aqua
anhaengerkupplung

alternative Wortwahl bei Masse in fahrbereiten Zustand 1, 2


sonnenscheinfahrer am 15 Jul 2017 10:28:02

lonsome hat geschrieben:Hallo,

Gewicht und COC-Papiere: Wenn ich es richtig weiß, geht es da um Typ-Zulassungen. Und damit kann ja nicht das Zubehör immer eingerchnet werden. Dann müsste ja immer am der Produktion gewogen und eine neue Typzulassung gemacht werden? Das wird so wohl nicht gehen.


COC steht für Certificate of Conformity = eine fälschungssicher Übereinstimmungsbescheinigung für eine Typengenehmigung

Mit Zubehör meinst du wohl Zusatzausrüstung: (Begriffstbestimmung VERORDNUNG (EU) Nr. 1230/2012 DER KOMMISSION vom 12. Dezember 2012)

3. „Zusatzausrüstung“ bezeichnet alle nicht in der Standard­ausrüstung enthaltenen Ausrüstungsteile, die unter der Ver­antwortung des Herstellers am Fahrzeug angebracht werden und vom Kunden bestellt werden können;

5. „Masse der Zusatzausrüstung“ bezeichnet die Masse der Ausrüstung, die zusätzlich zur Standardausrüstung am Fahrzeug gemäß den Herstellerangaben angebracht werden kann;

6. „tatsächliche Fahrzeugmasse“ bezeichnet die Masse des Fahr­zeugs in fahrbereitem Zustand, zuzüglich der Masse der an einem bestimmten Fahrzeug angebrachten Zusatzausrüstung;

Nach tel. Aussage vom Kraftfahrtbundesamt kann am Ende einer Produktion gewogen werden ODER mit den bekannten Massen/Gewichten die entsprechende Masse errechnet werden.

lonsome hat geschrieben: Das wird so wohl nicht gehen

=> es geht doch!

Eine Typengenehmigung umfasst z.B. bei Wohnmobilen immer die gesamte Variantenvielfalt eines Types, von der minimalen bis zur maximimalen Variante die sich der Wohnmobilhersteller für den Markt ausdenkt. Also alle möglichen Kombinationen die z. B. die Einhaltung der zulässigen Gesamtmasse berücksichtigen - hier wird auch die max. zulässige Masse der Zusatzausrüstung festgelegt.


So ist bei meinem Model KNAUS SUN TI 700 MX mit 3,5 to zul. GM die maximale Masse der Zusatzausrüstung gerade mal 40 kg !!!

Schon ein Reserverad oder eine Markise würden gewichtsmäßig die Einhaltung dieser Typengenehmigung nicht mehr gewährleisten und dürften NICHT verbaut werden.
Und doch hat es KNAUS bei mir geschafft ganze 243 kg Zusatzausrüstung im Werk einzubauen und ein COC Papier auszustellen, in dem das natürlich nicht eingetragen ist.

KNAUS setzt die zulässigen 40 kg bei der" tatsächlichen Fahrzeugmasse“e in, stellt damit ein fälschungssicheres COC Papier aus und das mit gefakten Daten.
KNAUS bestätigt damit, sich an seine Typengenehmigung zu halten aber tut dies offensichtlich nicht - nur um ein Wohnmobil mit viel Zubehör zu verkaufen :?

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

andwein am 16 Jul 2017 10:55:43

Das ist doch einmal eine saubere Zusammenfassung der gesetzlichen Vorgaben zu diesem leidigen Thema.
Danke, Andreas

sonnenscheinfahrer am 16 Jul 2017 14:22:14

andwein hat geschrieben:Das ist doch einmal eine saubere Zusammenfassung der gesetzlichen Vorgaben zu diesem leidigen Thema.
Danke, Andreas


In den COC-Papieren bescheinigt der Hersteller, dass er sich an seine vorausgegangene Typengenehmigung hält.

In jeder Typengenehmigung gibt es z.B. diese sehr interessante Rubrik:
"Masse der Zusatzausrüstung (siehe Begriffsbestimmung Nr 5 in Artikel 2 der Verordnung (EU) Nr. 1230/2012 der Kommission)" (Originaltext!)

Hier wird für jede Variante dieser Typengenehmigung ein "Max. Zusatzausrüstung" vom Hersteller verpflichtend festgelegt.

In der Typengenehmigung für mein Fahrzeug gibt es in dieser Rubrik Werte von "0 kg" bis "350 kg"

Warum wohl wird diese Rubrik NICHT veröffentlicht oder jedem zugänglich gemacht?

Ist doch klar, dass ein Kunde mit dem Wissen, das er mit 0 kg, 40 kg, oder 60 kg maximaler Zusatzausrüstung so ein Wohnmobil nie kaufen würde!

