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Schwedentour 2017


Ruediger62 am 24 Aug 2017 12:37:47

So, der Reisebericht unserer diesjährigen Schwedentour ist fertig, Grobe Route: Die Fähren Fehmarn - Rødby, Helsingør - Helsingborg, die E4 über Stockholm, Uppsala bis zur Höga Kusten. Dann nach Vilhelmina an der E45 (Inlandsvägen), über den Vildmarksvägen nach Strönsund. Südwärts nach Mora am Siljansee, Hunnebostrand am Skakerrak, Kullen-Halbinsel. Über die Öresund-Brücke und Fehmarn nach Hause.

Unten gibt es den ASCII-Text, und hier
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den Bericht als PDF mit Bildern.

Gruß
Rüdiger




Schwedenreise 2017
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Schon zum vierten Mal mit dem Wohnmobil nach Schweden, allmählich wird das zur Gewohnheit. Aber Schweden ist ja groß, das wird nie langweilig. In diesem Jahr wollten wir mal den Norden wenigstens ankratzen und unter anderem den Vildmarksvägen im Süden Lapplands fahren.

Dienstag 4.7.
Gegen 13:30 treffe ich beim Wohnmobil-Vermieter in Bielefeld ein. Da wir den Wagen schon im Vorjahr hatten, sind die Übergabeformalitäten schnell erledigt. Zuhause angekommen, kann das Einpakken beginnen. Wie immer sind wir nicht so schnell fertig wie gedacht, doch kurz vor 18:00 Uhr geht es los. Die Fahrt verläuft völlig problemlos, so dass wir um 23:00 Uhr nach 471 km den Wohnmobil-Stellplatz Johannisberg auf Fehmarn erreichen. Ein sehr schöner, gepflegter und preiswerter Platz, ideal für Leute, die die Fähre von und nach Dänemark benutzen wollen. Der Platz ist Tag und Nacht geöffnet, es gibt Toiletten, Duschen, Küche und Waschmaschine. Außerdem Hühner, Kaninchen, Bienen und einen Esel. Wer möchte bekommt morgens Eier und Brötchen.

Mittwoch 5.7.
Wir sind früh auf und bereits kurz nach 8 an der Fähre. Mit Wartezeit, Ein- und Ausschiffen dauert die Überfahrt 1½ Std. Ohne Stopp durchqueren wir Dänemark und setzen mittags von Helsingør nach Helsingborg über. Im Eiltempo geht es auf der E4 durch Südschweden. Gegen 17:00 Uhr beziehen wir einen Stellplatz an der Schleusentreppen Berg am Götakanal. Hier waren wir bereits vor drei Jahren. Eine beeindruckende Anlage, in der die Schiffe in 7 hintereinander liegenden Schleusenkammern 18,80 m gehoben bzw. gesenkt werden. Alles ist noch weitgehend im Originalzustand von 1832, nur die Schleusentore werden heute nicht mehr von Hand bewegt, sondern mit einer Fernbedienung gesteuert. Leider haben die Schleusenwärter bereits Feierabend gemacht.

Donnerstag 6.7.
Weiter nach Norden, der Mitternachts-Sonne entgegen. Bei strahlendem Sonnenschein geht die Fahrt durch Stockholm, an Uppsala vorbei zur Höga Kusten (Hohe Küste), schwedisches Weltkulturerbe. Gegen 17:00 Uhr checken wir auf dem Campingplatz Norfällsviken auf der Halbinsel Nordingrå ein.

