BullRun1861 am 12 Feb 2017 19:43:59

Erfahrungsbericht Vantourer 600 L

Hallo

Wie ja evtl. der eine oder andere auch, stehen wir, mein Mädchen und ich, vor der Entscheidung uns einen Kastenwagen oder einen Teilintegrierten zuzulegen. Bis jetzt waren wir immer mit dem Wohnwagen unterwegs.
Wir haben 3 Wochen lang einen Vantourer 600L gemietet, und sind damit (die erste Woche zusammen mit einem befreundeten Pärchen die seit 2 Jahren einen Teilintegrierten besitzen) durch Frankreich getourt.

Hier nun meine oder besser gesagt unsere Eindrücke.
Ach ja unser Hund „T“ ein Großer Schweizer Sennen Hund (40kg) war auch mit dabei.
Eigentlich wollten wir einen KAWA 6,4 mtr .Länge mit Längsbetten mieten. Da dieser aber um die Jahreszeit, in der ich Zeit habe, nirgendwo verfügbar war, sind wir beim Vantourer 600L gelandet.

Nun zu unseren Eindrücken.
Der Vantourer ist 6 mtr. lang und das L steht für Längsbetten.
Es ist ein Peugeot Boxer mit 110 KW. Morgens beim Starten läuft er richtig hart an, und auch wenn der Motor warm ist läuft er meiner Meinung nach schon recht kernig. Mir gefällt das zum einen, zum anderen habe ich aber auch keinen Vergleich zu Fiat oder Citroën oder dem Renault die ja auch als Basisfahrzeuge dienen. Und im normalen Leben fahren wir Benziner.
Vorne sind für den Fahrer und die Beifahrerin jede Menge Ablagemöglichkeiten auf dem Armaturenbrett. Zentral über dem Navi ist eine kl. Kladde die man aufstellen kann um eine Karte od. einen Parkschein dort fest zu klemmen.
Unter den Reglern für Heizung Klima und der Lüftung sitzt noch ein großes Fach, in das viele Sachen rein passen die aus dem Sichtfeld verschwinden sollen wenn das Fahrzeug abgestellt wird.
Ich dachte immer es ist besser wenn es 2 Tassenhalter statt einem großen gibt. Aber es gibt einen Halter von Ikea der gut ran passt, und das Fach geht trotzdem noch auf und zu.
Auch gibt es in den beiden Türen, jeweils unten ein großes Fach wo in das z.B.. eine Thermoskanne (0,7ltr.) oder eine Wasserflasche gut reinpassen.
Weitere Ausstattung ist eine Thule Markise, die wir leider nicht gebraucht haben, einen Fahrradträger am Heck, und ein Clarion-Navi das eine Heckkamera integriert hat.
Die Heckkamera finden wir richtig wichtig und auch gut, sie ist oben am 3. Bremslicht integriert.
Von dem Navi sind wir nicht so begeistert. Was uns fehlt ist, dass wir im Navimodus rein oder raus zoomen können, oder auch, dass wir den Bildschirm mit Sachen belegen können die uns wichtig sind.
Evtl. kann man das auch einstellen, ich habe aber nichts entdeckt.