Andererseits hätten die mit 350 kg max. Zusatzausrüstung ein ruhiges Gewissen :wink:

Schlage vor, dass sich jeder, der beim Händler ein Wohnmobil holt, sich diese "Maximale Zusatzausrüstung" lt. seiner Typengenehmigung schriftlich in seinem Kaufvertrag bestätigen lässt.

andwein am 17 Jul 2017 10:51:36

sonnenscheinfahrer hat geschrieben:...In jeder Typengenehmigung gibt es z.B. diese sehr interessante Rubrik:
"Masse der Zusatzausrüstung Schlage vor, dass sich jeder, der beim Händler ein Wohnmobil holt, sich diese "Maximale Zusatzausrüstung" lt. seiner Typengenehmigung schriftlich in seinem Kaufvertrag bestätigen lässt.

Nur zur Info: Diese Rubrik gibt es in meiner, von Ford erstellten Datenbestätigung (COC) nicht! Interesant wäre die "Punkt/lauf. Nummer
Gruß Andreas

Tinduck am 17 Jul 2017 10:59:00

Wäre es dann nicht doch einfacher, jedes Womo vor der Übergabe an den Kunden einmal beim TÜV zu wiegen? Kostet nen Zwanni und erübrigt jede Diskussion. Papier ist geduldig, auch das, wo die COC drauf gedruckt ist.

bis denn,

Uwe

sonnenscheinfahrer am 18 Jul 2017 20:02:08

andwein hat geschrieben:Nur zur Info: Diese Rubrik gibt es in meiner, von Ford erstellten Datenbestätigung (COC) nicht! Interesant wäre die "Punkt/lauf. Nummer
Gruß Andreas


Hallo Andreas,

ja, diese Rubrik ist leider eben NICHT in den COC Papieren zu finden - sonst wären manche Modelle wohl nicht mehr verkäuflich bei z.B. 0 kg max. Zusatzausrüstung
- wie geschrieben, steht diese Rubrik in dem EG-TYPENGENEHMIGUNGSBOGEN, den der Hersteller zur Zulassung des Fahrzeugtypes und seiner Varianten erstellt und beim Kraftfahrtbundesamt für die Zulassungsberechtigung hinterlegt.

peter1130 am 01 Okt 2017 16:28:33

Warum das mit dem Gewicht so ein Problem ist liegt ganz einfach daran das es immer mehr Leute gibt die nicht mehr als 3,5T fahren dürfen deshalb setzen die Hersteller alles daran da drunter zu bleiben und das mit allen Tricks.

Bei den heutigen Fahrzeuggrößen und Kompfortwünschen ist das halt bei 7m länge nicht ohne Tricks machbar. Solange die Definition für ein nutzbares Wohnmobil so ist wird sich daran auch nichts ändern. Bei den Verbrauchsangaben wird das ja auch nicht anders gemacht.

Wichtig ist sich zu informieren sonst hat man schnell was falsches gekauft und muss es unter Umständen teuer Auflasten.

brainless am 01 Okt 2017 18:20:20

peter1130 hat geschrieben:Warum das mit dem Gewicht so ein Problem ist liegt ganz einfach daran das es immer mehr Leute gibt die nicht mehr als 3,5T fahren dürfen




Ich kenne nur ganz wenige Leute über 18, die nicht mehr als 3,5 t fahren dürften.
Die meisten sind zu faul, die passende Fahrerlaubnis zu erwerben und erwarten, daß Verordnungen und Gesetze nach ihrem Geschmack geändert werden.
Bevor ich mir das erste Kleinkraftrad kaufte, habe ich eine Fahrerlaubnis dafür erworben.
Ebenso beim ersten Pkw und auch beim ersten Motorrad.
Vor einigen Jahren hatte ich mich für's Fliegen interessiert. Die hohen Kosten für Erwerb der PPL und den laufenden Erhalt haben mich dann von diesem schönen Hobby abgehalten.
Jedoch kann ich mich nicht daran erinnern, jemals über die Ungerechtigkeit des Gesetzgebers geklagt zu haben, daß ich mit meinen drei Führerscheinen so einen popligen Flieger nicht abheben lassen darf,



Volker

peter1130 am 02 Okt 2017 15:07:39

Da hast du recht. Wenn der Führerschein nicht passt muss man das halt ändern.

