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Reisebericht Griechenland September 2017 1, 2


Ulf_L am 02 Okt 2017 17:09:29

Hallo

Das ist mal wirklich alles sehr schön zu lesen. Ich bin immer wieder begeistert, was manche Leute für ein großartiges Talent haben, andere an Ihren Reisen Teil haben zu lassen, vielen Dank.
Griechenland steht bei uns nächstes Jahr im Frühjahr schon fest auf dem Plan.

Jassas und viel Spaß noch.

Gruß Ulf

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Rofalix am 02 Okt 2017 20:43:58

Kitsch und "no Fish"

Der Entschluss heute Morgen ist schnell gefasst: wir bleiben heute stehen! Wasser haben wir noch, Trinkwasser auch, die WC-Kassette hat noch Kapazitäten und verhungern müssen wir auch noch nicht.

Also nehme ich unsere Fahrräder vom Ständer und wir radeln 4km nach Agrilos zum Märchenschloss. Das hat ein Künstler gestaltet und erbaut, um die Menschen zu erfreuen. Wir erspähen es schon von weitem, weisse Türmchen mit roten Dächern, grosse Figuren im Garten. Die Zufahrtsstrasse zum Schloss ist schnurrgerade aber in bedenklichem Zustand und mit dem Womo nicht zu machen. Wir haben schon mit unseren Fahrrädern mühe. Parkplatz Fehlanzeige, schon gar nicht für ein Wohnmobil.


Märchenschloss Agrilos

Das Schloss sieht aber genau so aus, wie man als Kind eines gezeichnet hätte. Und hätte es man dann noch farbig ausgemalt, sieht es so aus, wie auf unseren Fotos. Echt kitschig! Nur das Meer im Hintergrund will nicht so recht passen. Aber jetzt mal ganz ehrlich, über Geschmack lässt sich streiten, aber uns gefällt es richtig toll und der Künstler hat bei uns den Sinn des Schlosses voll erfüllt. Leider kann man das Schloss nicht mehr von innen besichtigen, nach dem Tod des Künstlers wurde es verkauft und nun ist es in Privatbesitz und bewohnt. Trotzdem darf man rundherum laufen und Fotos machen.

Der Künstler hat übrigens der benachbarten Stadt noch einige Kunstwerke vermacht, ebenso kitschig wie bizarr. Zum Beispiel ein Abbild des Eiffelturms an einer Kreuzung, wo wir gestern vorbei gefahren sind.


Eiffelturm in Filiatra

Nach der Besichtigung des Schlosses fahren wir noch etwas weiter in die kleine Ortschaft. Viel ist aber nicht los, eigentlich gar nichts. Die zwei Restaurants haben geschlossen, die Dorfkirche sieht schön aus und am Hafen flicken zwei Fischer ihre Netze. Mehr sehen wir nicht, also wieder zurück zum Womo.

Nach einem Bad in der schönen Bucht (Anita hat inzwischen schon sicher Schwimmhäute bekommen) bäckt Anita noch ein frisches Brot. Butter, Honig und Konfitüre haben wir noch von unserem letzten Einkauf beim Bauern, das Fleisch ist alle, das haben wir gestern Abend noch gegrillt. Wenn wir Glück haben, fangen die beiden Griechen, die mit Harpunen vor zwei Stunden ins Meer sind, einige Fische. Dann könnten wir ihnen zwei für das Abendessen abkaufen. Aber sie sind noch nicht zurück, ist das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen?


frisches Brot

Wir geniessen den Tag, erholen uns bei 28 Grad an der Sonne und schauen immer wieder auf die kleine Bucht. Es hat heute mehr Leute hier wie gestern Sonntag, nämlich in etwa neun ausser uns. Andere Wohnmobilisten haben wir hier immer noch nicht getroffen.

Ach ja, und Fische gab es auch keine…

Nochmals ach ja, die Südseite der Bucht ist genau so schön und mit dem Womo besser zu erreichen

Rofalix am 02 Okt 2017 20:45:03

Danke übrigens für all die Komplimente. Die liest man natürlich gerne...

Nur noch knapp eine Woche und wir müssen auf die Fähre zurück.

Rofalix

Rofalix am 03 Okt 2017 19:10:08

Am Ziel meiner Pilgerreise - Olympia

21 Jahre nach meiner Teilnahme an den Olympischen Spielen erreiche ich endlich ihren Geburtsort


endlich am Ziel

Ich bin gewarnt worden, das antike Olympia ist nur noch ein Haufen Steine, wo höchstens noch die Umrisse der alten Tempel und Stadien zu erkennen sind.


einen Haufen alter Steine

Alles egal, ich will da hin! Darum packen wir heute Morgen an unserem schönen Plätzchen direkt am Meer zusammen und fahren die 73km Richtung Olympia. Wir haben gemerkt, dass wir ja gar nicht mehr so lange Zeit haben und nichts mehr davon vertrödeln können, sonst verpassen wir dann noch die Fähre unserer Heimfahrt.

Mit jedem Kilometer den wir näher kommen, gibt es mehr Wegweiser Richtung Olympia. Die Strasse ist aber alles andere wie boulevardmässig und ganz und gar nicht standesgerecht wie es für so einen historischen Ort sein sollte. Dann endlich die Ortstafel und an den vielen Bussen müssen wir da richtig sein. Schnell ist ein Parkplatz gefunden und wir machen uns aufgeregt (oder bin nur ich aufgeregt?) auf den Weg zur antiken Stätte. Der Eintritt von 12€ pro Person finden wir jetzt noch human und dann sehe ich sie, die antike Stätte, wo seit 776 v. Chr. 1169 Jahre lang alle vier Jahre die Olympischen Spiele ausgetragen wurden. Während den Olympischen Spielen, und einige Tage davor und danach, wurden bei allen laufenden Kriegen einen Waffenstillstand vereinbart der in allen 293 Austragungen nie gebrochen wurde. Wäre doch das nur heute auch möglich…


alte Tempel und Sportstadien

Hätte ich in jener Zeit gelebt und wäre ein freier Grieche gewesen, ich hätte garantiert daran teilgenommen. Allerdings weiss ich noch nicht, in welcher Disziplin: Faustkampf, Fohlenzweigespann, Ringen oder Fünfkampf. Am ehestens wohl am Dolichos (Mittel- oder Langstreckenlauf). Als Sieger hätte ich einen wilden Olivenkranz bekommen und in meiner Heimatstadt hätte ich in meiner Lebenszeit keine Steuern mehr bezahlen müssen, hätte eine Loge im Theater bekommen und wäre von all meinen Landsleuten wie ein Gott verehrt worden. Was für ein Leben! Dabei habe ich doch nur 150$ Sackgeld, einiges an Bekleidung und die Reise nach Atlanta bezahlt bekommen. Na gut, ich hab ja auch nicht gewonnen…

Die Steinruinen lassen mich träumen und ich stelle mir vor, wie in dem Tempel die Schiedsrichter vor über 2500 Jahren vereidigt wurden, wie die Siegerehrungen abliefen und wie die Zuschauer (ohne Frauen, deren war der Zutritt verboten) zujubeln. Mir gefällt es hier in Olympia, das Gelände ist ziemlich gross und was perfekt ist, alle Beschriftungstafeln zu den Tempeln, Stadien etc. sind auf griechisch, englisch und deutsch beschriftet! Mir gefällt es hier viel besser wie in Delphi.

Das archäologische Museum lassen wir aus, dafür besuchen wir das Museum der antiken Spiele, dort hat es noch genügend Archäologie drin und wieder die tollen Beschreibungen auf Deutsch.

Nach insgesamt zwei Stunden sind wir durch und statten zu Fuss dem (touristischen) Städtchen einen Besuch ab. Überall Flaggen mit den olympischen Ringen, aber hier haben sie das Recht dazu. Wenn an einem andern Ort solche Flaggen gehiessen werden, folgt subito eine Abmahnung und Busse durch das IOC. Und ganz ehrlich, ich kaufe mir noch ein T-Shirt mit dem Olivenkranz und dem Schriftzug Olympia. Wer, wenn nicht ich, hat denn schon das Recht, dieses T-Shirt zu tragen?


mein T-Shirt

Nach einer Satziki-Suflakki-Pizza machen wir uns auf die Weiterfahrt. 40km später kommen wir problemlos auf dem Palouki-Campingplatz direkt am Meer an und richten uns gemütlich ein.


Weitere Infos
Mit dem Camper gibt es bei Koordinate 37.644108, 21.627533 einen super Parkplatz, wo man alles fussläufig erreichen kann, ca. 600m bis zur Ausgrabungsstätte und dem Museum und der Rückweg durch das Städtchen. Übernachten ist nicht gestattet, aber es gäbe noch den Campingplatz Diana (37.644572, 21.622592), wo man auch zu Fuss alles besichtigen kann.

Es lohnt sich, die Stätte am Vormittag zu besuchen, ab 13 Uhr fahren dann die Busse der grösseren Städte und der Kreuzfahrtschiffe vor und die Anzahl der Besucher nimmt schlagartig zu.

Olympiade heisst übrigens der Zeitraum von vier Jahren zwischen den Olympischen Spielen, also keinesfalls werden die Wettkämpfe so genannt, aber das wissen bei uns nicht mal die Journalisten, die darüber schreiben.

bluecamper am 03 Okt 2017 20:45:12

was...
sind schon wieder 3 Wochen rum.....

Rofalix am 03 Okt 2017 20:54:43

bluecamper hat geschrieben:was...
sind schon wieder 3 Wochen rum.....


Noch nicht ganz. Bin grad am Planen, was noch kommt, aber viel Zeit bleibt nicht mehr. Ca. noch zwei Sandstrände mit frei übernachten, dann die Brücke bei Patras und dann geht es schon auf die Fähre...

schneggenhaus am 03 Okt 2017 21:31:02

Hallo Ihr Beiden
Wir müssen uns am Eifelturm ganz knapp verpasst haben ..... Schade haben wir uns nicht gesehen ...Wir waren in sehr ähnlichen Gegenden zur ähnlichen Zeit .....Aber mit dem Motorrad mit dem wir ausgeschwärmt sind .
Wir fahren morgen Richtung Korinth und am 14. Mit der Fähre nach Ancona .....Den Hinweg haben wir über den Landwehr gemacht
Mit lg Inge und Ernst

ducato666 am 03 Okt 2017 21:54:11

Griechenland: gute Küche, nette bescheidene Menschen, das Wetter, der Himmel und die Sterne, das Meer mit kleine Badebuchten......
Hach, wir müssen nächstes Jahr wohl schon wieder hin....
Einziger Wermutstropfen dort ist der allgegenwärtige Müll. Wir haben an unseren Freisteh-Plätzen grundsätzlich eine bis zwei Tüten Müll pro Tag gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.

Viel Spaß euch und noch einen schönen Urlaubsabschluß in Ελλάδα
Ducato666

Rofalix am 03 Okt 2017 22:11:08

ducato666 hat geschrieben:Griechenland: gute Küche, nette bescheidene Menschen, das Wetter, der Himmel und die Sterne, das Meer mit kleine Badebuchten......
Einziger Wermutstropfen dort ist der allgegenwärtige Müll. Wir haben an unseren Freisteh-Plätzen grundsätzlich eine bis zwei Tüten Müll pro Tag gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.



100% Zustimmung !!! Auch wir haben vielfach Müll zusammengenommen und fachgerecht entsorgt, vor allem, da jeweils immer ein paar Schritte entfernt Müllkontainer standen.... Die freien Übernachtungsplätze haben wir immer sauberer wieder verlassen, wie angetroffen. Das Begreife ich einfach nicht, dass man in so einem schönen Land den Müll zum Autofenster hinaus wirft.

bonjourelfie am 03 Okt 2017 23:09:00

An den CP in Olympia habe ich eine nette Erinnerung, wir waren dort im letzten Jahr. Ich schrieb damals in mein Tagebuch:
"Der nächste CP ist in Olympia, 60 km weiter. Kein Problem, aber bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h dauert das noch einmal zwei Stunden. Die Fahrt ist phantastisch, wenn wir nur nicht so müde gewesen wären....Erst gegen 19 Uhr erreichten wir den CP, übrigens den bisher teuersten und schlechtesten der ganzen Reise. Dafür wurden wir herzlichst begrüßt und gleich mit Informationen überschüttet, die wir doch gar nicht wollten, alles auf französisch, und ich habe kaum etwas verstanden. Aber der 93 jährige(!) CP- Betreiber war sooo nett, wir konnten ihn einfach nicht bremsen. Schließlich sprang er behende auf, lief zügig vor unserem Womo her und zeigte uns den besten Stellplatz. So möchte ich auch alt werden."

Ich wünsch euch noch schöne Tage und eine gute Heimfahrt
LGElfie

Rofalix am 04 Okt 2017 20:45:58

Bestes Olivenöl Griechenlands


einfach traumhaft

Wir bekommen wiedermal einen Tipp für einen sehr schönen Sandstrand, wo man mit den Womos direkt davor stehen darf. Das ist für uns natürlich eine Fahrt wert, vor allem auch, da es nur 30km vom jetzigen Aufenthaltsort ist.

