Dometic
motorradtraeger

Das Gogolobil unterwegs: ins unbekannte Europa 2015 1, 2, 3, 4, 5


belvenfish am 06 Jun 2015 21:13:25

Gogolo,

Der Kenner genießt und schweigt ...

und weiter viel Spaß, Gernot

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Gogolo am 13 Jun 2015 16:55:10

Der letzte Stellplatz in Ulm war zwar sehr praktisch als Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung, aber als gleichzeitiger Großparkplatz Park&Ride doch sehr lebhaft. Hinzu kam, dass abends viele Leute den Platz als Ausgangspunkt für ein Picknick im angrenzenden Park nutzen und dabei wohl auch teilweise mit Alkohol in Berührung kamen, was letztlich nachts zu langen und lautstarken Diskussionen vor der Heimfahrt führte. Wir waren auf alle Fälle froh, wieder den Platz verlassen zu können.

Von Ulm ging es an Fronleichnam schnurstracks nach Ingolstadt. Bei einer ziemlichen Bullenhitze kamen wir mittags in Ingolstadt an und bezogen gleich einen schönen schattigen Platz im ansonsten sehr vollen Stellplatz. Der elektrische Strom ist im Stellplatzpreis inbegriffen – und das ist gut so, da die Solarzellen auf dem Gogolobil im Schatten nicht arbeiten.




Da es weit über 30° im Schatten hatte, war am Nachmittag Siesta im Schatten angesagt. Trotzdem rafften wir uns auf um den vielgepriesenen Biergarten am Rande des Stellplatzes einen Besuch abzustatten und zu schauen, ob wir dort zu Abend essen können. Aber welche Enttäuschung: am Biergarten spielte ein Alleinunterhalter lautstark uralte Lieder in einer derartigen Lautstärke, dass sich die Schnitzel im Teller wölbten. Darüber hinaus lies auch die Speisekarte sehr zu wünschen übrig. Daher war unser Entschluss schnell gefasst: wir gehen am Spätnachmittag, wenn es nicht mehr so heiß ist in die Altstadt von Ingolstadt, besichtigen diese und kehren irgendwo in einem schattigen, ruhigen Speiselokal mit schöner Speisekarte ein.


Gesagt getan, die Besichtigung der Altstadt mit den alten Fassaden der Häuser war wirklich ein sehr schönes Erlebnis. Ich wusste gar nicht, dass Ingolstadt auch ein Schloss inmitten der Stadt hat. Ingolstadt ist nach München die zweitgrößte Stadt Oberbayerns und nach München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg (zur letzteren Stadt kommen wir auch noch hin) die fünftgrößte Stadt Bayerns. Schon in der Keltenzeit war die Gegend besiedelt und später immer wieder Zentrum des bayerischen Herzogtums. Jetzt ist Ingolstadt vor allem bekannt durch die AUDI-Werke im Norden der Stadt.

Der historische Stadtkern und das Schloss ist im spätnachmittaglichen Licht sehr photogen:










Gegessen haben wir übrigens hervorragend bei einem Griechen („Delphi“) in der Innenstadt inmitten eines schattigen Biergartens.




Das Wetter ist unverändert heiß – auch in Kelheim, der nächsten Station unserer Reise entlang der Donau. Nachdem wir in Ingolstadt schon um 09:30 Uhr aufbrechen sind wir schon bald an einem Zwischenziel angelangt, das m.E. unbedingt angefahren werden sollte, wenn man schon einmal in der Gegend ist: Abensberg mit dem Brauereiturm des Künstlers Hundertwasser – auch Kuchlbauerturm genannt (nach dem Namen der Brauerei). Der 34,19 Meter hohe Turm wurde erdacht und geplant von weltbekannten Künstler Friedensreich Hundertwasser, der im Jahr 2000 noch während der Planungsphase starb. Errichtet wurde der Bau nach dem Tod Hundertwassers von dem Architekten Peter Pelikan. Unter der Regie von Leonhard Salleck, dem Inhaber der Brauerei, wurde der der schöne Turm gottseidank vollendet. Ursprünglich sollte der Turm 70 Meter hoch werden. Dagegen erhob – wie so oft - der Denkmalschutz Einwände, angeblich um die Silhouette der Abensberger Altstadt nicht zu beeinträchtigen. Dabei ist dieser Turm doch soooo schön. Parken kann man übrigens gleich dort bei der Brauerei Kuchlbauer.









Bevor wir zu unserem Tagesziel Kelheim weiterfuhren, genehmigten wir uns im Schatten des Hundertwasser-Turms noch ein Radler und dazu frische Weißwürste mit Breze. So gestärkt brachten wir die restliche halbe Stunde Fahrt auch noch gut hinter uns.

In Kelheim, einer recht netten Stadt, richteten wir uns auf dem dortigen Stellplatz noch schnell häuslich ein, gingen dann zum Schiffsanleger, denn vor dort startet auch die „Ludwigsbahn“. Die kleine weiß-blaue Bahn startet alle Stunde zu ihrer Fahrt auf die Befreiungshalle. Die Halle ist sowohl von außen wie von innen recht beeindruckend, obwohl sie zum großen Teil für Renovierungsarbeiten eingerüstet ist. Und auch die Aussicht auf Kelheim ist nicht zu verachten. Habe ich schon gesagt, dass wir herrliches, aber brütend heißes Wetter hatten? Die Bilder zeigen es:














Man kann übrigens auch mit dem Womo zum oberen Parkplatz der Befreiungshalle hinauffahren und wahrscheinlich auch dort übernachten.


Es war auch am nächsten Tag wieder so heiß und wir versuchten, das Beste daraus zu machen: eine Bootsfahrt zur Wallfahrtskirche des Benediktinerklosters in Weltenburg. Dazu ging es gleich in der Nähe des Stellplatzes vom Schiffsanlieger (dort wo wir gestern mit der Ludwigsbahn zur Befreiungshalle losgefahren sind) durch den beeindruckenden Donaudurchbruch bei Kelheim in einer 40minütigen Fahrt zur malerisch gelegenen Klosteranlage.





