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Das Gogolobil unterwegs: ins unbekannte Europa 2015 1, 2, 3, 4, 5


HeikeD am 22 Aug 2015 19:36:56

Wieder einmal, herzlichen Dank für deine Ausführungen!

Erst am vergangenen Wochenende - auf einem Stellplatz in Holland - habe ich von eurer Reise erzählt.

Wir sahen dort ein bimobil stehen was natürlich für Aufsehen sorgte.... ich habe ein paar Camperfreunden erzählt, dass ihr gerade mit dem gogolobil auf der Donau-Tour seid und ich den Bericht so gerne verfolge.

Heute allerdings ist mir beim lesen der neuesten Beiträge der Wunsch gekommen, diese Tour so, oder so ähnlich auch zu fahren - in ein paar Jahren, wenn die Zeit dafür vorhanden ist.

Weiterhin gute Fahrt und ich freue mich auf die nächsten Berichte!

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Fifty58 am 24 Aug 2015 21:26:17

Hallo Gogolo,

lese grade mit großem Interesse Ihre Reiseberichte. Der Grund ist aktuell eine geplante Reise Mitte September über Wien nach Ungarn südl v. Budapest die Grenzstädte Szeged und Subotica sind die naheliegendsten Grenzübergänge . Mein Mann teilte mir gestern mit, daß er aufgrund der aktuellen Presseberichte nicht Reisen möchte da er keine Gefahr eingehen möchte. Der Flüchtlingsstrom wird ja über Budapest und Wien beschrieben das wäre ja dieselbe Route. Sie hatten geschrieben, daß Sie keinen Flüchtling gesehen haben wie ist denn aus Ihr Sicht die Diskrepanz zu den Aktuellen Presseberichten zu bewerten ? Hatte mich so sehr auf die Reise gefreut :((

von Fifty und weiterhin eine spannende Reise

ToniPETER am 18 Sep 2015 12:49:06

Servus!

Jetzt ist schon fast ein Monat seit Eurem letzten Bericht vergangen.
Warte schon sehr gespannt auf die weiteren Berichte.

Hoffe, dass es Euch gut geht.

nuvamic am 18 Sep 2015 12:58:50

Nachdem Gogolo sich zwischendurch in anderen Threads gemeldet hat, dürfte es ihnen gut gehen. Aber Bericht schreiben (und gar mit Fotos spicken) kostet ja echt Zeit. Im Zweifelsfall würd ich auch erst mal reisen... der Rest kommt, wenn es Zeit / Wetter / Gelegenheit her gibt...

Gogolo am 18 Sep 2015 16:51:25

nuvamic hat geschrieben:Nachdem Gogolo sich zwischendurch in anderen Threads gemeldet hat, dürfte es ihnen gut gehen. Aber Bericht schreiben (und gar mit Fotos spicken) kostet ja echt Zeit. Im Zweifelsfall würd ich auch erst mal reisen... der Rest kommt, wenn es Zeit / Wetter / Gelegenheit her gibt...



Ja, uns geht es gut - bis auf mein schlechtes Gewissen, weil ich mit den Berichten sooooo weit hinten bin. Aber es gab in Nordrumänien so viele schöne Eindrücke, die muss ich erst sortieren bevor ich da etwas zu "Papier" bringe.

Wir sind mittlerweile in Ungarn (haben noch KEINEN) Flüchtling gesehen (oder vielleicht doch EINEN) und vergnügen uns in den Thermen. Auch darüber und die Unterschiedlichkeiten der Thermen muss ich noch schreiben...

Bitte habt noch etwas Geduld mit mir.


Habe die Ehre

Gogolo

pipo am 18 Sep 2015 19:31:33

Gogolo hat geschrieben:Auch darüber und die Unterschiedlichkeiten der Thermen muss ich noch schreiben...

Da freue ich mich schon drauf. Wir haben es nämlich noch immer nicht bis Papa geschafft.. :roll:

wwolter am 18 Sep 2015 20:35:36

Hallo Gogolo,
wollte eigentlich mit meinem Dankeschön bis zum Schluss der Reise warten. Werde natürlich einen der Höhepunkte (Nordrumänien) mit Spannung erwarten. Deine vielen Eindrücke und die Schreibweise darüber einfach wunderbar!
Warum hast Du eigentlich Moldawien ausgelassen?
Ich wünsche Dir eine gesunde Rückkehr.
Beste von Wilhelm

Gogolo am 21 Sep 2015 11:39:42

wwolter hat geschrieben:Warum hast Du eigentlich Moldawien ausgelassen?



Wie ich schon schrieb, ist in Bulgarien meine Truma-Heizung defekt geworden und ich hatte demzufolge beim Freistehen kein warmes Duschwasser mehr. Die Heizung wäre bei dieser Sommerhitze egal gewesen, aber als bekennender Warmduscher wollte ich eigentlich schon warmes Wasser dafür haben. Zwischenzeitlich funktioniert die Heizung aus unbekannten Gründen wieder einwandfrei. Ursache des Defekts = ??? Ich lasse aber die Heizung sicherheitshalber zuhause vom Trumaservice durchchecken bevor wir nach Marokko aufbrechen.

In Moldawien aber auch in der Ukraine gibt es keine Infrastruktur für Wohnmobile und wir hätten mehrere Wochen frei stehen müssen. Und das dann ohne warme Dusche.... Daher haben wir beschlossen, die Reise umzurouten und dafür in Rumänien die Karpaten und auch Nordrumänien mit den Moldauklöstern zu besuchen. Wir haben dies nicht bereut, denn diese Gegenden sind wunderschön. Ich muss noch an dem Bericht (kommt bald!) herumfeilen und die Bider auswählen, denn ich kann nicht alle Bilder zeigen - es wären zuviele.

Sicher werden wir noch einmal nach Rujmänien fahren und wenn dann die Fahrzeugheizung mitmacht, dann gibt es sicher auch einen Abstecher nach Moldawien. Und in die Ukraine fahren wir sowieso solange nicht, wie dort Krieg herrscht.


:arrow: Peter (pipo)

In Papa waren wir auch - aber nicht davon begeistert. Der CP ist zwar sehr gut, aber das Bad ist ein "Mickey-Mouse-Bad" - viel zu klein, nachdem die Aussenanlagen auch schon geschlossen hatten. Näheres im Bericht.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 03 Okt 2015 18:58:57

Jetzt geht es endlich mit dem Bericht weiter. Der heutige Feiertag war dazu hervorragend geeignet....



In Brasov/Kronstadt begann die „Herbergssuche“ für die Übernachtung des Tages. Und eigentlich wollten wir auch Brasov einen Besuch abstatten und diese deutschstämmige Stadt besichtigen.

