WomoMary am 15 Aug 2017 23:18:59

Meine Vorwarnung: Reiseberichte verursachen Fernweh. Und besonders Besitzer von Reisemobilen sind gefährdet, von spontanen Reiseanfällen heimgesucht zu werden. Deshalb bitte nur mit Vorsicht weiterlesen, sonst bist du schwuppdiwupps in England. :)
Die Sommerferien standen bevor und der grobe Plan seit Jahresbeginn lautete: Eine Woche Ostsee mit unserem Reisemobil mit der ganzen Familie. Gebucht ist noch nichts, weil wir ja dafür bekannt sind, spontan zu sein. So lautete das Motto dieses Sommerurlaubs mal wieder „Planung ersetzt Zufall durch Irrtum“, Schließlich haben Töchterlein und Sohnemann (16 bzw. 17 Jahre) keine großartige Lust mehr, mit ihren Eltern zu verreisen und mussten noch überzeugt werden, mit uns wegzufahren. Die Freundin vom Sohnemann, die in einem anderen Bundesland wohnt, wurde ebenfalls mit eingeplant. Das Gute an einem eigenen Reisemobil ist ja, dass man sich eine gewisse Flexibilität in der Planung erlauben darf. Eine Woche vor Ferienbeginn ließ Papa dann einen neuen Plan verlauten: Erste Ferienwoche mit Mama (also mir) im Reisemobil verreisen, wo möglichst auch noch Platz für ein Motorsportevent und Ostfriesland bleibt, dann eine Woche zusammen mit allen an die Ostsee und einem zusätzlichen Zelt. So haben die Kinder eine Woche sturmfreie Bude, müssen aber im Gegenzug auch die Eltern eine Woche mit Reisemobil ertragen. Schließlich hatte die Freundin vom Sohnemann in der ersten Woche noch Schule und sollte auch mit in den Urlaub fahren. Der Kompromiss war zwischen allen Beteiligten schnell geschlossen. Nun blieb mir die Aufgabe, Papas Wünsche umzusetzen, weil er keine Zeit zum Googlen hatte. Zuerst habe ich nach Motorsportevents gesucht, aber irgendwie war scheinbar überall Sommerpause. Dann habe ich in England einen Ring gefunden, wo eine mir unbekannte Klassenart fuhr. Auch die Formel 1 hätte in unseren Zeitplan gepasst, jedoch schien der Ticketerwerb schwierig und die Formel 1 schaut Papa lieber im Fernsehen als live, weil sie ihn nicht so sehr interessiert. Nachdem ich dann feststellte, dass die Fähre von Calais bzw. Dünkirchen nach Dover relativ erschwinglich war, habe ich Papa meinen Plan vorgetragen. Das mit der Sommerpause hatte er schon befürchtet, für die Motorsportevents hätten wir direkt am Freitag losfahren müssen und uns in den Stau stellen dürfen, aber Montag mit der Fähre nach England, das klingt doch ganz gut! Also Ostfriesland und Motorsportevent wieder vom Plan gestrichen und England draufgesetzt. Die Kinder zogen tatsächlich die elternfreie Zeit einem Englandbesuch vor, deshalb habe ich eine Fähre Dünkirchen-Dover für zwei Personen für Montag, 17.07.um 18 Uhr hin und Dienstag, 25.07. um 10 Uhr zurück für insgesamt 156 Euro buchen können. England. Wow. Ich freute mich riesig! Wir waren ja schon 2013 mit dem Wohnmobil dort gewesen, weil wir Englandfans sind. Papa hat daraufhin einen alten Freund aus Mittelengland per Mail angeschrieben, ob er Zeit hat. 2013 hatte er zeitgleich mit uns Urlaub und war nicht zuhause, als wir in England unterwegs waren. Ich wollte unbedingt an die Jurassic Coast, weil ich hier im Forum einen interessanten Bericht darüber gelesen hatte. Dann habe ich noch bei Brit-Stop per Mail nachgefragt, ob man das Buch samt Aufkleber vor Ort erwerben kann, denn ein Postversand erschien mir jetzt zu spät. Die Antwort kam sehr schnell. Wir hätten es uns in Camebridge abholen können, was uns aber ein zu weiter Umweg war, da wir London westlich umfahren wollten, weil es östlich von London eine Mautstrecke über die Themse gibt, wo wir nicht wissen, wie man die Maut vorab bezahlen kann, weil offensichtlich die Kassenhäuschen dafür abgeschafft wurden. Sonntagmittag ging es dann los. Wir haben uns überlegt, eine Nacht in Belgien zu verbringen, damit wir am nächsten Tag entspannt nach Dünkirchen fahren können. Wir haben einen kostenlosen Stellplatz in Grobbendonk gefunden, der sogar über WLAN verfügte, wenn man sich einige Meter vor das Reisemobil stellte. Am Abend wären wir noch gerne ein wenig Fahrrad gefahren, jedoch sah es so aus, als würde es irgendwann noch regnen, so dass wir nur den kleinen Ort kurz zu Fuß erkundeten, weil wir am nächsten Tag noch einkaufen gehen wollten.





