frankjasper8 am 20 Okt 2017 21:14:13

In den letzten Tagen des Monats August zieht es ja viele Camping-Freunde an den Rhein, denn in Düsseldorf lockt ja Ende August/Anfang September in jedem Jahr der "Caravan-Salon", die wohl größte Messe für Campingfahrzeuge und -zubehör.
Auch meinen nächsten Urlaub habe ich mit einem Besuch in Düsseldorf verbunden, anschließend erkundete ich dann noch einige Ziele in der Region am Niederrhein. Es sollte diesmal ein ruhiger Urlaub ohne große "sportliche" Unternehmungen werden; ich denke aber, daß allein schon die Erkundung der Region, ob nun per Fahrrad oder auch mal zu Fuß eine "sportliche Betätigung" darstellt.
Wer Lust hat, meine Reise zu verfolgen, ist natürlich wieder gern zum Mitfahren eingeladen. Und jetzt geht´s los!


Der erste Reisetag:

Endlich! Die Räder des Wohnmobils rollen wieder. Es ist Sonntag, der 27. August und ich starte durch zu neuen Abenteuern. Noch letzte Beladungsarbeiten, nachdem am Vortag schon das meiste verstaut war. Dann konnte es losgehen. Abfahrt von Zuhause um 8:30 Uhr. Wie bei meinen Touren in westlicher Richtung üblich, führt mich der Weg zunächst von Einbeck durch den Solling in Richtung Weser. Tankstop in Einbeck. Mit vollem Dieselbunker geht es dann durch die Höhen des Sollings, mühelos schnauft sich der Ducato mit seinen 128 Pferdchen unter der Motorhaube durch´s Gebirge. :D
Schon bald fallen mir die ersten Dinge ein, die ich zuhause vergessen habe: Brot, Sonnencreme... egal, kann man alles unterwegs irgendwo kaufen... Aldi gibt´s ja überall. :)
Die Weser ist erreicht





Von Boffzen bis Lauenförde fahre ich am östlichen Flußufer entlang. Lauenförde, der Ort, wo der berühmte "Deutz-Willi" wohnt, der alte Herr, der aktuell gerade mit seinem Traktor "Robert" und einem Wohnwagen hintendran eine Urlaubsreise nach Russland gemacht hatte und vorher bereits nach Mallorca und zum Nordkap gereist war.

Dann bei Beverungen über die Weserbrücke und über Warburg zur Autobahn A 44.



Vorbei an Paderborn und Soest am sogenannten Haarstrang entlang, erreiche ich das Autobahnkreuz "Dortmund/Unna" und wechsele auf die A 1 Richtung Hagen,Wuppertal, Leverkusen.
Und dann ist es auch nicht mehr weit zu meinem ersten Tagesziel in Wuppertal. Noch schnell ein Stop auf einem Rastplatz an der Autobahn, hatte Mutti mir doch eine Portion Kartoffelsalat vom Grillen am Vortag mitgegeben.
Bei der Gelegenheit schaute ich doch gleich mal auf dem Smartphone, wo man in Wuppertal seine "Wohnkutsche" über Nacht deponieren kann. Smarti weiß ja sowas immer!
Hier im Forum hatte ich ja im Vorfeld bei meiner Vorplanung ganz tolle Tipps für diese Tour bekommen, einer davon kam von Lena. Sie hatte mich auf den Wuppertaler Zoo aufmerksam gemacht und dort gibt es doch tatsächlich eine Parkmöglichkeit für mein "rollendes Hotelzimmer". Also füttere ich schnell das Navi mit den erhaltenen Angaben und dann führt mich "Uschi", so nenne ich die Stimme des Navigationsgerätes, direkt in die "Kornstrasse". Im Stadtteil Elberfeld, unweit des Zoos gelegen, befindet sich die Kornstrasse. Das ist nur eine kleine Strasse, an dessen Ende sich ein Parkplatz befindet. Hier sind 5 Stellflächen für Wohnmobile vorgesehen. Als ich da ankomme, stehen auch schon zwei oder drei Fahrzeuge dort und ich parkte den Bürstner zwischen seinen Artgenossen. --> Link
Schon bei der Anfahrt mußte ich direkt an der Strecke der Schwebebahn entlang fahren und so ging ich jetzt die paar Schritte bis zur Haltestelle "Sonnborner Strasse" und löste am Fahrscheinautomaten für 6,80 € eine Tageskarte. Ich wollte mit der Schwebebahn ja auch mal fahren, wenn ich nun schon in Wuppertal war. Alle paar Minuten kommt so eine Schwebebahn vorbei.



Ich steige ein in so einen Zug und erlebe ein völlig neues Fahrgefühl. Schwebebahn fahren ist wie als wenn du fliegst! Und die Strecke folgt fast gänzlich dem Flusslauf der Wupper.



In der Sonnborner Strasse schweben wir oberhalb der Strasse zwischen den Wohn- und Geschäftshäusern, dann schon der nächste Halt, Station "Zoo", dann ging es oberhalb der Wupper weiter bis zum Endbahnhof Oberbarmen. Hier muß man aussteigen, der Zug wendet in einer Schleife



und fährt wieder zurück Richtung Vohwinkel
Ich bummele ein paar Minuten herum und entdecke eine Eisdiele mit gutem Blick auf die Strecke der Bahn. Da es entsprechend warm ist an diesem Sonntag, genehmige ich mir eine innerliche Abkühlung.

Gerade kam noch der "Kaiserwagen" vorbei, ein historischer Zug der Wuppertaler Schwebebahn. --> Link



Dann nahm ich irgendwann die nächste Bahn zurück bis Vohwinkel und auch hier steigt man wieder aus, die Bahn wendet und stellt sich hinten an, bis es wieder Richtung Oberbarmen weitergeht. So kam ich dann an der Haltestelle "Zoo" an und ging zurück zum Wohnmobil und genoß noch das Super-Sonntags-Sommerwetter.
Für den ersten Reisetag hatte ich genug gesehen, jetzt war relaxen angesagt.

Tagesstrecke: 286 Kilometer

Informationen zum Stellplatz in Wuppertal:
der kostenlose Stellplatz in der Kornstraße in Wuppertal-Elberfeld bietet in 5 gekennzeichneten Parkflächen Platz auch für große Fahrzeuge. Angrenzend in der Sonnborner Straße befinden sich mehrere Restaurants, Bäckerläden und auch ein Aldi. Haltestelle der Schwebebahn in der Sonnborner Strasse etwa 300 m entfernt, zum Zoo etwa 1000 m Fußweg.
Am SP gibt es keine V+E-Einrichtung und keinen Stromanschluß.

