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Noch ein Sommer im Baltikum... 1, 2, 3


trevor2 am 30 Jul 2015 12:42:32

Letztes Jahr hat uns die Liebe zu den baltischen Ländern auf unserer langen Reise so sehr gepackt, dass bereits auf der Rückreise feststand, wir kommen baldigst wieder!!! :ja: Nun sind wir schon eine Woche wieder unterwegs, diesmal allerdings zu dritt, denn wir haben unseren inzwischen erwachsenen Ex-Pflegesohn eingeladen, uns zu begleiten... und da ich gerade mal etwas stärkeres I-Net habe, beginne ich mal den neuen Reisebericht. Fotos werde ich erst später, spätestens zuhause im September dann hinzufügen, da das I-Net hier bisher überall überlastet und zu scgwach war/ist.

Aber nun der Reihe nach...
Am 23.07. begann unsere Reise mit der Fahrt nach Kiel. Dort bestiegen wir die Fähre (Patrick und ich), während Felix sich in die Schlange der wartenden Autos einreihte, um dann als einer der letzten rückwärts aufs Schiff zu rangieren. Er war froh, inzwischen mit Trevor bestens vertraut zu sein, denn er musste in einer schmalen Lücke bis ca. Mitte des Schiffes rückwärts reinfahren... :roll: :wink: Die Überfahrt verlief sehr ruhig, von der Nacht in den Ruhesesseln einmal abgesehen - aber darüber schreibe ich lieber nicht! :wink: :roll:
Am 24.07. fuhren wir gegen 17.00 Uhr in den Hafen von Klaipeda ein mit Blick auf die Neringa... wir erkannten alles sofort wieder und unsere Stimmung stieg beträchtlich, nach einem Jahr langen Wartens waren wir wieder im Baltikum angekommen! Nachdem es noch leichte Missverständinsse bei der Ausladung gab - ich hatte bei der Rezeption gefragt, ob es in Klaipeda wie in Kiel laufe und die MitfahrerInnen mit einem Shuttle-Bus zum Terminal fahren müssten oder ob wir mit zum Auto gehen dürften, wurde uns signalisiert, wir sollten zum Shuttle-Bus gehen und am Terminal auf unseren Fahrer warten. Gesagt, getan, nur kam dort dann eine halbe Stunde lang überhaupt kein PKW oder LKW vorbei, was mich stutzig werden liess. Ein Blick auf eine Tafel dort, besagte wir waren ca. 1,5 km von den Autos entfernt an dem Terminal, wo man auf die Fähre fuhr. Dort stand auch schon eine Kolonne von Seabrigde, die wohl gerade ihre Baltikum-Rundfahrt beendet hatten... Ein Blick auf die Uhr sagte, es wird höchste Zeit, zum Treffpunkt mit den Autos zu kommen, denn ungefähr zur selben Zeit sollte Felix schon von der Fähre rollen. Also spurteten wir los und kamen wirklich auf den sprichwörtlich 'letzten Drücker' dort an. Eine Minute später schon kam Felix dort vorbeigefahren im Tross mit den LKWs. Er sah uns aber und konnte noch ausscheren und uns aufnehmen. Das war ein kleiner Schreck in der Abendstunde mit glimpflichem Ausgang - wir hätten uns auf diesem unübersichtlichen Hafengelände sicher nicht sooo schnell wiedergefunden... :roll: :lach:
In Ruhe fuhren wir dann zu unserem ersten Nachtquartier, das ich bereits vorher reserviert hatte. Es war der CP Giruliai am Rande von Klaipeda. Wir bekamen den letzten freien Platz - und welcher war es??? Genau, derselbe, auf dem wir letztes Jahr standen - wirklich witzig!!! :lach: So fing unsere Reise ja schon mal gut an! 8)

Am nächsten Morgen (25.07.) fuhren wir dann weiter Richtung Norden und verliessen nach einigen Kilometern Litauen, um an der lettischen Ostseeküste weiterzufahren. Als erstes stand ein Besuch im klitzekleinen lettischen Nida gleich hinter der Grenze im Pape-Nationalpark gelegen auf dem Programm. Vier Kilometer Schotterpiste hin und später wieder zurück... aber durch herrliches Nationalparkgelände! Das Dorf selbst bestand aus vier Häusern/Höfen und paar Nebengebäuden. Da uns die Mücken und Bremsen aufzufressen drohten, änderten wir unser Tagesziel, das eigentlich Pape im Nationalpark sein sollte. Stattdessen fuhren wir weiter an den nördlichen Rand des Parks nach Nica, Ortsteil Bernati. Hier steuerten wir den im neuen Hünerfeld als positiv (nett, familiär, mit allem Drum und Dran) beschriebenen CP Ergli an. Auf ersten Blick sah alles nett aus und es war nix los. Der Inhaber begrüßte uns gleich am Eingang und zeigte uns eine Wiese, auf der wir ganz geschützt für uns stehen konnten. Wir bezahlten für eine Nacht und stellten in Aussicht, eine weitere bleiben zu wollen. Dass so wenige Leute da waren, erklärte er mit dem Wetter. Noch glaubten wir es ihm, da es hier wirklich in diesem Sommer sehr wechselhaft und kühl ist. Als Felix dann nach der Toilettenentsorgung fragte (war dringend nötig, weil voll!), sagte er, es sei bei ihm nicht möglich (obgleich es anders im Hünerfeld steht!) und als Felix dann meinte, dann müssten wir zu einem anderen CP fahren, tat er so als verstünde er uns plötzlich nicht mehr und klatschte in die Hände, drehte sich um und ging. Da standen wir nun. Wir beschlossen, trotzdem die Nacht dort zu bleiben, jedoch am nächsten Tag den CP zu verlassen. Der Inhaber liess sich bis zu unserer Abfahrt am nächsten Tag nicht mehr blicken...

trevor2 am 30 Jul 2015 13:03:39

So, der Anfang hat geklappt. Dann geht's hier weiter...
Am nächsten Morgen wechselten wir den CP. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter (näher an Liepaja heran) auf den CP Verbelnieki, der in beiden Reiseführern (Hünerfeld, ReiseKnowHow) als gut beschrieben worden war. Und in der Tat, es war ein riesiger Platz, auf dem auch viel los war - viel Tagespublikum und etliche CamperInnen. Also von wegen 'schlechtes Wetter', der CP Ergli wird wohl erst belegt, wenn Verbelnieki voll ist... :lach: :ja: Denn hier waren viele LitauerInnen, von denen der Inhaber von Ergli meinte, sie würden bei diesem Wetter nicht kommen. :wink:
Trotz viel Trubel auf dem Platz konnten wir uns an den Rand stellen und hatten dort unsere Ruhe. Den Tag verbrachten wir mehr oder weniger auf dem CP mit duschen, kochen, rumräumen, lesen, etc. Das Wetter war schön und angenehm warm (um 23°C).
Am nächsten Tag fuhren wir von dort mit unseren Fahrrädern nach Liepaja. Die 'fahrradfreundliche' Stadt hat das wohl noch nicht an ihre AutofahrerInnen weitergegeben, so richtig gut war es in der Stadt nicht mit den Fahrradwegen und wenn man auf die Strasse auswich, wurde man fast von Autos überfahren. Mir persönlich war es etwas zu stressig. Liepaja ist eine kleinere Stadt mit einigem Charme - besonders die Musik spielt in Liepaja eine große Rolle, was uns persönlich natürlich besonders interessiert hat. Neben der größten mechanischen Orgel in der Dreifaltigkeitskirche mit 131 Registern, die wir glücklicherweise 'in Aktion' erleben durften, da zwei Schwestern für eine CD-Aufnahme übten, wie wir von der netten Frau am Eingang der Kirche erfuhren besichtigten wir den lettischen 'Walk of Fame' der MusikerInnen. Dort ist eine gegossene Bronzeplatte für jede/n 'berühmte/n' MusikerIn Lettlands errichtet. Da wir leider noch niemanden davon kannten, schauten wir sie uns nur alle an, beobachteten aber junge Letten, die verstohlen ihre Hände in den Bronzeabdruck ihres Idols legten... :wink: Nach einem Bummel durch die restliche Altstadt inklusive Besuch der Petertirgus (Petermarkt) machten wir uns über einen Umweg am Hafen entlang auf zurück zum CP. 25,4km standen abends auf unseren Tachos, als wir wieder in Verbelnieki angekommen waren. Wir waren kaputt, aßen erstmal in der Kafejnijka des CP (sehr lecker!) und gingen dann nochmal ans Meer, das von dort über einen Übergang in 5 Minuten zu erreichen ist. Übrigens wunderschön fanden wir die künstlerische Gestaltung des CP mit vielen bestrickten Bäumen (Strick-Guerilla) und netten Schilderständern. Dazu eine junge sehr nette Crew des Platzes. Einziges Manko die Sanitäranlagen, die zwar recht sauber, aber doch sehr einfach sind. Trotzdem ist der Platz absolut zu empfehlen!

trevor2 am 30 Jul 2015 13:04:29

Bilder folgen später... versprochen!!!

trevor2 am 30 Jul 2015 13:29:47

So, da das W-LAN gerade mal gut funktioniert, hier kurz noch die restlichen Tage...
Vorgestern, 28.07. brachen wir von Verbelnieki auf weiter Richtung Norden, um zunächst einen Abstecher zu machen und auf meinen auf Familienspuren zu wandeln. Mein Urgroßvater hatte zur Jahrhundertwende 1899/1900 ein Jahr im Baltikum als Hauslehrer gearbeitet bei einer deutsch-baltischen Familie. Wo das war, hatte ich zuhause bereits rausgefunden und da es nicht allzu weit von unserer Route ab lag, fuhren wir kurzerhand mal hin, um es uns anzuschauen. Es war ein Gutshof in Gramzda (frührer 'Groß Gramsden') bei Priekule. Wir fanden den Gutshof, der heute eine Primarschule beherbergt und sehr gut restauriert wurde. Es war spannend, sich das Ganze 116 Jahre früher vorzustellen... wir machten viele Fotos, denn der Rest meiner Familie wird sich sicher darüber freuen. :)
Dann nahmen wir wieder Kurs auf die Ostseeküste. Unser Ziel war der CP Piejuras in Ventspils. Und hier stehen wir derzeit noch.
Gestern war herrliches Wetter und das nutzte ich um mir die Stadt anzusehen während die Männer hier an Trevor rumbastelten oder 'abhangen'.
Ventspils gefällt mir wesentlich besser als Liepaja. Es ist eine beschauliche kleine Altstadt mit liebevollen Blumenarrangements überall - und natürlich den berühmten und hier ja schon oft vorgestellten (huhu Wiebke!!!) Kühen. Mir gefielen die vielen alten Holzhäuser am besten. Die Stimmung in der Stadt ist völlig entspannt - Liepaja wirkte dagegen irgendwie hektischer und angespannter... In der Tourist-Info bekam ich alles Wichtige, inklusive einer kostenlosen Fahrradfibel für Kurzeme mit zig längeren und kürzeren sorgfältig ausgearbeiteten Fahrradrouten nach Regionen und Städten sortiert. Sehr sinnvoll EU-gefördert! :ja: Apropos Fahrrad, Ventspils erscheint mir noch viel fahrradfreundlicher als Liepaja, obgleich diese ja diesen Titel trägt. Hier in Ventspils gibt es überall breite Fahrradwege und zudem sehr rücksichtsvolle AutofahrerInnen. Es macht richtig Spaß, das gut ausgebaute Fahrradnetz hier abzuradeln. Gestern abend sind wir dann noch hinterm CP an der Museumsbahn entlang und durch den Jurmalas Parkas zum Strand gefahren. Eine schöne Strecke und der Strand abends menschenleer... HERRLICH!!!

Uns fällt jetzt nach einer Woche Baltikum auf, dass dieses Jahr und/oder in dieser Region wesentlich mehr los ist. Viele LitauerInnen machen hier Urlaub, aber auch vielke Letten. Dazu haben wir jetzt schon drei (!!!) baltische Womos gesehen - letztes Jahr nur einen Wohnwagen. Hier auf dem Platz stehen zwei neben uns. Das eine scheint ein Mietmobil zu sein, das andere ist ein uraltes aber wohl eigenes. Die Balten entdecken also die Womos immer mehr! :ja:

Da unsere Sprachkenntinsse langsam besser werden, erleben wir jetzt häufiger, dass die Letten nach einer Begrüßung (die wir natürlich noch korrekt hinbekommen! :wink: ) munter auf Lettisch weiterreden, was wir dann aber größtenteils leider nicht mehr verstehen und dann auf Englisch nachfragen. Das Erstaunen ist dann ganz auf der anderen Seite und dann versuchen sie, es uns auf englisch zu erklären. Wenn wir uns dann wieder auf lettisch verabschieden, grinsen sie... :lach: Es ist wirklich schade, dass lettisch und später dann auf der Reise noch estnisch für uns nicht sooo leicht zu erlernen ist. :( Immerhin wächst unser Wortschatz von Reise zu Reise und das ist schön. :)

Heute wollen wir noch in das klitzekleine Freilichtmuseum hier direkt neben dem CP. Morgen geht es weiter zum Kap Kolka. Stehen wollen wir in Vaide bei Herrn Hausmannis.

Ich melde mich wieder, wenn das I-Net wieder gut ist. Fotos folgen - ist versprochen!

Asterixwelt am 30 Jul 2015 13:33:19

Hallo Anne,

Danke für den Zwischenbericht und wenn es mich mal ins Baltikum verschlägt, habe ich eine gute Quelle für Informationen.

Nach eine gute Reise.



Michael

Helmchen am 30 Jul 2015 16:07:33

Oh, das freut mich, dass ihr uns wieder an eurer Reise teilhaben lasst. Auf jeden Fall von mir schonmal gutes Gelingen, aber das macht ihr schon.

nuvamic am 30 Jul 2015 16:39:57

Schön wieder vom Baltikum zu lesen. Wir waren ja letztes Jahr dort auf Konzertreise - inklusive Gottesdienst und Konzert in Liepaja ;) Wir haben die Stadt darum als ganz nett in Erinnerung. Fahrräder hatten wir allerdings nicht dabei :lol:

trevor2 am 30 Jul 2015 17:29:09

Danke für Eure guten Wünsche und netten Kommentare.
Nuvamic, habt Ihr in der Dreifaltigkeitskirche Euer Konzert gegeben? Bist Du im Chor? Wart Ihr auch noch an anderen Orten, erzähl' doch mal wenn Du magst.

Inzwischen waren wir heute nachmittag im klitzekleinen aber äußerst liebevoll gestalteten Freilichtmuseum von Ventspils und sind tatsächlich auch eine Runde mit der Schmalspurbahn gefahren... 8) Also echte brave Touristen waren wir. Ehrlich gesagt wollte es vor allem Patrick, aber ich fand die Idee dann auch irgendwie ganz witzig. :wink: :lach: Wir haben vieles von der Fahrradtour gestern abend zum Strand wiedergesehen... und Trevor von ausserhalb des Platzes. :)

Morgen geht es dann weiter an der Ostseeküste gen Kap Kolka. Dort wollen wir wagrscheinlich auf den CP in Vaide bei Ivars Hausmannis. Wenn es uns dort nicht gefällt, fahren wir gleich weiter zum Kap Kolka... in den nächsten Tagen geht es dann weiter über Roja Richtung Riga. Vielleicht machen wir noch eine Station im Engure-Nationalpark, das hängt vom Wetter und der aktuellen Mückensituation ab... :mrgreen:

Irgendwer hatte hier im Forum wegen Mücken im Baltikum gefragt. Letztes Jahr hatten wir so gut wie keine bis auf wenige Orte. Dieses Jahr sieht es komplett anders aus. Bis jetzt hatten wir jeden Abend viele Mücken und auch etliche im Womo. Ich fühle mich ein wenig wie ein Streusselkuchen... :lach: :ja:

Was dieses Jahr auch völlig anders ist, wahrscheinlich wegen der Ostseeküste, ist, dass es überall viieeel voller ist als letztes Jahr, allerdings auch viele LitauerInnen und LettInnen, aber auch einige Deutsche sehen wir auf jedem CP bisher. Das kennen wir vom letzten Jahr auch ganz anders... da waren wir fast überall (bis auf Riga, Tallinn, Siauliai und CP Harmonie) die einzigen Deutschen und oft ja auch das einzige Womo überhaupt auf dem Platz. Muss wohl an der Küste liegen. Mal sehn, ob das in Estland so weitergeht. Wir haben übrigens beschlossen, statt nochmal auf die Inseln zu fahren, werden wir diesmal lieber das estnische Festland an der Ostseeküste erkunden -> Matsalu-Nationalpark, usw. Bin sehr gespannt, wie das wird?!

Nun freuen wir uns aber auf Kap Kolka, das wir letzten Sommer ja nur durch's Fernglas von Sörve aus gesehen haben. Nun wird es umgedreht sein... :wink: :)

Also, bis demnächst. Dann geht es weiter.

Euch allen bis dahin eine gute Zeit in Deutschland oder anderswo!

nuvamic am 30 Jul 2015 17:51:31

trevor2 hat geschrieben:Nuvamic, habt Ihr in der Dreifaltigkeitskirche Euer Konzert gegeben? Bist Du im Chor? Wart Ihr auch noch an anderen Orten, erzähl' doch mal wenn Du magst.

Genau da. Ja, ich singe in nem Chor mit und wir waren mit Chor und Orchester unterwegs. Konzerte haben wir in Liepaja, auf Gut Schlokenbek, im Dom in Riga (u.a. das Paternoster von Vasks von der Orgelempore - geeeeeenial!) und in der Johanneskirche in Tallinn gegeben. Unterwegs wurde natürlich auch noch an anderen Stellen mal so gesungen - z.B. beim Ännchen in Klaipeda oder um Mitternacht in Tallinn auf dem Marktplatz... und natürlich haben wir uns auch noch anderes in allen drei Ländern angesehen wie die Kurische Nehrung, Kuldiga oder Pärnu. Aber in 9 Tagen Reise konnten wir natürlich nur einen kleinen Teil sehen, besser als nix, aber es lässt noch vieles offen. Auch darum lese ich sehr gern bei euch mit. :)

bonjourelfie am 30 Jul 2015 21:07:50

Oh, so schön, danke dass ich wieder mitreisen darf. Wir reden auch schon davon im nächsten Jahr mal wieder ins Baltikum zu fahren, ist aber noch sooo lange hin. Für Musiker ist es dort einfach ganz klasse ( aber natürlich auch für Naturliebhaber, Städtereisende ec.). Ich wünsche euch noch viele Erlebnisse und uns viele Berichte.

LGElfie

trevor2 am 30 Jul 2015 21:32:14

Danke Ihr beiden!

Mensch, Nuvamic, das hört sich ja fantastisch an - da beneide ich Dich ja richtig, da wäre ich auch gerne dabei gewesen! War bestimmt klasse!!! :ja:

Elfie, es lohnt sich immer wieder! :ja: Es gibt ja auch immer wieder neue Ecken zu entdecken hier...

Bis die Tage, Anne

trevor2 am 03 Aug 2015 19:42:26

Hallo Ihr Lieben,

nach drei Tagen I-Net-Abstinenz (ja, sowas gibt es hier auch noch im Baltikum! :wink: ) auf einem fantastischen, aber seeehr einfachen CP in Vaide bei Ivars Hausmanis sind wir jetzt wieder mitten in der Zivilisation angekommen. Heute mittag sind wir auf wunderschöner Küstenstrecke über das Kolkas Rags (Kap Kolka), Roja, Mesrags und Engures schliesslich hier in Riga gelandet. Es ist nett und voll wie letztes Jahr. Gerade eben hat eine italienische Truppe bestehend aus fünf Womos uns gegenüber eingeparkt - sofort wurde es recht lebendig und laut auf dem Platz. :lach: Bin gespannt, wie die Nacht wird... gut, dass wir wieder einen Platz am Rande des Geschehens bekommen konnten! :wink: :ja:

Der Besuch des Kolkas Rags heute morgen war wunderschön. Kein Mensch so früh unterwegs und wir hatten die Landspitze so ganz für uns. Das war ein tolles Ende von vier Tagen in diesem wunderschönen Sliteren-Nationalpark, der besonders mich sehr begeistert hat!!! :) :) :) Der Wald gleicht ein bisschen dem Wald in 'Ronja Räubertochter', etwas verwunschen und überall wachsen Blaubeeren. Verschlungene Pfade zum Meer und menschenleere riesige Strände - und das in der Hauptsaison. Der CP in Vaide ist ein Geheimtipp und war die ganzen Tage bis zum letzten Platz besetzt - allerdings überwiegend von Letten. Er liegt idyllisch in einem Tal umgeben von hohen Bäumen und die Plätze sind um einen Seerosenteich herum. Dazu ein paar obligatorische Hütten, auch die immer besetzt während unseres Aufenthalts. Abends wurde regelmäßig Feuer gemacht, es gibt Holz kostenlos und zig Feuerstellen auf dem Platz. Die Dusche wird jeden zweiten Tag mit einem Ofen angeheizt, wenn man Rauch über der Sauna/Dusche sieht, weiss man, das Wasser wird warm und dann kann man duschen gehen. Ivars Hausmanis ist ein sehr herzlicher Mensch, der sehr um das Wohl seiner Gäste bemüht ist und jeden Tag mindestens einmal vorbeischaut und fragt, ob alles o.k. ist. Er hat uns auch die Fahrradstrecke nach Kosrags erklärt und auf Nachfragen auch einiges über die Gegend erzählt. Sein Vater war Forstaufseher, sie wohnen im Forsthaus. Er hat eine interessante Hörnersammlung und betreibt das Nationalpark-Haus.
Einen Tag sind wir mit den Fahrrädern von Vaide bis Kosrags gefahren (ca. 25km), Felix ist noch weiter bis Mazirbe (ca. 35km), wo ein Livenfest mit Prozession stattfinden sollte an dem Tag. Das hatten zumindest unsere Nachbarn behauptet. Dieses Livenfest hatte jedoch schon am Tag vorher stattgefunden, sodass zu dem Zeitpunkt als Felix dort hinkam, schon nichts mehr war. Durch Zufall traf er jedoch den Pfarrer, der die Gottesdienste des Livenfestes gehalten hatte. Er erzählte Felix viel über die Bräuche der Liven und lud ihn ein, im nächsten Jahr dabei zu sein. Ich hoffe, irgendwann können wir das auch nochmal erleben. Er besichtigte dann noch den Schiffsfriedhof im Wald, wo die Boote der Liven zerstört lagen - von der russischen Besatzung damals vom Strand in den Wald gezogen und dort zerstört, damit kein Live flüchten konnte über's Meer. Da die Liven überwiegend - auch heute noch - Fischer sind, hat sie das sehr hart getroffen. Felix war sehr bewegt von diesem 'Schiffswald'. Anschliessend ging er noch ins Livenzentrum, aß eine Rote-Beete-Suppe und dann radelte er zu uns zurück.
An den anderen Tagen waren wir einfach nur faul, sind zum Strand gegangen und haben teilweise gebadet, haben gelesen, Musik gehört und 'Cross Boule' gespielt - kurzum wir haben es uns einfach gut gehen lassen! :ja:

Ich hoffe, das I-Net ist hier in Riga besser, dann werde ich mal paar Fotos zu den ersten anderthalb Wochen unserer Reise raussuchen.
Der Sliteren-Nationalpark ist für mich persönlich bis jetzt die schönste Landschaft im ganzen Baltikum (zumindest von dem, was ich bisher kennenlernen durfte!). Ich habe sogar mein 'Traumhaus' dort gefunden, ein traditionelles altes rotes Holzhaus, das in Vaide mitten im Wald auf einer kleinen Lichtung steht... fast hätte ich Ivars danach gefragt, ob es zum Verkauf steht... :wink: Aber dann hätte Felix gestreikt. Er findet es dort auch wunderschön, möchte aber doch lieber in Deutschland leben. :lach: Also nix mit Auswandern... aber davon träumen ist schön! :ja:

So, bis die Tage! Melde mich wieder...

Euch allen eine gute Woche!

trevor2 am 04 Aug 2015 22:15:19

So, jetzt folgen mal paar Fotos.

Zunächst vom CP Verbelnielki in Nica-Perkone... sehr einfaches Sanitär, sonst sehr nett! Und wir hatten viiiiel Platz... :ja:

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trevor2 am 04 Aug 2015 22:48:06

So, nachdem ich eben beim Ändern zu lange gebraucht habe, hier nochmal weiter...

Bilder von Ventspils...
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Altstadt von Ventspils...

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Eine der vielen Kühe in Ventspils...

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Noch eine. Weitere müsst Ihr in den Berichten von Wiebke ('Baltikum im Herbst... allein, allein') und von Gogolo (Reisebericht Sommer 2013) anschauen... :wink:

Hier noch ein Bild vom riesigen, aber recht netten CP Piejuras am Rand von Ventspils...
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Jetzt noch ein paar Bilder vom Sliteren Nationalpark und dem CP in Vaide...

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Am Abend werden überall auf dem CP Feuer angemacht...

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Der Weg durch den 'Ronja-Räubertochter'-Wald mit vielen Heidelbeeren...

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Auch hier menschenleerer Strand...

Soweit erstmal. Weitere Bilder und Bericht von Riga folgen die nächsten Tage...

Rudieins am 04 Aug 2015 22:51:52

Hallo,

kann ich da auch mit einem neuen Carthago Highliner 59 hinfahren? Oder weckt der Begehrlichkeiten?

Ich traue mich nicht.

Rudi

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