2km vor den eingegebenen Koordinaten im Navi müssen wir noch in einem ganz kleinen Mini-Market unsere Vorräte auffüllen und als wir die Kassiererin in Kauderwelsch englisch-deutsch spanisch (keine Ahnung warum spanisch, aber ich rede mit den Griechen irgendwie immer etwas spanisch) fragen, gibt sie uns in breitem Schweizerdeutsch Antwort. Tja, anscheinend merkt man uns das Schweizerische von weitem an…

Zwei Kilometer später stehen wir an einem wunder- wunderschönen Sandstrand. Einmal mehr kristallklares Wasser, feinsten Sand und 100m weit im Meer kann man immer noch stehen. So was hätten wir jetzt echt nicht erwartet. Nur, ein Geheimtipp ist das anscheinend nicht mehr, wir haben grad riesen Glück und können den letzten Platz in der ersten Reihe kriegen. Es sind bestimmt etwa 15 Wohnmobile hier und für drei hat es nicht mehr für die erste Reihe gereicht…


kein Geheimtipp mehr

Schnell werden wir informiert, dass die Bar super lecker ist, wo man entsorgen kann, wo Wasser holen, wo duschen. Nein, es ist weder ein Camping- noch ein Stellplatz, sondern die andern Camper klären uns auf und eine Stunde später haben wir schon wieder so viele Tipps, dass wir nochmals eine Woche problemlos in der Gegend verbringen könnten. Nur, im Meer waren wir immer noch nicht, was wir dann auch subito nachholen.

Später am Nachmittag fährt dann wieder ein Bauer mit seinem Pick-Up vor und bietet Gemüse, Wassermelonen und das beste Olivenöl des ganzen Landes an. Aber das haben wir doch schon zweimal an andern Orten gekauft, ist es nun immer dasselbe oder einfach noch besser wie die anderen? Nach Auskunft des Bauern und der anderen Camper ist es einfach das allerbeste…


wiedermal bestes Olivenöl

Wir geniessen den Tag auch hier, planen unser Programm für die letzten drei Tage und sind richtig viel im warmen Wasser. Später essen wir dann auf Empfehlung der andern Wohnmobilisten Fisch in der Bar und haben auf einen Schlag schon wieder einen Haufen neue Freunde gefunden.


Planung der letzten Tage

schaetzelein am 05 Okt 2017 14:39:04

was für eine fantastische Reise...ich könnt grad losfahren. Vielen Dank fürs mitnehmen :)

pipo am 05 Okt 2017 17:45:57

Meine Frau gerade auf Deiner Homepage die Sardinien- und die aktuelle Griechenlandreise nachgelesen und ist sichtlich begeistert.. :lach: Übrigens, tolle Homepage :mrgreen:

Aretousa am 05 Okt 2017 18:59:31

Ohje, jetzt habe ich auch Sehnsucht. Den Platz kenne ich natürlich und liebe ihn. Und das Olivenöl ist das Beste....... so wie ein paar andere auch :wink:
Wir waren ja nur sehr früh und sehr spät im Jahr dort, da gibt es dann Zitronen und Apfelsinen, so klasse!!!!!!!
Danke



Vor 12 Jahren Ende Oktober



schaetzelein am 05 Okt 2017 19:14:54

und meine Kaffeekanne war auch dabei :lupe: :-D

hach Lena....das wird ja immer schlimmer. Ich will weg :cry: :cry: :cry:

Rofalix am 05 Okt 2017 19:50:10

Kampf im Restaurant

Der heutige Tag ist schnell erzählt: nix tun, am Strand liegen und schwimmen.

Das Highlight folgte dann wiedermal beim Essen in der Strandbar. Vielfach wird in Griechenland ja statt der Speisekarte die vorhandenen Menus von der Kellnerin oder vom Kellner aufgezählt. Aber wir verstehen kein griechisch, schlecht englisch und leiden an Alzheimer im Anfangsstadium. Sobald die Aufzählungen durch sind, wissen wir schon nicht mehr richtig, was es alles gibt. Und da wir experimentierfreudig sind, bestellen wir dann jeweils die Menus, die uns im Kopf hängengeblieben sind. Aber immer zwei verschiedene, damit wir mehr ausprobieren können.

