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Western Isles - Die Äußeren Hebriden im Winter

permanenter Linkvon gnarz18 am 13 Jan 2018 19:52:44

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Nach Wales im Winter doch über den Jahreswechsel wieder mal nach Schottland! Wir wollen auf die auch im Sommer eher ruhigeren Äußeren Hebriden fahren, die raue Inselgruppe vor der Westküste Schottlands. Bei unserem letzten Besuch dort in 2011 konnte ich die Inseln ja nur monopedisch bereisen, dies sollte nun anders werden.--> Link
Gleich vorweg, kulturell kann man auf den Äußeren Hebriden im Winter nicht viel erwarten. Die wenigen Sehenswürdigkeiten, die es auf der Inselgruppe gibt, sind alle geschlossen. Und auch sonst findet man kaum ein offenes Geschäft, Pub oder Hotel. Damit die Ernährungslage gesichert und immer ausreichend Sprit an Bord ist, muss man sich der Öffnungszeiten gerade im Winter bewusst sein: Sonntag ist immer Ruhetag (anders als im sonstigen Großbritannien sind die Geschäfte hier auch zur Hochsaison geschlossen); über die Feiertage und am 2ten Januar (Bank Holiday) bleibt ebenfalls das meiste geschlossen. Auch die Fähren zwischen den Inseln und dem Festland fahren gar nicht oder nur sehr eingeschränkt. Wovon es allerdings reichlich gibt, ist eine super tolle Landschaft: einsame Sandstrände und eine grandiose Atmosphäre. Da die Äußeren Hebriden nun nicht direkt vor der Tür liegen, haben wir uns um Zeit zu sparen diesmal für die Fähre Ijmuiden - Newcastle entschieden. Für knappe 400€ oneway bringt uns die etwas in die Jahre gekommene Fähre über Nacht von den Niederlanden bis fast zur Grenze nach Schottland. Obwohl die Fähre erst um 17:30 Uhr ablegt, müssen wir wegen hohem Gefährt laut DFDS spätestens um 15:30 eingecheckt haben. Damit wird die Zeit selbst uns recht knapp. Paula hat offiziell bis 13:30 Schule und zwei Stunden von Aachen bis Ijmuiden halte ich für sportlich. Aber das Glück ist mit den Dummen und wir schaffen es schon um halb zwölf in Aachen zu starten. Das reicht dann auch, ohne große Staus erreichen wir pünktlich den Check-In.

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Das Schiff hat schon seinen Bug geöffnet, aber es dauert noch eine Ewigkeit bis wir an Bord können. Das ganze Schiff ist wie gesagt schon recht alt, die Matratzen sind durchgelegen, in der Dusche macht sich der Schimmel breit und es ist laut. Der Shop ist gut sortiert und bietet besonders an schottischen Whiskys eine große Auswahl. Wobei uns die Vorstellung schwerfällt, dass hier häufig eine sicher gute Flasche Whisky für doch stolze 1099,99€ gekauft wird.

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Im abends angebotenen Tasting gab es diesen Whisky leider nicht. Die Abfahrt gestaltet sich recht unspektakulär, es ist inzwischen ziemlich neblig geworden. Den Leuchtturm von Ijmuiden erkennt man nur noch als leuchtenden Punkt.

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es ist ziemlich neblig bei der Abfahrt

Den Abend verbringen wir in einer der Bars. Günstig ist das Leben an Bord auf keinen Fall. Für eine größere Vorspeisenportion einer Spaghetti Bolognese werden 19,59€ fällig. Wir gehen zeitig schlafen und werden in der Nacht durch eine Schlägerei auf dem Gang geweckt. Ein armer asiatischer Stewart wird von einem stark alkoholisierten Briten in die Mangel genommen und es dauert eine halbe Ewigkeit, bis die Besatzung den Randalierer unter Kontrolle hat. Nach kurzem Wiedereinschlafen sind wir recht früh beim Frühstück und froh als das Schiff endlich in den Hafen von Newcastle einläuft. Leider ist das Wetter auch hier nicht besonders schön, aber es regnet zum Glück nicht.

