mourne Wall

In Newcastle, einem kleinen Ort am Fuße des Slieve Donard, machen wir Halt und suchen uns etwas außerhalb einen CP. Der CP liegt im Tollymore Forest Park und kostet 15 Pfund. Wir richten uns schnell ein, holen dann sofort die Räder vom Auto und fahren ins nahe Newcastle.

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Newcastle mit Slieve Donard

Wie schon erwähnt steht Game of Thrones bei Paula im Moment hoch im Kurs und einer der Drehorte liegt hier in der Nähe. 2016 gab es in Nordirland einen mächtigen Sturm und ein paar Bäume der Dark Hedges, ebenfalls Drehort von GOT, sind leider umgekippt.

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GOT Tür

Aus dem Holz dieser Bäume wurden 10 Türen mit GOT-Motiven gefertigt, die im ganzen Land an lokale Pubs nahe der Drehorte verteilt wurden. Und einer dieser Pubs befindet sich mit dem “Percy French” hier in Newcastle. Man bekommt einen Pass und dieser wird im jeweiligen Pub abgestempelt - die schlauen Leute der Touri-Behörde wissen halt wie man richtige GOT-Fans ködert. Wir also ab nach Newcastle, rein in den Pub ( da gibt es natürlich Schlimmeres :-) ) und pronto die erste Tür abgehakt. Natürlich haben wir in dem Pub etwas gegessen und getrunken, auch wenn genau das wohl das Ziel der ganzen Stempel-Aktion ist. Ansonsten hat Newcastle nicht viel zu bieten, ein paar Geschäfte, ein paar Kneipen und einen großen Strand. Mit dem Fahrrad sind wir recht schnell wieder am CP. Die Zufahrt erfolgt über eine Allee mit absolut sehenswerten Bäumen, selten so toll gewachsene Bäume gesehen.

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Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen den Slieve Donard erklimmen, aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Da wir erst am Anfang unseres Urlaubs sind, verschieben wir unsere Expedition auf den höchsten Berg Nordirlands auf später. So heißt unser erstes Ziel für den Tag Dundrum Castle.

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Das alte Gemäuer liegt etwas oberhalb vom Meer und und bietet eine schöne Aussicht, ansonsten aber nicht besonders spannend. Anschließend geht es zur Inch Abbey, die malerisch am Quoile River liegt. Doch schon auf dem Parkplatz befürchten wir das Schlimmste. Neben einem Reisebus mit großen GOT- Aufklebern steht noch ein VW-Bus, der sofort erahnen läßt, was die Besitzer antreibt.

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Die Abbey diente auch als Drehort und eine Menge erwachsener Menschen, viele von ihnen in GOT-Kostümen (uns wäre das viel zu warm) hüpfen in der Abbey herum.
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Nachdem die Truppe ihre Spielchen mit Schwert und Schild beendet haben, hält der Reiseleiter ein Tablet in die Höhe und zeigt die passende Szene zum Drehort. Ein nicht zu überhörendes Raunen geht durch die anwesende Menge - das Ganze ist schon sehr lustig anzuschauen. Die Abbey ist sehenswert, auch wenn sie keinen Vergleich mit den schottischen Abteien der Borders standhalten würde.

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Inch Abbey

Nach ein paar Minuten Fahrt erreicht man den nächsten Drehort am Quoile River. Ein Schild erklärt den Drehort und die passende Filmszene. An diesem Steg wurde die Leiche von Ich-Weiß-den-Namen-echt-nicht-mehr auf ein Boot gelegt und angezündet. Wir sind alleine hier und genießen den netten Ausblick.

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Auf den nächsten Drehort sind wir dann aber alle gespannt. Es handelt sich um Winterfell, die Burg der Starks. Das muss doch einfach spannend sein...hoffen wir zumindest.
Bei Winterfell handelt es sich um ein Nebengebäude des Castle Ward, welches vom National Trust betreut wird. Castle Ward ist eigentlich mehr ein großes Herrenhaus mit einigen Ländereien nett am Wasser gelegen.

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Winterfell

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Winterfell ist tatsächlich eine einzige Enttäuschung und auf keinen Fall den recht hohen Eintrittspreis wert. Nur mit Mühe kann man sich Winterfell vorstellen. Zudem glaube ich, dass man auch über den nahen Wanderweg legal nach Winterfell kommt, aber das wird natürlich vom National Trust so nicht kommuniziert. In dem Gebiet um Winterfell wurden diverse Szenen gedreht und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass sich im Nahen Ort die nächste GOT-Tür befindet.

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aus der Ferne sieht es ja ganz nett aus...