Freitag 7.7.
Heute ist Ruhetag, Wir fahren ein wenig auf der Halbinsel herum. Die Villa Fraxinus besitzt eine sehr schöne Gartenanlage, die man besichtigen kann. In der Kirche von Nordingrå wird gerade für ein Konzert geprobt. Wir inspizieren den neuen Traffikverkehrt-Rastplatz, vorbildlich mit WC, Wasser und Toilettenentsorgung für Wohnmobile. Traffikverkert ist die schwedische Verkehrsbehörde, die für den Unterhalt der Bahn und Straßen zuständig ist und auch viele Rastplätze unterhält. Immer sauber und gepflegt. Das hat natürlich auch etwas mit der geringen Verkehrsdichte zu tun. Am frühen Abend genießen wir die Sonne an einem schönen Badeplatz, an dem wir ganz alleine sind. Norfällsviken

Samstag 8.7.
Endlich geht es zum Vildmarksvägen über die Reichsstraßen 332, 334 und 90 nach Vilhelmina in Süd-Lappland. Es gibt mal wieder Probleme beim Tanken. Anscheinend ist es so: Wenn man an Zapfsäule 3 tanken will, muss man zur 20m entfernten Zapfsäule 1 gehen, dort die Kreditkarte reinstecken und angeben, dass man an Säule 3 tanken will. Bis ich das raus habe ist die Zapfsäule 1 frei und ich tanke lieber gleich dort. Eigentlich hatte ich gedacht, ich kenne inzwischen alle Varianten beim Tanken in Schweden, aber das ist neu. Außerdem lernen wir heute alle Varianten schwedischer Baustellen kennen. Frisch geteerte Straßen ohne Markierung, 10 km Schotterstrecke und als Höhepunkt „Guided Tour“ durch die Baustelle.
Vier km Baustelle sind auf beiden Seiten durch Ampeln gesichert. Wir warten, bis ein Auto mit einem großen Schild auf dem Dach kommt, dort steht so etwas wie „Follow me“ auf schwedisch drauf. Der Fahrer schaltet die Ampel auf grün und dann fährt die ganze Kolonne hinter dem Fahrzeug durch die Baustelle. Auf der anderen Seite das gleich Spiel in entgegengesetzter Richtung.
Viele Baustellen haben wir bisher nicht in Schweden gesehen, bei dem geringen Verkehr läuft das auch ganz entspannt. Nebenbei, in Schweden gibt es keine Verkehrnachrichten. Warum nicht? Weil es keine Staus gibt. Auf den Autobahnen reicht meistens eine einspurige Verkehrsführung wenn gebaut wird. Viel Aufwand treiben die Schweden nicht beim Straßenbau. Meist wird auf die alte Teerschicht einfach eine neue aufgetragen. Das führt irgendwann allerdings zu Spurrillen. Andererseits, die Saison ist kurz, das Land ist groß und die Verkehrsdichte gering.

In Vilhelmina angekommen werden erstmal die Vorräte ergänzt. In den nächsten Tagen gibt es dazu kaum noch Gelegenheit. Die Kirche können wir leider nicht besichtigen, sie ist am Samstag geschlossen Und dann der Höhepunkt des Tages. Auf einem Berg oberhalb der Kirche wird das traditionelle Leben der Samen vorgestellt. Unvermittelt sitzen wir mit zwei Engländern und einer Französin in einer Samenkote und drei Samen erzählen etwas über die Kultur ihres Volkes, den Glauben ihrer Vorfahren und einer backt etwas Brot von dem jeder ein Stück probiert. Wir sitzen auf Rentierfellen, das Feuer in der Mitte räuchert uns ziemlich ein. Wir verlassen den Ort, um auf dem nahe gelegenen Campingplatz einzuchecken. Aber alles ist voll. Wochenende, Festival im Ort. Also fahren wir 30 km den Vildmarksvägen hinauf. Die Nacht verbringen wir auf einem kleinen Platz am See mit Trockenklo. Zwei andere Wohnmobile und hunderttausend Mücken sind auch schon da. Den Wassertank kann ich mit Gießkannen aus dem See auffüllen.

Sonntag 9.7.
Da wir nicht auf dem Campingplatz übernachten konnten, haben wir zu wenig Trinkwasser. Also zurück nach Vilhelmina, Mineralwasser kaufen und tanken. Zurück auf dem Vildmarksvägen sehen wir tatsächlich ein Rentier. Als ich endlich die Kamera schussbereit habe, hat das Tier längst Reißaus genommen und trabt mit großen Sprüngen die Straße entlang, entgegen unserer Fahrtrichtung.

Bei Stalon fahren wir über eine 2 km lange Serpentinenstraße auf den Aussichtsberg. Es gibt keine Ausweichmöglichkeit; glücklicherweise kommt uns nur eine Gruppe Motorradfahrer entgegen. Oben empfängt uns ein grandioser Ausblick auf diese schöne Gegend. Auf der Weiterfahrt machen wir einen kurzen Halt am Trappstegsforsen. Wie auf Treppenstufen fällt das Wasser herab.

Bisher hatten wir Glück mit dem Wetter, nicht warm, aber sonnig. Nun fängt es an zu regnen. Deshalb besichtigen wir in Saxnäs das Haus des Malers Folke Ricklund. Nachdem wir die für Schweden typischen blauen Plastiktüten über unsere Schuhe gezogen haben, erzählt uns eine freundliche Dame auf schwedisch und englisch vom Leben des Künstlers und führt uns durch die Räume des Hauses. Auch heute noch kommen Künstler aus aller Welt, um hier im Haus für drei Wochen zu leben und zu arbeiten. Der Nächste hat sich für übermorgen angesagt. Früher zahlten die Künstler mit einem Bild, heute 750 sek pro Woche.

Zur Zeit der Christianisierung der Samen, Ende des 18. Jahrhunderts, wurden überall im Norden Kirchen gebaut. Da die Nomaden nicht jeden Sonntag zur Kirche kommen konnten, wurden zwei oder dreimal im Jahr Kirchenfeste über mehrere Tage abgehalten. Für die Übernachtung wurden rings um die Kirchen zahlreiche Hütten errichtet. Zunächst einfache Samenkoten, die aussehen wie Indianerzelte aus dünnen Birkenstämmen, später auch Holzhäuser. Über 5 km Schotterpiste erreichen wir das Kirchdorf Fatomakke. Bei strömendem Regen checken wir auf dem nahe liegenden „Natur“-Campingplatz ein. Natur heißt in diesem Fall keine Müllentsorgung, keine Entsorgungsmöglichkeit für die Camping-Toilette, Toilette 5 SEK, Dusche 10 SEK 4min!, zwei kostenlose, randvolle Trockenklos und Mücken, Mücken, Mücken. Immerhin bekommen wir den einzigen noch funktionierenden Stromanschluss und eine große, matschige Wiese ganz für uns allein.

Montag 10.7.
Auf in die Berge. Glücklicherweise ist es trocken. Es geht hinauf zum Stekenjokk, mit 870m der Höhepunkt der Reise im wahrsten Sinne des Wortes. Mit kapp über 65° Nord auch der nördlichste Punkt. Hier, oberhalb der Baumgrenze, empfängt uns eine Landschaft mit runden Felskuppen, bewachsen mit Moosen, Flechten, wenigen Blumen. Überall Schneereste, deren Schmelzwasser Tümpel und Rinnen bilden. Eine einzigartige Landschaft! Man kann das nicht mit den Alpen vergleichen. Es gibt keine steilen Hänge, alle Bergkuppen sind vom Eis rund geschliffen, das sich hier erst vor 9000 Jahren zurück gezogen hat. Einige kleine Vögel haben sich hierher verirrt, man fragt sich wovon die leben. In den ’70ger und ’80ger Jahren gab es hier eine Kupfergrube, deren Betrieb bald wieder eingestellt wurde. Deshalb wurde auch die Straße gebaut, die nur im Sommer für vier Monate geöffnet ist. Es gibt Bestrebungen, die Kupfermine wieder zu öffnen, daher sind einige Baumaschinen im Einsatz.

Im weiteren Verlauf der Straße sieht man bald wieder Birken, später verkrüppelte Kiefern. Unterwegs besichtigen wir den Gaustafallet, ehe wir über 5km Schotterpiste das Kirchdorf Ankarede erreichen. Neben der Kirche sind wieder zahlreiche Samenkoten und Holzhäuser zu sehen. Es gibt ein Versammlungshaus in dem sich auch heute noch die Samen treffen, wie man an der Einladung zur Mittsommernacht sehen kann. Unser Wohnmobil ist das einzige auf dem großen Platz, neben einigen PKW von Anglern, die in den Holzhäusern wohnen.

Dienstag 11.7.
Wir fahren weiter nach Gäddede, dem größten Ort auf unserem Rundkurs (500 Einwohner). Im Tourismusbüro holen wir uns einige Infoschriften und schauen uns die kleine aber sehr informative Ausstellung an. Sie vermittelt die Natur der Gegend und das Leben der Sami. Dann geht es bei Regen über 20km Schotterpiste zum Hällingsåfallet. Auf dem Weg dorthin müssen wir aber noch bei Frostviken Keramik halt machen. Ein Laden mit sehr effektiver Werbung. Jeder Reiseführer und auch die Dame im Tourismusbüro in Gäddede weisen darauf hin, dass man dort unbedingt vorbeischauen muss wenn man den Wasserfall besichtigen will. Wir erstehen zwei Kaffeebecher, eine kleines Kännchen, zwei Zimtschnecken und zwei Tassen Kaffee für 62€.

Der Wasserfall ist grandios! Eine große Wassermenge stürzt quer in eine 800m lange Schlucht. Es regnet, nach einer ½ Std. bin ich nass bis auf die Haut. Deshalb müssen wir auf eine mehr oder weniger langen Wanderung rund um den Wasserfall verzichten. Bei der Rückkehr in Gäddede sieht unser Wohnmobil aus als wären wir die Rallye Paris-Dakar gefahren, Dreck bis unter die Fenster. Der Tag endet bei Dauerregen auf einem kleinen Platz am Svaningsjön. Mit den Mücken haben wir uns jetzt so arrangiert: Erst werden alle Rollos herunter gezogen, dann wird im vorderen Teil des Wagens das Licht angemacht. Damit locken wir alle Mücken nach vorn. Nun schließen wir die Tür zwischen Wohn- und Schlafteil und machen vorn alle Mücken platt. So ist der Schlafteil mückenfrei.

Mittwoch 12.7.
Nach 50 km erreichen wir wieder die E45 (Inlandsvägen). Damit ist die Runde über den Vildmarksvägen beendet. Eigentlich wollten wir nur bis Östersund, 100km südlich, fahren. Dort angekommen, ist das Wetter aber so grauenhaft, es regnet bei 9°C, dass wir beschließen, die Fahrt nach Süden fortzusetzen. Am Abend, nach 500km und 11 Std. Fahrt, erreichen wir Mora am Siljansee. Dort gibt es auch den ersten Stau, die Zivilisation hat uns wieder.

Donnerstag 13.7.
Schönes Wetter, Sonne und Wolken. Wir wollen einen Tag bleiben. Mit dem Rad fahren wir die
10 km nach Nusnäs. Hier werden die berühmten Dalarna-Pferde hergestellt. Man kann den Pferdeschnitzern und Malern bei der Arbeit zuschauen. Wir sind schon zum dritten Mal hier. Zurück in Mora beobachten wir die Ankunft der Inlandsbahn. Nur ein unscheinbarer Triebwagen, aber die 20 Leute die aussteigen, waren weit oberhalb des Polarkreises, in Storuman, Arvidsjaur, Jokkmok und Galliväre. Manche sogar über Kiruna bis Narvik und sie haben mindestens eine Woche keine Nacht mehr gesehen. Wir bummeln durch die kurze, aber lebhafte Fußgängerzone, ehe wir zum Campingplatz zurückkehren.

Freitag 14.7.
Die Fahrt geht weiter südlich nach Torsby am Nordende der Frykenseen. Zwei Seen, zusammen 70km lang und zwei km breit. Sonne und Wolken. Am Systembollaget (staatlicher Alkoholladen) herrscht reges Treiben, man bereitet sich auf das Wochenende vor. Einer hat es nicht mehr geschafft sich auf die Bank zu setzen. Das Publikum ist bunt gemischt. Der Ort gefällt uns nicht, deshalb wollen wir am nächsten Tag weiterfahren.

Samstag 15.7.
Eigentlich war die Westküste am Skagerrak unser Ziel. Da man dort am Wochenende kaum einen Platz bekommt, machen wir einen Zwischenstop in Åmål. Unser Stellplatz hat eine traumhafte Sicht über der Vänersee, der etwa 10mal so groß ist wie der Bodensee. Die Toiletten-anlage und das angrenzende Gewerbe-gebiet dämpfen die Begeisterung etwas.

Sonntag 16.7
Packen bei Regen. Das ist immer blöd, weil man die nassen Sachen im Wohnmobil schlecht trocknen kann. Wir wollen nach Fjällbacka an der Westküste. Wie erwartet ist der Ort rappelvoll und wir finden den Campingplatz nicht. Deshalb geht es weiter nach Hunnebostrand. Ein netter Sportboothafen weiter südlich. Hier waren wir bereits vor drei Jahren, unser persönlicher Favorit in der Gegend. Der Campingplatz hat noch etwas frei, wohl auch deshalb, weil sie vergessen haben das „full“-Schild am Eingang wegzunehmen. Kaum steht der Wagen, kommt die Sonne heraus.

Montag 17.7.
Der Hafen im Ort ist wirklich sehenswert, Boote, Boote, Boote. In der nächsten Bucht dasselbe Bild und in der übernächsten auch. Selbst wenn jeder ein Boot hätte, so viele Schweden gibt es doch gar nicht. Im Hafen haben die üblichen Andenken- und Imbissbuden geöffnet. Die Sonne gibt alles, aber es weht ein starker Wind. Deshalb bleiben die Boote heute an den Liegeplätzen. Wir schauen uns alles an, sitzen am Hafen, lesen…

Dienstag 18.7.
Dasselbe Programm wie gestern. Wir steigen auf einen der rund geschliffenen Felsen, die hier zahlreich in der Landschaft liegen als hätte sie ein Riese dort platziert. Der Wind hat nachgelassen, deshalb herrscht heute reger Bootsverkehr. Da gibt es viel zu filmen und zu fotografieren.

Mittwoch 19.7.
Heute geht es auf die Kullen-Halbinsel, ganz im Süden, in der Nähe von Helsingborg. Damit sind wir quasi schon wieder auf dem Weg nach Hause. Die Gegend hat im Reiseführer zwei Sterne, muss man also gesehen haben. Schon vor dem 1. Weltkrieg war das ein beliebtes Reiseziel vieler Berliner. Das Wetter: Sonne, Sonne, Sonne, 20°C. Der Campingplatz Mölle ist sehr gepflegt, kostet aber 400 SEK pro Nacht (42€) mit Strom. Mit dem Rad erkunden wir den kleinen Ort. Der Hafen kann mit Hunnebostrand nicht mithalten. Es gibt einige Hotels und einen kleinen Badeplatz. Ein kleiner netter Küstenort.

Donnerstag 20.7.
Wir wollen ein wenig die Halbinsel erkunden. Mit dem Rad fahren wir 3 km nach Mölle und weiter geht es zu Fuß zur Nordwest-Spitze des Kullen Berges. Der Weg ist sehr holprig und steinig, wir hätten doch lieber die Wanderstiefel anziehen sollen. Zurück in Mölle hat sich der Himmel bezogen.

Freitag 21.7.
In der Nacht hat es stark geregnet, der Campingplatz leert sich. Wir fahren mit den Rädern bei Nieselwetter nach Höganäs. Viele Radwege gibt es ja nicht in Schweden und oft geht es bergauf und bergab. Aber hier hat man einen sehr schönen, 10km langen Radweg entlang der Küste auf einer ehemaligen Bahntrasse angelegt. In Höganäs gibt es ein Outlet-Center mit verschie denen Läden. Drinnen ist es wenigstens trocken, so dass Diskussionen der Form:“ Muss das denn sein…“ entfallen. Außerdem, Glas und Keramik überzeugen nicht wirklich.

Samstag 22.7.
Weiter nach Deutschland. Über die Öresund-Brücke und die Fähre ab Rødby erreichen wir Fehmarn gegen 16:00 Uhr. Die Strecke über die Öresund-Brücke ist zwar 40 km weiter als mit der Fähre, aber man muss nicht warten und der Preis ist etwa gleich. Da die Biervorräte aufgebraucht sind, wollen wir noch schnell ein Sixpack im Bordershop im Hafen kaufen. Ich hatte mir so was wie einen Getränkemarkt vorgestellt. Tatsächlich kommen wir in einen dreistöckigen Alkohol-Tempel, in dem es wirklich alles gibt was Alkohol enthält. Und das zu ziemlich gepfefferten Preisen. Unverrichteter Dinge verlassen wir das Geschäft.

Eigentlich wollten wir zwei Nächte auf Fehmarn bleiben. Aber das Wetter ist so schlecht, dass wir beschließen nach Lübeck weiter zu fahren.

Sonntag 23.7.
Wegen des schlechten Wetters steht heute eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Gegen 8 Uhr gibt es erstmal ein fürchterliches Gewitter, aber als wir um halb elf mit dem Bus in die Stadt fahren, klart es schon auf. Wir absolvieren den von Fremdenverkehrsbüro vorgeschlagenen Rundgang vom Holstentor bis zum Niederegger Marzipanverkauf. Die Stadt hat ja viel zu bieten. Etliche Kirchen, Buddenbrookhaus, Rathaus, Holstentor und Vieles mehr. Zwischendurch gibt es einen Schauer, aber da sitzen wir gerade in einem Café. So endet der Tag, ohne dass wir die Schirme aufspannen mussten.

Montag 24.7.
Zum Abschluss der Reise besuchen wir Verwandtschaft in Ostfriesland. Bei Bremen gibt es, wie im Vorjahr einen großen Stau und es regnet mal wieder. Wir bekommen einen ruhigen Platz im Vorgarten bei bester Versorgung und es gibt ein nettes Wiedersehen.

Dienstag 25.7
Gegen 13 Uhr sind wir wieder zuhause. Bei strömendem Regen müssen wir den Wagen ausräumen und reinigen, fürchterlich!

Mittwoch 26.7
Kurz vor 10 erreiche ich den Vermieter in Bielefeld, der froh ist, dass ich ihm den Wagen nach
5000 km ohne Schäden übergebe.


Kurzes Fazit: der Norden Schwedens ist eine faszinierende Landschaft. Wir haben Einiges über die Kultur der Samen kennen gelernt. Das Wetter war eher kühl, trotzdem gab es viel Sonne aber auch einige Regentage. Im Norden hatten wir große Probleme mit Mücken. Wir haben ein einziges Ren gesehen und wieder keinen Elch. Ob wir noch mal hinfahren? Zu Schweden gibt es eigentlich keine Alternative. Vielleicht machen wir nächstes Jahr mal ein „Best of“ in Südschweden.

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volkermuenster am 24 Aug 2017 19:40:07

Hallo Rüdiger,

vielen Dank für den Bericht und Fotos (auf der Homepage).
Da sag ich doch: Daumen hoch.

Beste Grüße
Volker

leoline am 25 Aug 2017 07:48:50

Ich schließ mich Volker an - war sehr schön zu lesen auch auf der HP.
Wir waren diesmal auch das erste Mal im Frühsommer in Schweden, Südschweden, und wir kommen garantiert wieder! Allerdings auch dann wieder nicht in der Hochsaison :mrgreen: .
Im Mai/Juni war alles leer und völlig entspannt.

TiborF am 25 Aug 2017 08:20:54

Ein wunderbarer Bericht - so schön geschrieben, dass man es sich auch ohne Bilder alles sehr gut vorstellen kann.
Wir sind ja auch große Schweden-Fans und waren auch schon 2 x dort. Es zieht uns immer wieder dort hin.

Ruediger62 am 25 Aug 2017 16:32:24

Den Bericht im PDF-Format mit Bildern gibt hier
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Gruß
Rüdiger

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