Ich fange mit dem Wichtigsten mal an. Bürstner 530 BJ.2005 52.000 Km 2,3 L 110PS Ducato Basis
Folgende Geschichte: Ich habe mir im November von Privat ein Wohnmobil gekauft und einen kleinen Wasserschaden trotz sorgfältiger Messung übersehen, da er im hinten links liegenden Außenstaufach unter dem doppelten Boden des Staufaches lag. Anfangs war ich natürlich sehr genervt und hatte immer dieses Gefühl im Bauch, dass irgendwas nicht stimmt mit dem Wohnmobil. Die ganze Entdeckerfreude wurde immer wieder überspielt von diesem Hintergedanken, dass der kleine hinten links eine Exzellente Karies entwickelt.
Nach einiger Recherche und endlosen Aufbauberichten im Forum und anderen Internetseiten habe ich mich dann entschlossen, einfach mal anzufangen, entweder eine Firma damit zu beauftragen, oder selbst mal nachschauen. Ich war dann bei einer Ulmer Firma und habe mich irgendwie schlecht gefühlt, da er direkt mit Preisen anfing. Ich hatte einfach kein gutes Gefühl.
Letztes Wochenende dann waren endlich mal ein paar Grad mehr in der Luft und ich hab mir vorgenommen einfach mal anzufangen den Schaden freizulegen.
Folgend werde ich mit Bildern begleitet euch teilhaben lassen wie weit ich gekommen bin, was mich dort erwartete und zuletzt, dass ich froh bin alleine ohne Firma angefangen zu haben.
Wer immer nur das tut was er schon kann, wird immer das bleiben, was er schon ist.
Nach dem Motto habe ich mich aufgemacht und mein Bürstner aus der Scheune gefahren in die Sonne. Das erste Bild gleich zeigt das WoMo direkt ohne Stoßstangen. Was sich hier so leicht schreibt ist in Wirklichkeit ein wirkliches Abenteuer. Diese Heckstoßstange ist nicht dafür gebaut abgebaut zu werden und das zeigt sie mir sehr deutlich. Ich musste mehrere Kabel tatsächlich durchschneiden, da sie aus der Stoßstange von Beleuchtung etc kommen und weder mit einem Stecker versehen sind noch locker in der Stoßstange lagen, sondern verklebt. So habe ich ca 4 einzelne Leitung durchtrennen müssen um die Stoßstange letztelendes abnehmen zu können.

Es geht quasi um die hintere linke Ecke, dort habe ich nach dem kauf als ich mal in Ruhe den Unterboden begutachtet habe eine stelle gefunden wo ich mit dem Finger durch den Unterbodenschutz drücken konnte und in die seitliche Fichtenlatte drückte. Die Bodenplatte ist nach wie vor trocken und knüppelhart. Das werdet ihr aber in den jetzt folgenden Bildern sehen können.


Hier sieht man richtig schön was ich meine. Bei der Besichtigung und dem Kauf habe ich die morsche stelle nicht sehen können, da überall wo ich den roten Strich eingezeichnet habe harter Unterbodenschutz gespachtelt war. Dieser Unterbodenschutz stammt von Bürstner und ist leider an dieser Stelle einfach quer drüber gelegt worden.
Das Wasser welches zwischen Stoßstange und Außenhaut vorbeiläuft, konnte sich so zwischen dem eigentlich schwarz angestrichenen Fichtenholz und dem weißen Gummischutzanstrich, den ich auf dem Foto schon größtenteils abgezogen habe, sammeln und dann in Ruhe wirken. Ich hoffte natürlich das diese Theorie stimmt und ich nicht einen Wasserschaden von oben zu erwarten hatte.