Am nächsten Tag erreichten wir Dünkirchen bereits um 15:30 Uhr, so dass wir sogar eine Fähre um 16:00 Uhr nehmen durften. Etwas eigentümlich waren die freundlichen französischen Beamten, die mit Maschinenpistolen bewaffnet etwas unfreundlich wirkten und unser Reisemobil durchsuchen mussten. Das Wetter war herrlich sonnig und nicht zu warm.



Als erste Übernachtung habe ich mir einen Tipp aus dem Wohnmobilforum gemerkt, und zwar einen Pub in der Nähe von Dover direkt am Wasser. In Dover angekommen brauchte Papa wieder nur kurze Zeit, um sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Mir graute ein wenig vor den angekündigten schmalen Serpentinen, die zum Pub führen, aber mit unserem kleinen Snappy, so haben wir unser Reisemobil getauft, stellten sie kein Problem dar. Zum Glück kam uns aber auch niemand entgegen. Unten angekommen gab es viele Schilder, die ein Übernachten auf den Parkplätzen nicht erlaubten. Aber Dank des schon erwähnten Tipps, der besagt, dass man am Pub parken darf, wenn man dort etwas isst, haben wir freundlich angefragt, ob wir über Nacht parken dürfen, wenn wir dort etwas Essen. Und wir durften! :lol: . Hätten wir keine Erlaubnis bekommen, hätten wir als Alternative Canterbury wie im Jahr 2013 angefahren. Der Pub ist modern gemütlich und hat auch draußen viele Sitzgelegenheiten. Als wir uns nach dem Essen in unser Wohnmobil zurückgezogen hatten, beobachteten wir die Menschen, die nach und nach den Pub verließen. Und da wurde mir wieder bewusst, warum ich vielleicht ein so großer England-Fan bin: Im Ganzen waren es vier Pärchen. Und egal, ob kleine Rostlaube oder Edelkarosse: jeder der Herren öffnete der jeweiligen Dame vor dem Einsteigen die Tür. Der Platz war einfach herrlich und irgendwann, so gegen 23 Uhr, waren wir hier unten das einzige Fahrzeug. Ich hatte erst Sorge, dass mein Schlaf durch das Rauschen der Wellen gestört werden könnte, aber nicht die Wellen unterbrachen unseren Schlaf, sondern ein weiteres Reisemobil, das sich mitten in der Nacht zu uns gesellte. Das Schild, dass bei unberechtigtem Parken 50 Pfund fällig werden, hielt den Fahrer nicht von diesem Parkplatz ab. Dafür fuhr er sehr früh morgens wieder, weil er wohl nicht erwischt werden wollte. Am Morgen schien die Sonne wieder herrlich, und ich habe einen kleinen Spaziergang zu den Klippen gemacht. Der Ausblick dort oben war fantastisch.



















Danach haben wir vor dem Reisemobil gefrühstückt und sind gegen 11 Uhr nach Cannock aufgebrochen. Zwischendurch sind wir von der Autobahn runter gefahren, weil wir Tanken und Geld abheben wollten, denn auf der Fähre war der Umrechnungsfaktor zu ungünstig. Wir kamen durch ein romantisches kleines Dörfchen, dessen Häuser aus Kalksandstein erbaut waren. Überall blühten Blumen und kleine Steinmauern zierten den Weg. Leider war der Ort so klein, dass wir schon durch waren, bevor ich meine Kamera rechtzeitig zücken konnte. Es hätte mich wirklich nicht gewundert, wenn Inspector Barnaby um die Ecke gekommen wäre. Weiter auf dem Weg nach Cannock kamen wir an Silverstone vorbei.



