Geplant hatten wir, im Juli 2016 die polnische Ostseeküste zu bereisen. Ein Freund sagte: "Wenn ihr schon mal da oben seid, dann müsst ihr unbedingt auch nach Kaschubien! Es wird euch gefallen." Weitere Strecken fahren wir gerne an Wochenenden, da die LKW fehlen. Also in einem Rutsch vom Sauerland bis zum Parsteiner See am Oderbruch. Dort auf dem großen Parkplatz übernachtet und am nächsten Tag bis Pobierowo an die polnische Küste. Ein kleiner Ort, in dem wir direkt am Ortseingang einen kleinen, sehr ruhigen Campingplatz fanden. Nach 5 Tagen ging es weiter bis Mielno. Der Campingplatz war schon eine andere Nummer. Groß und proppevoll, da die Polen im Juli und August Ferien haben. Am Strand Menschenmassen und da wir Hunde haben, konnte man nur sehr früh Morgens oder spät Abends laufen. Da kam uns der Tipp mit Kaschubien wieder in den Sinn und wir fuhren die ca 140 km bis Wdzydze Kiszewskie. Dort befindet sich das ethnografische Museum der Kaschuben. Bereits seit 1906 bewahren die Kaschuben dort ihre alte Kultur. Sehens- und empfehlenswert und ein Campingplatz direkt am See ist ganz in der Nähe. Die Sache hatte für mich nur einen Haken. Mein Hobby ist die Naturfotografie mit Schwerpunkt Avifauna(Vögel). Und damit war es dort absolut Mau. Morgens, Mittags und Abends Vögel verhört. Es waren keine da. Und da bekamen wir einen Tipp....Campingplatz "Landgut KALEX" zwischen Jamno und Parchowo ca 40 km nördlich und direkt am Zukowski-See. Der Tippgeber hatte zwar keine Ahnung von den Vogelarten, aber es gäbe jede Menge. Also gepackt und ab Richtung Jamno. Vorsicht!!! Nur und ausschließlich am Schild mit dem Campingzeichen und dem Hinweis KALEX abfahren. Sonst steckt man im Wald fest. Als wir ankamen wurden wir sofort eingewiesen und ich wollte den Mann mit Händen und Füßen was fragen. Er grinste und sagte: "ich heiße Franz Becker und bin Deutscher!" Herrlich! Wir drehten das WoMo noch mal, wegen dem Wind und einer schönen Aussicht auf den See, und wer sitzt ca 4 Meter neben uns auf dem Zaun? Der Eisvogel! Kurzes Gespräch mit Franz über mein Hobby und er sagt: "schau mal nach oben!" Über uns kreisten Seeadler. "Und da vorne am Waldrand stehen Kraniche!" Das konnte doch nicht war sein. War es aber! Die Tage dort haben wir genossen wie selten einen Urlaub zuvor. Franz und Jolanta, seine Frau, waren ständig bemüht, unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie organisierten Grillabende, Franz fuhr mit uns zwei mal mit seiner Pferdekutsche um den See oder mit seinem PKW nach Parchowo zum Einkauf usw...usw. Unsere Hunde konnten sich ständig frei bewegen und hatten Spaß mit den Ziegen oder an den Wildschweinen. Einfach perfekt. Und dann der Wald. So einen Wald hatte ich noch nicht gesehen. Heidelbeeren und Preiselbeeren in Massen. Pilze suchen? Nicht nötig, die stehen dort einfach. In so einem Wald müssen die Gebrüder Grimm das Rotkäppchen erfunden haben. Wir werden wieder hin fahren. In den Wald, in dem das Rotkäppchen lebte.
Wer Näheres erfahren möchte, kann mich gerne kontaktieren. In meine Homepage zur Naturfotografie habe ich einen Reisebericht geschrieben mit Fotos.

