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hubstuetzen

Irland rechtsherum 1, 2


silo am 30 Jun 2016 17:43:18

Los geht’s in die richtige Richtung

So, dieses Jahr soll es auf die Insel Irland gehen.
Leiten wird uns Womo-Reihe Band 29, „Mit dem Wohnmobil nach Irland“ (im Folgenden nur noch kurz „blauer Führer“ genannt), dessen neueste Ausgabe 2016 gerade mal ein Tag vor Abfahrt bei uns eintraf.
Ein Nachbar war letztes Jahr in Irland gewesen und hatte die Insel linksherum erkundet. Begründung: Da kann der Beifahrer besser fotografieren.
Doch der blaue Führer beschreibt die Touren rechtsherum. So fährt man dort auch im Kreisverkehr und dem wollten wir der Einfachheit halber folgen.

Achtung jedoch:
- den bekannten „Ring of Kerry“ unbedingt linksherum fahren. Das machen die Reisebusse auch so!

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silo am 30 Jun 2016 18:00:03

Letzte Nacht auf dem Festland

Bevor es nun in Cherbourg auf die Fähre geht, pausieren wir eine Nacht auf dem kostenfreien Stellplatz in Marcoing/Frankreich.
Es gibt dort VE, Müllentsorgung und sogar kostenlosen Strom, aber nur wenn die Straßenbeleuchtung eingeschaltet ist.


Der Platz ist ideal für große Wohnmobile, da es viel Platz zum Rangieren gibt.


Die gut versteckte Zufahrt konnten wir erst beim zweiten Anlauf finden.


Schmuck und die Attraktion des Ortes: das Rathaus

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=1lSRdfkAE5s[/youtube]

silo am 30 Jun 2016 18:14:24

Auf die Fähre in Cherbourg

· Über aferry.de hatten wir die Fähre „Oscar Wild“ von Cherbourg nach Rosslare gebucht, für günstige € 129,60, allerdings waren angeblich keine Kabinen mehr frei. Und das ist bei 19 Stunden Fährzeit schon etwas grenzwertig.

· Die Zufahrt zur „Car ferry“ wäre über die Route >5,5to besser gewesen, da es nicht durch die Stadt geht. Aber wir hatten ja Zeit.

· Nicht verwirren lassen: Zufahrtsschild „Irish ferries“ fehlt einfach

· Auf die Frage nach „Electricity“ zeigte uns die nette Einweiserin einige blauen CEE-Dosen, über die wir unseren Kühlschrank kühl halten konnten.


Mit dabei war dieser ältere Zeitgenosse. Er hatte sein Navi einfach auf die Scheibe gemalt.


· Es gibt vier Räume mit „reservierten Ruhesesseln“, die Vielfahrer (und das sind fast alle hier) lassen sich allerdings liegend auf dem Boden nieder. Deshalb: die ideale Ausrüstung besteht aus Isomatte, Kopfkissen, evtl. dünne Decke und Ohrstöpseln, da doch hin und wieder ein Schnarchen er“schallt“.




· Diverse Draft Beer Sorten für € 5 / pint (ca. 0,5 L) führen zur Bettschwere. Am besten mundete neben Guinnnes, „Murphy“ das „Murphy Red“

· „Full“-Frühstück für €12,95 enthält zu 30% für uns nicht geniessbare Dinge wie Saussages, black and white Pudding, Speck. Die bessere Wahl ist „a la carte“


... und noch ein kleiner Sprachkurs

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=8GbZ83Nz1CY[/youtube]

silo am 30 Jun 2016 18:26:23

Erste Nacht unterm Leuchtturm

· Nach der Landung auf der grünen Insel geht es links los, immer nur hinter den anderen herfahren, im Kreisel nach links einbiegen und rechtsherum fahren, eigentlich ganz einfach.

· Und weil hier die Gewohnheit doch hin und wieder zu Irritationen führt: Vor jedem Kreisel schärfen wir uns nach Art einer Checkliste ein: Rechts - hat Vorfahrt.

· Auch gut, wenn der Beifahrer bei engen Linkskurven – die gibts wirklich zu Hauf – mit einem kurzen „kommt einer“ vor Gegenverkehr warnt, den der Fahrer leider erst wesentlich später entdeckt.

· etwa 50km vom Landungspunkt Rosslare entfernt (N25 Richtung Wexford,
an einem Kreisel links raus auf die R733) kommen wir nach Wellingtonbridge: Hier finden wir den ersten irischen Supermarkt „Super Value“ auf der linken Seite: Irland scheint wirklich köstlich zu sein und gar nicht mal so teuer, auch der Diesel ist nur etwa 10% teurer als in Deutschland. Nur Bier kostet doppelt so viel.

· ca. 8 km hinter Wellingtonbridge links ab auf die R734 nach Fethard,
dort – an einer weissen Hauswand markiert – rechts ab Richtung Hook Head


· Wir beziehen den einen First-Class-Stellplatz direkt an den Klippen, kann bei hohem Hochwasser nass werden und es schaukelt ein wenig


· Neben dem Leuchtturm auf dem umzäunten Gelände gibt es ein Restaurant, Souvenir-Laden und ein kleines Cafe mit großem Fenster und Barhockern davor – ein schöner Ausblick auf die Klippen, Führung zu jeder vollen Stunde für € 9,00


· In einer kleinen umtosten Bucht sammeln sich Taucher und tauchen ab. Wohin ist völlig unklar. Aber sie steigen mit glücklichen Gesichtern wieder in ihre Autos und wir sind auf unserem First-Class-Stellplatz allein – allein.


Abends ein wahnsinniges Licht, die untergehende Sonne zeigt es uns in schönsten Bildern. Selbst im Dämmerlicht (ca. 23:00h) wandeln die Fotografen noch über die Klippen

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=Q9xSjfEjdMM[/youtube]

silo am 30 Jun 2016 18:46:36

Kilkenny

· Wir starten bei total nieseligem Wetter, in Deutschland müsste man damit rechnen, dass das Wochen so anhält. Aber schon Mittags lugt wie vorhergesagt die Sonne durch und wir haben wieder T-Shirt-Wetter

· Der Weg nach Kilkenny ist etwas kompliziert, mal glauben wir dem Navi, mal den Hinweisschildern, jeweils bestätigt durch die sinnige Himmelsrichtung. Eine gesperrte Durchfahrtsstrasse macht es nicht einfacher und wir stehen plötzlich am Ende einer Sackgasse vor einer Fähre. Da nicht zu klären ist, wo die hinfährt und wir eigentlich auch garnicht irgendwohin übersetzen wollen, kehren wir um.

· Das Navi spricht jetzt gälisch und sagt nicht „Kilkenny“ sondern „Cill Chainnigh“, hört sich an wie „silltsennei“

· Kurz vor Kilkenny fahren wir auf den Campingplatz Tree Groves, löhnen € 20,00 und entsorgen das, was wir vollgemacht haben.

· Ein hervorragendes Wifi verwöhnt, etliche Apps für Fotobearbeitung, Panoramabilder usw. sind einfach nachinstalliert, da zu Hause vergessen. Überhaupt: eine Internet-Flatrate fürs Handy ist eigentlich nicht notwendig, da fast überall freies Wifi (WLAN) verfügbar ist.




· Zu Fuß sind wir nach einer halben Stunde in der Stadt. Es ist nicht, wie im Reiseführer berichtet, mit Rothenburg zu vergleichen, aber schön englisch, besonders der Rasen.




· In der Brauerei „Smithwicks“ (spricht man Smissicks) besichtigen wir eine nach Disney-Manier gestaltete Video-Inszenierung der Brauerei-Geschichte und Braumethoden und dürfen ein Pint von dem „Smithwicks Normal“ testen – einfach köstlich.


· „Matt the Millers“ bietet ab 6:30pm Live Music. Wir speisen köstlich, die Musik ist leider (noch) etwas wehmütig. Das wird in einigen Stunden sicherlich spannender. Doch wir müssen nach (Wohnmobil-)Hause und Reisebericht schreiben.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=44KkW21LYdo[/youtube]

mehn am 30 Jun 2016 21:27:14

sehr interressant und schön geschrieben,mit tollen bildern.ich bin auf den rest gespannt,da wir ein teil unserer elternzeit nächstes jahr in irland verbringen wollen

silo am 30 Jun 2016 22:15:04

Cork, Cobh

Damit die Onboard-Technik nun endlich sicher funktioniert, fahren wir um die Ecke zum Euronics und erwerben günstigst ein Micro-USB-Kabel in pink und eine Micro-SD-Karte. Diese funktioniert leider nur an einem der zahlreich mitgenommenen PCs.