Cannock liegt in der Nähe von Birmingham. Wir kamen am Nachmittag in Cannock an und haben uns auf einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Haus von Papas Schulfreund gestellt. Die Wiedersehensfreude war riesig und wir verbrachten dort einen sehr lustigen Abend mit Musik aus den 80ern, Pasta, Rotwein und Bier. Am nächsten Morgen sind wir auswärts frühstücken gegangen.





Bevor wir fuhren, wollte ich gerne noch eines der Eichhörnchen fotografieren, die ständig über den Gartenzaun kletterten. Aber leider hatte ich kein Glück. Weil ich mir im angrenzenden Wald mehr Erfolg versprach, ein Eichhörnchen vor die Linse zu bekommen, bin ich durch das Gartentor in den angrenzenden Wald gegangen und habe eine Viertelstunde auf Eichhörnchen gewartet, aber es ließ sich kein Eichhörnchen blicken. Als ich zurückkam, unterhielten sich Papa und sein Freund über die Cannock black eyed children. Es gab Leute, die berichteten, dass ihnen in diesem Wald Geister in Form von Kindern in viktorianischer Kleidung und mit komplett schwarzen Augen erschienen seien. In dem Wald würden sich aber auch viele Liebespärchen zurückziehen. Ich vermutete hinter der Geschichte ja den Trick eines Immobilienkäufers, der so versuchte, den Preis seiner Traumimmobilie zu drücken, um sie günstig zu erwerben. Oder ein Märchen, dass besorgte Eltern von Teenagern erzählen, die nicht möchten, dass sie sich in den Wald begeben. Mir war jedenfalls niemand begegnet (nicht einmal ein Eichhörnchen), aber doch war ich irgendwie froh, dass ich die Geschichte noch nicht wusste, bevor ich durch das Gartentor ging. Am Mittag fuhren wir weiter nach Weston-super-Mare und kamen am Nachmittag an. Weil ich eine Brieffreundin in Weston-super-Mare habe, habe ich vorgestern, wieder sehr spontan, noch einen Besuch vereinbart. Dort gab es viele Campingplätze. Wir entschieden uns für das Unity Holiday Resort. In unmittelbarer Nähe gab es einen Vergnügungspark mit Karussells, der besonders gut bei Kindern ankommen dürfte. Auch bei meiner Brieffreundin war der Besuch sehr herzlich und schön. Als wir zurückkamen, hat Papa sogar noch die letzten fünf Minuten einer Big-Wheel-Stuntshow sehen können.



Weil wir am nächsten Tag direkt weiterfuhren, hatten wir nicht mehr die Gelegenheit, den Ort anzuschauen. Vielleicht machen wir das beim nächsten Mal. Wir fuhren nun in Richtung Süden und hielten für eine Stunde in Exmouth direkt an der Strandstraße, wo die Jurassic Coast laut Wikipedia beginnt, um den Campingplatz für die nächste Nacht zu finden.



Wir entschlossen uns aber, noch ein Stückchen weiter westlich zu fahren und blieben über Nacht in Brixham. Dort haben wir auch zum ersten Mal unsere Fahrräder benutzt. Gerne wären wir auch noch weiter in den Westen gefahren, aber Cornwall würden wir in diesem Urlaub nicht mehr schaffen, wenn die Reise nicht in Stress ausarten sollte. Also wieder etwas, was man sich für einen nächsten Aufenthalt aufheben kann. Der Campingplatz Whitehill in Brixham war wirklich schön. Es gab einen Pool und ein Restaurant, aber er lag doch ca. vier Kilometer vom Meer entfernt. Auch Palmen konnte man hier schon vermehrt sehen.













Am nächsten Tag ging es weiter zur ersehnten Jurassic Coast. Auf dem Weg dorthin war es schon sehr bewölkt, und als wir in West Bay ankamen, fing es an zu regnen und zu stürmen. Wir fuhren erst einen Campingplatz an, der 56 Pfund für eine Nacht verlangte, das war uns dann doch etwas zu teuer. Dort wurde uns ein Campingplatz genannt, der nur aus einer Wiese mit mobilen Duschen und Toiletten bestand, dafür aber nur 18 Pfund die Nacht kostete. Direkt in der Nähe befand sich ein Supermarkt und zum Strand konnte man gut zu Fuß gehen, der ca. ein Kilometer entfernt war. Hier buchten wir nun zwei Nächte, um auch ein wenig zur Ruhe zu kommen. Die sanitären Anlagen waren neu und sauber. Ich hatte keine Lust, den ganzen Nachmittag im Womo zu bleiben, war neugierig auf den Ort und wagte mich trotz heftigen Regens an den Strand. Denn was wäre, wenn das Wetter am nächsten und übernächsten Tag genauso schlecht wäre? Weil der Fernsehempfang bestens war, legte Papa einen Fernsehnachmittag ein und hatte einen Sender gefunden, ich glaube der hieß Crash-TV, auf dem nur Autounfälle gezeigt werden. Papa hielt mich für verrückt, bei dem Wetter einen Fuß vor die Tür zu setzen. Aber schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Ich wurde bis auf die Knochen nass, da meine Regenjacke wohl nicht für britische Stürme hergestellt wurde und musste mich erst einmal komplett umziehen, als ich zurückkam. Am nächsten Tag schien aber wieder die Sonne. Ich bin ja eher ein Frühaufsteher (Papa nicht), deshalb bin ich am nächsten Morgen gegen 6:30 Uhr aufgebrochen. Ich dachte, nach dem Sturm kann man vielleicht an den Strand gespülte Steine finden. Und tatsächlich fand ich einen größeren Stein, in dem mindestens eine Muschel und ein Knochen eingeschlossen waren, und nahm ihn mit. Ich finde, irgendwie kann man auch den Kopf eines Flugsauriers erkennen :lach: Er war ganz schön schwer und der Weg zurück zog sich in die Länge, weil ich ständig Pausen einlegen musste. Ich glaubte, dass ich mit meinem großen Sandstein unter dem Arm ziemlich bescheuert aussah, aber ich war sehr glücklich und stolz, dieses tolle Souvenir gefunden zu haben. Solche Versteinerungen kenne ich von den Soester Kirchen, die aus Sandstein erbaut sind.Wenn man sich die Soester Kirchen genauer anschaut, findet man dort auch viele Versteinerungen. --> Link Wir machten gegen Mittag eine Fahrradtour in einen größeren Ort in der Nähe namens Bridport.



Zwischendurch fing es wieder an, leicht zu regnen. Aber es waren nur kurze und leichte Schauer, die nicht schlimm waren. Als wir wieder zurückfuhren, hörte es zum Glück auf zu regnen. Der Nachmittag war herrlich sonnig und schön. Wir sind mit dem Fahrrad zum Strand gefahren und haben die Fahrräder dort abgestellt. Der Ort West Bay ist sehr überschaubar. Ein kleiner Hafen wird von einigen Büdchen umrahmt, weil der Ort offensichtlich von vielen Touristen aufgesucht wird. Einige alte Häuser und neuere Hotels prägen das Ortsbild des kleinen Ortes. Alles wirkt irgendwie etwas durcheinandergewürfelt, denn z.B. der Hotelkomplex am Strand passt irgendwie nicht wirklich zu dem kleinen Ort. Die Wellen, die an den Kieselstrand spülten, waren erstaunlich hoch und kräftig. Den Strand direkt unter den Klippen sollte man nicht besuchen, denn dort stehen Warnschilder, dass Steine von den Klippen fallen können. Auf dem Rückweg musste ein Fußgänger etwas auf mich warten, um die Straße zu überqueren. Er rief mir zu „Come on, Chris Froome.“ Scherzbold. Jetzt habe ich einen neuen Spitznamen. Uns ist aufgefallen, dass in England wenig Radfahrer unterwegs waren. Auch Fahrradwege suchte man oft vergeblich. Am nächsten Morgen bin ich wieder gegen 6:30 Uhr zum Strand aufgebrochen, weil ich einen Fußweg zu den Klippen laufen wollte. Ich war nicht die einzige Wanderin dort. Es gibt offensichtlich noch mehr Menschen, die sonntagsmorgens Sonne und Ausblick genießen möchten. Hier stehen viele Bänke mit einem gravierten Schild, die an Verstorbene erinnern. An einigen dieser Bänke waren Blumen befestigt. Ein schöner Brauch.