Nun zum Küchenblock. Es ist ein 2 Flammen Kocher, für uns zwei Personen völlig ausreichend. Zur Schiebetür hin ist noch eine ab klappbare Verlängerung, die wir auch für unbedingt notwendig halten, in einem Kawa.
Es gibt 3 Schubladen, die oberste für das Besteck und die beiden darunter für Geschirr, Tassen, Gewürze usw.
Nun zum ersten Nogo im Vantourer, dem Kühlschrank. Er schließt sich rechts neben den 3 Schubladen an, und ist, wie nicht anders zu erwarten, unten angebracht. Um zu sehen, was ganz hinten im Kühlschrank ist, müssen wir auf die Knie gehen. Und im Stehen muss man sich seitlich sehr verrenken, um zu erahnen was alles drin sein könnte.
Ja ich weiß wir reden hier über einen Kawa, und man muss Bauart bedingt Abstriche machen. Ich denke aber mit einem oben angebrachten Kühlschrank wäre das Handling schon einfacher.
Und über dem Küchenblock ist auch noch ein großes Fach mit genug Stauraum.
Dann auch gleich zum zweiten Punkt der uns nicht wirklich gefällt. Der Vantourer ist mit einem Raumbad ausgestattet.
Das Duschen klappt hervorragend, man zieht eine kleine Abtrennung heraus die mit einem Magneten befestigt wird und den Rest davor bewahrt nass zu werden. Auch muss eine Bodenabdeckung weggenommen werden die bei Nichtgebrauch der Dusche den Ablauf verdeckt.
Der Rest ist in unseren Augen sinnfrei. Die Toilette muss man drehen um sie zu benutzen. Soweit so gut, aber das Waschbecken zu benutzen schaffen in unseren Augen nicht mal zierliche klein gewachsene Menschen.
In Fahrtrichtung ist ein kl. Spiegel angebracht und oben sind 2 Fächer.
Also ich muss die Toilette so hin drehen als wenn ich sie benutzen wollte mich dann drauf setzen und den Oberkörper um 90 Grad drehen damit ich mich zum Rasieren im Spiegel sehen kann.
Auf der Messe in Düsseldorf dachten wir eigentlich das ein Kawa mit einem Raumbad ein bisschen mehr Platz im Innenraum hergibt.
Aber da müssen wir Anfang 2017 in Stuttgart noch mal schauen ob ein normales “Bad“ nicht doch die bessere Lösung ist.
Ach ja, zum Thema Schiebetür.
Eine Tür mit Zuziehhilfe ist mit Sicherheit auch nichts verkehrtes, wir waren ja in der Off Season unterwegs und hatte sehr selten direkte Nachbarn, aber mit Hund und dann spät abends od. früh morgens nochmal raus und rein Und „ach ich habe ja was drinnen vergessen“, könnte den einen oder anderen nicht so toleranten Nebencamper, schon nerven.
Stellt sich die Frage wie haltbar das Ganze ist wenn der Kawa mal ein paar Jahre auf dem Buckel hat.
Aber wie bei allem im Leben gibt es immer ein für und wieder

