Hallo,
es wird wieder Zeit für ein Update zur Langzeiterfahrung mit unserem Clever Drive 600.
Wir sind jetzt 7 Jahre mit dem Citroen Jumper unterwegs und haben 91000 Km auf dem Tacho.
Am Basisfahrzeug hatten wir bis heute noch keinerlei Defekte. Ein Jährlicher Öl, Filterwechsel und die Kontrolle der Bremsbeläge ist bis jetzt das Einzige was an Wartung angefallen ist. Die Bremsen fingen hinten leicht an zu quietschen, was auf einen festsitzenden oder schwergängigen Bremssattel hindeutet. Bei der Überprüfung war dann schnell klar, dass jeweils ein Führungsbolzen festsaß (Dreck, Korrosion). Nach der Reinigung und dem Polieren der Führungsbolzen war das Problem gelöst. Ich habe auch die Bremsbeläge gewechselt, was aber noch lange nicht nötig gewesen wäre, da der Belag noch bei ca. 11mm beidseitig war.
Der Spritverbrauch liegt weiterhin im Durchschnitt bei 9,5 L/100.
Der Innenausbau hat 5 Jahre gut durchgehalten, zeigt jetzt aber die ersten Schwächen.
Defekte Ausbau:1. Schiebetürfenster undichtIm Sommer 2020 bemerkten wir bei starkem Regen, das Wasser über die Innverkleidung am unteren Rand des Fensterrahmens in das Fahrzeug lief. Nach der provisorischen Abdichtung des Fensters mit Packet Klebeband von außen, wurde das Fenster dann am
Wochenende demontiert. Das geht bei den Seitzfenster recht einfach, indem man alle Schrauben aus dem Rahmen herausdreht. Das sollte man aber auf jeden Fall zu zweit machen da die Gefahr besteht, dass der Außenrahmen samt Fenster herausfällt.
Nach der Demontage war schnell klar was zur Undichtigkeit geführt hat.



Als Versteifung und Abstandshalter für den Rahmen, hatten die Monteure Holzlatten zwischen Blech und Innverkleidung gesetzt und diese mit Kreppband oben und unten fixiert. Beim Einsetzen des Fensters wurde das Kreppband aber nicht entfernt, sondern mit eingedichtet. Das kann nicht lange halten, da das Kreppband irgendwann Feuchtigkeit zieht und verrottet. Ich wundere mich das es überhaupt über 5 Jahre dichtgehalten hat, insbesondere wenn man bedenkt das die eigentliche Dichtfläche am oberen Rahmen nur wenige mm Fläche hatte. Ich hoffe das dieses Vorgehen beim Zusammenbau nur ein „Ausrutscher“, und nicht der Standard beim Einsetzen der Fenster ist. Ansonsten droht noch eine Menge Arbeit.
Um das Fenster dauerhaft einzudichten habe ich schwarzes Dekasil 8936 benutzt. Dekasil 8936 hat den Vorteil das es nicht so stark klebt und mit sich selber abtupfbar ist.
Das Vorgehen ist dabei recht einfach:
Rahmen und Fahrzeughaut gut reinigen und entfetten (Spiritus).
Eine dicke Wurst Dekasil 8936 rundum auf die erste Nut im Innenrahmen setzen.

Fenster zu zweit einsetzen und von Innen mit dem Rahmen verschrauben. Das Einsetzen ist am heikelsten und muss sofort ziemlich genau passen.
Das Verschrauben muss langsam und gleichmäßig über Kreuz erfolgen, dabei ist darauf zu achten das rundum Dekasil austritt. Das überstehende Dekasil wird dann mit sich selber abgetupft, indem man aus Dekasil eine Kugel rollt, mit der man dann die Rahmenkante abtupft.

So ärgerlich die Aktion auch war, umso mehr freue ich mich über die die gut ausgeführten Blecharbeiten am Fensterausschnitt. Die Schnittkanten waren sauber entgratet, geschliffen und lackiert, so dass nicht der geringste Rost zu finden war. Wenn hierbei gepfuscht wird, kann das zu großen Schäden durch Rost führen, die man erst sieht, wenn es zu spät ist.
2. Fahrerhausverdunkelung RemiFront Gelenk gebrochenIm letzten Jahr verabschiedete sich unsere REMIFront Fahrerhausverdunkelung an der Fahrerseite und zerfiel in zwei Teile.
Das Kunststoffgelenk zwischen der oberen Teleskopführung und der Verriegelungsschiene war gebrochen.