Nachdem wir fast drei Stunden in dem Gebiet rumgeirrt sind, fahren wir dann endlich zu dem Pub nach Strangford, um uns den Stempel für die Tür abzuholen. Um den nächsten Stempel zu bekommen und um ein wenig weiter nach Norden zu kommen, muss man nur mit einer kleinen Fähre von Strangford über den gleichnamigen Meeresarm fahren. In Portaferry wartet dann im Fiddler’s Green die nächste Tür auf uns.

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Silverbay Caravan Park

Da es auf den Abend zugeht buchen wir uns für die Nacht auf dem Silverbay Caravan Park ein. Außer uns steht nur noch ein irisches Womo auf dem Platz und der Womo-Besitzer oszilliert Kontakt suchend über die Wiese. Nach einer guten viertel Stunde hat er uns dann erreicht...er ist Engländer, wohnt in der Nähe von Belfast und war bei der Küstenwache stationiert. Er empfiehlt uns für den weiteren Irland Aufenthalt die App “Motorhome Parking Ireland”, die ich mir natürlich sofort über das kostenlosen CP-WLAN runterlade. Die App ist schon ziemlich gut und wir haben sie reichlich genutzt. Neben den CPs werden einige hundert freie SP mit Bewertungen aufgelistet. Zudem werden Pubs angezeigt, die Wohnmobilfahrer aufnehmen und, was besonders gut ist, es werden V+E -Einheiten angezeigt. Wir wußten gar nicht, dass es diese in Irland gibt. Die App bietet zudem ein direktes Interface zu den wichtigsten Navi-Apps wie z.B. Sygic, GM, OSMand usw.. Ein wirklich guter Tipp von dem freundlichen Rentner. Nach dem Duschen gehen wir dann kurz in den Pub, der zu dem angrenzendem Golfplatz gehört. Eigentlich wollte Paula mit uns Kniffel spielen, aber die Tische kleben dermaßen, dass die Würfel immer in dubiosen Stellungen liegen bleiben.

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Bei schönsten Sonnenschein geht es am nächsten Tag Richtung Belfast. In größeren Städten gehen wir am liebsten auf CPs, da dort der Anschluss an die ÖVM meistens gut ist. Leider gibt es nicht so viele CPs in Belfast und so quartieren wir uns auf dem kleinen und recht lauten CP in Loughshore ein. Wir schließen das Auto an den Strom an und nehmen sofort den ersten Bus ins Zentrum.

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“PREPARED FOR PEACE...READY FOR WAR” Aha, daher pfeift also der Wind

Wir haben Glück und steigen direkt neben der Touri-Info aus dem Bus.

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Wir holen uns Stadtpläne und erfahren, dass wir viel zu viel für die Bustageskarte gezahlt haben, genau das was man hören will… für morgen sind wir aber besser informiert. Unser erstes Ziel: Titanic-Museum Belfast.

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Ist ja klar, Paula hat die Schnulze “Titanic” mit Leonardo DiCaprio gesehen und damit führt kein Weg am Museumsbesuch vorbei. Die hyper-modernen, toll klimatisierten Hybridbusse bringen uns dann auch flott zum Museum. Interessanter Bau! Wir kaufen unsere Tickets und bekommen einen Timeslot zugewiesen. Wir laufen etwas über das riesige Gelände, welches sich direkt neben der berühmten H&W Werft befindet.

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Ein paar Tage später hören wir im Radio, dass die Werft nun endgültig dicht macht. Somit werden die markanten gelben Kräne als eines der Wahrzeichen Belfasts wohl bald auch verschwinden. Direkt neben der Werft entdeckt Paula die offizielle GOT-Wanderausstellung von HBO. Mit dem Ticket aus dem Titanic Museum gibt es einen kleinen Rabatt und somit ist der erste Programmpunkt für den nächsten Tag auch schon gesetzt.

Die Titanic-Ausstellung ist schon interessant gemacht, wirklich Neues erfährt man allerdings nicht. Auf dem Platz hinter dem Museum ist die Titanic in ihren Originalmaßen auf dem Boden zu sehen. Zur damaligen Zeit sicher ein imponierendes Schiff. Nach einer guten Stunde sind wir durch und fahren mit den modernen Glidern zurück in die Stadt. Wie Dublin ist auch Belfast gut besucht und auch hier gibt es jede Menge Kneipen und Restaurants. Wir schlendern durch die Einkaufsstraßen und finden unser Abendessen schließlich im “Blinkers” in der Bridge Street. Urtypisch, überhaupt nicht schick aber sehr kultig und gutes Preis-Leistungsverhältnis. Danach geht’s mit dem Bus zurück zum CP..
Da der CP nur für eine Nacht Platz für uns hatte (vorbuchen wäre sinnvoll gewesen…) stellen wir unser Auto am nächsten Morgen auf den kostenlosen und videoüberwachten P&R Parkplatz direkt vor dem CP. Unser erstes Ziel ist die GOT-Ausstellung.

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Das große Zelt, welches die Ausstellung beherbergt liegt, direkt neben den Filmstudio und man sieht den gewaltigen Green-Screen und die gewaltigen Kulissen von Königsmund und Winterfell. In der Ausstellung gibt es Kostüme und diverse andere Requisiten von GOT zu sehen. Schon beeindruckend mit wieviel Liebe zum Detail die Kostüme gefertigt worden sind. Im natürlich nicht fehlendem Shop kann man dann vom mehrere hundert Euro teuren Schmuck bis zu Bleistiften für ein paar Pfund alles kaufen was das GOT-Fan-Herz erfreut. Der Glider bringt uns zurück in die Stadt und weiter zur Peace Line, die bekannte innerstädtische Grenze, die die Wohngebiete der Unionisten von denen der katholischen Nationalisten trennt.

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Peace Line

Wie in Berlin gibt es hier eine sehr aktive Graffiti Kunstszene und die gesamte Mauer ist mit z.T. auch aktuellen Motiven besprüht. Hauptthema ist natürlich der Konflikt zwischen Unionisten und Nationalisten.

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BoJo

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Die Wohngebiete der Unionisten sehen schon ziemlich übel und trostlos aus, viele Häuser stehen leer oder haben seit Jahren keinen Tropfen Farbe mehr gesehen.
Überall sieht man Kreuze oder Gedenktafeln, an den Stellen an denen jemand durch den Terror ums Leben kam.

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Wir laufen ein gutes Stück an der Peace-Line entlang und gelangen in ein Viertel der Unionisten. Hier hängt an jedem Haus die englische Flagge bzw. der Union Jack, überall Parolen, dass man nicht nachgeben wird usw. usw. Irgendwie klar, dass dies die andere Seite provoziert, die es natürlich genauso macht.

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Zurück in der Innenstadt laufen wir noch etwas durch die Geschäfte. Außerdem gibt es hier in Belfast natürlich auch noch eine GOT-Tür, leider hat der Pub am heutigen Abend eine private Veranstaltung und nur mit ein wenig Betteln von Paula lässt uns die Security hinein. Am späten Nachmittag fahren wir wieder zurück zum Auto.

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auch eine Art Fenster zu putzen

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Paula hat Glück und bekommt den Stempel

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das berühmte "THE CROWN"

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es gibt viel Graffiti in den Strassen von Belfast

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Jetzt haben wir erst mal genug vom städtischen Trubel.
Immer an der Küste entlang geht es weiter bis nach Ballygarry, wo wir eine weitere Tür abhaken können. Der Verwendungszweck der Türen ist ganz unterschiedlich, mal ist es eine Eingangstür mal die Tür zu den Toiletten.
Die A2 Richtung Norden ist eine absolut tolle Küstenstraße mit grandiosen Aussichten auf die Küste. Man kommt durch kleine Orte und es gibt genügend Parkplätze, um auch mal anzuhalten. Unsere neue App schlägt einen Stellplatz in Glenarm vor, den wir dann auch anfahren. Der Platz bietet keine V/E und liegt direkt an einem kleinen Fluss nahe der Marina. Wir finden noch einen Platz in der ersten Reihe und gehen etwas ins spazieren.

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SP in Glenarm

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Am nächsten Morgen geht es zeitig weiter, wir verlassen den gut besuchten Platz und halten sofort ein paar Kilometer später in dem kleinen Ort Carnlough an.
In dem kleinen Ort ist irgendein Festival und es schwierig einen Parkplatz zu finden. Aber etwas außerhalb werden wir fündig und laufen die paar Meter zurück ins Dorf. Das Dorf hat einen sehr schönen kleinen Hafen, der bei auch bei GOT als Hafen von Pike zu sehen ist.

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Carnlough

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Hauptattraktion des Hafens ist aber eine Steintreppe auf der die jüngste Stark-Tochter nach einer Verfolgungsjagd aus dem Wasser gekrochen kommt. Ein Schild informiert über die Filmszene und die meisten Besuchen legen sich auf die Treppe, um die Szene nachzuspielen und ein dementsprechendes Foto zu bekommen. Zum Glück findet unsere Tochter sowas peinlich und sie bleibt bei den Fotos der Treppe fern.

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Die Küste ist absolut sehenswert, aber leider ist das Wetter nicht gerade berauschend. Die Wolken hängen ziemlich tief über dem Wasser und es geht keinerlei Wind. Die See ist ruhig, sodass die Standup Paddler ideale Bedingungen haben.

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