Koordinaten: N 51´14"15 O 07´06"04

frankjasper8 am 21 Okt 2017 13:34:52

Tag 2: Montag, 28. August 2017

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Stellplatz ging es bereits um kurz nach 8 Uhr weiter, zunächst zum nahen Aldi. Ich hatte einige Dinge vergessen einzupacken und mußte deshalb nun gleich mal die Reisekasse belasten.
Gleich auf dem Parkplatz wurde noch gefühstückt und dann machte ich mich auf, die Umgebung von Wuppertal zu erkunden. Hier im Forum erhielt ich im Vorfeld dieser Reise den Tipp vom sogenannten "Rigi-Kulm" --> Link in einem Wuppertaler Ortsteil. Hier handelt es sich um einen fast 100 m hohen Fernmeldeturm der seinerseits schon in 330 m Höhe auf den Wuppertaler Südhöhen steht.



Der Turm ist nicht zugänglich, aber die Aussicht ist auch vom Boden um den Turm herum grandios.





Wie man schon auf diesen Bildern erkennt, ist die Region um Wuppertal herum recht hügelig und das konnte ich auch bei der Weiterfahrt dann live erleben. Der Ducato-Motor hatte gut zu tun. Es ging stetig bergauf und war man oben angekommen, ging es auch schon wieder bergab. Ich fühlte mich schon wie in den Alpen. Ich schaute mir dann einen weiteren Tipp aus diesem tollen Forum an, den "Müngstener Brückenpark". --> Link

Das Wohnmobil ließ ich auf dem Parkplatz zurück



und machte eine kleine Wanderung zuerst über die "Napoleonbrücke"



und kam nach kurzem Fußweg zur imposanten Müngstener Eisenbahnbrücke --> Link



Diese Brücke, im Jahre 1897 erbaut, ist 465 m lang und überspannt das Tal mit der romantisch plätschernden Wupper in 107 m Höhe. Sie galt damals und auch heute noch als die höchste deutsche Eisenbahnbrücke.





Ein Stück hinter der Brücke kann man mit einer handbetriebenen Schwebefähre die Wupper überqueren...



... der Fährmann freut sich, wenn die Fahrgäste mit anpacken und die nach Art einer Draisine funktionierende Fähre über die Wupper "pumpen". Durch Pumpbewegungen schiebt sich die Fährgondel vorwärts über die Halteseile. Fahrpreis: 1,- €/Erw., Kinder ab 3 Jahren 0,50 € (Kinder bis 3 Jahren kostenlos), Fahrräder 0,50 €/Stck.



Auf einem schönen Waldweg wanderte ich dann zurück zum Parkplatz, wo das Wohnmobil auf mich wartete. Dieser Platz weist übrigens auch mit einem Wohnmobil-Piktogramm auf einen Übernachtungsplatz hin. Etwa 4 Fahrzeuge hätten hier eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit ohne Strom und V+E.

Zurück am Parkplatz ging es nach schneller Mittagsküche weiter zum Schloß Burg.


^Heute gab es schnelle Küche


^Hähnchenschnitzel im Brötchen

Das Wetter an diesem Montag zeigte sich von seiner allerbesten Seite; es war superwarm und seeehr sonnig. Der Weg nach Schloß Burg führte mich über Solingen und ich fuhr über eine Straße mit ganz komischen drähten über mir. "Watt is´n datt" dachte ich und fand es gleich darauf heraus. An diesen Drähten hängen - ähnlich wie bei der Eisenbahn - sogenannte "Oberleitungsbusse" --> Link . Solingen ist eine der letzten Städte, wo sich diese Verkehrsmittel bis heute gehalten haben. Anfang der 1950er Jahre wurde der O-Bus eingerichtet und löste bis zum Jahr 1959 die im 2. Weltkrieg zum großen Teil zerstörten Sraßenbahnlinien ab.
Und unter einer dieser Strecken fuhr ich nun zum Ortsteil Unterburg. Leider war die dort befindliche Seilbahn zur eigentlichen Burg wegen Reparaturarbeiten nicht in Betrieb und auch die direkte Straßenverbindung nach oben war wegen Bauarbeiten nicht befahrbar. so blieb nur der Weg zurück nach Solingen und dann auf kleinem Umweg über Berg und durch Tal hinauf zum Schloß Burg...





Vom Schloßhof konnte ich hinunter an den Seilbahndrähten entlang ins Tal blicken. Sowohl der Ortsteil Unterburg, wie auch hier oben Oberburg sind sehr schöne kleine Orte mit schönen Fachwerkhäusern.







Nach kurzem Auffenthalt am Schloß setzte ich dann meine Reise fort und gelangte zur Autobahn A 1 bei Wermelskirchen. Auf der A 1 fuhr ich Richtung Leverkusen. Kurz vor der Großbaustelle an der Rheinbrücke wechselte ich am Kreuz Leverkusen auf die A 3 und gelangte bald darauf an die Stadtgrenze von Düsseldorf. Dank meiner Mitfahrerin "Uschi" ( so nenne ich die Stimme, welche aus meinem Navi zu mir spricht ) erreiche ich am Nachmittag dann den Messeparkplatz "P 1" am Düsseldorfer Messegelände. Voller Freude wartete ich, daß mich die Einweiser auf eines der Parkfelder schickten. Nach kurzem Stau an der Einfahrt, an der nach Fahrzeugen mit oder ohne Reservierung unterschieden wurde, mußte ich ernüchtert feststellen, daß es ohne Reservierung im moment keine "grüne Ampel" für die Parkplatzzufahrt gab. Ein freundlicher Einweiser schicke mich auf den extra zur Messe freigegebenen Schützenplatz in Lohausen. ich widersetzte mich aber - frech wie ich bin - dieser Weisung, fuhr zunächst nach Kaiserswerth auf einen Parkplatz und vertrat mir dort eine Stunde lang die Beine. Kaiserswerth kenne ich von früheren Fahrten zum Caravan-Salon; ein kleinerer Ort mit der Ruine "Kaiserswerth".

Nach einstündiger Pause probierte ich nochmals mein Glück auf dem P 1 am Caravan-Center. Der Stau an der Zufahrt war größer geworden und die Schlange der wartenden Wohnmobile und Caravan-Gespanne schob sich langsam vorwärts. Wieder reihte ich mich in die Riege der Fahrzeuge "ohne Reservierung" ein und kam wieder zu den Einweisern. "Gleich hier links fahren und vorne warten" wurde mir "befohlen". Ich tat, was man von mir wollte, stand allerdings mit anderen wartenden Wohnmobilisten dann anderen Mobilen im Wege, die vom Parkplatz ausfahren wollten und ungeduldig hupten. Es war irgendwie in diesem Jahr schlecht organisiert, das hatte ich in den Vorjahren nicht so erleben müssen.

Irgendwann kam dann ein Einweiser und schickte die wartenden Fahrzeuge weiter zum Parkplatz "P 2". Fast wie im Film "Convoy" reihte sich Wohnmobil an Wohnmobil, aufgelockert zwischendurch durch die Gespanne, also Wohnwagen mit Zugfahrzeugen. So tuckerten wir hintereinander zum P 2 und wurden auf das Parkfeld 27 eingewiesen. Weitab vom Schuß standen wir hier links von der Straße zwischen dem Rheinbad und der A 44. Mit dem Fahrrad radelte ich dann die rund 1,5 Kilometer zum P1 zum Caravan-Center zum Duschen.