Ersatzteile kosten über 30 €. Nach kurzem googeln habe ich die Homepage von Felice on Tour gefunden, wo man sich das Ersatzteil als 3D Druckdatei herunterladen kann… Vielen Dank dafür!!
--> LinkDadurch war die Reparatur schnell erledigt. In der Zeit, wo das Ersatzteil gedruckt wurde, habe ich das die Verdunkelung ausgebaut, dann das neue Gelenk eingebaut und alles wieder montiert.



Nach einer Stunde Arbeit war die Verdunkelung wieder einsatzbereit.
3. Risse in der DuschtasseEnde letzten Jahres bemerkte ich beim Reinigen des Badezimmers, das die Duschtasse mitten im Raum wo man am meisten steht, erste Haarrisse aufweist.

Die Risse kommen wohl von der Materialbewegung, wenn man auf die Duschtasse tritt, die leicht strukturiert ist. Dadurch ergeben sich Bereiche, die einige Millimeter erhöht und damit hohl sind. Das Ständige auf und ab führt auf die Dauer unweigerlich zu Rissen bis hin zum Bruch.
Das hätte bei der Montage schon durch flächiges Einkleben mit einem Hohlraumfüllenden Kleber vermieden werden können.
Ich habe erstmal einen Streifen durchsichtiges Paketklebeband auf die betroffene Stelle aufgebracht, damit kein Wasser in den Unterboden eindringen kann und werde das weiter beobachten. Der Austausch der Duschtasse ist nicht mal eben gemacht, selbst wenn es genau diese überhaupt noch zu kaufen gibt. Ich bin da dankbar für jeden Hinweis.
4. Felgen lackierenNach dem Reifenwechsel sahen die Stahlfelgen wieder sehr mitgenommen aus. Auch der Lack war an den Vorderreifen rissig geworden (wahrscheinlich mal richtig heiß geworden?).

Da es für meine Felgengröße von 15 Zoll, keine vernünftigen Zierblenden zu bekommen sind, die mit den Radbolzen verschraubt werden, habe ich diese im Herbst letzten Jahres beim Achsenweisen Radwechsel wieder neu lackiert.

Aber das auch zum letzten Mal. Wenn der nächste Reifenwechsel ansteht bestelle ich mir diese sofort auf Alufelgen und dann ist Ruhe.
5. Vergraute Kunststoffteile aufarbeitenIm Fühjahr2020 bemerkten wir, das sämtliche Kunststoffteile im Außenbereich deutliche Anzeichen von Verwitterung aufwiesen. Das grau war nicht mehr wirklich grau und man konnte regelrecht die Fließrichtung des Kunststoffes beim Herstellungsprozess erkennen. Das sieht dann richtig gammelig aus.

Der erste Gedanke war dann alle Teile im Außenbereich lackieren zulassen, was aber bei Kunststoff auch nicht so einfach und nicht ganz billig ist. Zusätzlicher Nachteil ist dann natürlich auch, dass die Oberflächen danach deutlich empfindlicher sind, wie ohne Lackierung.
Die zweite Möglichkeit war dann ein Pflegemittel zu finden, was diesen Verwitterungsprozess stoppt und weitgehend repariert.
Nach langem Googlen bin ich dann bei Plast Star (Silicon frei) von Koch Chemie gelandet, das den besten Effekt haben soll. Und ich bin nicht enttäuscht worden… das Zeug ist ein echtes Wundermittel. Die klare Flüssigkeit wird mit einem Mikrofaserschwamm auf die gereinigten Kunststoffteile aufgebracht und einmassiert. Danach mit einem Mikrofasertuch überpolieren und fertig. Der Wow Effekt ist unglaublich. Die Kunststoffteile sehen wieder aus wie neu, die Schlieren sind verschwunden und Wasser perlt wunderbar ab.