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der Hafen von Newcastle kommt in Sicht

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Um kurz nach neun sind wir von Bord, wühlen uns durch die gefühlten tausend Kreisverkehre von Newcastle und machen direkt im nahen Morpeth Pause. Hier gehen wir ein zweites Mal, aber deutlich besser und günstiger als auf der Fähre, frühstücken und zu besorgen eine Pay-As-You-Go Karte -Internet muss schon sein. Bis nach Edinburgh haben wir nun Zeit uns zu entscheiden, von wo aus wir zu den Äußeren Hebriden übersetzen wollen. Zur Auswahl stehen Ullapool-Stornoway, Oban-Lochboisdale und Uig-Tarbert. Wir entscheiden uns für Ullapool-Stornoway, da diese Route von einer neuen modernen weniger Wetter anfälligen Fähre bedient wird und tatsächlich die einzige Verbindung ist, die für den morgigen Tag laut der Fährgesellschaft CalMac noch nicht auf gelbem Alarm steht. Dank der CalMac-App ist man immer gut über den Status der Verbindungen informiert und Dank der neuen SIM-Karten buchen wir auch sofort die Überfahrt. Ich halte das eigentlich für überflüssig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Winter nötig ist. Aber meine GG besteht darauf, schließlich ist Weihnachtsreiseverkehr. Über die neue „Queensferry Crossing“ – Brücke geht es an Edinburgh vorbei in Richtung Inverness.

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Quennsferry Crossing

Je weiter wir nach Norden kommen, desto kälter wird es und in der Höhe von Aviemore liegt dann auch der erste Schnee auf den Bergen.

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der erste Schnee

In Inverness tanken wir nochmal voll und machen uns dann auf die letzte Etappe nach Ullapool. Obwohl es eigentlich noch früh ist, kommen uns auf den 90 Kilometer der im Sommer vielbefahrenen Straße nur knapp ein Dutzend Fahrzeuge entgegen. Kurz nach fünf erreichen wir Ullapool und checken erst einmal die Lage für die kommende Nacht. Der Fährparkplatz würde sich anbieten, doch dieser ist sowas von schief, dass wir uns doch wieder auf den Tesco Parkplatz stellen. Das den Vorteil, dass wir noch ein paar frische Sachen einkaufen können und wir morgen zum Frühstück frische Brötchen haben.

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unsere Route nach Ullapool

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unser SP in Ullapool

Danach machen wir uns auf in das kleine Städtchen. In den Pubs und Restaurants ist Nichts los und erst im dritten Pub bekommen wir etwas zu Essen.

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die Pubs sind leer

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Ullapool

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Ullapool

Die meisten Gäste sind Einheimische bzw. Briten, die wie wir auf die morgige Fähre warten. In der Nacht wird es richtig windig und unsere Fährverbindung wechselt von grün nach gelb. Aber sie scheint noch zu fahren. Pünktlich sind wir am Fähranleger und müssen feststellen, dass der Parkplatz gerammelt voll ist. Ein Glück, dass meine GG darauf bestanden hat, zu buchen. Die Fähre scheint tatsächlich ausgebucht zu sein. Wir stellen uns artig auf den uns zugewiesenen Parkplatz und laufen noch einmal bei Tageslicht durch den kleinen Ort. Pünktlich um kurz vor zehn biegt dann das relativ neue Schiff der CalMac um die Ecke, die Loch Seaforth. Das Schiff wurde in Flensburg gebaut und erinnert uns mit seiner Bugform ein wenig an die Norröna, die von Hirtshals über die Färöer nach Island fährt.