Das Kloster Weltenburg ist das älteste in Bayern, gegründet um das Jahr 600. Das heutige Aussehen geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Die beiden genialen Künstler Cosmas Damian und Egid Quirin Asam bekamen 1716 den Auftrag, die Kirche neu zu gestalten. Und mit welcher beeindruckenden Art sie das machten, zeigen ein paar Bilder aus dem inneren der Kirche. Leider war es mir verwehrt, die Klosteranlage von oben zu fotografieren, wie sie auf vielen Prospekten zu sehen ist – aber dazu hätte ich wohl einen Hubschrauber oder eine Fotodrohne gebraucht.









Im Biergarten des Weltenburger Klosters bzw. der Klosterschänke ließen wir uns natürlich auch das weltberühmte „Barock Dunkel“, das älteste Dunkel der Welt und eine gute Brotzeit schmecken.

Unsere Fahrt geht weiter der Donau entlang nach Regensburg, der nächsten Station. Bei Regensburg erreicht die Donau den nördlichsten Punkt ihrer Reise von der Quelle bis zum schwarzen Meer. Parken kann man ganz gut am Dultplatz, und dann sind es nur ein paar hundert Meter bis zum Zentrum der Stadt. Und wieder ist ein Bauwerk wegen Renovierungsarbeiten ziemlich eingerüstet: die berühmte Steinerne Brücke. Nachdem diese Brücke derzeit nicht so fotogen ist, ist aber die Aussicht von dort auf Donau und Altstadt umso schöner.

Und wieder haben wir Pech, denn als wir den Dom besichtigen wollten hatten wir gerade noch 10 Minuten dafür Zeit, denn dann wurde der Dom geschlossen, da an diesem Tage nachmittags eine Bischofsweihe zelebriert wurde. Dafür besichtigten wir die schönen kleinen Gässchen und Plätze in der Fußgängerzone Regensburgs





Nur wenige Kilometer sind es von Regensburg nach Donaustauf, dort wo auf einer Anhöhe die Walhalla protzig im klassizistischen Stil thront und auf die Donau hinab blickt. Donaustauf hat zwar auch einen Stellplatz, aber den nehmen wir nicht in Anspruch.

In der Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf werden - ursprünglich auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwig I. - seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ mit Marmorbüsten und Gedenktafeln („marmorne Schädelstätte“ lt. Heinrich Heine) geehrt. Momentan umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Gedenktafeln, die an 195 Personen, Taten und Gruppen erinnern. Allmählich wird es richtig eng in der Walhalla...











Um bei dem heißen Wetter noch ein wenig die Klimaanlage des Fahrzeugs zu genießen, fahren wir noch weiter nach Deggendorf und machen es uns dort auf dem neu gebauten Stellplatz gemütlich. Nur ganz langsam wird es am Abend etwas kühler. Von den im Wetterbericht angekündigten heftigen Unwettern blieben wir bisher gottseidank verschont. Eine Besichtigung von Deggendorf am nächsten Tag entfällt, da in der Nähe des Stadtzentrums kein geeignet großer Parkplatz für das Gogolobil frei war.

Und schon ging die Fahrt weiter nach Passau, der Stadt in der Donau, Inn und Ilz zusammenfließen. Vorher wurde nochmals ein Supermarkt aufgesucht um zum einen die Vorräte zu ergänzen, zum anderen um die leeren Pfandflaschen los zu werden. Wir kennen Passau schon von mehreren Fahrten her und stellten uns für ein paar Stunden gleich auf den Wohnmobilstellplatz, da dieser bei der Einmündung der Ilz doch sehr verkehrsgünstig für eine Stadtbesichtigung liegt. Der Dom von Passau ist zwar nicht eingerüstet, aber für eine Besichtigung leider geschlossen, da gerade im Inneren ein kostenpflichtiges Orgelkonzert stattfindet. Nach zwei Stunden in schwül-heißer Luft und sengender Sonne haben wir genug von der Stadt und Stadtbesichtigung und fahren weiter.









Wir fahren immer am rechten Rande der Donau, parallel zum Donauradweg, entlang und verlassen Deutschland nach Österreich. Schließlich landen wir bei Schlögen an der sog. Schlögener Schlinge. Über einen schmalen Wirtschaftsweg, en wir uns mit den Radfahrern teilten, geht es noch ein paar Kilometer weiter bis wir beim „Gasthof zum St. Nikolaus“ am dortigen Campingplatz unmittelbar am Ufer (drei Meter entfernt) der Donau für eine paar Tage unser Quartier aufschlagen. Dort können wir herrlich und bequem „Schiffe gucken“ - wie die Preussen sagen würden.







Wir liegen allerdings nicht faul auf der Haut, sondern machen mit den Pedelecs mehrere Ausflüge entlang dem Donauradweg – bis hinauf zum Aussichtspunkt der Schlögener Schlinge. Am ersten Abend grummelt es und schwarze Wolken stehen am Himmel, nachts prasselt der Regen auf das Dach des Gogolobils. Am Morgen hört der Regen auf und es ist alles wolkenverhangen, aber angenehm kühl. In der weiteren Zeit wird das Wetter immer besser und sonniger. Ideal für Unternehmungen in der näheren und weiteren Umgebung. Selbst Maikäfer krabbeln/fliegen noch herum.









Der einzige Nachteil dieses landschaftlich wunderschön gelegenen Campingplatz ist das Nichtvorhandensein eines WLANs und auch eines schnellen Internets über Handyverbindung. Bei letzterem ist maximal 2G-EDGE das Maß der Dinge – also sehr, sehr langsam. Daher hat auch dieser Bericht gedauert – fertig war er schon einige Zeit. Nur ein schnelles Netz hatte ich noch gebraucht.


Jetzt sind wir schon auf dem Weg über Linz in die Wachau und Wien, aber darüber dann mehr im nächsten Bericht



Bis dahin viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

Beduin am 13 Jun 2015 17:22:19

Sehr sehr schöner Platz und weil ich neugierig war........ hier der link :) --> Link
Auch sehr schöner Bericht mit tollen Bildern!

Gogolo am 13 Jun 2015 17:58:24

Danke, Ina, für die Ergänzung des Links. Den habe ich tatsächlich vergessen. Aber auf dich kann mann/frau sich halt verlassen!


