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Irland II

permanenter Linkvon gnarz18 am 13 Sep 2019 18:48:00


Antrim, das County in dem wir uns gerade befinden, ist neben seiner sehenswerten Küste auch für seine 9 Glens bekannt. Da auch unser Reiseführer die Schönheit der Glens in den höchsten Tönen lobt, fahren wir ins Tal des Pfluges, dem Glenariff. Die Strasse ist gut zu fahren und führt immer am Hang entlang durch das Tal. Leider ist das Wetter nicht so prickelnd, die Wolken hängen wie erwähnt ziemlich tief und so bleibt das erhoffte Aha-Erlebnis ein wenig aus. Wieder zurück auf der Küstenstraße fahren wir gemütlich bis nach Ballycastle. Von hier aus wollen wir am nächsten Tag die Fähre nach Rathlin Island nehmen. Unsere App schlägt den Parkplatz des Fährterminals als Übernachtungsplatz vor, aber eine dort stehende englische Womo-Besatzung meint, es wäre nachts furchtbar laut gewesen und der Platz wäre nicht zu empfehlen. Wir buchen also noch schnell kurz vor Schalterschluss die Fähre für den nächsten Tag und fahren zum nahe gelegen CP. Der CP liegt ruhig direkt am Wasser und nachdem wir uns eingerichtet haben, schnallen wir die Räder los und fahren die paar Kilometer nach Ballycastle.

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CP in Ballycastle

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Bonamargy Friary

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Der Ort ist ein typischer Touri-Ort, mit einem großen Strand, ein paar Pubs und jeder Menge anderer “Fressbuden”.
Am nächsten Morgen geht es dann nach Rathlin Island. Die kleine Insel misst ca. 7km von West nach Ost und liegt nur 25km von Schottland entfernt. Die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Man hat einen tollen Blick auf die Steilküste von Antrim.

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Es herrscht ziemlicher Nebel und man kann nur den Sockel der Insel erkennen. Unser erstes Ziel auf Rathlin ist das 7km entfernte West Lighthouse. Die einspurige Straße ist nicht besonders Radfahrer-freundlich, z.T. ist sie mächtig steil und nicht unbedingt gut in Schuss. Außerdem nerven die zwei Busse, die die Touris vom Fähranleger zum Leuchtturm bringen. Die beiden Fahrer sehen die Straße mehr als ihren Privatbesitz als eine öffentliche Straße an.

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Nach einer guten Stunde, wir haben oft angehalten, erreichen wir das Lighthouse. Das Leuchtfeuer liegt spektakulär an der Steilküste und man hat einen phantastischen Blick auf und in die Klippen.

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Es gibt Papageientaucher, Basstölpel und Dreizehenmöwe zu beobachten. Natürlich kann man hier auch Wale und Delphine sehen, behauptet zumindest die Infotafel - wir sehen wie immer keine. Nach einer guten Stunde fahren wir wieder zurück und biegen kurz vor dem Ort nach links ab zum East Lighthouse. Auch dieser Leuchtturm steht auf einer Klippe, aber nicht so spektakulär wie das West Lighthouse. Das Wetter wird schlechter, es fängt an zu tröpfeln und wir beeilen uns in den kleinen Hauptort zu kommen.

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East Lighthouse

Wir kaufen ein paar Postkarten und verbringen die Zeit bis zu unserer Rückfahrt im örtlichen Pub. Zurück geht es mit der Express-Fähre.

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South Lighthouse

Wir sehen sogar Delphine und nach gut 20 Minuten sind wir zurück in Ballycastle. Auf großartig Fahren haben wir alle keine Lust mehr und so stellen wir uns für die Nacht auf den Parkplatz am Kinbane Castle.

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Da der Parkplatz absolut ruhig liegt und über öffentliche Toiletten verfügt, gesellen sich am Abend noch ein T5 California aus Spanien und ein BMW i3 für die Nacht dazu. Zu Zweit in einem i3 zu schlafen ist schon ein ziemliches Geraffel, aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden.

