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Mit dem Womo nach Murmansk - Weißrussland und Russland - 1, 2, 3


jokerFG am 03 Aug 2016 21:36:47

Eine Reise mit einem gemieteten Wohnmobil über Polen, Ukraine, Weissrussland, Litauen, Oblast Klaliningrad, Lettland, Estland, Russland und über Skandinavien zurück.

Hier sollt ihr erfahren wie es uns so ergangen ist, welche Schwierigkeiten es geben könnte und wie man doch ganz gut alleine zurecht kommt.
Angefangen hat alles im Oktober 2015, als die Frage aufkam, wohin nächstes Jahr? Wir sind unter anderem auch dem Geocaching und Munzee verfallen (wer nicht weiß was das ist und was es bezweckt, kann ruhig Tante Google bemühen, ich will hier nicht weiter darauf eingehen) und in diesen Ländern waren wir noch nicht. Somit war die Idee geboren!

Einmal Grillen in Murmansk! (eher bei, in der Stadt macht sich das so schlecht)

Nachdem mit der Vermietung alles klar war (grüne Versicherungskarte), habe ich mich um die Visa's für Weißrussland und Russland bemüht. Einladungen, Versicherung und was man alles dafür braucht. Mein Ziel war es, alles über einen normalen Weg hinzubekommen. Es geht auch über Agenturen, aber hier waren mir die Kosten etwas unverschämt hoch. Wie es wirklich einfach funktioniert, werde ich am Schluss zusammenfassen und was man alles so braucht.
Für uns war es eine wunderbare, interessante und ereignisreiche Schnupperreise. Es steht schon fest, bestimmte Länder werden wir nächstes Jahr in Ruhe noch einmal besuchen und uns auf alle Fälle mehr Zeit nehmen. Dazu wird Russland auf alle Fälle gehören, sowie Weißrussland.

Die angegebenen Orte sind immer unsere Übernachtungsplätze. So, los geht's:


Freitag, 8. Juli 2016, 20:58 MESZ
Am See 53, Kloster Lehnin, Brandenburg, Deutschland • 18°C Partly Cloudy

Früh halb neun von zu Hause los. Um 12 Uhr wollten wir das Womo übernehmen. Einweisung und Umladen war in anderthalb
Stunden erledigt. Nun hieß es nur noch Proviant fassen und dann ab in Richtung Osten.
Weit gefehlt. Nach nur 10 km hatte der Himmel alle Schleusen geöffnet. Kein Vorwärtskommen. Mit nur 20 km/h über die unter
Wasser stehende Landstraße geschlichen. Und da war doch noch was… ein Riesenstau, den wir vormittags schon auf der Hinfahrt
gesehen hatten. Da mussten wir lang und die Meldungen ließen nicht nach. Navi überfordert, die Copilotin - mein Frauchen - hatte
alle Hände zu tun, da die restlichen Straßen überfüllt oder wegen Baumaßnahmen gesperrt waren. Bis gegen 20 Uhr hatten wir
gerade mal 270 km geschafft und das mit Umwegen. Doch in der Nähe gab es einen gemütlichen Stellplatz mit Strom - Stellplatz in
Netzen. Keiner hatte mehr Lust noch Essen zu machen und so ging es ab in den Gasthof. Lecker Essen, frisches Bier vom Fass und
damit war auch gleich der Platz mit bezahlt. Ab ins Bett und morgen auf ein Neues. Der Osten ist das Ziel.



Netzen am See



als Alternative zum Womo?


Samstag, 9. Juli 2016, 21:58 MESZ
97-320, Wolbórz, Lodz, Polen • 17°C Partly Cloudy

Bei Zeiten los, noch schnell im Baumarkt vorbei, weil wir zwei gleiche Adapterkabel hatten. Komplett gab es das nicht. Also
Einzelteile kaufen und selber zusammenschrauben. Erledigt und los.
Auf dem Berliner Ring ging es recht zügig voran. Kurz vor Briesen war wieder Schluss. Es hatte gerade vor uns einen mächtigen
Unfall gegeben. Also bis zur Abfahrt durchgemogelt und die U-Strecke genommen. Ha, auf die Idee sind noch viele andere
gekommen, aber es rollte wenigstens. Was tönte da aus dem Lautsprecher, 20 km Stau an der Grenze zu Polen. Kontrolle der
Grenzer wegen dem Gipfel in Warschau und dem Papstbesuch. Also wieder Arbeit für die Copilotin. Alle ausgetrickst und ohne
Kontrolle über die Stadtbrücke in Frankfurt (Oder), ein bissel Landstraße und ab auf die fast leere Autobahn A2 in Richtung
Warschau. Da war doch noch was wegen Maut. Aber kein Problem, entweder Ticket ziehen und am Ende bezahlen oder schon
vorher bezahlen. Dies ist abhängig davon, ob die Strecke vom Staat oder ein privater Investor die AB gebaut hat.
Nach gut 600 km wurde es Zeit einen Campingplatz zu suchen. Ups, hier gab es keine und wenn, waren diese verlassen oder
verfallen. Nach einem kleinen Ausflug abseits von den Hauptstraßen wurden wir durch Zufall auf ein Schild aufmerksam und folgten
diesem. Wirklich, ein kleiner CP mit Strom, Wasser und Toiletten, sowie einem kleinen Kiosk. Hier waren wir ganz alleine. Der CP ist
nirgends verzeichnet und lässt sich auch über Internet und OSM nicht finden. Ein freundlicher Betreiber, der sogar ein wenig deutsch spricht,
nahm uns in Empfang. Hier hätten wir sowas nicht vermutet. Ein kleiner Lichtblick nach dem vergangenen Tag.
Schnell Abendbrot gemacht, bissel EM der Leichtathletik geguckt und ab in die Koje. Mal sehen was noch so kommt. Ukraine ist
unser erstes Ziel….





Fast alleine hier....


Sonntag, 10. Juli 2016, 12:00 OESZ
Shats'kyi rayon, Oblast Wolhynien, Ukraine • 20°C Mostly Cloudy

Kurz nach neun war alles startklar. Wasser gebunkert und mal die sanitären Anlagen inspiziert. Na ja, irgendwie ist hier die Zeit
stehen geblieben. Aber zum Übernachten mit Strom und Wasser allemal geeignet.
Freundliche Verabschiedung und rauf auf die “gepflegten” Straßen. Hierzu muss man sagen, die Hauptverkehrswege sind in sehr
gutem Zustand, die abgelegenen Regionen, na ja.
Weiter gings in Richtung Radom, Lublin, hin bis zur ukrainischen Grenze. Der Weg bis dahin zeigt eine Landschaft wie in
Brandenburg, zumindest haben wir uns so gefühlt. Auf den Schnellstraßen findet man des öfteren Tankstellen mit BUS-WC. Hier
kann man entsorgen und hat man einen passenden Vierkant, auch Frischwasser bunkern.
Bei Dorohusk ging es in Richtung Grenze und wir hatten Glück, nicht viel los. Nicht gleich die EU-Spur gefunden, einen kleinen
Hinweis bekommen und die Pässe auf polnischer Seite vorgezeigt und erst einmal gewartet. Natürlich wollte man auch die
Fahrzeugpapiere haben und weg war der Zöllner….
Nach ca. 20 Minuten hatten wir alles wieder, besser gesagt es wurde uns gebracht. Schwups über die neutrale Zone zur ukrainischen
Eingangskontrolle. Lange keine russischen Wortlaute mehr gehört, also nix verstanden was man von uns wollte. Was für Fahrzeug,
wieviel Personen, soweit war das klar. Meldezettel in Empfang genommen und weiter gings. Wohin? Rechts links? Links ein Schild 2m
Höhenbegrenzung, also rechts lang. Nächste Station Zollkontrolle, Kauderwelsch verstanden, aber zum Schluss war klar, falsche
Spur. Also Rückwärtsgang, 500m zurück und die 2m Höhenbegrenzungsschilder von staatlicher Seite ignoriert. Dann wurde vom selben Grenzer das Womo einer genauen Kontrolle unterzogen. Alles ok! Alkohol und Zigaretten lagen auch offiziell versteckt. Ja,
wir hatten etwas mehr mit.
Ab zur Passkontrolle. Hier ist es nicht so wie man es sonst kennt. Hier heißt es selber die richtigen Häuschen zu suchen und sich
anstellen. Natürlich stand ich erst am falschen. Also nochmal anstellen. Alle meine Vorgänger standen mit einer handvoll Pässen da,
ich durfte die Copilotin aus dem Auto jagen, damit sie vorstellig wird. Dann nahm das Drama seinen Lauf. Wir waren mit einem
Bürstner Nexxo unterwegs, so steht es auch in den Kfz-Papieren. Nur der Zöllner kannte sowas nicht. Fiat wurde gar nicht
akzeptiert, steht nicht im Dokument. Na tolle Wurst!
Am Anfang verstand dieser gute Mensch noch ein wenig englisch, aber dann nicht mehr. Mietvertrag, meine selber erstellte
Vollmacht vorgekramt und ein paar russische Worte fallen lassen. Jetzt wollte er meine Adresse wissen, da sie nicht im Pass steht.
An dieser Stelle musste ich die Copilotin ins Womo verweisen, denn sie wurde langsam laut und das wollte die Beamtenperson gar
nicht hören…
Nach einigen Wortgeplänkel hin und her bekamen wir unser Pässe und den ersehnten Stempel auf dem Laufzettel. Ab zur letzten
Station, Laufzettel abgeben. Geschafft. Juhu, im zweiten Versuch die ukrainische Grenze passiert. Auf nach Schazk zu den Seen!
Unsere “Schätze” suchen. Wer etwas mit Geocaching anzufangen weiß, wird das verstehen…
Die Straßen sind eine Wucht, alles scherbelt, klappert und manches fällt sogar ab. Ob man Bürstner mal ein paar Tipps geben sollte?
Egal…
Mitten im langsamen dahinpoltern, Kontrolle. Nein, es war der Eingang zum Nationalpark. Hier wollte man das Eintrittsgeld für
Fahrzeug und Personen kassieren. Da wir meist ohne der Währung des entsprechendes Landes fahren, machen wir meist später, gab
es ein wenig hin und her. Zum Schluss durften wir auch so passieren. In Schazk wurden wir von kläffenden Hunden und erstaunten
Anwohnern begrüßt. An der alten Radarstation fanden wir unseren “Schatz” und bekamen auch einen Hinweis auf einen CP.







