Caravan
luftfederung

Marokkorundreise im Herbst 2007 1, 2, 3


Gast am 30 Okt 2007 13:49:16

9. Tag
Dank der spanischen Grippemedizin Vincigrip hatte unser Freund eine erholsame Nacht und fühlte sich schon viel besser, so dass eine Weiterfahrt nach Fes nichts im Wege stand. Wir hatten uns schon vorher abgesprochen, dass wir nicht in Riff-Gebirge fahren. Wir wollten das Risiko, ungewollt Drogenkuriere zu werden, ausschließen. Deshalb sind wir dann auf direktem Wege nach Fes, einer der Königsstätte Marokkos gefahren. Die Beschreibung zum Platz war diesmal nicht so eindeutig, also fuhren wir einmal quer durch die Stadt, ohne einen Hinweis auf den Camping International Fes zu sehen. Wir hatten auch noch etwas von einem Thermalbad ganz in der Nähe von Fes gelesen, es sollte in Moulay Jacoub, etwa 19 km entfernt sein. An einer Kreuzung sehen wir ein Schild und fahren hinauf zu dem Thermalort. Dort angekommen fragen wir wieder einmal bei der Polizei, wo das Bad wäre und die schicken uns zu einem Wellnesshotel mit Thermalbad, aber das war noch geschlossen. Also ins Dorf und das alte Bad suchen, aber nichts zu finden, außer 10 Kinder die gerne unser Auto bewachen wollen.
Wieder zurück nach Fes und an einer Polizeikontrolle fragen wir wieder nach dem Weg zum Camping und freundlich wie immer erklärt der Polizist den Weg.
Ein vorbeikommender Mopedfahrer spricht uns wenige Meter an, ob wir den Campingplatz suchen würden, was wir bejahten. Er bot uns an, uns dort hinzuführen. Die Polizei beobachtete das Geschehen und pfiff den Burschen ran, und mit sehr ernster Miene machten Sie ihm klar, daß er keine Touristen belästigen solle.
Wir fahren also los und wenig später hat der Mopedfahrer uns eingeholt und bietet sich wieder an, uns zu führen. Dankend nehmen wir an.
Ich höre jetzt schon unsere Begleiter sagen „ Ich habe gelesen, das sind Schlepper und die wollen Geld dafür, das soll man nicht machen“. Meine Frau denkt das gleiche wie ich und wir lächeln uns nur an. Ich denke mir so bei mir, prima da brauch man nicht lange suchen.
An dem sehr großen Campingplatz angekommen, an dem wir vorher schon vorbeigefahren sind, möchte ich mich für die Dienste erkenntlich zeigen, aber auch er will nichts. Er erklärte, daß er Student sei und beim Tourismusbüro beschäftigt sei, ebenso wie sein Bruder, der offizielle Führungen durch die Stadt machen würde. Wenn wir wollten, könnten wir ihn buchen, er würde die Führung in unserem Womo, oder aber mit einem Taxi machen, für 200 Dirham, oder was es uns wert wäre, sowie 200 DH für das Taxi.
Wir besprachen das kurz und baten ihn dann, seinen Bruder um 10:00Uhr zu bestellen.
So, nun ging es erstmal zur Anmeldung und dann auf den Platz. Sehr groß, im Sommer geht’s hier sicher richtig ab. Freiluftdisco, Restaurants, Bars, Pools und Tennis sowie Golfplätze. Aber jetzt waren nur etwa 5 Womos da und entsprechend sahen leider wieder einmal die Sanitäreinrichtungen aus, aber auch daran haben wir uns schon etwas gewöhnt.
Es war bereits später Nachmittag, und so bauten wir die Auto wieder auf und die Mädels bereiteten ein richtig schönes Abendessen vor, mit Süppchen, Salat und Fleisch.
War richtig lecker und gemütlich und es wurde ein toller und lustiger Abend. Ist immer wieder erstaunlich, was ein Glas Wein bei (fast)Abstinenzlern bewirken kann.

