nach 8 Jahren und über 200.000km mit unserem zuverlässigen Dethleffs haben wir uns vor knapp 4 Wochen ein neues, gebrauchtes Wohnmobil aus der Vermietung zugelegt. Das alte wurde in Zahlung genommen.
Es handelt sich um einen Dethleffs Trend 5887. Der Wagen ist Erstzulassung 6/2016, hat 20.000km runter und entspricht genau dem, was wir wollten: ein Alkovenmodell mit hinten 2 Stockbetten.
Am 9.November haben wir ihn in Hessen abgeholt und auf unseren Stellplatz am Haus abgestellt. Letzten Freitag waren wir in Essen in der Werkstatt unseres Vertrauens, um den Einbau einer Solaranlage zu besprechen. Der Chef stellte eine Leiter ans Womo, stieg drauf und rief mich nach oben. Mir schwante sofort Unheil. Er wies auf zwei ca 6cm lange Risse im GFK-Dach hin, meinte, das sehe wie Spannungsrisse aus. Diese befinden sich auf der Beifahrerseite im Bereich flaches Dach/Übergang zum Alkoven, dort wo bei Regen das Wasser steht. Auf dem Photo sieht es irgendwie verbogen aus, an der Markise ist aber definitiv nichts zu sehen.

Zuhause angekommen haben wir uns sofort mit dem Händler in Verbindung gesetzt, dieser bat um eine Email mit Photo des Schadens. Montag haben wir dann telefoniert. Da das Womo noch Werksgarantie hat, ist eine Reparatur in autorisierten Werkstätten in unserer Nähe möglich, wir brauchen nicht nach Hessen. Dethleffs bezahle selbstverständlich die Reparatur. So weit, so gut.
Wir haben in der Werkstatt im Münsterland angerufen, wie das Prozedere ist. Auch hier bat man um eine Email mit Photo, Fahrgestellnummer etc. Nachmittags rief der Werkstattleiter an, sie würden sich mit Dethleffs in Verbindung setzen, wenn ein Werkstatttermin frei sei, könnten wir kommen. Dann würde alles hinderliche abgebaut, die Leisten entfernt, laminiert..., das dauere einige Tage. Das war uns sofort klar, dass das nicht auf die Scnelle geht.
Nun haben wir ein hinderliches Problem: das Womo hat ein Saisonkennzeichen bis Ende des Monats. Wenn der Termin tatsächlich noch diesen Monat ist, fahren wir es die 40km hin. Bei Abholung wird es dann schon Dezember sein, da dürfen wir nicht mehr auf die Straße. Ein rotes Kennzeichen, das wir vom Händler/Reparaturbetrieb erbeten haben, stellen sie uns nicht zur Verfügung, das "machen wir nicht".
Dann wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben als ein Kurzzeitkennzeichen beim Straßenverkahrsamt (oder wo man das bekommt) zu holen. Also Kosten. Die Fahrt zum Amt, die Warterei dort. Zudem die zur Werkstatt zu fahrenden Kilometer mit zwei Autos, irgendwie müssen wir ja wieder nach Hause kommen. Dazu noch der Zeitaufwand.
Zahlt uns Dethleffs eine Entschädigung für diesen Aufwand? Oder sind die raus mit der für uns kostenlosen Reparatur? Müssen wir diese angeben, wenn wir das Womo wieder verkaufen? Gibt es eine Wertminderung? Wir haben etliche tausend Euros bezahlt für ein intaktes Wohnmobil!
Wir unterstellen nicht dem Händler, dass er uns was "angedreht" hat. Wenn wir nicht zufällig wegen der Solaranlage in unserer Werkstatt gewesen wären, wäre uns erst wer-weiß-wann aufgefallen, dass dort oben eine Undichtigkeit besteht. Also noch Glück im Unglück.
Wir haben mit unserer Rechtsschutzversicherung gesprochen, falls es Ärger gibt, zahlen die den Anwalt... Aber noch wollen wir kein schweres Geschütz auffahren.
Was meint Ihr, wie sollen wir uns verhalten?