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Loch Seaforth

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die Laderampe ist zwar offen aber wir dürfen noch nicht rein

Nach gut einer Stunde läuft ein geschäftiger CalMac Mitarbeiter durch die Reihen, verteilt Getränkegutscheine und verkündet, dass sich das „Loading“ aufgrund des Wetters um eine Stunde verzögert. Alle steigen daraufhin noch einmal ganz entspannt aus, führen die Hunde Gassi und/oder gehen Kaffee trinken. Nach gut einer Stunde sind alle wieder bei den Autos und schon bald können wir dann auch an Bord - wir müssen allerdings doch noch einmal wieder rückwärts raus, da noch ein LKW mit muss und ich im Wege stehe. Als wir dann auch endlich auf der Fähre sind, verkündet der Kapitän, dass sich die Abfahrt weiter verzögert. Man warte auf besseres Wetter. Der ein oder andere und meine GG im Besonderen wird bei dieser Ankündigung schon grün im Gesicht. Für Hundebesitzer sei hier gesagt, dass bei der CalMac Hunde gebucht mit an Bord dürfen. Was allerdings teilweise unter den vierbeinigen Passagieren für einige teils auch lautstarke Reibereien sorgt…
Um halb zwei geht es dann endlich los und im strömenden Regen verlassen wir Ullapool.

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wir verlassen Ullapool im Regen

Die Überfahrt ist trotz des ruppigen Wetters erstaunlich ruhig. Der ein oder andere lässt sich das Essen zwar noch einmal durch den Kopf gehen, aber so schlimm ist die Überfahrt Wegen der neuen Stabilisatoren dann doch nicht. Die Überfahrt dauert aufgrund des starken Gegenwinds auch länger und so ist es leider schon dunkel, als wir endlich in Stornoway ankommen.

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es ist schon dunkel als wir endlich Stornoway erreichen

Im Dunkeln in einem eher unbekannten Gebiet einen vernünftigen Schlafplatz zu finden, ist immer schwierig und so irren wir etwas planlos durch die Gegend. Wir müssen auch noch dringend entsorgen, aber dank unserer SIM-Karte finden wir schließlich eine Möglichkeit.
Unter --> Link kann man sich öffentliche Toiletten, Duschen und Disposal-Points auf den Äußeren Hebriden anschauen. Wir fahren doch noch bis nach Callanish und stellen uns dort auf den Parkplatz des Besucherzentrums. Ein VW-Bus und ein Allein-Reisender in einem Ford Fiesta stehen schon dort. Die Temperaturen sinken nachts unter den Gefrierpunkt, das wäre mir in einem Fiesta echt zu kalt. Am nächsten Morgen gehen wir die paar Meter zum Steinkreis von Callanish. Neben Stonehenge und dem Ring of Brodgar auf den Orkney Inseln gehört der Steinkreis von Callanish zu den bekanntesten Steinkreisen GBs. Der Steinkreis liegt sehr fotogen auf einer kleinen Anhöhe vor einer phantastischen Kulisse. Bei klarer Sicht kann man von hier aus auch die beiden kleineren Steinkreise Callanish II und III in der Nachbarschaft erkennen. Die Menhire von Callanish I sind über 3 Meter hoch und bilden eine tolle Formation.

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Über gut ausgebaute Straßen geht es zu unserem nächsten Ziel, Dun Carloway.

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Das ist ein recht gut erhaltener Broch. Auf dem Parkplatz könnte man – zumindest jetzt im Winter - auch gut für die Nacht stehen.

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Dun Carloway

An der höchsten Seite erreicht die Mauer eine Höhe von fast neun Meter und ist ca. 3Meter dick. Der ganze Broch ist ohne Mörtel gebaut.

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Ein paar Kilometer vom Broch entfernt liegen The Gearrannan Blackhouses. Die letzten Bewohner sind erst ca. 1969 ausgezogen. Heute ist es ein kleines Freilichtmuseum mit neun Blackhouses mit Cafe und Hostel. Jetzt im Winter ist natürlich alles zu. Das Hostel, welches sich in den Blackhouses befindet, scheint zwar geöffnet zu sein aber wir sehen keinen Menschen. Im Sommer kann man sich auf den Parkplatz des Freilichtmuseums stellen und die Facilities des Hostels nutzen.

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The Gearrannan Blackhousess

Wir besichtigen das kleine Dorf und fahren dann weiter nach Eoropie, dort gibt es einen der vielen tollen Sandstrände.

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durch die Dünen geht es zum Strand

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Für die Nacht stellen wir uns an den „Butt of Lewis“. Der Name ist schon passend gewählt, man kommt sich wirklich vor wie am „Arsch der Welt“. Gleich mehrere Hunde sind hier um diese Jahreszeit begraben.