Allerdings gibts ja noch andere Kleinigkeiten die ab 3,5T anders sind. Da könnte der Gesetzgeber schon was ändern wenn er wollte. Offenbar ist die Lobby aber nicht groß genug.

bigmacblau am 30 Okt 2017 18:07:54

Ich glaube die 3,5t Grenze nur am Führerschein festzumachen ist zu kurz gegriffen. Über 3,5t hat man ja auch noch andere Nachteile. (Fahrbegrenzung, Maut, TüV usw.
Ich könnte bis 7,5t fahren will aber aus oben genannten Gründen unter 3,5t bleiben.
Andererseits kann ich die Politik nicht Verstehen das z.b. diese 5% Klausel (beim Gewicht in Fahrbeiten Zustand) erlaubt ist.
Rechenbeispiel: Angegebenes Gewicht in Fahrbereiten Zustand 3000kg, Festes Zubehör 150kg, Ausstattung für 2 Personen 200kg. macht mit Beifahrer
(75kg) =3425kg. Schön und Gut, tritt jetzt die 5% Regelung voll zu +150kg sind wir 75kg überladen.
Da ist doch der Gesetzesverstoß vorprogrammiert und wird hingenommen.
Gruß
Wolfgang

brainless am 30 Okt 2017 21:14:04

Hallo Wolfgang,

was Du bevorzugst ist allein deine Sache.
Deine -so genannten- Argumente halten allerdings nicht stand, ohne auch die Nachteile der 3,5 t Klasse zu nennen.
Die von Dir beanstandeten "5 %" haben nix mit dem Gesetzgeber zu tun. Das ist rein privatrechtlich aus Kaufvertrag mit Angebot und Angebotsannahme zu begründen. Wer mit dieser "5 %-Regelung" des Verkäufers nicht einverstanden ist, lehnt das Angebot eben ab - so einfach ist das.
Dein Rechenbeispiel ist genau so daneben:
Rechenbeispiel: Angegebenes Gewicht in Fahrbereiten Zustand 3000kg, Festes Zubehör 150kg, Ausstattung für 2 Personen 200kg. macht mit Beifahrer
(75kg) =3425kg. Schön und Gut, tritt jetzt die 5% Regelung voll zu +150kg sind wir 75kg überladen.

Du mußt vom fahrfertigen Gewicht, inclusive aller Ausstattung, Ladungsteile und Personen, ausgehen. Dann wirst Du so lange Teile ausladen, bis Du gemäß StVZO unterwegs sein kannst - so einfach ist das,



Volker

bigmacblau am 08 Jan 2018 17:55:40

brainless hat geschrieben:Die von Dir beanstandeten "5 %" haben nix mit dem Gesetzgeber zu tun. Das ist rein privatrechtlich aus Kaufvertrag mit Angebot und Angebotsannahme zu begründen. Wer mit dieser "5 %-Regelung" des Verkäufers nicht einverstanden ist, lehnt das Angebot eben ab - so einfach ist das.
Volker

Das sehe ich nicht so, Der Gesetzgeber erlaubt ausdrücklich die 5% (Nach der Verordnung Nr. 1230/2012)
brainless hat geschrieben:Dein Rechenbeispiel ist genau so daneben:
Du mußt vom fahrfertigen Gewicht, inclusive aller Ausstattung, Ladungsteile und Personen, ausgehen. Dann wirst Du so lange Teile ausladen, bis Du gemäß StVZO unterwegs sein kannst - so einfach ist das,

Volker

Auch hier muss ich widersprechen. Das wäre von hinten aufgezäumt. Ich gehe nach meinem persönlichen Bedarf zuzüglich Masse in Fahrbereitem Zustand. Und dann muss ich sehen ob das hinhaut, Ansonsten anderes WoMo.
Es gibt auch die sogenannte Mindestnutzlast.


Das Oberlandesgericht Nürnberg hat zu den Zuladungsmöglichkeiten entschieden:

Ist bei einem Reisemobil die Zuladungsmöglichkeit so beschränkt, dass sie für den gewöhnlichen Gebrauch des Fahrzeugs nicht ausreicht, so stellt dies einen Sachmangel dar, für den der Käufer Gewährleistung beanspruchen kann.

Meine Meinung
Gruß
Wolfgang

geralds am 08 Jan 2018 22:33:56

peter1130 hat geschrieben:Da hast du recht. Wenn der Führerschein nicht passt muss man das halt ändern.

Allerdings gibts ja noch andere Kleinigkeiten die ab 3,5T anders sind. Da könnte der Gesetzgeber schon was ändern wenn er wollte. Offenbar ist die Lobby aber nicht groß genug.


Hallo,

als die neuen Führerscheinklassen EU-weit festgelegt wurden, geschah das, so hört man mit Unterstützung der Fahrlehrer. Hier hat die Lobbyarbeit funktioniert.