Das war zwar für einen Radweg beschildert, gefunden haben wir den Ort trotzdem, maps.me sei gedankt (App für iOS). Der Weg
dahin ist für Womos eigentlich nicht geeignet. Hier heißt es, traue dich -:)



Und der Weg hat sich gelohnt. Hier ist alles noch im
Aufbau, aber zum Übernachten total geeignet. Man steht sicher und ruhig, und kann das EM Finale mit einer laut kommentierenden
Ehefrau, welche totaler Portugal-Fan ist, aber auch Ahnung von Fußball hat, genießen.



In Pulmo, gleich dahinter muss man abbiegen. Steht aber nicht dran!



und hat einen sensationellen Stellplatz. Abends waren die Badegäste weg.


Montag, 11. Juli 2016, 12:00 GMT+3
?????? ????? / Mir Castle, ???, ??????????? ????., Weißrussland • 23°C Mostly Cloudy

Natürlich den tollen Weg wieder zurück …. Schnell noch den See umrundet um in Svitiaz einen Schatz an der Peter&Paul Kirche
zu heben.



Doch in der Innenstadt gab es noch etwas zu tun, gestern nicht gefunden und heute sagt das Frauchen “Warum guckst du nicht hier
und nimmst den?” Wieder ein nettes Schätzelein, bei einer Kirche.



Nun aber ab zur weißrussischen Grenze. Über Wartezeiten hat man schon viel gelesen, deshalb gleich einen kleinen im Norden
herausgesucht.
Dort angekommenen wurden wir zurückgeschickt. Diese Übergangsstelle war nur für den kleinen Grenzverkehr. Nasprava, naleva,
tam….. Ok, ich wußte Bescheid.



Kurz darauf standen wir fast am Schlagbaum, vier Autos vor uns. Na das kann nicht all zu lange dauern. Die jungsche Soldatin
notierte Kfz-Kennzeichen, fragte wie viel Personen und dann wieder Bürstner als Automarke. Wir wussten was das bedeutet und es
kam wie es kommen musste. Man kannte diese Automarke nicht! Passkontrolle, Kfz-Papiere und die Frage, was ist Bürstner?



Nach langen hin und her beim Zoll das selbe. Hier wurde vor lauter Schreck vergessen das Fahrzeug zu kontrollieren. Nach einer Stunde
konnten wir endlich los. Laufzettel abgegeben und der Schalgbaum ging auf. Puhhhh….



Zwei Kilometer durch den Wald und schon standen wir vor der weißrussischen Grenze. Die Ampel stand auf rot und die Schranke
unten. Alle kamen aus den Grenzgebäuden und beäugten von weiten unser Gefährt. Nachdem Sattsehen, sprang die Ampel auf grün
und wir durften einfahren. Ein Beamter kam auf uns zu, nahm die Pässe in Empfang. Kurzer Blick und dann Anweisung Auto
umparken und mitkommen. Hier erklärte er mir freundlich, wie ich die Migrationskarte ausfüllen soll.



Könnte ich im Auto machen. Ein Glück, ein ausgefülltes Musterexemplar hatten wir dabei und sogar in deutsch! Abgegeben und gewartet. Der freundliche
Beamte kam zurück und fragte nach den Fahrzeugpapieren. Diese wurden ihm übergeben und wir bekamen die Aufforderung mit
dem Fahrzeug nach vorn zu fahren. Na ihr wisst schon was jetzt kam…
Als das durch war ging es zum Zoll. Wieder wurde uns freundlich erklärt, wie wir was ausfüllen müssen. Hier wurde uns erklärt, dass
nur der Fahrer die Zollerklärung ausfüllen muss, obwohl auf dem Dinges steht, jeder ab 16 Jahren muss ausfüllen. Da wir nur die
Hälfte verstanden haben, zeigte ich dem Zöllner meine deutsche Erklärung. Oh Jubel, wir durften diese sogar verwenden. Gute
Vorbereitung zahlt sich aus!
Natürlich Fahrzeug eintragen, Bürstner….
Das übliche hin und her und dann warten…. Nach zwei Stunden bekamen wir unser OK.
Oh Mann, drei Stunden für den Grenzübertritt. Stände Fiat in den Papieren, wären wir in der Hälfte der Zeit durch gewesen!
Nun aber los. Links abgebogen und schon sahen wir ein Schild mit den ganzen Mautstraßen. Das waren zu viel auf einmal. Also
zurück und fotografiert.



Der Freundliche von der Passkontrolle hatte uns erklärt, wo wir hin müssen um so ein Piepsdinges zu besorgen. Brest angefahren
(alles mit der App Navitel mit Karten von Belarus und Russland), Beltol gefunden und nach zehn Minuten hatten wir so ein OVB
Gerät. Zack an die Scheibe und los ging es zur Festung, nur mal gucken und ein Schätzchen suchen. Gefunden und das
Riesenmonument betrachtet.
Nun aber weiter, wir wollten es bis Neswish schaffen, da wir hier über das Weißrussische Forum einen Platz ausgemacht hatten.


Krankenhauskapelle

Geschafft haben wir es bis Mir. Hier hatte ich was im Internet gefunden. Außer Entsorgen, war alles vorhanden. Man darf aber nicht
von deutschen Verhältnissen ausgehen. Müde und geschafft legten wir uns nieder.

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Solofahrer am 03 Aug 2016 22:01:33

Mr. Spock würde sagen: "faszinierend!" :klatschen:
Ich bin es auch. ;D

andreaveloce am 03 Aug 2016 22:07:07

Ich bin ganz scharf darauf mehr zu erfahren. Schreib bitte wie ein Europameister :D !

JoFoe am 03 Aug 2016 22:13:08

Ja bitte weiter. :lol:

jokerFG am 03 Aug 2016 22:29:22

Klar geht es weiter, bin doch erst am Anfang der Runde. Ist bloß aufwendig das alles hier rein zu bringen und dann einzeln die Bilder hochladen und nebenbei aus den Filmen noch Bilder zu extrahieren. Also ein wenig Geduld... 8)

nuvamic am 03 Aug 2016 22:45:08

Hab ich doch richtig verstanden - das Womo war ein Mietfahrzeug, richtig? Und das war über 3,5to? Weil - so würd ich dieses Mammutschild bezüglich Maut verstehen... zahlen müssen Gerätschaften über 3,5to.... und evtl. auch nur aus bestimmten Ländern? Oder wofür stehen die Kürzel vorne dran?

Weißrussland ist jedenfalls für mich echt terra incognita... ;)

jokerFG am 03 Aug 2016 23:13:27

Hier ein komplettes Bild vom Film



Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen;
Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 3,5 Tonnen, die außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion registriert sind.
Koste ca. 0,04 ct pro Km auf den Mautstraßen. Ausnahmen sind Fahrzeuge der Zollunion RUS, Kasachstan, Kirgiesien und Armenien die 3,5t nicht überschreiten. Abgerechnet wird über das kleine Kästchen, was jedesmal an der Mautbrücke piept. Geld wird vorher draufgeladen. Was zuviel drauf ist und die Leihgebühr bekommt man bei Rückgabe bei der Ausreise wieder zurück.

nuvamic am 03 Aug 2016 23:29:51

Hm. Hab ich noch nicht so ganz durchschaut (weil in deiner Auflistung ein deutsches Gefährt unter 3,5t wohl auch nix zahlen müsste von wegen in der EWU registriert) - aber ich brauch es auch nicht so schnell... wer weiß, wie sich das in Zukunft entwickelt. Auf jeden Fall hab ich jetzt die Länderkürzel besser kapiert, danke.

jokerFG am 04 Aug 2016 01:30:02

jokerFG hat geschrieben:Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen;
Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 3,5 Tonnen, die außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion registriert sind.


Diese Fahrzeuge müssen bezahlen.... da in Deutschland registriert, was ja nicht zur EWU gehört, und nur temporär eingeführt wurde, muss das deutsche Womo unter 3,5 t bezahlen. :D Über 3,5 t so wieso...

hesida am 04 Aug 2016 06:40:03

Super Reisebericht und spannend...
Bin gespannt wie es weitergeht.

RichyG am 04 Aug 2016 06:50:27

Super Reisebericht!!! Und tolle Bilder! Sehr interessante Tour.
Ich freu mich schon auf die Fortsetzung. Und danke für die Mühe!

groovy am 04 Aug 2016 10:49:47

Moin Joker,
du sprichst russisch?

MfG Volker

jokerFG am 04 Aug 2016 11:12:16

Ich hatte mal vor über 40! Jahren Russisch in der Schule. Lesen kann ich noch die Buchstaben... Reden, gleich Null!
Hände, Gesten und ein paar Worte wie Bitte, Danke, rechts, links, wo, Entschuldigung und Guten Tag krieg ich noch hin. Das wars aber schon. Mit der Zeit, wenn nur noch russisch zu hören ist, kommen ab und zu ein paar Vokabeln wieder aus der hintersten Schublade hervor.
Das war es dann schon. Zusammenfassen kann man sagen, Nein! :oops:
Aber, das hat uns nicht von unserem Vorhaben abgehalten. :)

groovy am 04 Aug 2016 12:59:22

Cool,
das macht Mut.

Gruß Volker

Gast am 04 Aug 2016 13:10:26

Lese gespannt mit !!

jokerFG am 04 Aug 2016 14:34:10

Weiter geht's

Dienstag, 12. Juli 2016, 19:59 GMT+3
Krupski, Woblast Minsk, Belarus • 19°C Showers

Früh bei zeiten los, Müll noch entsorgt und dann die Sehenswürdigkeit des Ortes besucht. Das Schloss von Mir.





