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Fahrbefüllung i S d VO EU 1230 2012


sonnenscheinfahrer am 04 Aug 2017 17:50:19

Der genaue Wortlaut hat im Betreff nicht den nötigen Platz - komplett lautet dieser:

** Fassungsvermögen des Frischwassertanks i. S. d. Anh. V. Teil A, Ziff. 2.6 Fn. (h) VO (EU) 1230/2012 durch Überlaufventil begrenzt auf 10 Liter (empfohlene Fahrbefüllung)

So schreibt und lebt es KNAUS --> Link

Mir geht es um die Frage, ob das jemand RECHTLICH nachvollziehen kann?

Kennt jemand den Teil A ... auf den sich KNAUS hier bezieht und kann das auch so nachlesen/nachvollziehen?


Ich zitiere mal vollständig aus der VO(EU) 1230/2013 Anh. V. Teil A, Ziff. 2.6 Fn:

2.6. Masse in fahrbereitem Zustand: (h)

(h) Das Fahrergewicht ist pauschal auf 75kg veranschlagt.
Die Flüssigkeiten enthaltenden Systeme (außer Systeme für gebrauchtes Wasser, die leer bleiben müssen) sind zu 100 % des vom Hersteller angegebenen Fassungsvermögens gefüllt.


Fn bedeutet Fussnote und ist in diesem Fall mit (h) benannt.
i. S. d. Anh. = im Sinne des Anhangs!


Also, wer findet diese Begrenzung auf 10 Ltr. :lupe:


... oder hab ich die falsche VO(EU)? ... oder den falschen Anhang? ... sicherlich den falschen Wohnmobilhersteller! :ooo:

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RETourer am 04 Aug 2017 18:03:53

Ich denke, hier wendet man einen Trick an.

Der Tank hat eine Fahrstellung (geöffnetes Überlaufventil).
Mit geöffnetem Fahrventil wird der Tank dann zu 100% gefüllt (10 Liter bei Knaus, 20 Liter bei anderen Herstellern).

Ist also wieder eine Definitionsfrage.

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

thomas56 am 04 Aug 2017 18:11:33

die Begrenzung auf 10 Liter lese ich als Empfehlung und nicht als Vorschrift.

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RETourer am 04 Aug 2017 18:22:54

Hier beschreibt der Hersteller seine Definition von Fahrzeuggewichten --> Link

wolfherm am 04 Aug 2017 18:46:47

Das passt doch dann perfekt zu der o.g. Vorschrift. ....die vom Hersteller angegebenen....alles gut. Kein Betrug. Kreative Auslegung und Formulierung.

sonnenscheinfahrer am 04 Aug 2017 19:23:08

RETourer hat geschrieben:Ich denke, hier wendet man einen Trick an.

Der Tank hat eine Fahrstellung (geöffnetes Überlaufventil).
Mit geöffnetem Fahrventil wird der Tank dann zu 100% gefüllt (10 Liter bei Knaus, 20 Liter bei anderen Herstellern).

Ist also wieder eine Definitionsfrage.


Daniela,

du meinst doch nicht:

10 Ltr. bei KNAUS ... sind zu 100 % des vom Hersteller angegebenen Fassungsvermögens gefüllt. !!!

... weil KNAUS 10 Ltr. als 100 % ausgibt ... und das restliche Fassungsvermögen?

Also hat der KNAUS-Tank mehrere Fassungsvermögen!

Das ist ja so unverfroren, da fehlen mir die Worte.

Hier wird eine EU-Verordnung (Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitglied­staat) so ausgelegt - und jeder nimmt das so hin?

Groß werben mit bis zu 130 Ltr. Frischwassertank und dann in einer Randnotiz verweisen - fahren kannst du aber nur leicht befeuchtet!

Ein weiterer großer Zauber von der KFZ-Industrie - 10 Ltr. sind 100 % von 130 Ltr. Fassungsvermögen - das nenn ich deutsche Ingenieur/Marketingleistung.