Aber daraus wurde nichts, weil der dortige Campingplatz entgegen der Information aus dem Wohnmobilführer des Wohnmobilverlages offensichtlich seit längerem geschlossen hat (obwohl der Womo-Führer die Auflage 2014 hat!). Es wurde uns von mehreren Reisenden mit dem Wohnmobil berichtet, dass gerade die Angaben über Camping- und Übernachtungsplätzen in diesem Führer mangelhaft und veraltet sind.

Wir verließen uns weiterhin auf diesen Wohnmobilführer und fuhren zum nächsten Platz nördlich von Brasov, der sich bei Chichis an der DN11 befindet. Dort angekommen schickte uns die junge Frau von der Empfangsbude (anders kann man sie nicht bezeichnen) ohne nähere Angaben weiter nach hinten ins Gelände. Dort sollte ein Platz für Wohnmobile sein. Das war aber nicht so, nur total unebenes, welliges Wiesengelände ohne Stromanschluss, ohne Toiletten, ohne Duschen. Ergebnis: wir fuhren wieder weiter!

Und wir verließen uns nochmals auf diesen ominösen Wohnmobilführer und steuerten den Ort Bâile Tusnad an, wo nach diesem Buch im Mai 2014 ein neuer Campingplatz eröffnet haben sollte. Und ihr könnt euch schon denken: kein neuer CP war dort. Nur der alte CP, und der war: geschlossen!

Fazit: ich kann den Wohnmobilführer Rumänien des Wohnmobilverlages nur ganz bedingt empfehlen. Aber auch nur hinsichtlich der Sehenswürdigkeiten, die am Rand der empfohlenen Routen zu besichtigen sind. Wenngleich auch hier die gemachten Angaben nicht vollständig und nur manchmal korrekt sind.

Aber zurück zur Übernachtungssituation. Es war schon ziemlich spät am Tag und ich schaute mich im Ort Bâile Tusnad um und fand einen sehr gut für eine Übernachtung geeigneten Platz beim Parkplatz des kleinen Fußballstadions. Dort verbrachten wir eine ruhige Nacht ohne Belästigung.

Am nächsten Tag fuhren wir auf dem Weg nach Nordrumänien und den nördlichen Karpaten durch das Széklerland, hier leben fast nur Ungarn. Über Miercurea-Civc und Gheorgheni gings zum Pangarabi-Pass. Dann fuhren wir durch die bekannte Bicaz-Schlucht. Es waren überall sehr viele Besucher unterwegs und am Straßenrand standen unendlich viele Budenmärkte. Alles zugeparkt. Nicht einmal zum fotografieren konnte ich anhalten. Auf einer Passhöhe in den Karpaten kauften wir an den Ständen (die gibt es hier überall) guten Waldhonig und Langos als Mittagessen.





Unser heutiges Ziel war der CP in Piatra Neamt, der leider sehr grenzwertig war. Hauptsächlich sind hier Hütten am Ende einer großen Freizeitanlage vorhanden. Nach einigen Hin- und Her schloss eine junge Frau das Sanitärgebäude (ebenfalls grenzwertig) auf und sorgte für einen Stromanschluss. Wir waren die einzigen Gäste auf dem CP. Beim einfahren auf den CP räumte ich mit der Höhe des Gogolobils noch die Kabeln der Telefonverbindung ab, die über den Weg gespannt war. Nicht schlimm, es waren keine Schäden am Gogolobil. Das Abendessen haben wir in einem recht guten Restaurant eingenommen.

Wir fahren weiter und kommen so allmählich in die Gegend der sog. Moldauklöster. Zum UNESCO-Weltkulturerbe der Moldauklöster gehören folgende acht Kirchen und Klöster:
Arbore: Kirche T?ierea Capului Sfântului Ioan Botez?torul („Enthauptung des Heiligen Johannes des Täufers“) des ehemaligen Klosters
Humor: Kirche Adormirea Maicii Domnului ti Sfântul Gheorghe („Mariä Aufnahme in den Himmel und Heiliger Georg“) des Klosters
Moldovita: Kirche Buna Vestire („Mariä Verkündigung“) des Klosters
P?tr?uti: Kirche În?ltarea Sfântei Cruci („Kreuzerhöhung“)
Probota: Kirche Sfântul Nicolae („Heiliger Nikolaus“) des Klosters
Suceava: Kirche Sfântul Gheorghe („Heiliger Georg“) des Klosters Sfântul Ioan cel Nou ("heiliger Johannes Novus")
Sucevita: Kirche Invierea Domnului („Auferstehung des Herrn“) des Klosters Sucevita
Voronet: Kirche Sfântul Gheorghe („Heiliger Georg“) des Klosters Voronet

Die Moldauklöster sind eine Gruppe von rumänisch-orthodoxen Klöstern in der südlichen Bukowina in Rumänien. Ihr Bau wurde im 15. und 16. Jahrhundert im damaligen Fürstentum Moldau von Stefan dem Großen und seinen Nachfolgern rund um den Amtssitz Suceava veranlasst.

Ein Teil der Klöster zeichnet sich durch detaillierte Wandmalereien auf den Außenmauern aus. Diese sollten dem damals des Schreibens und Lesens unkundigen Volk Szenen und Gleichnisse aus der Bibel vermitteln. Sowohl die Architektur der oftmals von quadratischen Schutzmauern umgebenen Klosterkirchen als auch die Freskenmalereien selber lassen dabei starke byzantinische Einflüsse erkennen (Ikonenmalerei). Der Baustil ist zum Teil stark von der Gotik geprägt.
Die schönsten Beispiele dieser Außenmalereien finden sich in Sucevita, Moldovita, Arbore und Voronet. Als Königin der Moldauklöster gilt jedoch das schlichtere, 1466-1469 in einem Karpatental errichtete Kloster Putna, in dem Stefan der Große seit 1504 auch begraben liegt.

Wir versuchen, möglichst viele davon zu besichtigen. Mal schauen, wenn uns die Lust dazu ausgeht.
Als erstes ist das Manastirea Probota an der Reihe. Ich verlasse mich auf das Navi des Smartphones, denn das zeigt mir einen wesentlich kürzeren Weg an als das Garmin-Navi. Naja, was dann kam war eine meist geschotterte Strecke übers Hinterland und durch Waldstücke. Die Straße war zwar nicht schön, aber die Strecke war sehr interessant, denn es begegneten uns viele Pferdefuhrwerke und Planwagen mit Zigeunern. In den Orten gab es Ziehbrunnen, dort holten sich die Eingeborenen ihr Trinkwasser. Aber wir sahen auch Straßenlaternen, die ihre Energie mit kleinen Windrädern oder Solarzellen obendrauf betrieben werden. Die Häuser waren sehr unterschiedlich: meist schöne neue Häuser aber auch noch viele armselige Hütten. Nach vielen Kilometern bergauf und bergab und auch durch Gestrüpp kamen wir endlich beim Kloster Probota an. Das Kloster hat uns sowohl von außen als auch von innen sehr gut gefallen. Wir waren auch fast ganz alleine, ohne Touristenrummel. Die reiche Bemalung ist sehr beeindruckend und die Nonnen – es handelt sich um eine Nonnenkloster – haben das ganze Gelände sehr gut gepflegt.











Das nächste Kloster auf der Besichtigungstour ist das Kloster Neamt, eine der ältesten Glaubensstätten Rumäniens. Der Tourismus ist hier schon sehr ausgeprägt und es waren wieder ital. Wohnmobile da! Das Kloster sehr war uns allerdings zu bunt angemalt. Aber seht selbst:












Es hatte hier auch kurz vorher eine Taufe stattgefunden. Alle Leute waren sehr aufgebrezelt. Die Damenkleider sehr kurz und ärmellos – eigentlich in einem orthodoxen Kloster unüblich. Auch gab es in der Kirche Sekt für die Taufgäste.

Dann kam an diesem Tag noch das Mönchskloster Secu. Die Kirche wirkte innen etwas düster, das Gebäude außen nicht so schön gepflegt wie das bei den Nonnen in Probota. Aber mann/frau muss es gesehen haben:










Auf dem Weg zum bzw. vom Koster (es geht hier nur eine Stichstraße hin) fließt ein kleiner Bach neben der Straße und zwischen Straße und Bach befinden sich kleine, lichte Waldstücke und schöner kurzer Rasen, der von den Schafen so kurz gehalten wird. Dort kann man gut mit dem Womo stehen. Schön einsam und ruhig und sicher. Nur ganz am Morgen kam der Schäfer mit seiner Herde und weckte uns mit dem Gebimmel der Schafe. Im Bachbett wandelte ein Storch auf Futtersuche umher und lies sich von uns nicht stören. Am Abend regnet es etwas und es hat auch gedonnert. Wir sind im Bärengebiet. Traumhaft!






Für die nächsten Moldauklöster und die nördlichen Karpaten brauchen wir für ein paar Tage einen festen Platz, der ziemlich zentral liegt. Der CP „De Voorplaats“ in Fundu Moldovei ist dafür ideal geeignet. Und wir haben mit diesem – von einem holländischen Paar geführten - CP einen wahren Glücksgriff gemacht.

Die Betreiber sind äußerst nett und behilflich. Es werden nicht nur Ausfahrten mit einem Pferdekarren oder gemeinsame Besuche eines orthodoxen Gottesdienstes angeboten, sondern die Frau des Betreibers kocht gemeinsam mit ihrer rumänischen Gehilfin abends auch für die Gäste ein sehr günstiges und sehr gutes 3-Gänge-Menue. Aber der Reihe nach:

Es ist Sonntagvormittag und wir sind mit John, dem Betreiber des CPs zur orthodoxen Kirche nach Fundu Moldovei gefahren und haben dort am Gottesdienst teilgenommen. In den orthodoxen Kirchen kann man vor dem Gottesdienst einen Zettel mit dem Namen desjenigen abgeben, für den man eine Fürbitte wünscht und wickelt in den Zettel auch einen kleinen Geldschein ein. Warum ich das erwähne? Weil plötzlich bei den Fürbitten auch die Vornamen von Gogolo und Gogoline vorgelesen wurden. Hat doch John einen derartigen Zettel für uns abgegeben. Wir sind total überwältigt von dieser Freundlichkeit! Wo gibt es das sonst?









In der Kirche selbst waren alle Leute (meist in örtlicher Tracht angezogen) freundlich und haben uns Sitzplätze angeboten, denn der Gottesdienst dauerte über eine Stunde.

Dann sind wir mit John weiter gefahren zum Kloster Orata. Hier leben auf der Anhöhe der Kosterkirche neun Nonnen und sind dort zum Essen eingeladen worden. Es gab Suppe, rumänische Krautwickerl, gebackenen Fisch und zum Nachtisch süße Teilchen. Es war einfach, aber gut. Auch Eingeborene aßen dort und wir haben so mal einen kleinen Einblick in das Leben vor Ort erhalten. Hochinteressant!






Am nächsten Tag machten wir einen großen Ausflug mit dem Gogolobil – über 200km. Zunächst ging es über den 1100m hohen Ciurmana-Pass und besuchten das Kloster Moldovita, wiederum ein Nonnenkloster.





Dann fuhren wir anschließend zum Eier-Museum der Künstlerin Lucia Condrea (--> Link) in Moldovita und kauften dort auch ein schönes handgemaltes und signiertes Künstler-Ei fabriziert in Batik-Technik. Wir trafen auch die Künstlerin selbst, die diese wunderbaren Werke fabriziert.






Noch ein Kloster, das Kloster Sucevita ist auf dem Programm. Wikipedia sagt zu diesem Kloster: Das Kloster ist eines der schönsten Moldauklöster und das einzige, dessen Innen- und Außenwände vollständig mit Wandmalereien versehen sind und dessen Fresken innen und außen vollständig erhalten sind. Bedeutend ist unter anderem die Darstellung "Stufenleiter der Tugenden" an der Nordfassade, die eine Leiter zum Himmelstor zeigt. Teufel versuchen die auf der Himmelsleiter hinaufsteigenden Menschen hinunter in die Höllenschlucht zu ziehen, während über der Leiter Engel schweben. Die auf der Treppe hinaufsteigenden Menschen sind wie Mönche gekleidet.








Das Kloster Putna, 10km von der Ukrainischen Grenze entfernt, war unser nächstes und letztes Tagesziel. Es ist nicht ganz so prächtig angemalt, aber es ist das wichtigste der Moldauklöster, denn auf dem Klosterfriedhof befindet sich der Grabstein von Stefan dem Großen. Der Fürst liegt dort seit 1504 begraben und im Klostermuseum werden viele kostbare Manuskripte, Landkarten, Gemälde, Ikonen, Leinentücher und andere kirchliche Gegenstände, die bis in das 15. Jahrhundert zurückgehen, aufbewahrt.





Nach einem Ruhetag, den wir für Reinigungsarbeiten nutzten (es regnete an diesem Tage auch leicht), wurden die letzten Klöster in „Angriff“ genommen.

Kloster Voronet ist die älteste aller erhaltenen Bukowina-Klosterkirchen. An einem der Budenstände (die sind wirklich überall zu finden) gab es Gogosele. Das hat nichts mit Gogolo zu tun, das ist ein Schmalzgebäck in Kringelform mit Karamelsirup beträufelt – sehr, sehr gut. Bei der Anfahrt zum Kloster kauften wir noch am Straßenrand frische Pilze, die es dann am nächstenTag als Abendessen gab.








Weiter ging es nach Humor. Aber das Kloster Humor war gar nicht humorig, denn im Inneren fand eine Beerdigung statt. Die Verstorbene war in einem offenen in der Kirche aufgebahrt und in einem Nebenraum gab es Unmengen von Brot, warum, das konnten wir nicht herausfinden. Dieses Brot hing auch an den Trauergebinden, die vor der Kirche aufgestellt waren. Im Eingangsbereich der Kirche hat man uns zu trinken und süße Häppchen zum knabbern angeboten. Das süße Getränk stellte sich als selbstgemachter Likör heraus. War ganz gut, aber ungewohnt, dass man dieses auch allen Besuchern anbietet. Wieder etwas dazu gelernt.








Bei der Weiterfahrt nach Cacia zur einzigen katholischen Basilika Rumäniens kamen wir im Zielort wiederum zu einem Begräbnis. Der ofene Sarg stand hier auf der Straße. Und nachdem die Straße blockiert war, konnte ich vom Gogolobil aus eine Aufnahme machen. Auch hier sieht man wieder das Brot in den Beuteln. Die Basilika war unspektakulär und nicht fotogen. Das im gleichen Ort befindliche Salzbergwerk haben wir uns verkniffen. Allmählich reicht es mit den Klöstern und Kirchen...






Auf dem Rückweg fanden wir noch eine „Spalatorie Auto“, eine Autowaschanlage mit einer für das Gogolobil geeigneten Höhe. Für nur 10€ (incl. Reichlich Trinkgeld) bekam unser Fahrzeug eine wunderbare Handwäsche. Unddabei zeigte sich, dass auch die neuen Echtglasfenster absolut dicht sind, denn das Fahrzeug und die Fenster wurden auch mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt. Am Abend gingen wir wieder auf dem CP zum Essen – Hühnchen in Zitronensauce. Übrigens: das Drei-Gänge-Menue am CP kostete incl. Tischwein nur 17€.

Mit einem Pferdefuhrwerk fuhren wir am nächsten Tag auf eine Käsealm. Die Straße war unbefestigt und es ging z.T. ziemlich steil nach oben. Der Bauer, der das Pferdefuhrwerk lenkte zeigte uns am Wegesrand noch ganz frische Abdrückevon Bärentatzen – so ca. 6 Stunden alt. Oben angekommen waren wir in einer sehr schönen Umgebung, mitten in den Karpaten und absolut ruhig. Auf der Alm bereitete uns der Bauer frischen Salat aus Tomaten, Gurken und Zwiebeln, dazu Almkäse, einer wie Feta, der andere Käse war etwas älter. Dazu gab es Wein und Bier. Es war sehr urig, auch etwas kühl hier oben in der Höhe. Aber nach der Hitze der letzten Tage war diese Kühle doch wunderbar angenehm. Ein interessantes Erlebnis.








Der nächste Tag war wieder Arbeitstag, d.h. den Wackelkontakt der Sitzheitung von Gogoline beseitigt, Fahrräder geputzt, Wasser aufgefüllt, Entsorgung des Grau- und Schwarzwassers, gesaugt und gewischt, Geld am Bancomat geholt, aufgeräumt usw. denn am nächsten Tag war Abschied vom schön gelegenen CP „De Voorplaats“ und den sympathischen Betreibern.

Wir wollen den fröhlichen Friedhof besuchen und haben in der Nähe einen CP gesucht – und gefunden. Auch wieder von einem jungen holländischen Paar betrieben ist dieser im kleinen Ort Breb in der rumänischen Maramures gelegen. Die Straße dorthin führte uns über Bistrita, Telciu und Sacel auf landschaftlich recht schönen Straßen. Allerdings sind alle Orte entlang der Straße sogenannte Straßendörfer, d.h. ein Ort kann schon einmal 15-20km lang sein. Das bedeutet, dass auch auf dieser Strecke nur mit 50kmh gefahren werden darf. Das „zieht“ sich dann... aber es ist nicht uninteressant und es gibt viel zu sehen. Man muss aber auch aufpassen, denn es sind viele Pferdefuhrwerke unterwegs. Lustig ist auch, dass selbst die Pferdefuhrwerke Nummernschilder haben. In Breb ist dann die Zufahrt zum CP sehr schmal, recht abenteuerlich – Gegenverkehr wäre nicht so prickelnd gewesen. Gottseidank hatten wir keinen. Für recht große Womos ist dieser Platz von der Anfahrt her ungeeignet. Aber die gute Aussicht auf die Maramures entschädigt für die Kratzer durch niedrige Bäume in der Auffahrt.

Am nächsten Tag ging es dann zeitig weiter zum „lustigen Friedhof“ (Cimitriul Vesel) in Sapanta. Es war Sonntag und naturgemäß viel Betrieb. Nicht nur Eingeborene, sondern auch Touris bevölkerten den Friedhof und die darauf befindliche Kirche. Der Gottesdienst wurde mit Lautsprecher nach Außen übertragen. Lustiger Friedhof heißt dieser wegen der Grabinschriften auf den hölzernen Grabtafeln, die das Leben und die Besonderheiten des Verstorbenen erzählen. Da wir leider nicht rumänisch können, haben wir uns nur die Bilder angesehen:








Das letzte Ziel in Rumänien war Baile Felix bei Oradea, nahe der ungarischen Grenze. Wir kamen auf dem Weg dorthin wieder durch viele rumänische Dörfer, die Frauen trugen oft traditionelle farbenfrohe, bunte Röcke und Blusen. Wahrscheinlich weil es Sonntag war. Auffallend waren die vielen neugebauten und schönen Häuser an der Straße. Von der Ukraine waren wir nur durch einen Grenzfluss entfernt. Die Straßen waren überwiegend sehr gut. Das überraschte, denn meistens ist es in Grenzregionen eher ärmlich.

Baile Felix ist der größte Thermalort Rumäniens. Wir sind nur noch 12km von Ungarn entfernt und dort warten die Thermen auf uns. Daher haben wir auf einen Thermenbesuch hier in Rumänien verzichtet.

Über Ungarn und die Thermen erzähle ich dann in meinem nächsten Bericht.