Später radelte ich nochmal zum Festzelt am Caravan-Center, denn es war heute Bayerischer Abend mit den "Schluchtenkrachern".



Die drei Musikanten heizten die schon heiße Luft noch stärker auf. Mit neuesten Hits und Evergreens brachten sie die Zuschauer richtig in Schwung.



Bis nach Blankenese wanderte die Polonaise ... :D



... und kräftig wurden die Tanzbeine geschwungen.





Ja, es war ein heißer Tag und nach dem ein oder anderen Kaltgetränk aus Düsseldorf und dem Allgäu zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes und mit leckerer Champignonpfanne mit Bratkartoffeln von der "Fressmeile"



radelte ich dann zurück zum wartenden Wohnmobil. Ein super Spätsommertag ging in Düsseldorf zuende.

Tagesetappe: 130 Kilometer
Gesammtstrecke: 416 Kilometer

frankjasper8 am 21 Okt 2017 17:04:35

Tag 3: Dienstag, 29. August

Die Nacht war recht ruhig, nachdem der letzte Flieger über Düsseldorf hinweg geflogen war und jetzt am Morgen riefen mir die Flugpassagiere der startenden und landenden Jets ein freundliches "Guten Morgähn!" zu. Ja, man konnte es deutlich hören, so dicht überflogen die Flugzeuge den Parkplatz. :D
Na, ich brauchte jedenfalls keinen Wecker und machte mich nach dem Frühstück im Wohnmobil zu Fuß auf den Weg zu den Messehallen. Ja, ein Vorteil dieses Parkplatzes war die Nähe zum Rheinbad, zum Stadion und natürlich damit auch zu den Messehallen. Der Eingang "Nord" war nur etwa 500 m entfernt. Damit kam ich allerdings diesmal nicht in den Genuss der kostenlosen Fahrt in den Pendelbussen vom P1 zu den diversen Eingängen.
Nach wenigen Schritten hieß es...



und das Erlebnis Messe konnte beginnen. :)
Die Messehallen waren schon zu früher Stunde gleich nach der Öffnung der Zugänge gut gefüllt und die Menschen besichtigten die vielen, vielen ausgestellten Wohnmobile, Wohnwagen und anderes Campingzubehör. Natürlich waren auch in diesem Jahr viele Aussteller von Fahrzeugen nach Düsseldorf gekommen um ihre neuesten Modelle anzupreisen; ja, der Campingmarkt boomt.
Und wenn man so die neuesten Modelle, z.B. von Morelo oder Concorde, von Hymer oder Niessmann & Bischoff, von Bürstner, Hobby und wie sie alle heißen, betrachtet, kann man kaum glauben, daß Alles einmal gaaanz klein angefangen hat... :)







Die neuen Fahrzeuge habe ich gar nicht erst auf der Camera festgehalten, ein Neukauf kommt für mich z.Zt. sowieso nicht in Frage. Ich bummelte durch die Ausstellungshallen und zwischendurch immer mal wieder an der "frischen Luft" durch das Freigelände mit den "Fress-Tempeln" um die Deuser-Suppenküche oder den Barbeque-Truck mit diversen Angeboten. Auch die beliebte Fischbude war natürlich ebenso wieder vertreten, wie Eisstände und Getränkewagen.
Ein Filmbeitrag im Traumtourenkino über die geführte Wohnmobiltour von Düsseldorf nach Peking überbrückte die letze Stunde, bevor ich mich aus den Messehallen verabschiedete und durch den "Nord-Ausgang" wieder zu meinem Wohnmobil ging.
Kurze Erholung vor dem Wohnmobil, dann radelte ich noch am Rhein entlang und konnte einen tollen Sonnenuntergang beobachten...





...und die letzten Flugzeuge des Tages noch von unten anschauen...



Damit ging dann auch Tag drei meiner Reise zuende.

:snoopy:


Tag 4: Mittwoch, 30. August

Um 7 Uhr bin ich an dem Morgen aufgestanden, zum Duschen geradelt und dann gegen 8 Uhr habe ich den Platz am Parkfeld 27 verlassen. In Lohausen beim EDEKA-Markt habe ich frische Brötchen geholt und zum Frühstück auf dem Parkplatz mit Honig und Marmelade "verputzt". Dann steuerte ich das Wohnmobil über die A 44 über den Rhein Richtung Krefeld und auf der A 57 über Neuss nach Dormagen. Irgendwo am Straßenrand rauschte ein Hinweisschild auf das Kloster "Knechtsteden" an mir vorbei, also an der nächsten Ausfahrt Blinker rechts und die Ausfahrt raus. Kloster Knechtsteden liegt in der Nähe von Dormagen. ich machte eine kurze Besichtigungstour über das Gelände...



Durch das prächtige Tor betrat ich das Klostergelände



Das Kloster beheimatet heutzutage ein Gymnasium in den unterschiedlichen Gebäuden...









Mein Weg führte mich dann nur "einen Steinwurf weit" entfernt zur Wasserburg Hülchrath...



Geht man durch dieses Tor, erblickt man die uralte Burg



Unter diesem --> Link könnt Ihr bei Interesse weitere Einzelheiten zur Burg Hülchrath nachlesen. Viel zu sehen gab es an diesem Ort nicht weiter, denn



dieses Schild fiel mir in die Augen und in den Weg.
Aber einen Blick in den Hof konnte ich dennoch wagen:



Ein Rundgang durch den kleinen Ort Hülchrath



schloss sich dann an...





Der Ort ist landwirschaftlich geprägt, was ich bei meinem Rundgang mehrfach feststellen konnte...



und sogar die kleinen Details weisen auf die Landwirtschaft hin...






^Mit einer modernen Maschine wurden hier gerade die Kartoffeln geerntet ( während der Fahrt durch das Seitenfenster fotografiert.

Langsam wurde es Zeit, einen Stellplatz zu finden. Ein Tipp hier aus dem Forum half mir dabei. Allerdings kannte ich den Stellplatz in Zons am Rhein auch schon von einer früheren Reise. Dennoch schlug ich den Kurs auf Zons ein. Mehr davon dann im nächsten Teil dieses Berichts. :)

frankjasper8 am 21 Okt 2017 22:00:32

So gelangte ich am frühen Nachmittag dieses Tages nach Zons, genug Zeit also noch für eine Runde durch diesen schönen Ort.
Der von mir angefahrene Stellplatz liegt etwas tiefer als die auf einem Hochwasserdamm verlaufende Zufahrtsstrasse zur Rheinfähre. Leider versperrt dieser Damm auch die direkte Sicht auf den Rhein. Auch wirkte der Platz etwas ungepflegt, jedenfalls als ich dort war.