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Gast am 30 Okt 2007 17:02:21

Weitermachen...Michael...ich bin doch so neugierig.... schönes Bild von Haltdieklappe. Hast Du ausser Bier auch noch andere Sachen dabei gehabt ? :D

Weiterso


Hardo

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Gast am 30 Okt 2007 17:07:38

@ Hardo

klar, Jägermeister
nee, im ernst, Du kennst ja meine Frau, wir waren wieder komplett mit allem versorgt.

mfg
Michael

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Gast am 31 Okt 2007 10:47:06

Hab`s gelesen Gluasch mit nudeln ? Kenn ich das nicht woher ? :D

Will auch wieder in die Ferne. :cry:

Gast am 31 Okt 2007 10:53:36

So, der Chef hat mir wieder Platz gegeben also kann ich weitermachen


10. Tag
Auch wenn die Überredung unserer Freunde zu unserem heutigen Fremdenführer gestern noch etwas länger dauerte, da die Erfahrungen in Marrakech eben nicht so erfreulich waren, waren wir pünktlich am Tor, wo bereits das Taxi wartete. Natürlich ein Mercedes 250D aus 1993 mit 530.000km, aber gut in Schuß. Unser Mopedler und sein Bruder kamen auch und begrüßten uns freundlich, der Führer in fast akzentfreiem deutsch, und zeigte uns unaufgefordert seinen offiziellen Fremdenführerausweis.
Wir besprachen kurz die Route und stiegen dann ein, 6 Personen – kein Problem in Marokko- soviele wie reinpassen, dürfen auch rein.
Also einmal um die Stadtmauer zum höchsten Punkt mit toller Aussicht über Altstadt, Neustadt, Atlas und Riff und immer mit guten Erklärungen.
Angesprochen auf die roten Flaggen mit 5 Zackigem Stern erklärte er uns, die hängen noch seit dem Besuch des Königs, der hier vor 2 Tagen in seinem Häuschen zu Besuch war. Und alle sind stolz, daß er eine Frau aus Fes geheiratet hat, soll sogar seine Lieblingsfrau sein.
Weiter ging es zum 2. Aussichtpunkt der Stadt, von der aus man die komplette Altstadt überblicken konnte.
Nun ging es zur Medina, wo wir gemütlich durch schlenderten und die skurilsten Dinge kaufen konnte, oder aber auch die Handwerkskunst bewundern konnte.
Die Besichtigung der Gerberei mit Verkaufsstelle durfte dabei nicht fehlen und so wurden wir erst durch das schön renovierte Haus mit Blick auf die Gerbkessel und Farbtröge geführt und dann in die Verkaufsräume, wo man so viele schöne handgefertigte Lederartikel erwerben und damit die vielen Frauen die die Artikel auch in Heimarbeit herstellen, unterstützen könne. Der Betrieb gehöre schließlich zu einer staatlichen Genossenschaft, Na ja, wer´s glaubt – uns konnte man nicht überzeugen.
Also weiter durch die Gassen in eine weitere Genossenschaft wo auch viele Hausfrauen in Heimarbeit ….. , diesmal Teppiche.
Alles sehr interessant und farbenfroh – aber viel zu teuer. Also weiter an der Stadtmauer entlang an der ältesten Universität der Welt.
Was wir feststellen können ist, daß man hier speziell mit Katzen sehr liebevoll und fürsorglich umgeht, da diese eben die Gassen von Raten freihalten, also eine Art Symbiose. Nachts aber verschwinden die Katzen und werden von den Hunden ersetzt.
Es geht auf Mittag zu und so werden wir in ein typisches, sehr schönes Restaurant geführt, wo sich allerdings nur Touris aufhalten. Ein Einheimischer kann sich die Preise sicher nicht leisten, aber es war ein kulinarisches Erlebnis, was wir sicher nicht missen möchten. Nur die Bauchtänzerinnen haben gefehlt.
Was wir dort gegessen haben, nun ja es war etwas mit Fleisch, Gemüse und Obst. Ich hatte eine typische Spezialität von Fes, genannt Pastilla. Das ist eine Blätterteigtasche, gefüllt mit Taubenfleisch, Gemüse und vielen Gewürzen. Und nun kommts, das ganze bestreut mit Zimt. Irre Kombination, aber lecker.
Mit den Einkaufsführungen reichte uns es nun erstmal wieder und so gingen wir noch weiter durch die zahlreichen Gässchen, wo die Zeit scheinbar stehen geblieben scheint.
Das Taxi wurde am Nachmittag dann wieder gerufen, damit wir wieder zum Camping kamen. Alles verlief reibungslos, doch anstrengend war es schon, die viele Lauferei und dann den Hund ständig durch die Gegend schleppen. Jeder musste sie streicheln und sogar wurden wir einmal gefragt, ob sie Shyla filmen dürften – englische Touristen.
Am Platz angekommen bedankten wir uns beim Fahrer und vor allem bei dem kompetenten Führer, der uns auf die Frage nach dem Preis antwortete: „ Sie bezahlen, wenn Sie wollen, das, was es Ihnen wert ist, wenn Sie nichts zahlen wollen, dann bleiben wir auch Freunde“
Was soll man dazu noch sagen ?
So, wir sind am Womo, etwas müde und durstig. Erstmal ein Bierchen und dann Kaffee. So haben wir wieder viele Eindrücke zu verarbeiten. Und abends sitzen wir gemütlich zusammen vorm Auto und lassen den schönen Tag noch einmal Revue passieren.