Jetzt hatte ich also die Stoßstangen weg und wollte natürlich weitermachen. Also fix die Schrauben aus der Dichtleiste auf der äußeren Ecke gelöst bis ca mittig des Wohnmobils, damit ich die Leiste ohne spätere Schäden etwas weg biegen konnte. Darunter befindet sich eine weiße Kunststoff Dichtleiste, oder Dichtband, welches quasi im 90 Grad Winkel über die beiden aneinander liegeneden Wände liegt. Hier die Rückwand und die linke Außenwand. Was ich jetzt gesehen habe hat mir jegliche Angst genommen mit dem Wohnmobil mal im Regen zu stehen oder stundenlang auf der Autobahn im Regen zu fahren. Unter der Dichtleiste habe ich das hier so beschriebene Dekalin oder Dekaseal gefunden. Und zwar in einem Zustand, als ob es erst vor einer Minute darunter geschmiert wurde. Siehe Bilder.


bei diesem Anblick habe ich mich wirklich gefreut und hoffe, dass ringsum überall dieser Zustand existiert. Hier würde ich direkt gerne mal fragen, welches Produkt das ist und ob ich das in der Farbe und Qualität selbst irgendwo kaufen kann? Es kommen aber im laufe der Reparatur sicher noch neue Fragen dazu.

Als ich dann wie oben im Bild die Aluwand sehr leicht entfernen konnte bestätigte sich mein Verdacht, es kommt nicht von oben, sondern wirklich langsam von unten. Gott bin ich froh. Diese Gefühl der Erleichterung lässt sich nicht in Buchstaben verfassen. In dem Moment war ich eigentlich einfach nur froh. Auch darüber, dass ich es selbst gemacht habe, denn so bekommt man wirklich einen Eindruck wie das Mobil abgedichtet und gebaut ist. Einfach großartig was ich bis jetzt schon an Geld gespart habe nur durch Eigenleistung.
Auf geht´s, weg mit dem faulen Mist.


Hier könnt Ihr sehen wie ich einfach mal angefangen habe, Ich wusste noch nicht genau was ich lassen kann und was nicht, trocknet das jetzt so offen oder lieber weiterschneiden. Es klingt absurd, aber es hat richtig Spass gemacht immer weiter und weiter reinzukommen und je weiter man ging desto schöner und originaler wurde das Holz wieder.


Auf den letzten zwei Bildern kann man schön sehen, warum in den letzten 10 Jahren die Bodenplatte verschont geblieben ist. Dank der großzügigen Verteilung von dem schwarzen Zeugs, wahrscheinlich genau das gleiche wie bei der Dichtleiste in Schwarz, konnte das Wasser aus der Holzseitenleiste nicht in die Bodenplatte vordringen. Frage zwei: Was für Dichtmittel wurde hier verwendet? Wo bekomme ich es her? Es ist nicht ausgehärtet und klebt wie die Hölle.

Hier ist eine Ansicht auf die Hinterwand. Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr im Querschnitt der unteren Holzlatte die nass-trocken Grenze sehen. Hier ist das Holz zwar nass, aber total hart und nicht verformbar. Ich habe mich entschieden es abtrocknen zu lassen und nicht weiter zu schneiden. Die schwarze Stelle die man unten links sieht kommt vom Multitool, welches das Dichtmittel mit den Vibrationen über die Latte geschmiert hat. Mit dem Multitool konnte man herrlichste Schnitte senkrecht ins Holz drücken. Ich kann jedem nur empfehlen sich so ein Werkzeug zuzulegen falls man selbst mal Hand anlegen will.
Mehr Bilder gibt es jetzt grad nicht, denn das ist der aktuelle stand. Ich habe das WOMO wieder in die Scheune gefahren, dort ist es luftig zugig aber trocken von allen Seiten. Zusätzlich habe ich von innen die Löcher etwas dicht gemacht damit keine Tiere reinkönnen, da ja jetzt quasi Tag der offenen Tür im Hause Bürstner ist.
Da ich jetzt erstmal ganz entspannt einen Monat nach Amerika fliegen werde kann die Stelle in Ruhe austrocknen.
Trotzdem würde ich gerne euren Input bekommen und Tipps und Verbesserungen ernten wollen.
Des Weiteren würde ich gerne wissen welche Dichtmittel ich dafür genau brauche um das alles wieder vernünftig zu versiegeln.
Ich hoffe ich habe es verständlich und gut bebildert geschrieben, sodass ihr meine Fortsetzung in ein paar Wochen gerne weiterlesen werdet. Schönen Abend noch und gehabt euch wohl.
Thomas