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 13 Jun 2015 19:15:39

Hallo Günter,

Danke, daß Du uns auf Deinem Weg in den "wilden Osten" :lach: mitnimmst und auch so viele schöne Bilder
aus unserer nahen Heimat eingestellt hast.
Wir wünschen Euch weiterhin viele und schöne Erlebnisse ! :ja:

Gogolo am 13 Jun 2015 19:36:03

Hallo Peter, schaun wir einmal, wie weit wir in den wilden Osten kommen und wie wild er tatsächlich ist. Ich habe gestern erst zu Gogoline gesagt: wenn uns im wilden Osten die Mücken an der Donau auffressen, dann flüchten wir so schnell wir können in mückenfreie Gebiete. Ich mag nur zwei Dinge nicht: Mücken und Schlangen. Erstere sind absolut lästig, vor den zweiten habe ich Angst.

Habe die Ehre

Gogolo

frankjasper8 am 13 Jun 2015 21:06:29

Hallo Gogoline & Gogolo,

ich verschlinge gerade Euren Bericht und inhaliere die tollen Fotos. Da sind auch ein paar mir schon bekannte Orte dabei.
So habe auch ich z.B. schon eine Nacht in Ulm auf dem Stellplatz verbracht und fand den auch nicht so schön aus den von Euch genannten Gründen. Kelheim mit dem Kloster Weltenburg, das habe ich auch schon gesehen und Regensburg und Passau.

Aber dennoch war und ist es eine tolle Anregung, mal wieder diese Richtung anzusteuern. Ich bräuchte dann keinen Reisebericht zu schreiben :wink: und müsste nur auf Euren Bericht verweisen. :lach:

Ich bin schon gespannt, wie Eure Reise an der Donau entlang weiter geht und freue mich auf die nächsten Bilder. :ja:

Alles Gute für Euch und eine knautschfreie Reise! :)

Gast am 13 Jun 2015 22:16:12

Hallo, Gogolo

Toller Bericht,ich war auch schon dort,die Freiheitshalle ist wirklich sehr beeindruckend,ebenso die Walhalla.Wenn Ihr entlang der Donau fahrt solltet Ihr das Stift Melk besichtigen,dazu habe ich noch einen Tip für die Übernachtung: CP Aue,klein aber sehr modern,im daneben gelegenen Sportlerheim kann man gut und preiswert essen.Oben auf dem Damm ist die Rezeption und morgens gibt es dort auch Frühstück,Schiffe gucken incl.

Arno

Gogolo am 13 Jun 2015 22:19:49

Hallo Arno, danke für den Tipp. Habe aber in der Nähe von Melk kein "Aue" gefunden. Hast du nähere Angaben dazu bzw. zum CP? Danke im voraus.


Habe die Ehre

Gogolo

Beduin am 14 Jun 2015 08:46:12

Fährhaus Melk --> Link habe ich gefunden, nahe dem Kloster, direkt an der Donau --> Link

Gogolo am 14 Jun 2015 09:50:09

Liebe Ina, du bist die Beste! Hab recht herzlichen Dank. Sollten wir dort stehen, dann denke ich an dich und an Arno.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 15 Jun 2015 14:53:15

Hallo Ina, wir sind am Fährhaus Melk (gerade angekommen), ganz nett. Aber wahrscheinlich ist das nicht der von Arno genannte Platz, denn ein Sportlerheim ist weit und breit nicht in Sicht. Aber im Fährhaus kann man auch ganz gut essen, zumindest die Speisekarte verspricht Gutes. Und einen schönen Blick auf die Donau hat man von der Terasse auch.


Habe die Ehre

Gogolo

raribay am 15 Jun 2015 15:22:01

Vllt hat Arno diesen Platz gemeint: --> Link

schaetzelein am 15 Jun 2015 15:29:49

toller Bericht wie immer von dir Günter, Dankeschön.
Wir sind die gleiche Strecke, nicht ganz so ausführlich in Baden-Württemberg (weil wir in der Ecke wohnen) auch schon abgefahren. Leider hat die Zeit bei uns nur bis kurz vor Linz gereicht.
Ich freu mich schon auf deine weiteren Ausführungen. Bestimmt werden wir dir dann irgendwann mal hinterher fahren ;D

Beduin am 15 Jun 2015 16:20:41

raribay hat geschrieben:Vllt hat Arno diesen Platz gemeint: --> Link


Bestimmt :)

Lancelot am 15 Jun 2015 17:52:54

Menno - da bist du mal in IN und wir sind nicht da ... :tanz:

Tipps für Wachau : essen beim Jamek in Joching
SP in Rossatzbach - der Betreiber ist auch Winzer. Verkostung ... :ja:
Noch in Rossatzbach - in Gehentfernung vom SP - der Heutige Rerl-Fischer : guter Wein, gute Jause. Probier den Merlot !!! Eine Rarität in der Wachau

:)

belvenfish am 15 Jun 2015 20:08:10

Fährst du sicher auch hier vorbei:

--> Link

Die Heimat des Goggomobils :)

und weiter viel Spass, Gernot

Gast am 15 Jun 2015 20:32:47

Genau, das ist der Platz,falls Ihr hinfahrt viel Spaß dort.Falls Ihr Zeit und Lust habt solltet Ihr einen Abstecher zum Neusiedler See, CP Podersdorf machen,es lohnt sich schon wegen der Ausgrabungen in der nähe aus der Römerzeit.

Arno

Gogolo am 15 Jun 2015 20:51:05

belvenfish hat geschrieben:
Die Heimat des Goggomobils :)



Gernot, unser Fahrzeug heisst nicht Goggomobil - sondern Gogolobil! Genau so wie mein Nickname!


Habe die Ehre

Gogolo

trevor2 am 16 Jun 2015 22:54:02

Hallo Gogolo und Gogoline,

lese mit Spannung und großem Interesse Euren Bericht. Bis jetzt noch weitgehend bekannte Gebiete. Freu' mich dann auf Eure weitere Reise in für mich unbekannte Gefilde... :ja:

Euch weiter eine knitterfreie reise und viele schöne Erlebnisse und Begegnungen!

Gogolo am 16 Jun 2015 23:25:46

trevor2 hat geschrieben: Bis jetzt noch weitgehend bekannte Gebiete.