Und da spielt eine Bundesbehörde, das deutsche Kraftfahrtbundesamt, einfach so mit??? ... anscheinend bisher schon!

RETourer am 04 Aug 2017 19:38:30

Ja Ulrich. So kann man das sehen.

Der Frischwassertank hat ein Fassungsvermögen, das für die Fahrt relevant ist. Der Hersteller legt mit dem Überlauf fest, wie groß dieses Fassungsvermögen ist. Auf dem Campigplatz kann das Fahrzeug ja ruhig überladen sein. :cry:

Technisch gesehen beschreibt der Fahrzeughersteller für sein Fahrzeug die Fahrbedingungen.

Interesanter finde ich, das der Hersteller seine eigene Definition von fahrbereiter Masse hat. Die Zusatzausstattung, die nach EG-Verordnung zum Gewicht dazugehört, unterschlägt der Hersteller in seiner Definition. Er verlagert damit das Problem auf den Händler, der das Fahrzeug verkauft.

sonnenscheinfahrer am 04 Aug 2017 20:21:45

RETourer hat geschrieben:Ja Ulrich. So kann man das sehen.

Der Frischwassertank hat ein Fassungsvermögen, das für die Fahrt relevant ist. Der Hersteller legt mit dem Überlauf fest, wie groß dieses Fassungsvermögen ist. Auf dem Campigplatz kann das Fahrzeug ja ruhig überladen sein. :cry:


Es gibt also für den Hersteller eine Mehrzahl von "Fassungsvermögen" eines Tanks :idea:

RETourer hat geschrieben:Technisch gesehen beschreibt der Fahrzeughersteller für sein Fahrzeug die Fahrbedingungen.


Dann soll er doch auch ZWEI Tanks einbauen - einem zum Fahren, den anderen zum Stehen - das wäre doch eine klare Aussage.

RETourer hat geschrieben:Interesanter finde ich, das der Hersteller seine eigene Definition von fahrbereiter Masse hat. Die Zusatzausstattung, die nach EG-Verordnung zum Gewicht dazugehört, unterschlägt der Hersteller in seiner Definition. Er verlagert damit das Problem auf den Händler, der das Fahrzeug verkauft.


??? Wie ist das gemeint - hast du hierfür bitte ein Beispiel für mich?

RETourer am 04 Aug 2017 20:45:22

Knaus:

Zitat Anfang

Die Masse des leeren Fahrzeugs im Sinne dieser Preisliste ist die Masse des Fahrzeugs in Serienausstattung und ohne Grundausstattung, d. h. ohne die Masse des Fahrers und ohne „Flüssigkeiten‟, sowie ohne Zusatzausrüstung i. S.v. Art. 2, Ziff. 3 VO (EU) 1230/2012.

Die maximale Zulademöglichkeit im Sinne der KNAUS‐Katalogangaben ist definiert als:

Technisch zulässige Gesamtmasse – Masse in fahrbereitem Zustand = Maximale Zulademöglichkeit


Bitte beachten Sie, dass die maximale Zulademöglichkeit im Sinne der Katalogangaben z. B. durch die Masse der Fahrgäste und die Masse der Zusatzausrüstung reduziert wird. Bitte achten Sie beim Kauf von Zusatzausrüstung darauf, dass Ihr KNAUS Reisemobil nach Abzug der Masse der Fahrgäste und der Masse der Zusatzausrüstung von der maximalen Zulademöglichkeit immer noch über eine Mindest‐Zulademöglichkeit (= Mindest‐Nutzlast) verfügen muss, die nicht unterschritten werden darf (vgl. Anhang I, Teil A, Ziff. 2.6.4.1.2 VO (EU) 1230/2012):

(Höchstzahl der zugelassenen Fahrgäste zzgl. Fahrer + Gesamtlänge des Fahrzeugs in Metern) x 10 = Mindest‐Zulademöglichkeit in kg

Zitat Ende

Die Zusatzausstattung, die nach Art. 2, Ziff. 3 VO (EU) 1230/2012 unter Verantwortung des Herstellers angebracht werden und vom Kunden bestellt werden kann, fallen hiernach in die Zulademöglichkeit. Wenn aber Einrichtungen und Zubehör eingebaut werden, sind sie mit dem Fahrzeug fest verbunden und gehören demnach zum Leergewicht und nicht mehr zur Zulademöglichkeit.
Mit diesen Formulierungen verlagert der Hersteller mMn mit seiner eigenen Auslegung die Verantwortung auf den Verkäufer.