Erst geht es über Land auf einer R-Straße flott vorwärts. Aber es ist oft sehr eng und erstaunlicherweise darf man meist 100 km/h fahren. Unvorstellbar was passiert, wenn nur einer der Beteiligten einen kleinen Fahrfehler macht.

In Cork fahren wir den „Black Ash Park&Ride“ an und nehmen die Zufahrt über die Bus Lane. Das kostet €5 inkl. Shuttle-Bus alle 15 Min. in die City. Eine Übernachtung würde €50 (Strafe) kosten.

Hauptziel in Cork ist der „English Market“, wo wir uns mit hiesigen Lebensmitteln bereichern.


Hier ein auch bei uns durch Funk und Fernsehen bekannter Fischhändler


Ein Törtchen mit schicker Geschenkverpackung - sehr lecker


Die bekannte Galerie. Leider nur von unten, man kann sich den Platz nicht selber aussuchen und es war sowieso alles besetzt.

Erstaunlich wieder, wie eng das fast flächendeckende Wifi-Netz ist. Selbst im fahrenden Bus sind wir schnell online. Nur auf dem später angefahrenen Stellplatz in Cobh sind wir prinzipiell offline. Nur alle Stunde geniessen wir für 10 Sekunden ein offenes Wifi – wenn nämlich der Zug mit Router vorbeifährt.

Wir wollen Cobh, den letzten Hafen der Titanic, ansteuern. Doch leider hatte sich ein kleiner Zahlendreher bei Eingabe der Koordinaten eingeschlichen und wir standen nach einigen zig Kilometern wieder vor einer Fähre mit unbekanntem Ziel.

Wieder zurück auf dem richtigen Weg finden wir schnell den Stellplatz in Cobh. Eine zumindest für uns ideale Anlage: kostenlos, ruhig, einfach zu erreichen, tolle Aussicht auf die Schifffahrtsstraße, nah an der City und den Attraktionen. Eine VE-Station ist im Bau.





Doller Poller!

Für die gemeinsame Bewältigung des Links-Verkehrs, insbesondere Einfahrt in Kreisel und Überquerung von Straßen zu Fuß, haben wir eine neue Check-Ansage: „RECHTS kommt das Böse!“.

Überhaupt ist der Beifahrer eine grosse Hilfe im Linksverkehr-Land. Z.B. beim Linksabbiegen hat der Womofahrer meist keine eigene Einsicht in den nahenden Verkehr.

Dass Linksverkehr nicht die natürliche Wahl ist, beweist der Engländer und auch der Ire in der Fußgängerzone. Da geht man nämlich rechts aneinander vorbei.

In Cobh sind die Museen schon zu, der Nieselregen lädt auch zu keinen weiteren Rundgängen ein und wir landen in Kellys Pub bei zwei Smithwicks – selbstverständlich freies WIFI.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=yoOGYupHqhA[/youtube]

silo am 30 Jun 2016 22:46:36

Cobh, Glengarriff, Mizen Head


Als fast erste Besucher heute morgen starten wir zu einer Führung im “Titanic Experience”.


Die Original-Terrasse, von der 1912 die First-Class-Passagiere eingeschifft wurden ist eine Kulisse, auf der wir Weiteres zur ersten und letzten Reise der Titanic erfahren. Man sieht viel, kann viel hören und selbst den Geruch in der Wäschekammer (iiiih, eklig) erfahren. Im Souvenir-Shop erstehen wir ein Kopie des Diamanten, den Rose im Eva-Kostüm kurz tragen durfte. Insgesamt eine stimmige Sache.


Das Cobh-Heritage-Center betreten wir nur kurz, im Eingang rechts gibt es ein WC!!! Das Museum verkneifen wir uns, zuviel Geschichte auf einmal, obwohl sehr schöne Bilder und Plakete zu sehen sein sollen.


Zurück auf die Piste, kurz von Glengarriff gehts nach links zum Bamboo Park. Eintritt €7, Senioren €6 (ich). Wir bezahlen den Eintritt gleich und da wir hier zunächst übernachten wollen auch die €10 für die Nacht.
Rundgang durch viele Bambus- und Palmenarten.


Man sollte schon Fachmann sein, um all das würdigen zu können.


Herrliche Aussichtspunkte!


Danach besuchen wir das Örtchen. Zentraler Punkt ist der Hafen, von dem aus kleine Schiffchen zum Garinish Island übersetzen. €12 pro Person sind uns zu heftig.

Ein Wohnmobil aus Erlangen steht auf dem Parkplatz – trotz Bergkirchweih in Irland unterwegs. Die Fränkin schwärmt von Mizen Head, das wir auf unserer Abkürzung einfach übersehen haben. Deswegen übernachten wir jetzt hier nicht und fahren noch die gut 50 km bis Mizen Head zurück.


Der Stellplatz vor dem Visitor Center ist zu knapp 3% belegt (3 Wohnmobile) und wir erhöhen die Auslastung auf 4%.
Herrliche Aussicht und windig ist es auch nicht – Bayern gegen Dortmund: 0:0.
Dann kommt da noch ein Wohnmobil aus WN und lässt eine Drohne steigen, unglaublich wie weit weg und hoch die fliegt und auch sicher wieder zurückkommt.
Und dann haben die Bayern doch gesiegt: im 11-Meter-Schiessen.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=rygeXsMngWs[/youtube]

Aretousa am 30 Jun 2016 22:59:08

Ich klebe förmlich an deinen "Lippen" und lese gespannt jeden neuen Eintrag.

Da habt ihr ja Wiebke und Konrad mit Horst getroffen, klasse.

wiebke am 30 Jun 2016 23:08:41

gell? :ja: :wink:

silo am 30 Jun 2016 23:24:39

Mizen Head, Killarney

Um 10:30 öffnet das Visitor Center und ich bin einer der allerallerersten, der mit gültigem Ticket (€ 7,50 für Senioren) ins Gelände darf.


Vor mir eilt eine junge Dame und öffnet Tor um Tor. Die Brücke über die Schlucht ist beeindruckend, aber doch nicht so furchterweckend.


Verschiedene Sackgassen führen zu tollen Aussichtspunkten. Insgesamt eine absolut sehenswerte Angelegenheit.


Das ist so die Standardansicht, kann man dort auch so kaufen. Habe es trotzdem selber gemacht.

Der Fahrweg geht zurück und dann nach links auf den Ring of Beara. Wir wollen nach Dursey Island und zumindest teilweise mit der Seilbahn über- und wieder zurückfahren. Es ist eine Gurkerei, es wird immer schlimmer: eng, hoch, steil. Der blaue Führer nennt das einfach: Eine lustige Kurverei.

Kurz vor Dursey Island war es dann doch nicht so lustig. Das Gegenverkehr-Rücksetzmanöver gelang nicht ganz so, ein Felsbrocken schnellte heran und die Kunststoffblende-hinten-unten (Stossstange kann man das wirklich nicht nennen) war geteilt. Provisorisch mit Klebeband wieder verbunden soll es bis nach Hause oder auch noch länger halten.


Heute ist Sonntag und da fährt die Seilbahn nur bis 14:30h.


Wir sind zu spät, der Conducteur meint: No more Service today!


Für die Planung der nächsten Tage, Wochen, Jahre.

Wir kurven lustig zurück und weiter auf dem Ring of Beara.


Links neben der Hauptstrasse liegt Eyeries mit vielen bunten Häusern.


Und dann kommt der „Ladies View“: ein unglaublicher Blick ins Tal. Warum nur für Frauen, bleibt unklar.


... und so hatten wir uns Irland vorgestellt.

Vor Killarney fahren wir am Schloß und Wasserfall vorbei, die wir morgen noch genauer ansehen wollen.
Unterkunft ist der Campingplatz Beechgrove in Fossa, Dank ACSI für €17.

Einige Fahrradminuten zurück kehren wir im Golden Nugget ein und lassen es uns schmecken. Die Bedienungen sind sowas von freundlich!!!

Heute abend überlegen wir, wie es weitergehen soll. Für die ganze Umrundung müssten wir doch ganz schöne Lücken lassen. Sollen wir das oder gleich den Rest fürs nächste Jahr einplanen?

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=vaf61mZdb9s[/youtube]

Jonah am 30 Jun 2016 23:29:32

Toller Bericht, bin ganz begeistert und warte gerne auf die Fortsetzung.

liesje am 01 Jul 2016 03:10:19

Hallo, wir sind euch 3-4 Tage vorraus und auch auf dem Weg mit dem Uhrzeigersinn und dem Womo-Führer. Letzteren haben wir zwar immer zur Hand genommen, sind aber oft andere Strecken gefahren.
Zu den Eintritten: Warum habt ihr euch nicht den Irish-Heritage-Pass besorgt?
Der kostet 20€ für einen Senior. Nach der 4.-5. Sehenswürdigkeit hast du das raus. Normale Adults (30€] auch oder etwas später.
z. B. Kilkenny Castle=5€, Rock of Cashel=5€, Cahir Castle=3€,Muckross=7,50€ =20,50€
„Normal“ wären es zusammen 27€
Euch weiter eine gute Fahrt und viel Sonnenschein – dann haben wir das auch! :razz: :flower:

Gast am 01 Jul 2016 13:40:34

Na dann mein Senf auch mit bei.