Bis einschließlich Ungarn sind die Gebiete auch für uns größtenteils bekannt (wobei bei der deutschen Strecke der Donau für uns reisemobiltechnisch durchaus Neuland dabei war). Aber hier ist eindeutig der Weg das Ziel, d.h. wir fahren die geplante Strecke relativ langsam ab und steigern dadurch die Spannung auf das für uns Unbekannte und Neue. Wir sind ja auch erst knapp 3 Wochen unterwegs und der Schluss der Reise ist erst für Ende September geplant.


Habe die Ehre

Gogolo

trevor2 am 17 Jun 2015 09:39:04

Hallo Gogolo,

ja, das stimmt. Ich kenne die Gegend nur ohne Womo und von früher, also viele Jahre her und eine ganz andere Situation!
Deswegen finde ich Deinen Bericht auch so spannend - dort überall im Geiste nochmal hinzukommen ist schön!

Ungarn bin ich nur zweimal durchgereist, deshalb kenne ich es ausser Budapest nur vom Durchfahren. Dafür Rumänien wieder etwas besser, aber das ist auch ewig her, wo ich dort war... zur Zeit lebt ein Freund von uns in Rumänien (Siebenbürgen) und ist total begeistert von den Menschen dort. :ja: Und die Landschaft ist ja in Rumänien nach wie vor sehr abwechslungsreich und wunderschön! :)

Euch also noch eine spannende Zeit bis dahin! Dieses langsame Reisen und die Gegenden erkunden ist auch unsers. Leider haben wir ja noch nicht soviel Zeit am Stück wie Ihr, aber wir arbeiten daraufhin... :ja: :lach:

Ganz herzliche an die Donau!

belvenfish am 20 Jun 2015 14:05:54

Hallo Gogolo,

War mir schon klar, aber wegen der weitgehenden Übereinstimmung hätte ich persönlich das amüsant gefunden :wink:


, Gernot

Gogolo am 20 Jun 2015 17:59:40

Ein herzliches Danke an "reisemobil.online.cx" der in seinem Wien-Bericht die Gaststätxte Figlmüller (--> Link) und die dortigen Schnitzel empfohlen hat. Diese Empfehlung sind wir nachgekommen und haben heute diese riesigen Schnitzel genossen - hervorragend und wert zum weiterempfehlen! Superzart und riesengroß. Man stelle sich eine alte Langspielschallplatte vor, die auf einem zu kleinen Teller liegt. Dann hat man die Größenverhältnisse des Schnitzels. Ich habe bewusst kein Foto davon gemacht um euch nicht unnötig das Wasser im Mund zusammen laufen zu lassen :D :D :D


Habe die Ehre

Gogolo

pipo am 20 Jun 2015 18:59:22

Gogolo hat geschrieben:hervorragend und wert zum weiterempfehlen! Superzart und riesengroß.

Schön das Ihr Euch geopfert habt :ja: :mrgreen:
Ich würde fast soweit gehen, dass Figlmüller die absolute Nr. 1 ist :daumen2:

Wir haben nirgendwo besser Schnitzel gegessen :ja: ;D

Gogolo am 20 Jun 2015 20:50:44

In dieser Gaststätte ist ein unheimlicher Betrieb! Wir waren um 15:30 Uhr dort und alle Tische waren belegt. Der Ober hat uns dann freundlicherweise einen reservierten Tisch zugewiesen und wir haben anschließend (um 16 Uhr!) beobachtet, dass innerhalb von rund einer Stunde über 50 Personen abgewiesen wurden weil kein Platz mehr frei war. Und alle Leute wollten noch essen...die Küche hatte Hochbetrieb.

Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 21 Jun 2015 22:10:19

Die Schlögener Schlinge ist Geschichte, die paar Tage Rast dort am CP hat uns recht gut getan. Wir wollten ja nicht nur und ausschließlich fahren.

Wir fahren weiter. Zunächst nach Linz, und weil wir dort zwei, drei Nächte bleiben wollen, fahren wir auf den dortigen Campingplatz. Dieser liegt zwar im Südosten der Stadt am Pichlinger See. Leider ist auch in unmittelbarer Nähe die Bundesstraße #1 und auch die Autobahn #1 in absoluter Hörweite. Die Vorteile sind allerdings die Stadtnähe, die gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmittel (Bus-Linien 400 und 401) sowie ein schnelles WLAN.

Der Tag nach der Ankunft gehört der Besichtigung von Linz. Wie gesagt: mit guter öffentl. Verkehrsanbindung geht es schnell in die Stadtmitte zum dortigen Busbahnhof und von mit der Straßenbahn zum Hauptplatz von Linz. Mit einer kleinen gelben Bockelbahn machen wir eine Stadtrundfahrt und lassen uns die Sehenswürdigkeiten zeigen, die wir schon vorher und auch anschließend noch im Detail ansehen. Da wären: der alte Dom mit der weltbekannten Bruckner-Orgel, die Dreifaltigkeitssäule, die schönen Häuser am Hauptplatz sowie die „Landstraße“ (bekannte Einkaufsstraße). Eine „Linzer-Torte“ haben wir nicht gegessen, denn es war wieder einmal zu heiß, dafür gab es einen echt hervorragenden Eiskaffee.











Meinem Navi habe ich eingegeben: „keine Mautstraßen“ und „schnelle Verbindung“ - und dann hat mich am nächsten Tag das Navi ganz richtig und toll zuerst über die Bundesstraße #1 und dann über die #123 fast immer unmittelbar am linken Ufer der Donau entlang von Linz nach Melk geleitet.

Die niederösterreichische Stadtgemeinde Melk liegt am rechten Ufer der Donau und wird in Fließrichtung Osten gesehen als „das Tor zur Wachau“ bezeichnet. Teile der Stadt, wie das Stift Melk, Wahrzeichen der Wachau, sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und unbedingt sehenswert. Schon von weitem sieht man das mächtige Stift hoch oben am Felsen stehen.





Als eine Verwandte von mir das barocke Benediktinerkloster Stift Melk zum ersten mal sah, war ihre Reaktion: „das sind ja viele Fenster zum putzen“. Und tatsächlich, es sind 1353 Fenster! Die Kirche im Inneren ist nach meinem Geschmack total „überladen“ - der Barock lässt grüßen! Viel schöner war der Hirschkäfer, den wir in einer Nebengasse des Stifts am Boden krabbeln sahen.