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Außer dem wirklich toll gelegenen Stevenson Leuchtturm ist hier Nichts los.

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Wir suchen uns einen windgeschützten Platz direkt an der Mauer und begeben uns auf eine kleine Wanderung rund um den „Butt of Lewis“.

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Lang ist die Wanderung nicht und da Weihnachten ist, scharrt Paula natürlich schon mit den Hufen.

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Für die Rentiere vom Santa Claus werden von uns Hafer und Möhren bereitgestellt – so will es der britische Weihnachtsbrauch – und natürlich findet uns selbst hier oben am „Butt of Lewis“ dann auch das Christkind.
Der Abend wird ruhig und beschaulich, nur ab und zu kommt ein Einheimischer mit seinem Auto angefahren, bleibt ein paar Minuten in seinem Auto sitzen, wendet und fährt wieder zurück. Diese Aktionen beobachten wir in GB schon seit längerem öfters, den tieferen Sinn haben wir allerdings bisher nie verstanden. Der nächste Tag beginnt sonnig und wir machen uns auf zu den Arnol Blackhouses. In Shawbost halten wir, in der Hoffnung dass dieser geöffnet hat, kurz beim CP an. Der CP befindet sich direkt beim Wohnhaus des Besitzers. Warum sollte der Platz also nicht geöffnet sein, wenn der Besitzer anwesend ist? Am Wohnhaus prangt allerdings ein großes Schild „Sorry - we’re closed“. Aber kaum werden wir bemerkt, kommt der Chef auch schon aus dem Haus gestürmt und meint wir könnten auf seinen Platz, nur warme Duschen und das Spülhaus gäbe es nicht. Wir versprechen, am Abend wieder zu kommen und fahren weiter zu den Blackhouses. Die sind natürlich auch geschlossen. Wenn man so durch die Landschaft fährt, fällt sofort auf, dass viel Schrott in der Gegend rumsteht - seien es alte Busse, Traktoren, sonstige Fahrzeuge, Haushaltsgeräte oder Teile davon.

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An der ein oder anderen Hauseinfahrt sehen wir sogar alte Mikrowellen, die nun aber immerhin als Briefkasten oder Frische-Eier-Verkaufsstelle weiter genutzt werden. Wir fahren weiter zum Truiseil Standing Stone, der mit 5,80m der höchste Menhir Schottlands ist.

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Truiseil Standing Stone

Der Stein ist der Rest eines etwa vor 5000 Jahren erbauten Steinkreises. Der vorletzte Menhir wurde laut Wikipedia 1914 entfernt und als Sturz verwendet. Es ist noch früh und so fahren wir noch nach Great Bernara, eine Insel, die über eine Brücke mit der Isle of Lewis verbunden ist.

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verlassenes Wohnhaus auf Great Bernara

Über eine ziemlich holprige Single Track Road erreichen wir den Bosta Beach. Auch hier könnte man gut für die Nacht stehen, es gibt ein Toilettenhäuschen und Frischwasser. Wir laufen die wenigen Meter vom Parkplatz zum Strand und treffen auf ein paar fotogene Highland Cows, die am Strand genüsslich Seetang kauen.

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Kommunikation in der Einsamkeit

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Neben den Kühen gibt es hier auch noch eine Tide Bell. Da aber gerade Ebbe ist, gibt es nicht viel zu hören. --> Link

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Tide Bell

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Bosta Beach

Paula ist es ein wenig langweilig und möchte Krebse angeln gehen. Wir fahren also zum nahen Pier, aber der Winter scheint keine gute Zeit für die Krustentiere zu sein. Wir fangen keinen einzigen Krebs.

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Es ist schon dunkel, als wir wieder zurück auf dem CP in Shawbost sind. Viel Zeit/Licht hat man um diese Jahreszeit hier nicht: um neun Uhr morgens ist es erst richtig hell und um spätestens vier ist es schon wieder dunkel. Der Boxing Day (2ter Weihnachtsfeiertag) startet mit einem Sonne-Hagel-Gemisch und auf den Bergen von Harris hat es Neuschnee gegeben. An Callanish vorbei fahren wir über eine riesige Moorebene zurück zur Hauptstraße A859, die von Stornoway bis nach Rodel auf der Isle of Harris führt.