Vor einigen Jahren wurde ich von meiner Frau entführt. Ich saß ohne zu wissen wo es hingeht eingecheckt im Wartebereich Flugplatz Köln- Dusseldorf.
8 Tage Irland im Mietwagen. B&B haben wir uns selber gesucht. Ein Erlebniss !! Klar das wir die Welt auch mit den Augen eines Camper sahen. In dne nächsten Jahren werden wir nochmal dort hin fahren, dann aber mit dem PitMobil.


Wir sind von Dublin aus runter an die Südküste über Cork nach OldHead und dann immer die Südwestküste entlang bis hoch nach Galway und dann quer durch zurück nach Dublin. Den Ring of Carry fahrt besser mit den Bussen und LKW gegen den Uhrzeigersinn. An sonsten, es ist halt bischen eng da :-)

Aber wunderschön und wenn mal schlechtes Wetter ist, wartet halt mal 20 Minuten.



Blick aus dem Fenster..










Besucht auf jeden Fall mal Abends einen Pub wo sich EInheimische zum Musizieren treffen.

Wer findet mich auf dem Bild ?


Küstenstrasse...mal wieder Regen



Wir haben bei der Reise das Land und Leute lieben gelernt..........

silo am 01 Jul 2016 14:46:59

Killarney, Loop Head

Der Familienrat hat genächtigt,wir haben den Mut zur Lücke und lassen den Ring of Kerry und den Abstecher nach Dingle aus. Das machen wir dann nächstes Jahr oder danach.


Ein grosses und auch schon ramponiertes Schild weist die Busfahrer ausdrücklich darauf hin, den Ring of Kerry nur linksrum (gegen den Uhrzeigersinn) zu fahren.
Das sollten Womos unbedingt dann wohl auch so machen.

Gleichwohl starten wir gegen die Busfahrer-Richtung zum Torc-Wasserfall. Einfach zu finden auf der linken Seite, mit massgeschneidertem Parkplatz.


Der Wasserfall selbst gefällt, aber wir sind durch die Norwegenreise einfach zu verwöhnt.

Danach fahren wir zurück und biegen links in den Park Muckross House ein.
Der großzügige Parkplatz hat einen eigenen Bereich für Wohnmobile auf Rasen, sehr schön gemütlich und gut für eine Übernachtung geeignet.


Dann wollen wir den Shannon überqueren. Ein gepunktete Linie in der Karte war leider keine Fähre und wir erreichten Tarbert mit der realen Fähre auf Nebenstraßen. Die Autobahn wäre mal so schön gewesen! Langsam haben wir uns auf Passiermanöver mit nur einigen Zentimetern Zwischenraum gewöhnt.
Aber: Nicht vorzustellen, was mit dem Reisebus passiert wäre, wenn der 30-Tonner vor uns bei 80 km/h auch nur 5cm weiter rechts gefahren wäre.


Die Fähre kostet €20. Auf der Fähre steht der Hinweis, dass die Buchung per Internet 10% billiger gewesen wäre. Abfahrt ist alle Stunde zur Halbzeit.

Eine schöne gerade, doch auch wieder holperige Straße bringt uns zum Loop Head, auch unter uns schon Womo Head genannt.
Die Leuchtturm-Assistentin bestätigt: hier schlagen jede Menge deutsche Womos auf. Wir können eben gut blaue Reiseführer lesen!



Ein paar Meter neben dem Parkplatz sieht es so aus!

Abends stellen wir dann fest, dass der in im englischen Markt in Cork gekaufte Käse ganz hervorragend ist.
Die Belegung des Parkplatzes ist: Wir mit Womo und ein PKW, ein englisches Womo hat sich daneben in die Wildnis platziert.
Also fast allein, allein. Nürnberg-Frankfurt steht noch bei 0:0.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=v4q4s1V4BkM[/youtube]

silo am 01 Jul 2016 15:53:18

Doolin

Erstmals war heute Nacht die Heizung eingeschalten, nur mässig, aber immerhin.

Zusammen mit 2 Amerikanerinnen steigen wir kreisförmig den Leuchttum hinauf.





Es geht weiter. Wir schauen noch kurz bei den Bridges of Ross vorbei: das wäre für die Übernachtung fast besser gewesen.


Dann biegen wir bei Castle Point ein: fast noch besser.

Und dann kommt nach einem heftigen Zweikampf mit einem entgegenkommenden blauen Bus der Touristenmagnet in Irland schlechthin: Cliffs of Moher. Den Eintritt nebst Parkplatz in Höhe von €6 (Senioren ab 65: €4,00) finden wir angemessen für das, was hier gebaut worden ist.




Etwas ausserhalb des eigentlichen Touristenareals kann man sogar ohne schützenden Zaun oder Mauer direkt an den Abgrund vordringen – vielleicht dann auch noch einen Schritt weiter.

Ein kleiner Tipp: Nachmittags bis abends ist es am schönsten, da die Sonne dann optimal reinkommt.

In Doolin wählen wir den ACSI-Campingplatz Riverside für €17, optimal, sehr ordentlich, sehr irischer Rasen.
Mit dem Fahrrad sind es 10 Minuten bis zum Pier, wo die robusten Fährboote für die Überfahrt zu den Aaron-Inseln warten. Und sehr agile Wellen sind zu beobachten. Sogar ein kleines TV-Team mit riesigem Tele wartet auf die ideale Welle oder sonstwas.

Im Fitzpatricks Pub wollen wir essen und trinken. Doch das ist nicht so einfach: Erstmal 15 Minuten warten – war draussen in der Sonne durchaus angenehm war. Dann folgt die Tischzuteilung. Die bestellten Schicken Wings hatten das Qualitätsniveau kurz unterhalb Kentucky. Irgendwie liebten die uns nicht, denn auch die Bezahlphase schleppte sich unsäglich. Etwas tröstete wieder das mundige Smithwithicks – sowohl die normale als auch die Pale-Ale-Variante.



In der Fischer Street liegt das O’Connors Pub – angeblich das angesagte Pub mit Live Musik – doch leider erst ab 9:30pm. Eigentlich ist es dann noch hell, aber für uns zu spät, vielleicht morgen.

Für uns beginnt gerade im Ersten der Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Oh weh: der LKW in der ersten Szene fährt auf der falschen Straßenseite.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=BGSz3mdGJHQ[/youtube]

shoe1 am 01 Jul 2016 17:23:18

Hallo,
irgendwie sind heuer alle in Irland - und das ist gut so, denn so kann ich meine Vorfreude (in drei Wochen soll es ebenfalls los gehen ...) ins fast Unermessliche steigern.
Herzlichen Dank für den (die) interessanten und aufschlussreichen Reiseberichte !
lg
Rupert

silo am 01 Jul 2016 19:12:11

Inisheer

Aua, wir stechen in See und fahren zur ersten der drei Aaran-Inseln: Inisheer.
Die Überfahrt dauert 0,5h und ist schon lang genug.
Gut, dass wir uns nicht für Inismaan entschieden haben, das hätte dreimal so lange gedauert.

Entgegen der Angaben in diversen Reiseführern und dem Internet-Auftritt der Reederei durften wir unsere Fahrräder kostenlos mitnehmen.
Das ist gut so, denn wir konnten die drei Stunden Aufenthalt optimal mit einer kurvigen und bergigen Radtour gestalten.


Unterwegs gabs ein imposantes rostiges Schiffswrack zu sehen.


Und Zuschauer.


Danach machen wir noch einen Abstecher, um die Cliffs of Moher seeseitig zu sehen.

Mit viel Appetit suchen wir das O’Connors Pub auf. So gegen 19:00h gerade noch rechtzeitig, kurz danach waren alle Plätze belegt.



Spätabends gegen 09:30h besuchte ich das O’Connors nochmal, weil ab dann Live Musik gespielt wird. Wieder zu voll und die Live Musik zu rührselig!

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=XWuTG6oyIJM[/youtube]

silo am 01 Jul 2016 19:32:51

Clifden

Wir fahren durch die Karstlandschaft "Burren".
Das sieht aus wie Nordwest-Amerika, Norwegen und Spanien in Einem.

Unser Ziel für heute ist Clifden und dort zunächst der Lidl neben dem Aldi.
Wir erstehen T- und Sweatshirts mit irischem EM2016-Aufdruck. Ob wir die dann in Nordirland anziehen dürfen?