Bis dahin viele in die Heimat (obwohl wir zwischenzeitlich schon wieder zu Hause sind).



Habe die Ehre

Gogolo

Lancelot am 03 Okt 2015 19:49:13

Toll ... :!:
:gut:

Gast am 03 Okt 2015 21:27:20

Danke Gogolo,war wieder super.

Arno

Gogolo am 03 Okt 2015 22:18:35

rosselarno hat geschrieben:Danke Gogolo,war wieder super.

Arno


Wieso "war", Arno, es kommt noch ein Bericht zu dieser Reise... :arrow: All: Danke für das Lob


Habe die Ehre

Gogolo

pipo am 04 Okt 2015 09:57:55

Ich will nicht übertreiben, aber der Bericht ist der Hammer. Eine komplett unbekannte Welt in die ihr uns da mitnehmt.
Danke!

Julia10 am 04 Okt 2015 10:01:58

Phantastische Fotos, muss mich noch einlesen :)

Kann verstehen, das die Berichte etwas länger dauern, denn die Infos zusammenzuführen dauert sicher einige Zeit!

Julia

Gogolo am 04 Okt 2015 10:33:43

pipo hat geschrieben:Eine komplett unbekannte Welt in die ihr uns da mitnehmt.



Darum habe ich diese Berichtsserie auch "Das Gogolobil unterwegs: ins unbekannte Europa" genannt. Für uns waren die Länder wie Bulgarien und Rumänien auch totales Neuland.

Viele Bekannte von uns haben vorher gesagt: das traut ihr euch, da passiert doch so viel. Nix ist passiert, gar nix, überhaupt nix! Wir waren überall ganz sicher, die Leute waren total freundlich. In Bukarest bin ich mit einem Rumänen (er arbeitet in Deutschland, war auf Urlaub zu Hause) ins Gespräch gekommen und der hat zu mir gesagt: "Rumänien ist ein ganz sicheres Reiseland, alle unsere Gangster sind im Ausland bei euch!"

Es gibt in Bulgarien und Rumänien noch so viel zu entdecken und zu sehen und wir werden sicherlich nochmal dorthin fahren.


Habe die Ehre

Gogolo


PS: Danke für die positive Bewertung des Bericht. Habe mir also nicht umsonst die Mühe gemacht.

ToniPETER am 04 Okt 2015 20:13:49

Servus!

Das Warten war´s wieder einmal wert!
Freue mich auf den nächsten Bericht.

rheinberger am 04 Okt 2015 23:22:39

Moin

vielen Dank.
Tolle Bilder und wie immer sehr gut geschrieben.

Rheinberger

alzu am 05 Okt 2015 05:33:33

Hallo Gogoline und Gogolo,
Vielen Dank für den Reisebericht, den ich mit viel Interesse verfolge. Zum fröhlichen Friedhof kann ich ev. was beitragen. Einige Inschriften auf den Grabkreuzen habe ich mir von einer lieben Freundin übersetzen lassen. Siehe: --> Link
Ich freue mich auf die Fortsetzung, nochmals vielen Dank.

Gast am 05 Okt 2015 06:41:31

Hallo Günter,

auch von uns ein Dankeschön für die vielen schönen Bilder und den wie immer ausführlichen und informativen
Reisebericht sowie die Mühe, die Du Dir damit gemacht hast. :dankeschoen:
:top: :daumen2:
Liebe von uns auch an Deine CO-Pilotin :wink:

Gast am 05 Okt 2015 20:49:26

Wieso "war", Arno, es kommt noch ein Bericht zu dieser Reise... :arrow: All: Danke für das Lob


Habe die Ehre

Gogolo[/quote]
Hallo, Gogolo
Damit war doch nur dieser Abschnitt Deines Berichtes gemeint!

Arno

Gogolo am 13 Okt 2015 15:34:11

Dies ist jetzt der letzte Bericht dieser Serie über unsere Fahrt ins unbekannte Europa und ich erzähle hier über die Heimreise und die Thermen Ungarns. Eigentlich gehört Ungarn nicht mehr zum unbekannten Teil Europas - ich werde diesen Teil in abgespeckter Form auch noch in den Ungarn-Bereich des Forums kopieren und einen Thread mit dem Titel "Ungarns Thermen" aufmachen. Dann können Alle ihre Erfahrungen zu den ungarischen Thermen dazu schreiben und es erwächst daraus ggf. ein Nachschlagewerk für die ungarischen Thermen.

Was erfreuliches: die Heizung im Gogolobil und damit die Warmwasserversorgung funktioniert wieder klaglos. Dennoch werde ich mich zu Hause mit dem Hersteller Truma in Verbindung setzen, denn wenn wir als Nächstes für rund 5-6 Monate nach Marokko fahren, dann sollte die Heizung und die Warmwasserversorgung schon einwandfrei funktionieren.

In Ungarn haben wir unsere Reise ausklingen lassen und einige Thermen in diesem geoaktiven Land besucht. Naturgemäß konnten wir nicht alle Thermen besuchen, sondern nur einige ausgewählte.

Wir haben Rumänien in Richtung Ungarn beim Grenzübergang in der Nähe von Oradea verlassen. Die Einreise nach Ungarn war ohne Kontrolle – nur die Ausweise haben wir vorgezeigt. Die eMaut für Ungarn habe ich schon einige Tage im voraus im Internet problemlos gebucht.

In Ungarn ist jetzt Erholung und Entspannung in den Thermalbädern angesagt. Ich freue mich schon auf die Bäder, denn es ist nach wie vor sehr heiß. Der Sommer ist dieses Jahr außergewöhnlich trocken, wie die Eingeborenen berichten.

Als erstes fahren wir den Ort Tiszafüred an. Die Etappe ist nicht lange und so sind wir schon gegen Mittag dort beim Thermalcamping Tiszafüred (--> Link?[de]) und bekommen noch einen recht schönen, gemischt-schattigen Platz, der auch SAT-Empfang zulässt. WLAN ist am Platz kostenlos. Seit unserem letzten Besuch vor rund 15 Jahren hat sich im Innenbecken des Thermalbades nicht viel verändert – es wurde nur alles viel älter... Bei den Außenbecken dagegen ist jetzt ein Schwimmbecken und ein Spaßbecken (neben einem Heilwasserbecken). Es ist ganz nett hier, aber es reißt einem nicht vom Hocker.










Es beginnt jetzt ein Ritual: täglich gleich nach dem Frühstück gehen wir ins Bad. Gut dass der CP einen eigenen unmittelbaren Zugang zum Bad hat und dieser Zugang von 8 Uhr früh bis 19:30 Uhr abends geöffnet ist. Nur an dem Tag, an dem wir mit dem Gogolobil einen Ausflug in die Pußta nach Hortobagy machten, war kein Badebesuch unsererseits.

