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hubstuetzen

Einsatz aktueller Atego mit afrikanischem Schwefeldiesel


ebi1 am 12 Apr 2016 07:29:02

Hallo miteinander,

vielleicht ist hier ja ein Dieselspezialist im Forum...

Wir werden unser jetziges Mobil verkaufen und möchten uns ein "Afrikafahrzeug" bauen lassen. Basis könnte der aktuelle Atego 4x4 sein. Nun hat der aber einen modernen Motor, und in Afrika ist der Sprit weniger modern. Im Süden gibt es 50 ppm Diesel noch, ansonsten sieht es da mau aus.

Kann mir jemand sagen, ob es einen Weg gibt, mit einem aktuellen Motor den dick verschwefelten Diesel zu verarbeiten, ohne dass der Motor Schaden nimmt? Partikelfilter muss raus, Adblue muss raus codiert sein - das ist klar. Das dürfte aber hinten und vorne nicht reichen. Wäre nett, wenn hier jemand wäre, der helfen kann. Danke schon mal.

Wenn es keinen Weg gibt, muss ich mir ein Euro3-Fahrzeug in Afrika kaufen.

P.S. Suche wirklich nur Hilfe und möchte keine Diskussion lostreten, ob man sowas braucht oder nicht. Muss ja jeder selbst wissen.

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haralddoerr am 12 Apr 2016 07:54:59

Marokko hat auch 50 ppm Diesel. In den anderen Nord-Afrikanischen Ländern zwischen 600 bis 2.000 ppm.

Flatus am 12 Apr 2016 08:02:42

Hallo ebi

In Afrika gibt es etwa 50 verschiedene Länder – und entsprechend vielfältig ist auch die Dieselqualität. Viele Tankstellen-Netze bieten tadellosen und nahezu schwefelfreien Diesel an. Und die Situation verbessert sich laufend. Diesel 50 bekommt man inzwischen in den meisten Ländern.
Das Problem bei Afrikareisen sind aber die Lücken im Tankstellennetz. Vor allem in Zentralafrika ist die Dieselqualität oft mangelhaft. An den Markentankstellen in den grossen Städten geht’s, aber auf dem Land ist es ungut. Das trübe Heizöl vom Strassenrand dürfte wohl eher nicht Euro5 tauglich sein! Da bist du mit einem alten Dieselmotor eindeutig besser dran…

Gruss Flatus
.

Flatus am 12 Apr 2016 08:04:33

haralddoerr hat geschrieben:Marokko hat auch 50 ppm Diesel. In den anderen Nord-Afrikanischen Ländern zwischen 600 bis 2.000 ppm.

In Marokko verkaufen sie inzwischen 10 ppm Diesel. :!:
In Algerien und Tunesien 50 ppm

Gruss Flatus
.

ebi1 am 12 Apr 2016 08:15:10

Also ich hatte heute Kontakt mit einem Bekannten, der in Sambia lebt und 3 Wochen in Namibia unterwegs war. In Namibia hat er erstmals gesehen, dass es 50 ppm gibt.

Was es gibt, ist ja nicht so das Problem. Mein Problem ist, was mache ich nun?

haralddoerr am 12 Apr 2016 08:23:14

Gibt es evtl. von Mercedes eine Anleitung, was geändert werden muss, um bestimmte Diesel Qualitäten zu verwenden? Die verkaufen die Fahrzeuge ja auch in Afrika.

mv4 am 12 Apr 2016 08:26:30

Du hast noch ein anderes Problem...die ganze neue Motorengeneration mit Elektronik was kein Mensch braucht...das kann dir in Afrika kaum jemand reparieren...da sind schon die Werkstätten hier überfordert.
Einen gebrauchten LKW in Afrika zu kaufen ist auch ziemlich schwierig, ...nicht das kaufen an sich...aber erst mal einen finden der noch halbwegs in Ordnung ist. Da ist es schon besser du kaufst einen hier ... und verkaufst ihn dann unten.

haralddoerr am 12 Apr 2016 08:27:56

Haben die Mercedes Werkstätten in Afrika keine Diagnosetester?

ebi1 am 12 Apr 2016 08:31:15

Mercedes verkauft Euro 3 in Afrika (soweit ich informiert bin). Du hast mich aber auf eine Idee gebracht, ich kenne ja einen Techniker in Windhoek. Da frag ich mal an.