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Wir laufen abends noch zum Kinbane Castle. Sehr, sehr schön - das alte Gemäuer liegt auf einer kleinen Landzunge eingerahmt von einer Steilküste.
Die Nacht war ruhig. Aber mit einer lautlosen Invasion haben Nacktschnecken unser Auto erobert, gut 30 Tieren schleimen über unseren Aufbau. Auch im Bad finden wir ein kleineres Exemplar. Nachdem wir die Schnecken so gut es geht entfernt haben, fahren wir zu den Dark Hedges. Auch hier gibt es eine Tür von GOT. Seit unserem letzten Irland Besuch vor 6 Jahren hat sich hier viel getan - leider.
Es gibt weniger Bäume, die Straße ist für den normalen Verkehr gesperrt, ein Bezahlparkplatz wurde eingerichtet (mit 2 Pfund aber durchaus günstig) und es ist die Hölle los. Nicht wirklich schön das Ganze! Wir laufen die Allee einmal hoch und wieder runter, gehen ins nahe gelegene Hotel um unseren Türstempel abzuholen und verschwinden schnell wieder. Ich glaube, wenn man die Straße für sich haben will, muss man sehr früh morgens oder abends spät dort aufschlagen, sonst hat man keine Chance die tollen Bäume mal ohne Menschen zu sehen.

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Nach dieser herben Enttäuschung fahren wir über Bushmills nach Portrush. Dort soll es einen SP mit V/E-Einheit geben, die wir dringend benötigen. Der SP in Portrush liegt ziemlich unattraktiv neben einem großen PKW-Parkplatz, ist aber relativ gut besucht und bietet wie von unserer App versprochen eine V/E-Einheit. Vom Stadtzentrum ist er nur ein paar Minuten entfernt. Wir entsorgen, tanken Frischwasser (geht mit einheitlichen Tokens, die man z.B. in Portrush an einer Tankstelle erwerben kann; am besten kleinen Vorrat anlegen, da die Verkaufsstelle leider nicht so einfach zu finden sind), ziehen uns ein Parkticket und laufen die paar Meter ins Städtchen. Portrush ist ein Touristenmagnet mit Amusements, Strand, ein paar Geschäften und einer großen Golfanlage.
Viel zu sehen gibt es nicht und so verlassen wir Portrush auch schnell wieder und schauen uns den Dunseverick Harbour und das dazugehörige Castle an.

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Dunseverick Castle

Anschließend geht es noch zum Ballintoy Harbour. Auch dieser Hafen diente als Filmkulisse.

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Die Besichtigung des Dunluce Castle ist eine ziemliche Enttäuschung, da die dazugehörigen Höhlen gesperrt sind.

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Dunluce Castle

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Komischerweise werden unsere Ausweise von Historic Scotland diesmal hier nicht akzeptiert, das haben wir von unserem Aufenthalt vor 6 Jahren noch anders in Erinnerung…Es fängt wieder an zu regnen und da wir noch keinen Platz für die Nacht haben, überlegen wir uns in Bushmills auf den Parkplatz zu den anderen Womos zu stellen.

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Bushmills

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Der P&R Parkplatz ist zwar kostenlos aber er ist uns irgendwie zu unattraktiv und so fahren wir nach dem Abendessen zum Parkplatz vom Giant’s Causeway.
Dort stehen schon einige Womos für die Nacht und es gibt kein Schild, welches das Nächtigen dort verbietet. Abends laufen wir den knappen Kilometer zum Causeway hinunter in der Hoffnung auf einen Sonnenuntergang, aber leider fängt es nur wieder an zu tröpfeln.

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Die Nacht auf dem Parkplatz ist ruhig, einzig das voll illuminierte Visitor Center stört ein wenig.
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Am nächsten Morgen gehe ich vor dem Frühstück noch mal zu den Steinen in der Hoffnung auf einen schönen Sonnenaufgang, aber auch daraus wird leider nichts.