In Hortobagy fuhren wir über die Neunbogenbrücke, das ist eines der berühmtesten Bauwerke Ungarns, 92m lang











Anschließend machten wir eine Pferdekutschenfahrt in die Pußta. Zu Beginn und auch zwischendurch waren Vorführungen mit den Pußta-Pferden. Wir sahen auch Zackelschafe, Wollschweine = Managalizaschweine (das Fleisch schmeckt sehr gut), Graurinder mit imposanten, weit ausladenden Hörner und eine Herde Wasserbüffel.















Die Tage vergingen wie im Fluge, wir haben öfters sehr gut und günstig die ungarische Küche genossen. Auch das Heilwasser (35°C) des Bades haben wir täglich morgens auf unsere alten Knochen einwirken lassen. Am Nachmittag gingen wir dann wegen der Hitze nochmals ins Bad, aber nicht ins Heilwasserbecken, sondern in das kühlere Schwimmbad um uns abzukühlen.

Nach über einer Woche haben wir das Bad gewechselt und sind eine kurze Strecke nach Miscolc-Tapolca gefahren. Dort gibt es ein Thermal-Höhlenbad; das sind Naturhöhlen mit Thermalbecken bzw. -wasser (--> Link). Das war ganz interessant zu sehen. Fotos vom Innenbereich waren wegen des Wasserdampfes nicht möglich, aber außen sah es so aus:





Es waren für unseren Geschmack zu viele Leute im Bad - insbesondere in der Höhle - und da es noch früher Nachmittag war, beschlossen wir nicht auf dem kostenlosen Stellplatz (gleich in der Nähe des Bades) zu übernachten sondern weiter zu fahren. Was sollen wir auch im aufgeheizten Fahrzeug den ganzen Nachmittag machen, denn es war wiederum ein recht heißer Tag und das Gogolobil stand wegen der Solaranlage in der Sonne. Wir fuhren nach Bogacs, ebenfalls ein CP am Thermalbad. Dort gibt es zwei Campingplätze, einer gleich in der Nähe des Thermalbades (fußläufig 3 Minuten), der andere mit unmittelbaren CP-Anschluß (kein Zaun zwischen CP und Bad! Voller Badelärm). Wir checkten bei ersterem CP ein, denn da war der Trouble nicht gar so groß wie am Thermalcamping. Und diesen Platz kannten wir schon aus dem Jahre 1999, wo wir auch mit unserem alten Hanomag-Womo („Hani“ genannt) waren. Der Platz hat sich kaum verändert. Das Bad ist allerdings schöner und größer geworden (--> Link).









Das tägliche Baderitual ist während des Aufenthalts hier in Bogacs gleich geblieben. Und auch am Abend war eine Radtour zu den oben am Hang liegenden Weinkellern tägliche Übung. Wir mussten schließlich einige der über 80 Weinkeller dort oben ausprobieren.







Ungarn hat noch viel mehr Bäder und so war unsere nächste Badestation der Ort Papa. Aber wir sind nicht unmittelbar nach Papa gefahren, sondern haben eine Zwischenübernachtung in Dunaföldvar eingelegt. Dort waren wir schon bei der Anreise zum Donaudelta, wo wir in der nahegelegenen Halaszcarda so eine hervorragende geröstete Welsleber gegessen hatten. Das haben wir nochmals wiederholt und auch einen Salat mit Wels-Grammeln vertilgt. Sehr gut und absolut zu empfehlen!

Wir sind dann am nächsten Tag nach Papa gefahren. Der dortige Thermal-CP (nur zu rund 50% belegt - --> Link) ist absolut gut in der Ausstattung, hat große Stellplätze und ist sehr gepflegt. Das Restaurant „Oasis“ des CP ist wirklich Spitze! Das Thermalbad dagegen ist ein – ich bezeichne es mal so – MickeyMouseBad. Insbesondere weil der Außenbereich schon Ende August geschlossen hatte, war nur ein! Thermalbecken, das eine Verbindung vom Innen- zu Außenbereich hatte, in Betrieb. Allerdings ist auch der Eintrittspreis nicht hoch: für Pensionisten kostet die Tageskarte nur rund 3,50€. Es waren zwar weniger Leute da, aber so richtig wohl haben wir uns im Bad nicht gefühlt. Auch besteht kein unmittelbarer Zugang vom CP zum Bad, ein Fußweg von ca. 5 Minuten ist angesagt.







Der Ort Papa ist vom CP aus schnell erreicht und ist schon sehenswert. Es gibt neben dem Esterhaszy-Schloss auch einen großen Park mit vielen alten Bäumen auch eine nette Fußgängerzone (in der es zum ersten mal wieder auf der Reise deutsche Zeitungen zu kaufen gibt). Im Schlossbereich fanden gerade Weintage mit einigen Ständen statt bei denen es Weine aus den verschiedenen ungarischen Regionen zu verkosten gab.









Da uns das Bad in Papa nicht so richtig zusagte, sind wir nach Sarvar gewechselt. Das war kein großer Aufwand, denn von Papa nach Sarvar sind es nur ca. 50km. Der dortige Thermal-CP (mit unmittelbarem Zugang zur Therme und freiem WLAN) ist auch nicht sehr voll belegt und wir erhalten – ich hatte mich bereits per eMail aus Papa vorangemeldet – einen schönen sonnigen Platz. Das ist jetzt der letzte CP in Ungarn (--> Link). Hier noch einige schöne Tage im Bad, das den Außenbereich und alle Becken noch geöffnet hat, und dann geht es endgültig nach Hause.

Im Bad herrscht ziemlicher Betrieb, aber bei dem großen Gelände verlaufen sich die Leute und man findet für sich auch ein ruhiges Fleckerl.












Ein kleines Erlebnis am Rande: eine junge Frau kam mit einem Zettel, worauf stand, dass sie etwas zum anziehen und zum essen bräuchte, bettelnd auf den CP. Ich machte ihr deutlich, dass ich ihr gerne ein Kilo Reis und/oder Nudeln geben würde, worauf sie das entschieden ablehnte und nur Geld haben wollte... Ob das jetzt ein Flüchtling war, das ist mir nicht bekannt.

Neben dem täglichen Baderitual machte ich auch noch Radausflüge, Wanderungen in der am CP angeschlossenen Seenplatte, waren bei der Fußpflege (ich habe mir von den Kangal-Fischen wieder die Hornhaut abknabbern lassen) und ansonsten haben wir uns einfach erholt und uns wohl gefühlt. Es hat immer noch sehr warmes Wetter mit rund 30°C.