Das mit der Elektronik sehe ich entspannt. Meiner Meinung nach wird da zu viel Zauber gemacht. Wie wenn die Dinger alle paar Meter am Straßenrand stehen würden. Ich sehe hier ab und an Fahrzeug mit geplatzten Reifen.

mv4 am 12 Apr 2016 08:33:23

warst du schon mal in Afrika ? ...ich meine Zentral Afrika und außerhalb der Hauptstädte.
Das Problem ist nicht die Diagnose....sondern die Reparatur.
Es stehen in Afrika tausende LKW rum mit Elektronik Schaden...die man nur für teures Geld reparieren kann...wenn du jemanden kennst der das richtig gut kann.... der wird in Afrika ein reicher Mann. :D

mv4 am 12 Apr 2016 08:34:50

edit:... wenn du das mit der Elektronik anders siehst...dann höre dich mal in großen Speditionen um was dir dir sagen.

ebi1 am 12 Apr 2016 08:52:38

Ja, ich war schon in Zentralafrika, 3x, insgesamt war ich ca. 20 x in Afrika. Nun geht es aber, wie ich befürchtet habe, an der ursprünglichen Frage vorbei.

Seabridge geht diesen Monat mit einigen Selbstfahrern auf Tour. Die fahren mit eigenen Mobilen von Südafrika gen Tansania / Kenia. Und die Tanks sind garantiert nicht so groß, dass man hin und zurück kommt, um dann bequem 50 ppm zu tanken.

War ein Versuch, dachte mir aber, dass eine Antwort schwer zu bekommen ist.

mv4 am 12 Apr 2016 08:57:08

sorry ebbi die frage war nicht an dich gestellt sondern an Harald.

In den Großen Städten findet man immer Markentankstellen, schlechter sieht es halt in der Pampa fernab der Küsten aus.... da weiß man nie genau was die da einen verkaufen. :ja:

Und mindestens ein Zusatztank ist in Afrika sowieso Pflicht...aber das weißt du ja selber.

uli644 am 12 Apr 2016 09:01:47

Hi ebi,

Lösung hab ich leider keine, ... Aber suche auch eine, wenn auch nicht ganz so eilt wie bei Dir.

Wenn Du eine Lösung hast wäre es nett, wenn Du es hier schreibst!

Bzgl Euro 3, hab erst vor kurzem noch Euro 3 LKW in Wörth vom Band laufen sehen, für den Export. Wirst Du hier bestimmt auch kaufen können, kriegt man m.W. aber nicht zugelassen...

ebi1 am 12 Apr 2016 09:15:42

Hallo Uli,

den Weg musst Du streichen. Euro 3 kannst Du nur in Afrika laufen, weil Du Neufahrzeuge hier nicht zulassen kannst. Und Import kostet 70% Zoll in Südafrika. Und ohne Zoll bekommst Du das Ding nur rein, wenn Du Aufenthaltsgenehmigung dort hast.

Alles schon hinter mir. Wenn Bewegung rein kommt, melde ich das natürlich.

ebi1 am 12 Apr 2016 09:51:02

ok, nun ist die Antwort von Mercedes da.

Der neue Atego kann nicht mal mit 50 ppm betrieben werden. Damit ist die Sache vom Tisch.

Flatus am 12 Apr 2016 19:09:06

ebi1 hat geschrieben:... Der neue Atego kann nicht mal mit 50 ppm betrieben werden. Damit ist die Sache vom Tisch.

... ja, damit wird's schwierig - überall, nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und Amerika. :?

Gruss Flatus
.

ebi1 am 13 Apr 2016 07:53:23

Bei der Gelegenheit noch ein Info für Interessierte, die nichts mit dem Thema direkt zu tun hat.

7,5 t gibt es in SA nicht. Mit dem Führerschein, den man bei uns "alten 3er" nennt, kann man dort bis 16 Tonnen bewegen. Über 3,5 ist bis 16.

Tinduck am 13 Apr 2016 08:28:20

...sonst bau Dir doch nen 1000-Liter-Tank ein, dann sollte es möglich sein, nur in den Großstädten zu tanken? Gibt ja Leute, die so was haben in ihren Expeditions-LKWs.

Ansonsten vielleicht aisserhalb der EU (z. B. Türkei) ein Fahrzeug kaufen und dort irgendwie zulassen?

Oder noch mal alternativ ein Gebrauchtfahrzeug kaufen... als NEUzulassung geht nur noch Euro6, aber Gebrauchte kann man doch selbst mit Euro 0-5 wieder zulassen?

bis denn,

Uwe

Flatus am 13 Apr 2016 12:46:02

ebi1 hat geschrieben:... 7,5 t gibt es in SA nicht. Mit dem Führerschein, den man bei uns "alten 3er" nennt, kann man dort bis 16 Tonnen bewegen. Über 3,5 ist bis 16.