Vor vier Tagen war es dann soweit, was wir schon länger befürchteten: wir sitzen vor einem Teller voller Muscheln, die ich keinesfalls runterbringe und Anita auch nur mit grosser Mühe, und wenn sie dann noch so riechen, ist ende Feuer. Mein Menu war nicht schlecht, also teilten wir das, aber was machen mit dem Teller voller Muscheln? Zum Glück waren wir die einzigen menschlichen Gäste, die restlichen Gäste waren streunende, völlig abgemagerte, hungrige junge Katzen. Da lag die Lösung dann schnell auf der Hand. Jedes Mal wenn der Kellner beschäftigt war und nicht hinsah, gab es für die Katzen etwas Leckeres. Die haben sich gefreut und stehen total auf Muscheln! Allerdings war danach das Knurren des Magen noch nicht vorbei. Und dann kam jeweils das Peinliche: beim Kellner nochmals ein Menu bestellen. „Nix gut? Nix genug?“ Aber wir mussten durch und Anita hat dann noch einen Teller Scampi bestellt…


Das Abendessen begann Top!

Und heute passiert uns das schon wieder: Auf dem Teller liegen Tentakeln mit Saugnäpfen dran. Ok, wir haben (oder besser gesagt Anita) hat den halben Teller gegessen, aber mehr lag nun nicht drin und Katzen waren auch keine da. Zu unserer Entschuldigung, wir als Schweizer aus den Bergen kennen eben nur Fischstäbchen und nichts mit Fühler, Saugnäpfen, Scheren oder Stacheln. Und dann wieder das peinliche: wir bestellen nochmals eine Portion, aber etwas anderes… „Nix gut?“

Beim Bezahlen kam dann die Chefin persönlich und konnte sogar deutsch und fragte uns nach dem Grund. Wir waren ehrlich und sie lachte nur und fragte: Kommt ihr aus der Schweiz? Das sass dann so richtig…

Aber Lustig war es trotzdem und die Bar zum Essen am Strand ist wirklich zu empfehlen.

Wir freuen uns aber trotzdem auf morgen, denn da geht es wieder weiter und wir sehen neues. Wir sind einfach nicht die Typen, die lange am gleichen Ort stehen können.


Rofalix am 07 Okt 2017 06:44:12

Charilaos-Trikoupis-Brücke



die Brücke während dem Sonnenuntergang

Gegen Mittag verlassen wir unseren Platz, nicht ohne vorher noch einige (ziemlich viele) andere Wohnmobilbesatzungen zu verabschieden. Das dauert dann eben, und von allen mehrjährig Griechenlanderfahrenen kriegen wir noch Tipps auf unseren weiteren Weg.

Schnell sind wir auf der Hauptstrasse Richtung Patras und wir haben nun nur noch zwei kleine Problemchen: WC-Kassette voll und kein Geld mehr! Auf der Hauptstrasse kommt man wohl sehr gut vorwärts, aber ausser an Tankstellen und Kreuzungen ist fast nichts am Strassenrand. Also biegen wir irgendwann von der Hauptstrasse weg und fahren dem Meer entlang durch die Dörfer. Der erste Geldautomat den wir sehen, spuckt kein Geld mehr aus und bis zum nächsten sind es dann schon wieder einige Kilometer. Aber als wir einen erspähen machen wir es wie die Griechen, rechts ranfahren und Warnblinker einschalten. Dieser Automat spukt sogar Geld aus und wir haben Problem Nummer 1 gelöst.

Für unser Problem Nummer zwei folgen wir einem Schild "Campingplatz" und wollen dort fragen, ob wir gegen eine Gebühr entsorgen dürfen. Wir sind einfach nicht die Typen, die die WC Kassette in der Pampa oder in einem geschaufelten Loch entleeren. Der Natur würde es wahrscheinlich nichts schaden, aber wenn wir uns vorstellen, dass würden andere Womofahrer haufenweise auf unserem Grundstück machen, wären wir auch nicht erfreut. Und dann denken wir immer, wenn uns nur ein einziger Einheimischer sehen würde, auch wenn es der Umwelt nicht schaden würde, der denkt bestimmt, was sind die Wohnmobilisten für Schweine und er hätte in Zukunft alle Argumente, um gegen Wohnmobilisten zu sein. So steuern wir den beschriebenen Campingplatz an, der leider schon geschlossen hat. Mist, aber bis jetzt fanden wir immer eine akzeptable Lösung, also fahren wir doch guten Mutes weiter.