Die Parkgebühr für diesen Platz beträgt 5,- € von 9:00 bis 20: Uhr, Nachts kostenfrei.Es sind an einem Stromkasten in der linken Ecke, dort wo der Wohnwagen steht, 6 Anschlüsse vorhanden. Ein Anschluß war allerdings defekt. Für 0,50 € gab es Strom für 6 Std.

Erst etwas später entdeckte ich bei meinem Ortsbummel den zweiten, etwas schöneren Platz am Herrenweg



Auch hier stehen zum gleichen Preis 6 Stromanschlüsse zur Verfügung. Vom Rheindamm kann man dort den vorbeifahrenden Schiffen zusehen...



Die Stadt Zons kann auf eine lange Geschichte zurückblicken...






^ Hier stehe ich vor dem Rheintor, durch das ich wenig später gehe und meine Stadtrunde beginne.


^Ein Teil der weitgehend erhaltenen Stadtmauer



Schon die ersten Meter in der Stadt lassen mich erstaunen, wie gut das Ortsbild erhalten ist, dann stehe ich vor der Burg Friedestrom



und gehe weiter durch die kopfstein gepflasterten Straßen...







Einer der Stadttürme ist eine Windmühle...



Damit geht mein Stadtrundgang so langsam zuende und ich kehre zum Stellplatz zurück. Leider sind ein Teil meiner Fotos aus Zons nicht zeigensfähig geworden, weiß auch nicht, was mit der Kamera los war. :oops:

Die Tagesetappe von Düsseldorf nach Zons war 94 Kilometer lang, insgesammt war ich jetzt 510 Kilometer auf dieser Reise unterwegs

frankjasper8 am 22 Okt 2017 21:52:23

Tag 5: Donnerstag, 31. August

Eine Unterbrechung der Nachtruhe erfuhr ich gegen 4:30 Uhr, als prasselnde Regentropfen mich zum Aufstehen und Zumachen der Dachluken zwangen. Es war bis zu diesem Zeitpunkt immer noch recht warm im WoMo. Richtig aufgestanden bin ich dann um 7:30 Uhr, machte "kleines Frühstück" und setzte dann die Reise fort. Der nächste Anlaufpunkt war das schöne Wasserschloß Dyck. Den Weg dorthin kannte ich bereits teilweise, denn es war etwa die gleiche Route, die ich gestern schon zur Burg Hülchrath gefahren war, nur diesmal war es etwa 10 Kilometer weiter.
Schloß Dyck, westlich von Mönchengladbach gelegen, ist ein Wasserschloß und daher von einem Wassergürtel umgeben





Zum Schloß gehört eine weitläufige Parklandschaft und auch ein ansehnlicher Blumengarten, weitere Infos zum Schloß sind hier im --> Link nachzulesen. In einem kleinen Bauernladen kann man auch Produkte des Schlosses kaufen. Der Eintritt in diese Parklandschaft rund um das Schloß kostet 9,- €.

Nach etwa zweistündigem Aufenthalt fuhr ich über Grevenbroich und Jüchen weiter zum nächsten Highlight meiner Reise. Naja, es war eigentlich kein Highlight, sondern eher ein Deeplight. Es war nämlich nicht hoch, dafür aber seeehr tief. Mein nächster Stop war nämlich am Tagebau "Garzweiler" am Besichtigungspunkt in Jackerath an der A 61.





In einem riesigen Areal mit bis zu 200 m Tiefe, etwa 15 Kilometern Länge und ca 5 Kilometern Breite sind einige riesige Raupenbagger damit beschäftigt, die hier abgelagerte Braunkohle auf drei sogenannten Flözen abzubauen.





Auf einem Skywalk kann man einige Meter in den Tagebau hinein gehen und dann tief nach unten blicken.




^Mein Bürstner "Solano T 650G" vor dem Tagebau











Ja, das waren schon sehr beeindruckende Bilder, die sich da vor meinem Auge auftaten. Ich möchte es hier an dieser Stelle aber dennoch kurz erwähnen, daß für diesen Tagebau und die Förderung der darin befindlichen Braunkohle mehrere ganze Ortschaften umgesiedelt werden müssen. Einige Orte sind bereits in dem großen Loch verschluckt worden, andere stehen noch vor der Umsiedelung. Die Einwohner verlieren und verloren ihre Heimat, wurden aus ihrem Umfeld heraus gerissen. An den Ortschaften, welche noch umgesiedelt werden müssen und z.T. schon geisterhaft unbewohnt sind, stehen Hinweisschilder, daß die Bewohner nicht gestört werden sollen, der Zutritt ist dort untersagt. Teilweise sind die Abrissfirmen mit dem Abtragen von Häusern und landwirtschaftlichen Gebäuden beschäftigt.

Aber ich möchte hier keine Diskussionen für und wider den Tagebau anfachen, deshalb schnell ein Ortswechsel. Ich suchte einen Stellplatz in dieser Region und fuhr nach Jülich zum Stellplatz am Brückenkopfpark.



Der SP kostet 9,50 € pro Nacht, incl. Strom und WC-Nutzung am angrenzenden Jugendzeltplatz; dort auch Duschen möglich für 1,- € (Münzautomat)

Tagesetappe von Zons nach Jülich: 181 Kilometer
Gesammtstrecke bisher: 691 Kilometer

Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 23 Okt 2017 22:50:54

Tag 6: Freitag, 01. September

Es war kühler geworden im Gegensatz zu den letzten Tagen, nur noch 15° C zeigte das Thermometer. Gegen 10 Uhr machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt von Jülich, bald stand ich vor einer mächtigen Mauer...







Diese Mauern gehörten zu der mächtigen Zitadelle, einer Festungsanlage mitten in Jülich. Etwa 300 m ist jede dieser Festungsseiten lang und ich ging zuerst am Graben entlang, der teilweise von einem Bachlauf durchflossen wird.



Dann war die Brücke über den Graben erreicht und ich ging über diese Brücke hinein in den Innenteil der Zitadelle...



... bewacht von den Kanonen auf beiden Seiten der Brücke...



und in dem großen Innenhof stand ich dann vor dem einst wohl prunkvollen Schloss...



Mehr zu Zitadelle und Schloss findet Ihr bei Interesse hier --> Link und hier --> Link

Das Schloss wird heute als Schule genutzt; ein Gymnasium ist darin untergebracht.

Nach so viel Kulturprogramm machte ich noch eine Runde durch die Geschäftsstrassen von Jülich und als sich ein Hungergefühl einstellte, wurde mit einem leckeren Mahl dagegen angekämpft...