Als nächstes Ziel stand Minsk auf dem Plan. Wir wollten zur großen Nationalbibliothek. Das bedeutete quer durch Minsk. Wer
einmal in Albanien durch die Großstadt gefahren ist, den stört nichts mehr. Und so war es auch. Eigentlich alles normal. Drängler,
Spurenhüpfer gibt es auch bei uns.
Alles in Minsk sieht sehr neu aus. Das wird wahrscheinlich mit dem Krieg zu tun haben. Eine richtige Altstadt haben wir nicht
gefunden, dafür große protzige Gebäude aus der Sowjetzeit.
Noch ein kurzes Stück auf der P53 bis nach Borisov und dann sollte es quer durchs Land gehen. Landwirtschaftlich geprägte
Landschaften wechselten sich mit Wäldern ab. Genau so die Straßen, Asphalt mit Schotter und kleine ärmliche Dörfer. Aber auch
hier leben Leute und machen das Beste draus.


auf der deispurigen Highway H-9648, welches aber in Wirklichkeit N für national bedeutet. Kilometerlang! und besser befahrbar war als manche Asphaltstrasse

Wer sich im Lesen üben will, kann sich hier dran versuchen. Mir ging es zu schnell, also schnell ein Päuschen gemacht und festgehalten



Kolodnica erreichten wir am frühen Nachmittag. Als erstes statteten wir der alten Peter&Paul Kirche einen Besuch ab. Hier
versuchte ein Einheimischer uns über die Geschichte der Kirche aufzuklären. Manches haben wir verstanden, weil wir uns vorher
schlau gemacht hatten :)



Wen es interessiert, so sah das ganze einmal früher aus.





Nachzulesen hier --> Link

Dann ging es zu unserem heutigen Übernachtungsort. Natürlich war erst einmal keiner da. Und nun? Eine Frau zeigt auf eine
Telefonnummer und erklärte die Administratorin wohnt hier im Ort. Rede mal einer Russisch am Telefon, wenn er die Sprache nicht
so richtig kann…
Aber was solls, muss man durch. War alles ganz einfach, sie kommt.
Nach zehn Minuten war sie da, erklärte uns alles und wir konnten auf den Platz fahren. Jetzt gings noch schnell ans bezahlen. Von
wegen schnell… Hier kannte man die neuen Geldscheine noch gar nicht. Diese wurden zum 01.07.2016 eingeführt. Großes
rätselraten, telefonieren usw.
Auf einmal wurde mein Vorname genannt und ich bekam das Telefon gereicht. Kurze Info in englisch und es war alles klar. Man
könnte nicht in neuen Rubeln herausgeben. Bezahlen und abstempeln der Migrationskarte wird morgen erledigt. Außerdem gibt es
noch Rabatt, wegen Mitglied in der Russischen Liga (Karavanverein von Russland)
Schade das der Oberchef selbst nicht da war. Er ist derjenige, der uns die Einladung für das Visa geschickt hatte, damit wir überhaupt
Belarus besuchen konnten. Auf dem Platz ist alles vorhanden was das Camperherz begehrt. Vladimir hat hier wirklich westlichen Standart geschaffen und warte auf neue Gaste :D . Wir sind übrigens die zweiten Deutschen hier. Jessi und Jens waren auf unserer Empfehlung schon vorher hier.
Wie so oft nun schon erlebt, hier sind alle sehr hilfsbereit und es ist alles kein Problem. So bezogen wir unseren selbst
herausgesuchten Platz und ließen es uns für den Rest des Tages gut gehen. Na ja, bis auf die Mückenangriffe.




Mittwoch, 13. Juli 2016, 20:53 OESZ
Kaunas CampInn, Kauen, Kaunas County, Litauen • 19°C Mostly Cloudy

Heute sollte es Richtung Litauen gehen. Aber hier noch ein kleiner Nachtrag von gestern. Bett angehoben und schon flog mir das
Lattenrost mit samt den Gasstützen um die Ohren. Immer ist irgend etwas mit den Mietmobilen…. aber auf dies bin ich mittlerweile
eingestellt. Werkzeug und Kleinteile sind immer mit an Bord. Dübelstellen wieder zusammengesteckt und mit zwei Schrauben
fixiert. Der kleine IKEA Akkuschrauber war sehr hilfreich! Alles wieder zusammengeschraubt, die eine Stütze natürlich erst mal
falsch, aber das gehört dazu ;-)
Die Adminstratorin, war schon da, wir noch schnell V/E gemacht und dann ging es ans bezahlen, kleiner Smaltalk und schon waren
wir auf der Straße. Erst Asphalt, es ist eine P-Straße (eigentlich ein R) kommt gleich nach der Magistrale wie die M1 und mittendrin
25km das mal wieder ….



Aber das ist hier normal. Drei große Naturschutzgebiete kreuzten unseren Weg. Lepel, Mjadel und Muchaluscku liegen als Städte in
der Nähe. Die typischen Holzhäuser findet man in allen Varianten der Bausubstanz.



Hier begegnet man auch noch natürlich blühendenWiesen und nicht das Einheitsgrün wie in deutschen Landen.



Die Industrie darf auch nicht fehlen. Bei diesem Ziegelwerk würden bestimmt einige was zu meckern haben.



Aber auch die Ehrung der Gefallenen im 2. Weltkrieg findet man oft an Straßen und Plätzen.



Gegen 17:00 Uhr hatten wir den Grenzübergang Kotlovka erreicht. Kurz vorher wollten wir noch tanken und damit unsere BYR
ausgeben. Geld gezählt, aber was war das? Wir hatten 50 neue und 50000 alte Rubel. Also genau so viel Geld wie am Anfang. Die
gute Frau auf dem CP hat nur den neuen Schein in alte getauscht und vergessen den Übernachtungspreis abzuziehen. So kann man
auch sparen.
Am Übergang selbst lange LKW-Schlange vor uns, aber PKW und Bus grünes Licht!
Vor uns vier Autos….. doch das soll bei uns nichts heißen. Die selbe Prozedur wie gehabt. Grenzer notiert Kennzeichen, guckt ins
Auto, fragt nach der Personenzahl und überreicht den Laufzettel. Schranke auf und hinein. Rote Spur, da wir das Auto wieder
ausführen. Diesmal erst der Zoll. Kaum am Stoppschild gehalten kam eine flinke Zöllnerin, nahm Zollbescheinigung und Kfz-Schein
und den Pass, aber nur vom Fahrer, die Copilotin wurde nur als Passagierin behandelt und hat mit dem Zoll nichts zu tun. Fertig! Es
dauerte…. aber nur 10 Minuten. Zehn Minuten, das kann doch nicht sein. War aber so! Fünf Meter vor und zur Passkontrolle, diesmal
beide. Natürlich Kfz-Schein wieder reinreichen. Mehrere komische Blicke aufs Womo, kurze Diskussion mit dem Nebenmann und
wir hörten den ersten Stempel im Pass verschwinden. Puh. Oh, was war das, des Fahrers Pass wurde mit der Lupe begutachtet…
einmal, zweimal, dann machte es Klack und der Stempel war drin. Ab ins Womo und zur letzten Station, Laufzettel abgeben, einmal
ins Womo gucken und wir waren draußen. Das alles innerhalb von 20 Minuten. Spitze.
Jetzt rein nach Litauen. Ein freundlich grinsender Passonkel nahm die Pässe entgegen, wollte kurz ins Womo schauen und den Kfz-
Schein haben. Das Grinsen ging aber nicht aus seinem Gesicht. Das kam uns ein wenig komisch vor. Fünf Minuten später kam er
grinsend zurück und übergab uns unsere Papiere. Zwei Minuten später kam der Zoll, fragte nach Alkohol und Zigaretten, ein kurzes
Nein von mir, ein kurzer Blick von ihm ins Womo und die Schranke ging hoch. 15 Minuten, Weltrekord!
Auf nach Kaunas zum CP für 22€ mit allem und WiFi und Kurtaxe. Kurzer Blick nach vorn und hinten. Außer ein bissel Straßenlärm
um 20:00 Uhr, ist der CP für eine Zwischenübernachtung bestens geeignet.




leoline am 04 Aug 2016 15:00:49

Wow, ihr traut euch ja was! Da hätte ich die Hosen gestrichen voll gehabt :lach: . Aber wenn du wenigstens bitte und danke auf russisch kannst, hilft das bestimmt sehr.
Toller Reisebericht - danke für deine Mühe!

jokerFG am 04 Aug 2016 15:15:09

So schlimm ist es gar nicht. Wenn man einmal weiß wie die Abläufe sind, ist das alles kein Problem. Vorallem die Zöllner und die Passkontolleure sind so was von freundlich und hilfsbereit, da kann sich in der EU manch einer sich eine Scheibe abschneiden.
Und die Menschen so wieso... Die Abläufe gibts zusammengefasst noch mal am Schluss. Vielleicht trauen sich dann ein paar mehr. :ja: :ja: :ja:

ToniPETER am 04 Aug 2016 15:35:33

Servus!

Sehr interessanter Bericht. Vielen Dank dafür.
Bin schon sehr neugierig wie´s weitergeht.

hrlemgo am 04 Aug 2016 16:00:06

Das klingt alles so, als ob wir dringend auch mal hin müssen! In Murmansk waren wir schon und ihr werdet sehen, Grillen könnt ihr auch in der Stadt. Viel Spaß noch!
Liebe Grüße
Thomas
vollzeitreisen.de

PAPLE am 04 Aug 2016 21:20:30

spasibo...
interessanter Bericht, der wieder neugierig auf "unbekannte Galaxien" macht.
Gruß
Peter

Concordino am 04 Aug 2016 21:26:43

Hallo,
da sag ich doch einfach mal ??????? für den tollen Reisebericht - obwohl das ganze Prozedere mit den Grenzübertritten so gar nichts für mich wäre.
Viele Grüße aus Berlin.

Flatus am 04 Aug 2016 22:10:05

Toller Bericht - gefällt mir.

Wir hatten auf unserer Weissrussland-Reise eindeutig schöneres Wetter. :razz:


Das Schloss Mir bei Sonnenschein...