In vielen afrikanischen und südamerikanischen Ländern gilt der gewöhnliche Führerschein bis 40 (oder 60) Tonnen. Und auch für Reisebusse ;-)

Gruss Flatus
.

volki am 13 Apr 2016 15:49:13

ebi1 hat geschrieben:ok, nun ist die Antwort von Mercedes da.
Der neue Atego kann nicht mal mit 50 ppm betrieben werden. Damit ist die Sache vom Tisch.

Die Frage ist die:
Braucht's den schwefelarmen Diesel "nur" um die Norm zu erreichen?
dh macht's dem Motor selbst nichts wenn er mehr bekommt? Einspritzanlage ??

Damals als aus USA Autos MIT Katalysator in die Schweiz importiert wurden, es aber noch kaum bleifreies Benzin gab, haben wir den Kat ausgebaut und das fehlende Zwischenstück mit einem einfachen Auspuffrohr ersetzt. (Gesetztes konform !) Später, als Bleifrei Usus wurde, wieder zurück gebaut

Wenn das gehen würde, könntest du mit (Diesel)-Kat bis Nordafrika fahren, dort den Kat demontieren und das Rohr einsetzen lassen. Bei der Rückkehr umgekehrt

Gogolo am 13 Apr 2016 16:22:23

Der Kat sendet diverse Steuersignale an das Motorsteuergerät. Bleiben diese Signale aus, dann geht der Motor massiv auf Störung mit mindestens Leistungsverlust. D.h. das Motorsteuergerät muss von einem Spezialisten entsprechend (unzulässig) umprogrammiert werden...


Habe die Ehre

Gogolo

Solofahrer am 13 Apr 2016 17:46:46

Gogolo hat geschrieben:Der Kat sendet diverse Steuersignale an das Motorsteuergerät. Bleiben diese Signale aus, dann geht der Motor massiv auf Störung mit mindestens Leistungsverlust. D.h. das Motorsteuergerät muss von einem Spezialisten entsprechend (unzulässig) umprogrammiert werden...


Habe die Ehre

Gogolo


Ja, über diese Störungen haben viele Globetrotter auch in diesem Forum vielfach berichtet. Aber es gibt ja diese Spezialisten, die das Steuergerät entsprechend neu programmieren können. "Unzulässig" wäre ein Fahren damit aber wohl nur innerhalb der EU. Was außerhalb Europas insbesondere wegen technischer Notwendigkeiten gemacht wird bzw. gemacht werden muss, dürfte dann schon legal - zumindest unserem Gesetzgeber auch ohne "l" = egal - sein. Nur muss diese Umsteuerung bei der Rückkehr nach Europa umgehend wieder rückgängig gemacht werden, sonst erlischt die Betriebserlaubnis und das kann teuer werden.

Man kann aber ja auch heute noch bei Daimler, sorry Mercedes Benz, Fahrzeuge ohne AdBlue und son Krams bestellen, wenn man eine behördliche Ausnahmegenehmigung beibringt. Diese bekommt man, wenn man nachweisen kann, dass dieses Fahrzeug z.B. für/über humanitäre Hilfsorganisationen im Ausland eingesetzt werden soll. Dies sagte mir ein Vertreter der Mercedes Benz Niederlassung hier in Bremen. Jedoch stelle ich mir das nicht so einfach vor, so eine Bestätigung zu bekommen. Wie genau dies funktionieren soll weiß ich allerdings nicht, da könnte das DRK, THW oder eine andere Hilfsorganisation wahrscheinlich Auskunft geben.

Der einfachste Weg wird jedoch sein, ein Gebrauchtfahrzeug zu erwerben. Und dann könnte man auch gleich ein Fahrzeug wählen, was gänzlich ohne Motorelektronik auskommt. Dies waren m.W. die Mercedes LKWs bis Baujahr 1992/93? Hatte einen 1124AF aus 1992 und der war und ist auch beim neuen Besitzer ein sehr zuverlässiger Reisebegleiter! Und dies auch ganz sicher noch für viele Jahre.

Gast am 13 Apr 2016 18:37:45

Wir sind mit Euro5 Amarok über 12000 km durch Afrika gefahren ... getankt haben wir alles, wo wir was bekommen haben

LG
fernweh

Gast am 13 Apr 2016 18:43:37

Tankstellen




mv4 am 13 Apr 2016 20:24:52

wie Axel schon richtig bemerkte... baut zu mindestens Daimler (von anderen Herstellern weiß ich das nicht 100%ig) noch heute für den Afrikanischen und für islamische Staaten Fahrzeuge völlig ohne Motorelektronik leider bekommt man die Fahrzeuge hier nicht ohne weiteres, Nur mit Exportbescheinigung usw.

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