Am Donauufer, wo sich auch der Campingplatz Melk befindet, liegen viele Passagierschiffe und daraus entströmen unzählige Touristen, größtenteils englisch- oder asiatischsprachig. Am Vorplatz warten viele Busse darauf, diese Touristen weiter zu transportieren. Dementsprechend laut ist es dort tagsüber. Allerdings konnte man in dem öffentlichen Gasthof des Campingplatzes sehr gut einheimische Gerichte verspeisen, z.B. ein Blunzengröstl mit Krautsalat.





Jetzt fahren wir auf der landschaftlich schönen rechten Uferseite der Donau weiter. Nicht weit, über Aggsbach-Dorf nur bis Rossatz-Arnsdorf, das sind rund 28km. Wir sind jetzt inmitten des Herzens der Wachau. Es eilt ja nicht und wir sind sehr gut in unserem groben Zeitplan.





Der dortige Stellplatz ist sehr gepflegt und liegt gleich in der Nähe der Donau. Gleich nach der Ankunft kommen die Pedelecs vom Radhalter und wir fahren mit einer kleinen Fähre über die Donau zum weithin sichtbaren Dürnstein. Sichtbar ist vor allem der markante blaue Turm der Stiftskirche. In Verbindung mit der landschaftlichen und architektonischen Schönheit der Wachau ist der Ort eines der bekanntesten touristischen Ziele in Österreich geworden. Insbesondere der barocke Turm der Stiftskirche mit seiner blau-weißen Färbung gilt als das Wahrzeichen der Wachau.











Natürlich besichtigen wir nicht nur das Stift sondern auch den wirklich kleinen Ort Dürnstein (861 Einwohner) und es kommt uns vor, als ob jeder Einwohner irgendetwas mit Marillen zu tun hat. Marillenlikör, Marillenmarmelade, Marillensenf, Marillenbonbons, Marillen.... usw. Wir (ich) lassen uns davon anstecken und kaufen Marillenmarmelade und Marillenbonbons. Wenn wir schon mal in der Wachau sind, dann müssen wir auch die örtlichen Spezialitäten genießen.

Unser Bewegungsdrang ist ungebrochen und wir fahren mit den Pedelecs noch bis zur nächsten Brücke flussabwärts, wo es nach Mautern wieder auf die rechte Seite der Donau geht. Zwar wäre auch Krems gleich in der Nähe gewesen, aber wir haben diese Stadt bereits 2012 im Frühjahr angeschaut. Also fahren wir zurück zum Stellplatz, es sind auch schon einige dunkle Wolken am Himmel. Bei der Weiterfahrt nach Wien werden wir Mautern nochmals besuchen und auch zum Stift Göttweig hochfahren, das sehr malerisch oben auf einem Hügel steht.

Zum Abendessen wollten wir örtliche Winzer besuchen – aber es war leider noch nicht „ausgesteckt“, d.h. die Winzer öffnen ihren Ausschank (mit kleinen Speisen) nur während fest vorgegebener Termine in der Saison. Und diese beginnt hier mit der Sommerwende an nächsten Wochenende. Auch der Betreiber des Stellplatzes ist selbst Winzer (im Nebenberuf) und hat ebenfalls noch nicht geöffnet. Wenigstens habe ich von ihm ein paar Flaschen Wein kaufen können.

Am nächsten Tag geht es weiter – Wien ist unser Tagesziel. Aber vorher fahren wir noch das gestern gesehene Stift Göttweig bei Mautern an. Das Stift Göttweig ist ein Benediktinerkloster der Österreichischen Benediktinerkongregation und liegt dominant auf einem Hügel südlich der Donau. Die Aussicht von dort oben ist großartig. Aber auch die Kirche lohnt einen Blick in das Innere.









Zurück von der Besichtigung des Stifts bemerkte meine Gogoline am Parkplatz, dass beim Gogolobil wieder einmal Kühlerwasser heraustropft. Nicht schon wieder ein Marderbiss, denke ich mir, denn der letzte Marderbiss war gerade 4 Wochen her! Also habe ich Kühlerwasser nachgefüllt und bin auf dem schnellsten Weg nach Wien gefahren. Ein glücklicher Zufall ist, dass die österreichische Generalvertretung von Iveco nur rund 400m vom Wohnmobilstellplatz entfernt ist. Also haben wir schnell dort eingecheckt, den gewünschten Platz reserviert und sind dann gleich zu Iveco gefahren.

Sehr, sehr freundliche Leute dort bei Iveco. Die haben sich wirklich SOFORT um mein Anliegen gekümmert. Aber wir haben vereinbart, dass wir am nächsten Morgen das Gogolobil hinbringen und wir dann in Ruhe eine Stadtbesichtigung machen, während das Fahrzeug repariert wird. Mit einem Doppelstöckerbus machten wir – nachdem wir unser Fahrzeug abgeliefert hatten - dann Wien unsicher.














Schon um 12:30 Uhr erreichte mich dann am nächsten Tage der Anruf von Iveco, dass das Gogolobil repariert sei und abgeholt werden könnte. Die Leute waren wirklich fix. Als Ursache für den Kühlmittelverlust hat sich eine undichte Stelle am Kühlwasserthermostat herausgestellt – also kein Marderschaden. 202€ waren für die Reparatur fällig.


Das Ticket für den Bus gilt zwei Tage, am ersten Tag haben wir die sog. Rote Linie genommen, am nächsten Tag dann die Blaue Linie, die uns auch zum Schloss Schönbrunn führen wird. Und auch an diesem Tag hatten wir Glück mit dem Wetter, nur ganz in der früh tröpfelte es leicht, dann kam zwischen den Wolken immer wieder die Sonne hervor und es blieb stabil – bis zum späten Nachmittag, dann fing es wieder leicht zu regnen an. Also für die zweite Stadtrundfahrt und Schloss Schönbrunn ideales Wetter.