Gast am 31 Okt 2007 10:58:41

Noch ein paar Fotos aus Fes

Gast am 31 Okt 2007 11:17:52

11. Tag
Die heutige Tagesetappe ist sehr kurz und führt uns in die schöne Königsstadt Meknes, gerademal 1,5 Std Fahrzeit werden wir benötigen, um dort anzukommen. Es soll dort einen zentralgelegenen Camping Municipale geben, den wir ansteuern wollen.
Wir wecken wieder wie jeden morgen unsere Begleiter so gegen 7:30 Uhr, die am abend bereits das meiste im Womo verstaut haben, also gute Chance, daß wir heute mal pünktlich loskommen, auch wenn ich die Hoffnung dafür schon lange begraben habe.
Es kommt wie es kommt – 8:50Uhr „Wir gehen nur noch mal auf´s Klo“. Alles klar, ich geh schon mal zur Rezeption und bezahle. Wir kommen pünktlich weg.
Gemütlich und bei Sonnenschein nehmen wir die Strecke in Angriff, unterwegs kaufen wir noch an der Straße ein paar rote Zwiebeln.
Über die Neustadt kommen wir in Meknes an und suchen den Platz. Was sollen wir langsam suchen, ich fahre wie immer vor in Richtung Altstadt und halte an, und schon kommt wieder ein freundlicher Polizist und zeigt uns den Weg, wir sind nur 500m entfernt. Also wieder rein und weiter, die Stadtmauer hoch, am Königspalast vorbei und links durch die Stadtmauer gegenüber dem Stadion. Ein ordentlicher und großzügiger Platz, wir können uns hinstellen, wo wir wollen und der Platzwart hilft uns gleich bei der Stromversorgung. „ Haste mal ein Bier“ ist seine erste Frage und gebe ihm ein schönes Kühles.
So, alles ist wieder eingerichtet und steht, wie es soll, also genau die richtige Zeit für ein Bierchen –junge, das zischt.
Nun sehen wir uns den Platz ein wenig näher an, gehen zur Rezeption und melden uns an. Am Platz gibt es einen Kiosk, der auch jeden Morgen frisches Brot anbietet. Hier werden wir auch in Deutsch begrüßt und der eifrige Mann zeigt uns gleich mal seine Angebote an landestypischen Artikeln. Gleich kommen wir ins Handeln und kaufen ein paar schöne Dinge preiswert ein. „ Wenn Ihr das und das nehmt, kostet es soviel, wenn Ihr mir noch 2 Pakete Kaffee und Schnaps gebt, dann kostet es soviel „ ein lustiges Treiben, und wir haben viel Spaß mit dem Mann. Unsere Bekannte kommt später auch noch dazu und will ein paar Dinge kaufen, das selbe Spiel. Er erzählt, das seine Tochter bald heiratet und dafür brauch er auch noch ein Paar Schuhe für die Tochter und seine Frau, also geht das handeln weiter, bis er am Womo sitzt und auch erstmal ein kaltes Bier trinkt.
So, jetzt will ich aber mal meine Ruhe haben und er merkt das auch und geht. Später bietet er uns auch seine Dienste als Fremdenführer an, wollen aber die Stadt diesmal selbst erkunden.
Also gehen wir mit grober Richtungsvorgabe los, müssen aber zügig gehen, weil unsere Bekannten noch Geld wechseln müssen und die Banken bald schließen. Unterwegs gab´s ja keine, wo man hätte wechseln können.
Zügigen Schrittes werden die zwei immer schneller, denn die Zeit wird knapp. Nun passiert etwas sehr, nennen wir es mal verwirrendes. Ein Mann geht an uns vorbei und ich grüße ihn freundlich, er bleibt stehen begrüßt uns ebenfalls mit Handschlag und landestypisch mit 2 Küsschen links und 2 rechts. Wir kommen irgendwie ins Gespräch mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, was unsere Leute sehen, und daraufhin immer schneller werden. „Was ist denn mit denen los?“ sage ich so zu meiner Frau, „keine Ahnung“.
Der nette Herr erzählt uns, dass er gleich hier wohnt und würde uns gerne zum Tee einladen, was wir aber leider ablehnen müssen. Schade eigentlich, aber so viel Freundlichkeit ist schon verwirrend.
Wir holen unsere Leute wieder ein, die hilfesuchend auf uns warten, weil sie keinen Pass dabei haben und bei dieser Bank ohne Pass kein Geld gewechselt bekommen. „Dann gehen wir eben zu einer Anderen“ sage ich und bald ist auch dieses „Problem“ gelöst. Wir schildern ihnen die Geschichte mit dem Mann und fragen, warum sie nicht mal gewartet haben, darauf die Antwort:“ Das war bestimmt ein Schlepper, das ist sehr gefährlich“ Ich wollte noch was dazu sagen, aber diese weltoffenen Menschen haben Ihre gefestigten Meinungen.
Langsam erreichen wir die Medina und kommen am größten Stadttor von Marokko vorbei, wirklich imposant.
Auf dem Marktplatz biegen wir dann wieder in die kleinen Gässchen ein um bummeln zu gehen, uns gefällt es hier einfach toll.
Wir wollen dann mal langsam wieder zurück zum Platz und suchen uns ein Taxi, bekommen aber keins, und so nehmen wir 2 sogenannte Petit Taxi, die nur 3 Personen befördern dürfen. Für 10 DH fährt er uns wieder an den Campingplatz. „ Tschüß dann“ sagt er zum Abschied.
Es wird langsam Abend und um uns herum versammeln sich englische Offroader, die von hieraus eine Rally starten wollen.
Ein wieder sehr erlebnisreicher Tag geht bei einem (haha)Bierchen zu ende, und wir freuen uns auf Morgen.

