Hallo Ingo,
wir haben 2012 eine Fahrt mit dem
Womo (zwei Fahrzeuge) um die
Ostsee gemacht und sind auch durch Kaliningrad und St. Petersburg gefahren.
Das Visum (2 Mal) bekamen wir ohne Probleme in Dresden in einem Reisebüro, welches auf Reisen nach Russland spezialisiert ist.
Die Grenzübergänge waren nicht immer einfach, aber wirkliche Probleme gab es nicht. Die Grenzbeamten waren korrekt und genau. Etwas umständlich war es, die nächste Anlaufstelle zu finden. Aber es gibt viele KLW-Fahrer, die uns geholfen haben. Später hatten wir es immer so gemacht, wenn eine längere Autoschlange vor der Grenze war, ist meine Frau ausgestiegen und hat schon mal die Papiere (Zollerklärung und Migrationskarte) geholt und begannen schon auszufüllen. Wenn man großes Glück hat, bekommt man diese Dokumente auch auf Deutsch. Da wir aber zu Hause das Ausfüllen auf Russisch und Englisch geübt hatten, gab es keine Probleme. Man findet diese Dokumente auch im Internet. Da wir nicht wussten, ob die aus dem Internet noch aktuell sind, haben wir sie uns an der Grenze geholt und ausgefüllt. In Kaliningrad sind wir erst zum „Baltica Hotel, 202 Moskovsky Prospekt, 236001 Kaliningrad“ gefahren und wollten uns anmelden. Der junge Mann an der Rezeption erklärte uns im akzentfeien deutsch, dass man sich erst nach sieben Tagen anmelden muss. In dem Hotel gab es auch einen Geldautomat. Hinter dem Hotel war ein Campingplatz, wir wollten aber an die Ostsee nach „Rauschen“. Trotz intensiver Hilfe von Einheimischen fanden wir keinen Campingplatz und sind deshalb ohne Übernachtung über die Kurische Nehrung nach Nidden (Litauen) gefahren. Die Formalitäten an der Grenze gingen schnell (weniger als eine Stunde), aber wir mussten auf beiden Seiten in den entsprechenden Währungen Eintritt in den Nationalpark zahlen. Zum Glück hatten wir ja schon Rubel aus den Automaten.
Vor Narva übernachteten wir einige Kilometer vorher auf dem „Laagna camping-hotel“, denn wir wollten möglichst früh über die Grenze. Wie schon geschrieben, gibt es am Stadtrand einen großen Parkplatz, auf dem man sich anmelden muss und auch eine Parkgebühr bezahlen muss. Dann wartet man, bis auf der Anzeigetafel die eigene Autonummer angezeigt wird. Jetzt fährt man durch die Stadt zum Grenzkontrollpunkt. An der roten Ampel musste ich nochmals aussteigen und dem Posten meine Papiere zeigen. Nun kamen wir an die eigentliche Grenze. Die Fahrzeuge werden immer genau und korrekt geprüft. In jede Klappe wird geschaut. Unsere persönlichen Sachen und die Verpflegung interessierten nicht.
In St. Petersburg fuhren wir zuerst nach „Zarskoje Selo“! Wenn man das gesehen hat, findet man Potsdam oder Versailles gar nicht mehr so toll!!! Danach auf dem Autobahnring zum „Hotelcampingplatz Olgino, N 59.99659° E 30.10614”. Der „Campingplatz” war ein abgelegener Hotelparkplatz mit einigen Stromkästen, die an Bäume gebunden waren. Hier wollten wir nicht bleiben! Also ging es am Freitagnachmittag durch St. Petersburg zum Haus der Kultur “Progress“, Lesnoy Prospekt 17/2. Hier stand schon eine geführte Gruppe von etwa 20 französischen Reisemobilen. Mit ein wenig gutem Willen passten wir da auch noch hin. Wasser gab es mit eine langen Schlauch aus dem Keller, Strom mit vielen Kabeltrommeln aus dem Haus,
Abwasser war ein etwas beiseite geschobener Kanaldeckel, Preis 20,00 Euro pro Nacht. Der Chef sprach sehr gut Englisch und war sehr hilfsbereit. Vor hier waren es nur einige Hundert Meter bis zur Metro und wir konnten die Stadt erkunden (Newski Prospekt, Peter und Pauls Festung, Kreuzer Aurora, Winterpalais…
Unser Bekannter war sehr!!! Leichtsinnig und hatte seine Gürteltasche (mit einer Druckschnalle hinten) offen getragen. Beim Einsteigen in die Metro gab es plötzlich ein Gedränge und die Tasche war weg. Also zur Polizei und dank der Hilfe eines jungen Mannes, der sehr gut englisch sprach und dolmetschte, konnte der Polizist helfen. Nach etlichen Telefonaten bekam er einen Anruf, verschwand und kam nach 15 Minuten mit der Tasche zurück. Alle Papiere, EC-Karte und Schlüssel waren noch da. Es fehlten zwei Kreditkarten und das Bargeld. Den Kreditkartenschaden bekam er zu Hause von der Bank ersetzt, das Bargeld gehörte jetzt einem Anderen.
Wir blieben zwei Tage, besuchten u.a. auch Peterhof und fuhren dann ohne Probleme über Vyborg nach Finnland.
Gruß
Siegfried