Gegen Mittag fuhren wir weiter. Eigentlich stand auch noch Portsmouth von der letzten England-Reise auf dem Wunschzettel, aber dafür blieb leider wieder keine Zeit mehr. Wir fuhren durch Brighton und hofften, dass wir einen Campingplatzwegweiser fanden oder unser Navi einen Campingplatz ausspukte, weil wir im Internet nicht viel finden konnten.



Schließlich wurde uns die Cobbs Hill Farm in der Nähe von Bexhill vorgeschlagen. Der Campingplatz war mit 18 Pfund auch noch günstig. Auf einer großen Wiese waren verschiedene Tiere wie Hängebauchschwein und Pferde unterwegs. Für Kinder dürfte dieser Campingplatz deshalb ebenfalls interessant sein. Ein weiterer Warnhinweis von mir: Wenn ihr Schilder seht, die eine maximale Breite von 6‘-6“ ankündigen und euer Wohnmobil 2,25 Meter breit ist: fahrt nicht in die Straße rein, auch wenn euch Susi vom Navi dorthin schickt. Es gibt einen breiteren Weg zu der Farm. Papa sagte mit Blick auf das Schild, das wird etwas knapp, passt aber schon. Die Straße ist wirklich schmal, aber das größte Problem sind die Bäume, deren Äste von links und rechts über die Straße wachsen und einen richtigen Tunnel bilden. Ich bin tausend Tode gestorben und habe mich fest in meinen Sitz gekrallt und ständig Angst gehabt, Snappy würde stecken bleiben oder der Alkoven würde Schaden nehmen. Aufgrund meines erhöhten Adrenalinspiegels habe ich nicht mehr daran gedacht, mir meinen Fotoapparat zu schnappen. Ich hatte solche Angst, wir würden steckenbleiben oder es käme ein Ast, der uns die Weiterfahrt versperrt und wir rückwärts zurückfahren müssten. Ich hatte wirklich befürchtet, dieses Mal hätte Papa sich überschätzt, aber auch er war froh, als wir heile auf der Farm ankamen. Also: nehmt einen breiteren Weg zur Farm, wenn ihr dorthin fahren möchtet. Wir kamen am Nachmittag an und schwangen uns gleich auf die Fahrräder. Der Ort Bexhill, der etwa drei Kilometer entfernt lag, schien, als hätte er schon bessere Zeiten erlebt, er ist aber trotzdem nett. Vielleicht hatte auch bloß die salzhaltige Luft die Fassaden etwas angegriffen. Nach einem kurzen Strandbesuch beschlossen wir, in einem modern eingerichteten Pub essen zu gehen. Papa wollte schon immer ein schönes Pintglas aus England zur Erinnerung mitnehmen, deshalb fragte er nach dem Essen, ob er ein Glas kaufen könne. Da wurde ihm von der Chefin ein schönes Pintglas geschenkt und auf dem Rückweg wie ein rohes Ei behandelt.



Die letzte Nacht unseres Englandaufenthaltes wollten wir in der Nähe von Dover verbringen. Dieses Mal entschieden wir uns für einen Campingplatz namens „Black Horse Farm“ in Hawkinge. Der Platz war mit 38 Pfund der teuerste, den wir auf unserer Reise hatten, dafür war er nur 30 Autominuten vom Fährhafen entfernt, so dass wir am Morgen der Abfahrt nicht in Stress verfallen brauchten. Er gehört dem Caravan and Motorhome Club an und es fiel für uns eine Non-Member Gebühr von 12 Pfund an. Der Ort Hawkinge wurde von uns ebenfalls mit dem Fahrrad erkundet, weil wir noch ein paar Mitbringsel, z.B. baked beans, kaufen wollten. Der Ort hatte aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten und war eher langweilig. Der große Lidl dort befand sich im Bau, so dass wir den kleinen Supermarkt gegenüber dem Campingplatz aufsuchten. Am späten Nachmittag sind wir im einige Schritte entfernten Pub etwas essen gegangen, um unsere letzten Pfund aufzubrauchen. Abends regnete es außerdem wieder.





Die Fähre hatte eine Stunde Verspätung, aber ansonsten war alles glatt gelaufen. Die Insel verabschiedeten wir mit Sonnenschein und Wolken.





Den Rückweg wollten wir nicht in einem Stück fahren, so dass wir in Holland noch eine Nacht auf einem Campingplatz Wetland in Asten blieben. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen ländlich gelegenen Bauernhof. Auf einer Wiese vor unserem Stellplatz war eine Herde Zwergponys untergebracht.



Zuhause angekommen blieben wir nur zwei Tage, bevor wir nach Julianadorp nach Holland aufbrachen, weil die Wettervorhersage dort besseres Wetter als an der Ostsee versprach. Die Insel und die Menschen haben uns so gut gefallen, dass wir uns bereits für das nächste Jahr den nächsten Aufenthalt in England vornehmen und anfangen grob zu planen. Zwar hatte dieses Mal das Wetter nicht immer mitgespielt, aber wir sind wieder vielen netten Engländern begegnet und das Autofahren macht Papa mittlerweile auf der Insel richtig Spaß. Und Fish & Chips schmecken lecker! Wer noch mehr über England erfahren möchte: Hier mein erster England-Reisebericht aus 2013:--> Link

NuggetG am 20 Aug 2017 17:01:41

Hallo,

schöner Reisebericht. Vielen Dank dafür.
Wir waren vor einigen Wochen auch in Südengland (Dorset, Cornwall, London) --> Linkund wenn ich Deinen Bericht lese bekomme ich tatsächlich wieder Lust. Ihr habt eine etwas andere Route genommen als wir und wieder muss ich feststellen, dass wir vieles noch nicht gesehen haben.

TiborF am 23 Aug 2017 14:30:45

Ein sehr interessanter Bericht - und man bekommt wirklich gleich Lust zum Verreisen.

Ich hätte ja Manschetten vor dem Linksfahren - gewöhnt man sich wirklich relativ schnell daran?

uschi-s am 23 Aug 2017 15:09:49

Hab schon Fernweh :cry:
Danke für den schönen Bericht

WomoMary am 24 Aug 2017 17:33:24

TiborF hat geschrieben:Ein sehr interessanter Bericht - und man bekommt wirklich gleich Lust zum Verreisen.

Ich hätte ja Manschetten vor dem Linksfahren - gewöhnt man sich wirklich relativ schnell daran?


Hallo TiborF,
mein Mann hat sich schnell daran gewöhnt. Ich habe vor langer Zeit nur einmal probiert, auf der Insel mit einem englischen Auto zu fahren und habe nach dem ersten Kreisel aufgegeben :oops: Damals gab es aber auch hierzulande kaum Kreisel, und dann auch noch in einem Rechtslenker, das hatte mich etwas überfordert. Ich bin jedenfalls froh, dass ich im Reisemobil einen Chauffeur hatte. Mit dem Fahrrad hatte ich allerdings weniger Probleme :) .

Jonah am 24 Aug 2017 19:43:11

Vielen Dank für deinen schönen Reisebericht, hat Spaß gemacht ihn zu lesen, vor allem die Papa-Variante ist richtig lustig. ;D

gnarz18 am 24 Aug 2017 20:40:21

Also mein Fernweh hast du geweckt. Vielen Dank für diesen schönen und unterhaltsamen Reisebericht.

Michael

NuggetG am 24 Aug 2017 20:59:54

Ja, an das Linksfahren gewöhnt man sich wirklich schnell. Zumal alle anderen auch Links fahren. Man muss ja nur hinterher fahren. :)

herbstfrau am 08 Okt 2017 09:44:34

Ein wirklich unterhaltsamer Reisebericht.
Vielen Dank. :)

Und den Saurierkopf hab ich auch auf Deinem Stein gesehen... :D

teacosy am 08 Okt 2017 22:43:38

Wir fahren Ende des Monates nach UK. Hatten auch Ausschau gehalten nach einem Campingplatz sind aber bei den Preisen bald im die Knie gegangen. Jetzt bleiben wir bei Verwanten auf deren Grundstück stehen geht auch für ein langes Wochenende. Fahren jetzt das erste mal mit unserem Kastenwagen rüber dürfen blow nicht den Stecker für deren Büchse vergessen für Strom.

fuchsroere am 09 Okt 2017 21:33:38

Danke für den tollen Bericht wir waren auch 2013 dort und könnten nach deinem Bericht direkt wieder los :ja:

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