Gast am 31 Okt 2007 11:26:32

12. Tag
Wir hatten gestern noch besprochen, mal in einen Marjane (Supermarkt)einkaufen zu wollen, und fragen an der Rezeption nach dem Weg. Aber der freundliche Mann geht gleich mit uns los, um uns zu einem nahegelegenen Taxistand zu bringen. Immerhin laufen wir so etwa 1,5 km, aber auch er will kein Geld dafür, lieber später ein kaltes Bierchen. Kein Problem, ich habe ja immer noch Reserven.
Das Taxi kommt bald, natürlich Mercedes /8 mit 950.000km bei defektem Tacho, also wahrscheinlich noch viel mehr Km. Aber er fährt, allerdings kann man die Fenster nicht öffnen, keine Kurbeln.
Der Marjane ist wie jeder andere, westliche Supermarkt auch, mit sehr großem Warenangebot. Wir hatten den Taxifahrer für 12 Uhr wieder bestellt und er wartete noch eine halbe Stunde auf uns, kassierte dafür aber auch nicht mehr wie bei der Hinfahrt.
Zur Mittagszeit sind wir dann wieder zurück und wollen dann nach dem Essen nochmal runter in die Stadt. Diesmal aber nicht wieder zu Fuß, war doch ziemlich weit, also mit Taxi.
Es kommt aber keins, also halten wir eine Kutsche an und lassen uns damit zur Medina, entlang am Palast und der Stadtmauer fahren. Wir besuchen kurz ein Museum, kurz, weil es kaum etwas zu sehen gibt und gehen danach wieder durch die Gässchen und wollen den Berbermarkt suchen, den wir nach langen Hin und Her auch finden.
Die Dämmerung setzt ein und auf dem Marktplatz treffen sich die Leute um die Märchenerzähler und Gaukler, und hören gespannt zu.
Vieles , was wir sahen, wird ewig im Gedächtnis bleiben, wie z.B. der Besuch in einer kleinen Teestube, wo wir die typischen Touris waren, und zur Unterhaltung der Anderen beigetragen haben, als wir uns fast die Lippen am kochend heißen Tee verbrannten. Auch die Markthallen mit ihren Süßwarenständen und Gewürzen, traditioneller Kleidung und die kleinen Handwerksstände, die mit der Reparatur von Möbeln oder auch Mosaiken beschäftigt waren.
Zurück über den Marktplatz gehen wir wieder zu einer Kutsche und lassen uns gemütlich zurückfahren.
Auf dem Platz angekommen, hat sich die Gruppe der Offroader stark vergrößert, und wir mitten drin.
Nun wieder the same Procedere than every evening – kaltes Bierchen und gemütlich vorm Womo sitzen.
So langsam werde ich, wie eigentlich jedesmal, wenn sich der Urlaub dem Ende nähert, etwas melancholisch. Aber noch sind wir hier und morgen brechen wir die letzte Etappe Richtung Tanger an.