Gruss Flatus
.

jokerFG am 05 Aug 2016 11:53:17

Donnerstag, 14. Juli 2016, 21:21 OEZ
Zelenogradskiy rayon, Oblast Kaliningrad, Russland • 15°C Rain Showers

Morgens alles fertig gemacht, frisch versorgt und alles leer, ging es in Richtung russische Grenze. Na ihr wisst schon was einem
schnell mal so durch den Kopf ging…
Über die A5 von Kaunas zur 7 Richtung Kybatai (Kybartu - jede Karte/Atlas/OSM oder Garmin schreibt es anders), der Grenzübergang ist unsere erste Etappe. In Kybertai angekommen, zeigte ein Schild Richtung Grenze über einen Parkplatz. Also dort
hingefahren und da standen wir erst mal. Und nun? Zwei Lkw und zwei Pkw standen auf dem riesigen Platz. Was soll man hier tun???
Ratlos gingen wir von einem Gebäude zum anderen. Entweder zu oder wir landeten auf Toilette oder Dusche. Also auf zum
Schrankenwärter, der klärte uns kurz in englisch auf, einfach nur warten, bis das Kfz-Zeichen auf einem Display erscheint und dann
Parkplatz verlassen. Ah ja, wieder was Neues.
Rein ins Auto und warten. Die Anzeige zeigte die Nummer des nebenstehenden LKW an, aber das schien ihn nicht weiter anzuheben.
Zwei Minuten später zeigte die Anzeige unsere Nummer. Und los gings… der Grenze entgegen. Die Amtsperson nahm die Pässe,
einmal gucken, Kfz-Schein und weg war er. Fünf Minuten später alles übergeben, grünes Licht und raus aus Litauen. Der russische
Beamte begrüßte uns, zwei Finger hoch von ihm, ein Nicken von mir und weiter gings. Auf die rote Spur, wir müssen ja das Auto
“verzollen”, und Stopp. Erst der Fahrer mit Kfz-Schein zur Passkontrolle, zwei Pässe mit einmal ging ja nicht. In die Augen gucken,
fertig. Mit Frauchen das selbe Spiel. Ich sollte schon zum Auto und alle Klappen aufmachen, Ah, Woda - ah, Gaz - ah, Elektrika. Dann
rein ins Fahrzeug, Schuhe abgeputzt und alles inspiziert, nein, man wollte bloß mal sehen wie es innen aussieht und was der
Innenraum so alles beherbergt. Jetzt noch Zollerklärung ausfüllen, die Kreuze machte der Zöllner gleich selbst und war erstaunt
über unsere alte deutsche Erklärung. Schnell doppelt ausgefüllt und abgegeben. Und wird es wieder passieren? Nö, man hörte nur
eine kurze Diskussion, dann knallten die Stempel. Noch eine kurze russische Erklärung, die wir nicht verstanden haben und wir
durften fahren. Sage und schreibe hat das ganze mal 20 Minuten gedauert. Hatte ich gestern geschrieben “Weltrekord” was war das
dann heute????? Wir beide schauten uns an, konnten es selber kaum glauben. Was stand da immer im Internet von Wartezeiten bis
zum geht nicht mehr.
Nach zwei Kilometern sehen wir beide uns an, he wir sind in Russland!
Als nächstes stand Krasnosamenzk auf dem Plan. Hier wollte ich das Museum von Sergej Petrowitsch besuchen. Er sammelt alles aus
der ehemaligen ostpreußischen Zeit. Ich hatte noch alte Messtischkarten aus der Zeit und einen Dorfplan von Bärenfang wo die
Häuser mit Namen verzeichnet waren (den Ort gibt es seit 1976 nicht mehr).
Bis dahin fuhren wir schöne Alleestraßen und kleine Dörfer tauchten manchmal aus dem Nichts auf. Hier hat Herr Putin noch eine
Menge zu tun. Oft sah es hier aus wie zu tiefsten DDR Zeiten, manchmal noch schlimmer. Aber auch hier traf man auf Ehrungen der
Roten Armee.





Dann erreichten wir Krasnosamensk. Von einem Museum war nichts zu sehen. Also Name auf einen Zettel geschrieben und Leute
gefragt. Hände zeigten nach da und da. Ich ging nach da und da. Natürlich nichts. Eine Frau angesprochen und dann gings los.
Russisch nur ein Achtel verstanden, sie mich gar nicht. Dann fing sie an zu telefonieren, immer fielen nur die Worte Museum, Mensch
aus Deutschland. Dann schleppte sie mich zu einer Frau, Ludmilla, die sprach ein wenig deutsch und erklärte mir wie es mit dem
Museum weitergegangen ist. Ich sollte zu Irena die macht das jetzt in der alten Schule. Die gute Frau war aber gerade nicht da. Meine
Helferin terrorisierte wieder ihr Handy und nach kurzer Zeit war Irena anwesend. Hier scheint jeder jeden zu kennen und der eine
hilft dem anderen. Ich war am Ziel!
Ihr alles gezeigt und erklärt, sie konnte es nicht fassen, das einer einfach so aus Deutschland kommt und Sachen für das Museum
abgibt.
Nachdem ich meine Aufgaben erfüllt hatte ging es weiter Richtung Insterburg. Hier wurde dem Schloss, na ja, ein Besuch abgestattet
und ein kleines Schätzlein mitgenommen.







Das einzige was halbwegs in Ordnung war, waren die beiden Sachen…





Nun aber Übernachtung suchen. Das Hotel Baltika wollten wir nicht aufsuchen, obwohl wir ein Voucher vom russischen Karavanclub
hatten. Wir wollten lieber Familie Tissen in Cholmy aufsuchen. Adresse gefunden und nun standen wir davor. Und nun? Alles zu,
keine Klingel, was tun? Im Internet versucht die Webseite zu finden, klar wenn man mal was dringend braucht… nicht zu finden. Jetzt
doch Baltika, der ganze Umleitungskram und Stau? Nö! Kein Weg führte zum Ziel um die Telefonnummer heraus zu bekommen. War
dann auch egal, denn das Tor ging auf und Valerij schaute uns erstaunt an. Klar, Übernachtung kein Problem, was braucht ihr, Strom,
Wasser ist dort. Und schon war unser Stellplatz gesichert. Er müsse noch mal fort, vielleicht sieht man sich später. Gesehen haben
wir ihn heute leider nicht mehr, dafür eine Menge Regen. Dieser darf uns jetzt in den Schlaf trommeln.

jokerFG am 07 Aug 2016 16:59:29

Freitag, 15. Juli 2016, 21:27 OESZ
P?vilosta MARINA, Lettland • 16°C Mostly Sunny

Früh am Morgen schien die Sonne in das Womo herein. Aber eh wir zur Abfahrt fertig waren, fing es wieder an zu regnen. So
wechselte sich das den ganzen Tag ab. Nach einem kleinen Schwatz mit Valerij über dies und das, dann verabschiedeten wir uns und
es ging in Richtung Kurische Nehrung. Hier zeigte sich wie Wind und Wetter gewütet hatte. Eine Menge Äste und Blätter lagen auf
der Straße, sogar umgestürzte Bäume. Diese waren aber schon in kleine Stücke zersägt worden. Das alles hielt uns nicht auf, bis auf
ein Stoppschild mit Schranke. Hier durften wir 450 Rubel berappen, nur für die Fahrt auf der Nehrung bis zur Grenze. Aber wenn
man sieht was für die Touristen gemacht wird, ist das ok. Als erstes, bei Kilometer 37 wollten wir den tanzenden Wald besuchen. Er
tat es auch, im noch straffen Wind, wand er sich um seine Achse und das im Takt.



Und die ganz Entzückten, drehten Pirouetten…



An solchen Plätzen sind natürlich auch die Souvenierverkäufer anwesend. Was nimmt man hier mit? Na klar, man ist doch im
Bernsteinrevier.
Hier oben soll doch noch ein Teil der Sahara sein? Na klar die Sanddünen. Bei Kilometer 42 kann man diese offiziell erklimmen. An
zwei Aussichtspunkten kann man das Wunder betrachten.





Weiter gings in Richtung Grenze. Es lief alles ab wie normal, nur das diesmal gleich auf Fiat getippt wurde. Der Zoll schaute diesmal
genauer, doch danach waren wir ruckzuck durch. Die Litauer hatten genug Zeit, ehe wir rein durften. Doch dann ging alles recht
schnell. Warum der litauische Grenzbeamte wieder laufend grinste, können wir uns beim besten Willen nicht erklären. Schnell noch
den Nationalpark der litauischen Seite mit 30 € unterstützt (ist saisonabhängig, 15, 20 oder 30 € sind für Womos fällig).
Danach fährt man wie an der Ostseeküste in Deutschland. Alles fein hergerichtet und auf Touristen ausgelegt. Hier trifft man auch
wieder auf deutsch sprechende Leute .
Um nach Klaipeda zu kommen, muss man die Fähre nehmen. Wir wurden schnell durchgewunken, damit die Fähre rammelvoll ist
und ablegen kann. Wir hatten was von 35 € gelesen, aber keiner wollte die haben. Auch gut!
Danach machten wir uns auf in Richtung Lettland. Nach der Grenze gab es auf einmal keine Dörfer mehr? An Hand der
Bushaltestellen wussten wir dann, das dahinter im Wald, Dörfer oder kleine Städte zu finden sind. Nun wurde es aber auch langsam
Zeit, einen Stellplatz zu finden. Der erste CP war sinnlos zugestellt, viele kleinere existierten gar nicht mehr. Aber einen Platz haben
wir doch noch gefunden. Direkt an der Ostsee auf der Hafeneinfahrt in Pävilosta, bei der Marina.



Und hier noch was Seltenes. Als ich fertig war mit Bericht schreiben, war ich noch mal draußen eine rauchen und was sehe ich da. Sehr hohe Wolken, die noch von der längst untergegangenen Sonne beschienen werden. Leider konnte ich die DSLR nicht benutzen, da Frauchen darauf schlief, also unterm im Bett.
Schade! Es gibt glaube auch einen Spezialausdruck dafür. Ist das erste Mal das ich so was zu sehen bekam.