Dann bummelte ich langsam zum Stellplatz zurück. Es war inzwischen wieder warm geworden und die Sonne glänzte vom Himmel. Nach kurzer Erholungsphase vor dem Mobil radelte ich dann noch rund 18 Kilometer in der Jülicher Umgebung herum









Die letzten Bilder zeigen das Gelände am Tagebau bei Inden, südlich von Jülich gelegen.
Das Ende dieses Tages erlebte ich dann am Stellplatz am Brückenkopfpark in Jülich, zunächst noch mit den letzten Sonnenstrahlen, dann ein erfrischendes Duschbad und danach wurde es ein Fernsehabend mit Fußball. Die Deutsche Nationalmannschaft spielte gegen Tschechien.

Wie dann meine Reise weiter ging, davon erzähle ich in der Nächsten Fortsetzung. :)

frankjasper8 am 24 Okt 2017 22:50:20

Tag 7: Samstag, 02. September

Am nächsten Morgen hieß es dann umziehen und auf zu neuen Erlebnissen. Vorher an der V+E noch das Brauchwasser geleert und etwas Frischwasser getankt. Dann ging es weiter. Bei Real noch einige Lebensmittel für die nächsten Tage besorgt. Über Erkelenz fuhr ich dann nach Wegberg, wo es einen kleinen Stellplatz gibt und den schönen Ort wollte ich mir eigentlich mal anschauen. --> Link Es soll hier einige schöne alte Mühlen geben und der Ort soll auch recht ansprechend sein.

Die Tipps für diese Region habe ich übrigens einem Flyer entnehmen können, der auf der Messe in Düsseldorf auslag --> Link

Leider war der kleine Stellplatz in Wegberg schon voll und ich fuhr weiter nach Wassenberg. Hier war auf dem Platz am Parkbad noch reichlich Platz vorhanden. Einen davon eroberte ich für mich und mein WoMo. Die Parkgebühr zahlt man am Automaten im Parkbad, kostet 5,- € pro 24 Std. incl. einem Freieintritt ins Bad (eine Person). Strom ist an den 2 aufgestellten Automaten mit je 6 Steckdosen für 0,50 € zu beziehen und pro Münze für ca. 6 Std. freigeschaltet. Die Stellflächen sind gepflastert und leicht abschüssig. Einige Bänke und Sitzgruppen stehen am Platz zur Verfügung. Angrenzend ist der PKW-Parkplatz des Bades. An- und abfahrende Fahrzeuge sind natürlich da zu hören.





Einen kurzen Fußweg mußte ich zur Besichtigung des Ortes machen, dann stand ich vor diesem kleinen Stadttor...



... dem sogenannten Rosstor. Es ist das einzige erhaltene Stadttor, früher gab´s wohl mal drei Tore.



Gleich dahinter öffnet sich der kleine Marktplatz in der Altstadt...





Oberhalb des Ortes, auf einem kleinen Hügel, erblickte ich einen Burgturm. Also nahm ich mal den mühsamen Aufstieg inkauf, das musste ich mir näher anschauen. :)



Die ehemalige Burganlage ist heute ein Restaurant und Hotel...



Hier noch ein paar informationen zu Burg und Turm...



Vom rund 91 m hohen Hügel hat man eine wunderbare Aussicht auf die Umgebung.





Der Burgturm selbst war leider verschlossen, ein Hinweisschild verriet aber, daß man sich bei Interesse den Schlüssel am Marktplatz bei der Touri-Info holen kann. Nachdem ich die schöne Aussicht bei bestem Sommerwetter einige Zeit genossen hatte, machte ich mich langsam auf den Rückweg zum Wohnmobil. Mit dem Fahrrad machte ich noch einen Ausflug in die nähere Umgebung, ein Stückchen am Fluß Rur entlang. Nein, das ist kein Schreibfehler, diese Rur wird ohne "h" geschrieben :) und hat nix mit der Ruhr zu tun, nach der der Kohlenpott benannt ist.
Eine einzige dunkle Wolke war am sonst hellen Himmel unterwegs und aus dieser Wolke fielen doch tatsächlich einige Regentropfen. Wo kam die denn bloß her? Wurde ich doch tatsächlich noch naß. Aber so schnell der Regen gekommen war, so schnell war er auch wieder vorbei und als ich nach einer guten Stunde am Stellplatz ankam, war ich schon wieder trocken. Der Himmel zeigte sich dann wieder in freundlichem Blau und blieb es auch bis zum Abend. Ein schöner Tag ging auf dem Stellplatz in Wassenberg zuende.

Tagesetappe von Jülich nach Wassenberg: 55 Kilometer
Gesammtstrecke: 746 Kilometer

frankjasper8 am 28 Okt 2017 22:08:58

Tag 8: Sonntag, 03. September

Nach einer Nacht auf dem Stellplatz in Wassenberg packte ich am Morgen wieder zusammen und zog weiter auf meiner Reise durch den "wilden Westen" Deutschlands, was jetzt keinesfalls abwertend zu verstehen ist. :D
Wassenberg liegt im Kreis Heinsberg und in Heinsberg war ich vor ein paar Jahren mal auf einem damals recht neuen Stellplatz am Lago Laprello. Diesmal wollte ich nur mal Heinsberg ansehen und nahm im Mobil Kurs auf die Stadt. dort angekommen war es etwas feucht von oben und ich hatte keine Lust auszusteigen; also machte ich eine "Stadtrundfahrt im Wohnmobil" und zog dann weiter auf der Bundesstrasse B 221. Unterwegs kam mir ein Pulk Oldtimer-Autos entgegen, wohl eine Ralley. Ich grüßte mal ganz freundlich per Lichthupe und die Oldies freuten sich und grüßten zurück.
Nächstes Ziel war ein kleiner Waldsee, der "Effelder Waldsee" in der Nähe von Wassenberg, meinem Übernachtungsort. Aber auch hier kein Wetter zum Aussteigen... und auch keine große Lust! :eek: Aber auf einer meiner nächsten Touren in den nächsten hundert Jahren werde ich wohl in diese Gegend noch einmal kommen. Hier gibt´s noch einige Orte, welche einen Besuch bestimmt lohnen. :)
Auf der B 221 geht´s dann durch waldreiche Landschaft meinem nächsten Tagesziel entgegen. Ich fahre nach Brüggen und dort auf den Stellplatz in der Borner Straße.



Der Platz liegt ziemlich nah am Ortszentrum und dennoch ruhig. Einkaufsmöglichkeiten, z.B. ein REWE-Markt mit Bäcker und ein ALDI, sind nur ein paar Schritte entfernt an der Zufahrt.
Etwa 40 Fahrzeuge finden hier Platz, dann ist allerdings "Kuscheln" angesagt :D und man fühlt sich wie die berühmte Sardine inner Dose. :)
Ich quetschte mich in eine der letzten vorhandenen Lücken und richtete mich häuslich ein. Auch ein Stromanschluß war noch frei, direkt am Fahrzeug. Aber es wäre ratsam, ein laaanges Kabel dabei zu haben, denn es gibt nur wenige Kästen. Möglichkeit zum Entsorgen ist direkt an der Einfahrt, Ablaßschlauch für Grauwassertank notwendig. Frischwasser kann nur über Kannister oder Gießkanne entnommen werden, kein Schlauchanschluß durch den Betreiber erlaubt.
Für die Übernachtung sind 5,- € zu zahlen, für Stromanschluß noch weitere 2,- €. Man muß an der Holzhütte einen vorbereiteten Umschlag entnehmen und das Geld für den gewünschten Zeitraum ( oder halt täglich ) durch einen Schlitz in einen Kasten im Innern der Hütte einwerfen. Man kann allerdings auch in der Touri-Info bezahlen.