Gast am 31 Okt 2007 11:32:24

Der Endspurt

13. Tag
Heute liegen eigentlich keine großartigen Ziele oder Sehenswürdigkeiten vor uns, wollen eigentlich nur näher an Tanger sein, damit wir dann früh an der Fähre sind.
Also suchen wir in den Reiseunterlagen und bei E.Kohlbach nach einem schönen Platz vor Tanger. Meine Frau, die sich richtig gut in die Materie eingearbeitet hat, und auch mittlerweile im Kartenlesen bewandert ist findet einen Platz an den Lagunen von Moulay Bousselham ( den Namen muß man öfters lesen, wird immer lustiger).
Wir verfahren uns nur einmal, weil wir keine Autobahn wollten, aber wie schon oft fragen wir wieder an einer Polizeikontrolle und werden wieder freundlich in die richtige Richtung gebracht.
Bald ist auch der Platz gefunden, und wir gehen etwas spazieren, runter zu den Lagunen um die Flamingos und Kormorane zu beobachten. Wir sehen aber keine, es ist Ebbe und die Viecher stehen auf der gegenüberliegenden Seite der Lagune. Auch gut. Also wieder zurück und erstmal schön Duschen. Unserer Freundin gefällt die bisher beste Sanitäranlage nicht, weil sie den Duschkopf festhalten muß. Uns schon.
Wieder schön sauber und frisch beenden wir den Abend vorm Womo mit Schwärmereien über das Erlebte und trinken und essen gemütlich zusammen.

Gast am 31 Okt 2007 11:40:22

Der letzte Tag in Africa

14. Tag
Wir kommen auch heute pünktlich wie abgesprochen los und haben überlegt, das wir erstmal runter zum Hafen fahren, um die Rückfahrt mit der Fähre zu klären. Irgendwie war mir der Preis von € 140 für hin und zurück sehr günstig, aber alles war in Ordnung. Wir könnten um 13:00 Uhr übersetzen.
Also was machen wir, in Tanger gibt es keinen schönen Platz um sich die Stadt nochmal ansehen zu können.
Also beschließen wir kurzerhand, wieder nach Spanien zu fahren und noch ein wenig auf unserem Lieblingsplatz in Cabopino bei Marbella zu bleiben.
Wir Männer gehen zur Wechselstube um das restliche Geld zurückzutauschen, es darf nicht ausgeführt werden, und dann vor zur Grenze.
Während wir in der Wechselstube waren konnte meine Frau beobachten, wie 3 Jugendliche unter einen LKW- Auflieger krabbelten und dort irgendwo verschwanden – Flüchtlinge.
Die Grenzkontrolle verlief Problemlos, auch wenn alles genau unter die Lupe genommen wurde, innen wie Außen.
Kurz vor der Einschiffung wurde jedes Fahrzeug nochmal kontrolliert, ob man nicht doch noch Leute aufgenommen hätte.
Die Abfahrt verspätete sich um 30 Minuten und auch dieses mal konnten wir keine Wale beobachten.
In Spanien angekommen ging es ebenfalls ohne große Kontrolle über die Grenze und weiter auf die N340 Richtung Marbella.
Die Platzsuche ging zügig von der Hand und wir suchen die kleine Pizzeria auf dem Platz auf um gemütlich zu Abend zu essen – endlich wieder mal ein frisch gezapftes.
Eine schöne Reise geht zu Ende- schade!
Am nächsten Morgen dann erfahren wir, das unsere Bekannten doch heute schon abreisen wollen weil ……… und wir spannen hier noch ein wenig aus.