Jahre später hat man leider feststellen müssen, dass viele Fahrschüler halt aus Kostengründen nur den Schein bis 3,5t machen.
Jetzt fehlten plötzlich Fahrer für Feuerwehr, THW, Sanitätsfahrzeuge usw.
Für die hat man jetzt eine Sonderregelung geschaffen. Wenn jemand nur den Führerschein bis 3,5t hat, darf er trotzdem für Einsatzfahrten schwerere Fahrzeuge führen, aber natürlich nur für Einsatzzwecke. Privat darf er das nicht.

Paradoxe Situation für die Betroffenen, wenn Feueralarm ist, kann er auch ein 4,5t Fahrzeug lenken, aber privat fehlt ihm dazu die "Befähigung".

Leider ist die Politik viel zu wenig fähig oder willens "unglückliche" Lösungen (Gesetze, Verordnungen, usw.) zu korrigieren, nicht nur in diesem Fall.

Gruß Gerald

brainless am 08 Jan 2018 22:37:37

bigmacblau hat geschrieben:Das Oberlandesgericht Nürnberg hat zu den Zuladungsmöglichkeiten entschieden:

Ist bei einem Reisemobil die Zuladungsmöglichkeit so beschränkt, dass sie für den gewöhnlichen Gebrauch des Fahrzeugs nicht ausreicht, so stellt dies einen Sachmangel dar, für den der Käufer Gewährleistung beanspruchen kann.


Das hat das OLG entschieden, als der Käufer, ob des für den vorgesehenen Zweck nicht nutzbaren Reisemobils, Rücktritt vom Kaufvertrag begehrte - also, als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war.

In einem anderen Fall hat ein Gericht das Rücktrittsbegehren eines Käufers bestätigt, obwohl die nötige Zuladungsreserve vorhanden war, wenn man nur die Differenz zwischen zGM und Leergewicht in fahrbereitem Zustand betrachtete.
In dem speziellen Fall allerdings bot nur die großzügige Heckgarage genügend Stauraum für die mitzunehmenden Dinge. Tatsächlich durfte aber nichts in diese Heckgarage eingeladen werden, da die zulässige Hinterachslast bereits erreicht war. Stauraum im Bereich der Vorderachse, die noch nicht am Limit war, gab es nicht. Ergo war das Reisemobil nicht zu gebrauchen....

Das sehe ich nicht so, Der Gesetzgeber erlaubt ausdrücklich die 5% (Nach der Verordnung Nr. 1230/2012)

Er erlaubt, diese 5% mit dem Käufer zu vereinbaren (Prospekt, Ausstattungslisten, Kaufvertrag, etc.).
Fehlt diese Vereinbarung, kann der Käufer Mängelbeseitigung verlangen.

Ein zufriedener Sechskommafünftonnerfahrer,


Volker ;-)

brainless am 08 Jan 2018 22:46:14

geralds hat geschrieben:Paradoxe Situation für die Betroffenen, wenn Feueralarm ist, kann er auch ein 4,5t Fahrzeug lenken, aber privat fehlt ihm dazu die "Befähigung".

Würde es bei mir brennen, wäre es mir egal, ob der Fahrer des Feuerwehrautos überhaupt einen Führerschein hat......

Leider ist die Politik viel zu wenig fähig oder willens "unglückliche" Lösungen (Gesetze, Verordnungen, usw.) zu korrigieren, nicht nur in diesem Fall.

Das übliche Opfergeheul, wenn man persönlich von einer Regelung betroffen ist, die man für ungerecht hält.
Die "Politik" hindert niemand daran, die passende Fahrerlaubnis zu erwerben.
Vor nunmehr fast 130 Jahren bekam Carl Benz in Mannheim die erste Fahrerlaubnis in Deutschland - ganz ohne jegliche Prüfung, ohne vorher Theoriefragen gebüffelt und rückwärts einparken geübt zu haben.
Mensch, warum gibt es das heute nicht mehr? Ganz einfach: "Früher war alles besser!"


Volker :mrgreen:

geralds am 09 Jan 2018 01:56:02

Hallo Volker,

ich bin nicht betroffen, ich wollte nur auf die teilweisen kuriosen Lösungen hinweisen die so passieren.

Wenn Du einen Blick auf mein Fahrzeug geworfen hättest .... :D

Gruß Gerald

brainless am 09 Jan 2018 13:30:02

Ich könnte

jetzt schreiben, nicht Dich persönlich mit diesem Zitat gemeint zu haben, sondern eine ganz allgemeine Reaktion.
Tatsächlich habe ich aber gar nicht darauf geachtet, welches Fahrzeug Du bewegst. Hätte allerdings auch nicht viel geändert, da mich Mobile von Carthago, aus alter Vorurteilstradition, überhaupt nicht interessieren,


Volker ;-)

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Gewicht im fahrbereiten Zustand?
Fragen zu Kauf eines Gebrauchtmobils aus den Niederlanden
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2018 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt