Alkovan17 am 11 Aug 2017 22:29:32

Wahrscheinlich wieder eine philosophische Frage, aber da ich die Anleitung verloren habe und vom Hersteller keine Antwort bekommen habe, hier nochmal zur diskussion:
Ich möchte einen Solartronics Sinuswechselrichter (300/600W) fest an eine 75AH BS-Aufbaubatterie verkabeln, für gelegentliche Aushilfe bei Kleinverbrauchern (max. Pürierstab, ca. 100W für ein paar Minuten, sollte also kapazitätsmäßig für die Batterie zu stemmen sein?!).

1.) Welche Kabelquerschnitte nehme ich bei max. 50cm Anschlußlänge?
2.) Sicherung dazwischen? Wenn ja, welche?
3.) Wie gehe ich mit der Erdungsklemme um? An Fahrzeugmasse?

Danke!!

womo-45 am 11 Aug 2017 23:18:59

Hallo Alkovan17,

als Empfehlung;
1. Ausgangsleistung = 600 W-Wechselrichter , 85% Wirkungsgrad; Leistungsaufnahme ca. 706 W
2. Stromfluss in der 12 V-Ebene bei fasst entladener Batterie (ca. 11,5 V; hierbei wird der größe Strom gezogen) = ca. 61,4 A
3. Absicherung: 70 o. 80 A; Maxi-Stecksicherung (FK 3)
4. Leiterquerschnitt Batterie/Wechselrichter 10 o. 16 mm² rot u. schwarz; PVC-Aderleitung HO7V-K; mit angepressten Rohrkabelschuhen
5. 230 V-Ausgang zur Steckdose zur Sicherheit über FI-Schutzschalter; einfachste Ausführung in die Abgangssteckdose steken --> Link falls der Wechselrichter nicht schon einen FI-Schutz hat.
Bitte beachten: Das ist keine Bauanleitung sondern nur eine Empfehlung.

Viel Spaß

gespeert am 12 Aug 2017 09:59:12

Wenn Du nur eine Steckdose nutzt, und keine weiteren installiert werden, ist die Installation einfach.
Solltest Du mehrere Steckdosen betreiben wollen, muss entsprechend installiert werden.
Was also ist vorhanden?

flo16v am 12 Aug 2017 10:03:51

Hi,

solch einen steckbaren FI wollte ich der einfachheit halber anfangs auch benutzen.. Die Dinger haben aber einen erheblichen Nachteil.

Jedes mal wenn sie nicht mehr mit Spannung beaufschlagt werden ( Wechselrichter aus) muß der FI beim erneuten anschalten des WR erst wieder eingeschaltet werden. Das ist , je nach Einabuposition des WR sehr nervig.

Wenn du nur die eingebauten Steckdose(n) im Wechselrichter benutzt, würde ich keinen FI verbauen.

Möchtest du mit dem Wechselrichter alle installierten Steckdosen im Womo über eine Netzvorrangschaltung betreiben macht ein FI wohl Sinn. Aber auch hierrüber sind sind sich nicht alle einig

Gruß Flo

womo-45 am 12 Aug 2017 10:40:43

Hinsichtlich der Pflicht im WoMo einen FI-Schutzschalter zu vewenden einfach hier im Forum mal bei Mikel --> Link (10.12.2003!) nachlesen.
Ist dort alles beschrieben.

Alkovan17 am 12 Aug 2017 11:13:35

Danke für die Informationen bisher. Der WR soll vollkommen separat von der Bord-230V-Elektrik montiert werden. Also einfachst mögliche Konfiguration: Batterie - WR - Einbausteckdose - Verbraucher.

FI will ich gerne verwenden, war mir nur unsicher bisher, ob der mit einem Wechselrichter (und der etwas ungewöhnlichen Erdungssituation) sinnvoll zusammenarbeitet? Tut es so ein Zwischenstecker? Den habe ich sowieso im Werkzeugkoffer.

Und überhaupt: Erdung? An Fahrzeugmasse? j/n? Einen Erdungsspieß kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Und meine eigentlich wichtigste Frage: Ist die Sicherung in der Zuleitung 1.) vorgeschrieben 2.) unverzichtbar 3.)sinnvoll 4.) optional? Denn Sicherung bedeutet ja immer auch Spannungsabfall, erhöhter Widerstand etc, und genau das will man ja mit den 10-16mm² Kabeln vermeiden!

Gruß, M

womo-45 am 12 Aug 2017 13:05:21

-Sicherung in der +Leitung unmittelbar am Batterieabgang unverzichtbar. Im Falle einses Kurzschlusses ohne Sicherung fließen hier Ströme die bis zum Kabelbrand u. zur Schädigung der Batterie führen können!
- Schutzleiter (PE; gelbgrün) bzw. Masseklemme am Wechselrichter mit mind. 4 mm² auf Fahrzeugmasse legen.
- "Erdspieß" ist nicht erforderlich.

gespeert am 13 Aug 2017 11:58:07

Bei einem am WR angeschlossenen Verbraucher, also an der serienmaessige Steckdose angesteckt, benoetigst Du keinen FI. Ein Fehler der Isolation kann sich bei isolierter Montage des WR (Herstellervorschrift beachten) nicht auswirken, Stichwort Schutztrennung.

Anders bei mehreren Steckdosen (Einsatz einer Verteilerleiste) und mehreren Verbrauchern! Hier ist ein Potentialausgleich und entspr. Sicherheit durch FI oder Isoueberwachung noetig.
Siehe IT- Netz.

Die Zufuehrung muss abgesichert werden! Siehe Installationsvorgabe.