Schlußwort: Es war für uns die bisher beeindruckenste Reise, die wir mit dem Womo gemacht haben. 14 Tag sind natürlich nicht all zu lange, aber für eine Schnupperfahrt schon ausreichend. Man konnte erste Eindrücke sammeln und sich ein klein wenig mit den Gegebenheiten vertraut machen. Armut und Prunk liegen sehr dicht zusammen. Aber es steht uns nicht zu, darüber zu urteilen.
Die Menschen sind sehr freundlich und offen, begegnen einem mit Respekt und Höflichkeit, wenn man sich ebenso verhält. Natürlich sieht man überall, man ist nicht in Europa, aber gerade das machte für uns den besonderen Reiz dieser Reise aus. Auch muß man Abstriche in Sachen Sanitär und Hygiene machen, aber sauber ist es fast überall. Die Plätze sind großzügig und selten parzelliert. Die Landschaften sind sehr abwechslungsreich und faszinierend. Auf der Gesamtstrecke von 2600 km konnte man die verschiedensten Vegetationen, von trockenster Wüste bis zu den grünsten Täler sehen. Wir hatten niemals das Gefühl, in irgendeiner Gefahr zu sein. Vielleicht am Anfang der Reise, aber auch nur basierend auf irgendwelche Geschichten und dadurch entstandene Vorurteile. Auch gab es mit unserem Hund nirgendwo Probleme, auch nicht bei Einreise oder Ausreise. Sprachlich kamen wir immer irgendwie zurecht. Wir fahren auf jeden Fall wieder hin, nehmen dann aber mehr Geschenke für die Ärmsten mit.
Die Gesamtkosten dieser Reise lagen bei etwa € 1200.-, also sehr preiswert. Die Campinggebühren lagen zwischen 40 und 100 Dh also etwa € 3,50- € 9.- mit allem. Der Diesel kostet rd. € 0,63

Gast am 31 Okt 2007 11:46:58

So, Ihr Leute,
das war unsere Reise in eine andere Welt. Ich hoffe.Ihr konntet ein bisschen die Faszination und die Begeisterung für dieses Landes spüren. Wenn Ihr Fragen habt, nur zu.

mfg
Michael und Beate

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Ausderasche am 31 Okt 2007 11:53:40

Super schöner Bericht, schade, dass er schon zu Ende ist! Macht richtig neugierig auf Marokko - wenn nur die Anreise nicht schon so lang wäre, obwohl es soll auch eine Fähre von Genua nach Marokko geben.
Danke sehr!

Viele
Frank

Gast am 31 Okt 2007 12:05:32

Schöner Reisebericht, habe förmlich an der Reise teilgenommen ;-)

Eines fand ich aber sehr ungewöhnlich, Frösche in der Wüste :eek: ... (auch wenn Ihr die nur in der Dusche angetroffen habt)

Tipsel am 31 Okt 2007 12:06:21

Toll, was ihr alles erlebt habt, und danke für den super Bericht und die eindrucksvollen Bilder.

Aber jetzt muss ich erst noch aufs Klo :kuller:

Maggie am 31 Okt 2007 12:26:52

Oh, super - habe noch gar nicht alles komplett gelesen, aber nun bin ich wieder rastlos am Grübeln, was wir im nächsten Frühjahr machen sollen.

Tendenz ganz klar: Marokko - aber die An- und Abreise kosten von hier aus nochmal fast 1 Woche.

Tollen Urlaub habt ihr da gemacht.

Danke für den schönen Bericht.

Maggie

eva b. am 31 Okt 2007 12:28:55

Hallo Ihr Beiden,
ein faszinierender Bericht aus einer fremden Welt - ich habe alles in einem Rutsch gelesen, dabei wollte ich nur kurz reinschauen :)
Wie seid Ihr (und auch Euer Vierbeiner) mit dem Klima zurecht gekommen? Wir stöhnen schon, wenn das Thermometer auf die 30° zugeht, in Marokko wird es wohl ein bisserl heisser gewesen sein :roll:

Gast am 31 Okt 2007 12:29:12

Hallo Alino,

Danke für den tollen Bericht und die schönen Fotos. Bei einigen konnten wir sagen: Heee, da waren wir auch. :) Die Sandwüste ist einfach ein Traum. Es gibt auch nur zwei Möglichkeiten. Entweder man mag sie und will immer wieder hin oder man mag sie nicht. Wir lieben sie.