Als ich mit den "Aufstellarbeiten" fertig war, ging ich in den schönen kleinen Ort. Zeit für´s Mittagsmahl, mein Magen knurrte schon lauter als der Ducato-Motor! :D
Auf dem Weg ins Ortszentrum traf ich auf einen alten Niedersachsen.



Diese Lokomotive Nummer 663 wurde im Jahre 1921 in Hannover bei der Hannoverschen Maschinenebau AG gebaut, besser bekannt natürlich unter "Hanomag"



Von Hannover ging die Lokomotive dann in den "Hohen Norden" und "arbeitete" bei unterschiedlichen Bahnbetrieben in Finnland. --> Link
In Brüggen steht sie seit 1989 vor dem ehemaligen Bahnhofsgebäude. Hier soll sie an den sogenannten "Brüggener Klimp" erinnern, die ehemalige Bahnstrecke von Dülken (Viersen) nach Brüggen --> Link , auf der ähnliche Lokomotiven den Güter- und Personenverkehr bedienten. Der letzte Personenzug fuhr allerdings schon 1966, der letzte Gütertransport 1975 auf der Strecke.
Heute ist im Bahnhofsgebäude ein Hotel-Restaurant untergebracht. Zu diesem Unternehmen gehört auch ein Fuhrpark mit Oldtimer-Bussen...





und einem "Bähnle"...



Unter diesem --> Link kann man mehr dazu erfahren.

Jetzt wurde es aber Zeit, meinen knurrenden - oder war es inzwischen ein brüllender - Magen zu beruhigen. :D

In Sichtweite des Burgtores fand ich einen holländischen Imbiss, dort gab es holländische Gerichte wie Frikandel und holländische Pommes. Dann war mein Magen zufrieden und brüllte nicht mehr! Ach, jetzt habe ich davon leider gar kein Foto gemacht, aber lecker war´s!



Hier links im Bild, da wo der Sonnenschirm ist, befindet sich der Imbiss. Jetzt stand einer Ortsbesichtigung nichts mehr im Wege.
Zunächst ging ich mal durch das Burgtor, wenn ich´s schon vor mir hatte und stand im Burgpark.



Infos zur Burg findet Ihr z.B. in diesem --> Link , dann brauche ich nicht so viel erklären.
Im Burggebäude findet Ihr beispielsweise ein Jagdmuseum und auch die Touri-Info.

Gleich neben der Burg eine weitere Sehenswürdigkeit, die "Alte Brüggener Mühle"



Ein Restaurant mit schönem Biergarten und einem ur-ur-alten Mühlrad an der Gebäuderückseite...



... und gleich nebenan ein schöner Biergarten am Bachlauf; Essen und Trinken direkt am Bach. Die Torschänke.



Ihr seht, in Brüggen kann man nicht verhungern. Es gibt auch noch ein Pfannkuchen-Restaurant und diverse andere Gelegenheiten den Hunger zu stillen. Auch Eiscafes für eine kleine innere Abkühlung muß man nicht entbehren. Bevor Euch jetzt aber das Wasser zu sehr im Munde zusammen laufen tut, schau´n wir uns weiter im Örtchen um. Kommt Ihr mit? :D


^die ehemalige Klosterkirche St. Nikolaus


^gleich neben den Klostergebäuden das Rathaus

und hier ist auch das erwähnte Pfannkuchehaus :) mit süßen und deftigen Variationen der leckeren Speise.



Aber all das solltet Ihr Euch natürlich am Besten selbst einmal ansehen, ich kann Euch das nur als Appetitanreger servieren, geht selbst durch den Ort:



Jetzt aber wirklich genug von Restaurants und Essen, ich krieg ja auch schon richtig Dingens.

Brüggen liegt mitten im Naturpark Schwalm-Nette und rund um den Ort gibt es ganz viel Natur, Natur zum Radfahren, zum Wandern, zum Entspannen. Ich nahm das Rad und fuhr einfach mal drauflos. Am Stellplatz direkt steht ein Wegweiser zum Borner See und am See auf einer saftig grünen Weide sah ich diese Flugobjekte...



Da mußte ich gleich an die Geschichte vom Nils Holgerson denken, der ja mit der Hausgans Martin mit den Wildgänsen durch die Welt reiste.
Ansonsten konnte ich vom Borner See keine weiteren Bilder machen, ich war nicht direkt zum See gekommen. Aber zu einem anderen See bin ich geradelt, zum Hariksee. Und da war es superschön. --> Link







Man kann hier Ruder- oder Tretboote mieten und sogar mit einem etwas größeren Böötchen ( oben in der Bildmitte ) von einem See-Ende zum anderen im "Liniendienst" fahren.


^am See-Ende war Seefest beim Seeschlößchen


^rund um den Hariksee führt ein schöner Rad- und Wanderweg und an der Mühlrather Mühle



wäre auch wieder eine Möglichkeit zur Einkehr gegeben. Auch hier kann man in das Linienboot einsteigen oder selbst Kapitän im Treet- oder Ruderboot sein. Der Rückweg zum Stellplatz führte dann wieder durch herrliche Landschaft an diesen Zusehern vorbei



und ein Stück am Ufer der Schwalm entlang.



Auf dem Stellplatz in Brüggen ging dann dieser 8. Reisetag zuende. Ein schöner Tag mit noch einmal viiiel Sonnenschein. Eine Stunde noch saß ich vor dem Mobil, dann fing es kurz an zu regnen.

Tagesstrecke Wassenberg über Heinsberg nach Brüggen: 53 Kilometer
Gesammtkilometer dieser Reise: 799 Kilometer
Radkilometer des Tages: ca 18 Kilometer

Im nächsten Teil geht es weiter mit gaanz viel Natur rund um Brüggen, also dranbleiben!

frankjasper8 am 29 Okt 2017 13:38:21

Tag 9: Montag, 04. September

Ein neuer Tag auf meiner Reise an den Niederrhein brach an und auch dieser Tag begann erst recht frisch bei 13°C. Daher ließ ich es recht gemütlich angehen und startete erst gegen 10 Uhr mit meinem Fahrrad vom Stellplatz, denn inzwischen war dann doch die Sonne heraus gekommen und es wurde merklich wärmer. Diesmal radelte ich in Richtung niederländische Grenze in den Naturpark an der Schwalm. Gut beschilderte Radwanderwege im Raum Brüggen machten die Orientierung zum Kinderspiel. Vorbei am Wasserschloss Dilborn urch den kleinen Ort Overhetfeld - hier merkt man schon am Ortsnamen die Nähe zu den Niederlanden - gelangte ich bei schönem Radelwetter in den waldreichen Naturpark Maas-Schwalm. Hier im sogenannten südlichen "Brachter Wald" machte das Radfahren richtig Laune.