Dann aber ab ins Bett :-)

JoFoe am 07 Aug 2016 20:36:58

Hallo,
Sehr interessanter Bericht. Vielen Dank dafür und du hast uns vieles näher gebracht .
Tolle Bilder und ein schmunzeln das ein oder andere mal. :ja:

jokerFG am 07 Aug 2016 21:29:52

Danke! Ich werde mich weiter bemühen.... :ja:

Ungar am 08 Aug 2016 11:16:31

Wirklich ein sehr interessanter und sehr guter Bericht,denn Du Hast uns aus dem Herzen gesprochen,weil wir vieles kennen,wovon Du erzählt hast.So waren wir von Ende April bis Anfang Juni in Schweden,Estland,Lettland,Litauen und Polen.Ab 20. August fahren wir für 3-4 Wochen in die Ukraine und zwar nach Grigoriwka zum Kuren.Nun zu meinem Problem :Wie hast Du das mit den Visa gemacht ? Diese Agenturen,die so etwas anbieten, sind mir auch einfach zu teuer.Ich würde mich freuen,wenn Du mir dazu einen Rat geben könntest.
Mit vielen Grüßen Günter !!!!!

jokerFG am 08 Aug 2016 11:59:47

Hallo Günter,
erst ein Mal, Willkommen im Forum!
Ich weiß nicht ob ich es richtig verstanden habe, aber für die Ukraine brauchst du kein Visa. Für BY und RUS ja.
Am wichtigsten sind die Einladungen, ohne denen geht gar nichts. Ich habe Kontakt mit den entsprechenden Caravan - Kemper Foren in BY und RUS Kontakt aufgenommen. Entweder mal leise angefragt oder gleich mit der Tür ins Haus gefallen. Hat auch immer geklappt. Wenn die Einladungen mal da waren, geht es weiter über die Botschaft mit den entsprechenden Konsularen. Für BY ist Berlin oder München zuständig. Anmeldeformular ausfüllen, Passbilder und Einladung und natürlich den Pass mit einer Kopie des Kontoauszuges, dass du den Betrag für die Ausstellung eines Visas gemacht hast, eintüten und hinschicken. Natürlich einen an dich adressierten Rückumschlag noch mit dazu. Nach ca. 14 Tagen, wenn alles in Ordnung ist, sind deine Pässe wieder da. Bei den Russen ist es so ähnlich. Nur läuft das über VHS (russische Visazentrum in Berlin, Hamburg, Leipzig, Franfurt/M, München oder Bonn). Hier muss man bloss aufpassen, keine Fehler beim Ausfüllen zu machen. Jede Korrekur wird mit 5 € bestraft. Kann man auch per Post schicken oder man spricht bei beiden Konsulaten persönlich vor. Aber vorher Termin geben lassen!.
Das mal auf die Schnelle...

jokerFG am 09 Aug 2016 09:53:24

Hier noch ein kleiner Nachtrag an Bildern zum Freitag, 15. Juli 2016

Grenzübergang Morskoe - Nida, er ist zwar klein, aber trotzdem oft frequentiert. Nach unseren Erfahrungen her ging es hier ruck zuck und sehr freundlich zu.
Kaum am Schlagbaum angekommen, kurze Anweisung, bis zu meinem Fuß!



Dann durch das Geschlängel von Videokameras zum nächsten Stoppschild. Kurzes gucken und warten, wir wußten, wir bzw. ich muss zum Zoll. Wir hatten aber noch einige vor uns. Ach wo, freundliche Aufforderung, da lang...





Zollzettel abgegeben und kurz gewartet.... Ich wollte meine abgestempelte Zollerklärung wieder haben. Zumindest war es in Belarus so. Nö, kurzes Kopfschütteln vom Beamten und wieder ins Fahrzeug und zum nächsten Stoppstreifen. Natürlich vorher kurz alle Klappen auf und kurzer Blick hinen.
Was macht der da vorn? Der ist aber genau! Also nochmal Fahrzeugkontrolle an der Passkontrolle...



Vorrücken zur Passkontrolle. Erst der Fahrer bitte!



Aber bitte, die Fahrzeugpapiere nicht vergessen!



Kurzer Informationsaustausch mit der Beamtin im Häusel, dann das bekannte Spiel, was ist das für ein Fahrzeug?



Das Fahrzeug ist ein FIAT! Der Aufbau ist von der Firma Bürstner, alles klar?



Das hatte man auf einmal schnell begriffen und schon durfte man der Beamtin tief in die Augen gucken....



Danach ging alles turbomäßig. Die paar Meterchen zur litauischen Grenze waren schnell überwunden. Aber die Grenzer auf dieser Seite hatten Zeit...



Irgendwann war es so weit. In die EU-Spur eingefädelt und am Schild gestoppt. Die Beamtin kam.... und wo guckt sie hin!!!



Kurz noch löhnen (Naturabgabe an die Letten) dafür aber die Fähre eingespart, man wollte sie voll bekommen und ablegen!



Hier noch ein paar Impressionen vom Stellplatz der Marina. Hatte vergessen die Dashcam auszuschalten...







Diesen Abschnitt des Grenzübergangs wollte ich euch nicht vorenthalten :)

Ungar am 09 Aug 2016 10:10:41

Hallo Joker,herzlichen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage.Da ja doch alles einige Zeit dauern wird,
werde ich mal RU und BY für das nächste Jahr ins Auge fassen.Allerdings habe ich noch eine Schwierigkeit ,denn wir leben
in Ungarn am Balaton.Aber auch hier gibt es ja Botschaften und Konsulate.Aber das ist dann mein Problem !
Gruß Günter !!!! :juggle: :juggle:

jokerFG am 09 Aug 2016 14:38:16

Günter...
Visabeantragung für Russland gibt es hier --> Link
Visa für BY kostet für ungarische, slowenische, tschechische Staatsbürger 60 €, zu beantragen nur in Budapest oder halt hinschicken (Agordi ot 3/B , 1126 Budapest, Hungary)

jokerFG am 10 Aug 2016 11:52:11

Samstag, 16. Juli 2016, 00:09 OESZ
86002, Häädemeeste, Pärnumaa, Estland • 16°C Cloudy


Von der Marina losgefahren und kurz nach der Brücke am alten Kutter einen kleinen Schatz gehoben. Natürlich das Teil vergessen zu
fotografieren.
Weiter ging es durch die lettische Landschaft. Wiesen und Massen von Störchen wechselten sich ab.



Dann wechselte die Natur und man wurde an vielen Stellen nach Norwegen versetzt. Wälder wechselten sich mit sumpfigen Wiesen
ab, es fehlte nur noch das Wollgras. Unser nächstes Ziel war Kuldiga. Hier wurden die Vorräte kurz aufgefüllt und wir wunderten uns schon warum hier alle Häuser geflaggt waren. Irgend ein Fest fand hier statt, wovon wir keine Ahnung hatten.


Irgendwie gehen hier alle um die selbe Zeit einkaufe. Notparkplatz auf dem Fußweg...


....runter mussten wir auch wieder, quer über den Weg und rechts rum :-)

An Massen von wild parkenden Autos schlängelten wir uns vorbei und erreichten Venta, dass ist der Fluss, an dem man das längste Wehr per Fuß
überqueren kann.



Seht ihr die kleine Gestalt in der Mitte
Aber auch eine kleine Ausstellung aus vergangenen Zeiten war hier zu finden.



Nachdem wir Kuldiga hinter uns gelassen haben, ging es quer durchs Land bis nach Upesgriva. Hier erreichten wir wieder die Ostsee.
Kleine Seebäder und Kiefernwälder, durch die man die ruhige Ostsee sieht, wechselten sich ab. Auf der P121 wollten wir Riga einen
kurzen Besuch abstatten um dann die estländische Grenze zu erreichen.
Natürlich bogen wir nebenbei auch mal von den normalen Wegen ab, da irgendwo lag ein Schatz und außerdem wollten wir uns diese Wege wieder in Erinnerung rufen. Man weiß nicht was demnächst so kommt..... :D



Die Buchstaben waren nicht zu übersehen und man wusste nun wo man ist.



Über die Daugava erreichten wir das Zentrum. Hier zeigte sich eine schöne Stadtansicht





Dann schickte uns das Navi quer durch die Stadt, obwohl es viel einfacher gewesen wäre. Doch den Ausgang haben wir trotzdem
gefunden. Auf holprigen Straßen ging es der estländischen Grenze entgegen. Kurz vor der Grenze endlich eine Erholung für das
Womo, spiegelglatte neue Straßen. Auf dem Weg dahin tauchten eine Menge von Zeltplätzen auf, die nirgends verzeichnet sind.
Nach dem Grenzübertritt bogen wir von der A1 ab zur Ostsee. Zwischen Majaka und Kabli steuerten wir den Minicamping an. Für 12
€ ist hier alles dabei, sogar WiFi und 200m weiter ist die Ostsee

Aber erst einmal den Platz anfahren...



Kurze Einweisung, natürlich in deutsch.....



dann ab zum Meer. Zeitpunkt war gut gewählt :ja:



Nachdem wir uns ein warmes Abendbrot gegönnt haben unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang und bei unserer Rücker wurden wir freudig empfangen....





Wenn man den Trick raus hat, macht sogar ein Handy passable Fotos ;-) Jetzt aber ab ins Bett!

jokerFG am 10 Aug 2016 16:32:55

Sonntag, 17. Juli 2016, 18:35 OESZ
40110, Vaivara, Ida-Virumaa, Estland • 22°C Mostly Sunny


Was für eine Schleuse ist denn heute früh aufgegangen? Nein, nicht der Regen, der kam später. Womos über Womos! Sonst kam uns
vereinzelt mal eins entgegen und heute, Massen! Aller fünf Kilometer eins und dann ab und zu im Rudel und alles aus Richtung Tallin,
wo wir erst hin wollten. Sehr eigenartig….
Als erstes wurde ein kleiner Schatz gleich in der Nähe gehoben. Danach ging es weiter auf kleinen Landstraßen und dann auf die E 4.
Halt, hab ich mich versehen? Waren da nicht früher Hirsche? Nein, es war ein…



… Elch, aber leider nur auf dem Schild. Man wird also darauf hingewiesen das man sich langsam dem Norden nähert.
Noch eins fiel auf, hier gab es nur gute Straßen. Nichts scherbelte oder klapperte im Auto. Na ja, das wird wohl auf den nächsten
zweitausend Kilometern anders werden.
Langsam erreichten wir Tallin. Rund um den Stadtkern ist alles neu und modern. Die Festung und die Kathedrale sind so
das einzige ältere, was wir gesehen haben. Die Kathedrale wird gerade auf der einen Seite renoviert, aber zum knipsen reicht es.



Gleich gegenüber das Rathaus....



Und hier noch ein paar Ausschnitte von der Festung











Nachdem wir die Innenstadt verlassen haben ging es in Richtung Narva. Morgen soll Russland Teil 2 in Angriff genommen werden.
Ihr wisst schon….
Kurz vor Narva wollten wir einen CP aufsuchen, um alles frisch an Bord zu haben. Nebenbei besuchten wir eine alte Post im
Gebüsch.





Auch ein ehemaliges Hospital kreuzte unseren Weg.





Der CP war ausgemacht und ins Navi eingegeben, nur der Fahrer hatte seinen eigenen Kopf und ist somit erst einmal falsch
gefahren. Den richtigen Weg eingeschlagen und kurz vor dem Ziel kamen Zweifel auf, ob da überhaupt noch ein Plätzchen für uns
frei ist? Aber, seit Tallin haben wir kein einziges Womo mehr gesehen!
So erreichten wir unser Ziel, und keiner weiter da. Der Platz selber ist genial. Eigenes Schwimmbad, wirklich, ein Schwimmbad für
uns alleine. Dusche und WC, warmes Wasser sogar draußen und das alles für 15 €.
Das Hotel selbst und die restliche Anlage hat bestimmt schon bessere Zeiten gesehen.