Alkovan17 am 14 Aug 2017 14:11:42

Habe schließlich von solartronics doch eine Antwort bekommen:

"Bei 50cm Batterieanschlusskaben ist ein Querschnit von mind. 4mm² notwendig.
Da sich diese bei ständiger Volllast auf ca. 50°C erwärmen kann, empfehle ich ihnen 6mm² oder sogar 10mm² zu verwenden."
-> Ich habe 10mm² HO7V-K verbaut, ca. 40cm bds., gecrimpte verzinnte Kupfer-Ringösen, danach mit Lötzinn geflutet.

"Eine zusätzliche Absicherung des Spannungswandlers ist nicht erforderlich, da er neben den elektronischen Sicherungen
auch noch Schmelzsicherungen besitzt."
-> die Plusleitung läuft durch die Luft von der Batterie unter dem Fahrersitz zum Wechselrichter, der dem Fahrersitz hinten aufsitzt. Sie ist insgesamt kürzer als das Haupt-Pluskabel, bevor werksseitig die 50A-Sicherung kommt. Sie läuft über die ganze Länge zusätzlich in Schrumpfschlauch, an den Anschlüssen je zweifach mit Heißklebe-Schrumpfschlauch ergänzt. Die Anschlußschraube am Wechselrichter ist mit Sprengringen gesichert und mit selbstverschweissendem Isolierband berührungssicher abgeschirmt. Ich habe jetzt auf eine Sicherung verzichtet.

"Die Erdungs- bzw. Potentialausgleichsschraube muss im mobilen, autonomen Betreib nicht angeschlossen werden.
Der Spannungswandler hat eine interne Verbindung zwischen Schutzleiter (PE), Neutralleiter (N), Potentialausgleichsschraube und Minuspol."
-> Das hat mich jetzt verwundert: Der Wechselrichter hat also seine eigene zentrale Masse, d.h. Neutralleiter=Minuspol 12V und ansonsten eine "klassische Nullung"? Dachte mir, es schadet nicht, das dann auch noch eindeutig auf Fahrzeugmasse zu legen, und habe ein Schutzleiterkabel ans Bodenblech geführt.

-> Einverstanden mit meiner Ausführung? Klares Veto jemand? Denke noch über einen der o.g. Fraron-sicherungsautomaten nach, aber mehr wegen der Möglichkeit, den WR hardwareseitig zu diskonnektieren. Wie sind die Meinungen zu den Dingern?

Vielen Dank,
Gruß
M

nuggetad am 14 Aug 2017 14:37:49

Wenn man es tatsächlich geschafft hat den N mit PE und der Batteriemasse zu verbinden, dann wäre ein FI notwendig.
Ich glaub das aber nicht wirklich.
NuggetAD

sternleinzähler am 15 Aug 2017 22:56:48

Alkovan17 hat geschrieben: Denke noch über einen der o.g. Fraron-sicherungsautomaten nach, aber mehr wegen der Möglichkeit, den WR hardwareseitig zu diskonnektieren. Wie sind die Meinungen zu den Dingern?

Habe einen Anschluss meines Wechselrichters mit diesem Sicherungsautomaten abgesichert (andere Seite mit Hochstromsicherung) und nutze ihn nach dem Ausschalten des WRs genau zu diesem Zweck. Bisher (2J) sehr zufrieden!

gespeert am 30 Aug 2017 04:12:55

Kontaktiere einen Elektriker!

KudlWackerl am 30 Aug 2017 08:30:54

Hallo "M",

Gut, dass du nach den Empfehlungen des Herstellers angeschlossen hast und nicht auf die mehrfach vorgeschlagene Sicherungs-Idee hereingefallen bist.

:D

Prinzipiell alles richtig gemacht ... Eine Sache solltest du noch ändern: die Verbindung von der WR-Gehäuse-Schraube mit dem Erdungs-Symbol muss unbedingt an die Schutzleiterklemme im WoMo-Sicherungsverteiler. Das ist die Stelle, wo der grün-gelbe Draht von der Aussensteckdose aufgelegt ist. Nicht einfach auf die Fahrzeug-Masse!

Dazu nimmst du feindrahtigen 4 mm2 in Grün-gelb. Bekommst du bei jedem Elektriker oder im gut sortierten Baumarkt. Gut gecrimpte Kabelöse nicht vergessen.

Grüße, Alf

xbmcg am 30 Aug 2017 09:15:56

Ich würde immer alle abgehenden Leitungen von der Batterie (Batterie-Plus) an der Batterie
absichern. Man weiss nie, was alles passieren kann. Wenn sich das Kabel mal am WR löst
und auf Masse trifft, dann funkts unkontrolliert.

Was den Massepunkt angeht für den Schutzleiter. Ist richtig - wenn man die 220V des WR
in die Installation einspeist, sonst ist die Fahrzeugmasse genau so gut oder schlecht.

KudlWackerl am 30 Aug 2017 09:31:40

xbmcg hat geschrieben:Ich würde immer ... Was den Massepunkt angeht für den Schutzleiter. Ist richtig - wenn man die 220V des WR
in die Installation einspeist, sonst ist die Fahrzeugmasse genau so gut oder schlecht.


Hallo XBCM,

Tatsache ist, dass ohne fundierte Kentniss der Elektrotechnik und ohne Kenntniss der jeweiligen Schutzart im Fahrzeug (kommt auf das Baujahr und den Hersteller an) es schwer ist, eine verbindliche Aussage zu machen.

Deine Ratschläge den Minus der Batterie und den Schutzleiter der 230 V - Geräte an mehreren Stellen mit der Masse des Fahrzeugs zu verbinden, sind nicht nur grob regelwidrig und damit nicht dem Stand der Technik entsprechend, sondern können zu einer Gefährdung der Nutzer führen .

Grüße, Alf

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