Das Wetter schlägt in der zweiten Septemberhälfte langsam um, es wird wolkig und etwas kühler. Zeitlich genau richtig zur Weiterfahrt nach Hause. Wir brechen auf und fahren zum Womo-Stellplatz in Wien. Eigentlich wollten wir in Wien nochmals zum Schnitzelessen zum Figlmüller, aber wir hatten leider keine Chance, einen Platz zu bekommen. So gingen wir zum Chinesen gleich beim Stellplatz und haben uns am Büfett bedient.

Noch einen Zwischenstopp am CP Fenningerspitz am Wallersee bei Salzburg. Dort haben wir eine ganz liebe Bekannte von unserer Überwinterung auf den kanarischen Inseln getroffen und eine nette Zeit verbracht. Gleich in der Nähe in Eugendorf hatte ich noch bei der dortigen Iveco-Niederlassung einen Termin um ein Geräusch im Zwischengetriebe abzuklären. Aber dann ging es auf der Autobahn über Salzburg schnurstracks nach Hause. Am Grenzübergang gab es noch Wartezeiten wegen der Flüchtlingskontrollen. Gesehen haben wir allerdings auf der ganzen Reise keinen einzigen Flüchtling – oder vielleicht doch eine(n) oder zwei.

Zu Hause angekommen wollten wir gleich mal wieder bayrisch essen. Da gibt es so ca. 4km von unserem Heimatort entfernt ein gutes, preiswertes bayerisches Lokal (mit angeschlossenen Campingplatz sogar), wo es ganz hervorragende Scheinshaxn gibt. Und eine solche habe ich mir gegönnt; schaut diese Haxe nicht herrlich aus?





Vielen Dank liebe Leser, dass ihr uns auf dieser Reise virtuell begleitet habt, dann waren wir doch nicht ganz alleine.

Wie geht es jetzt weiter?

Es stehen wieder ärztliche Kontrolluntersuchungen an, auch der Zahnarzt möchte mit einer Zahnreinigung wieder an uns Geld verdienen. Soziale Kontakte wollen ebenfalls gepflegt werden. Und natürlich muss das Gogolobil geputzt, die Wäsche muss gewaschen und die Vorräte sollen ergänzt werden. Zwischendurch ist noch ein Bimobil-Treffen am Bodensee.

Aber Mitte November geht es schon wieder auf Tour. Wir möchten in der Wärme bis April überwintern und haben uns dazu Marokko ausgesucht. Aber das wird dann zu gegebener Zeit ein eigener Reisebericht, wenn es wieder heißt: „Das Gogolobil unterwegs: "Winter in Marokko 2015/16“.


Bis dahin viele und


Habe die Ehre

Gogolo

Lancelot am 13 Okt 2015 15:59:48

Ein sehr schöner Abschlußbericht einer wirklich ungewöhnlichen (vom Zielgebiet her) Reise .. :ja:
Herzlichen Dank fürs "mitfahren lassen".

:dankeschoen:

wwolter am 13 Okt 2015 16:10:25

Hallo Gogolo,
vielen Dank für die „Mitreisemöglichkeit“ durch Osteuropa. Es war ein Genuss! Ich wünsche Euch ereignisarme Arztbesuche und viel Vorfreude für Marokko.
Ein Dankeschön von Wilhelm

eva b. am 13 Okt 2015 16:11:49

Auch von mir einen ganz lieben Dank für deinen wunderschönen Bericht :dankeschoen:
Wer weiß, vielleicht wandel ich ja in ein paar Jahren auf euren Spuren, deine Reise hat mich neugierig gemacht.
Und jetzt freu ich mich schon auf eure Überwinterung in Marokko :ja:

alzu am 13 Okt 2015 17:28:49

Danke fürs mitnehmen, ich habe jede Zeile und jedes Bild genossen und freue mich schon auf Eure nächste Reise.
Viel Gesundheit und noch viele interessante Fahrten wünscht Euch
Alfred

Anne42 am 13 Okt 2015 17:33:38

ein ganz herzliches Dankeschön einmal wieder, für diesen überaus interessanten Reisebericht. Freue mich auch schon auf die Winterreise!!!!!!!!!!!!!!

ToniPETER am 13 Okt 2015 17:52:51

Servus!

Schön, dass Ihr wieder Gesund nach Hause gekommen seid.
Vielen Dank noch mal für den schönen und sehr interessanten Reisebericht.

Gast am 13 Okt 2015 19:54:17

Danke Gogolo,war wieder spitze.Viel spaß beim überwintern in Marokko,ist ein großartiges Land.

Arno

belvenfish am 13 Okt 2015 20:03:57

Vielen Dank und es hat mir riesig viel Spass gemacht "mitreisen" zu dürfen!

Und auf Afrika freue ich mich auch schon...


Beste und alles Gute,

G

19grisu63 am 13 Okt 2015 20:16:42

Ich sag auch einfach mal danke für einen sehr bildhaften und wirklich schönen Reisebericht. Wir haben ja noch einige Jahre Zeit bis zu unserm (Un)ruhestand, aber so stelle ich mir das vor. Vielen Dank dafür, dass Ihr uns immer wieder die Zeit mit Euren Berichten versüßt :top:

Gogolo am 14 Okt 2015 13:41:33

Vielen Dank für euer nettes Lob! Das tut gut und lässt die Zeit vergessen, die man vor dem Bericht gesessen, nach Worten gerungen und die Bilder bearbeitet hat. So ein Lob ist fast besser als eine positive Bewertung.


Wie dem auch sei, es ist Ansporn für mich, auch über die Überwinterung in Morokko zu schreiben und meinen Fotoapparat dorthin nicht nur mitzunehmen sondern auch zu benutzen.


Habe die Ehre

Gogolo

schorsche51 am 14 Okt 2015 14:47:01

Wieder Super Bericht und schöne Bilder... die Schweinshaxe :zustimm: wie Gemalt, haste verdient ... Danke für deine Mühe.

dylan08 am 14 Okt 2015 15:05:32

Untersteh dich und lass den Fotoapparat zuhause! :razz: Bin schon gespannt auf den Bericht.

Waldi am 14 Okt 2015 15:28:47

Hallo ihr Weltenbummler

Und wieder hast du einen wunderschönen Reisebericht erstellt.

Ich sage Danke

Waldemar

Variophoenix am 14 Okt 2015 16:58:26

Schöner Bericht. Da kommt Neid auf. Ich wil auch. :oops:

sidec am 14 Okt 2015 17:43:57

Auch ich sag Danke fürs Mitnehmen. Als Alleinfahrerin fehlt mir der Mut zu solchen Fahrten, da muss es ein Reisebericht auch tun.