Der Bericht ist auch sehr unterhaltsam geschrieben.
Zu den Mitreisenden möchte ich nur bemerken, dass ich mir, als du solche gesucht hast, genau das dachte was dann anscheinend auch eingetreten ist. Es ist einfach problematisch ständig zusammen zu sein, dasselbe tun zu müssen oder zu wollen, die Eigenheiten akzeptieren zu müssen usw.
Irgendwann geht man sich mal auf die Nerven oder kann seine Meinung nicht mehr zurück halten oder ist einfach nicht gut drauf was die anderen dann wieder auf sich beziehen usw. Unproblematisch ist es selten.

Wir sind mal eine Peloponnes Runde mit Bekannten gefahren. Da wir Probs ausweichen wollten haben wir folgendes gemacht. Wir sind getrennt gefahren, haben uns per SMS verständigt wo jeder ist und nächtigen will. Wenn man Lust hatte suchte man den Platz des anderen auf oder hatte selber einen schönen gefunden und der andere kam wenn er Lust dazu hatte oder eben nicht. Es gab einfach keinerlei Zwang und man freute sich aufeinander wenn man sich wieder traf. Nur waren es dann bei uns keine kühlen...eh schon wissen... sondern vergorener Traubensaft. :wink:

Diese Lösung war wirklich Spitzeee und wir sind heute noch gute Freunde, wissen aber auch genau warum. :)

Rider

Gast am 31 Okt 2007 12:32:49

@ BooCatOne
Die Wüste hat mehr Wasser, als man glaubt. Diese Herbergen haben alle eigene Brunnen in der Wüste, also max 100m von ihren Hotels und versorgen damit das komplette Haus. Das Abwasser wird gesammelt und zur Gartenbewässerung benutzt.
In den Innenhöfen unserer Kasbah Mohayot waren überall künstliche Springbrunnen und Wasserspiele, die auch gerne von den Fröschen angenommen wurden.

Auf dem Bild, neben dem Führer sieht man ein Loch im Boden. Dort liegt eine Quelle in 30 cm Tiefe - ist wirklich war. Man kann dort reingreifen und hat Schlamm in den Händen.

mfg
Michael und Beate

Gast am 31 Okt 2007 12:53:21

Das Klima war eigentlich perfekt. Tagsüber,abgesehen von der Wüste, war es so um die 27Grad und nachts kühlte es auf 19-20 Grad runter, also gut zu schlafen.
In der Wüste ging es schon mal auf 47 Grad, aber da waren wir am Pool oder im Garten, sehr angenehm. Die Luftfeuchtigkeit ist hier natürlich sehr gering, also sind die Temperaturen gut verträglich, auch für den Hund.
Und wir sind die Temperaturen auch gewöhnt, leben ja in Südspanien.

mfg
Michael und Beate

Gast am 31 Okt 2007 13:16:51

Toller Bericht Michael, ich will da auch hin.
machen wir mal eine Rechnung auf :

und Express Tours

Mal sehen... 4 Wochen Zeit = 30 Tage

Hiddenhausen --> El Morche --> 2.494 km --> 2 Tage

Pause 1 Tag 8 Michael, Beate und Haltdieklappe einladen

El Morche --> Algeciras --> 186 km --> 3,5 Stunden --> Fähre nach Tanger 1,5h
Mit ein und Ausschiffen, Zoll und was weiss ich denn noch 1 Tag

Anreise = 4 Tage
Abreise = 4 Tage

Verfügbare Urlaubszeit = 22 Tage.


Geht doch, oder ?


Hardo

Gast am 31 Okt 2007 13:31:40

hallo alino,
super reisebericht und ich bin "mitgefahren",
zumal ich all deine stationen auch kenne.
schön, dass ihr wieder gesund und wohlbehalten zuhause seid.

lele

Gast am 31 Okt 2007 13:32:21

Na siehste Hardo, ist ne ganz einfache Rechnung.
Also müssen wir uns nur noch auf den Termin im Herbst festlegen, oder?

Macht Euch Gedanken


mfg
Michael und Beate

Gast am 31 Okt 2007 14:14:44

Möchte auch nochmal mein Dankeschön bekunden.

Klar, daß wenn man dort mit dem Schiff erst mal ankommt, die Eindrücke über einem zusammenstürzen. (Wir erleben schon jedesmal einen Kulturschock, wenn wir in Palermo aufs Schiff fahren und in Genua wieder runterfahren) Und das mit den Begleitern ist halt so eine Sache, natürlich lernt man sich dann auf so einer Reise "richtig" kennen, aber das Schlimmste sind halt Spannungen im Urlaub. Aber wenn man quasi "aufeinander angewiesen" ist, sollte es doch gehen - und ging es doch auch? Wie ist denn jetzt der Kontakt? Doch wohl nicht eingeschlafen? Ihr werdet sehen, in spätestens einem halben Jahr werdet ihr gemeinsam über das Erlebte schwelgen und die bitteren Beigeschmäcker vergessen haben (und sie nächstes Mal schon um sieben Uhr wecken, die Abreise für halb neun anberaumen, um dann um neun Uhr wegzukommen - lesen die Leute eigentlich hier mit?!)

