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anhaengerkupplung

Reisebericht Vesterålen und Lofoten 1, 2, 3


gnarz18 am 30 Aug 2015 19:34:01

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"Dieses Jahr soll es nach Norwegen gehen, genaugenommen zu den Vesterålen und Lofoten. Die Bilder kennt jeder und sei es nur von irgendwelchen Kalenderbildern, auf denen der Lofoten-Ort Reine mit seinen Rorbuers zu sehen ist oder von den Hurtigruten. Auch Reiseberichte findet man im Internet zu Hauf und so weiß man schon vor Antritt der Reise schon ungefähr, was einen erwartet. Meine Frau nöhlt ein wenig, weil es nun schon der dritte Sommer in Folge ist, den wir die Sommerferien über nicht in Schottland verbringen. Aber selbstverständlich beugt sie sich der Familie-Demokratie und wir machen uns an einem schönen Donnerstag im Juli auf die knapp 3000km lange Reise zu den Inselketten nördlich des Polarkreises. Bei angenehmen 24°C geht es gegen Mittag in Aachen los. Zum Glück ist nicht viel Verkehr und so erreichen wir knapp 6 Stunden später unser erstes Ziel - Ottersberg bei Bremen. Hier gibt es neben der Sportanlage einen Stellplatz. Er liegt nicht besonders schön. Sein Vorteil ist aber, dass er nahe am Dorf ist. Wir machen uns dann auch sofort auf zur nahen Gaststätte, so 6 Stunden Fahrt machen schon hungrig und vor allem durstig.

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SP Ottersberg bei Bremen

Die Nacht war eindeutig zu warm und wir freuen uns auf das hoffentlich kühlere Skandinavien. Nach dem obligatorischen Brötchen-Holen-am-Morgen und dem anschließenden leckeren Frühstück machen wir uns so gegen 8 Uhr auf den Weg weiter nach Norden. Ohne größeren Stau geht es bei super Wetter um Hamburg herum und über den Fehmarn Sund nach Puttgarden.

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Brücke über den Fehmarn Sund

Anschließend geht es nach kurzer Wartezeit mit der Fähre weiter nach Rødby. In Dänemark machen wir kurz Pause bis es dann von Kopenhagen aus über die Øresund Brücke nach Malmö in Schweden geht. 92 Euro fragen die sich für den Tunnel und die Brücke. Das finden wir ganz schön happig und so spektakulär, wie wir uns das vorgestellt haben, ist es dann doch nicht.

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Øresund

Kurz vor 17Uhr fangen wir an, uns einen CP zu suchen. Aber entweder sind sie voll oder liegen vollkommen uninteressant mitten in der schwedischen Pampa. Fündig werden wir in Mellbystrand mit einem recht großem CP, der nahe am Meer liegt. Paula möchte natürlich unbedingt noch ins Wasser. Die Ostsee ist heute platt wie ein See, Paula findet es toll. Uschi und ich dagegen finden Meer ohne Wellen irgendwie blöd.

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Der nächste Tag startet früh, aber wir haben uns für Paula eine schöne Überraschung ausgedacht: Wir besuchen ihre (nun da die Grundschulzeit zu Ende ist ehemalige) Lehrerin in Schweden. Sie hat so ziemlich auf einem Drittel Strecke zu den Vesterålen ein Haus direkt an einem See und meinte, wir sollten unbedingt vorbeikommen, wenn wir schon mal „in der Nähe“ sind. Und da wir uns nichts Schöneres vorstellen können, als die Lehrerin auch in den Ferien zu sehen, machen wir uns auf den Weg nach Lennartsfors :-) . Anfangs geht es in strömendem Regen die Küste entlang, in der Höhe von Göteburg wird das Wetter dann zum Glück immer besser. Als wir schließlich die E45 bei Frändefors verlassen, scheint die Sonne. Die Landschaft, durch die wir nun fahren, ist wirklich nett - so wie man sich Südschweden vorstellt. Wälder wechseln sich mit großen Feldern ab und dazwischen immer wieder viel Wasser. Irgendwie kommt einem sofort Michel aus Lönneberga in den Sinn. Es ist schon erstaunlich, wie so ein Film die Vorstellung, die man von einem Land hat, prägen kann. So tuckern wir mit 60 bis 80 Stundenkilometer durch die schwedische Landschaft, bis uns ein Schild den Weg zu Paulas Lehrerin weist. Zum Glück hat Silke, Paulas Lehrerin, uns den Weg vorher skizziert. Denn den Ort kennt weder unser Navi, noch Google findet ihn. Über eine Schotterpiste geht es durch den Wald bis zu dem kleinen Ort, der eigentlich auch nur aus vier Häusern besteht, aber immerhin einen Namen hat.

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Paula findet es natürlich super, ihre alte Grundschullehrerin zu treffen. Wer weiß schon, was die weiterführende Schule für sie lehrertechnisch nun so bereit hält. Natürlich sind auch die beiden Kinder ihrer Lehrerin anwesend - man kennt sich aus der OGS – und so ist das Wiedersehens-Hallo groß. Die Drei machen sich dann auch sofort auf, um im nahen Blumensee Baden zu gehen. Genauso haben wir uns Schweden vorgestellt: ein rotgestrichenes Holzhaus in Sichtweite eines menschenleeren Sees. Dieser mit einem Steg, von dem man direkt ins kühle Nass springen kann. Fehlt irgendwie nur noch der Elch, der zwischen den Bäumen herausschaut.

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Abends nach einem leckeren Abendessen mit frischem Lachs knattern die Kinder dann noch mit dem Motorboot über den See. Der Motor hat nur 4PS, aber die Kinder haben Riesenspaß.

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Es ist natürlich schwer, Paula von diesem schönen Fleck in Schweden wegzubekommen, aber wir haben nun mal noch einen weiten Weg vor uns. So geht es nach einem ausgiebigen morgendlichen Bad am frühen Mittag auf dem Inlandsvägen weiter Richtung Norden.
Das Fahren auf dem Inlandsvägen (E45) ist nicht besonders spannend. Wir haben uns zwar einen kleinen Reiseführer besorgt, der sich mit dem Inlandsvägen beschäftigt, aber besonders viel zu sehen gibt es rechts und links der Straße nicht. Immerhin erfährt man etwas über die Orte und Landschaft durch die man sich bewegt. Man fährt durch schier endlos erscheinende Wälder, ab und zu unterbrochen durch kleine Ortschaften oder Seenlandschaften. Der Vorteil des Inlandsvägen ist der wenige Verkehr und der geradlinige Verlauf nach Norden, aber abwechslungsreich ist er nicht. Irgendwie fehlt einem die Weite der Landschaft. Wenn man einem anderen Auto begegnet ist es meist ein Wohnmobil oder Wohnwagengespann. Wir ahnen: einsam wird es im Norden bestimmt nicht sein…

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Wald, Wald, Wald, soweit das Auge reicht

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mal ein paar Häuser zwischendurch

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Gegen Abend haben wir keine Lust mehr auf Autofahren, suchen per Navi den nächstgelegenen CP und landen in Sveg.
Wieder starten wir früh am nächsten Morgen und wieder nur Wald, Wald, Wald. Immerhin ist das Wetter schön. Die einzige Abwechslung sind die manchmal hektisch auf die Straße rennenden Rentiere. Zum Glück ist der Straßenrand immer ein paar Meter breit bis die Bäume beginnen, so sieht man die Tiere meist rechtzeitig.

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...schnell über die Straße

Andere sind natürlich auch ganz entspannt und bleiben einfach stehen.

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Wir hoffen natürlich auf einen Elch, aber es lässt sich keiner sehen. Einen längeren Stopp machen wir in Vilhelmina, einem netten kleinen Städtchen mit schönen Holzhäusern. Wir stöbern ein wenig durch die wenigen Läden, gehen lecker Kaffee trinken und frischen unseren Vorrat an Obst und Diesel auf.

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Vilhelmina

Es wird wieder spät an diesem Tag und kurz vor acht erreichen wir den Polarkreis. Ist der Polarkreis in Norwegen auf der E6 durch ein riesiges Besucherzentrum markiert, gibt es hier in Schweden nur die kleine Variante mit einem Café, SP und kleinem CP. Wir bleiben für die Nacht. Inzwischen hat es leider angefangen zu regnen. Das hält Paula aber nicht davon ab, noch einen Cache an der Steinmarkierung des Polarkreises zu suchen - und zu finden. Den Tipp hatte ich aus einem Reisebericht, besonders schwer war der Cache allerdings nicht zu finden. Es regnet die ganze Nacht hindurch und auch der Morgen startet trübe und nass.

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Trotz Regen mückt es hier enorm und wir schauen, dass wie wir auf der E45 weiter Land gewinnen. Das erste Ziel ist Gällivare, wo wir die Grube besichtigen wollen. Die Grube ist eigentlich nur ein riesiges Loch in der Landschaft und das Erz wird mit gigantischen Trucks abtransportiert. Leider erfahren wir in der Touri-Info, in der man die Besichtigung buchen muss, dass Kinder erst ab dem 15ten Lebensjahr zugelassen sind. Schade, wir fahren weiter nach Kiruna, der bekannten Bergbaustadt mit ihrer riesigen Eisenerzgrube. Von hier starten die bis zu sechzig Wagons langen Züge, die das Eisenerz über die Berge bis ins norwegische Narvik bringen. Wir laufen etwas durch die Stadt, besichtigen die Kirche und gehen etwas essen. Bis zum Jahre 2040 soll Kiruna um 5km nach Osten verlegt werden, damit ein Erzabbau unter der heutigen Stadt gefahrlos möglich wird. Man sollte sich also mit einem Besuch beeilen.

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Kirche in Kiruna

Wir wollen es heute noch bis nach Narvik schaffen, also geht es nach der ausgiebigen Pause in Kiruna bei schönem Wetter weiter auf dem Weg nach Norwegen. Die Strecke ist jetzt mal eine Abwechslung zu dem ständigen „durch den Wald fahren“. Die Landschaft wird weiter und die Bewaldung deutlich weniger.

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Man sieht schneebedeckte Berge und wunderschöne Seenlandschaften. Die Straße verläuft zeitweise parallel zur Bahnstrecke nach Narvik und man sieht ab und zu diese superlangen Züge, die das Eisenerz transportieren.


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Kurz vor 18 Uhr erreichen wir die norwegische Grenze, dort verzollen wir artig unseren Alkohol. Irgendwie haben wir keine Lust auf‘s Schmuggeln und den damit eventuell verbundenen Stress. Wie gut diese Entscheidung war wird sich noch herausstellen…

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an der norwegischen Grenze

Auf norwegischer Seite wird das Wetter besser und wir rollen den Pass herunter nach Narvik. In Narvik kommt uns ein dicker MAN Phoenix aus dem Erzgebirge entgegen, den ich schon mal im Forum gesehen zu haben glaube. Aber so richtig kann ich ihn irgendwie nicht einsortieren, dafür war die Sichtung bei knapp 80km/h dann doch zu kurz. In der Nähe von Narvik suchen wir uns einen Stellplatz und so langsam stellt sich das Gefühl ein, angekommen zu sein. War die Reise bisher geprägt durch langes Fahren, wollen wir es ab jetzt langsam angehen lassen. Bis zu den Vesterålen sind es nur noch ein „paar“ Kilometer. Der SP liegt direkt am Wasser und leider auch ziemlich nah an der Straße. Aber gegen 22 Uhr wird es ruhiger und das Farbenspiel am Abend ist wirklich nett anzusehen.

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Der Tag beginnt früh, der Hund unserer norwegischen Stellplatz-Nachbarn nervt. Seit 5 Uhr ein Gekläffe, dass an Schlafen nicht mehr zu denken ist. Die Leute sind mit 3 Erwachsenen, einem Kleinkind und Hund (eine Husky-Art) in einem Pössl unterwegs. Der Hund wurde wahrscheinlich aus Platzmangel nach draußen verband. Dort machen ihn dann verständlicher Weise am frühen Morgen die Möwen und Krähen verrückt, die auf dem SP nach Essbaren suchen. Der Vorteil ist, wir sind früh unterwegs und folgen der E10 bis hinter die Tjeldsundbrücke. Dort biegen wir dann auf die E85 Richtung Andenes ab.

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Tjeldsundbrücke

Das Wetter ist super und die Landschaft einfach nur schön. Wir fahren an der Ostküste von Andøy hoch immer Richtung Norden. Wir halten oft an, besuchen die kleine Kirche in Dverberg und beobachten einen Adler, der hoch über uns seine Kreise zieht.

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Kirche in Dverberg

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In Andenes angekommen fahren wir sofort zum Besucherzentrum für die Walsafari. Klar dass man sich, wenn man schon mal hier ist, diese Gelegenheit nicht entgehen lassen kann. Wir haben Glück und ergattern noch drei frei Plätze für den nächsten Tag. Um viertel vor neun sollen wir an der Station sein. Ganz schön früh, also beschließen wir direkt hier in Andenes auf dem CP zu bleiben.

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CP in Andenes

Der CP liegt traumhaft direkt am Wasser. Das ruft Paula natürlich direkt auf den Plan – sie will sofort ins Wasser springen. Uns ist das Wasser – und ehrlich gesagt auch die Außentemperatur - eindeutig zu kalt. Und wenn man die Kinder einer italienischen Womobesatzung mit Daunenjacke und Mütze sieht, weiß wir mit unserer Meinung nicht alleine da stehen.

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Abends kann man, da der Platz nach Westen zeigt, die Mitternachtssonne in vollen Zügen genießen. Wirklich ein sehr schöner Fleck.

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Strandspaziergang in der Nacht

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Am nächsten Morgen ist wie angekündigt frühes Aufstehen angesagt. Und wie wir da morgens so durchs menschenleere Andenes fahren, rauschen wir direkt in eine Polizeikontrolle rein. Man blickt natürlich sofort panisch auf den Tacho, aber meine Geschwindigkeit war ok. Was wollen die nur von uns? Das finnische Wohnmobil vor uns wird heraus gewunken. Wir haben Glück, dass die Anhaltebucht nun mit drei Womos voll ist, und werden nach einem prüfenden Blick der norwegischen Polizisten durch gewunken. Bei der Walstation treffen wir später den „Finnen“ wieder, der sich als Österreicher mit finnischem Mietmobil entpuppt. Er erzählt uns, dass es sich um eine Alkoholkontrolle handelte und er pusten musste, um halb neun morgens! Neben seinem Blutalkohol wurde auch sein Vorrat an Alkohol kontrolliert. Hätten wir nicht alles korrekt angemeldet und nachverzollt - bei unserem Glück wären wir bestimmt kontrolliert worden.
Unser Boot, die Reine, ist ausgebucht und ein völlig unnötiges Gedränge um die vermeintlich besten Plätze an der Reling beginnt. Die Kinder bekommen Schwimmwesten angelegt und los geht die Fahrt. Obwohl schönstes Wetter ist, ist das Meer relativ unruhig und nach gut einer Stunde werden die ersten Tüten verteilt. Nach zwei Stunden ist es dann merklich leerer an Deck geworden und man kann sich nun seinen Platz aussuchen. Gut die Hälfte der Passagiere ist seekrank und die Mülleimer für die „Tüten“ füllen sich schnell. Es wird Tee, Kaffee und Suppe serviert, die haben bei einigen Leuten allerdings nur eine eher kurze Verweildauer …

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Wir sehen keinen Wal und nach über vier Stunden auf See wird es langsam auch echt langweilig. Die Aussicht auf die Küste ist zwar sehr schön, aber keine vier Stunden lang. Immer wenn der Chef den Motor abstellt um mit seinen Hydrophonen nach Walen zu lauschen, stürzen alle an die Reling in der Hoffnung einen Wal zu sehen. Aber heute scheint es keine zu geben. Der Kapitän beschließt umzudrehen. Man bekommt nun, was ich echt fair finde, sein Geld zurück oder man kann ein Boot für den nächsten Tag buchen und es nochmal versuchen.

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Küste von Andøya

Paula und ich buchen das Boot für den kommenden Tag. Uns hat der Seegang nichts ausgemacht, ganz im Gegensatz zu Uschi, die nimmt lieber das Geld zurück. ?
Abends werden wir dann noch mit einem sehr schönen Sonnenuntergang für die nicht gesehenen Wale entschädigt.

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Am nächsten Tag fährt kein Schiff raus. Das wird schon beim Aufstehen klar, wenn man nur zum Himmel schaut. Ein kurzer Besuch im Walsafaricenter bestätigt unsere Vermutung. Wir nutzen die Gelegenheit für eine kurze Rundtour um die Insel Andøya. Aber bei dem Wetter sieht man leider nicht viel. Wobei man sagen muss, dass die Landschaft auch bei so einem Wetter durchaus seine Reize hat. Die tiefhängenden Wolken geben der Landschaft eine gewisse Mystik.

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tiefhängende Wolken

Den Nachmittag nutzen wir für die Besteigung des 288 Meter hohen Ardhue. Der Aufstieg ist ziemlich einfach, die Aussicht auf Andenes wirklich schön. Der Aufstieg folgt erst einem Schotterweg und biegt dann in einer Kurve auf einen stetig ansteigenden Trampelpfad ab. Nach gut einer halben Stunde erreichen wir den schmalen Gipfel.

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Wieder unten wollen wir bei schönstem Wetter erneut zur Walsafari starten. Bevor es an Bord geht besichtigen wir noch den Leuchtturm von Andenes, der direkt neben dem Walsafaricenter liegt.
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der Leuchtturm von Andenes

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schönes Wetter, heute muss es mit den Walen klappen
Diesmal fahren wir mit dem kleineren Boot Maan Explorer raus. Die MS Reine ist schon eine halbe Stunde vor uns rausgefahren.
Obwohl das Wetter schön ist, schaukelt es noch viel schlimmer als zwei Tage zuvor. Ich verstehe auch nicht, wieso der Veranstalter Familien mit Kleinkindern mitfahren lässt. Keine halbe Stunde nach Abfahrt weinen und kotzen die meisten Kinder. Überhaupt greift die Seekrankheit diesmal schneller und schlimmer um sich und eine Menge Leute hängen über der Reling, sind am spucken und lassen sich das Frühstück nochmals durch den Kopf gehen. Man muss echt aufpassen und in Deckung gehen um Nichts abzubekommen. Nach drei Stunden, der Kapitän wollte schon wieder umdrehen, kommt der erste Wal in Sicht. Mit Volldampf laufen die Reine und unser Schiff auf den Wal zu, der träge im Wasser liegt. Die Mehrzahl der Passagiere bekommt aber davon leider nichts mit, sie liegen seekrank unter Deck und hoffen darauf, dass der Trip bald enden möge. Auch Paula hat es erwischt, sie steht zwar tapfer an Deck und schaut sich den Wal an aber man merkt, dass sie keinen richtigen Spaß mehr an der Sache hat.

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erschöpft liegt der Wal an der Oberflächen

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...und bläst

Ungefähr zehn Minuten bleibt der Wal an der Oberfläche und ruht sich aus. Irgendwann macht er dann einen Buckel, das Zeichen dafür, dass er wieder für den nächsten Beutefang abtaucht.

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...dann macht er einen Buckel

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die Fluke kommt zum Vorschein, der Moment auf den alle Fotografen gewartet haben

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das Wasser fließt über die Fluke ab

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die Fluke wird senkrecht gestellt

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und kopfüber taucht der Wal ab

Das ist schon eindrucksvoll, mit welcher Eleganz diese riesigen Tiere in die Tiefe abtauchen. Nur schade, dass die meisten bei dieser Tour nichts davon mitbekommen.
Auf der Reine gibt es anscheinend das gleiche Problem, ist am Anfang noch das Deck gut besucht, ist es bei der Walbeobachtung relativ leer.

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...wo ist der Wal? Es ist voll an Deck.

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man kann sich seinen Platz aussuchen

Auf der Rückfahrt gibt unser Kapitän dann richtig Gas. Wir können mit dem Wind fahren und das Schaukeln ist einigermaßen erträglich. Ein Passagier muss unbedingt noch sein Flugzeug bekommen. Dass der Trip so lange dauert, damit hat niemand gerechnet.
Um kurz vor acht erst sind wir wieder zurück in Andenes. Über sieben Stunden hat der Ausflug gedauert, 38 nautische Meilen mussten wir aufs Meer rausfahren, um die Wale zu sehen.
Nun noch der „etwas versöhnliche“ Nachtrag: Vor elf Jahren waren Uschi und ich schon mal auf Walsafari. Es hat damals auf Anhieb mit den Walen geklappt und es war ein tolles Erlebnis. Es ist halt kein Zoo-Besuch, sondern Wildlife. Der Veranstalter ist vom Wetter, der Wasserströmung, den Walen und dem Lieblingsfutter der Wale, den Riesenkalmaren, und und und abhängig. Alles muss zusammen passen, sonst klappt es halt nicht mit der Walsichtung. Also ein bisschen Zeit und wirklich warme Kleidung einplanen, da sollte es schon funktionieren.

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Andenes

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wir verlassen Andenes

Nun hält uns nichts mehr in Andenes und wir machen uns am Abend noch auf den Weg in Richtung Lofoten. Wir finden einen ruhigen SP in der Nähe von Forfjord. Der Platz liegt etwas abseits der Straße direkt an einem Fluss.
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Forfjord


Wir werden von Regen und starkem Wind geweckt. Ein Glück, dass wir am Tag zuvor auf der Walsafari waren, heute fahren bestimmt wieder keine Schiffe. Nach dem Frühstück fahren wir nach Nyksund. Der Ort wurde in der Vergangenheit schon mehrere Male verlassen, befindet sich nun aber wieder auf dem aufsteigenden Ast. Zu erreichen ist Nyksund über eine teilweise nur einspurige Schotterpiste.

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man muss außerhalb parken und läuft dann die paar Meter ins Dorf

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Nyksund

Im Ort ist wenig los, die Restaurants und Cafés haben alle ( noch ) geschlossen und aufgrund des Regens sieht man keinen Menschen auf der Straße. Nett anzuschauen ist der Ort schon, obwohl er inzwischen fast vollkommen renoviert ist und mit den meisten Bildern aus den Reiseführern, gemacht als Nyksund noch verlassen war, nicht mehr viel gemein hat.

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vor elf Jahren war der Ort noch halb verfallen

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heute, die meisten Häuser sind renoviert

Wir fahren wieder zurück und machen eine längere Pause in Myre. Das Wetter ist inzwischen besser geworden und ab und zu schaut sogar mal die Sonne heraus.

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In Sandsletta auf den Lofoten finden wir dann am frühen Abend einen richtig netten CP direkt am Fjord. Er hat ein kleines Restaurant und man kann sich kostenlos Paddelboote ausleihen.

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CP Sandsletta

Wir paddeln ein wenig im Fjord und als es anfängt zu regnen, gehen wir ins gemütliche Restaurant. Dort essen wir, für norwegische Verhältnisse relativ günstig, Lachs mit geräuchertem Grindwal. Sehr lecker.
Wieder Regen am nächsten Morgen. So langsam geht uns das Wetter auf die Nerven. Die Wolken hängen meist tief an den Bergen, so dass die Landschaft ein wenig trostlos aussieht.

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wieder kein gutes Wetter

Wir fahren nach Svolvær, der Hauptstadt der Lofoten. Schon auf dem Weg dorthin fällt uns auf, dass es auf dieser Welt anscheinend nur noch Wohnmobile gibt. Von zehn Fahrzeugen sind acht Wohnmobile. Total überlaufen. Svolvær selber ist recht unscheinbar und nicht unbedingt einen Besuch wert. Es gibt ein großes Einkaufscenter, einen netten Hafen und eine Touri-Info. Wir stöbern durch die Geschäfte, gehen eine Kleinigkeit Essen und füllen unsere Vorräte auf.

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Svolvær

Da es aufgehört hat zu regnen und die Sonne auf dem Vormarsch ist, wir fahren weiter nach Henningsvær. Bekannt auch als Venedig des Nordens, dann muss es ja sehr schön sein.
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Henningsvær ist auch tatsächlich recht schön, aber erinnert uns ein wenig an Königswinter am Rhein. Es ist ziemlich viel Betrieb und es gibt eine Menge Souvenirläden, in denen man eine Menge Geld ausgeben kann. Wir laufen einmal die Hauptstraße ab, gehen in das ein oder andere Geschäft, werfen eine kurzen Blick auf den Hafen und fahren dann sofort weiter. Irgendwie wirkt alles wie arrangiert und nur dem einem Ziel folgend, die zahlreichen Touristen zufrieden zu stellen.

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Henningsvær

Ein norwegisches Ehepaar in Andenes meinte, wenn es einen schönen SP auf den Lofoten gibt, dann wäre es Eggum. Allerdings solle man früh dort sein, es wäre oft sehr voll dort. Auch unser Womo-Reiseführer preist diesen Platz an und schreibt, man solle die 100 NOK Übernachtungsgebühr in die bereitstehende Box am Eingang werfen. Wir fahren also am frühen Nachmittag nach Eggum, werfen unser Geld in die Box und ergattern noch einen wirklich schönen Platz mit Blick aufs Meer.

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Zu spät entdecken wir das Schild, das besagt, dass man nur die Tagesgebühr von 20NOK in die Box zu werfen hat. Die 100 NOK für die Übernachtung muss im Café bezahlt werden. Dort bekommt man dann auch eine Quittung, damit die Nachtwache nicht 300NOK abkassiert. Ganz klar unser Fehler! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wir hoffen auf die Einsicht des Betreibers, denn in der Box dürften ja nicht allzu viele 50NOK Scheine sein. Es sei denn, es hätten noch mehr Übernachtungswillige diesen Fehler gemacht. Zudem können wir sogar die Geldscheinnummern der beiden Scheine benennen.
Wir haben keine Chance. Der Mensch aus dem Café meint, wenn wir zu blöd (OT) wären, das Schild zu lesen wäre es unsere Schuld. Er würde jetzt nicht in der Box nachschauen, die würde schließlich nur einmal in der Woche gellet. Wir sollten gefälligst bezahlen oder verschwinden. Nicht besonders freundlich der Gute. Was soll man sich über so einen Menschen ärgern, wir bezahlen nochmal.
Der SP liegt aber auch wirklich schön. Wir wanden um den nahen See herum zu einem tollen Wasserfall. Ein Stückchen weiter die Küste entlang finden wir eine der zahlreichen Stationen des Skulpturlandskap und genießen abends den spektakulären Sonnenuntergang.

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kurze Wanderung zum Wasserfall

Obwohl der Platz eigentlich schon voll ist, kommen in den späten Abend immer mehr Wohnmobile, Bullis und Wohnwagen. Es wird sich in jede erdenkliche Lücke gequetscht, egal ob der Nachbar noch seine Tür aufbekommt oder das Meer noch sehen kann. Wirklich sehr rücksichtslos manche Zeitgenossen.

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SP in Eggum

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Eggum

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Das Farbenspiel am Abendhimmel ist auf jeden Fall phänomenal.

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unglaublich, was es für Farben am Himmel geben kann

Die meisten unserer Nachbarn schlafen noch als wir vom Platz rollen. Bei super Wetter nehmen wir den Abzweig nach Nusfjord. Der gut erhaltene Ort kann als Freilichtmuseum besichtigt werden. Das kostet natürlich Eintritt, der sich aber in Grenzen hält.

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Trockenfisch-Gestelle in Eggum

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auf dem Weg nach Nusfjord

Dafür kann man diverse Gebäude wie z.B. das Sägewerk, die Schmiede usw. von innen besichtigen. Außerdem gibt es noch ein kleines Museum, welches einem die Geschichte und das Leben in Nusfjord näher bringt.

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auch hier ist mächtig Betrieb, Nusfjord

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Nusfjord ist wirklich schön und das Video, welches im Museum gezeigt wird, zeugt davon wie hart das Leben hier früher war. Das lässt den Ort und die Gebäude dann auch in einem ganz anderen Licht erscheinen als das heutige, für die Touris herausgeputzte Örtchen.
Wir fahren weiter zur Südspitze der Lofoten, nach Å. Wir kommen durch Hamnoy und Reine, Orte die eigentlich jeder schon mal auf Bildern gesehen hat.

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Hamnoy

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Wir sind nicht alleine unterwegs und wir müssen feststellen, dass die kleine Straße nach Å wirklich nicht für so viel Verkehr gemacht ist. Uns kommen nur Reisebusse und Wohnmobile entgegen. Wir selbst befinden uns in einer Kolonne bestehend aus acht Womos und einem einzigen ( norwegische ) PKW. Der tut uns schon fast leid und wir können uns gut vorstellen, dass diese Massen an Touris die Anwohner schon ziemlich nerven. Å ist aber zum Glück gerüstet und verfügt zum Glück über einen großen Parkplatz, der diese Massen aufnehmen kann.

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Å

Wir bleiben nur kurz in Å, es ist uns einfach zu voll. Unser Nachtquartier schlagen wir auf dem CP in Moskenes auf.

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CP in Moskenes

Der CP in Moskenes ist ruhig, liegt schön direkt am Meer und verfügt über einen kleinen Pub, in dem kann man eine Kleinigkeit essen und zu norwegischen Preisen ein kühles, frischgezapftes Bier trinken kann.
Es schüttet wie aus Kübeln am nächsten Morgen und so lassen wir den Tag ruhig angehen. Wir fahren erst mal die paar Kilometer nach Reine zurück, besuchen dort die Touri-Info und gehen in der örtlichen Bäckerei Kaffee trinken. Was macht man an so einem Tag? Ins Museum gehen? Wandern?! Wir beschließen uns früh einen Stellplatz zu suchen und dann einen faulen Tag im Womo zu verbringen. Mit den Stellplätzen in Norwegen und speziell hier auf den Lofoten ist das so eine Sache. Es gibt natürlich viele Plätze, die traumhaft und einsam liegen, aber ich verstehe einfach nicht die Leute, die direkt an der Straße in der kleinsten Parkbucht übernachten. Egal ob die Stelle schief ist oder die Aussicht eines Hinterhofes hat, es wird sich hingestellt. Man muss doch nicht alles machen, nur weil es erlaubt ist.
Fündig werden wir an der E10 in der Nähe von Flakstad. Dort gibt es einen schönen Rastplatz mit direktem Zugang zum Strand. Wir füttern ein paar Möwen und schauen uns zusammen mit Paula eine DVD an. Später wird das Wetter besser und mal wieder können wir einen spektakulären Sonnenuntergang bewundern.

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SP in der Nähe von Flakstad

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Am nächsten Morgen scheint tatsächlich wie vorhergesagt die Sonne und wir können zu unserer Wanderung nach Kvalvika starten.

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Die Wolken hängen zwar noch recht tief über den Bergen, aber ab und zu kommt die Sonne durch und es soll trocken bleiben. Da wir früh unterwegs sind, bekommen wir noch einen Platz auf dem kleinen Wanderparkplatz, bei dem die Tour beginnt. Es geht gemächlich bergauf und der Weg lässt sich noch relativ gut begehen. Extrem nasse Stellen sind mit Holzstegen überbrückt.

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...es geht gemächlich bergauf

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Nach gut einer Stunde erreicht man einen Sattel und es geht steil bergab zu einem wunderschönen Strand, der von mächtigen Bergen umgeben ist.

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Scharte erreicht

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Der Anblick des Strandes und der leichten Brandung bringt Paula sofort wieder auf Ideen: sie will unbedingt baden gehen. Das Wasser sieht einfach zu verführerisch aus! Wir haben natürlich kein Badezeug und Handtuch dabei. Wir leisten nur kurz Gegenwähr und so geht Paula halt in Unterhose ins Wasser.

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Nach einer guten halben Stunde wird es selbst ihr zu kalt. Wir trocknen sie notdürftig mit Uschis Fleecejacke ab und jagen sie den anstehenden Berg hinauf, damit es ihr wieder warm wird. Der Weg führt hoch über dem Meer an einer Klippe vorbei und ist stellenweise mit Seilen gesichert.

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Der Rückweg entpuppt sich als äußerst nasse und matschige Angelegenheit. Der Regen der letzten Tage hat den Boden so aufgeweicht, dass man zum Teil bis zum Knöchel im Matsch versinkt. Der Pfad führt erst zu einer kleinen Scharte und dann an mehreren Seen vorbei zurück zur Straße. Die Tour ist wirklich sehr schön - auch wenn sie sehr frequentiert ist, aber daran haben wir uns hier auf den Lofoten inzwischen gewöhnt.

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erst geht es zu einer kleinen Scharte

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dann an mehreren Seen vorbei

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die ersten Häuser kommen wieder in Sicht

Nach so einer „Strapaze“ fahren wir zurück nach Moskenes, Paula muss sich das Salzwasser aus den Haaren waschen und abends lockt der Pub des CPs. Außerdem liegt der CP strategisch günstig, um morgen den Hausberg von Reine, den Reinebringen, in Angriff zu nehmen.

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Moskenes

Früh starten wir am nächsten Tag und erobern der frühen Stunde noch einen der begehrten Parkplätze am Ortseingang von Reine. Von hier aus sind es nur ein paar Meter bevor es steil bergauf zum 442 Meter hohen Reinebringen geht.

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wir starten in Reine

Der Weg ist wirklich sehr steil und im oberen Teil auch ein wenig Steinschlag gefährdet. Wir sind natürlich nicht alleine und werden von einem Pulk Asiaten verfolgt, der sich laut schreiend den Berg rauf bewegt.

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es ist wirklich sehr steil

Nach gut einer Stunde sind wir auf dem Gipfel und die Aussicht ist absolut grandios.

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tief unter uns Reine

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Nach gut einer Stunde verlassen wir den Gipfel wieder. Es ist einfach zu voll, und beeilen uns den Berg runter zu kommen. Wir verlassen Reine und fahren nach Haukland, dort finden wir für die Nacht einen SP am Strand.

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Glück gehabt, das Wetter kippt

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SP bei Haukland

So richtig einsam ist es hier auch nicht und das Wetter wird leider auch wieder schlechter. Da es noch früh ist, laufe ich die 7km Runde bis nach Uttakleiv und zurück. Ganz nett, aber bei der fehlenden Aussicht nicht so der Hit.

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Uttakleiv

Die Sonne meint es am nächsten Morgen nicht gut mit uns, wieder tiefhängende Wolken mit leichtem Nieselregen. Wir nehmen trotzdem das Boot von Reine nach Vinstad im Bunesfjord. Dieser Ort ist nur mit dem Boot erreichbar und dort soll es einen tollen Strand geben. Also packen wir diesmal dem Wetter zum Trotz vorsichtshalber Badesachen für Paula ein. Die Fahrt dauert nur ein paar Minuten und bei leichtem Regen bewegt sich der Touri-Tross Richtung Strand. Der Ort selber hat erwartungsgemäß nicht viel zu bieten, bis auf ein Café welches drei Stunden am Nachmittag öffnet. Der Weg ist nicht besonders lang, aber bei schönem Wetter ist er bestimmt super. Der Strand ist riesig und von 600 Meter hohen Granitwänden umgeben. Bei dem Wetter heute sieht man leider nur 200 Meter, trotzdem: sehr beeindruckend! Kaum sind wir am Strandangekommen, fängt es dann auch an richtig zu regnen. Wir machen eine kurze Picknickpause und gehen gemütlich, in der Hoffnung uns ins Café setzen zu können, zurück ins Dorf. Alleine sind wir mit dieser Idee natürlich nicht. Ärgerlicher ist nun, dass das Café heute doch geschlossen hat und sich nun alle im Vorraum des Cafés bzw. auf der Terrasse tummeln. Irgendwann wird dann das Wartehäuschen beim Bootsanleger aufgeschlossen und wir von der Terrasse vertrieben.

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Bunesfjord

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ein wenig Sonne zeigt sich

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riesige Granitwände umgeben den Strand

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am Strand gibt es sogar ein WC

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Alle sind froh als endlich das Boot kommt und uns zurück nach Reine bringt. So ein Ausflug bei Regen ist halt doch nicht so das Wahre. Paula hat sogar auf das Baden verzichtet. Wir fahren bis Lyngvaer und verbringen die Nacht auf dem CP. Auch hier kann man sich kostenlos Boote ausleihen und etwas auf dem Fjord rumpaddeln. Aber bei dem Wetter hat niemand von uns so richtig Lust darauf und so bleiben wir im Womo.
Über Laukvik und Fiskebol fahren wir nach Narvik. Dort machen wir eine kurze Shopping Pause und fahren weiter am Tysfjord entlang zur Fähre nach Drag.
In Laukvik hängen noch die Fischköpfe in den Gestellen, es stinkt fürchterlich aber sieht schon beeindruckend aus. Die Köpfe, so erklärt uns ein Einheimischer, würden nach Afrika exportiert. So richtig lohnen würde es sich aber nicht.

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Gestelle in Laukvik

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alles Fischköpfe

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die Köpfe sind für den afrikanischen Markt bestimmt

Am Abend landen wir in der Nähe von Tømmerneset auf einem schönen SP. Wir bestaunen den tollen Bachlauf und die geschätzte 8000 Jahre alten Rentier Steinritzungen. Zum Ausklang des Tages schauen wir dann sehr zur Freude von Paula alle zusammen den Film „Rubinrot“, der zum Teil bei uns im heimischen Aachen gedreht wurde.

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trübes Wetter

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abends wird das Wetter besser, in der Nähe von Tømmerneset

Sonne! Endlich strahlend blauer Himmel. Wir fahren durch eine wunderschöne Berglandschaft. Es erinnert einen ein wenig an die Alpen: einsame Höfe, schneebedeckte Berge und tollen Straßen.

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...einsame Höfe,

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tolle Straßen

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...und schöne Berge

Unser erstes Ziel ist der Saltstraumen, der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Hier muss sich das Wasser durch einen nur 150 Meter breiten Sund bewegen, was zu extrem starker Strömung und einer Mengel Strudel führt. Wie zu erwarten, ist relativ viel los. Ein paar Speedboats heizen besetzt mit einer Menge Touris übers Wasser und genießen das Hüpfen über die Wellen. Die Angler hoffen auf den Fang ihres Lebens.

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Saltstraumen

Weiter geht’s Richtung Svartisen, dem zweitgrößten Gletscher Norwegens.
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eine von vielen Gletscherzungen

Wir entschließen uns, in der Nähe des Gletschers zu bleiben und uns diesen am nächsten Tag mal näher anzuschauen. Um uns nicht allzu weit von der Fähre zum Gletscher zu entfernen, buchen wir uns in Forøy auf dem Furøy CP ein. Der CP liegt schön direkt am Wasser und bietet neben einem Spielplatz mit großem Trampolin eine tolle Aussicht auf den Gletscher. Paula geht im kalten Fjord zuerst ausgiebig schwimmen, um sich dann auf dem Trampolin hüpfend wieder auf zu wärmen. Ich begebe mich auf eine kleine Wanderung zu einer Landzunge.

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CP Furøy

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Die Wanderung ist nicht wirklich lang, bietet aber eine tolle Landschaft mit Postkartenmotiven auf den Gletscher und den Fjord.
Wenn man von Forøy zum Gletscher möchte, muss man ein paar Kilometer zurückfahren, mit der Fähre kurz über den Fjord setzen und anschließend gut anderthalb Stunden zur Gletscherzunge laufen.

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Der Weg zieht sich, bietet aber immer einen schönen Blick auf die Eismassen.

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Die letzten Meter bis zur Gletscherzunge sind sehr interessant zu laufen, es geht über riesige Granitplatten, die vom Gletscher glatt abgeschliffen wurden. Hier kann man mal prima die Reibung seiner Schuhe testen.

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es geht über steile Platten

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Gletscher ist schon imposant und schimmert in allen möglichen Blautönen.

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der Weg ist gut markiert

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der Gletscher leuchtet in allen Blautönen

Wirklich sehr schön der Ausflug und absolut zu empfehlen. Schade nur, dass auch diesmal das angepriesene Café geschlossen ist. Irgendwie haben wir damit wohl kein Glück. So als Selbstversorger hat man aber ja immer Proviant dabei und so machen wir ein ausgiebiges Picknick bevor wir zum Boot zurück gehen. Am Anleger fängt es dann auch wieder an zu regnen und wir sind froh, eine Stunde später wieder am Auto zu sein.
Wir nehmen die Fähre von Forøy nach Ågskardet, folgen der E17 bis nach Jektvik zur Fähre nach Kilboghamn. Hier warten schon eine Menge Womos auf die Fähre und wir sortieren uns als vorletztes Auto in Lane 3 ein. Wir müssen eine knappe Stunde warten und kommen als letztes Auto geradeso noch mit, Glück gehabt. Den Polarkreis überqueren wir bei strömenden Regen und auch die Weiterfahrt zu unserem SP kurz vor Mo i Rana ist eine äußerst feuchte Angelegenheit.
Eigentlich wollten wir uns Mo I Rana anschauen, aber es regnet in Strömen und so begnügen wir uns mit einem Tankstopp.

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wieder schlechtes Wetter

Je weiter wir Richtung Süden kommen, desto besser wird das Wetter und bei unserem Stopp in Steinkjer scheint dann sogar die Sonne.

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unterwegs

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In Steinkjer ist Kirmes und eine Menge Fressbuden und Verkaufsstände sind in der Fußgängerzone aufgebaut. Wir schlendern durch die Fußgängerzone und essen ein vorzügliches Tai-Gericht an einer der Buden. An diesem Tag fahren wir nicht mehr viel weiter in der der Nähe von Støren suchen wir uns einen Platz.
Auf der E6 geht es immer weiter gen Süden. Wir halten ab und zu mal an, vertreten uns die Füße und erreichen am frühen Abend Oslo. Der CP Ekeberg in Oslo ist ein typischer Stadtcampingplatz: groß, laut, die sanitären Einrichtungen nicht besonders sauber und natürlich äußerst gut besucht. Aber er ist gut anzufahren und mit dem Bus ist man schnell in Oslos Innenstadt. Vom CP aus gibt einen direkten Zugang zum Ekeberg Skulpturenpfad. Nachdem wir fast den ganzen Tag im Auto gesessen haben, vertreten wir uns in dem schönen Park abends noch die Beine und schauen uns die zum Teil wirklich schönen Exponate an.

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Am nächsten Tag geht es zeitig mit dem Bus nach Oslo. Wir besuchen die neue Oper, den Königspalast, den Vigelandpark, das Rathaus, die Aker Brygge und laufen durch die belebte City. Oslo ist schön und auch bestimmt sehenswert. Aber so richtig vom Hocker haut es uns nicht, da haben andere europäische Hauptstädte irgendwie mehr zu bieten.

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die Oper

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Skyline

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Vigelandpark

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Kurz vor 22 Uhr sind wir wieder auf dem CP und fallen dann auch sofort ziemlich müde ins Bett.
Kurz bevor wir Schweden erreichen, sehen wir dann ein Wohnmobil am Straßenrand stehen und ich denke mir " Och, die armen Leute hier eine Panne zu haben… ". Da sehen wir, das die "armen Leute" nur am fotografieren sind. Auf der Waldlichtung an der Autobahn steht ein Elch. Somit haben wir dann endlich auch mal einen außerhalb eines Zoos gesehen. Am frühen Nachmittag erreichen wir Helsingborg und eine halbe Stunde später sind wir für 52€ in Helsingør.

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Helsingborg

Hier in Dänemark bietet sich Paula dann auch die letzte Gelegenheit, nochmal ins Wasser zu springen und so suchen wir uns einen CP in Niva.
Weiter geht es am nächsten Tag an Kopenhagen vorbei nach Rødbyhavn und von dort mit der Fähre nach Puttgarden. Es ist mächtig warm in Deutschland und wir verbringen unseren letzten Abend in Lüneburg. Ein wirklich nettes Städtchen, wir genehmigen uns ein Eis, schlendern durch die Straßen und essen abends ein wirklich großes Schnitzel im Brauhaus.

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Lüneburg

Die Fahrt nach Aachen am nächsten Tag verläuft absolut problemlos, auch wenn sich das Radlager inzwischen echt sch... anhört, aber am frühen Nachmittag kommen wir gut zu Hause an.

Roman am 30 Aug 2015 20:32:11

Hallo Michael,

wie immer brilliant. Da passt sogar Lüneburg in die Serie.... :mrgreen:

Vielleicht kann ich meine bessere Hälfte mit Hilfe Deiner Fotos doch noch überreden nächstes oder übernächstes Jahr zu fahren. Es hat mich erstaunt, dass die CP´s im Juli/August da oben nicht voller sind....


Roman

Tipsel am 30 Aug 2015 20:47:21

Eine traumhafte Tour und Wahnsinnsbilder :daumen2:

Rudieins am 30 Aug 2015 20:51:44

Hallo,

ein sehr schöner Bericht mit noch tolleren Fotos!!!

Wir haben im letzten Jahr eine ähnliche Reise gemacht und kennen viele Stellen wieder.

Aber wir hatten in den 2 Monaten nur Sonne und es war sehr warm. Deshalb konnten wir nur langweilige Fotos machen. Wetter macht sich eben auf den Fotos auch gut und ist vielleicht bei vielen Fotos das „Salz in der Suppe!“

Rudi

Alter Hans am 30 Aug 2015 21:00:07

Danke für den sehr schönen Reisebericht.

sini2000 am 30 Aug 2015 21:05:05

Die Fotos sind der Hammer. Und eine tolle Ecke. Wir waren am Nordkap und hatten die Lofoten auf dem Rückweg überlegt, aber die machen wir mal separat. So wie Du jetzt. Tolle Reise.

Limanda am 30 Aug 2015 21:21:57

Tusen takk :daumen2:

Gogolo am 30 Aug 2015 22:51:06

Vielen Dank für das Zeigen der herrlichen Fotos. Wir waren vor zwei Jahren dort oben und hatten fast nur herrliches Wetter. Die Beschreibung und die Bilder kommen uns daher sehr bekannt vor.


Habe die Ehre

Gogolo

sternleinzähler am 30 Aug 2015 22:55:06

:klatschen: Vorletztes Jahr einen Großteil deiner Fahrstrecke abgefahren.
Absolut Lust auf Wiederholung durch deinen Bericht bekommen, Danke dafür!!
(Prima Bilder! Glückwunsch!)

Ganzalleinunterhalter am 30 Aug 2015 23:26:57

Danke fürs mitnehmen - ein Großartiger Reisebericht mit eben solchen Bildern :daumen2: :daumen2: :daumen2:

rolimuehlheim am 31 Aug 2015 10:16:42

Wunderbare Bilder. Bist du ein Profifotograf? . Roland

shoe1 am 31 Aug 2015 10:28:18

Hallo,
wunderbarer Bericht mit stimmungsvollen Bilder - Danke.
Schade, dass ihr bei dieser Reise doch ein paar Anläufe für die Walsafari gebraucht habt - bei uns ging das im Vorjahr --> Link ohne Probleme gleich beim ersten Mal.

Auf jeden Fall geht es mir wie den Vorschreibern und wohl allen Norwegenfahrern - man bekommt sogleich wieder Lust "rauf" zu fahren ...

lg
Rupert

GuidoBIB am 31 Aug 2015 10:46:47

Vielen Dank für den tollen Bericht und die inspirierenden Bilder. Wir werden nächstes oder übernächstes Jahr in den Norden aufbrechen, da werde ich deinen Bericht sicher noch ein zweites Mal vorher lesen.
Beste
Guido

fuerte1503 am 31 Aug 2015 16:49:19

Ein toller Reisebericht mit sensationellen Bildern.
Denke wir werden auch nochmal nach Norwegen fahren.
LG aus der Schweiz
Heike

haroba am 01 Sep 2015 11:39:55

Moin Michael!

Danke! Danke! Danke!
Ein ganz besonders guter Reisebericht.
Vieles haben wir wiedererkannt. von unseren Norwegenreisen.
Deine Fotos sind absolut SPITZE!

Munterholln!

Hartmut

womopark
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