Auf der Autobahn geht es dann um Patras rum der Brücke zu. Kurz vor der Brücke fahren wir dem Wegweiser "Ferry" nach, denn wir wollen eigentlich mit der Fähre übersetzten, damit wir von der Brücke bessere Fotos machen können.

Es gibt dort jeweils zwei Anlegestellen, westlich und östlich der Brücke. Je nach Wind und Wellengang wird dann eine angefahren. Wir sehen aber schon von weitem dass heute die östliche in Betrieb ist. Nicht ideal für uns, denn so müssten wir die Brücke gegen das Sonnenlicht fotografieren, was heisst, dunkle Brücke, keine Farben, weisser Himmel. Also fahren wir mal die 300m zur westlichen Anlegestelle, alles ganz leer, viel Platz und mittendrin ein WC-Häuschen. Einfach perfekt, so entleeren wir dort unsere Kassette, Problem Nr. 2 gelöst, und machen grad noch Fotos von der „richtigen“ Seite der Brücke.



Es ist schon ein imposanten Bauwerk, die zweitlängste Schrägseilbrücke weltweit mit 2883m Länge und das gebaut in einem Erdbebengebiet, mit einer tektonischen Verschiebung der Erdplatten von 2m während der Lebensdauer der Brücke von 120 Jahren. Die Pfeiler sind nicht fest mit dem Meeresboden verbunden, sondern „rollen“ auf einer Betonplatte auf dem Meeresgrund.



Die Brücke sieht schon gewaltig und sehr imposant aus. Bauen können sie, die Griechen, seit 3000 Jahren… Nachdem wir uns satt gesehen haben, beschliessen wir doch mit dem Womo über die Brücke zu fahren, müsse noch etwas die Auffahrt in die Richtige Richtung suchen und schon schnurren wir in gemächlichem Tempo 52m über dem Meeresspiegel von Pfeiler zu Pfeiler. Da die Brücke sehr teuer ist, fahren fast keine Autos darüber, die meisten benutzen noch immer die Fähre. Allerdings, die 13.60€ für unser Womo finden wir jetzt nicht überrissen. Der gleiche Preis übrigens wie ein PKW. Nach der Zahlstelle auf der anderen Seite der Brücke verlassen wir die Schnellstrasse so schnell wie möglich und fahren durch die Ortschaft zurück zur Festung beim Brückenende, von dort sollten gute Fotos machbar sein. Die Festung ist aber schon um 15 Uhr griechische Zeit geschlossen (14 Uhr unserer Zeit) und nix mehr zu machen. Also suchen wir uns mal noch einen Parkplatz, das sich hier als sehr einfach erweist, nix los, viele geteerten Flächen und so stehen wir fast unter der Brücke.

Ganz selten zwischendurch kommt auch endlich mal die Sonne hervor, so dass wir unser schönes Foto schiessen können.

Und jetzt warten wir hier bis es dunkel ist, damit wir auch noch Fotos der beleuchteten Brücke machen können. Die Zeit vertrödeln wir mit einem Spaziergang, einen Bar besuch und mit schreiben…



PS: die Brücke war die ganze nicht nie beleuchtet, wie man sie im Web auf Nachtfotos findet. Weiss irgend jemand, warum oder wann sie beleuchtet ist?

schaetzelein am 07 Okt 2017 15:50:11

tolle Bilder...wunderbar, Dankeschön :gut:

tosys am 07 Okt 2017 17:09:23

Schöner Reisebericht.
Wollen nächstes Jahr auch für 3 Wochen runter.Der ein oder andere Stellplatz wird dabei sein.Im Gegensatz zu euch werden wir die Muscheln,Tintenfische und Scampis selber Essen.Die Katzen bekommen von uns was anderes.Einfach zu schade. ;D :wink:
Toll gemacht

Rofalix am 07 Okt 2017 18:18:23

Die Quellen von Acheron

Ich erwische die aufgehende Sonne direkt hinter der Brücke, der Tag beginnt also perfekt. Allerdings beginnt es danach während dem Frühstück zu regnen. So haben wir etwas weniger Wehmut als wir uns von Patras mit dem Womo die 270km nach Igoumenitsa auf den Weg machen. Die Fähre hätte dafür etwa 10 Stunden, wir schaffen es durch das Hinterland von Griechenland locker in vier Stunden, da liegt sogar noch ein Abstecher nach Gliki drin, um die Quellen von Acheron zu besichtigen.