Der vom blauen Führer empfohlene Badeplatz bei der Lifeboat Station stellt sich als passabler Stellplatz heraus.
Das nahe Cafe hat auch Pizza.

Mit dem Fahrrad sind wir nach etwa 3km in der City: sehr heimelig.
Nach einem Kaufrausch geniessen wir schon um 18:30h bei Live Musik nicht so dollen Hamburger und Hähnchen-Salat.
Da die Musik wirklich ins Blut ging, kaufen wir von den Künstlern eine CD für €10.
Ein erstes Reinhören: gut, morgen fahren wir irisch.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=WO6c1cp5I2E[/youtube]

Jonah am 01 Jul 2016 21:34:27

Wieso ist in deinem letzten Film das Lenkrad rechts? Ist das euer Womo?

silo am 01 Jul 2016 22:11:07

Hallo Michaela,
ja, das ist unser Auto.
Das ist nicht real, aber doch im Video etwas an die anderen Verkehrsregeln angepasst :razz:

silo am 01 Jul 2016 22:33:04

Foxford

Erstes Highlight heute für uns ist der Nationalpark Connemara. Das Besucherzentrum ist nicht das erste (steht extra so dran), sondern der zweite neue Bau. Auf mehreren Wanderrundwegen zwischen 1,5km und 8km kann man die Moorlandschaft erkunden.

Kurz nach Letterfrack geht es großzügig links ab zur Kylemore Abbey.

Ein freundlicher Parkplatzwächter weist uns eine noch großzügigere Parkstelle hinter dem Cafe zu – da gibt es noch Platz für mindestens 127 weitere Wohnmobile.
Die Abbey kann man gut von weitem bewundern. Der Eintritt dafür und für den Park finden wir zu heftig: €13 pro Person.
Aber die Einnahmen sind wohl auch so hoch genug: Ein Bus nach dem anderen steuert das Areal an.
Die Kirche zu Ehren des Heiligen Benedikt dürfen wir nicht betreten. Es ist gerade Gottesdienst mit immerhin einem Besucher.

Wir steuern den vom blauen Führer empfohlenen phänomenalen Stellplatz im Norden des Killary Fjords an.
Es stimmt, gute Lage und Aussicht, für uns ist hier Mittagspause.
Wer hier bloss die tollen Fahrradständer montieren liess?
Wir haben etwas Natur mit ins Womo geschleppt, die Schafsscheisse ist gut verteilt.


Nächster Tip vom blauen Führer: die Wollwarenfabrik in Foxford.
So gegen 17:00h sind wir da und haben einen ersten Einblick: Ein high price Souvenir und Nippes Fachgeschäft.
Na gut, die Bettwäsche macht einen guten haptischen Eindruck, passt aber nicht für unsere deutschen Betten.

Morgen früh könnten wir eine Guided Tour machen – leider nur im Form von Video-Vorführungen, da die Fabrik am Samstag natürlich geschlossen ist.


Die Übernachtung nahe der Fabrik auf einem Parkplatz direkt neben dem River Moy ist toll, wir können die Fliegenfischer direkt aus dem Fenster aus beobachten.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=rY3DNG0aEec[/youtube]

silo am 01 Jul 2016 23:23:34

Donegal

Wir sind voll und unsere Kassette braucht dringend Erleichterung. Kurz hinter Killala rechts ab suchen wir den Parkplatz Ross Strand.

Warum hier „Beach“ „Strand“ heisst, bleibt unklar.

Wir finden einen perfekt angelegten Strand-Parkplatz, mit massivem Toilettenhaus, in dem sich der Kassette ein deutlich hörbares „Aaaahhh“ entlocken liess.

Doch: Wenn man einen Mülleimer installiert, muss man doch eigentlich auch dafür sorgen, dass er geleert wird.
Auch wenn man eine Toilette installiert, muss man dafür sorgen, dass die mal sauber gemacht wird.
Doch das haben die Frauen und Herren Konstrukteure / Bauplaner / Landschaftsgestalter hier leider vergessen.

Erleichtert geht es langsam und huckelig und einigen Heu-Treckern ausweichend weiter nach Downpatrick Head.
Nach kurzem Fußmarsch erreichen wir das Visitor Center mit Tube, aus dem es bei Sturm sicherlich ordentlich rausschiesst.




Das Kliff ist sehr gut einzusehen. So ab 1m Abstand von der Kante wird’s mir ganz schummerig im Bauch.

Auf der linken Seite einer breiten und geraden N-Straße werden Erdbeeren aus Wexford angeboten.
Die so nette junge Dame möchte uns den Preis pro Schale €3,59 so gern auf Deutsch sagen, klappt aber nur bis zur 3.
Sie schwärmt über das Wetter in diesem Jahr, in 2015 soll es durchgängig nur gruselig, dieselig und kalt gewesen sein.
Ja, wir haben heute erst zweimal Regen gehabt, viel öfter hat die Sonne geschienen, am perfektesten bei diesem Erdbeerkauf.

Und überhaupt die R-, N- und M-Straßen: So unterschiedlich, wie es nur sein kann. Mal kann man auch auf einer N-Straße locker mit 100 km/h cruisen, ab der nächsten Kurve ohne Vorwarnung wird sie so eng und schwingungserzeugend, dass selbst dann und wann 50 km/h zu schnell sind – gleichwohl immer stoisch mit 100km/h-Schilder gekennzeichnet.

Die Mittagspause wartet am Wasserfall Glencar. Das Cafe hat geöffnet, die Tomatensuppe war köstlichst, nur das beigelegte sehr appetitliche Brot war fast nicht zu geniessen.


Der Wasserfall selbst ist schnell erreicht, nun ja, es gibt höhere, aber gut einzusehen und sehr stimmungsvoll.

Und dann gab es auf dem Parkplatz beim kombinierten Eis- und Cafewagen noch ein üppiges Softeis mit Schokolade, nur €2.

Endstation heute ist Donegal. Am Kai finden wir trotz guter Belegung noch einen Stellplatz.


Obwohl ein unverschämter Phoenix gleich vier Parkbuchten belegt. Der hätte sich auch gut auf den markierten Busplatz stellen können.

Bezahlt werden muss Mo.-Sa. 9h bis 18h €2,70. Phoenix zahlt übrigens trotz vier Plätzen nur einmal.

Das Städtchen ist kurz begangen, wir landen wieder im Pub, diesmal bestellen wir Fish and Chips und Steak Sandwich – wie immer wieder viel zu viel.

Abends können wir vergnügt das Auto-Stelldichein der örtlichen Jugend und Seniorenschaft beobachten: Man steuert stolz sein junges oder älteres Auto zum noch leeren Busparkplatz und klönt von Scheibe zu Scheibe.



Im Laufe der Nacht lässt das nicht nach, morgens kommt noch der Aufmarsch der örtlichen Busfahrergilde dazu. Deswegen schlafen wir einfach ein wenig länger.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=g1dWCLfcZ2M[/youtube]

moensters am 02 Jul 2016 10:35:01

Macht Spaß, deinen Reisebericht zu lesen und die kleinen Videoschnipsel zu sehen!

Liebe Grüße,
Michael

Solofahrer am 02 Jul 2016 14:09:52

silo hat geschrieben:
Das Kliff ist sehr gut einzusehen. So ab 1m Abstand von der Kante wird’s mir ganz schummerig im Bauch.

Schummerig im Bauch? Mir werden allein schon beim Betrachten des Bildes beide Knie weich.
Trotzdem kommt Irland 2017 auf meine Reiseliste — und wegen Eurer Berichte ganz nach oben. ;D

Scimitar am 02 Jul 2016 14:23:25

Ich lese den Bericht mit Begeisterung. Tolle Bilder und viele Tips. Wir werden im Mai 2017 in Irland sein, das erste WE in der Region Kerry, weil dort das Internationale Mini Meeting statt findet und dann 3 Wochen mit Womo und Klassischen Mini durch Irland.

Solofahrer am 02 Jul 2016 14:56:19

Scimitar hat geschrieben:Wir werden im Mai 2017 in Irland sein, das erste WE in der Region Kerry, weil dort das Internationale Mini Meeting statt findet und dann 3 Wochen mit Womo und Klassischen Mini durch Irland.


17113
So ähnlich oder fahrt Ihr mit dem Mini auf eigener Achse? :D

Gast am 02 Jul 2016 16:12:28

Hab auch noch paar Bilder....
Ganz normale Landstrasse


Ross Castle am Loch Lein

Hatte kurz vorher noch das Buch " Drachenfeuer" gelesen..... DAS passte gut.