Insgesamt habt ihr in den zwei Wochen offenbar so alle Königsstädte und die möglichen Landschaftsformen angerissen, oder vertu ich mich da?

Hm, hm, grübel, grübel, aber für 3 Wochen von hier aus ist das schon hefffffftig - es hilft nicht, wir müssen es noch weiter in die Zukunft schieben. Schade eigentlich.

Gast am 31 Okt 2007 14:22:30

@ Lira

Es ist nicht so, das wir als Feinde auseinander gegangen sind, und habe das auch schon wieder alles vergessen. Ich glaube nichtmal, daß die 2 gemerkt haben, daß sie manchmal nerven. Der Kontakt besteht auch weiterhin. Wir haben tatsächlich sehr viel gesehen, und wenn ich mir so die rd. 350 Fotos anschauen, fallen mir immer wieder andere Dinge auf - es war einfach toll. Aber sieh Dir die Rechnung von Hardo an, dann geht das schon.

p.s.: Die Leute lesen hier nicht mit !

mfg
Michael

Marisa am 31 Okt 2007 16:21:42

Auch von mir,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

Also kann ich Horst beruhigt mitteilen,daß Beate noch gesund und munter ist und alles gut verkraftet hat ! :D
Viele an sie.

Macht mir Mut für nächstes Jahr!



Trix

achimHH am 31 Okt 2007 19:14:06

Hallo Michael und Beate.

eine tolle "Kurz"- Reise habt Ihr da, in eines der schönsten
Länder + mit den nettesten Bewohnern die ich kenne, gemacht.

Der Bericht ist Super geschrieben, und weckt alte Erinnerungen.

Danke Dir dafür.

nette achim

Gast am 02 Nov 2007 10:49:20

Guten Morgen,

danke für die netten Komentare. Freut mich, das es Euch gefallen hat. Vielleicht denkt der Eine oder Andere jetzt über Marokko als Reiseziel nach.

mfg
Michael und Beate

Gast am 06 Nov 2007 11:44:21

Hallo und guten Morgen

wollte den Bericht nur nochmal für die Marokkofreunde nach oben schieben. Mein Bericht beginnt ab Seite 8

mfg
Michael

Gast am 06 Nov 2007 12:14:48

Michael, ich glaub Du brauchst eine HP, bei den Reiseberichten.

Gast am 06 Nov 2007 12:30:48

Dann bau mir mal eine

mfg
Michael

mbf-juergen am 26 Aug 2009 23:34:00

Hallo Michael und Beate,
habe euren Bericht jetzt schon einpaar Mal gelesen.
Da meine Frau noch unbedingt dieses Jahr nach Maraokko möchte und wir eigentlich kaum mehr als 3 Wochen Zeit, bin ich um so mehr begeistert, dass das in dieser Zeit klappen könnte.
Unser Anreise ist allerdings etwas weiter, aber na ja.
Auch das Wetter; laut deiner Berschreibung, ist ja um diese Zeit noch angenehm.
Also werden wir wohl fahren; so Ende Oktober.

Hast du eigentlich auch eine Route irgendwie oder irgendwo auf einer Karte drauf?

Viele
Jürgen

Gast am 27 Aug 2009 10:55:08

mbf-juergen hat geschrieben:
Hast du eigentlich auch eine Route irgendwie oder irgendwo auf einer Karte drauf?

Viele
Jürgen


Hallo Jürgen

schön, das Euch mein Bericht inspirieren konnte, Ihr werdet eine sehr aufregende Landschaft und nette Leute kennen lernen, und eine unvergessliche Reise erleben.

Zu Deiner Frage, nein , eine Karte habe ich nicht gezeichnet, aber der Bericht ist chronologisch, sodaß man daran die Strecke zusammenstellen kann, denn so ein dichtes Straßennetz hat Marokko nicht.
Ich wünsch Euch eine schöne Reise und wenn Du noch Fragen hast, einfach melden


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