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Die tiefstehende Sonne taucht die Landschaft in ein wunderschönes Licht und gibt der Gegend eine unheimliche Tiefe. In den Bergen fängt es auf unserem Weg nach Harris an zu schneien und die Straße wird es ein wenig rutschig.

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es fängt an zu schneien

In Tarbert, der „Hauptstadt“ der Isle of Harris ist wirklich alles geschlossen - die Tankstelle, die Hotels, die Pubs selbst die öffentlichen Toiletten haben geschlossen.

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Wir fahren zurück und machen auf dem Clisham Pass erst einmal eine Pause. Wir laufen etwas den Weg zum Clisham, höchster Berg der Äußeren Hebriden, hoch. Das hat aber bei dem Schnee keinen Zweck, da man fast bis zu den Knien im Matsch versinkt.

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Clisham, der höchster Berg der Äußeren Hebriden

Wir fahren gemütlich zurück zum Visitor Center von Callanish, laut Aushang soll es angeblich morgen geöffnet haben. Abends fängt es wieder an zu schneien und die Nacht wird recht kalt.

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unser SP am Visitor Center von Callanish

Das Visitor Center bleibt entgegen des Aushangs auch am nächsten Tag geschlossen, zumindest ist um 10:15 Uhr noch niemand da. Es ist kalt und nass und wir müssen dringend Tanken und Einkaufen, also fahren wir nach Stornoway. Eine Metropole ist die kleine Stadt nicht, da hat Ullapool tatsächlich mehr zu bieten. Aber immerhin gibt es eine Tanke, Supermarkt und ein nettes Cafe´.

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wir haben freie Parkplatzwahl

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Fußgängerzone von Stornoway

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Der Supermarkt sieht ziemlich geplündert aus, viele Regale sind leer und frische Sachen gibt es heute noch nicht.

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die Auswahl ist beschränkt, die Regale leer

Wie gesagt, über die Feiertage fährt keine Fähre. Die frische Ware wird somit erst mit der nächsten regulären Fähre am Nachmittag geliefert. Unsere Vorräte können wir trotzdem auffrischen und da das Wetter inzwischen merklich besser geworden ist, fahren wir wieder in Richtung Harris. Kurz hinter dem Pass biegen wir nach Huisinis ab.
In den Bergen hat es nochmal geschneit und die ganze Gegend wirkt ziemlich verlassen. Der Schnee steht der Landschaft allerdings ausgezeichnet.

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Huisinis ist eine kleine Siedlung, die am Ende eines 20km langen Single Tracks liegt und mit einem wunderschönen Sandstrand ausgestattet ist.

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wir sehen viel Wild

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vorbei geht es am Amhuinnsuidhe Castle

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die Straße schlängelt sich durch die Landschaft

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Paula möchte unbedingt schwimmen gehen und so tuckern wir über die teils eisige Straße nach Huisinis. Unterwegs sehen wir viele Hirsche, Autos kommen uns hingegen keine entgegen. Huisinis ist wirklich ein schöner Ort und zu unserer Überraschung gibt es hier einen neuen kleinen CP mit einem Top Sanitär– und Wirtschaftshaus. Leider hat er jetzt natürlich geschlossen, aber im Sommer ist er mit Voranmeldung bestimmt zu empfehlen. Paula stürzt sich dann auch wie angekündigt in die Fluten, wobei es ein recht kurzes Bad wird. Der Wind ist einfach zu kalt.

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Huisinis

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Es dämmert schon als wir uns auf den Rückweg machen und wir müssen recht langsam fahren, da es angefangen hat zu frieren. Und damit haben wir ja leidlich Erfahrung… --> Link

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es wird dunkel und die Straße wird glatt

In Tarbert gehen wir erst einmal Duschen, zur Auswahl stehen die Duschen im Sportzentrum oder die Duschen bei der Tourist Information. Wir entscheiden uns für die Tourist Information und stellen uns für die Nacht auf den Parkplatz mitten in Tarbert. Viel los ist in Tarbert nicht, aber der Hotel-Pub hat geöffnet und es gibt sogar etwas zu Essen. Diese Gelegenheit lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Die Ankunft der Fähre bringt kurzzeitig ein wenig Betriebsamkeit in den Ort.