Unter dem Busch, direkt am See versteckte sich ein Leprechaun


Was bisher noch gänzlich unerwähnt blieb. Irland ist NICHT mit dem Nachbarland zur Rechten zu verwechseln. Die Iren können kochen und sogar gut.
Die Tage fangen da selbst im 1 Zimmer B&B SO an:

oder so


Geht man essen, sollte man landestypisches probieren.
Irish Showder, eine ziemlich handfeste gebundene Fischsuppe, früheres "Arme Leuteessen" Heute eine teure Delikatesse


Aber auch sonst gibts leckeres...Fish& Ships auf Irisch

Scimitar am 02 Jul 2016 16:15:53

Solofahrer hat geschrieben:
17113
So ähnlich oder fahrt Ihr mit dem Mini auf eigener Achse? :D


Ja, wir haben den Mini auch im geschlossenen Trailer, Freunde fahren auf Achse mit dem Kleinen zum Treffen.

silo am 02 Jul 2016 16:50:20

Pollan Bay

So gegen Mittag gehen wir wieder in die Stadt



und besuchen für €2 Eintritt im Hotel Abbey eine Antiquitäten-Messe.
Unglaublich, was man da kaufen soll, es kauft offensichtlich auch keiner.
Eine Mischung aus Tand, Kriegsliteratur und allerlei Kitsch.
Ohne ärmer zu werden löhnen wir danach €4 und €3 (Senior) für den Eintritt in die örtliche Burg.



... ganz schön alt.

Zum Kaffee suchen wir eine Bäckerei oder Cafe, landen dann allerdings im örtlichen Spar: hat wirklich alles, was man so am Sonntag braucht. Auch zwei dänische Danish für uns. Wieder zurück im Womo beobachten wir den nicht anhaltenden Strom an Auto-Stelldichein-Besuchern. Vermutlich würde die geplante nächste Nacht hier wieder nicht so ruhig und reisen weiter.

Da es vermutlich irgendwann bald ins britische Nordirland geht, machen wir den Tank mit dem relativ preiswerten irischen Diesel (€1,15/L) voll.
Das Wetter ist sehr sehr sehr schön, was auch die Tankwartin bemerkte (Really nice day today, isn’t it).
Später in der Wettervorhersage kurz vor der Tagesschau wird es bestätigt: ganz Europa unter Wolken, nur Irland voll in der Sonne.

Eine viel schönere und erholsamere Nacht werden wir an dem – auch im blauen Führer empfohlenen – Badeplatz Pollan Bay erleben.



Wie wir dort bei anderen Womo-Reisenden aus Berlin und BM gesehen haben, reisen die meisten deutschen Wohnmobilisten mit diesem Führer. Man trifft sich so immer wieder.

Mal wieder bemerkenswert: Sobald man sich etwas ins Landesinnere begibt, reist man bequem und total entspannt auf super breiten und geraden Straßen. Je näher zur Küste hin, desto enger und vor allem welliger wird es. Gerade die Wellen bremsen dann brutal aus, denn die Federwege unseres Normal-Womos reichen überhaupt nicht aus, um das bei mehr als 50 km/h auszubügeln. Tja, da soll es hochbeinige, 4-rad-angetriebene Wüstenkreuzer geben, die das besser können.

Wir haben mal so überlegt, wie diese Irland-Reise bisher gelaufen ist. Unterm Strich sehr gut. Zu beklagen waren nur diese Malaisen:
- ein Felsblock, der sich unvermutet von hinten an die Stoßstange warf
- eine Glasflasche mit Essig, die durch ein Schlagloch inkontinent wurde, seitdem riecht es in Teilbereichen nach Salat
- das Handy, das nach Entfernen der schmutzigen Display-Folie unmittelbar danach den Steinboden suchte und mit einigen Rissen im Display-Scheibe quittierte
- Schafsscheisse, die sich in Schuhprofile zwängte und dann auch Odeurspuren im Womo hinterliess
- fast eine ganze Palette leere Lidl-Bierdosen versehentlich ohne Pfanderlöse entsorgt
Hoffentlich bleibt es dabei.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=mo3BQeGz5uM[/youtube]

nuvamic am 02 Jul 2016 17:00:22

Als du dich mehrfach über die "zu wehmütige" Musik beklagt hast, hatte ich schon den Eindruck, Ihr seid doch noch sehr "deutsch" unterwegs. (Nebenbei bemerkt sind wir Deutschen in vielen Gegenden der Welt auch für melancholische Musik berüchtigt *g*)

silo hat geschrieben:Zu beklagen waren nur diese Malaisen...


Aber jetzt ist zumindest der typisch irische Humor schon mal bei euch angekommen ;)

Ach und übrigens - das von bigpit oben gepriesene Frühstück kann man im großen und ganzen auch in GB genießen. Wobei ich auch mein bestes Exemplar in Irland gefunden hab. UND es lässt sich durchaus auch im Womo "nachbilden" - kostet halt etwas Aufwand. Für mich Pflicht: warmes Ei (z.B. Rührei oder Spiegelei), Speck, Würstchen (auf allen Britischen Inseln gibt es davon wirklich gute im Supermarkt, man muss sich durchprobieren...), gegrillte Tomaten. Gern auch gegrillte Pilze und noch manches mehr - nur die Bohnenvarianten liegen mir persönlich nicht ;)

Solofahrer am 02 Jul 2016 17:14:33

nuvamic hat geschrieben:- nur die Bohnenvarianten liegen mir persönlich nicht ;)

… und Kartoffeln brauche ich auch nicht wirklich zum Frühstück. :wink:

Ja, Frühstück ist für die Iren und alle Briten die wichtigste Mahlzeit. Aber auch wenn ich sehr anglophil angehaucht bin, aus einem "Full English Breakfast" suche ich mir doch lieber selber die Sachen zusammen, die ich mag.
Wobei mir die abgebildete Variante des "Irish Fish & Chips" auch sehr gefallen hat — aber eher zum lunch. ;D

P.S. Apropos Würstchen, da habe ich trotz vieler Versuche noch nicht die richtigen gefunden. Welche Sorte der von Dir probierten Supermarktwürstchen kommen denn dem Geschmack den Nürnbergern am nächsten?

silo am 02 Jul 2016 17:52:17

Londonderry

Wie erhofft schlafen wir hervorragend bei leichtem Meeresrauschen ein und wachen mal einfach auch so auf, alle anderen sind schon weg, die ersten Iren treffen zu Strandspaziergängen und Angelaktionen ein.

Auf unterschiedlich holprigen Straßen fahren wir nach Malin Head, dem „Nordkap“Irlands.



Diese etwas 30 km sind wirklich eine nervige Tortur, kaum schneller als 50 km/h zu fahren. Ein Welle, ein Schlagloch folgt dem nächsten. Ein richtiger Materialtest, Horst tut uns richtig leid. Doch herrliches Wetter lässt zumindest uns herrliche Aussichten genießen. Kaum Wind, Sicht über 10 km, was will man mehr. Wie ist das hier oben wohl bei „normalem“ Wetter, so mit richtig viel Wind? Schade, das haben wir bisher noch nicht erlebt.

Die Landschaft hier wechselt wieder rasend schnell zwischen USA Rockys, Griechenland, Spanien, auf und ab.

In Londonderry ist der vom blauen Führer beschriebene Parkplatz verbalkt (=höhenbeschränkt).
Doch ca. 200m weiter geradeaus gibt es einen Parkplatz am Foyles Railway Museum, offen, kostenlos, relativ ruhig, direkt am Fluß Foyles. Die Gebührenpflicht ist lediglich per Schild für April angekündigt, aber bis jetzt noch nicht realisiert.



Hier bleiben wir stehen und erkunden dann die doch sehr sehenswerte Stadt. Bei einem traumhafen Wetter. Aus jeder Ecke kommen die Stimmen „Lovely isn’t it“, vermutlich gab es hier in Irland noch nie eine so schöne Wetterphase. In Deutschland, so hören wir in den TV-Nachrichten, kreisen die Schlechtwetter-Katastrophen.

Zuerstmal gehen wir Rolltreppen-unterstützt vom Fluß bis ganz nach oben durch ein Einkaufszentrum – ganz so wie bei uns in den allgegenwärtigen Arkaden. Kleine Unterschiede sind auszumachen: H+M bietet Klamotten-Sets an, die bei uns in Deutschland wohl keinen Anklang finden würden. Ist eben Geschmackssache.

Wenn das nach dem morgendlichen Kaffee-Genuß gesucht wird: Die Toiletten-Dichte ist einfach traumhaft. Jedes Einkaufszentrum hat solche Anlagen. Auch im Guild-Haus sind beliebige Kombinationen von „Gents“ und „Ladies“ im ganzen Haus zu finden – überall in bester Ausstattung, bestens gepflegt und natürlich ohne Kassierschranke oder Sammelteller.