Im Schloss hat mir ganz besonders das Palmenhaus gefallen. Das aus ungefähr 600 Tonnen Schmiedeeisen und 120 Tonnen Gusseisen erbaute Palmenhaus hat eine Länge von 111 Metern, eine Breite von 29 Metern ist 25 Meter hoch. Gedeckt ist es mit 45.000 Glasscheiben. Es ist weltweit eines der drei größten seiner Art und beherbergt rund 4500 Pflanzenarten.





Wir haben uns für Wien drei Tage Zeit genommen und am letzten Tag erkunden wir Wien wieder auf eigene Faust. Wir gehen aber nicht auf den Stephansdom, denn diese Sehenswürdigkeit haben wir schon beim letzten Wien-Besuch eingehend besichtigt. Für die öffentlichen Verkehrsmitteln haben wir uns eine 72-Stundenkarte gelöst, damit können wir alle Verkehrsmitteln nutzen und kreuz und quer durch Wien fahren.

Also, was schauen wir uns noch am letzten Tag besonders an? Als Fan von Hundertwasser natürlich das Hundertwasser-Haus, auch wenn wir vor Jahren schon einmal dort gewesen sind. Und weil noch Zeit geblieben ist, sind wir auch noch auf den Prater gegangen. Leider ist der Prater nicht mit unseren Herbst- oder Oktoberfesten zu vergleichen, denn dort gibt es kein Bierzelt und auch keine Steckerlfische.













Und natürlich wollten wir auch den berühmten Naschmarkt besuchen – aber der hatte leider Sonntags geschlossen. Keine einzige Nascherei konnten wir kaufen.





Und damit wäre auch schon der Bericht #4 zu Ende. Weiter geht es entlang der Donau nach Bratislava in der Slowakei und Budapest in Ungarn. Darüber dann mehr im Bericht #5.



Viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

macagi am 21 Jun 2015 22:30:21

Schön.
Warst du im Hundertwasserhaus (bzw Museum) auf der Toilette? Die ist so interessant, dass ich die damals fotografiert habe.... :D

Gogolo am 21 Jun 2015 22:39:50

Das eigentliche Hundertwasserhaus ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Leute, die im Haus wohnen würden sich über die vielen Asiaten freuen, wenn sie bei ihnen klingeln...

Im Hundertwasser-Museum waren wir dieses mal nicht, weil wir dort schon vor ein paar Jahren waren. Die Toilette kenne ich.... - da war ich damals auch. Habe aber momentan keinen Zugriff auf menen alten Bilderfundus.


Habe die Ehre

Gogolo

Discooooo am 22 Jun 2015 15:53:30

Ach das ist ja schade, dass ich eure Donaureise erst jetzt mitbekomme. Für Ulm hätte ich euch das ein oder andere schöne Restaurant empfehlen können.

Naja - ist ja nun eh zu spät, also werde ich diese Reise zumindest weiter verfolgen :)

wwolter am 22 Jun 2015 16:21:36

Hallo Gogolo, hallo Gogoline,
auch ich bin ein ständiger "Mitreisender" bei Eurer Donautour. Super interessant! Weiterhin viel Freude auf der Fahrt bei bester Gesundheit!
Viele Liebe von Wilhelm

Gogolo am 22 Jun 2015 21:00:58

Discooooo hat geschrieben: Für Ulm hätte ich euch das ein oder andere schöne Restaurant empfehlen können.



Ja, das wäre fein gewesen - so habe ich halt selbst kochen müssen....


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 01 Jul 2015 14:51:04

So schön und interessant die Stadt Wien auch ist, irgendwann – nach drei Tagen - müssen wir wieder weiter fahren um unsere Reise der Donau entlang zu komplettieren. Zwar ist die nächste Station nur rund 80km lang, aber für uns geht es jetzt in ein Stück unbekanntes Europa: in die Slowakei, genauer gesagt in die dortige Hauptstadt Bratislava (früher Pressburg genannt). Bratislava befindet sich beiderseits der Donau (slowakisch Dunaj), welche das Stadtgebiet von West nach Südost durchfließt. Im Westen des Stadtgebiets liegt die Thebener Pforte, das Durchbruchstal zwischen dem Braunsberg am südlichen, dort österreichischen Ufer und dem Thebener Kogel am nördlichen, slowakischen Ufer. An dieser Stelle mündet der Grenzfluss March von Norden kommend in die Donau.

Für die Autobahnen der Slowakei benötigt man ein Pickerl, das 10-Tage-Pickerl kostet 10€ und ist an der Grenze zu erwerben. Dabei wird bei den Wohnmobilen nicht unterschieden zwischen >3,5to oder >3,5to – alles kostet den gleichen Preis: 10€ für 10 Tage. Gut, dass die Slowakei seit dem Jahre 2009 den Euro als Zahlungsmittel hat, denn ab Ungarn haben wir wieder für jedes Land eine eigene Währung und die Frage ist dann immer: „wohin mit dem Restgeld“ wenn man das Land verlässt. Was die Straßensituation betrifft, so sind die Autobahnen durchaus OK, die Neben- und Seitenstraßen – auch innerhalb der Städte – sind schon wegen der Schlaglöcher vorsichtiger zu befahren. Man merkt, dass wir uns dem Balkan nähern.


Aber zurück zu Bratislava. Charakteristisch für das Stadtzentrum sind die zahlreichen Palais im barocken Stil, ein Kulturerbe des 18. Jahrhunderts. Im Stadtzentrum finden wir auch das schmalste Haus Europas mit einer Breite von nur 1,30m (da hätte ich mit meiner barocken Figur schon Schwierigkeiten, mich im Haus zu bewegen...). Im inneren Stadtzentrum gibt es zwei prominente Plätze: den zentral gelegenen Hauptplatz, der von zahlreichen Palais und Bürgerhäusern sowie dem Alten Rathaus umgeben wird. In der Mitte des Platzes steht der Maximiliansbrunnen. Der Platz ist Standort verschiedener Märkte und Austragungsort der Silvesterfeier, die als „Partyslava“ propagiert wird. Der zweite prominente Platz, der Hviezdoslav-Platz liegt weiter im Süden der Stadt und wird meist einfach Promenade genannt. Ich kann nicht alle Bilder zeigen, nur eine kleine Auswahl:













Wahrzeichen der Stadt ist die Burg Bratislava, sie liegt westlich der Altstadt auf einem Felsen 85 Meter über der Donau. Der Burghügel war bereits während der Kupfersteinzeit von Angehörigen der Badener Kultur besiedelt. Eine erste steinerne Burg gab es hier bereits im 10. Jahrhundert. Um 1650 erhielt die Burg ihr heutiges barockes Aussehen. Kaiserin Maria Theresia erhob die Burg 1740 zu ihrer ungarischen Residenz. Im Mai 1811 brannte die Burg bis auf die Grundmauern nieder und in den folgenden mehr als 140 Jahren standen nur die Ruinen über der Stadt. Von 1953 bis 1968 wurde dann die Burg originalgetreu wiederaufgebaut. Von dort oben hat man einen herrlichen Ausblick auf Bratislava und die Donau.