Die Zuladung wäre richtigerweise:

Technisch zulässige Gesamtmasse – tatsächliche Fahrzeugmasse = tatsächliche Zulademöglichkeit

sonnenscheinfahrer am 06 Aug 2017 13:37:41

RETourer hat geschrieben:Mit diesen Formulierungen verlagert der Hersteller mMn mit seiner eigenen Auslegung die Verantwortung auf den Verkäufer.


Da hast du vollkommen recht - dem Hersteller kümmert es wenig - und der Händler hat oder er will wegen seiner wirtschaftlichen Interessen keine Ahnung davon haben - Hauptsache dem Kunden wird es verkauft.

Aber:

KEINE NUTZUNGSEINGSCHRÄNKUNG FÜR DAS FAHRZEUG

lt. VO(EU) 1230/72012 ist geschrieben:

Seite 35 / 353

Artikel 3 


Pflichten der Hersteller

1. Der Hersteller bestimmt für jede Version innerhalb einer Fahrzeugklasse, unabhängig vom Fertigungsstand des Fahrzeugs, folgende Massen:
. a)  die technisch zulässige Gesamtmasse;
. b)  die technisch zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombina­tion; 

. c)  die technisch zulässige Anhängelast; 

. d)  die technisch zulässige Achslast der Achsen oder die tech­ nisch zulässige Achslast einer Achsgruppe; 

. e)  die technisch zulässige Stützlast am Kupplungspunkt (an den Kupplungspunkten) unter Berücksichtigung der technischen Merkmale der Kupplungen, die am Fahrzeug angebracht sind oder dort angebracht werden können. 

.
.
.
4. Bei der Bestimmung der in Absatz 1 genannten Massen darf der Hersteller keine Nutzungseinschränkungen für das Fahr­zeug festlegen, außer denen, die die Reifenkapazitäten betreffen, ….


Die technisch zulässige Gesamtmasse wird sehr wohl durch das Fassungsvermögen des Frischwassertanks beeinflusst.

Wieso darf dann der Hersteller die Nutzung des Frischwassertanks auf 10,20, ... Liter einschränken?


Damit verstößt er gegen die VO(EU) 1230/2012, mit der er fantasiereich seine Fahrbefüllung begründet!

rkopka am 06 Aug 2017 21:44:50

RETourer hat geschrieben:Der Frischwassertank hat ein Fassungsvermögen, das für die Fahrt relevant ist. Der Hersteller legt mit dem Überlauf fest, wie groß dieses Fassungsvermögen ist. Auf dem Campigplatz kann das Fahrzeug ja ruhig überladen sein. :cry:

Das wäre noch die Frage. Was ist, wenn z.B. dort steht: "hier gilt die StVo". Darf man dann kein Wasser mehr mit dem Womo holen ? Sollte man z.B. wen anfahren auf dem CP mit vollen Tanks, gilt dann der Versicherungsschutz ?

Eigentlich müßte man diese Hersteller wegen der Angabe des höheren Volumens klagen können. Hier wird mit etwas geworben, das nicht (richtig) benutzt werden kann. Siehe Freistehen usw. Denn selbst für eine Nacht reichen 10l bestenfalls fürs Klo.

RK

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RETourer am 06 Aug 2017 21:56:36

rkopka hat geschrieben:Das wäre noch die Frage. Was ist, wenn z.B. dort steht: "hier gilt die StVo". Darf man dann kein Wasser mehr mit dem Womo holen ? Sollte man z.B. wen anfahren auf dem CP mit vollen Tanks, gilt dann der Versicherungsschutz ?