Vom zentralen „Diamond“ aus umkreisen wir die Stadt auf der Stadtmauer: viele tolle Blicke in die Stadt und auf die Aussenbezirke, insbesondere das „Schlachtfeld“ des „Bloody Monday“.



Am Rand der Stadtmauer liegt das Guild House (Gildehaus), in dem die Geschichte des Ulster dokumentiert ist und der Sitzungssaal des örtlichen Politik besichtet werden kann. Interessanterweise hat jeder Abgeordneten-Platz zwei Mikrofone – wofür nur? Und: zwei Beamer werfen ihre Bilder nach vorn, ein Beamer sein Bild nach hinten an die Wand – für die Opposition?

Direkt heraus geht’s auf die „Peace Bridge“, eine von der EU finanzierte Fußgängerbrücke über den Fluß, in einem eleganten Schwung einfach nur so rübergeworfen.



Auf der anderen Seite des Flusses wurden viele graue Steine, Metallbügel, ESD-Gläser zu einem weitläufigen Ensemble verbaut. Wozu, haben wir nicht erfahren können. Vielleicht auch nur eine EU-Großtat.
Man fragt sich nur, ob das ganze Geld nicht für andere Infrastruktur-Maßnahmen besser investiert worden wäre.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=LOFt_fA_EtA[/youtube]

nuvamic am 02 Jul 2016 18:08:01

Hmmmm..... wenn du auf der grünen Insel gegenüber jemandem "Londonderry" erwähnst, wirste gleich als britisch oder britenfreundlich eingeschätzt. Die Stadt nennt sich bei Iren schlicht "Derry".

Zu den Würstchen - ich weiß es nicht mehr. Nachdem wir mal was passendes gefunden hatten, haben wir ab da zielsicher die richtige Packung in den Supermärkten wiedergefunden. Da ich aber sowas nie notiere (und erst recht normalerweise kein Essen fotografiere) kann ich nicht mit genauen Infos dienen. Aber ich hab es als nicht sooo schwierig in Erinnerung. Meist sieht man den halb-durchsichtigen Packungen ganz gut an, ob es sich um pures Fett oder gewürzte Varianten handelt.

Von wegen Kartoffeln zum Frühstück - in Nordirland hab ich mal potato bread gekriegt - das war klasse. Hab ich aber nie selber probiert zu machen und ich hab auch keinen Schimmer, ob es das zu kaufen gibt. In Irland war ich noch nicht mit dem Womo, nur mit Pkw auf B&B-Tour, sprich keine eigene Küche dabei.

silo am 02 Jul 2016 18:26:15

Bushmills

Komfortabel reisen wir über die inländischen Straßen direkt nach Bushmills, Ausgangspunkt für Giants Causeway, Destillery und Rope Bridge

Unterkunft finden wir auf dem Campingplatz „Ballyness Caravan Park“.



So perfekt, ordentlich, ja schon fast pedantisch korrekt – einen solchen Platz haben wir noch nie gesehen. Hier stimmt jedes Detail, selbst der Schrubber in der Dusche steht in desinfizierten Wasser, um dem Fußpilz vorzubeugen. Abend schwelgen unser Blicke über die auch noch so wohldosierte Beleuchtung. Es erinnert etwas an Jaques Tatis „Mein Onkel.“.

Heute mache ich eine Fahrradtour. Erstes Ziel ist der „Giants Causeway“.
Entlang der Museumseisenbahnstrecke (fährt leider nur am Wochenende) fahre ich gemütlich mit Rückenwind und bin bald hinter den Reisebussen, die auf der Zufahrtsstraße zum Visitors Center warten, bis ein Plätzchen auf dem Parkplatz frei ist.
Der Zugang über das Visitor Center soll 12 Pfund kosten. Zu viel für den hier gebotenen Touristenrummel. Zu den sechseckigen Steinen darf man kostenlos laufen oder sich von Shuttle-Bussen für € 1,30 pro Fahrt bringen lassen.



Die beste Attraktion wäre der Wanderweg vom Meer hinauf auf das Riff und zurück zum Visitor-Centre gewesen.

Mich treibt es weiter, ich will mir die Rope Bridge ansehen. Ein Security-Wächter meint, das es bis dahin 3 bis 4 Meilen wären, es waren aber dann tatsächlich über 10 Meilen. Nach Zahlung von 5,90 Pfund am Kassenhäuschen hätte ich zur Brücke gedurft, aber das mache ich lieber morgen, wenn auch die passende Kamera dabei ist.



Währenddessen ist die Wäsche gewaschen und getrocknet...

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=aXDB98trlZc[/youtube]

silo am 03 Jul 2016 13:52:28

Glenarm

Gleich um die Ecke wartet Irlands größte Whiskey-Destillerie auf unsere Besichtigung und Einkäufe.
Das Erste dauert etwa eine Stunde und endet in der hauseigenen Bar. Getestet wird der 10jährige und Black Bush – beides nicht unser Kaliber.
So unterbleiben auch weitere – hier nicht besonders preisgünstige – Einkäufe.


Aber sehr interessant das Ganze, vor allem die immensen Whiskey-Mengen, die jahrzentelang in Eiche-Holzfässern in großen dunklen Wellblechhallen vor sich hinreifen.
Unglaublich, dieser Aufwand, nur für ein paar berauschende Tropfen.


Eiche in lebendiger Form sehen wir in „Dark Hedges“, eine faszinierende Konstellation wohlerzogener Holzgiganten.
Leider ist jetzt zur Mittagszeit nicht optimales Fotowetter, aber wir können erahnen, wie man mit etwas Engagement ganz tolle Fotografien generieren kann.


Und dann folgt das grösste Abenteuer für heute:
Das ist etwas für alle, die 6 Pfund investieren wollen, 1 km wandern, gefühlte 100 steile Stufen nach unten steigen und dann, ohne nach unten zu schauen, 20m gerade vorwärts laufen können:
„The Rope Bridge“, eine Hängeseilbrücke, die früher mal Fischer gezogen haben, um besser an den Lachs zu kommen.
Heute eine Hauptattraktion und Geldquelle des „National Trust“. Ich fand, es hat sich absolut gelohnt, ein kleines Abenteuer – zumal das Wetter mal wieder so gut mitspielt.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=5yhRqVpo2m0[/youtube]

Jetzt fällt es uns ein: Wir haben auf dem Campingplatz vergessen, die Kassette zu leeren. Sie ist ganz schön voll und die befreiende Aktion duldet keinen Aufschub.
Aber wir sind ja im so wohnmobilfreundlichen Irland und haben bald in Cushendun einen Strandparkplatz mit großzügiger Toilette ausgemacht.

So erleichtert steuern wir unser Nachtquartier „Glenarm“ an, unkomplizierte und wieder einmal kostenfreie Parkfläche am Yachthafen.
Und das Wetter heute und heute abend mit goldigem Sonnenuntergang lassen es kaum glauben: Wir sind in Irland.



Und dann noch diese Großwetterlage: Bei uns einfach Spitze, im Rest Europas nur Regen und Katastrophen.

silo am 03 Jul 2016 19:23:49

Belfast

Heute steht der erste Tag in Belfast an. Wir wollen im Hazelbank Park Quartier machen und von da aus mit der Eisenbahn nach Belfast reinfahren. Da unsicher ist, ob der Schaffner auch Kreditkarten akzeptiert, wollen wir vorher noch Englische Pfund in barer Form in die Hände bekommen. In Larne suchen nach jemandem, der uns dabei helfen kann. Die Tourist-Information empfiehlt den Money-Shop (toll, ein Laden, in dem man Geld kaufen kann), der uns 50 Euro abnimmt und 35 Pfund zurückgibt.

Das ungeschickete Navi meint, es könnte uns einige 100m Fahrstrecke ersparen und schickt uns von der Autobahn runter. Der Unterschied ist einfach phänomenal: Überaus üppige Autobahn-Dimensionen, traumhaft, da ist bestimmt jeder Franken-Schnellweg- und Ruhr-Schleichweg-Geplagte neidisch, gerade, viel Platz, wenig befahren, der einzige Streß ist das Rechts-Überholen. Und dann die totale Umstellung: die Landstraße nebenbei ist so eng, so wellig, so kurvig. Wie kann man nur so enge Straßen bauen?

Zurück auf der Autobahn meint das Navi mit Kenntnis der Ziel-Koordinaten ohne weitere Vorwarnung, dass wir jetzt da wären. Wir glaubten es nicht, passten im Kreisel ganz besonders gut auf und fanden ihn: den ultimativen Stell- und Übernachtungsplatz für Belfast: Hazelbank Park. Seeblick, idyllische Picknick-Areale, Frischwasserversorgung, Toiletten (na ja...), sehr gemütlich und stimmungsvoll.


