Das Ganze läuft so ab:
wenn der Strafzettel für ein ausländisches Kfz. nicht gleich in Schweden (gilt auch für fast alle anderen EU Länder incl. Norwegen; Ausnahme Österreich !) bezahlt wird, verkauft der Aussteller des Strafzettels (z.B. die Stadt Stockholm oder auch der schwedische Staat) seine Forderung an ein privates Inkasso-Unternehmen (z.B. Euro-Parking-Collection) für einen Bruchteil des Nennbetrages.
Damit ist für den Aussteller des Strafzettels der Fall abgeschlossen !!!
Man muss deshalb auch bei einer späteren Polizeikontrolle keine Unannehmlichkeiten befürchten !
Das o.g. private Inkasso-Unternehmen versucht nun auf eigene Rechnung aber unter dem Anschein einer öffentlich-rechtlichen Forderung den Nennbetrag (plus bei Nichtzahlung auch noch erhebliche Mahngebühren) zu kassieren.
Dies geschieht bei Nichtzahlung nach dem ersten Schreiben mit vielen weiteren Mahnschreiben.
Diese Forderungen sind jedoch in dem Heimatland des Halters rechtsgrundlos und deshalb gerichtlich nicht einklagbar, deshalb bleibt es auch bei den Mahnschreiben.
So nach ca. 5-10 Mahnschreiben gibt es das Inkasso-Unternehmen dann auch auf.
Also wer die Mahnschreiben immer schön gleich in den Papierkorb wirft, macht keinen Fehler.
Nachdem aber immer wieder auch mal jemand zahlt (oder sogar die meisten ??) geht das Geschäftsmodell der Inkassofirmen auf.
Ich kenne das ganze Procedere von der Maut in Norwegen, einem Parkverstoß in
Norwegen (85 EUR wg. 3 min. Parkzeitüberschreitung), und einem Parkverstoß in Schweden (ca. 40 EUR).
Es kommen wie gesagt viele Briefe. Die Altpapiertonne wird halt schneller voll.
Erst wenn man mal (in Deutschland) Post vom Bundesamt für Justiz bekommen sollte, sollte man den Inhalt auch unbedingt beachten. Das wird jedoch nur bei sehr schweren Verkehrsverstößen im Ausland (z.B. schwere Verkehrsgefährdungen durch überfahren einer roten Ampel etc.) passieren, wenn überhaupt.
Denn das Bussgeld kassiert immer das Heimatland und wird NICHT ins Ausland weitergeleitet. Da hält sich das Interesse an der Strafverfolgung in Grenzen und man verkauft deshalb lieber seine Forderung an ein Inkasso-Unternehmen.
Gruß
Stefan