Auch die neue Brücke über Donau mit dem „Ufo“ ist sehenswert. Ein einzigen Pylon trägt die Seile der Brücke. Offiziell heißt sie Most SNP. Oben im „Ufo“ befindet sich ein Panorama-Restaurant.





War das Wetter anfangs, als wir ankamen, recht gut, gab es zwischendurch sogar einen Regentag, den wir dann als Faulenzertag nutzten. Nun hat sich die Wetterlage wieder gebessert und es ist jetzt zumindest trocken. Wir stehen auf einem CP am Rande eines Sees im Nordosten der Stadt mit guter Verkehrsanbindung in die Innenstadt (Straßenbahn-Linie 4, alle 10 Minuten). Ein wirklich riesiges Einkaufszentrum „Tesco“ ist auch gleich in der Nähe, so dass wir weder verdursten noch verhungern müssen. A propos hungern und dürsten: auf dem CP ist auch ein kleines Restaurant. Dort haben wir auch einmal unser Abendessen zu uns genommen: Szegedinger Gulasch mit böhmische Knödel, eine große Portion für nur 3,80€ und 0,5l Bier für 1,20€. Hat auch noch sehr gut geschmeckt!

Das trockene und wieder schöne Wetter nutzten wir auch für die Besichtigung von Bratislava. Dazu fuhren wir mit der Straßenbahn vom CP ins Stadtzentrum und von dort mit einem „City-Bähnle“, „Tschu-Tschu“ genanntg, durch die Stadt. Wir waren die einzigen Gäste in der Besichtigungsbahn und die nette, junge Führerin Simone konnte sich uns ganz widmen. Von ihr bekamen wir auch einen guten Restaurant-Tipp: wir sollten in den urigen „Solvak Pub“ in der Obchodná Mickiewiczova gehen, wenn wir gut einheimisches, slowakisches Essen genießen wollten. Und das wollten wir in der Tat, und auch hier wieder Simones Essen-Tipp: „Bryndzové Halusky“. Das sind Teigtaschen mit einer Füllung aus Schafskäse. Wir haben uns „Slovenska Misa“ bestellt, das war ein Dreierlei bestehend aus den Teigtaschen „Bryndzové Halusky“, Nocken mit Schafskäse und landestypische Krautnocken. Es hat recht gut geschmeckt, war sehr sättigend und gar nicht teuer – es kostete mit drei Bieren insgesamt 16€. An die Bierpreise mit 1,40€ für eine Halbe muss ich mich erst noch gewöhnen...

Der Anteil der Slowakei an der Donau ist nicht lang und so fahren wir weiter nach Ungarn, wo die Donau mit dem Donauknie einen gewaltigen Knick nach Süden macht. Nächstes Ziel ist gerade dieses Donauknie, das landschaftlich besonders schön sein soll.

Zunächst muss aber für Ungarn eine Maut-Vignette gekauft werden. Im Internet sind hier verschiedene Ansichten darüber, welche Einstufung ein Wohnmobil über 3,5to dafür hat. Ich fahre also zur Grenzstation und lege dort meinen Fahrzeugschein bei der netten Dame an der Mautstelle vor. Sie sagte mir gleich, dass das Fahrzeug als Wohnmobil in Kat. D2 eingestuft wird und es bei Wohnmobilen keinen Unterschied in der Einstufung hinsichtlich des Gewichts gäbe. Für eine 10-Tages-Vignette zahlte ich den günstigen Tarif 25 € - wie bei den Pkw.

Guter Dinge legte ich nun die knapp 200km auf ungarischen Autobahnen und Schnellstraßen bis zum Donauknie zurück. Die Landschaft unterwegs war hügelig, bewaldet (wie in Österreich) und es gab riesige Getreidefelder – von Pusta weit und breit nichts zu sehen. Kurz (ca. 20km) vor Visegrád, unserem Ziel am Donauknie, liegt die Stadt Esztergom, früher war sie die Hauptstadt Ungarns. Die Donau bildet hier die Grenze zur Slowakei. Esztergom wird beherrscht von der 1838 ? 1846 errichteten und größten klassizistischen Basilika des Landes, der Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Adalbert, die drittgrößte Basilika Europas und die größte katholische Kathedrale Ungarns, die weit sichtbar auf dem Burgberg steht. Sie hat eine Länge von 118m, eine Breite von 40m und eine Höhe von 110m. Sehr eindrucksvoll.







Wir bleiben ein paar Tage in Visegrád und fahren u.a. auch zur Hochburg von Visegrád hinauf, wo eine mittelalterliche Festungsanlage steht. Mehrere Türme, Mauern und Gebäude der inneren Burg sind erhalten geblieben und man hat von dort oben einen wunderbaren Panoramarundblick über das Donauknie und die schöne Landschaft.










Aber jetzt geht es endgültig zur Hauptstadt Ungarns und ich freue mich auf diese Stadt auch wenn ich anfangs geschrieben habe, dass die großen Städte nicht unser Hauptaugenmerk haben. Vor vielen Jahren waren wir schon einmal in Budapest, aber es gibt dort so viel zu sehen, dass wir auch hier eine kleine Weile verharren wollen. Auch knechtliche Arbeiten, wie z.B. Wäsche waschen, sind zu verrichten.