Und wie kommt man in die City: Zu Fuß zurück zum Kreisel, dem Ulster Way entlang, beim College bei der Ampel die Autobahn überqueren, am Kreisel links ab, dann ist da bald rechts der Bahnhof Whiteabbey. Die Züge fahren mehrfach in der Stunde, unser Zug stand schon da und der freundliche Schaffner wartete extra auf uns.
Er wollte nur 4,80 Pfund von uns, damit waren laut seiner Meinung die Hin- und Rückfahrt und auch alle Busse im Stadtgebiet Belfast bezahlt.
Wie sich dann später herausstellte, ist das eine Wissenschaft für sich. Auf bestimmten Buslinien gilt auch das Bahnticket, ab 18:30h gilt es angeblich auf allen Buslinien. Unklar nur, ob das die Busfahrer auch wissen.


Für die eine Hälfte der Reisenden war die örtliche Titanic-Ausstellung der erste Anziehungspunkt. Der Fußmarsch von der Central Station dorthin – vom Schaffner auf 15 Min. geschätzt – zog sich ganz schon lange hin. Für uns über 60-jährige ziemlich anstrengend. Doch die Belohnung wartete an der Kasse: Als „Senior Citizen“ löhnen wir nur 12,50 Pfund, anstelle 17,50 Pfund für normale „Adults“. Die „Titanic Belfast Experience“-Ausstellung nimmt uns etwas in Bann, wäre bestimmt mehr gewesen, wenn wir mangels Englisch-Kenntnissen mehr verstanden hätten. Alles in Allem sehr Disney-Park-ähnlich.


Titanic in Hochkant, im Hintergrund im silbernen Gebäude die Titanic-Ausstellung. leider ohne Bushaltestelle


Damals gab es Stress, und heute wieder?


Ob die junge Dame auch auswandern wollte?

Hungrig nach etwas Deftigem durchkreuzen wir die Stadt.
McDonald ist natürlich präsent, Pizza Hut,Steakhouse haben noch zu, eine Pizzeria mit Aussensitzplätzen riecht nicht gut.
Der Hunger treibts dann rein: Medium Boxes mit Noodles, Chicken Sweet Sour, Black Bean Chicken sah zunächst gar nicht mal so schlecht aus, aber schmeckte sowas von scheusslich.
Müde kehren wir zurück zum Hazelbank Park und beobachten vergnügt, wie die Iren diesen wundervoll sonnigen Maiabend in diesem wundervollen Park geniessen.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=eknJbquAYA0[/youtube]

silo am 03 Jul 2016 21:17:29

Belfast -> Ballyholme Bay

Den zweiten Besichtigungstag in Belfast beginnen wir noch effektiver und fahren mit dem Rad zum Zug. Jetzt wissen wir auch, dass der Zubringerbus zum Zentrum inklusive ist, er wartet vor dem Bahnhof 40m links. In Nullkommanichts erreichen wir halb Elf die City Hall, um noch an der kostenlosen Führung um 11:00h teilnehmen zu können.





Beeindruckende Räume, Möbel und Bilder mit ehemaligen Bürgermeistern.
Den schnellen und örtlich gefärbten Vortrag konnten wir nicht in allen Nuancen auswerten!!!

Bis 14:00h ist heute am Freitag „Varieties“ im St. Georges Market. Das steht wohl für „Verschiedenes“ oder „Flohmarkt“.




Umfassend auch das Speisenangebot und wir versuchen es mal wieder: Diesmal gibt es Reis mit Curry Chicken, mittelscharf“ für 4 Pfund.
Es fehlt deutlich Salz, fast einen Teelöffel fügen wir nach, dann schmeckt es passabel.
Zum Nachtisch erwerbe ich bei einem Italiener original französische Crepes „Strawberry „, der mich erst als Franzosen einschätzt und dann richtig als Deutschen entlarvt.
Die Schlange war nur drei Personen lang, dauerte aber unendlich lang.
Normalerweise hätte ich gesagt “Wer mein Geld nicht will...“, aber wir sind nunmal hier im UK-Irland und so muss man auch mal queueing mitmachen.



Wir schauen uns an: Was nun? Etwas müde entscheiden wir uns zur Rückfahrt zum Park und zum Wohnmobil und fahren dann an der Küste weiter.

Kurz hinter dem Seebad Bangor, wo wegen eines Festivals alles blockiert ist, finden wir den Strandparkplatz Ballyholme und fahren ihn trotz abstossend enger Zufahrt auch an. Wohl deswegen sind wir zwischen vielen Iren das einzige Wohnmobil.

Das Wetter ist immer noch absolut traumhaft. Die Sonne scheint so intensiv und lange, dass wir die „heute Show“ während eines phänomenalen Sonnenuntergangs geniessen können.





Und nochmal zum T-Thema: Der Badeparkplatz ist mit einer großzügigen WC-Anlage ausgestattet.
Doch um uns zu erleichtern, hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Eingänge schon um 17:00h mit dem stählernen Schriftzug „Closed“ markiert sind und man nicht mehr reinkann.
Ist das nur ein Schreibfehler? Hoffentlich sind die Örtlichkeiten morgen früh wieder da. Die meist jungen Strandwanderer gehen einfach ins Wäldchen.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=CQCeZHf1HM0[/youtube]

silo am 03 Jul 2016 21:56:03

Nach Dublin

Irgendwie hat die Lust auf malträtierende irische Landstraßen doch deutlich nachgelassen. Wir warten die Öffnung der WC-Anlage ab, entsorgen geschwind und kehren zurück über Belfast auf die Autobahn Richtung Süden.
Herrlich, so einfach mit Tempomat auf breiter und glatter Bahn vorwärtsgleiten.

Unterwegs kehren wir noch schnell in einem Tesco innerhalb eines Outlet ein um die übrigen Pfund-Devisen aufzubrauchen.
Dank des Tesco-Wifi kann ich mich in aller Ruhe bei eflow.ie anmelden und unser Wohnmobil dort registrieren. Die später dann zu befahrende M50 rund um Dublin ist nämlich mit Kennzeichen-Leseeinrichtungen versehen und nach Durchfahren ist bis zum nächsten Tag die Maut zu bezahlen – sonst drohen hohe Strafen.
Eflow macht das automatisch und bucht mit Rabatt ab – es funktioniert super und ist wirklich für eine stressfreie Dublin-Umrundung zu empfehlen.
Allerdings mit dem Nachtrag: Hier zu Hause versuche ich, den Account bei eflow wieder zu löschen, was mit unsäglichen Umständen verbunden ist.

Highlight für uns heute und angeblich das Muss für jeden Irland-Besucher ist Brú Na Bóinne mit Schwerpunkt Newgrange.



Die Reiseführer warnten etwas vor dem großen Touristenrummel und man solle früh morgens dort auftauchen, um vor dem mächtigen Buseinfall zu Potte zu kommen.
Wir erschienen am frühen Nachmittag und alles war total entspannt: genug Parkplätze, wirklich freundlicher individueller Empfang und Einweisung, genug Zeit für eine Kaffeepause und etwas Souvenir-Schnuppern.
Mäßiger Eintrittspreis (für uns Senioren €6 p.P.) und dann ging es per Bustransfer zum Objekt.





Dort wieder wirklich nette, freundliche und kompente Führung durch das Grab mit stimmungsvoller Simulation des 21. Dezember. Das war einfach schön!


Das sind die Zeitplanungs-Etiketten, die man nach Bustransfer hier lassen kann. Oder...


Wir waren die Ersten hier und hatten und uns versehentlich falschrum hingestellt. Die anderen habens prompt nachgemacht.


Auch die Iren freuen sich so über das Wetter. Einfach Nett.

Nur eine knappe Stunde trennt uns noch von der gewaltigen und für Arglose sehr teure M50 von Dublin.
Der Weg zum obsoleten Campingplatz „Camac Valley Dublin“ ist gut ausgeschildert, das Navi kennt den Weg auch und so kann uns auch die ganze Aufregung bei diesem gigantischen und dann auch noch linken Großstadtverkehr nicht davon abhalten, bald dort bei der Reception aufzutauchen.
Die meint: Alles belegt, aber wir können irgendwo auf der Grünflache rund um das Ver- und Entsorgungszentrum auf der Wiese stehen, kostet €22/Nacht, Dusche 2€ extra.
Ein wenig laut, denn die Autobahn rauscht direkt daneben. Aber sonst gutes Mittelmaß. Es folgen: Grillen, Nachtisch, Krimi, Nacht.



[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=qPxRfJOvwes[/youtube]

silo am 03 Jul 2016 22:25:30

Dublin-Rundgang

Der Bus-Nr. 69 hält 40m links vor dem Campingplatz.
Laut Campingplatz-Info ist eine Abfahrt um 13:15h, auf dem Fahrplan an der Haltestelle steht 13:10h. Als um 13:30h immer noch kein Bus gekommen ist, schauen wir genauer nach:
Aha, hier sind jeweils die Abfahrtzeiten vom Startpunkt angegeben, die Ankunftszeit an der Haltestelle muss man sich dann selbst mit Hilfe der Fahrzeiten von Haltestelle zu Haltestelle ausrechnen.
Wie ist das Leben bei uns einfach!





Wir sitzen in dem Doppeldecker vorn. Die Kreiselmanöver und das Ausweichen vor mächtigen Eichewipfeln auf den letzten Millimeter empfinden wir hier oben atemberaubend.
Allein das ist schon den Fahrpreis von €3,30 p.P. wert. Nach einer Dreiviertelstunde steigen wir im quirligen Dublin aus.
Hier ist was los. Etwas orientierungslos irren wir von Einkaufsmall zu Einkaufsmall, überwältigt von so vielen Ausblicken bei wieder herrlichstem Hochsommerwetter.

Rings um die Temple Bar floriert fast schon nachmittags das Nachtleben. Aus jedem Pub schallt Live-Musik. Dagegen spielen die Straßenmusikanten an.





Mutefish gefiel uns so gut, dass wir gleich die CD „360 Hangovers“ für €10 mitgenommen haben.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=cUycF6_sfOA[/youtube]

silo am 03 Jul 2016 23:02:14

Clogga

Für heute hatten wir uns eigentlich die totale Dublin-Marathon-Tour vorgenommen:
Morgens um 9:30h mit dem Hop-On-Hop-Hoff-Bus ab Campingplatz in die Stadt,
dort den ganzen Tag von Attraktion und Heritage hoppen und dann 17:30h zurück zum Platz.
Das sollte € 19 kosten – eigentlich im Vergleich zur Aktion von gestern preiswert und komfortabel.
Aber wir schauten uns an und stellten fest:
Das wär zuviel, wir sind zu alt, das schaffen wir nicht mehr, wir brauchen Urlaub.
Wir machen Dublin Teil-2 im nächsten Jahr oder danach.
Also jetzt erstmal weiter gen Süden zurück.

So steuern wir auf Empfehlung des blauen Führers den James Joyce Tower südwestlich von Dublin an.
Aber das war keine gute Empfehlung: Völlig überlaufen, keine 10cm Platz zum Parken.
Eigentlich auch kein Wunder, denn heute (erster Montag im Juni) ist Bank Holiday.

Nachdem wir uns auf unglaublichem Hindernisparkour da wieder rausgekurvt haben sind wir bald wieder auf der Autobahn – einfach herrlich.
Aber so halb in den Bergen befindet sich der in Irland meistbesuchte Park: Powerscourt House and Garden.
Eintritt für Senioren: €8,00, das ist unserer Meinung nicht angemessen für das Gebotene.





Vielleicht sind wir ja auch schon etwas verwöhnt, wo wir schon so einiges gesehen haben.
Aber sehr viel Publikum – ja sogar Touristen waren darunter, die Anlagen nicht immer gut gepflegt.
Fantastisch und sehr sehenswert die großzügig und sehr exakt angelegten Terassen.


Man hätte auch einfach im Cafe weilen können und ohne Eintritt zumindest diesen Einblick gehabt.

Der Garten-Baumarkt am Parkplatz ist nett, aber absolut überteuert.

Der nahe Wasserfall soll nochmal €5 kosten. Es ist alles in allem doch Geldschneiderei hier.

Also ab zum Feierabend ans Meer.
In Clogga stehen wir dann auf einem Parkplatz direkt am Meer- wir sehen es nur nicht, und zum Strand wäre es ein steiler Weg und Treppen nach unten.
Aber das Wetter ist wieder Spitze, Highlight war heute sogar ein halbstündiger Regenfall. Und gleich kommt Guinness-Stew auf den Tisch.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=OxYyFGASwU4[/youtube]

silo am 03 Jul 2016 23:18:06

Wexford

Zum Abschluss und Ausklang leisten wir uns heute noch einmal einen Campingplatz: Ferrybank Caravan & Camping Park, direkt vor den Toren Wexfords.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=22E8tyD_I7o[/youtube]

Tor ist eigentlich falsch, eine Brücke geht rüber in die City. Schnell mal mit dem Fahrrad drüber, am Hafen geparkt und ein paar Schritte in der Fußgängerzone.





Schön heimelig, insbesondere der Kramladen am westlichen Ende, in dem wir einen schweren in sich verschwungenen Kandelaber erstehen.
Ein Schnäppchen ist das leider nicht, denn bei ebay-UK wird genau das Teil um Übermaß angepriesen.
Aber wir finden es schön, ein schönes Andenken.
Abends noch einmal irischen Lachs und irisches Sirloin Beef auf dem vom Meerwind ordentlich angeheizten Grill.

silo am 03 Jul 2016 23:37:48

Ab nach Hause

Der Ferrybank Caravan & Camping Park ist sehr empfehlenswert: ruhig, neue Sanitär-Ausstattung (es fehlen nur noch die Türen vor den WC-Kabinen), nah an der City und einfach phantastisches Wetter. Ein Einheimischer erzählt mir noch: das Wetter in den letzten drei Wochen war völlig untypisch für Irland.

Wir warten nun auf die Fähre von Rosslare nach Pembroke, die erst abends um 20:45h in See sticht. Auf Nachfrage dürfen wir natürlich bis nachmittags auf dem Campingplatz bleiben.


Fast allein allein auf der Fähre

Von Pembroke fahren wir dann quer durch England nach Dover, an den langen LKW-Schlangen vorbei auf die Fähre, nächtigen in Calais und düsen dann auf mautfreien belgischen Autobahnen nach Hause.

Die Sonne scheint immer kräftiger. Schade, gern hätten wir auch einmal durchgängig typisch irländisches Wetter genossen.

Tipsel am 03 Jul 2016 23:39:24

Danke fürs Mitnehmen. Sehr schöner Bericht :daumen2:

silo am 03 Jul 2016 23:42:44

Resumee

Wer sein Wohnmobil richtig gern hat, sollte nicht nach Irland fahren.
Oder wenn doch, dann nur die Autobahnen und die innerländischen Hauptstraßen benutzen. Alles andere ist so eng und wellig, dass Konzentration auf Höchste gefordert ist.
Schäden sind einfach vorprogrammiert, und wenn es nur die vielen Kratzer in den Seitenscheiben sind, die man bei den in die Fahrbahn ragenden Dornen nicht vermeiden kann.
Unser Untersatz hat mehrfach bei plötzlichen Wellen durchgeschlagen, Schäden sind (noch) nicht sichtbar.

Das WIFI-Netz ist fast flächendeckend. Ob Cafe, Pub, Restaurant, Campingplatz, Zug und sogar Bus, jeder bietet diesen tollen Service.
Sim-Karte mit Internet ist damit eigentlich obsolet, ausser man möchte z.B. immer per E-Mail oder WhatsApp erreichbar sind. Wir benutzten dazu die Europa-Flat von 1&1 für €4,99 / Woche – klappte prima.

Irland ist das Traumland für Wohnmobilisten, die gern frei und allein inmitten der Natur stehen.
Das Netz an Parkplätzen und Stellplätzen, meist sogar mit WC-Anlagen, ist zumindest in Küstennähe sehr dicht.
Auch die Parkplätze an den Touristen-Attraktionen laden zum Übernachten ein. Nur selten sehen wir Schilder wie „No Camping Overnight“.

Leider sind einige Plätze verbalkt, d.h. mit Höhenbeschränkungen versehen.
Das gilt aber wohl nicht den Wohnmobilisten, sondern soll Landfahrer (was immer das auch ist) fernhalten.
Nie hatten wir den Eindruck, dass sich jemand an unserem Lager stört. Wir wurden immer einfach gar nicht beachtet.

Eng kann es nur mit der WC-Entsorgung werden, denn dafür vorgesehene öffentliche Einrichtungen haben wir nirgends entdeckt.
Also ganz wichtig: WC immer entsorgen, wenn es geht und nicht erst wenn es muss.

Eine Unterhaltung mit Einheimischen beinhaltet immer eine Wertung der aktuellen und erhofften Wetterlage.
Darauf könnte man sich mit passenden englischen Idioms gut zu Hause vorbereiten und ist gleich im Gespräch.

Wir haben nicht herausfinden können, was man auf die landestypische Begrüssung „How are you?“ (hört sich an wie Hauaju) antwortet, ohne gleich aufzufallen.

Wir müssen auf jeden Fall nächstes Jahr oder später nochmal nach Irland, allein um auch mal das typische Wetter dort geniessen zu können.

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