Wenn es sich um ein abgeschlossenes Gelände handelt (die Zugangsberechtigung wird kontrolliert) handel es sich immer um ein Privatgelände.

Auch wenn dort steht, hier gilt die StVO, dann ist das ziemlich sinnbefreit. Was regelt die StVO denn auf Campingplätzen? Selbst auf Parkplätzen ist das mit der StVO schon problematisch. z.B. die Regel Rechts vor Links gilt auf Straßen, aber nicht auf Plätzen :eek:

Solofahrer am 06 Aug 2017 23:02:05

Hmm, für mich haben die Flüssigkeiten wie Frischwasser, Grauwasser und Schwarzwasser rechnerisch immer zu den Zuladungsgewichten gezählt. Nur die Tanks (ohne Inhalt) zählen, weil von mir gewichtstechnisch nicht beeinflussbar, zu den Fahrzeuggewichten. Wenn ich einen vollen Frischwassertank haben will, dann muss ich eben - wenn's mit der zGG eng wird - bei den anderen Ausrüstungsgegenständen oder bei den Klamotten weniger einpacken.

Und weil ich dies schon immer so betrachtet habe, kam für mich ein Fahrzeug mit einem geringen Zuladungsgewicht nie in Frage.

wolfherm am 07 Aug 2017 06:50:01

sonnenscheinfahrer hat geschrieben:. 


Die technisch zulässige Gesamtmasse wird sehr wohl durch das Fassungsvermögen des Frischwassertanks beeinflusst.
!



Die technisch zulässige Gesamtmasse ist ein gegebener Wert, der maximal durch eine Auf- oder Ablastung verändert wird. Das Fassungsvermögen des Frischwassertanks verändert daran doch nichts. Du meinst wohl die zulässige Zuladung......

sonnenscheinfahrer am 07 Aug 2017 15:11:18

RETourer hat geschrieben:
Wenn es sich um ein abgeschlossenes Gelände handelt (die Zugangsberechtigung wird kontrolliert) handelt es sich immer um ein Privatgelände.


Bei städtischen oder kommunalen Parkflächen ist die Sache klar => hier gilt die StVO

Es gibt einige Wohnmobil Stellplätze die städtisch oder kommunal sind ==>> dort kannst du dein WoMo unzulässig mit Frischwasser überladen :?

Das Nutzungsvermögen wird mit der empfohlenen Fahrbefüllung der Hersteller soweit eingeschränkt, dass nur noch auf einem Privatgelände/Campingplatz und im Stand ohne Sorge das WoMo bestimmungsgemäß genutzt werden kann.

Das ist die Feiheit die sich jeder Wohnmobilfahrer wünscht und mit viel Geld erkauft - zumindest bei WoMos mit < 3,5 to zGM

drasi am 07 Aug 2017 15:23:00

sonnenscheinfahrer hat geschrieben:.....Das ist die Feiheit die sich jeder Wohnmobilfahrer wünscht und mit viel Geld erkauft - zumindest bei WoMos mit < 3,5 to zGM


Hallo sonnenscheinfahrer,

ich weiß um die Probleme der <3,5t Fahrzeuge. Aber mir erschließt sich nicht der Sinn deines Fadens. Ich kann mir nicht erklären, warum du die entsprechende Vorschriften zitierst usw. Es ändert doch nichts an dem Gewicht, dass das von dir vorgestellte Fahrzeug der zitierten Marke nun mal hat.

Es ist echt nicht böse gemeint, aber der Sinn erschließt sich mir nicht. Eventuell sehe ich ja auch den Wald vor lauter Bäumen nicht.

.

rkopka am 07 Aug 2017 15:38:47

drasi hat geschrieben:ich weiß um die Probleme der <3,5t Fahrzeuge. Aber mir erschließt sich nicht der Sinn deines Fadens. Ich kann mir nicht erklären, warum du die entsprechende Vorschriften zitierst usw. Es ändert doch nichts an dem Gewicht, dass das von dir vorgestellte Fahrzeug der zitierten Marke nun mal hat.