Die Anwendung ist wirklich einfach und funktioniert auf allen Kunststoffteilen. Nach mehreren Anwendungen stellt sich auch ein Langzeiteffekt ein, so dass die Abstände immer größer werden.
Das Mittel sorgt durch UV-Schutz und Hydrophobierung dafür das neue Kunststoffe auch neu bleiben und es erst gar nicht so weit kommt. Wenn wir das mal vorher gewusst hätten…..
Verschleiß:Wechsel auf GanzjahresreifenNach 5 Jahren und einer Laufleistung von780000 Km waren die Reifen fällig. Die von Werk montierten Sommerreifen Michelin Agilis hatten noch genug Profil, waren aber schon sehr verhärtet, was durch ständiges Durchdrehen der Vorderräder beim Anfahren auf Nasser Straße auffiel.

Dementsprechend kann da nicht mehr viel Gripp sein, was letztendlich auf die Sicherheit geht. Auffällig war auch eine starke Sägezahnbildung auf dem Profil der Hinterachse. Mein Schrauber der die Reifen besorgt hat, meinte das sich dieses durch jährliches Wechseln Achsenweise vermeiden lässt.
Wir haben uns für die CONTINENTAL VANCONTACT 4SEASON C entschieden. Diese haben eine sehr weiche Mischung, was sich in einem entsprechenden Verschleiß bemerkbar macht. (ca. 1,5mm nach 10000 km). Aber das ist auch egal, da empfohlen wird alle 4 Jahre die Reifen zu wechseln.
Hier zu sparen macht wirklich keinen Sinn.
Mittlerweile bin ich die Reifen auch bei überfrierender Nässe gefahren, was ich erst bemerkt habe als ich ausgestiegen bin. Das ist schon ganz was anderes wie die Sommerreifen und reicht für unsere Winterverhältnisse hier im Münsterland aus. Das WoMo wird im Normalfall bei Schnee und Eis nicht gefahren.
Optimierungen:Vorrangschaltung für Externe StromversorgungUm mit allen Steckdosen im Fahrzeug den Wechselrichter nutzen zu können, ohne irgendwelche Stecker umzustecken haben wir die Umschaltstation MPC 1000 von H-TRONIC hinter der Sitzbank verbaut. Das ist so geschaltet, das beim Anliegen von externer Netzspannung diese immer Vorrang hat vor dem Wechselrichter. Das wird zeitverzögert über Relais gesteuert damit sicher gewährleistet wird, das der Wechselrichter immer sauber getrennt wird um Schäden zu vermeiden.
Auszug unter der SitzbankDer Platz unter der Rückbank lässt sich durch die Seitliche Klappe nicht optimal nutzen, da die Scharniere unten angebracht sind. Die geöffnete Klappe liegt dann auf dem Boden und man kommt schlecht an alles was weiter hinten liegt heran. Ebenso kommt man schnell mal an den Druckknopf und im schlechtesten Fall fällt einem dabei die Klappe auf die Füße.
Unsere Lösung sieht jetzt so aus, dass wir die Scharniere der Klappe seitlich befestigt haben und einen Auszug, der auf Rollen läuft, genau auf das Innenmaß gefertigt haben. Zusätzlich wurde ein Magnetschnapper eingebaut, der die Tür immer festhält, auch wenn diese mal nicht verriegelt sein sollte.

Fazit:Das irgendwann die ersten Reparaturen am WoMo-Ausbau kommen, war klar und wir hatten 5 Jahre Ruhe. Nicht so schön ist, dass die meisten Reparaturen durch eine bessere und überlegtere Montage zu vermeiden gewesen wären. Uns fehlen da die Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Herstellern, so dass wir nicht sagen können, ob das jetzt gut, schlecht oder der gesunde Durchschnitt ist. Da ich gern schraube, war bis jetzt noch alles gut zu händeln, aber da muss sich jeder sein Eigenes Bild machen.
Der Citroen Jumper als Fahrzeug und der verbaute PSA Diesel hat uns auf jeden Fall positiv überrascht.
Schauen wir mal, wie es weitergeht. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Mit besten Grüßen Jupp & Tina