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Der recht hohe Eintrittspreis am Giant’s Causeway ist übrigens lediglich für das Visitor Center vom National Trust. Der Zutritt zum Causeway selbst ist kostenlos, da hier das Right-of-Way gilt. Auch die Parkplätze sind kostenlos, man darf sich nur nicht von den Parkplatzeinweisern des National Trust irritieren lassen. Wir warten bis das architektonisch sehr schön gemachte Visitor-Center seine Türen öffnet, da Paula noch in den Shop möchte...nun muss ich doch mal das Wort Abzocke in den Mund nehmen. Wir dürften nur in den Shop, wenn wir Eintrittstickets kaufen (immerhin kostet ein Ticket 12.50 Pfund). Der Eintritt bzw. Zugang zum Giants’ Causeway ist wie gesagt kostenlos, wir sollen also wirklich 40€ ausgeben nur damit wir in den Shop dürfen, (wo wir dann natürlich noch mal Geld ausgeben sollen), Zugang zum Cafe bekommen und uns eine kleine Ausstellung anschauen dürfen ( ein guter Reiseführer bietet mehr Information ). Einem spanischen Familienvater, der neben uns am Schalter steht, wird auf die Frage ‘ob dies der Zugang zum Giant’s Causway sei?’ gesagt ‘Ja, da hinten durch die Tür würde es zu den Steinen gehen’ Mit keinem Wort wird kommuniziert, dass es draussen auf dem Parkplatz einen kostenlosen Zugang gibt, an dem natürlich auch kein Schild steht. Es ist eigentlich sogar erlaubt, mit dem Auto zu den Steinen zu fahren (wird abends auch von vielen Einheimischen gemacht, die dort dann ihren Hund ausführen). Auch eine Bekannte, die wir später in diesem Urlaub noch treffen werden, hat “Eintritt” gezahlt. Sie ist überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass der Zugang kostenlos sein könnte und gesagt hat man ihr dies natürlich nicht. Ich finde das ist Abzocke!
Wir gehen natürlich nicht in den Shop, soweit kommt es noch, dass wir bezahlen um Geld auszugeben.

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der freie Zugang zu den Steinen, kein Schild, keine Info einfach Nichts

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tolles Gebäude

Wir fahren nach Limavady, wo die nächste GOT-Tür auf uns wartet. Es ist noch früh als wir an dem kleinen Pub aufschlagen und natürlich hat er geschlossen. Die Laune unserer Tochter fällt in den Keller! Ich versuche mit einem Foto des Pubs die Karre aus dem Dreck zu ziehen und so adäquaten Ersatz für den Stempel zu bekommen, aber Paula bleibt stur.

Ein Mann, der an einer Laterne gelehnt neben dem Pub steht, schaut mir interessiert zu und ich denke mir: ”Für was für einen Depp muss mich der Kerl halten, dass ich einen geschlossenen stinknormalen Pub fotografiere”. Er kommt auf mich zu und fragt was ich mache? Ich antworte: Tochter..GOT.. Tür...Pub geschlossen.

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Er sagt: Ja, der Pub hat noch geschlossen, aber er hätte einen Schlüssel! Ich winke meine Frau und meine schmollende Tochter heran und wir folgen dem netten Menschen in den Pub. Uns wird die Tür gezeigt, wir bekommen den Stempel und werden zusätzlich auch noch auf ein Kaltgetränk eingeladen. Und dann fängt der nette Mensch an zu erzählen: Er ist über dem Pub geboren, er ist seit Ewigkeiten in Familienbesitz usw.. Er entschuldigt sich für den Brexit, den er furchtbar findet und erzählt von seiner Jugend in Derry, die nach seinen Worten wirklich “very dangerous” war, sowas möchte er nicht nochmal erleben….Nach einer guten dreiviertel Stunde bedanken wir uns artig und verlassen den Pub Richtung (London)Derry.

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In (London)Derry haben wir ein Parkplatzproblem, der anvisierte und im Reiseführer hoch gepriesene für Womos geeignete Parkplatz ist gesperrt und wir finden nur einen Parkplatz in einer kleineren Straße. Wir entdecken kein Pay&Display, also fragen wir in der nahen Apotheke nach. Die gute Frau erklärt uns, dass man in dieser Straße ohne Parkschein oder -scheibe stehen kann, aber nur für eine Stunde. Und das sollte man auch ernst nehmen, da viele Wardens herumlaufen würden und Kennzeichen und Zeit notieren. Finden sie einen nach Ablauf einer Stunde immer noch vor, wird ein Ticket um die 45Pfund fällig.
Wir eilen also in die Stadt und nach dem kurzen Besuch der Peace Bridge treffen wir auf zwei von diesen Verkehrswardens.

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Peace Bridge

Wir fragen nach, wo man sich denn in Derry mit seinem Womo hinstellen könnte und ernten ratlose Gesichter. Das sei ganz, ganz schwierig bzw. im Augenblick fast unmöglich, meint die nette Politesse, wo wir denn stehen würden? Wissen wir nicht, wir merken uns immer nur den Weg und nie die Straße. Es beginnt eine Diskussion, Uschi erzählt von der Apotheke, ich von einem nahen Taxistand. Der männliche Part des Duos telefoniert schon mit einem Kollegen, ob dieser über ein deutsches Womo gestolpert sei, hat aber auch keinen Erfolg. Dann fällt mir ein, dass ich ein Foto von einem Blumenladen in der Straße gemacht habe und zeige es den beiden. Nun ist unser Standort geklärt und die außerordentlich nette Dame meint, dass wäre die William Street und somit ihr Revier. Wir könnten dort so lange stehen bleiben wie wir wollten, zur Sicherheit ruft sie auch noch eine Kollegin an, um sie über unser Agreement zu informieren. Sehr, sehr nett das Ganze! Und wir hatten wirklich kein Ticket am Auto! Wir besichtigen nun in aller Ruhe die Stadtmauer, Shoppen ein wenig und schauen uns natürlich die bemalten Häuser der Rossville Street an, die von dem Konflikt der Unionisten und Nationalisten erzählen.

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dieses Motiv wird später noch wichtig für uns

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(London)Derry gehörte wohl mit Belfast zu den Städten, die am meisten unter den Konflikten gelitten haben.

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Bedrückend sind all die Kreuze und Denkmäler für die Opfer des Terrors. Leider ist das Wetter ziemlich launig, es fängt immer wieder stark an zu regnen und zwingt uns zu diversen Stopps unter den Vordächern. Wir verlassen die Stadt Richtung Norden, überqueren die Grenzen zur Republik Irland und finden in Crossconnel im Bill McVeigh Bayside Caravan Park Quartier für die Nacht.

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Bill McVeigh Bayside Caravan Park

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Bei den kleineren CPs kommt man ja meistens mit den Besitzern ins Gespräch, wo kommt man her, was hat man schon gesehen, was hat man erlebt usw. usw. So auch hier. Bill, der Besitzer fragt was wir heute so gemacht haben und wo wir herkommen. Und wir antworten artig, dass wir in Derry waren und uns die Stadt angeschaut haben (zum Glück sagen wir tatsächlich richtig Derry und nicht Londonderry, da muss man schon drauf achten mit wem man gerade spricht…). Ob wir auch die Wandgemälde gesehen haben? will Bill wissen. Wir bejahen die Frage und nun legt Bill los. Das Bild mit dem Jungen, der den Stein in der Hand hält und vor einem britischen Panzer steht, dieser Junge wäre er. Nun erklärt Bill uns die Geschichte aus seiner Sicht, er bittet uns in sein Wohnzimmer und fängt an zu erzählen, wie das damals so war in der Bogside, dass er zweimal angeschossen wurde, von seiner Inhaftierung usw.. Paula bekommt ein handsignierten Abzug vom Orginalfoto der Szene geschenkt und weiss nicht so recht, wie sie mit der für sie eher unheimlichen Situation umgehen soll. “Ob er den Stein denn auch geworfen hätte?” möchte Paula wissen. “Of course, that was my job” meint Bill. Zu seiner besten Zeit war Bill bestimmt ein Mann, dem man als Engländer nicht nachts begegnen wollte. Er verspricht später mit einem Buch bei uns im Womo vorbeizuschauen…
Wir gehen erstmal zu dem riesigen Strand hinter dem CP, Paula findet Wasser ja immer toll.
Später kommt Bill mit dem versprochenen Bildband über den ”Battle of the Bogside” im Jahr 1969 vorbei. Er zeigt uns die Fotos auf denen er zu sehen ist und zeigt uns seine Freunde und Bekannten, von denen einige nicht überlebt haben. Manche Sachen rückt er auch ins rechte Licht, z.B. das bekannte Bild von dem Jungen mit der Gasmaske und dem Molotov Cocktail in der Hand; bei der Aufnahme war der Junge gerade mal 13 Jahre alt. Schon interessant, die Geschichte auch mal aus Sicht eines Zeitzeugen zu hören. Laut Bill soll heute das richtige Wetter für einen schönen Sonnenuntergang sein und so fahren wir später noch zum nahen Mamore Gap. Bill hat recht und wir haben einen grandiosen Blick auf den nahen Fanad Head und die Kulisse ist absolut spektakulär. Das Angebot von Bill mit ihm und seinem Kumpel, ebenfalls aus der Bogside im Pub einen Trinken zu gehen, müssen wir leider dem schönen Sonnenuntergang geschuldet ablehnen. Wen das Thema interessiert, sollte auf jeden Fall bei Bill McVeigh Halt machen und sich seine Version der Geschehnisse anhören.

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Sonnenuntergang über dem Fanad Head

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Den nächsten Tag starten wir erneut mit dem Marmore Gap, einem ziemlich steilen kleinen Pass. Auf der Passhöhe gibt es einen Madonnenschrein geschmückt mit ein paar Heilligenbildern.

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Wir halten nur kurz und fahren weiter nach Binnion, wo wir unsere Vorräte bei einer deutschen Supermarktkette auffrischen. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann den Fanad Head.

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Für mich von der Lage her einer der schönsten und fotogensten Leuchttürme. Darum tobe ich mich dann auch mal mit den Fotos aus. Ist schon interessant den Leuchtturm im wechselndem Licht zu sehen.

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Auch hier hat sich einiges in den letzten sechs Jahren verändert. Es gibt ein Cafe mit Besucherzentrum und Parkplatz. Der Leuchtturm und das Leuchtturmgelände kann, gegen Eintritt natürlich, besichtigt werden. Zudem kann man die zu Ferienwohnungen umgebauten alten Leuchtturmgebäude mieten. Wir ergattern noch einen kostenlosen Parkplatz direkt am Leuchtturm und richten uns dort ein. Wir laufen etwas um den Leuchtturm herum und gehen im nahen Cafe etwas trinken. Leider ist auch hier das Meer sehr ruhig, wir hätten gerne mal etwas mehr Brandung.
Abends gesellen sich noch zwei andere Womos zu uns, um den spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten.
Am nächsten Morgen werden wir kurz vor Sonnenaufgang unsanft von ein paar bescheuerten Fotografie-wütigen Italienern geweckt, die auf dem Parkplatz wild herum diskutieren und die Türen gefühlt 20 mal auf- und zumachen. Da ich nun schon mal wach bin, quäl ich mich dann auch aus dem Bett und gehe fotografieren.

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Nach dem Frühstück geht es immer an der Küste entlang bis nach Dunfanaghy, wo wir uns ein zweites Frühstück genehmigen. Der Reiseführer behauptet, dass die Runde über “The Ross” bzw. Horn Head sehr schön sei und so fahren wir auch diese kleine Runde. Seit (London)Derry fahren wir sehr häufig über den “Wild Atlantic Way”, einer Küstenstraßenroute die 2014 offiziell eröffnet wurde und vom County Cork bis ins County Donegal führt. Mit 2500km Länge gilt sie als eine der längsten zusammenhängenden Küstenstrasse der Welt. Und man muss sagen, die Routenführung ist sehr gut durchdacht und es werden auch kleinste und abgeschiedene Straßen benutzt. So schreibt man auf der offiziellen “Wild Atlantic Way”-Homepage über den Gap of Mamore:

“Am Gap of Mamore schlängelt sich die Straße steil auf eine 240 Meter hohe Passhöhe und gibt dabei einen Panoramablick über die gesamte nördliche Küste frei. Dann beginnt das Abenteuer! Mit bis zu 30% Gefälle kommt die Weiterfahrt einer alpinen Ski-Abfahrt gleich”.

Wir folgen dem WAW bis nach Dungloe, einem kleinen Städtchen mit einem ebenso kleinen aber gut gepflegtem “Stadt-”CP.
Am nächsten Tag fahren zuerst zur Maghery Halbinsel, eigentlich liegt diese Tour abseits vom WAW wird aber als Abstecher empfohlen. Die Straße ist recht wild und eigentlich steht auch irgendwo ein Schild, dass man mit größeren Autos besser die Strecke nicht benutzen sollte.