Wegen Wien - wir haben damals gelernt, dass man sich in Wien immer und überall im Restaurant anmelden und den Platz reservieren lassen muss. Wenn's klappt, fahren wir heuer noch mal hin, da ich aber ein "Stricher" bin, wird es wohl eher auf den Fernbus hinauslaufen. Oder ich miete mir mal ein anderes Womo testweise... :razz:

frankjasper8 am 17 Okt 2015 21:45:03

Hallo Gogoline und Gogolo,

das war wieder ein grandioser Reisebericht von Euch, vielen, vielen Dank dafür. :daumen2:
Durch Eure Reise ist es mir möglich, auch für mich wohl unerreichbare Gegenden und Länder zu "bereisen". Die vielen Fotos bringen mir zumindest einen großen Teil der Länder näher.
Für mich als Alleinreisendem und noch in einem Arbeitsverhältnis stehendem "Nicht-Rentner" :D sind solche Ziele in weiter Ferne.
Danke, daß Ihr mich im Gogolobil habt mitreisen lassen.
Und Danke für die umfangreiche Arbeit, die Ihr Euch Beide mit dem Reisebericht gemacht habt.

:dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen: :dankeschoen:


Jetzt könnt Ihr Euch erst einmal einige Tage Ruhe gönnen, das Gogolobil und Euch selbst pflegen und Kraft tanken im schönen Rosenheim. Und dann darf ich mich schon jetzt als Mitfahrer outen, wenn Ihr zu Eurer Überwinterung startet. Ich mach mich auch ganz dünn :D .

shoe1 am 18 Okt 2015 11:20:47

Hallo Gogolos,
auch von mir ein herzliches Dankeschön für diesen interessanten Reisebericht und Danke für deine Mühe! Deine wunderbar geschriebenen Geschichten und die Bilder sind immer wieder Anregung für unsere Reisen.
Liebe
Sonja und Rupert

Antarena am 18 Okt 2015 18:16:43

Auch ich danke für den tollen Bericht und die vielen Bilder :-)


Anke

Gogolo am 23 Okt 2015 18:23:35

frankjasper8 hat geschrieben:
Jetzt könnt Ihr Euch erst einmal einige Tage Ruhe gönnen, das Gogolobil und Euch selbst pflegen und Kraft tanken im schönen Rosenheim. Und dann darf ich mich schon jetzt als Mitfahrer outen, wenn Ihr zu Eurer Überwinterung startet. Ich mach mich auch ganz dünn :D .



:arrow: Alle: Danke nochmals für das Lob.

Ja, für Mitfahrer haben wir noch viel Platz. Ich koche auch gerne für euch alle.... da kannst du dich anschließend NICHT dünn machen :D :D :D


Es kribbelt schon wieder im Kopf, das ist das Fernweh. Und wenn alles gut geht und keine unerwarteten Verzögerungen auftreten, dann müssen wir noch rund 18x schlafen, dann geht es wieder auf Tour.



Habe die Ehre

Gogolo

wollina am 23 Okt 2015 19:33:20

Ich bedanke mich auch für den ausführlichen informativen Bericht mit den interessanten Bildern. Vor allem der Einladung zum Essen kann ich nicht wiederstehen und springe schon mal ins Auto und warte geduldig auf die Abreise nach Marokko, da wir diesen Winter keine größere Reise machen.
Wir haben dort vor 20 Jahren mit Womo eine geführte Tour mitgemacht. Sind gespannt was sich so verändert hat.

Wünschen viel Spaß, gute Gesundheit und bleibt von Pech, Pannen und Pleiten verschont.
wollina

frankjasper8 am 23 Okt 2015 21:46:03

Gogolo hat geschrieben:
Ja, für Mitfahrer haben wir noch viel Platz. Ich koche auch gerne für euch alle.... da kannst du dich anschließend NICHT dünn machen :D :D :D

Es kribbelt schon wieder im Kopf, das ist das Fernweh. Und wenn alles gut geht, dann müssen wir noch rund 18x schlafen, dann geht es wieder auf Tour.

Habe die Ehre

Gogolo



Hallo Gogolo!

Na ja, mit dem "Dünn machen" hätte ich ehrlich gesagt auch Probleme :D , deshalb kurve ich ja auch immer allein durch die Gegend, dann habe ich das Heckbett des "Solano" für mich gaaanz alleine :D

Aber, wenn wir uns wirklich einmal treffen sollte... :D
Es hätte ja vor ein paar Jahren in Grünendeich an der Elbe fast geklappt, als Ihr mit dem Gogolobil die Straße am Elbdeich gefahren seid und ich oben auf dem Deich spazieren gegangen bin. :)

18 mal noch schlafen... Ich muß wohl noch etwa 180 mal schlafen bis zur nächsten Reise :oops:
aber morgen werde ich das Mobil mal für eine Stunde bewegen und Winterdiesel tanken

Aber ich will Dir den Thread nicht kaputt machen, deshalb "sorry für diese kleine Ausschweifung ins OT!"

Rigema am 24 Okt 2015 06:12:28

Danke, lieber Gogolo,
für den tollen Reisebericht und die qualitativ wirklich hervorragenden Fotos!
Du hast uns richtig Lust gemacht, Eure Reise auch mal zu wagen....

Euch Beiden alles Gute!

Liebe
Rigema

Gogolo am 24 Okt 2015 16:05:15

frankjasper8 hat geschrieben:Aber ich will Dir den Thread nicht kaputt machen, deshalb "sorry für diese kleine Ausschweifung ins OT!"



Ist schon OK, der eigentliche Reisebericht ist ja zu Ende. Und am Ende kann auch über etwas anderes gesprochen/geschrieben werden.


rigema hat geschrieben:Du hast uns richtig Lust gemacht, Eure Reise auch mal zu wagen....



Da brauchst du nicht "wagen". Fahrt einfach zu, wenn ihr genügend Zeit habt. Wir hatten auf der ganzen Reise nicht eine "gefährliche" Situation, wenn man von der Fährüberfahrt mit dem rostigen Ponton im Donaudelta absieht. Aber auch die war nicht wirklich gefährlich. Ein Rumäne, der sehr gut deutsch sprach, sagte wörtlich zu uns: "Hier im Lande bei uns seid ihr sicher, unsere Kriminellen sind alle im Ausland bei euch". :lol: :lol: :lol:


Habe die Ehre

Gogolo

thatslife am 24 Okt 2015 16:59:27

Danke, Danke für den tollen Reisebericht!

thatslife

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