Hier konnten wir in Ruhe entspannen.... und das wirklich alleine!







Ach und noch eins, morgen hängen wir noch eine zusätzliche Stunde hinterher. Mal sehen wie es morgen so läuft, also ab ins Bett für heute.

jokerFG am 14 Aug 2016 01:41:39

Entschuldigung, wenn es hier etwas schleppend vorwärts geht, aber ich muss die 300 Stunden Video noch nebenbei noch durchgehen, um die interessanten Szenenen zu extrahieren... ,was so nebenbei passiert ist....
Schon mal vorab, hat jemand Ambitionen nach Weißrussland zu fahren und das visafrei?
Ich werde dazu einen neues Thema aufmachen... Treffen von europäischen Wohnmobilen ( Klubs, Foren, Vereinigungen) bei Minsk... Mit dabei sind die Balten, Russen, Polen, Ukrainer, aber deutsche noch nie...
Denkt mal darüber nach....

werzi am 14 Aug 2016 09:14:58

Hallo joker

Ein wirklich toller Bericht über eine nicht alltägliche Reise. Zeigt sie doch den Zweiflern und Unentschlossenen dass so etwas durchaus möglich ist. Werde das für 2017 auf meine Liste der möglichen Ziele aufnehmen.
Ein dickes Dankeschön für den Bericht und die unbezahlbaren Tipp's aus erster Hand.

Werner

jokerFG am 17 Aug 2016 18:58:10

Montag, 18. Juli 2016, 20:29 OESZ
Peaalajaama, Narva, Ida-Virumaa, Estland • 18°C Mostly Cloudy

Heute soll es nun das zweite Mal nach Russland gehen, mit dem Ziel Murmansk. Womo schick gemacht, ich meine hiermit V/E und ab
nach Narva. Hier schon den Border Point ausgemacht, aber erst mal in die Stadt. Wasser, Bier und Essen bunkern.
Zurück zum Abzweig Point und auf den Parkplatz gefahren, das war so gegen halb zwölf.



Man beachte die nette Aufforderung, wie lange man hier parken darf

Langsam vorgerückt und hier stehen wir immer noch. Unsere Autonummer will nicht auf der Anzeige erscheinen. Jetzt ist es 19:35 Uhr!



Andere stehen auch mit uns, sind zur selben Zeit gekommen, andere wiederum sind schon lange weg. Verdammt!


Hier die Chinesen, kamen und waren schon weiter...

Jetzt mal schnell zum Häusel geschritten und gefragt ob sie unser Auto vergessen haben. Antwort: vorher registrieren über Internet.
Das wusste ich, wenn man schneller rüber will. So wie es klang muss man es jetzt immer. Scheibenkleister!
Schnell zum anderen Häusel und der gute Mann erklärte, dass man sich jetzt immer über das Internet anmelden muss. Da wir nun
schon so lange gestanden haben, machte er eine Ausnahme und setzte uns auf die Prioritätenliste. Das heißt, wir können mit einer
Abfahrt zwischen 20 und 21 Uhr rechnen. Ist aber nicht bindend. Na wenigstens was. Einen komischen Nummernzettel bekommen und 4,50 € bezahlt. Ansonsten wären wir früh gegen acht vielleicht…...



Bin gespannt, wann wir hier raus können….

Es eilen wieder einige zu dem Häuschen....... ich glaube es nicht, unsere Autonummer erscheint!!! Kurzer Blick auf die Uhr, es ist kurz nach 23:00 Uhr. Tolle Wurst. Einen Haufen Zeit verschenkt!
Murmansk und Rentier-TV in Gefahr???? Das müssen wir dann später noch checken. Kommt auch auf die Straßenzustände an, die da hochführen, aber wir sind doch optimistisch eingestellt :ja:
Schnell zu dem Häuschen geeilt, Fahrzeugpapiere gezeigt und einen zweiten Nummernzettel bekommen. Nun aber schnell raus aus dem Wartepoint!
Links raus und auf einen riesen Kreisel, dann nochmal quer durch die Stadt und schon standen wir vor dem estnischen Schlagbaum, alleine!



Passkontrolle, Fahrzeugpapiere zeigen, kurzer Blick ins Womo, dann verschwand der gute Mann in seinem Gebäude. Klack, klack da waren die Stempel drin und mit einer lässigen Geste wurden wir zur Weiterfahrt aufgefordert.



Muss da nicht noch was kommen? Zoll und so? Langsam weiter gerollt. Kein weißer Strich auf der Straße, kein Stoppschild... Aha doch eine Schranke, aber was ist das? Sie geht einfach auf!



Nun aber schnell auf die Brücke, da drüben ist das ersehnte Land. Mal sehen wie es diesmal abläuft. Zwei positive Erfahrungen mit den entsprechenden Grenzübergängen in Belarus und dem Oblast Kaliningrad hatten wir schon gemacht, freundliche und hilfsbereite Grenzer :ja: :ja: :ja: !
Drei PKW's und neben uns zwei LKW's stehen bei der Vorkontrolle. Frauchen meinte, so ein Mist, schade das man hier nicht fotografieren darf. Meine Antwort darauf, die haben uns lang genug warten lassen, jetzt erst recht! Natürlich verbotenerweise über dem Grenzfluss Narva auf der Brücke zwei Bilder von den Festungen gemacht.



Hier die estnische Seite…



.... hier die russische Seite.

Schnell heimlich ins Auto gehuscht, denn wir waren schon dran. Alles im grünen Bereich, ist ja bissel dunkel ;D Rangerollt an die Vorkontrolle...



Frauchen meinte, kannst du lesen und wies nach links oben. Klar kann ich und grinste, aber noch sind wir nicht durch. Da vorn wird es erst spannend.



Kaum angekommen, kam ein junger Beamter auf uns zu. Kurzer Blick in unsere Pässe, ob auch die Visa vorhanden sind. "??????, ?????????"
Fanden wir auch! Dann fragte er uns, ob wir schon die Migrationskarten ausgefüllt hätten. Hä, wo sollten wir die denn vorher schon her haben?
Kein Problem, er holt welche...



Im Womo schnell ausgefüllt, wir hatten ja dafür unsere Vorlagen. Fertig! Halt, die Zollerklärungen könnte man doch auch gleich noch ausfüllen. Den jungen Beamten gesucht und erklärt was wir wollen. Der schleppte mich zu seinem Vorgesetzten, sprach kurz mit ihm und schon bekamen wir zwei Formulare, und das in deutsch!
Wau, hier sind sie wirklich international! Wäre auch in russisch gegangen, wie gesagt wir hatten alle Vorlagen als ausgefüllte Muster mit. Also schnell ins Womo und die zwei Erklärungen ausgefüllt. Dann sollte es zur Passkontrolle gehen... eine freundliche Beamtin fing uns ab und kontrollierte schnell die Migrationskarten. Natürlich hatten wir die Reisezwischenziele vergessen. Kurz korrigiert, Beamtin hat noch einen Blick drauf geworfen und genickt. Aber jetzt, Passkontrolle. Erst der Fahrer mit den Fahrzeugpapieren, kurzer Blick in die Augen, Klack - Stempel.
Dann der Passagier, der ist hier eigentlich nur Nebensache :), aber das kannten wir schon.



Einmal vorrücken bitte.... hier durften wir alle Klappen innen wie außen aufmachen, bissel gucken und staunen. Ich stellte mich vor unseren Rückspiegel, damit man das blaue und rot blinkende Lichtlein der Dashcam nicht so sieht. Aber der Fahrerraum war für die Damen nicht interessant. Dann durfte ich noch einen Zettel unterschreiben, der das Fahrzeug betraf. Was ich genau unterschrieben habe weiß ich nicht, die kontollierende Zöllnerin war jedenfalls zu frieden.



Als alle zufrieden waren hieß es auf zur letzten Schranke und erst mal Stopp.



Dienstag, 19. Juli 2016, 03:21 GMT+3
59.8604° N, 30.0466° E

Neuer Tag neues Glück...Zollkontrolle - temporäre Einfuhr von Gütern
Hier brauch sich bloß der Fahrer ans Fenster stellen, da er das Fahrzeug temporär nach Russland einführt. Dazu braucht man dann die beiden Zollerklärungen.
Um den Bürstnereintrag im Kfz-Schein zu entschärfen, hatten wir im Vorfeld einen Zettel fertig gemacht, in dem in deutsch und russisch drauf stand FIAT - Modell Bürstner. Den wollte sie gar nicht haben :( Die gute Frau war aber eine ganz genaue. Als erstes wies sie mich darauf hin das heute der 19. Juli ist, ich zeigte nach hinten und meinte, da wo ich ausgefüllt habe war noch der 18. Juli. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.
Dann sollte ich noch den Wert des Womo's eintragen. Brauchten wir bis jetzt noch nie. Schnell mal 75.000 € eingetragen, die Augenbrauen der Frau gingen nach oben. Da wo ich ein Nein angekreuzt hatte machte sie noch Strich an die leeren Stellen, schüttelte ein wenig den Kopf und dann kams.
Vollmacht!
Ich gab ihr meinen Mietvertrag, den schob sie beiseite und sprach "Vollmacht"!!! Leichte Hitze stieg mir den Rücken hoch, die Nackenhaare stellten sich auf...

Laut Auswärtigen Amt der BRD steht dazu auch was, wer ein Fahrzeug einführt, was ihm nicht gehört, muss der Besitzer mit Fahrzeug sein oder es muss eine notariell beglaubigte Vollmacht mit Apostille vorliegen. Bei der Vorplanung war ich schon mal beim Notar und hab gefragt wie so was abläuft... Ich habs vergessen, war aufwendig und teuer und kann nur vom Besitzer gemacht werden, also der Vermieter. Was tut man in dem Fall, man kramt im Internet und informiert sich, ob es Umwege gibt. Ja, gibt es. Vom ACE gibt es ein Formular mit Stempel. Sieht so schön offiziell aus. Diese Vollmacht noch ein wenig verbessert (mehrere Sprachen dazu gemacht, unter anderem auch Russisch) und vom Vermieter abstempeln lassen.
Nun kommt es drauf an! Ihr diese Vollmacht gereicht, sie nahm sie entgegen und hämmerte die Angaben in den Computer, einen kleinen Stempel drauf. Dann machte es klack, klack im Pass und schon bekam ich meinen Kram allsamt zurück. Geschafft?
Jaaaa, sie zeigte auf die Ampel und deutete mir an, meinen Motor an zumachen und durch zufahren! Und wirklich, die Schranke ging auf!



Wie gehabt, kam noch der Nachposten. Nebenbei das Navi gefüttert, welches nochmal eine Stunde auf die Ankunftszeit draufsetzte, jetzt 04:15 Uhr.
Kurze Kontrolle der Pässe und ein flüchtiger Blick ins Womo, und wir waren durch.



Erstmal kurzer Jubel, dann die Frage was machen wir nun? Es sind ca. 140 km bis nach Sankt Petersburg.... Egal, der Tag war eh schon verkorkst, also lass uns die paar Kilometerchen unter die Räder nehmen. Schlafen wir halt ein wenig länger. Na ja, die Copilotin tat es dann schon nach zehn Minuten. Da mich sowas nicht stört schauckelte ich Frauchen sicher durch die Gegend.

An der ersten großen Kreuzung stand dann schon mal die Polizei.



Vor lauter gucken und staunen, sind die gar nicht zum Anhalten gekommen. An der Stelle sei gesagt, wir hatten nie eine Kontrolle oder sind sonst irgendwie angehalten worden.

Langsam wurde es früh, aber die Helligkeit war auf der falschen Seite. Hier kamen die weißen Nächte noch zum Vorschein.



Wir sind vorher vom Zubringer abgebogen und hinten herum gefahren. Es war zwar eine Abkürzung, doch die Straßen waren in keinem guten Zustand. Trotz des Rumpeln und Krachen hatte Frauchen einen geruhsamen Schlaf. Dann kam das Schild auf das ich schon die ganze Zeit gewartet hatte.



Nun war es nicht mehr weit bis zu meinem auserkorenen Stellplatz. Navi brachte uns genau dort hin wo ich hin wollte.





Eingeparkt, Pässe genommen und ab zum Wachmann. Der machte uns begreiflich, Strom dran und ab zum schlafen. “machen wir alles, wenn
hell…” guter Mann. Nun aber ab in die Waagerechte!

Bei den Zeiten auf der Dashcam muss man noch drei Stunden draufrechnen (zumindest hier). Sie nimmt die eingestellte Zeit von Deutschland und nicht die GPS - Zeit. Also nicht wundern über meine Zeitangaben und denen der Bilder...

jokerFG am 19 Aug 2016 15:30:49

Dienstag, 19. Juli 2016, 22:02 GMT+3
Portovaya ulitsa, Strelna, Sankt Petersburg, Russland • 20°C Mostly Sunny

Hier nun Teil zwei des heutigen Tages. Gegen 10:30 hiesiger Zeit aus der Koje gerollt, kurz geschüttelt und für fit erklärt. Heißes
Wasser für einen Kaffee, ein Zigarettchen und schon war die Welt wieder in Ordnung.
Es dauerte nicht lange und die Managerin Alionna erschien. Zwei Nächte für 2160 RUR, das sind ca. 35 €. Hier ist V/E und Strom mit
dabei. Im Kongresszentrum kann man von 9:00 - 23:00 Uhr die Duschen und Toiletten benutzen. Die sind aber vom Feinsten!
Massageduschen usw. Vielleicht hat es damit zu tun, das Putin seinen Sommerregierungssitz 100 m weiter hat?
Außerdem wurden wir hier wie alte Freunde empfangen. "Hallo Andreas, du von der Russischen Liga…. , das macht nochmal 20% Rabatt..."
Die Vorbereitung und Kontakte knüpfen im Vorfeld haben sich gelohnt! Heimlich bin ich ein bissel Stolz auf mich…
Nun auf in die Innenstadt von St. Petersburg. Und ja, mit dem Womo!
Nach zehn Minuten hat man sich an die Fahrweise der Russen gewöhnt und eingestellt.


Wenn es stoppt, egal da passt man durch.


Reindrängeln ist normal. Von der Cam sieht es gar nicht so knapp aus. Geht aber noch knapper!


Aber stets entschuldigt oder bedankt man sich mittels Warnblinkanlage...

Erstes Ziel Petershof, hier aber vorher Rubel fassen und eine Daten-Simkarte. Alionna hat uns gesagt was und wie, damit wir das nationale Rooming umgehen und bis Murmansk Empfang haben. Ich wiederhole mich, im MTC Laden, wie immer hilfsbereite Leute. 8 GB für 320 RUR, aktiviert und einsatzbereit….
Nun zum ersten Highlight…. Massen werden hier hergekarrt, alle Nationen vertreten. Bus hält, Massen raus… und wir mittendrin.
Parkplatz, was ist ein Parkplatz? Hintenrum geht immer, manchmal sogar besser!






Na gucke an, die treiben sich auch hier herum...

Weiter ging es zur Zarenresidenz Oranienbaum. Schon der Name machte uns an, da wir Oranienbaum in Deutschland sehr gut
kennen. Leider oder besser, wird überall renoviert.



Über die Insel Kotin über Kronstadt ging es in Richtung Innenstadt zum Panzerkreuzer Aurora. Hier führen großzügige Autobahnen über die Bucht. Ich schreibe extra Autobahnen, aber nicht zu vergleichen mit unserer StVO..... Traktoren, LKW auf der dritten Spur und natürlich auch das...


Regt sich aber keiner auf und die Polizei fährt gemütlich dran vorbei... ist halt so!

Aber auch private Abschnitte gibt es auf der Autobahn. Diese kann man zwar umgehen, landet aber meistens ganz wo anders, als man will. Also den direkten Weg genommen....


Schranke ging auf, bezahlen mussten wir aber nichts :-) Den Abschnitt werden wir uns noch einmal bei Nacht ansehen.... nächstes Jahr :ja: sieht richtig futuristisch aus :ja: :ja: :ja:



So nun noch schnell irgendwo in der Nähe einen Parkplatz finden..... wie gesagt, hinten herum klappt meistens :)



Alles abgeschlossen, weggepackt und ausser Sichtweite gelegt und auf gings auf Erkundungstour....


???????? ???? ?????? - Denkmal Peter der Erste


Blick auf die Newa und ihre Brücken


China-Segler von 1907


??????? ?????? mit den üblichen Statuen...


???????? ??????? ? ?????????? ??????????? ??????-???????? ????? - Denkmal für die Matrosen und Schöpfer der russischen Marine


Den wird wohl jeder kennen... ?????????? ?????? - Panzerkreuzer Aurora


Aber auch das gehört dazu, um die eigenen Finanzen aufzustocken

Von hier aus kommt man weiter zur Festung Peter und Paul.



Dann kam der Entschluss auf, lass uns nach Puschkin fahren von der Katherina das Schloss ansehen. Gesagt, getan und das im
Hauptverkehr quer durch St. Petersburg. Alles halb so schlimm, auch mit Womo! Leider haben wir etwas Zeit verloren und es war
schon zu. Aber es hat auch seine Vorteile, auf den Fotos fehlen die Menschenmassen....









Wenn schon in Puschkin, dann auch zu Puschkin...



Auf dem Rückweg gab es noch ein paar Schätzlein einzusammeln, außerdem wollten wir auch mal schnell bei Herrn Putin vorbei schauen :D War zwar nicht geplant, aber er hat uns nicht rausgeschmissen!


Voreinfahrt zur Sommerresidenz


Der Hausherr ist da, Flagge ist gehisst


Warten auf Frauchen im Innenbereich.

Dann ging es zurück zu unserem Stellplatz. Irgendwie ging die Fahrt schneller und nicht durch die Innenstadt. Navi hatte sich wohl anders entschlossen und wollte, das wir auch was anderes sehen.



Am Stellplatz angekommen, ging sofort die Schranke auf und wir durften passieren. Ob der Wachmann uns schon kannte? :)



Uns wurde ja angeboten hier im Restaurant zu essen. Keiner hatte Lust noch das Abendbrot zu bereiten, also ab und ausprobieren. Am Eingang wurde Bortsch angeboten.... endlich kann ich das mal probieren. Karte bekommen, ja natürlich in russisch. Mittlerweile kann ich die Wörter hintereinander lesen und ein paar entfallene Vokabeln kamen auch wieder. Hätte mit dem Kellner auch in englisch geklappt! Getränk bestellt, äh Bier, haben wir nicht! Wie nicht, steht doch in der Karte.... War aus! Bortsch bestellt und.... war leicht enttäuscht :( Wie Soljanka plus rote Beetegeschmack. Hab mir was anderes darunter vorgestellt. Wenn man die Zubereitung im TV gesehen hat, sah das anderes aus und lecker. Na gut, was soll man vom Pressezentrum des obersten Herrn erwarten... Das nächste Mal in einem kleinen Dorf probiere ich es noch einmal.
Dafür draußen den Landeplatz mal kurz abgelichtet.



Gleich dahinter findet man die Köngliche Familie auf Tour


??????? ????????

.......da war doch noch ein Platz frei.... hab ich jetzt eine Königin??? :ja:

Somit ging ein ereignisreicher Tag zu Ende und die Planung Murmansk stand an. Route festgelegt, diskutiert was wäre wenn… Der
Weg ist das Ziel. Alleine Grillen in Murmansk. Augen zu, morgen nehmen wir diesen Abschnitt in Angriff… und wurden noch einmal mit einem tollen Ausblick belohnt


volkermuenster am 19 Aug 2016 16:43:52

TOLL! Bitte schnell weitermachen!

Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder.
Man kann sovieles machen - nur Mut und los. Klappt schon irgendwie.

Gruß
Volker

Solofahrer am 19 Aug 2016 18:31:13

:daumen2: :daumen2: :daumen2:

Flatus am 19 Aug 2016 18:45:33

Toller Bericht - vielen Dank dafür. :klatschen:

Bis Narva haben wir es auch geschafft, aber rübergemacht haben wir damals nicht. Vielleicht im nächsten Sommer?

Gruss Flatus
.

Jonah am 20 Aug 2016 00:40:03

Super dein Bericht, habe auch mal vor einigen Monaten überlegt, wie man fahren könnte, um nach Tallin zu kommen incl. Russland. Klar, auch wegen der vielen neuen Ländericons für die Cacherei. :ja: Dann würde ich aber noch hoch nach Finnland und Norwegen wollen. Aber dein Bericht macht Mut, sich den Einreisebestimmungen zu stellen und den Aufwand zu wagen. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

jokerFG am 21 Aug 2016 15:19:54

Mittwoch, 20. Juli 2016, 21:54 GMT+3
185000, Petrozavodsk, Republik Karelien, Russland • 15°C Light Rain

Heute der Tag an dem es nicht allzu viel zu berichten gibt. Alionna brachte uns die vergessenen Campingkarten und unsere
Migarationsnachweise. Natürlich wollte sie noch ein Bild mit uns und dem Wimpel der Russischen Karavan Liga machen. Soll sie
haben.



Nachdem das Auto fit war ging es auf die Piste in Richtung Petrosavodsk.
Kurz auf der Autobahn gab es einen Stau, obwohl die Russen etwas chaotisch fahren, fädelt es sich hier bedeutend schneller ein als
in Deutschland.
Danach ging es auf der P 21 weiter gegen Norden. Meine Befürchtungen traten nicht ein! Ich dache an rumplige Straßen voller
Schlaglöcher… Nichts dergleichen, alles in bester Ordnung und fast alles neu.
Damit es nicht ganz so eintönig wurde, gab es auch ein paar Schätze unterwegs zu heben.



Nebenbei wurde der Verkehr auch immer weniger. Wir dachten oft, wir wären alleine auf den Weg in den Norden.



Doch ab und zu gab es auch was zur Abwechslung, nicht nur Wälder…






Die kommt aber nicht mehr vom Fleck....

Die Straßen wurden auf einmal breiter und ein großes Schild kündigte an wir sind in der Republik Karelien. Die Wälder lichten sich
und auch das Grün wurde grüner. Eigenartiger Eindruck…
Dann erreichten wir Petrosavodsk. Der erste Eindruck düster und grau. Das lag aber nicht am Wetter. Auch die Straßen hinterließen
schlagende Eindrücke. Doch mit einmal ging ein Vorhang auf und wir waren in einer anderen Welt. Neu und sauber, nur den Zustand
der Straßen hatte man vergessen…


Trotzdem getroffen..... das war aber nicht das einzige...



Unser Garmin fand auch die entsprechende Stelle, wo wir einen Stellplatz ermittelt hatten. Alles guckte uns komisch an. Camping? …
war die Frage und schon wurde telefoniert. Ich verstand so nebenbei Wohnmobil aus D, zwei Menschen, reden deutsch, Strom…. und
schon bekam ich das Handy in die Hand gedrückt. Hallo sie wollen übernachten, kein Problem, Problem ist Strom, Haverie….. Und
das alles in deutsch!


Navi sagt nach links...... upps


Das Tor wurde schnell zu gemacht..... aber dann doch auf...


bissel eigenartig, aber ein Stellplätzchen für uns (max. vier für Womo's)


Da lang bitte...


Ich bekomme meine Infos aus erster Hand

Kein Problem für uns, wir bleiben. Auto aufgebockt und ab in die Stadt, in den Park und an den Hafen. Dort gehen die
Tragflächenbote zur Museumsinsel Kischi. Aber auch zwei Schätze gab es da.



Zar Peter der Erste findet man in Russland wohl häufiger als das Standbild von Lenin. Je nördlicher man kommt, desto mehr spielt der Zar eine Rolle.



Kurz bevor wir zum Hafen los sind kam noch ein Taxi, worauf ich sagte, die bringen bestimmt den Elektriker….
Und wirklich, nach unserer Rückkehr sagte man uns Strom gibt es wieder, aber nur an einem Kasten. Bei 90m Kabel nun aber gar kein
Problem. Heute mal ein bissel zeitiger zu Bett, mal sehen was uns morgen so erwartet.

Hochwaelder am 21 Aug 2016 18:01:21

Hallo

Ich schon Sehne dem nächten Beitrag entgegen.
Hoffentlich vergeht die Zeit schnell bis dahin.
Danke für den Tollen Beitrag bisher.

jokerFG am 22 Aug 2016 22:28:35

Donnerstag, 21. Juli 2016, 22:58 GMT+3
67.0986° N, 32.1232° E

Heute stand Meter machen auf dem Plan. Die Straße zog sich ellenlang dahin. Schön das man ab und zu einen LKW überholen
konnte.





Übrigens sind hier 90 km/h erlaubt, fährt bloß keiner, also wir mitgeschwommen. Und als nichts mehr da war zum schwimmen, zogen
wir mit 115 durch die Gegend. Polizei war nirgends zu sehen und die Blitzer werden angekündigt, manchmal :) Da es von Petrosavodsk so um die
1000 km sind, sich rechts und links nicht viel änderte, wurde es etwas langweilig. Der abwechselnde Nieselregen tat sein übriges. Ab und zu saßen Leute
am Straßenrand und hielten ihre gesammelten Beeren und Pilze feil. Hier wusste man dann, irgendwo im Hinterland muss ein kleines Örtchen sein.
Auf einmal stand da was von Wasserfall. Lass uns hinfahren, 100 Kilometer haben wir doch schon geschafft...



Quer durch die Pampa nach Kiwasch, Eintritt bezahlt! Na gut, waren umgerechnet 1,50 € pro Person, was für die russische Wirtschaft getan.
Eigentlich hatten wir etwas anderes erwartet.... halt norwegenverwöhnt......
Wasserfällchen betrachtet, kurzer Plausch mit dem Popen und zurück auf den Highway.





Irgendwann war tanken war angesagt. Bis zur nächsten Tankstelle 65 km. Das geht... Ich hatte mir schon immer in Norwegen angewöhnt, wenn knapp
die Hälfte verbraten ist, nachtanken! Zu Hause fahre ich meist bis zum letzten Tropfen. In Skandinavien, zumindest oben im Norden, denkt man
von alleine ganz schnell um, wenn's denn mal arschknapp war.
Angekommen, alles zugesperrt und umwickelt. Mist! Und nun?



Wir haben ja Navitel mit russischer Karte. Die Tante hatte ich verbannt, da die Gute zu viel schwafelte. Diesmal war sie nützlich, keine sieben Kilometer weiter, im nächsten Ort gab es eine Tanke. Also ab in die Pampa...
An dieser Stelle sei gesagt, schade das man hier nicht kleine Videoclips hochladen kann (oder ich habs noch nicht gefunden - ich bin und will auch nicht zu youtube!) Die sagen in solchen Situationen manchmal mehr. Dafür gibts paar Bilder mehr :ja:
Eigentlich sollte es laut Karte ein größerer Ort sein. So sah es jedenfalls nicht aus.... vielleicht hängt das mit unserem westeuropäischen Denken
zusammen. Man beachte die gute Frau rechts, sie holt ihr benötigtes Wasser selber... nix mit Wasserhahn im Haus!



Irgendwie war ich langsam am zweifeln ob mein Navitel auch recht hat. Wo ist denn nun die Tankstelle? Ich bin zweimal daran vorbei gefahren. Erst als
wir Kinder mit Kanister gesehen haben, wussten wir, irgendwie sind wir richtig....



Na gucke, das sieht doch fast aus wie eine Säule, wo was rauskommen könnte....



Nicht vergessen, vorher bezahlen und genau wissen wieviel reinpasst! Lieber weniger nehmen, da das Zurückrechnen
immer mit Aufwand verbunden ist. Mir ist es mit der Zeit ziemlich gut gelungen.
Tankrüssel reingehalten, gedrückt und NICHTS!!! Wie nichts? Ich hab doch bezahlt!
Mir mal die Säule genauer betrachtet.... Bedienung wie vor Vorkriegszeiten.... erst Resetknopf drücken, erst dann gibt es Diesel. :D



Wieder zurück zur P 21, eigentlich R 21, durch den Ort, der sich Louchi mit Namen nennt. Hier noch einmal die besagte Wasserstelle...



....mit den entsprechenden Unterkünften dazu. Hier leben wirklich Leute drin. Kann man sich so nicht richtig vorstellen.



Schon eine Weile surrten die Reifen ihr Lied auf der Straße, Radioempfang ging hier gegen Null, auch setzte unser Wlan mit der MTS Karte
ab und zu aus. Aber wenn weit und breit nichts ist, warum Sendemasten hinstellen...
In unserem dahintrudeln hätten wir es doch fast verpasst. Ganz versteckt und einsam wurden wir aufmeksam gemacht einen
bestimmten Breitengrad zu überschreiten. Mal ein kleiner Höhepunkt.



Finnland und Norwegen kennen wir schon. Hier haben die Russen den Kommerz vergessen. Aber wieviele ausländische Touristen
kommen hier schon vorbei. So nebenbei, wieder kein Womo gesehen… :ja:

Nach 550 km kam ein kleiner Disput auf, Pampa stehen oder noch 150 km fahren. Ursache war, ich hatte für die Strecke keine
geeignete Stelle gefunden wo man übernachten könnte. Frauchen war es zur Zeit noch etwas unheimlich, irgendwo im riesigen Russland
alleine herumzustehen. Nebenbei hatte ich über Google was gefunden, aber der Ort war ungewiss und niemand wusste was uns dort erwartet...
30 Km vor dem "ungewissen Ort" (Kandalaschka) auf einmal das!



So was haben wir auf den ganzen Kilometer von Petrosavodsk nicht ein einziges Mal gesehen. Also abbiegen und gucken...



Wieder der krasse Unterschied im Straßenbelag....



... aber daran hatte sich unser Womo schon gewöhnt, vielleicht hat es sich auch auf diese Abwechslung gefreut? Jedenfalls
schnurrte es munter drauf los. Ja und wo jetzt hin, links oder rechts....



Wir nahmen links...



Von Zelten keine Spur, eher Datschen und Hütten. Doch Jubel, einer
kam auf uns zu, übernachten kein Problem. Wo, egal… er hat noch ein paar Äste und Steine beiseite geräumt und wir haben
eingeparkt. Kleiner niedlicher Ort ohne alles. Wirklich ohne alles, noch nicht einmal Rubel für die Übernachtung wollte man haben.



Man hat uns noch den See angepriesen und wir sollten Fische fangen…. heut nicht mehr!



Nun ist es weit über Mitternacht und Das über den Polarkreis sein zeigt sich hier.





Und unser persönlichen Bewacher zeigte sich von der liebevollen unterwürfigen Seite.
Genug getippt für heute… Morgen Murmansk?

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