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Aber zum Aufreger werden wir nur für zwei Touri-Autos, die uns entgegen kommen. Die Einheimischen winken und grüßen freundlich.

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Die Strecke ist auf jeden Fall sehr schön, auch wenn die Straße teilweise nur ein Schotterweg ist. Wieder zurück in Dungloe fahren wir Richtung Osten und überqueren bei Clady wieder die Grenze nach Nordirland.

Am Lower Lough Erne besichtigen wir den Drumskinny Stone Circle, der nicht besonders spannend ist und den Caldragh Cemetry, der mit zwei 70cm hohen vorchristlichen Steinfiguren aufwarten kann.

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Leider fängt es auf dem Friedhof dann auch wieder an, stark zu regnen und wir beeilen uns nach Enniskillen zu kommen, dort wartet die letzte GOT- Tür auf uns.

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Der Pub mit der Tür ist das “Blakes of Hollow”, wirklich sehenswert und ein schöner Abschluß für die Sammlung. Enniskillen ist ein etwas größeres, ziemlich quirliges Städtchen mit einem Castle und ziemlich verstopften Strassen. Den von der Touri-Info empfohlenen SP gegenüber dem Castle nehmen wir dann aber lieber nicht. Er liegt direkt an der Straße und die Reifenspuren auf dem Boden zeigen, dass nachts hier nicht nur geschlafen wird. Wir fahren ein paar Kilometer weiter zur Riverside Farm Marina, aber auch dieser SP ist irgendwie öde, er liegt weit vom Wasser weg und kein Haus weit und breit. Fündig werden wir dann bei der MTL Marina. Dort gibt es einen Pub namens “The Moorings” und wir können uns kostenlos auf den Parkplatz stellen. Natürlich gehen wir abends in den Pub zum Abendessen. Er ist gut besucht und das Essen ist lecker. Wir werden vom Regen geweckt und fahren nach dem Frühstück zu den Pollnagollum Caves.

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Auch hier wurden Szenen für GOT gedreht und die Höhlen wirken mit dem Wasserfall ziemlich mystisch. Das Wetter soll angeblich morgen besser werden und da der höchste Berg Nordirlands noch auf dem Plan steht, fahren wir quer durch Nordirland bis nach Newcastle und quartieren uns dort auf einem der zahlreichen Caravanparks ein.

Am nächsten Tag regnet es wie aus Kübeln und da meine beiden Damen nur Schönwetterwanderer sind - wenn überhaupt - , haben sie verständlicherweise keine Lust auf den Slieve Donard. Ich (und eigentlich auch Paula) haben das Problem, dass uns Silke, Paulas ehemalige Grundschullehrerin, im Nacken sitzt. Sie ist bzw. wird bald in GB sein um alle drei höchsten Berge zu besteigen ( wie wir vor ein paar Jahren ) und sie will auch nach Nordirland...Also mach ich mich alleine auf den Weg und bin nach knapp 200 Metern schon nass bis auf die Unterhose.
Der Weg verläuft zuerst durch einen malerischen Wald immer parallel zu einem wilden Bach.

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Nach dem Wald öffnet sich ein breites Tal und es geht leicht ansteigend bis zum Talende.

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Ab hier wird es dann steiler und man erreicht einen Sattel der von der Mourne Wall begrenzt wird. Der Blick nach rechts zeigt

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die gleiche Aussicht wie der Blick nach links, echt frustrierend.

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Nun wird es nochmal richtig steil und es geht immer an der Mauer entlang zum Gipfel. Es ist bitter kalt und man kann nur ein paar Meter weit sehen.

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Es regnet und eine dichte Wolke umhüllt den Gipfel. Man latscht an dieser Mauer vorbei, die scheinbar keinen Anfang und kein Ende hat und einfach im Nebel verschwindet. Irgendwann steht man dann plötzlich auf dem Gipfel.

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mal wieder eine tolle Aussicht

Zum Glück gibt es dort einen kleinen Unterschlupf, sodass ich schnell etwas trinken und essen kann. Ich beeile mich wieder runter zu kommen. Auf dem Sattel mach ich noch ein paar Fotos und eine gute Stunde später bin ich wieder absolut durchnässt beim Auto.


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