Der CP Haller ist inmitten der Stadt und recht verkehrsgünstig zur U-Bahn (10 Minuten Fußweg) gelegen. Nur fünf Stationen sind bis zum Zentrum von Budapest. Nach der Ankunft in Budapest ziehen sich die Wolken zu und es fangt zu tröpfeln an. Gegen Abend hört das Ganze wieder auf und am nächsten Morgen ist recht schönes Wetter um die Stadt zu erkunden. Es überrascht uns (positiv), dass in Ungarn Senioren über 65 Jahre (EU-Bürger und Schweizer) kostenlos mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln fahren können. Wir bleiben 4 Tage in dieser herrlichen Stadt und fahren jeden Tag ins Zentrum bzw. erkunden die Stadt. Budapest gehört für uns zu den schönsten Städten Europas und wir entdecken immer wieder Neues, Interessantes und Schönes. Aber auch Altbekanntes (u.a. Heldenplatz, Kettenbrücke, Fischerbastei, Parlamentsgebäude, Markthallen, u.v.m.) ist einen Besuch wert. Ein paar Bilder mögen das zeigen.




















In der Markthalle decken wir uns mit ungarischen Spezialitäten, insbesondere Paprika (es gibt ca. 40 Sorten), Salami und anderen Köstlichkeiten für das Abendessen, ein.







Der CP hat übrigens auch ein recht gutes Restaurant, insbesondere mit ungarischen Spezialitäten.

Nach einem weiteren Einkauf für die Notwendigkeiten des täglichen Lebens in einem großen Supermarkt in der Nähe des Campingplatzes geht es immer in Richtung Süden der Donau entlang bis zur serbischen bzw. kroatischen Grenze. Aber darüber dann mehr im nächsten Bericht. Es wird sicher spannend, bleibt dran!



Viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

ToMTuR.de am 01 Jul 2015 15:39:32

Lieber Gogolo,

es ist immer wieder eine Freude, Deine Berichte zu lesen! Am liebsten würde ich auch gleich losfahren. *seufz*

VG Harriet, noch irgendwas zwischen 9 und 20,5 Jahren bis zur Rente... :lol:

Gogolo am 01 Jul 2015 15:59:45

Harriet, auch deine Zeit kommt noch, garantiert, musst halt noch etwas warten... Und dann will ich Berichte von dir lesen!


Habe die Ehre

Gogolo

Lancelot am 01 Jul 2015 16:33:17

Schließ mich Harriet an : es ist eine Freude ... :razz:

:dankeschoen:

HeikeD am 01 Jul 2015 19:30:06

Ein sehr schöner Bericht (ich lese seit Tagen alle möglichen Reiseberichte hier und natürlich finde ich deine "live" Berichte sehr spannend).

In Ungarn war ich auch schon, das hat mir dort sehr gefallen (nicht mit Wohmi, sondern im Ferienhaus), direkt an der Donau mit Sandstrand. Es war herrlichstes Badewetter (September) und die ungarische Gulaschsuppe ist mir immer noch positiv in Erinnerung :D
Budapest ist eine schöne Stadt, dort möchte ich auch noch einmal hin, wir hatten leider nur einen Tag dort.

Ich freue mich auf weitere Berichte! Vielen Dank fürs Teilhaben lassen!

Gogolo am 01 Jul 2015 20:37:43

HeikeD hat geschrieben:...und die ungarische Gulaschsuppe ist mir immer noch positiv in Erinnerung :D


Ich habe heute eine original Tokajer Pfirsichsuppe (kalt) nach Großmutters Rezept gegessen und das war das Beste was ich in Ungarn je gegessen habe. Ich habe mir gleich das Rezept geben lassen... Wenn du nochmal nach Ungarn kommst, dann musst du das echt probieren! Eine wahre Köstlichkeit für heiße Tage.


Habe die Ehre

Gogolo

hypnobader am 02 Jul 2015 08:47:05

Ich möchte mich hier auch mal melden als jemand, der immer wieder mal gern durch deine Berichte und Bilder blättert. Macht Spaß und Lust...


Michael

Anne42 am 02 Jul 2015 09:19:10

Gogolo danke für diese interessante Reise!! Budapest ist für mich auch eine der schönsten Städte, hat mir noch besser gefallen als Wien. Freu mich schon drauf, wie es bei euch weiter geht!!

Gogolo am 02 Jul 2015 12:01:54

Anne42 hat geschrieben:Budapest ist für mich auch eine der schönsten Städte, hat mir noch besser gefallen als Wien.



Genau das Gleiche haben Gogoline und ich einhellig auch festgestellt. Wir waren sicher nicht das letzte mal in Budapest - vielleicht einmal mit dem Schiff, wer weiß?


Habe die Ehre

Gogolo

Asterixwelt am 02 Jul 2015 15:58:26

Hallo Gogolo,

Danke für Deine Berichte bis Budapest, bin gespannt was noch kommt.



Michael

in 3,5 Jahren könnte ich... :lol:

Gogolo am 02 Jul 2015 16:20:51

Asterixwelt hat geschrieben:..., bin gespannt was noch kommt.



Wir auch! Und wie! Und wir freuen uns darauf.

Wir sind jetzt schon südlich von Budapest und die Donau/Gegend wird immer ursprünglicher - und schöner. Im nächsten Bericht werde ich euch das beweisen!

Ich sitze gerade 10m vom Donauufer entfernt im Liegestuhl an einem schattigen Platz bei dieser Hitze und habe ein hervorragendes WLAN. Kühles Bier ist griffbereit.


Habe die Ehre

Gogolo

HHolzwurm am 02 Jul 2015 17:41:47

Mensch Günther,

Jetzt lese ich gerade erst Deinen Bericht und bemerke dass Du keine 3 km an meiner Haustüre vorbei gefahren bist bestimmt erinnerst Du Dich an Munderkingen das ist meine Nachbarstadt

Toller Bericht ich freu mich als Donautäler auf weitere interesannte Zeilen

Gogolo am 03 Jul 2015 00:49:21

Ja, Georg, da bei euch, da war die Donau noch ein schöner kleiner Fluss. Jetzt, so kurz vor der serbischen Grenze ist daraus ein dicker, fetter Strom geworden auf dem ewig lange Schleppverbände schwimmen. Irgendwie aber auch schön...


Habe die Ehre

Gogolo

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

100 Orte, die man in Europa besucht haben muss
Langes Wochenende naht
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt