Mit der Neckarquelle scheint es sich ähnlich zu verhalten wie mit der Donauquelle (siehe meinen Bericht: Die Donau vom Ursprung bis zum Delta). Sie ist nämlich nicht genau zu lokalisieren. Das wollte ich mir mal näher anschauen. Dafür kommen die nächsten Tage mit viel voraus gesagtem Sonnenschein gerade recht. Außerdem kann ich bei dieser Gelegenheit das neue Wohnmobil testen.
Über die B30, an der sich im Abstand von ca. 20 km eine sehenswerte Stadt an die andere reiht, fuhr ich über Laupheim, Biberach, Bad Waldsee, Ravensburg, Markdorf und Salem nach Schwenningen am Neckar. Obwohl jede der angeführten Städte einen Besuch wert ist, reichte es nur zu einem Streifschuss, zumal mir diese Städte genauestens bekannt sind. Sie verfügen übrigens alle über einen Womo-Stellplatz.
Als erstes steuerte ich den Wohnmobilstellplatz in Schwenningen an, wo ich sogleich meinen Frischwassertank gefüllt habe.
In Schwenningen gibt es beim Messeparkplatz 5 kostenlose Wohnmobil Stellplätze mit Ver- und Entsorgung über Sanistation "Holiday Clean", Abwasser- und WC-Entsorgung sind kostenlos, Trinkwasser ca. 80 Liter gibt es gegen eine Gebühr von 1 EURO. Stromversorgung wird nicht angeboten.
--> Link
GPS N 48°02'59" - E 08°32'33"
Zur Innenstadt sind ca. 2 km zurückzulegen, mit dem Fahrrad kein Problem.
--> Link
Da ich die Entfernung unterschätzt habe, machte ich mich zu Fuß auf die Suche nach der Neckarquelle. Der Weg führte mich durch den anlässlich der Landesgartenschau 2010 angelegten Stadtpark auf der Möglingshöhe.
Dort (Ecke Möglingstraße - Güterstraße) ist die offizielle Quelle des rund 367 Kilometer langen Neckars zu finden.
Zur Landesgartenschau 2010 wurde die Neckarquelle unter Verwendung einiger Elemente der vorherigen Quelleinfassung neu gestaltet. Das Original des Quellsteins steht allerdings im Schwenninger Heimatmuseum.
--> Link
Seit 1869 fördert eine elektrische Pumpe das Wasser aus einem tiefen Quellschacht nach oben. Die Neckarquelle floss dabei aus einer steinernen Quelleinfassung, an der die unten abgebildete Gedenktafel mit der zitierten Inschrift angebracht war. Und von hier aus fließt der junge Neckar als kleines Rinnsal durch den Stadtpark und dann weiter bis in den Rhein.
--> Link
Um einiges reicher an Wissen nahm ich den Rückweg zum Womo in Angriff. Mit Blick auf den Neckar-Tower spazierte ich durch den blühenden Stadtpark am Neckar entlang, der hier, wie bereits erwähnt, nur ein armseliges Rinnsal ist.
Am Womo angekommen, holte ich den Flyer Isy aus der Garage, denn der Tag war noch lange nicht vorüber, und da die Sonne vom Himmel strahlte, wollte ich nun zum Neckarursprung radeln. Der Neckarursprung liegt im Schwenninger Moos. Dieses etwa drei Quadratkilometer große Moorgebiet befindet sich in einer Höhe von 705 m über dem Meeresspiegel. Es ist ein Naturschutzgebiet, durch das die Europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau verläuft. Hier ist das Hauptquellgebiet des Neckars.
In das Naturschutzgebiet durfte ich nicht hineinfahren. Daher kettete ich Isy an einer Schranke an und ging zu Fuß weiter.
Der Rundweg ums Schwenninger Moos bietet zahlreiche Aussichtspunkte, einer davon ist der mit der Tafel “Des Neckars Ursprung“.
--> Link
Bis vor einigen Jahren hat gegolten, dass sich die Neckarquelle im Schwenninger Moos befindet. Allerdings musste die Quelle durch langjährigen Torfabbau und die damit einhergehende Trockenlegung schon mehrfach verlegt werden. Auch heute liegt der Neckarursprung noch immer im Schwenninger Moos.
Befriedigt radelte ich zurück zum Womo, wobei mich wie an der Donau die Frage beschäftigte, was wohl der Unterschied sein mag zwischen Donauursprung und Donauquelle und Neckarursprung und Neckarquelle sowie Rheinursprung und Rheinquelle. Eine Quelle im herkömmlichen Sinn habe ich bei keinem der drei Flüsse gefunden.
Den weiteren Verlauf des Neckars bis zur Mündung in den Rhein bei Mannheim habe ich in meinen auf meiner Homepage veröffentlichten Reiseberichten beschrieben. Wer Interesse hat, schaut einfach mal rein bei:
--> Link

