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Norwegen 2015, Küste, Bergpässe, Gletscher, Elche 1, 2


mithrandir am 24 Sep 2015 21:10:10

eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern (8 und 10 Jahre) fährt mit dem Alkoven (>3,5t) für 3 Wochen von Karlsruhe aus nach
Norwegen: Hirtshals, Preikestolen, Bergen, Nigsrdsbreen, Jostedalfjell, Dombas Elchsafari, Lillehammer, Oslo
Schweden: Strömstad, Orus, Göteborg, Rosendal, Foteviken, Kämpinge, Trelleborg über Warnemünde/Rostock wieder zurück.
CPs bevorzugt, aber auch viel frei gestanden.
Übrigens, wir duschen nicht im WoMo ;-)

Zunächst eine Zusammenfassung in Stichworten für Eilige:
Norwegen ist auf jeden Fall eine oder mehrere Reisen wert.
Norwegen ist teurer als Deutschland, aber arm wurden wir nicht.
Teuer sind hauptsächlich die Lebensmittel. Sprit ist etwas teurer, aber erträglich.
Klamotten und Souvenirs kosten genau so viel wie in anderen Tourihochburgen dieser Welt.
Sprudel (Wasser) ohne Geschmack ist schwer zu bekommen kostet richtig viel.
Englisch geht überall, oft sogar deutsch.
Kleine Straßen sind den großen Tourirouten vorzuziehen. Mit umsichtiger Fahrweise kommt man überall durch (zumindest mit knapp 6m Breite und 3,18m Höhe)
CPs sind relativ günstig, aber auch freies Übernachten ist kein Problem.
Dickmilch heißt Kulturmjölk und schmeckt lecker.
In Oslo gibt es unglaublich viele Teslas.
Die Norweger scheinen mir sehr entspannt zu sein.
Norweger sind Tunnelweltmeister.
Preikestolen ist schön, muss aber nicht. Die vielen Besucher verderben den Spaß. An anderen Ecken ist es genau so schön und ruhiger.
Trollstigen haben wir nicht besucht, aber wir sind sicher, dass wir atemberaubendere Serpentinen gefahren sind.
Ohne mobiles Internet geht es sehr gut (oft gab es WLAN auf den CPs)
Toller Urlaub, wenn auch das Wetter verbesserungswürdig war.

Das erst mal zum Eingewöhnen. Als nächstes komm der eigentliche Bericht

basste315 am 24 Sep 2015 22:06:16

mithrandir hat geschrieben:Mit umsichtiger Fahrweise kommt man überall durch (zumindest mit knapp 6m Breite :-o :-o :-o und 3,18m Höhe)
Das erst mal zum Eingewöhnen. Als nächstes komm der eigentliche Bericht


Hallo, ich hoffe, das Womo war nicht wirklich 6 m breit, freue mich aber schon jetzt auf den Bericht!

mithrandir am 24 Sep 2015 22:52:47

Uuups, Sorry, drei Mal durchgelesen und trotzdem nicht gesehen.

xbmcg am 25 Sep 2015 09:52:37

Der Titel müsste wohl: Küste, Bergpässe, Gletscher, Elch-Warnschilder & Souvenirs heißen, einen Elch haben wir in ganz Skandinavien nur
ausgestopft im Museum an der Holmenkollen Schanze gesehen. Aber sonst - tolles Land.

Norveger sind wesentlich weniger entspannt, als die Schweden, ich fand ihre Fahrweise sehr aggressiv.
Die überholen an den unübersichtlichsten Stellen, wir haben auf unserer Reise sogar einen heftigen Frontalcrasch
in einer Kurve um einen Berg herum gesehen - mit null Sicht -total durchgeknallt.

Ich bin ja fast nur mit Tempomat gefahren, eingestellt auf die jeweils zul. Geschwindigkeit (GPS, nicht Tacho), die
Schweden fahren auch schneller als erlaubt, aber wenn sie herankommen, dann überholen sie kilometerweit nicht,
trotz gerader Straße bis zum Horizont und Null Gegenverkehr. Ab und an war es mir schon peinlich und ich bin auf
den nächsten Parkplatz gefahren, um die 2-3 Autos verbeizuzwingen.

mithrandir am 25 Sep 2015 22:43:11

xbmcg hat geschrieben:....., einen Elch haben wir in ganz Skandinavien nur
ausgestopft im Museum an der Holmenkollen Schanze gesehen.

Na dann warte mal ab, was noch kommt.

xbmcg hat geschrieben: Norweger sind wesentlich weniger entspannt, als die Schweden, ich fand ihre Fahrweise sehr aggressiv.
Die überholen an den unübersichtlichsten Stellen...


Das kann ich nicht bestätigen. Haarige Situationen hatten wir nicht wirklich. Auch kein Gedrängel. Dass ich raus fahre, wenn sich hinter mir einige Autos anstauen, ist für mich selbstverständlich. Würde mich freuen, wenn das in Deutschland auch zum guten Ton werden würde. Die Leute dort wollen zur Arbeit oder heim und das man sich da nicht freut, wenn man hinter einem deutschen WoMo herdackelt verstehe ich.

mithrandir am 25 Sep 2015 22:45:42

So, jetzt geht's aber weiter mit den nächsten 8 tagen unserer Reise.

Ich beschreibe die Fahrt in kurzen Sätzen, ohne Bilder. Nehme jeder mit, was er braucht.

01.08.15 Abfahrt (nahe Karlsruhe)
Gegen 11 Uhr morgens ging‘s los gen Norden.
Erstes geplantes Etappenziel: bei Hannover
Im Landvergnügen Katalog finden wir zwei interessante Bauernhöfe, die auf der Strecke liegen. Nr. 1 ist leider schon voll, bei Nummer 2 geht keiner ans Telefon ?.
Eine Bekannte hatte vom Serengeti Park in der Nähe von Hannover erzählt. Im Internet sieht die Sache gut aus. Es gibt dort einen Stellplatz. Anruf ergibt: Noch Plätze frei.
Also, nix wie hin.
Wir kommen relativ spät an, und erkunden wir Areal rund um den Stellplatz zu Fuß. Außer ein paar Springböcken, Antilopen und kleinen Affen gibt es aber erst mal nix zu sehen.
Dann gibts erst mal schnelles Esse:. Pizza. Naja, Tortilla Wraps in die Pfanne, Tomatensoße (letzte Woche noch selbstgekocht), Käse, Salami, Paprika und Gewürze drauf.
Sehr lecker.

02.08.15 Serengeti Park und Fahrtag
Um 8 Uhr aufstehen, Frühstück und dann in die Autoschlange zum Park eingereiht.
Die Idee hinter dem Konzept sieht vor, dass man mit dem eigenen Fahrzeug eine Safari durch die Serengeti macht, vorbei an Zebras, Löwen, Elefanten, Nashörnern usw. Und das in Deutschland!
Die Idee ist gut. Wenn da nicht die anderen Autos wären ?.
Bei manchen Besuchern hat man das Gefühl sie müssten vor den wilden Tieren fliehen. Da wird die Spur gedrängelt und rücksichtslos überholt, um möglichst schnell durchzukommen. Das andere Extrem sind Besucher, die Futter verteilen und minutenlang alles blockieren, weil ein Zebra den Kopf ins Auto steckt.
Naja, im Großen und Ganzen wirklich mal was anderes als ein normaler Zoo. Man hat das Gefühl, dass ein Großteil der Tiere mehr Auslauf hat, auch wenn es immer noch keine freie Wildbahn ist.
Und den Kids hat es super gefallen.
Die Vergnügungsparkattraktionen (Karussells, Kotzmaschinen, etc.) haben wir links liegen lassen, und vermisst haben wir nix.
Gegen 13 Uhr ging‘s wieder auf die Piste. Still 600 km to go bis Hirtshals.
In Flensburg noch mal Futter und Diesel getankt, dann ab nach Dänemark. Kurz vor Kolding runter von der Autobahn.
Eigentlich suchten wir einen stillen Parkplatz, aber auch nach 6 Jahren WoMo Erfahrung haben wir in neuen Ländern immer wieder Schwierigkeiten einen passenden Platz zu finden.
Wir landeten letzten Endes auf einem CP bei Heijlsminde. Eigentlich ein toller Platz mit Familienbad, Swimmingpool usw. Aber für eine reine Übernachtung eigentlich zu teuer (35 €).
Naja, was kostet die Welt….

03.08.15 Kolding - Hirtshals
Nach ausgiebigem Frühstück wird das Geschirr gespült (tolle Küche) und das Wohnmobil aufgefrischt. Dann weiter gen Norden. Auf dem Weg zur Autobahn finden wir die ganzen CPs und Stellplätze, die wir tags zuvor gesucht hatten. Egal.
Die Strecke nach Hirtshals verläuft ohne große Auffälligkeiten.
Kurz vor Hirtshals hatten wir uns einen Stellplatz aus dem Bordatlas ausgesucht.
Also, Navi gefüttert und los. Kreuzung, rechts ab auf einen schmalen geschotterten Weg. Nummer 41 sollte es sein.
Wir kommen an Nummer 31 vorbei, dann wird es eng und enger und, naja, als ein Baum so tiefe Äste hat, dass wir nicht durchkommen, fahren wir rückwärts zurück.
Da steht auch schon der Bewohner von Nr. 31 und winkt uns. „Wrong GPS in your book…“ Er istsehr freundlich und erzählt uns, dass wir schon das 5000. Wohnmobil seien, das er zurück geschickt habe und dass er auch schon den Bordatlas Leuten geschrieben hätte. Wir lachen und er erklärt uns, dass wir die nächste Einfahrt nehmen müssen.
Wir bedanken uns und fahren weiter. Das Gehöft ist weitgehend verlassen, aber es gibt einen Wegweiser „Camper“ zu einem ordentlichen Platz hinter einer großen Scheune. Wir finden eine Info des Besitzers, in der er schreibt, dass er nicht mehr hier wohnt, weil er krank sei (Alzheimer). Außerdem ein Hinweis auf den Preis (15 € im Kuvert in eine zweite Postbox), und dass Strom, Dusche und WC im Haus zur Verfügung stehen.
Da noch was vom Tage übrig ist, fahren wir noch eineinhalb Stündchen an den nahegelegenen Strand. Unglaublich, hier darf man fast bis ans Wasser fahren. Als ordentliche Deutsche parken wir natürlich am Parkplatz vor dem Strand.
Als wir zum Stellplatz zurückkommen, ist es schon etwas voller. Am Abend sind wir dann zu fünft.
Abendessen: Nudeln mit Tomatensoße (selbst gemacht). Dann ab in die Federn. Abfahrtszeit der Fähre am nächsten Morgen: 10:00 Uhr.

04.08. Fährüberfahrt nach Kristiansand, Lindesnes Fyr, Flekkefjord
Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker. Ich mache Frühstück und treibe den Rest der Bande aus dem Bett.
Gegen 08:15 Abfahrt zum Hafen. Um 08:35 sind wir da. Obwohl auf dem Ticket was von „frühester Check In 09:00 Uhr“ steht, duürfen wir schon rein.
Wir stellen uns in unsere Reihe und sehen zu, wie das Schiff vor uns nach Langesund beladen wird.
Dann legt auch schon unsere Fjord Cat an. Schon beeindruckend, wie viele Autos da rausquillen. Dann gehts los. Zuerst die Motorräder, dann PKWs und immer mal wieder einer aus unserer „Reihe 12“/ „Extra High“ zum rückwärts Einparken vor alle anderen.
Fast verpasse ich vor lauter gucken, als ich an der Reihe bin.
Rückwärts hoch und zack, fertig. Null problemeo.
Wir haben „Comfort“ gebucht, was aber eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Es gibt Ülatz genug. Die Fahrt verläuft ruhig, die meiste Zeit dösen wir. Es wird auch kurz gekniffelt. Immerhin muss der „teure“ Tisch benutzt werden.
Kurz vor Kristiansand heißt es „ab zu den Fahrzeugen“.
Nächstes Ziel Lindesnes Fyr.
Hui, ist das stürmisch. Wolken jagen über den Himmel, ab und zu nieselt es. Aber trotzdem genau das richtige Wetter für diesen Ort.
Wir kaufen noch ein Brot an der Kleinbäckerei vor Ort und bekommen vier Zimtschnecken geschenkt, weil der Laden eh gerade schließen will.
Eigentlich wollten wir auf dem Parkplatz übernachten, aber es ist noch nicht sooo spät, deshalb beschließen wir weiterzufahren.
Wir fahren die Rv 465 bis nach Flekkefjord. Wunderschön. Hier buchen wir uns am Stellplatz an der Wasserskianlage ein (25€ mit WLAN, ohne Strom).
Alles OK, bis auf die Tatsache, dass es schüttet, aber damit war zu rechnen. Zum Abendessen gibt es leckeres Lindesnes Brot, Rührei, Wurst und Käse. Dann noch eine Runde Siedler von Catan Würfelspiel und ab in die Falle.

05.08.15 Flekkefjord, Forsand
Früh aufgestanden und gefrühstückt. Anschließend alle Mann und Frau gemeinsam unter die Dusche. Wir haben noch nicht viel Kleingeld, deshalb ist Rudelduschen angesagt.
Dann geht‘s erst mal nach Flekkefjord in den Supermarkt. Heieiei, wir wussten, dass Norwegen teuer ist, aber Sprudel, die Flasche für einen Euro. Holla die Waldelfe..
Egal, s’ist Urlaub.
Dann geht‘s auf die R44 Richtung Egersund. Wow, was für eine Landschaft. Ein Wort: Überwältigend. Die R44 ist tatsächlich nicht so schlimm wie befürchtet. Im Reiseführer steht noch was von fehlenden Leitplanken am Abgrund. Mittlerweile sind fast durchgängig ordentliche Betonleitplanken vorhanden. Wenn man aufpasst und regelmäßig rechts ran fährt um die Schlange vorbei zu lassen, sind die Womotouris bestimmt weiterhin von den Norwegern gut gelitten.
Kurzer Zwischenstopp in Helleren und dann ein kleiner Bummel durch Egersund. Schöne Holzkirche und Eis für 3,30 der Bollen für das Geld hätte es leckerer sein können.
Weiter bis zur Fähre nach Oanes. Am Kassenhäuschen bin ich ehrlich und gebe 6,08 m Länge an. Die nette, hübsche, junge Dame lässt Gnade walten und stuft uns mit 6m ein. Sie weist uns aber darauf hin, dass es anderswo auch auf die nächsthöhere Kategorie hinauslaufen könnte.
Eins vorweg. Später habe ich immer 6m angegeben und nie Probleme bekommen.
Nach der Überfahrt biegen wir gleich rechts ab Richtung CP. Wir wollen uns nicht den vollen, teuren Preikestollenplatz geben.
Letztendlich landen wir in Forsand auf einem interessanten Platz. Hier stehen nachgebaute Wikingerhäuser, die Museumscharakter haben. Der Womo Stellplatz ist noch im Aufbau, deswegen gibt es Strom für fünf Fahrzeuge über eine Kabeltrommel (kein VDE in der Nähe).
Entsorgung gibt es auch nicht. Da unser Klo randvoll ist, entsorge ich im WC. Nicht meine Art, aber ich verlasse alles Picobello und denke mir, dass für 30 EUR Entsorgung drin sein muss.
Die Klos und die Küche sind sehr gut. Der Platz wurde anscheinend gerade erst von Deutschen übernommen. Passt soweit. WLAN kostenlos an der Rezeption.
Für die Kids gibt es Platz zum Toben, freilaufende Hühner, einen Hund und Kaninchen.
Zum Abendessen gibt es Huhn indisch mit Reis und noch zwei Runden Skip Bo. Morgen wird der Preikestolen angegriffen.

06.08.15 Forsand, Preikestolen, Hjelmeland
Früh raus, Müsli zum Frühstück, dann ab die Post zum Preikestolen. Obwohl schon halb elf, ist noch nicht viel los auf dem unteren Parkplatz. Es ist leicht regnerisch. Mit ordentlich Proviant geht’s los. Die Wanderung ist mittelschwer. Anstrengend ist an sich nicht die Strecke, sondern eher die Beschaffenheit. Man muss fast ständig konzentriert sein, wo man hintritt. Und dann die ganzen Menschenmassen. Man könnte meinen, der Preikestolen würde gegen 12 Uhr geschlossen. Da wird teilweise gedrängelt wie bei uns auf der Autobahn - unglaublich. Die Landschaft ist schon beeindruckend, auch der Preikestolen selbst, aber wirklich genießen kann man es ob der Menschenmassen kaum. Naja, beklagen darf man sich auch nicht, man ist ja selbst auch Teil der Masse.
Nach dem Besuch der Kanzel und den obligatorischen Fotos, ziehen wir uns dann nach rechts (von oben kommend) in die Felsen zurück und machen Picknick. Interessanterweise sind hier (50m Abseits vom Weg) nur sehr wenige Menschen, obwohl es hier auch sehr schön ist. Die meisten sind wohl eher auf „been there, done that“ aus.
Der Rückweg ist auch anstrengend. Nicht mehr ganz so viel Gedrängel. Aber man ist schon müder und unkonzentrierter, das macht die Sache gefährlich. Besonders bei den großen Steinklötzen, wo man leicht umknicken kann. Interessanterweise kommen einem ganz unten, gegen 16:00 Uhr noch Leute entgegen, die anscheinend schon nach 500m erschöpft sind und noch ganz nach oben wollen. Man fragt sich, ob die am gleichen Tag (oder überhaupt) noch runterkommen.
Gegen 16:30 sind wir wieder am WoMo. Für die Kids gibt es erst mal Spezi und einen Joghurt. Es wird ein wenig ausgeruht, dann geht’s auf die Piste. R13 Richtung Odda.
Noch einmal kurz Sprit und danach Frischwasser getankt, Abwasser entleert und Klospülung befüllt (die öffentliche VE Infrastruktur ist genial). Dann weiter. Nach etwa 1,5 Stunden machen wir Halt auf dem letzten CP vor der Fähre nach Nesvik.
Ein kleiner Platz an einem Hotel. Ein älterer Herr begrüßt uns und scheint überrascht und überfordert, weil plötzlich 3-4 WoMos gleichzeitig ankommen. 250 Kronen für einen annehmbaren Platz.
Abendessen: Frikadellen und Kartoffelbrei.
Ich gehe noch duschen. Eine logistische Herausforderung, da keine Ablage für Klamotten in der Dusche.
Zu guter Letzt noch zwei Runden Ubongo mit viel Spaß.
Und morgen früh schauen wir mal, ob wir das im Rasen festgefahrene WoMo rausbekommen.

07.08.15 Hjelmeland, Alvik
Am Morgen nach dem Frühstück wagen wir den Versuch das festgefahrene WoMo zu befreien.
Erst ohne ASR, dann mit. Keine Chance. Aber Camper sind hilfsbereit.
Ratzfatz stehen 4-5 Leute an der Motorhaube und helfen das Gefährt freizuschaukeln. Wir fahren rückwärts auf den Weg….und hängen wieder fest. Glücklicherweise kommen wir ohne Hilfe im Rückwärtsgang frei und schaffen es mit durchdrehenden Reifen auf den Asphalt. Ich steige aus und bedanke mich bei allen. Ich hätte gerne einen Schnaps spendiert, habe aber leider keinen dabei.
Dann geht‘s direkt um Fähranleger um die Ecke. Die Fähre ist noch lange nicht in Sicht. Die Wartezeit wird zum schnellen Einkauf im Supermarkt am Fähranleger genutzt.
Von der Fähre peilen wir Sand an. Obwohl die Straße auf der Landkarte noch als „in Bau“ gekennzeichnet ist, wagen wir den Abzweig Richtung Jarvik um die Fähre zu vermeiden (durch die Berge fahren macht einfach mehr Spaß).
Leider hat die Karte Recht und wir müssen nach ca. 4 km umdrehen.
In Sand legt die Fähre zwar gerade an, aber anscheinend ist erst mal Mittagspause. Wir beschließen es den Fährmännern gleichzutun und kochen eine schnelle Nudeltütensuppe.
Nach der Überfahrt weiter auf dem Ryfylkeweg, die R520 Richtung Roldal.
Wegen des regnerischen Wetters ist die Sicht teilweise sehr schlecht und wenig berauschend. Ab und an spitzelt dann aber doch schon mal die Sonne durch und kurz vor Sauda liegt der Fjord dann fast schon wieder malerisch vor uns.
Und dann die Strecke zwischen Sauda und Roldal. „Wow“. Die Hochebene ist genial. Nebel zieht über die vergletscherten Seen und Hügel. Eine Mischung aus Mittelerde und Avalon. Wären Elfen über die Straße geflogen, wir hätten uns nicht gewundert. Am Straßenrand türmen sich teilweise noch 2-3m hohe Schneewände. Blaues Eis in den Seen. „Gigantisch“. Bei Sonnenschein hätte es nicht schöner sein können. Auch die Serpentinen, die es mal hoch- und mal runtergeht sind atemberaubend. Ich habe den Trollstigen nie selbst befahren und werde es vorerst wohl auch nicht tun, aber imposanter als diese Straßen kann der auch nicht sein.
Roldal lassen wir rechts liegen und fahren weiter auf die R13 Richtung Odda. In Kinsarvik überlegen wir kurz auf die Fähre nach Kvanndal zu warten, aber die ist scheinbar gerade losgefahren, also außenrum. Das stellt sich als gute Entscheidung heraus. Erstens erleben wir die ersten Verkehrskreisel in einem Tunnel, cool blau ausgeleuchtet, hat was von Raumschiff Enterprise.
Zweitens kommen wir kurz vor der Fähre in Kavanndal an. Der CP in Kvanndal gefällt uns nicht (sieht schmuddelig aus), also weiter. Wir nehmen uns vor bei der nächsten Gelegenheit rauszufahren. Leider bietet der Hardangerfjord kaum Gelegenheit dazu. Der nächste offiziellle CP ist laut Karte in Norheimsund. Aber dann erspähen wir kurz vor Alvik unten am Wasser einen Picknickparkplatz, an dem schon zwei WoMos stehen. Wir gesellen uns dazu und ruckzuck sind drei bis vier weitere da - Kuschelcamping.
Wir machen noch einen kurzen Ausflug auf die Buhne um das „Alpenglühen“ zu bewundern, das uns nach langem Regen die verzogenen Wolken bescheren.
Dann noch ein kräftiges Abendessen mit Spaghetti, Würstchen und Tomatensoße. Zum Abschluss versuche ich den Kids Mäxl beizubringen, aber das macht wohl wirklich nur in feuchtfröhlicher Runde mit ein paar Kumpels Spaß ;-)

08.08.15 Bergen
Morgens früh raus, ich mache wie immer Frühstück. Heute mit norwegischem Körner- und Früchtebrot (Julbrod 4 Monate vor Weihnachten!). Beim Vorbereiten der Kabas für die Kids wundere ich mich über die Konsistenz der gestern gekauften Milch. Kurz probiert und wieder ein neues Wort Norwegisch gelernt. Kulturmjölk ist Dickmilch.
Naja, den Kids schmeckts (ohne Kaba) trotzdem. Gleich nach der Abfahrt versorge ich uns in einem Supermarkt auf dem Weg mit richtiger Vollmilch. Nach knapp zwei Stunden Fahrt stoppen wir kurz vor Bergen an einem CP um die Bergen-Card zu kaufen. Der Platzwart spricht sehr gut Deutsch und schlägt uns vor das WoMo für 40 NOK hier stehen zu lassen und den Bus zu nehmen. OK, gebongt. Jetzt ist Eile angesagt, der nächste Bus geht in 5 Minuten, sonst ist eine Stunde Warten angesagt. Alles fluppt und wir sitzen kurz darauf im Bus Richtung Bergen. Am Nestun Terminal umgestiegen in die Bybanen direkt zum Zentrum.
Erster Stopp Fischmarkt. Sehr interessant, aber mir werden irgendwann die Gerüche zu viel. Frau will schnell mal Fish and Chips, aber bei 20 Euro pro Portion ist der Hunger gleich wieder weg.
Am Ende des Fischmarkts gibt’s zwei Elchburger für jeweils 5 Eur, das ist preis-leistungstechnisch eigentlich ganz OK und satt machen die auch. Dann geht es Richtung Bryggen. Unterwegs ein Softeis für 5 EUR (Wir haben ja beim Mittagessen gespart).
Erst mal ein paar Souvenirlädchen in den Bryggen abeklappert. Scheint irgendwie alles in ausländischer Hand (spanisch sprechende Asiaten) zu sein. Dann am Kai und den Fischtrawlern entlang zum Bergenhus. Dort besichtigen wir die Hakonshallen und den Rosenkrantzturm. Ziemlich imposant und Dank Bergen-Card inklusive. Auf dem Rückweg noch mal durch die Bryggen gebummelt und noch ein paar Souvenirs für die Kids und ein T-Shirt für Papa eingekauft. Die Souvenirshirts sind mit 22 EUR relativ günstig, verglichen mit anderen Tourihochburgen und den Lebensmitteln im hiesigen Supermarkt.
Die Bryggen sehen zwar lustig aus, aber ich verstehe den Hype nicht, der um die paar Häuschen gemacht wird. Weltkulturerbe hin, UNESCO her. Für mich ist das wie Disneyland. Pelzshop, Anglershop, Weihnachtsshop usw. Ich gönne es den Händlern, lustug abzuschauen, aber wirklich beeindruckt bin ich nicht.
Dann ab zur Floybanen, die Seilbahn hoch zum Floyen. Frau hatte gelesen, der Trip sei auch in der Bergen-Card enthalten. Wir also an der Ticketschlange vorbei, direkt zum Bahnhof. Überraschung, die Automaten wollen die Bergen-Card nicht. Auf Nachfrage erfahren wir, dass die Card zur Hauptsaison nur 50% Rabatt ergibt. Also zurück und wieder in die Schlange. Es geht schnell und 130 NOK später sitzen wir in der Seilbahn. Oben gibt es einen tollen Spielplatz für die Kids und Bänke zum Entspannen für die Eltern.
Und natürlich einen imposanten Ausblick auf Bergen. Auf Grund des sonnigen Wetters, konnte man diesen auch wirklich genießen.
Ein paar Fotos später geht es wieder runter.
Noch über einen kleinen Markt geschlendert, auf dem wir uns mit weiteren Kindersouvenirs und Aufklebern für das WoMo versorgen. Dann per Bahn und Bus wieder zum WoMo. Mittlerweile ist es fast halb Acht und wir beschließen auf dem CP zu bleiben. Immerhin direkt am Wasser und mit knapp 30 EUR preislich OK.
Zum Abendessen gibt es Maultaschen. Auf Wunsch in Brühe oder gebraten mit Ei oder Käse. Zum Abschluss noch eine Runde Mensch Ärgere Dich Nicht mit Salzbrezeln und wir sinken zufrieden in die Kissen.
-Kurzer Hinweis. Geld hat uns die Bergen-Card eigentlich nicht gespart, aber man ist entspannter, weil man sich z. B. nicht mit Bahnfahrkartenautomaten herumschlagen muss.-

Jonah am 26 Sep 2015 05:05:50

Hallo, auch ohne Fotos ist das ein kurzweiliger Bericht, wobei ich ja Fotos ganz gerne ansehe. :) Aber Schnee im August? Irre.

mithrandir am 26 Sep 2015 22:31:02

Und weiter geht's:

09.08.15 Bergen, Hafslo
Ausgeschlafen, Frühstück: Müsli a la Norge = Müsli mit Bananenkulturmjölk.
Dann geht es los Richtung Jostedal. Auch dieses Mal missachten wir den Navivorschlag und nehmen die R13 zwischen Eldalen und Dragsvik (auf der Karte als Scenic Drive gekennzeichnet) ? Gaularfjellet. Und es lohnt sich! Unzählige schöne Wasserfälle, zwei Mal halten wir an und wandern kurz hin. Es ist wenig los und sehr schön. Auch die anderen Wasserfälle, die man von der Straße aus sehen kann sind ziemlich cool. Es gibt einen Wanderweg entlang der Wasserfälle, den Fosstiegen. Vorgemerkt, falls wir noch mal ohne Kinder herkommen.
Aber das allercoolste kommt zum Schluss . Eine Serpentinenabfahrt allerhöchster Kajüte (--> Link). Immer mehr glaube ich, dass der Trollstigen nur ein hochgepuschter Tourihype ist. Diese Strecke ist atemberaubend und Omnibustouris kommen hier sicher nicht vorbei :-P
Dann ist Meilen fressen angesagt. Wir fahren noch bis Hafslo und übernachten am tollen Lyngmo CP (25 EUR ohne Strom, aber mit WLAN). Idyllisch, direkt am Stausee. Zum Abendessen gibt es veredelte Reste: Schinkennudel und Kjötbullar mit Spiegelei und Kartoffelbreirest.
Abschluss bildet eine Runde Phase 10

10.08.15 Hafslo, Nigardsbreen, Jostedalfjell
Heute wird etwas später aufgestanden. Normales Frühstück mit Knäckebrot. Anschließend ab Richtung Gletscher. In Gaupne noch mal kurz einkaufen, dann weiter ins Jostedal. Der Plan ist, in Gjerde links ab zum Bergsetbreen. Am Parkplatz angekommen, stellen wir fest, dass die Berichte mit Wanderung direkt zum Gletscher schon etwas älter sein müssen. Mittlerweile hat anscheinend der Klimawandel zugeschlagen. Das Ende des Gletschers befindet sich weit oben in der Steilwand. Schade eigentlich, aber nix zu machen. Also dann doch zum Nigardsbreen.
Auf der schmalen Straße nach Gjerde kommt uns ein anderes Wohnmobil entgegen. Wir beide fahren etwas von der Straße aufs Bankett. Wir sind schon fast aneinander vorbei als am anderen WoMo ein ekliges Geräusch zu hören ist. Metall auf Asphalt. Ich mache langsam, bleibe stehen.
Das andere Dickschiff hängt fest. Ich steige aus und laufe zurück. Ein weiteres Fahrzeug steht hinter dem gestrandeten Fahrzeug. Beide Familien sind Holländer.
Zunächst versuchen wir das Wohnmobil (ein norwegisches Mietmobil) durch Schieben wieder auf die Straße zu bringen. Keine Chance. Es sitzt mit der Hinterachse auf dem Asphalt. Wir diskutieren noch kurz, dann geht der Fahrer zum Bauernhaus direkt an der Straße um um Unterstützung mit Traktor zu bitten. Da ich nichts weiter tun kann, wünsche ich viel Erfolg und verabschiede mich. Ich habe ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber es hätte mich genauso treffen können. Das Gras am Wegrand ist so hoch, dass man nicht sehen kann, wie tief es da runter geht. Wir hatten dieses Mal einfach nur Glück.
Wir fahren mit etwas gedämpfter Stimmung weiter, unsere Gedanken sind noch bei der gestrandeten Familie, aber mehr als Daumen drücken können wir nicht tun.
Am Parkplatz Nigardsbreen angekommen, packen wir den Rucksack und stapfen los. Obwohl es in jedem Reiseführer steht, verschätzen wir uns mit der Länge des Weges. Der Gletscher ist gut zu sehen und scheint zum Greifen nah, aber letztendlich laufen wir fast 1,5 h bis zum Gletscherfuß. Wenigstens ist es eine interessante Wanderung über Felsblöcke und Bäche, am See entlang. Der donnernde Gletscherfluß ist auch beeindruckend. An der Absperrung angekommen, sind wir etwas enttäuscht, weil es doch noch etwa 50m bis zum Gletscher sind. Obwohl ich solche Dinge ungern mache, schätzte ich das Risiko doch so ein, dass wir, wie fast alle, hinter die Absperrung bis zum Eis laufen. Wir achten darauf, vorsichtig zu sein und nicht zu tief unter die Überhänge zu gehen. Gewaltig und cool im wahrsten Sinne des Wortes. Tiefblaues Eis in bizarrer Formation.
Nach einigen Bildern geht’s zurück hinter die Absperrung, wo unser Junior wartet, der es nicht ertragen konnte sich den Buchstaben des Gesetzes zu widersetzen.
Dann suchen wir uns eine windgeschützte Felsnische und picknicken königlich. Im Anschluss geht es zurück. Ich laufe voraus und suche einen Weg um die großen Felsblöcke herum. Der Große lässt es sich nicht nehmen alleine den geraden Weg mit viel Kletterei auf sich zu nehmen und ist bald außer Sicht.
Am Ende der Felsblöcke angekommen, sitzt er da und weint. Fuß verstaucht. Ein paar aufmunterte Worte bringen ihn wieder auf die Beine. Zum Glück nix gebrochen.
Der Rückweg zum Parkplatz läuft etwas schneller (zumindest gefühlt) und bald sitzen wir wieder in der Kiste.
In Gaupne gehts links ab ins Jostedal Richtung Lom. Wir lasen im Reiseführer, dass auch diese Straße interessante Serpentinen und Ausblicke bieten soll. Und so ist es. Aber nach der dritten Serpentine werden wir von einer hübschen Straßenarbeiterin gestoppt, die uns mitteilt, dass weiter oben die Straße gesichert werden muss und wir etwa 30 Minuten warten müssen.
Mama geht mit den Kids aufs Bett und liest ein wenig vor. Ich bleibe vorne sitzen und beobachte die länger werdende Schlange hinter uns. Dann steige ich aus und biete der tüchtigen Frau einen Kaffee an. Mit freudigem Gesicht fragt sie ob wir welchen hätten. Ich sage, dass ich ihr geschwind einen kochen würde, aber dann lehnt sie dankend ab, weil sie gerade über Funk erfährt, dass es gleich weiter geht. Sie bedankt sich noch mal und dann geht es auch tatsächlich weiter. Und wieder eine bombastische Panaromastraße, die sich die Berge hoch schraubt. Fast auf Passhöhe stoppen wir am Parkplatz Oscarshaugen (--> Link) und beschließen spontan über Nacht zu bleiben.
Die anwesenden Schafe sorgen für viel Belustigung. Ich erkläre den Kids, dass die Schafe auf Salz stehen. Schnurstracks ist einer im Wagen, holt den Salzstreuer, streut etwas auf die Hand und hält es dem großen Schaf hin. Nach der Freude über das zutrauliche und gierige Lecken kommt die Überraschung, als das Tier aufdringlich nach mehr fordert.
Nach und nach leert sich der Parkplatz und wir haben ihn für uns. Gemütlich essen wir zu Abend (Reis mit Thai Fertigsoße und Hühnchen) und spielen anschließend Mensch-Ärgere-Dich –Nicht.
Leider kein Sonnenuntergang, weil es immer noch bewölkt ist. Der Ausblick wird am Ende noch getrübt, weil sich ein Kastenwagen zwischen uns und den Panoramablick stellt. Aber die haben natürlich das gleiche Recht auf einen tollen Ausblick wie wir.

11.08.15 Jostedalfjell, Dombas Elchsafari
Schlecht geschlafen, denn nachts war heftiger Sturm und Starkregen. Pfannkuchen zum Frühstück. Da die Kinder aus diesem Grund schnell aus der Kiste gesprungen sind, befinden wir uns sehr früh auf der Piste. Die Landschaft wäre ja wieder mal grandios, aber leider fliegen die Wolken auf Kühlergrillhöhe und es regnet in Strömen. Zu allem Überfluss ist es auch noch sehr stürmisch, so dass man sich vor fliegenden Ästen in Acht nehmen muss. Nach etwa 1 Stunde kommen wir in Lom an. Erst mal ver- und entsorgt außerdem versucht Sprudel zu bekommen. Das ist ein echter Graus. Alle Geschmacksrichtungen von Granatapfel bis Mango-Papaya (kein Witz). Aber kein normales kohlensäurehaltiges Wasser. Doch, im Kiwi-Markt gibt es wenigstens welches mit wenig Kohlensäure. Nächstes Mal kommt der Sodastream mit. Spart Gewicht und auch den Pfandflaschenstress.
Nach dem Einkauf zur Stabkirche.
Naja, interessant, aber halt nur eine sehr alte kleine Holzkirche mit Drachenköpfen auf dem Dach. Nennt mich Kulturbanause, aber ich verstehe den Hype um diese Stabkirchen nicht. Die sind schön und interessant, ohne Zweifel, aber das sind doch andere Kirchen auch.
Anschließend geht es weiter nach Otta. Unterwegs gießt es wie aus Kübeln. Reduzierte Fahrt. Der Scheibenwischer schafft es fast nicht.
In Otta wollen wir in eine Bäckerei Zimtbollen kaufen. Es gibt nur normale süße Stückchen. Egal wird auch genommen und ein Brot.
Dann noch ein Stück aus der Stadt, parken vor der Kirche. Und, oh Wunder, der Himmel reißt auf und die Sonne kommt heraus. Fast wären wir noch mal zurück ins Gebirge gefahren ?
Nach Kaffee und Kuchen geht es weiter Richtung Dombas. Dort angekommen erst mal zur Touriinfo, wir wollen eine Elchsafari buchen. Die Info hat schon zu. Öffnungszeit bis 15:00 Uhr. Es ist 15:10 ?. Am Aushang ein Zettel zur Elchsafari. Einfach anrufen. Gelesen, getan. Der Mensch am anderen Ende spricht sogar deutsch mit sächsischem Einschlag.
Elchsafari? Klar, heute Abend 19:00 Uhr vor der Info. Klar geht das auch mit dem WoMo.
Wir haben also noch etwa 2,5 Stunden Zeit. Noch etwas Souvenirshopping, dann raus aus der Stadt auf einen großen Parkplatz am Waldrand. Erst mal zwei Wanderstöcke für die Kids gebastelt. Der Große will einen um seinen verknacksten Fuß zu schonen.
Anschließend vorzeitiges Abendessen. Pizza auf Tortillas. Eine grandiose Sache fürs Wohnmobil.
Dann zurück zur Info. Noch eine halbe Stunde bis zum Start. Wir beobachten die Leute. Es werden immer mehr. Irgendwann kommt endlich der Guide. Mit einem Auto mit deutschem, sächsischem Kennzeichen. Spricht aber auch perfekt Englisch. Er erklärt, dass wir hauptsächlich erst mal in Kolonne die E 6 rauf und runter fahren und nach Elchen Ausschau halten. Wie, so einfach? Und dafür zahlen wir fast 25 EUR pro Nase?
Die Elche kommen mitunter ganz nah an die Straße, dann halten wir an. Der letzte macht den Warnblinker an. Elche betrachten ohne die Tür zu öffnen, sonst laufen die Biester weg.
Das wird ein Spaß
Naja, wir fahren los. Etwa 5 km außerhalb der Stadt sehen wir am Fahrbahnrand ein kleines Elchkalb. Der Guide hatte erklärt, dass er es auf der Herfahrt schon gesehen hatte. Es sucht wohl seine Mutter. Dann halten wir auf einem Parkplatz. Der Elchscout erklärt, dass aktuell noch zu viel Sonne da ist. Die Elche kommen erst aus dem Dickicht, wenn die Sonne weg ist. Wir schauen trotzdem mal Richtung Sumpfgebiet. Dann laufen wir zu einem großen Aussichtsfelsen auf der anderen Straßenseite. Nichts. Den Parkplatz merken wir uns schon mal als Übernachtungsplatz.
Dann fahren wir noch ein Stück weiter, biegen in eine Seitenstraße. Wenden und zurück bis zu unserem Abendessenplatz. Wenden wieder und zurück zum ersten Parkplatz. Der Scout erklärt, dass wir jetzt erst mal zu einem CP fahren, wo er die Bezahlung regeln will. Dort kann man auch mit Karte zahlen.
Dann geht es zurück auf die Straße. Die Sonne ist schon fast weg. Wir fahren wieder zum Aussichtsfelsen. Und da, tatsächlich, ein Elch. Unbewaffneten Auges ein schwarzer Klecks, der sich bewegt, aber mit Fernglas gut zu erkennen, ein Elchbulle.
Dann kommen noch weitere dazu. Es wird immer dämmriger und die Elche (jetzt schon 4-5 Stück) sind nur noch schwer zu erkennen. Der Scout meint, wir sollten noch ein zwei Runden auf der Straße fahren, die Elche kommen normalerweise sehr nah ran. Also los. Wir halten zwei drei Mal auf freier Strecke. Eigentlich ein Selbstmordkommando auf der breiten E6. Trucks überholen uns. No Risk no Fun. Leider sehen wir kein Tier. Wir halten noch einmal auf einem Parkplatz und der Guide kommt zu jedem Auto. Er fragt uns, ob wir das Tier nah am Zaun gesehen hätten. Hatten wir Blindfische nicht. Egal. Wir verabschieden uns. Es war OK. Klar, wenn man weiß, dass die Tiere jeden Abend dort erscheinen ist es ein teurer Spaß. Aber wie mein Onkel schon immer sagte Schraube 50 Pfennige, gewusst wo, 50 DM. Wir fahren Richtung Übernachtungsplatz. Langsam. Plötzlich erspäht meine Frau ein Tier. Etwa 10m vom Straßenrand. Eine Elchkuh. Man sieht sie grau schemenhaft. Aber schon ein mächtiges Tier. Wir halten kurz an. Dann weiter. Plötzlich ruft es von hinten „Da war einer“. Mist, zu spät, wir sind schon vorbei. Also bis zum nächsten Feldweg. Wenden in drei Zügen. Dann zurück. Tatsächlich, ein schönes großes Tier. Warnblinker an und Stopp auf freier Strecke. Nach dem wir von zwei großen Trucks überholt worden sind, fahren wir weiter, wenden noch einmal und halten noch mal an. Wenn ich meine Kamera richtig bedienen könnte, hätte ich den Langzeitblitz gleich beim ersten Schuss gefunden. So war die Kuh weg, als ich das „gute“ Foto schoss. Egal. Elchbilder gibt’s im Internet zu Hauf. Wir haben sie gesehen. Mission accomplished.
Für heute gilt: Stabkirche, Check,
Elchsichtung Check,
zig Norweger durch bescheuertes Verhalten auf der Schnellstraße verärgert, Check ;-) .
Wie uns der Scout erklärte, sind Elche ja eher ein Problem in N, weil es zu viele gibt. Aber für uns Touris ist es halt doch noch was Besonderes. Die knapp 100 Euro waren gut angelegt für den Unterhaltungswert. Auch wenn man für das Geld sicher auch eine ordentliche Portion Elchsteaks bekommen hätte.
Es ist spät geworden. 22:30. Also auf den Parkplatz, etwas abseits vom Toilettenhäuschen, nicht so nah bei den anderen Womos geparkt. Bettfertig gemacht und ab in die Falle.

12.08.15 Dombas, Lilehammer, Moelv
Heute Morgen haben wir uns eine Stunde mehr Schlaf gegönnt. Danach normales Frühstück mit Brot (Ich glaube wir sind das einzige Land, das ordentliches Brot backen kann.). Dann ein paar Kilometer Richtung Dombas und rechts ab zum Vogelschutzgebiet Fokstumyra. Eine Empfehlung des Elchguides gestern.
Naja, bei uns um die Ecke gibt es ein Feuchtgebiet (zwischen Waghäusel und Neulussheim), da ist vogeltechnisch mehr los. Vielleicht lag es an der Tageszeit. War trotzdem eine schöne Wanderung und recht idyllisch.
Dann geht’s Richtung Lillehammer. In Vingstra wollen wir auf den Peer Gynt Vegen. Wegen einiger Baustellen gar nicht so einfach. Letztendlich aber doch gefunden. Gleich nach dem Abzweig wollen wir einige Zimtschnecken auf einem Picknickplatz verzehren. Pustekuchen. Trotz berühmtem Namensgeber kein Parkplatz in Sicht. Bei Gala biegen wir zu einem See ab, stellen uns in eine seitliche Parkbucht, Picknick, dann geht’s weiter. Plötzlich wird es abenteuerlich. Hinter der Mautschranke ist der Asphalt weg. Nun ja, warum man dafür auch noch Geld zahlt ist fraglich. Die Strecke hat was von Schwarzwaldhochstraße ohne Asphalt. OK, das Hochmoor ist idyllisch, toppt aber nicht die Hochmoore in den Gebirgen, die wir zuvor durchfahren haben. Wir sind halt verwöhnt. Wer ein wenig (Betonung auf wenig) Offroad Feeling liebt ist hier richtig. Wer Angst um sein WoMo wegen Schlaglöchern hat, nicht. Wir waren etwas an Island erinnert, dort gab es ähnliche Straßen und Landschaft. OK, die war nicht ganz so grün.
Gegen 17:00 Uhr kommen wir in Lillehammer an. Unser Ziel: Die Sprungschanze.
Ist schon zig Jahre her, dass ich als Bub in Garmisch war. Coole Sache, die 120m Schanze.
Ich fahre mit Tochter im Sessellift nach oben (65 NOK für beide, einfache Fahrt). Die Kleine ist begeistert. Junior hat Höhenangst, verweigert den Sessellift und läuft mit Mama die Treppe. Respeeeekt. Die sind nur kurz nach uns da und gar nicht soo sehr außer Puste.
Runter nehmen alle die Treppe. Herrlicher Ausblick. Lillehammer ist ein beschauliches Örtchen. Trotzdem fahren wir weiter Richtung Oslo.
In Moelv auf dem CP Steinvik nachen wir Halt. 250 NOK mit allem und scharf (Strom und WLAN) ist OK. Ordentliche Duschen (15 NOK für 6 Min.) und Toiletten.
Abendessen: Fischstäbchen mit Spaghetti und wahlweise Ketchup oder Miracolisauce.
Anschließend kurzer Spaziergang zum See, abschließend eine Runde SkipBo, dann ab in die Falle.

13.08.15 Oslo, Holmenkollen, As
Heute war Oslo angesagt. Kurzes Frühstück, unter die Dusche und ab die Post. In Oslo steuern wir direkt den Holmenkollen an. Die Schanze ist schon von weitem zu sehen. Beeindruckendes Bauwerk. Auf dem Parkplatz ist gerade mal noch für ein Wohnmobil Platz (Es ist ein normaler Parkplatz. Kostenlos.) Wir halten uns dort aber nicht lange auf sondern tigern gleich zur nächsten Metro Station, die wir schon bei der Fahrt gesehen haben (5 Min.).
Etwa 11 Stationen bis zur Stadt. Die beste aller Ehefrauen will erst mal in den Vigelandpark. Schöner Brunnen, interessante Skulpturen (ja, ich bin Kulturbanause). Interessanter sind die Menschen. Unzählige junge Leute sonnen sich im Park in Bikini oder Badehose. Die Norweger scheinen wirklich viel Freizeit zu haben.
Dann machen wir uns auf den Weg zu Fuß bis zum Schloss. Hach so ein echter König hat schon was. Alleine schon das Schauspiel der Wachen, die vor dem Palast stoisch auf und ab marschieren.
Dann hinunter auf die Karl Johans Gaten. Einkaufsmeile von Oslo. Es steppt der Bär. Und das an einem Werktag. Wir laufen bis zum Hafen und machen dort die Souvenirshops unsicher. Eine Tasse für Oma, ein Paar Schnapsgläser für uns und Pins für die Kids. Dann zurück an der Mole entlang, und noch ein wenig um die Festung.
Dann laufen wir durch die Festung hindurch und danach geht es zurück Richtung Bahnstation.
Schon bei der Fahrt nach Oslo habe ich den ein oder anderen Tesla gesehen. Auf dem Weg einen weiteren. Ich erkläre den Kids, dass das ein recht teures, besonderes Elektroauto ist. In der Stadt macht sich der Große den Spaß die Teslas zu zählen. Am Ende des Tages haben wir 20 auf der Liste. Unglaublich, aber soviel ich weiß, werden E-Autos in Norwegen extrem gefördert.
Als wir zurück am Holmenkollen sind, verkriechen sich die Kids im Mobil. Ich laufe mit meiner Frau noch zur Schanze und mache ein paar Erinnerungsfotos.
Wir fahren noch etwa eine halbe Stunde und landen an der Kirche von As zur Übernachtung.

14.08.15 As, Strömstad, Torgaland
Langsam bemerken wir, dass wir eigentlich noch ziemlich viel Zeit haben. Eigentlich sind noch zwei Tage übrig. Ziemlich schade, weil wir auf Trondheim verzichtet hatten, um Zeit zu sparen.
Das ärgert uns jetzt doch. Aber wir nehmen uns vor, noch einmal hierher zu kommen und dann ab Trondheim den Nordteil zu bereisen.
Bevor wir nach Schweden einfahren besuchen wir noch die Festung in Halden. Naja, eine Burg halt. Nicht so spektakulär. Überhaupt wird jetzt alles ein bisschen sanfter. Die Hügel, die Straßen. Erinnert ein bisschen an Allgäu, wo ich meine Urlaube als Kind verbringen musste durfte.
Nach der Besichtigung fahren wir noch an einem Supermarkt vorbei. Pfandflaschen und Münzgeld entsorgen.
Ich kaufe noch mal Kulturmjölk zum Abschluss.
Dann geht’s nach Schweden. Wir fahren nach Strömstad und nehmen dort den CP links am Hügel. 250 Kr (etwa 28 EUR) ohne Strom, aber mit WiFi (Duschen 5Kr für 5 Minuten) sind sehr ordentlich. Der Zeltplatz ist sehr gepflegt und hat tolle Sanitäranlagen und Entsorgung.
Nachdem wir das WoMo platziert haben geht es an den Strand. Er befindet sich in einer Lichtung an einem kleinen Fjord. Die Kinder stürzen aufs Wasser los, bremsen dann aber abrupt ab, als sie die Wassertemperatur realisieren. Aber am Wasser und auf dem Steg herumtollen ist auch schön. Ich kann die beiden für ein Gummitier (Haribo) dazu bringen sich unter die eiskalte Dusche zu stellen. Die Kleine springt dann auch tatsächlich ins Wasser und schwimmt bis ans Ende des Stegs. Das gibt ein Bonusgummitier und Schmerzen an den Beinen durch eine Qualle ?.
Danach Abendessen (Kjötkaker mit Kartoffelbrei), Kniffel und Sonnenuntergang anschauen.

15.08.15 Strömstad, Orus
Am nächsten Morgen gibt es gekochtes Frühstücksei und normales Frühstück. Dann geht es weiter. Weil laut Wetterbericht der vorerst letzte schöne Tag angesagt ist, wollen wir noch mal an den Strand. Auf der Halbinsel Orus findet sich ein solcher. Mal was anderes. Mehr ein Felsennest mit ein wenig Gras. Aber kostenlose Umkleide, zwei Badestegs und ein Sprungsteg. Die Kleine ist tatsächlich wieder die Mutige und schwimmt zur Schwimminsel raus. Gott sei Dank ohne schlapp zu machen, sonst hätte ich womöglich auch rein gemusst.
Die Einheimischen Kids haben kleine Angeln mit Wäscheklammern. An diesen befestigen sie aufgebrochene Miesmuscheln und fangen Krabben.
Als unsere Kleinen das sehen, wollen sie auch ihr Glück versuchen. Leider haben sie nur Kescher dabei. Wir finden keine Muscheln, also kratze ich ein paar Schnecken von den Felsen, wir zerdeppern sie mit einem Stein und stecken Sie in die Kescher. Plötzlich kommt der Große freudestrahlend und berichtet, sie hätten eine Krabbe gefangen. Unglaublich. Tatsächlich haben sie einen etwa kinderhandtellergroßen Krebs im Eimer.
Ich schaue mir die Sache an und wundere mich wie das funktioniert hat bei der Ungeduld der Kids. Ich schnappe mir einen Kescher und lege mich auf den Bauch um ihn im Wasser auszulegen. Da sehe ich einen Krebs am Grund krabbeln. Schwuppdiwupp habe ich ihn in den Kescher geleitet. Kurz darauf krallt sich ein zweiter am Kescher fest, weil er wohl die Schnecken fressen will.
Wir präsentieren der Mama stolz unseren Fang und picknicken zum Abschluss süße Stückchen. Die armen Viecher werden in die Freiheit entlassen und wir kehren Mobil zurück.
Wir fahren noch bis zum CP Torgaland, 325 SKr mit Strom (Duschen umsonst, kein WiFi) um morgen Göteborg in Angriff zu nehmen. Schöner abgelegener Platz. Fasst bleibe ich wieder im aufgeweichten Rasen stecken, schaffe es aber noch mal heraus.
Abendessen (Nudel mit Pesto) und eine Runde SkipBo.

mithrandir am 27 Sep 2015 22:14:41

16.08.15 Göteborg, Rosendal
Sonntag, es gibt traditionsgemäß Pfannkuchen zum Frühstück. Wir spülen und duschen, dann geht es nach Göteborg. Der nette junge Mann am CP hatte uns erklärt, dass es am günstigsten sei in der Nähe des Hjalmar Brantingsplatsen einen Parkplatz zu suchen und von dort aus mit der Tram in die Stadt zu fahren. Das tun wir auch. Wir finden einen großen, fast leeren Parkplatz direkt bei der großen Haltestelle. Eigentlich ist das Parken nur für 2 Stunden gedacht. Aber es scheint nix los zu sein, wir tun so, als gelte das nicht für Sonntage und machen uns auf den Weg.
In einem Kiosk bekommen wir unsere Fahrkarten. Der Besitzer ist sehr nett und meint, wenn wir Hin- und Rückfahrt bräuchten, wäre es am günstigsten, zwei Tageskarten für Erwachsene zu nehmen. Die Kids dürfen kostenlos mitfahren.
Gesagt getan. Wir steigen am Brunnsparken aus. Gleich in Sichtweite scheint ein Markt zu sein. Internationale Fähnchen wehen über den Buden. Es gibt tolle Sachen aus aller Herren Länder: Nachos, britische Toffees, spanische Wurst, polnische Essen und einen deutschen Schwenkgrill. Mist, wir haben ja gar kein schwedisches Bargeld. Schnell auf die andere Straßenseite zum Geldautomaten und 500 Kronen gezogen. Am Flussufer spielt eine Liveband auf einem Floß. Wir laufen aber erst mal weiter die große Flaniermeile entlang Richtung Saluhallen. Leider haben diese sonntags geschlossen. Aber um die Ecke sehen wir einen Platz, wo sich weitere internationale Fressbuden und Food Trucks aufgereiht haben. Aha, die Plakate zeigen, dass in Göteborg aktuell ein Festival der Kulturen stattfindet. Nicht schlecht. Wir essen: Ein Langos, einen Hirschkebab (Elch gab es leider nicht), eine Portion frittierte Banane mit Eis und eine Portion Churros mit Schokoladensauce.
So gestärkt marschieren wir zur Anlegestelle der Paddanboote und nehmen die nächste Fahrt. Leider nur in Schwedisch und Englisch, so dass wir für die Kids simultan übersetzen müssen. Die 50 Minuten vergehen wie im Flug. Wir fahren auf den Kanälchen, einmal quer durch den Hafen und lernen viel Interessantes über Göteborg.
Als wir aussteigen läuft gerade eine Parade die Straße entlang. Naja, auch nicht besser als unser Faschingsumzug. Aber am Rand gibt es kostenlose Werbegeschenke von Haribo, Armbändchen für die Kids und eisgekühlten Kaffee in Dosen für uns.
Zum Abschluss flanieren wir noch durch die größte Mall der Stadt zurück zum Ausgangspunkt am Brunnsparken. Wie gerufen steht die Straßenbahn der Linie 6 für uns bereit und wir fahren zurück zum Wohnmobil.
Nächstes Ziel Markaryd mit seinem Elchpark. Immerhin fast 180 km. Leider fahren wir direkt in einen Stau, der uns über eine halbe Stunde kostet. Wie gut, dass es Hörbücher und DVDs gibt, die die Wartezeit erträglich machen. Aber nach etwa 80 km bin ich ziemlich müde und fahre auf einen Rastplatz für ein Nickerchen. Die Kids lesen mit Mama „Harry Potter“ und ich döse ein wenig. Danach noch eine Tasse Kaffee und weiter. Frau meint, dass wir doch jetzt sowieso nicht mehr lange fahren wollen und schlägt vor noch mal einen Abstecher ans Meer zu machen. Wir folgen den CP Schildern und landen nach einer kleinen Irrfahrt in Rosendalen auf einem schnuckeligen Plätzchen in der Natur für 160 Kr. Mit Strom, leider kein WiFi, macht aber nix.
Zu Fuß marschieren wir die 100 Meter zum Sandstrand. Herrlich, die Sonne scheint, das Wasser ist zwar zu kalt zum Baden (zumindest für uns), aber zum Kleckerburgenbau reicht es allemal.
Dann geht es wieder womowärts. Während die Pellkartoffeln kochen lesen wir abwechselnd Harry Potter. Mama macht Quark und dann gibt es leckere Kartoffeln mit Quark.
Nach dem Abendessen noch mehrere Runden Ubongo. Jeder gegen Jeden, Jungen gegen Mädchen, gemischte Paare, Erwachsene gegen Kinder.
Danach ab ins Bett. Ein schöner Tag geht zu Ende.

17.08.15 Rosendal, Elchsafari, Landskrona
Heute Morgen mal wieder früh raus. Frühstück: Normal mit Brot, dann ab Richtung Markaryd zur Elchsafari.
Das war ein Heidenspaß. Es handelt sich um einen umzäunten Bereich im Wald, durch den sich ein 3,5 km langer Weg schlängelt. Man kann mit einem Bähnchen oder dem eigenen Wagen fahren. Wir fragen zunächst, ob das mit dem WoMo möglich ist. Als das bestätigt wird, buchen wir eine Tour (100 Kr/Erw. 60 Kr/Kind). Für 20 Kr. kaufen wir noch ein Bündel Zweige mit Blättern zum Füttern. Dann geht es los. Im Kriechtempo durch den Wald. Da steht eine Elchkuh. Sie kommt hergelaufen. Wir öffnen das Fenster. Die Elchkuh kommt tatsächlich heran und frisst die Zweige. Wir können Sie streicheln und sie steckt fast den Kopf durchs Fenster. Unglaublich. Danach weitere Elche, die mal auf der einen mal auf der anderen Seite reinschauen. Zwischendurch geht es durch ein Bisongehege mit einer kleinen Herde. Beeindruckend, aber die Tiere sind eher passiv (vielleicht auch besser so). Vor uns steht ab und zu das Bähnchen. Deshalb lohnt es sich sehr langsam zu fahren, um in keinen Stau zu kommen. Ich habe eine Idee und lasse Junior einen Apfel zerschnippeln. Bei der nächsten Gelegenheit halten wir einem Elch einen Schnitz hin. Heisa. Der freut sich so, dass er gleich den ganzen Kopf ins Auto steckt, weil er anscheinend den Rest riecht. Gott sei Dank eine Kuh, so dass sie den Kopf auch problemlos wieder aus dem Auto bekommt, als wir sie vorsichtig an der Schnauze zurückdrücken. Wirklich ein toller Spaß. Auch mal was anderes als Zoo. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht wegen der Tiere. Ich nehme an, sie wurden in dem Gehege geboren und kennen es nicht anders. Es fehlt ihnen ja auch nichts und das Gehege ist auch nicht so klein, dass sie eingepfercht wirken.
Dann fahren wir weiter Richtung Malmö. Kurz vorher fahren wir von der Autobahn ab, Richtung Meer. Und wir finden tatsächlich einen Parkplatz bei Fortuna an einem herrlichen Sandstrand.
Es ist ziemlich stürmisch. Wir bauen unsere Strandmuschel auf, ich lege mich ein wenig hin, die Kids spielen im Sand und schwimmen zwischendurch sogar ein Stück. Wir hätten nicht gedacht, dass wir in diesem Urlaub Badetage haben würden.
Nach etwa 2,5 Stunden wird der Wind dann doch sehr frisch und wir gehen zurück zum WoMo. Auf dem Parkplatz haben vier Mobile eine Burg gebaut. Sieht so aus als wöllten sie übernachten. Wir trauen uns nicht. Auf dem Schild steht 2 Stunden von 22-06 Uhr. Das Navi zeigt einen CP in der Nähe an, auch am Meer. Also, nix wie hin. In Landskrona beim Golfplatz geht es rein. Sieht ganz schön nobel aus. Wir erhalten zwei Magnetkarten, eine Broschüre und den Hinweis, dass die Dusche 5Kr für 3 Minuten kostet, abgerechnet wird beim Checkout.
Meine Frau liest in der Bröschure etwas von 395 Kr pro Nacht. Was solls, man gönnt sich ja sonst nichts. Der Platz ist wirklich sehr edel. An jeder Parzelle eine Säule mit Ab- und Frischwasser. Strom und WLAN sind inklusive.
Zum Abendessen gibt es Schweinesteak aus der Pfanne und gekochte Maiskolben. Mit dem Bratensaft, unserer letzten Zwiebel und etwas Sahne bekomme ich sogar ein schmackhaftes Sößchen hin.
Zum Abschluss schnappen wir uns ein Eis aus dem Gefrierfach und gehen ans Ende der Seebrücke um einen „eisgekühlten“ Sonnenuntergang zu genießen.
Zurück im WoMo gibt es noch eine Runde Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, dann geht es in die Falle.

18.08.15 Landskrona, Wikingerdorf Foteviken (Höllviken), Ljunghusen
Müsli zum Frühstück, anschließend Duschen und Spülen. Der CP ist wirklich 1a, 5 Sterne+. Alles pikobello sauber, alles ist über die Magnetkarte geregelt. OK, ob man warmes Spülwasser auch abrechnen muss, ist fraglich, aber es kostet ja auch nur 1 Kr.
Nach dem Spülen mache ich das WoMo fertig, die Kids gehen auf den Spielplatz. Mama und ich laufen anschließend noch mal zum Meer, das nur 50m entfernt ist.
Dann entsorgen wir und anschließend fahren wir zum Checkout. OK, der Preis hat auch 5 Sterne: 406 Kr (inkl. Dusche, WLAN und Strom). Aber ich habe schon schlimmere Plätze für diesen Preis gesehen.
Weiter Richtung Malmö. Mama will sich die Öresund Brücke ansehen. Wir fahren erst mal in den Industriehafen nach Zen-Navigation. Leider eine Sackgasse. Also wieder ein Stück zurück, dieses Mal mit TomTom. Leider auch nicht so toll, weil eine Straße gesperrt ist und wir einen weiteren Umweg fahren müssen. Endlich am Strand angekommen. Es ist Mittagszeit und der Strandparkplatz ist ziemlich voll. Scheint ein beliebtes Mittagspausenziel zu sein. Aber wir finden eine Lücke. Es gibt eine Seebrücke, an deren Ende ein Gebäude steht. Tatsächlich ein Bad. Ob Hallenbad, oder Seewasserbad erfahren wir nicht, weil wir keinen Eintritt zahlen wollen, nur um es anzusehen (bei Gelegenheit googeln).
Die Öresund Brücke sieht man einigermaßen. Nun ja, eine große Brücke halt. Wir fahren weiter Richtung Höllviken. Dort fahren wir zum Wikingerdorf Fotevikens. Ein authentisches Dorf, in dem tatsächlich auch Leute wie zu der Zeit der Wikinger leben. Sehr interessant, auch wenn aktuell nicht viele Menschen dort wohnen. Ein Schmied zeigt uns, wie man mit einem Feuerstein und einem Stück Stahl Feuer macht. Es klappt bei ihm auf Anhieb. Beifall.
Sein Kollege schmiedet kleine Stahlbügel, die er mit den Feuersteinen verkauft. Ich erzähle, dass ich auch schmieden kann und werde von den Kids gedizzt, weil ich so ein Angeber bin.
Wir schauen uns alles an. Wirklich sehr interessant, aber dort leben? Naja, das essen war sicherlich nicht mal halb so lecker wie das, was es bei uns im WoMo gibt.
Anschließend geht es weiter Richtung Strand (nach Zen). Hinter Ljungenhus steht ein Wegweiser zum Strand und CP. Am Ende der Straße die Einfahrt zum CP, ein Parkplatz und der Weg zum Strand. Wir parken erst mal und laufen zum Strand. Es ist realtiv weit (300-500m). Ziemlich stürmisch heute. White Caps soweit das Auge reicht. Das lässt Sorge für die Überfahrt übermorgen aufkommen. Die Kinder haben Spaß. Endlich mal ein Meer mit Wellen. Sie verlangen nach den Badesachen. Aber nur, bis sie die Füße ins Wasser gesteckt haben. Es bleibt beim Sandburgenbau. Etwas später kommen ein paar Kitesurfer und zeigen ihre Künste.
Wir gehen zurück und beschließen nicht den teuren CP zu nehmen sondern lieber den Stellplatz beim Wikingerdorf für 100 Kr anzufahren. Unterwegs sehen wir einen Stellplatz direkt am Hafen von Ljunghus. 200 Kr zahlt man am Automaten. Dafür bekommt man Strom, das WLAN Passwort und den PIN für den Zugang zu den Toiletten und Duschen des Yachtclubs (sehr sauber und geräumig). Anbei ist ein Restaurant. Spontan beschließen wir hier zu essen. Papa lädt ein. Es gibt einen Hamburger für Papa, einen Babyhamburger für Junior (der ist eigentlich genau so groß) und geräucherten Lachs für Mama. Delicious. Der Burger ist medium, mit Sauce Bernaise und gedünstetem Gemüse. Auch Mama schwärmt von ihrem Lachs. Zum Abschluss noch einen leckeren Espresso.
Kurz vor Neun und wir sind komplett fertig. Kein Spülen, keine schmutzige Küche. Zeit für eine Runde Phase 10/7.
Das Spiel geht bis 22:30, dann ab in die Falle

19.08.15 Ljunghusen, Kämpinge Strand
Am Morgen gibt es nach dem Frühstück erst mal Punktabzug für den Stellplatz. Das Warmwasser in den Duschen ist kalt. Naja, egal. Heute, am letzten vollen Tag im Ausland ist Strand angesagt.
Erst mal fahren wir Richtung Trelleborg. An einem großen Supermarkt machen wir Halt und kaufen noch mal das Notwendigste ein. Milch, Brot und Kulturmjölk. Bei einem falschen Abbiegevorgang zuvor, haben wir zufällig den Weg zur Fähre für morgen entdeckt.
Nach dem Einkauf entscheiden wir uns kurzentschlossen doch nicht an einen Strand in Trelleborg sondern zurück nach Kämpinge zu fahren. Der Parkplatz zum Strand ist in einem schattigen Wäldchen. Es ist traumhaft. Weißer Sand, soweit das Auge reicht. Die Sonne strahlt. Der Wind ist heftig. Deswegen verziehen wir uns mit der Strandmuschel in die Dünen. Dafür sind es einigermaßen ordentliche Wellen. Das Meer ist relativ kalt, so dass es die Kinder nicht sehr lange im Wasser aushalten. Egal, ein schöner Abschlusstag am Strand. Zurück am WoMo beschließen wir auf dem Parkplatz zu übernachten.

20.08.15 Trelleborg, Rostock, Wittstock
Am nächsten Morgen stehen wir recht früh auf. Die Fähre geht um 09:25. Gegen 08:15 treffen wir am Hafen ein. Check-In läuft schon. Toll organisiert. „Folgen Sie der blauen Linie, es sind etwa 2km“ Und so ist es. Hier verfährt sich nicht mal der Dümmste.
Auf der Fähre suchen wir uns einen kleinen Tisch im Aufenthaltsraum. Zunächst wird mal was gegessen. Dann ruft schon die Piratencrew zur Kinderbespaßung. Dem Großen ist das zu kleinkindmäßig, der Kleinen gefällt es. Zwischendurch spielen wir Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Harry Potter rettet den Stein der Weißen.
Kurz bevor die Langeweile unerträglich wird, gibt es für die Kids einen Kinofilm. Die Versorgung der Kids gegen Langeweile ist wirklich eine tolle Sache.
Gegen 15:30 laufen wir in den Hafen in Warnemünde ein. Wir sehen den Strand, das Hotel Neptun usw. das wir schon von früheren Urlauben ohne Kinder kennen. Damals schauten wir den Schiffen beim Einlaufen zu.
Um 16:00 Uhr geht’s von der Fähre. Wir fahren direkt nach Nienhagen, um noch mal an den Strand zu gehen. Leider nicht so schön wie in Schweden. Ziemlich voll (hier sind noch Ferien) und wir werden von Wespen belästigt. Nach etwa einer Stunde hopsen wir wieder in unser Gefährt und starten zur vorletzten Etappe Richtung Chemnitz. Wir schaffen es bis Wittstock, hauen ordentlich bei McD rein und übernachten am Museumsparkplatz. Der Parkplatz bei der Touri Info ist zwar für WoMos gekennzeichnet, aber dort vergnügt sich die Stadtjugend und wir wollen eigentlich unsere Ruhe.
Noch ein schnelles Siedler Würfelspiel, dann ab in die Falle.

21.08.15 Wittstock, Nähe Chemnitz
Gleich morgens ein schnelles Müslifrühstück, dann ab in die Heimatstadt meiner Frau, wo wir die Kinder bei Oma und Opa noch für eine Woche abgeben. Der Reisebericht endet hier, da die restliche Strecke nur noch abgespult wird.

Norwegen ist schön. Zu groß für eine 3 Wochen Tour. Wir kommen wieder.

mithrandir am 27 Sep 2015 22:27:19

Noch ein Nachtrag:
Mittlerweile haben wir auch die Abrechnung durch. Ich habe nicht alles auf Heller und Pfennig erfasst, aber anhand der Kontoauszüge ist der Wert sicher hinreichend genau.
Der Trip hat uns etwa 3.000,00 € gekostet (inkl. Sprit).
Wir haben so gut wie nie im Restaurant gegessen. Mal ein Burger hier, ein Eis oder Kuchen da, aber feste Mahlzeiten und Frühstück gabs im Mobil. Mitgebracht hatten wir Nudeln, Reis, Fertigsoßen. Mehr oder weniger regelmäßig haben wir eingekauft: Fleisch, Molkereiprodukte, Wasser (Sprudel), Saft und Softdrinks, Knabbereien
Getankt haben wir für ca. 700,00 €
Wir sind 4850 km gefahren und haben knapp 600 l Diesel verbraucht (etwas mehr als 12l/100km)
Fährkosten etwa 370 €

mithrandir am 27 Sep 2015 22:31:24

Jonah hat geschrieben:.... wobei ich ja Fotos ganz gerne ansehe. :) Aber Schnee im August? Irre.


Die besten Fotos gibt's bei Google. Ich knipse keine Landschaften/Gebäude ohne Menschen die ich kenne. Und die will ich nicht im Internet haben. Außerdem ist mir die Zeit viel zu wertvoll um Bilder zu machen. Zur Erinnerung OK, aber das meiste ist im Kopf.
Schnee im August ist cool, aber in den Höhen eigentlich nichts besonderes, findet man in den Alpen ja auch. Und in Norwegen geht ab September wieder der Winter langsam los.

shoe1 am 27 Sep 2015 22:59:59

Hallo,
danke für den Bericht - gut zu lesen ...

Obwohl mir die Bilder dazu schon gehörig abgehen ... bin eben ein sehr visueller Typ ... ;-))
lg
Rupert

mithrandir am 27 Sep 2015 23:28:46

Tja, die Geschmäcker sind verschieden. Mich stören Bilder eher. Ich mag es sachlich. Deswegen lese ich lieber den Lonely Planet als Geo

rkopka am 28 Sep 2015 13:33:08

xbmcg hat geschrieben:Ich bin ja fast nur mit Tempomat gefahren, eingestellt auf die jeweils zul. Geschwindigkeit (GPS, nicht Tacho)

Dann muß er besser funktionieren als meiner (250er, 3,5t, 130PS). Mit 80 in der Ebene geht er aufwärts ziemlich in die Knie und abwärts würde er zu schnell. Also ständig schalten und Tempomat wieder aktivieren, bringt aber abwärts wenig !? Vielleicht macht eine Automatik das besser, aber ich bin lieber ohne Tempomat gefahren.

Bei Bildern halte ich es umgekehrt. Ich mache nur ausnahmsweise Bilder mit (mitreisenden) Personen. Mit sind eigene Bilder der Reise wichtig.

RK

mithrandir am 28 Sep 2015 21:09:35

rkopka hat geschrieben:.... Mit sind eigene Bilder der Reise wichtig.


Des Menschen Wille.....
Aber ohne Mitmenschen unterscheiden sich deine Bilder doch nicht von denen im Internet :-)

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