Das war auch schon, was uns an negativen Sachen aufgefallen ist.
Die 2 Sitze vorne kann man natürlich drehen, der Tisch ist zu verschieben und zu verlängern.
Über dem 2 er Sitz sind nochmal zwei Staufächer.
Unter dem 2 er Sitz sind Anschlüsse einmal 12V und einmal Landstrom wenn wir am Netz hängen.
Weitere 2 Anschlüsse sind auch noch rechts über dem Küchenblock wo der kleine Hängeschrank auch nochmal als. Ablage dient.

Unter dem kleinen Podest auf dem der Tisch steht, ist eine Schublade verbaut.
Die Längsbetten sind unterschiedlich lang. In der Fahrzeugmitte haben sie einen kleinen V- Ausschnitt, den wir als sehr praktisch ansehen. Die Betten sind leicht über einen kleinen Tritt zu erreichen der zugleich noch als Staufach dient.
Genauso schließt sich an den Küchenblock ein Fach an, in das zumindest 2 Jacken reingehängt werden können. Und hinter dem Bad gibt es unten nochmal ein Staufach und darüber eine Schublade.
Über dem Bett sind rechts und links 3 Staufächer und ein einzelnes hinten über der Hecktür.
Im Fahrzeugheck sind 2 kleine Lautsprecher sowie diverse kleine Ablagen.
Fächer die wir als sehr praktisch ansehen.
Unter dem rechten Bett ist der Wasser Tank verbaut. Unter dem linken Bett gibt es noch ein unterteiltes Staufach, das sehr praktisch ist.
Von außen hat der Vantourer rechts hinter der Schiebetür das Fach für die 11kg Gasflasche, und auf der linken Seite das Fach für die Chemie Toilette.
In das Fach für die Chemietoilette passen sogar noch meine Wanderschuhe und die Tabs für die Toilette mit rein.
Ein Highlight für uns, ist die Truma Dieselheizung des Vantourer, weil man praktisch völlig unabhängig von unterschiedlichen Gasflaschen ist, die es außerhalb von Deutschland gibt.
Als wir an den letzten beiden Urlaubstagen wieder in Richtung Deutschland unterwegs waren, und das Wetter kälter wurde, konnten wir nach einer leichten Frostnacht, mit nur -2°, das Grauwasser nicht mehr ablassen weil der Ablass eingefroren war. Ich denke wir werden drauf achten, ob es verschiedene Querschnitte der Ablassrohre gibt, weil die zugeschaltete Tankheizung ja nur den Tank schützt.
Auch auffällig war für uns wie flach der Kawa ist, sprich der Auspuff hat nur ca. 15cm Platz bis zum Fahrbahnkontakt, der Grauwasserablass nur ca. 17 cm, und die Trittstufe ca.18 cm.
Den einen oder anderen Stellplatz konnten wir nicht anfahren weil der Auspuff an der Einfahrt, wenn es etwas abschüssig war, gekratzt hat.
Keine Ahnung ob das Vantourer typisch ist, oder ob es bei anderen Anbietern genauso ist. Evtl. bringt ja ein 16“ Fahrwerk noch etwas an Höhe.
Alles in allem sind wir in knapp 3 Wochen in Frankreich fast 5000 Km gefahren, wir haben versucht immer die Autobahn zu meiden, nicht nur aus Kostengründen. Dabei hat sich der Verbrauch bei ca. 9,5 L/100 km eingependelt, was ich für sehr sparsam halte. Nur dann, auf den letzten 500km zurück nach Hause, ist er dann bei doch mehr Autobahnanteil und einer Geschwindigkeit von ca. 120 Km/H auf 9,7 angestiegen.

Zusammen gefasst würden wir sagen, für 2 Personen mit Hund ist ein Kawa völlig ausreichend solange das Wetter gut ist und der Hund aus Platzgründen draußen bleiben kann, wenn geduscht oder gekocht wird.
Was auch noch gesagt werden muss, ist wie angenehm so ein Fahrzeug in der Stadt zu bewegen ist.
Weiterhin kann man ihn auch mal dort abstellen, wo es für Wohnmobile verboten ist, weil er auch als Lieferwagen durch geht.
Für uns gesprochen, wird es wohl ein Kastenwagen werden, der den VW Bus ersetzt, aufgrund seiner Alltagstauglichkeit und Wendigkeit.

S&B&T

tztz2000 am 12 Feb 2017 23:43:27

Danke für Deinen ausführlichen Bericht! :top:

Ihr habt das völlig richtig gemacht, ein Fahrzeug über einen längeren Zeitraum zu mieten und so Eure Erfahrungen zu sammeln. Beim Neukauf wisst Ihr dann, auf was Ihr achten müsst. Viel Glück bei der Auswahl und für Eure Entscheidung.

BullRun1861 am 13 Feb 2017 19:51:48


Nabend
Wird wohl am ende des Jahres auf einen Jahreswagen rauslaufen. Nachdem wir auf der CMT in Stuttgart waren, konzentrieren wir uns auf Pössel, Globcar, und Hobby jeweils in der langen 636 Version.

Gruß Ben

martinwernerbingen am 13 Feb 2017 20:40:42

hallo Ben,
wir haben nach mehreren gemieteten Fahrzeugen uns für die kürzeste und kompakte Versioen entschieden. Ein 6 Meter Kastenwagen mit 2 Längsbetten, ohne! Sitzgruppe. Mit 150 PS, damit man auch was "erfahren" kann. Fabrikat nenne ich nicht,
da wir sehr viele, wenn auch kleinere Mängel hatten. Derzeit habe ich mal die Verkleidung der Hecktüren demontiert, um vielleicht eine vernünftige Isolierung hinzubekommen. Unter den hochklappbaren Betten habe ich eine ausziehbare Schublade für weiteres Equipment und eine Verstrebung aus Aluminium zum Verzurren der Inhalte angebaut. Platz wäre da auch für eine schöne Hundebox. Für die Markise habe ich zunächst eine Seitenwand gekauft. Später vielleicht zu vervollständigen, zum kompletten Vorzelt.
Gruß Martin

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