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die Fähre von Uig (Skye)

Die Nacht verläuft trotz Stadtmitten-Lage absolut ruhig. Am Morgen werden wir leider aber früh vom Gritter (Streudienst) und den Linienbussen geweckt, die auf dem Parkplatz ihre Motoren warmlaufen lassen. Noch vor Sonnenaufgang verlassen wir somit unseren SP und fahren nach Scalpay. Diese kleine Insel im Sund von Harris gelegen mit ihrem schönen Leichtturm hat es uns schon bei unserem ersten Besuch im Jahre 1999 angetan. Seit 1997 ist die Insel über eine Brücke mit der Isle of Harris verbunden.

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die Straße nach Scalpay

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Scalpay

Scalpay ist mit knapp 300 Einwohnern ein recht kleiner Ort und die einzelnen Häuser liegen verstreut in der Landschaft. Die öffentlichen Toiletten und Duschen haben auch im Winter geöffnet. Die in den Grundschulgebäuden untergebrachte Künstlerkolonie hingegen öffnet ihre Pforten aber leider nur im Sommer. Der lokale Shop musste letztlich schließen, aber: in den Gebäuden gibt es ein mit einer Menge „Awards“ ausgezeichnetes Fischrestaurant. Es hat noch geschlossen, aber ab 13:00 wird hier nach Aussage der scheuen Küchenfee frisch gekocht.
Also geht es nun zu dem sehr schönen Leuchtturm, dem Eilean Glas. Der heutige in den 1820er Jahren von Robert Stevenson erbaute Leuchtturm ist ein Nachfolgebauwerk des ältesten Leuchtturms auf den Äußeren Hebriden aus dem Jahre 1789. Leider sind die Gebäude um diesen schönen Leuchtturm herum seit Langem ungenutzt und verrotten immer mehr. Meiner GG blutet beim Anblick wiedermal das Herz und wenn sie das Gelände schon nicht selbst erwerben und bewirtschaften kann, sei an dieser Stelle auf die „Friends of Eilean Glas“ hingewiesen. Wer mag, kann hierüber in jeder erdenklichen Art Unterstützung zur Instandsetzung des Geländes leisten.
Da es keinen Fahrweg zu dem Leuchtturm gibt, muss man über einen neuen nicht allzu langen Wanderweg dorthin laufen. Das Wetter ist super und wir machen uns von dem kleinen Wanderparkplatz auf den Weg. Der gut zu findende Weg führt erst über eine alte Schotterstraße, später über einen mit Matten und Kies präparierten Weg zum Leuchtfeuer.

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der Weg ist gut markiert

Wir haben einen phantastischen Blick über den Sound of Harris, der die Äußeren Hebriden vom schottischen Festland trennt – das sieht den schneebedeckten Bergen der Insel Skye echt grandios aus.

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Eilean Gla

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im Hintergrund die Insel Skye

Der Weg ist nur gut 3km lang und nach vielen der Aussicht geschuldeten Pausen erreichen wir nach einer guten dreiviertel Stunde den Leuchtturm, der auf einem vorgelagerten Felsen liegt.

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Der Leuchtturm selber ist schon den Weg wert. Die alten Gebäude beherbergten wohl nach der Automatisierung des Turmes ein Hotel mit Pub. Heute verfallen sie wie gesagt leider langsam. Wir streunen durch die alten verlassenen Räume, schauen uns die alte Leuchtturm-Technik an und genießen die tolle Aussicht und das schöne Wetter.

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die Gebäude sind verlassen

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und Alles verfällt so langsam

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alte Technik

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Nach unserer Rückkehr kehren wir in das schont erwähnte Restaurant ein und genießen ein wirklich hervorragendes Mittagessen.

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Wir fahren über Tarbert zurück in Richtung Rodel, der Südspitze von Harris.

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Tarbert




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