Es geht wohl darum, daß ein Hersteller (oder auch alle) mit tollen niedrigen Gewichten wirbt, die aber dann (mit Winkelzügen) ein Womo beschreiben, das nicht alltagstauglich ist. Und weitergehend einen Fahrzustand vorgibt, der nicht zu den tollen Bildern mit Duschen und Stehen am Waldesrand zusammenpaßt. Eine "Fahrbefüllung" widerspricht dem Sinn eines Womos. Das paßt vielleicht für die übliche Wowa Nutzung, die nur zum CP geht und dann dort steht.

Der Womo"profi" weiß inzwischen von diesen Tricks und kann sich die korrekten Werte errechnen. Der Anfänger sieht nur das tolle Leergewicht bzw. fahrfertige Gewicht und sieht nicht (im Kleingedruckten), daß er so nicht wirklich mit 3,5t hinkommt, weil das Womo in der Praxis schnell mal einige 100kg mehr wiegt.

RK

Gast am 07 Aug 2017 17:26:31

Ich verstehe die gesamte Diskussion nicht.

"Empfohlene Fahrbefüllung" bedeutet in meinen Augen eine - sagen wir mal - geschönte Aussage über die "Masse im fahrbereiten Zustand". Das "Überlaufventil" könnte man auch als Hilfe zur Einhaltung dieser Masse (und damit die Zuverfügungstellung der Gewichtsdifferenz für Zuladung) sehen.

Ich glaube nicht, daß da jemand getäuscht wird, denn ich gehe davon aus, daß ein Wohnmobilkäufer in der Lage ist, zu lesen und dadurch zu wissen, auf was er sich einlässt.

Diejenigen, die nicht lesen, müssen halt damit leben.

Ich persönlich mag solche Spielereien nicht, aber das muss jeder selbst wissen.


Gruß

Frank

RichyG am 07 Aug 2017 17:31:48

Sehe ich so wie Du Frank.
In der Autowerbung sind die Fahrzeuge auch immer mutterseelenallein auf tollen Straßen unterwegs und stehen nie im Stau. Deswegen anzunehmen dass so der Autoalltag aussieht, wäre auch weltfremd.
Wer 50.000 bis 100.000 Euronen ausgibt, sollte sich halt auch intensiv kundig machen. Und das werden die meisten Käufer auch tun.

sonnenscheinfahrer am 07 Aug 2017 18:16:28

wolfherm hat geschrieben:Die technisch zulässige Gesamtmasse ist ein gegebener Wert, der maximal durch eine Auf- oder Ablastung verändert wird. Das Fassungsvermögen des Frischwassertanks verändert daran doch nichts. Du meinst wohl die zulässige Zuladung......


Wie schon geschrieben:
VO(EU) 1230/2012; Artikel 3
Pflichten der Hersteller
1. Der Hersteller bestimmt für jede Version innerhalb einer Fahrzeugklasse, unabhängig vom Fertigungsstand des Fahrzeugs, folgende Massen:
a) die technisch zulässige Gesamtmasse;
b) ...

Nehmen wir mein Wohnmobil als Beispiel :cry:

Bei meinem KNAUS SUN TI 700 MX (Länge 7,5m) hat der Hersteller KNAUS die technisch zulässige Gesamtmasse auf 3,5 to bestimmt.

lt. COC-Papier
13. "Masse des fahrbereiten Fahrzeugs (max.)": 3.120 kg
13.2 "Tatsächliche Masse des Fahrzeugs": 3.160 kg
16.1 "Technisch zulässige Gesamtmasse im beladenem Zustand": 3.500 kg

VO(EU) 1230/2012:
21. „Nutzlast“ bedeutet den Unterschied zwischen der technisch zulässigen Höchstmasse in beladenem Zustand und der Masse in fahrbereitem Zustand, erhöht um die Masse der Fahrgäste und die Masse der Zusatzausrüstung;