Unterwegs hier am Ufer des kleinen Flüsschens Schwalm, das bei Erkelenz entspringt und nach etwa 45 kilometern sein Wasser in die niederländische Maas einspeist, mündete dieser kleine Bach in die Schwalm...





Einige kleine und größere Waldseen lagen an dieser Radroute, wie hier der Venekotensee







Leider standen überall am seeufer solche Spaßverderber herum :(



Baden wäre jetzt genau das Richtige gewesen, es war inzwischen richtig heiß geworden und bei um die 25 °C Grad auf einem kleinen idyllischen Waldsee Schlittschuhlaufen wäre doch sicherlich auch mal was Neues, oder? :lach:





Irgendwann nach einigen Fahrkilometern verließ der Radweg dann das Schwalmufer und die waldreiche Landschaft wechselte in eine schöne Heidefläche







und inmitten dieser weitflächigen Heide stand ein Aussichtsturm aus Holz



Ein schönes Fleckchen für ein Ruhepäuschen im Sonnenschein, bevor ich mich so allmählich auf den Rückweg nach Brüggen machte und am Ende rund 23 Kilometer auf dem Kilometerzähler hatte. Ein letzter Rundgang durch den Ort und ein Eis zur Belohnung für die anstrengende Radtour, dann war relaxen am Stellplatz angesagt.

Weiter geht´s dann in Richtung Norden zu den Krickebecker Seen, bleibt also mit dabei! :)

frankjasper8 am 30 Okt 2017 23:18:31

Tag 10: Dienstag, 05. September

Die Reise geht weiter und ich verlasse den Stellplatz in Brüggen gegen 9:30 Uhr. Auf der Bundesstrasse B 221 geht es über Kaldenkirchen zu den Krickenbecker Seen. Ein Parkplatz in Hombergen am Nationalpark-Informationszentrum war der Anlaufpunkt, wo ich das WoMo abstellte und das Fahrrad vom Heckträger nahm. Hier standen schon drei Mobile, wohl hatten die hier die Nacht auch verbracht auf dem hinteren Parkplatz. Ein wenig sportliche Betätigung konnte ja nicht schaden und ich fuhr los. :D
Zunächst radelte ich über einen Damm zwischen zwei Seen und am Schloss Krickenbeck vorbei, das aber durch einen Baumgürtel vor meinen Blicken geschützt ist. Das Schloss ist in Privatbesitz und mit einem großen Tor an der Zufahrt verschlossen, daher kann ich davon keine Bilder zeigen und muß mich mit einem --> Link aus dem Netz begnügen.
Als ich so durch das waldreiche Gebiet radelte, sah ich einen Wegweiser zu einer Schleuse. Das musste ich mir ansehen, war mir doch in dieser Region gar kein Kanal oder schiffbarer Fluss bekannt. Also folgte ich dem Wegweiser und gelangte durch Wald- und Heidelandschaft



nach einigen Kilometern an die B 221 bei Louisenburg und hier war auch die besagte Schleuse, bzw. das, was davon noch übrig war.



Dieses Bauwerk gehörte zu einem von Napoleon im Jahr 1806 initiierten Projekt, das den Seehafen Antwerpen über die Maas mit dem Rhein bei Neuss verbinden sollte. Der Kanal wurde jedoch nie fertiggestellt und gerade hier in der Region um die Krickenbecker Seen ist der Verlauf des geplanten Kanals noch anhand der Rinne im Boden zu erkennen.





Dann radelte ich zurück nach Hombergen zum Parkplatz am Infozentrum. Aber das war noch nicht das Ende der Radtour. Ich fuhr noch einmal über den vorher schon erwähnten Damm,



stets unter Beobachtung der Enten-Armee, die hier in Gleichschritt patrollierte und die Seen vor Eindringlingen beschützte. :D







Wieder radelte ich am Schloss vorbei, diesmal dann dahinter geradeaus weiter zur B 221 und darüber. Dann war es gar nicht mehr weit zu einer Gedenkstätte.



An dieser Stelle befand sich von 1883 bis in die 1930er Jahre zunächst ein Übungsflugfeld, das dann ab 1940 immer mehr zu einem richtigen Flugplatz als Basis für deutsche Nachtjäger ausgebaut wurde. Von hier sollte vor Allem der Schutz des Ruhrgebietes vor Angriffen der Alliierten geschützt werden. Im August 1944 wurde der Flugplatz massiv angegriffen und mit dem Rückzug der deutschen Truppen am 5. September 1944 gesprengt.
Das Denkmal mit einigen Schautafeln steht genau auf der Grenzlinie zwischen Deutschland und den Niederlanden



Der dunkelere graue Streifen markiert den Grenzverlauf. An der Stelle des Gedenkplatzes stand einst der Flugleitturm.
Hier noch ein paar Infos aus dem Netz. --> Link



Mein weiterer Weg führte dann über Leuth an den "DeWitt-See", unterwegs sah ich diese netten Gesellen...



aber die waren so mit ihrem leckeren Mahl beschäftigt, daß sie mich gar nicht sahen. Den "DeWitt-See" sah ich nur an einer Stelle ganz kurz --> Link dann radelte ich zurück nach Hombergen zum Info-Zentrum, wo das WoMo auf mich wartete.
Das Rad hatte seine Dienstzeit beendet und ich verlastete es wieder auf den Heckträger. Dann fuhr ich über Wankum und Wachtendonk zu meinem Übernachungsplatz in Adtekerk zur "Altekerker Platte" --> Link
Eigentlich wollte ich den Platz in Wachtendonk zum Nachtlager auserwählen, aber dort waren nur Plätze mit ohne TV-Empfang frei und ich wollte mal wieder fernsehen, in Brüggen hinderten die Bäumchen die SAT-Schüssel beim Empfang der Sender. Den schönen Ort Wachtendonk schaue ich mir dann am nächsten Tag genauer an.

Der Stellplatz "Aldekerker Platte" bietet Plätze für 30 Fahrzeuge, Kosten von 7,-€ pro Fahrzeug und bei Bedarf 3,- € für Strom. V+E ist an der Platzeinfahrt vorhanden und gut anzufahren. Ein kleines Info-Pavillion mit diversen Info-Broschüren ist auch vorhanden. Die Stellplätze sind mit Büschen oder Hecken und Holzbalken parzelliert. Einige Sitzbänke sind ebenfalls vorhanden.

Im Ort gibt es einige kleinere Geschäfte und ein Supermarktzentrum mit Lebensmittel-, Getränke-, Drogerie und Schuhmarkt.
Die alte Kirche "St Peter und Paul" ist der Namensgeber des Ortes.




Tagesstrecke Brüggen - Aldekerk: 66 Kilometer
Gesammtstrecke der Reise bisher: 865 Kilometer

Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 31 Okt 2017 15:05:27

Tag 11: Mittwoch, 06. September

Ein regnerischer Morgen in Aldekerk, Zeit um mal im Wohnmobil etwas gründlicher zu putzen. :wink:
Vor der Weiterfahrt noch die Entsorgungsstation genutzt, dann fuhr ich zu dem kleinen Marktzentrum am Ortsrand und erledigte noch ein paar Einkäufe.

Mit frischem Proviant versorgt, machte ich mich auf den Weg nach Wachtendonk; den Ort wollte ich mir ja noch anschauen.



Der Bereich der Altstadt steht fast komplett unter Denkmalschutz und ein gepflegtes Ortsbild ist vorhanden












^das Rathaus wurde im Jahr 1841 erbaut, an der Stelle eines dort im Jahr 1708 abgebrannten Vorgängerbaus.


^dieses Gebäude ist der ehemalige Firmensitz der Seidenweberei Deuß und Oetker, 1909 bis 1967, einst der größte Arbeitgeber der Region mit bis zu 300 Beschäftigten.

Dahinter soll´s auch eine Burgruine geben, aber da bin ich nicht mehr hin gegangen.



Ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, der Pulverturm stammt wohl schon aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.





Leider sind die anderen Fotos aus Wachtendonk alle unzeigbar, meine Digi-Cam wollte wohl nicht so viele Fotos machen. Ich denke aber, die Schönheit des Ortes kommt auch su rüber.
Für uns wohnmobile Reisenden hält Wachtendonk einen guten Stellplatz bereit, Achter de Stadt.



Hier gibt es diverse Stromsäulen, eine V+E-Einrichtung und in der Nähe ist sogar ein Freibad.

Nach der Runde durch den Ort fuhr ich weiter, nahm Kurs auf Xanten, der letzten Station meiner Reise an den Niederrhein. Und der Rhein war dann auch das Erste, was ich in Xanten sah.



Am Schiffsanleger bei der Rheinfähre machte ich eine Rast und schaute dem Treiben auf dem Fluss zu. Gerade liegt die kleine Personenfähre am gegenüberliegenden Rheinufer...



und ein Frachtschiff kommt flussabwärts gefahren...



... und die Fähre setzt jetzt hier auf meiner Seite zum Anlegen an.







Dann spulte ich den Rest der Strecke runter und fuhr zum Stellplatz "Römerschlucht" an der Wellness-Oase am Stadtrand von Xanten.







Nachdem ich einen Stellplatz belegt und das Fahrzeug zum "Standzeug" gemacht hatte, machte ich einen Spaziergang durch Xantens Fußgängerzone.



Am Marktplatz mit dem Dom im Hintergrund





gab es hier in diesem Eiscafe ein leckeres Eis, bevor ich mir den riesigen Dom mal aus der Nähe anschaute



und durch die schön verzierte Dompforte ins Innere der Kirche ging.





Dann schaute ich mich noch weiter im Städtchen um und ging abends zurück zum Stellplatz, eine Dusche im komfortablen Sanitärhaus des Stellplatzes beendete dann diesen Reisetag.

Tagesetappe von Aldekerk nach Xanten: 55 Kilometer
bisher gefahrene Gesammtstrecke: 920 Kilometer

Fortsetzung folgt! :)

frankjasper8 am 31 Okt 2017 16:21:36

Tag 12: Donnerstag, 07. September

Langsam ging meine Reise zuende, aber noch hatte ich einen Tag in Xanten vor mir, den ich für eine Radtour an die See nutzte. Wie, Ihr glaubt mir nicht? :eek:
Doch, ehrlich! Na ja, nicht die See, da im Norden von Deutschland, die Ostsee und die Nordsee.

Aber es gibt hier, ganz in der Nähe von Xanten die Nordsee und die Südsee, das sind zwei nebeneinander liegende größere Seen, eben Nordsee und Südsee. Bis ins Jahr 1994 wurde hier Kies gefördert, nun sind das zwei schöne Freizeitseen mit unterschiedlichen Attraktionen. Ein kleines schiff verbindet die Häfen von Wardt und Vynen mittels mehrerer täglichen Pendelfahrten in der Saison. Auch eine Wasserski-Anlage und ein Veranstaltungszentrum zählen zu den Einrichtungen, wie auch ein Kletterpark oder Badebereiche mit Südseefeeling. Man kann aber auch einfach "nur" wandern oder radfahren rund um die Seen.











Auch hier mußte ich leider einige Fotos in den Reißwolf werfen. Schade, aber nun mal nicht zu ändern. Ich war einen großen Teil des Tages an den Seen unterwegs und mein Kilometerzähler am Rad zeigte am Nachmittag 25 gefahrene Kilometer an. Da gönnte ich mir doch zum Abschluß dieses letzten Urlaubstages noch ein wenig Ruhe auf dem Stellplatz an der Wohnmobil-Oase.





Tag 13: Freitag, 08. September

Nun war es langsam an der Zeit, die Rückfahrt in die Heimat anzutreten. Zuhause wartete der Rasen noch auf mich, der musste dringend gemäht werden und das Mobil wollte ich auch möglichst noch leer räumen, bevor am Montag die Arbeit wieder auf mich wartete. Daher brach ich dann am Morgen zum letzten Teil der Reise auf.



Zunächst von Xanten fuhr ich Richtung Wesel und überquerte ein letztes Mal auf dieser Tour den Rhein





Dann führte mich meine "Uschi", also die "Tante" aus dem Navi über diverse Autobahnen durch das nördliche Ruhrgebiet vorbei an Dinslaken, Oberhausen, Gelsenkirchen und Dortmund. Auf der Autobahn A 44 näherte ich mich dann langsam der Heimat und ab Soest nahm ich dann, weil ich noch recht früh dran war, die Route über die Bundesstrasse B 1 nach Paderborn und dann über die B 64 an die Weser bei Holzminden und weiter nach Hause. Am frühen Nachmittag dieses Freitags erreichte ich dann heimatliche Erde. Damit ging ein schöner Urlaub zuende.


- E N D E -

wolfherm am 31 Okt 2017 16:34:44

Vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Da kommen Erinnerungen hoch.

mk9 am 31 Okt 2017 20:14:38

Das war die beste Werbung für die Region linker Niederrhein ( natürlich auch für rechtsrheinische Gebiete :D ).
Danke Frank für deinen schönen Bericht.

Gruß
Manfred

Lancelot am 31 Okt 2017 20:17:24

Endlich kann man hier antworten ....

Sehr schöner Bericht - vielen Dank
:dankeschoen:

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