Wir finden gegen Mittag bei Regen den grossen Parkplatz ohne Probleme, es stehen noch andere zwei Womos hier, die wahrscheinlich da übernachtet haben. Nun sind wir sehr gespannt über den Fluss der Unterwelt und der Toten, wo deren Seele, die einen „mittelmäßigen Wandel geführt haben“ über den Acheron zu einem See gelangen, in dem sie sich reinigen und ihre Verfehlungen abbüßen, bevor sie wiedergeboren werden.

Allerdings warten wir noch eine Stunde im Womo, machen etwas zu essen und schauen danach den ersten Sonnenstrahlen entgegen. Der richtige Zeitpunkt, die Sandalen zu schnappen und uns auf den Weg zu machen. Hinten am Parkplatz führt ein Fussweg den Fluss hinauf. Schon nach wenigen Metern sehen wir zwischen Bäumen und Felsen die ersten Quellen.

Und nicht gerade klein! Überall quirlt Wasser aus dem Boden, das in ziemlichen Bächen in den Fluss läuft. Der Wald ist mystisch, alte, verwurzelt-verknorrte Bäume überall, mit Efeu bewachsen, und zu deren Wurzeln Wasser aus dem Boden sprudelt.


mystisch

Der Abstecher hat sich jetzt schon gelohnt.


eine Quelle versorgt den Fluss mit kalten Wasser

Nach etwa 400m endet der Weg am Fluss. Jetzt heisst es, in das ganzjährig 9 Grad kalte Wasser zu steigen und im Flussbett den Fluss bergwärts zu folgen. Anita hat Mühe im kalten Wasser und kriegt in den ersten fünf Minuten Krämpfe, bis sie sich an das kalte Wasser gewöhnt hat.


Anita hat Krämpfe

Danach geht es dann aber besser. Aber diese Wanderung ist wirklich einmalig. Links und rechts sprudeln weitere Quellen aus den Felsen und wir waten einfach flusshoch, immer in der Hoffnung, dass es nicht tiefer wird. Manchmal wird es etwas kritisch, aber weder die kurzen Hosen noch der Fotoapparat wird nass. Aber dann nach etwa 500m ist Schluss, ausser wir würden uns jetzt im Fluss ausziehen und mit den Badehosen die Tiefe durchschwimmen, bis wir wieder waten könnten. Da wir weder Badehosen dabei haben noch im kalten Wasser schwimmen wollen, machen wir weiter Fotos und kehren dann um.

Im Sommer bei 40 Grad muss das ein Hochgenuss sein, die gesamten 3km der Schlucht zu durchwandern, aber heute bei 17 Grad, na ja…

Wieder beim Wohnmobil sind wir aber einhellig der Meinung, dass sich dieser Abstecher ganz klar gelohnt hat. Aber da wir nun beide kalte Füsse haben, ziehen wir uns warm an und fahren die restlichen 50km zum Fährhafen, dort soll es nach Wetterbericht sonnig sein.

Wir kommen nun schon um 16 Uhr an, die Fähre geht um Mitternacht, das Computersystem der Fährlinie läuft nicht, also haben wir Zeit, in die Ortschaft zu fahren und das letzte Mal so richtig griechisch zu essen.

90 Minuten später stehen wir mit dicken Bäuchen wieder am Schalter und können nun problemlos einchecken.

Und jetzt schreiben wir den Womoblog und warten, bis die Fähre kommt…

Rofalix am 07 Okt 2017 18:24:50

So, dass war unsere Reise in Griechenland. Wir werden heute Nacht auf die Fähre Igoumenitsa - Ancona fahren und morgen Nachmittag in Ancona ankommen. Ab da blochen wir durch Italien zurück in die Schweiz. Wir denken, dass das für euch ja nicht mehr so spannend sein wird und darum hier abbrechen werden, weitere Berichte von dieser Reise zu veröffentlichen.

Irgendwann in den nächsten Stunden werde ich auf der Fähre noch unser Fazit von der ersten Griechenlandreise niederschreiben und auf unserem Blog veröffentlichen. Auch werde ich auf dieser Fährüberfahrt einen Versuch mit unserem Tracker machen, ob wir jede halbe Stunde die Position der Fähre anzeigen können. Aber da kann ich noch nicht garantieren, wen es interessiert auf unserer Startseite unten rechts... --> Link

Allen Lesern vielen Dank fürs mitlesen und kommentieren, jede Reaktion hat uns natürlich gefreut.

Also, machts gut, geniesst es und träumt von eurer nächsten Reise

Anita & Rolf

Aretousa am 07 Okt 2017 18:25:34

Dann wünsche ich euch eine gute und vor allem ruhige Überfahrt.

tztz2000 am 07 Okt 2017 19:02:10

Toller Bericht und super Fotos.... Ihr „Fischstäbchenesser“! :D :lach:

Wir waren noch nie mit dem Womo in GR.... geplant ist’s, aber wann.... :nixweiss:
Wenn es soweit ist, dann wird Euer Bericht „hervorgekramt“..... garantiert! :ja:

Gute Heimfahrt! :)

pipo am 08 Okt 2017 08:49:05

Wie sagt man so schön: Ganz großes Kino! :mrgreen:

Ich freu mich schon auf euren nächsten Reisebericht.. :lach: :mrgreen:

Säcker am 08 Okt 2017 09:42:20

Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder.Während des Lesens habe ich richtiges "Heimweh" bekommen. Und von dem guten Essen hätten die Katzen nichts bekommen.

schneggenhaus am 08 Okt 2017 21:16:34

Sehr schöner Reisebericht den ich bei meiner eigenen Griechenlandreise mit verfolgte ☉ .... sind im Moment in Korinth und waren heute in Akropolis und im Hafen von Piräus.
Am 14. fahren wir mit der Fähre von Patras nach Ancona und zügig in die Schweiz zurück.
Bis dahin machen wir noch kleine Ausflüge ev. noch einmal Athen .
Griechenland ist sehr schön, aber seeeehr vermüllt leider, so viel kann man alleine gar nicht weg räumen egal wo, und die Bauruinen en Mass. Da gibt es viel zu tun und als Tourist kann man einen Bruchteil dazu beitragen, schade.
Vielen Dank für den superschönen Bericht von Euch ☉
Mit lieben Grüßen aus Korinth Inge und Ernst

gerri86 am 08 Okt 2017 21:37:24

Wirklich sehr informativ und unterhaltsam zu lesen, auch von mir ein Danke dafür! :)

Interssieren würde mich noch die Fährüberfahrt im Vergleich zur Anreise nach Sardinien, da wir dieses Jahr in Sardinien waren und ich auch gerne mal Griechenland sehen würde, aber etwas bedenken habe wegen der langen Schiffspassage mit 2 Kindern 5+8.

ducato666 am 08 Okt 2017 22:49:09

gerri86 hat geschrieben:Interssieren würde mich noch die Fährüberfahrt im Vergleich zur Anreise nach Sardinien, da wir dieses Jahr in Sardinien waren und ich auch gerne mal Griechenland sehen würde, aber etwas bedenken habe wegen der langen Schiffspassage mit 2 Kindern 5+8.

Ach, die geht schon rum.
Deckpassage sollte man sich m. M. mit kleinen Kindern ehr nicht antun. Innenkabine tut's auch, wenn man nicht unter Klaustrophobie leidet. Besser wäre COB, bieten aber nicht mehr viele (meines Wissens nur Superfast). Von den 20h Überfahrt pennen die dann schon mal 10. Die restlichen 10 bekommt man am Pool, im Spielbereich, beim Essen, beim um's Schiff laufen und beim Kartenspielen schon rum, auch nix anderes als die Tagespassage nach Sardinien.
Badesachen und Handtuch sowie Spielkarten nicht vergessen.
Wenn dann noch Delphine in der Bugwelle springen, ist's perfekt.

An Rofalix ganz herzlichen Dank für den tollen Bericht aus meinem Lieblingsreiseland.
Die Schlucht des Acheron bin ich nachdem ich Frau und Kinder im Cafee geparkt habe ganz rauf gelaufen. Weiter oben wird's einsam und wild, da muß man auch mal (kurze Stücke) gegen die Strömung schwimmen. Toll ist auch der Wanderweg oberhalb durch die Wildnis.

bluecamper am 09 Okt 2017 18:05:43

Also ich hätte mich sehr über die Muscheln und Scampies gefreut :D

Ich bekomme gerade Lust, innerhalb der kommenden Herbstferien für 2 Wochen überzusetzen.
Meint Ihr, dass es sich lohnt? Hat Ende Oktober Anfang Nov. da überhaupt noch etwas auf?

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