Somit rechnen wir die "tatsächliche" Nutzlast:
3.500 kg - 3160 kg = 340 kg

VO(EU) 1230/2012
ANHANG I; TECHNISCHE ANFORDERUNGEN; TEIL A; Fahrzeuge der Klassen M1 und N1
2.6.4.1.2.
Bei Wohnmobilen gilt für die Mindest-Nutzlast (PM) folgende Anforderung: PM in kg ≥ 10 (n + L)
Dabei gilt:
„n“ ist die Höchstzahl der Fahrgäste zuzüglich des Fahrers und
„L“ ist die Gesamtlänge des Fahrzeugs in Metern.

Somit rechnen wir "Mindest-Nutzlast":
10 (3 + 7,5) = 300 kg

(Erklärungen zur Berechnung: Fahrzeug hat 4 Sitzplätze inkl. Fahrer. Die Masse des Fahrers ist schon im Punkt 13. "Masse des fahrbereiten Fahrzeugs (max.)" enthalten => somit verbleiben "3" in der Berechnung a 75 kg => 3x75 + 75 = 300 kg)

Stellen wir "tatsächliche Nutzlast" und "Mindest-Nutzlast" gegenüber, so verbleiben

340 kg - 300 kg = 40 kg ist ja fast schon eine Punktlandung! 8)


Gibt KNAUS keine Nutzungseinschränkung, von 10 Liter einschränkender Fahrbefüllung vor, sondern befüllt den Frischwassertank - ohne Nutzungseingschränkung - voll, also mit 124 Liter, so fliest das in Berechnung der "Masse in fahrbereitem Zustand" ein und die geforderte "Mindest-Nutzlast (PM)" kann nicht mehr gewährleistet werden.

Somit kann das Fahrzeug nicht mehr in der Klasse 3.5 to zu.GM von KNAUS zugelassen werden. :eek:

Rechnen wir:
Einfachhalber rechnen wir die 124 Liter, abzüglich der schon berücksichtigten Fahrbefüllung von 10 Liter, der "tätsächlichen Masse des Fahrzeugs" hinzu => 114 Liter = 114 kg.
13.2 "tatsächliche Masse des Fahrzeugs ohne einschränkende Fahrbefüllung" 3.160 kg + 114 kg = 3.274 kg

Berechnung der Nutzlast ohne einschränkende Fahrbefüllung:
Von KNAUS bestimmte "technisch zulässige Gesamtmasse" 3.500 kg - "tatsächliche Masse des Fahrzeugs ohne einschränkende Fahrbefüllung" 3.274 kg = 226 kg Nutzlast ohne einschränkende Fahrbefüllung

OH JE - Knaus braucht aber eine "Mindest-Nutzlast" von 300 kg!!! Da fehlen somit 74 kg! :evil:

Mit voll gefülltem Frischwassertank + "Mindest-Nutzlast" ergibt sich eine Gesamtmasse: 3.274 kg + 300 kg = 3.574 kg

Mit 3.574 kg wird KNAUS NIE Zulassung für 3.5 to zGM bekommen :|

Hoffe somit anschaulich aufgezeigt zu haben, dass sich die "empfohlene Fahrbefüllung" sich auf die "technisch zulässige Gesamtmasse" auswirkt und ohne einschränkender Fahrberfüllung so manches 3,5 to zul.GM WoMo keine Zulassung bekäme.

ManfredK am 07 Aug 2017 19:57:31

sonnenscheinfahrer hat geschrieben:Mit 3.574 kg wird KNAUS NIE Zulassung für 3.5 to zGM bekommen :|


Die Alternative ist eine Beschränkung der Personenzahl - anstelle von 4 Plätze nur noch zwei Plätze in den Papieren und schon geht die Rechnung mit den 3,5 to wieder auf. Hatte irgendein Hersteller in seinem Konfigurator so verknüpft - ab einer bestimmten Menge "Zubehör-Gewicht" wurde auf eine Auflastung oder Reduzierung der Personenzahl hingewiesen.

drasi am 08 Aug 2017 08:11:16

Hallo sonnenscheinfahrer,

ich verstehe es immer noch nicht.

Willst du das Knaus dein Fahrzeug nicht hätte zulassen dürfen, als 3,5t.
Wegzaubern von Kilos geht leider nicht. Weniger Zubehör??

.

sonnenscheinfahrer am 08 Aug 2017 20:38:38

drasi hat geschrieben:Hallo sonnenscheinfahrer,

ich verstehe es immer noch nicht.

Willst du das Knaus dein Fahrzeug nicht hätte zulassen dürfen, als 3,5t.
Wegzaubern von Kilos geht leider nicht. Weniger Zubehör??

.


Das Thema "Fahrbefüllung" hab ich ja so begonnen:

sonnenscheinfahrer hat geschrieben:Mir geht es um die Frage, ob das jemand RECHTLICH nachvollziehen kann?

Kennt jemand den Teil A ... auf den sich KNAUS hier bezieht und kann das auch so nachlesen/nachvollziehen?


Es geht mir in erster Linie darum, dass hier im Forum mein Wissen über WoMo spezifische Dinge ausgetauscht und wenn möglich erweitert wird - wenn möglich ein Erkenntnisgewinn dabei sich für mich ergibt!

Mich interessiert es einfach, ob jemand die Fahrbefüllung RECHTLICH zu begründen weiß und das nachvollziehbar für uns WoMoNutzer darstellen kann.

Ergebnis: Bis jetzt leider NIX!

Die Fahrbefüllung wird anscheinend wie vorgegeben hingenommen, wer sich daran stört hat was falsch gemacht, und wem es nicht stört, der schreibt halt dass er natürlich alles richtig gemacht habe und es wohl an dem liegt der was falsch gemacht hat weil es ihm stört. :? :? :?

Geben wir uns damit zufrieden - NEIN, und ich hoffe auf weitere Beiträge zu dem Thema.


Hallo drasi!

Zur besseren Darstellung musste ich ja ein Beispiel anführen - welch (un)glücklicher Zufall, dass sich das anhand meines KNAUS SUN TI 700 MX sehr gut darstellen läßt. :eek:

Nun, ob KNAUS das Fahrzeug so hätte eigentlich in den Verkehr bringen dürfen, ist eine sicherlich interessante Frage, die hier aber niemand beantworten kann.

Weniger Zubehör - nein, aber einen ehrlichen KNAUS Händler und einen Hersteller der zu seinen Fehlern steht.

... das aber nur nebenbei, weil du gefragt hast.

KlausSchmidt am 08 Aug 2017 21:47:27

Moin Ulrich,
ich persönlich finde das Thema interessant und wichtig. Insbesorders für Anfänger sehr wichtig.
Leider finde ich den Titel passend, aber für die Anfänger zu technisch. Sie werden mit den Abkürzungen nicht viel anfangen können.
Das Beispiel mit deinem Knaus ist OK, denn von dem hast Du alle daten zur Hand.
Was ich gerne noch erwähnen möchte ist. Dass bei den Händlern die Daten gar nicht erscheinen.Die müssten ja an jedem fahrzeug das COC oder eine Kopie des Brief/Zulassungsbescheinigung hinterlegen.
Gute Fahrt
Klaus

wolfherm am 08 Aug 2017 21:52:40

Was reitest du immer auf der rechtlichen Zulässigkeit rum? Das ist - bis zum Beweis des Gegenteils - rechtlich zulässig. Lies dir doch noch mal die Beschreibung durch, die du selbst eingestellt hast. Das ist die Rede von der Menge, die der Hersteller vorgibt. Und er gibt zur Betankung im Fahrzustand eben die niedrigere Literzahl vor.
Vorschlag: Verklage den Hersteller. Mal schauen, was ein Gericht dazu sagt.


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