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luftfederung

Altersgrenze für Reisemobilisten? 1, 2, 3


mercurius46 am 19 Jan 2018 14:53:21

Aus gegebenem Anlass (tödlicher Herzinfarkt bei einem Nachbarn auf dem Stellplatz) stelle ich hier folgende Überlegungen zur Diskussion:

Ist es richtig, dass jeder selbst einschätzen darf/kann, ob er/sie noch ausreichend fit ist für's moble Reisen? Ich weiss, dass diese Frage allerorten heisse Diskussionen auslöst, aber wie soll ich erkennen, dass es eigentlich Zeit wäre, den Lappen abzugeben? Muss das immer der tödliche Verkehrsunfall auf der Straße oder der Herzinfarkt auf dem Stellplatz sein?

Sowohl bei den Tauchern als auch bei den Privat-Piloten denkt sich kein Mensch etwas dabei, dass regelmäßige Überprüfungen der jeweiligen Funktionsfähigkeit gegeben sind. Wieso kann man nicht akzeptieren, dass es Sinn macht, ab 50 alle 5 Jahre, ab 60 alle 2 Jahre und ab 70 jährlich folgende Komponenten zu überprüfen?

- Blutdruck
- Leberwerte
- Hörfähigkeit
- Reaktions-Schnelligkeit
- Kenntnis der aktuellen Verkehrs-Regeln

Wer die vorgegebenen Werte nicht erreicht, der gibt ohne Wenn und Aber seinen Lappen ab! Ich bin sicher, dass einige der "nicht erklärbaren" Unfälle damit hinfällig wären...

cbra am 19 Jan 2018 15:01:46

warum nur für reisemobilisten?

Tipsel am 19 Jan 2018 15:02:03

Ähnliche Themen hatten wir immer wieder mal.

Auch junge Menschen können krank sein, Herzinfarkte und Schlaganfälle kriegen, und der Anteil der Alkoholsünder und Drogenfahrer ist auch zu berücksichtigen.

Man kann nicht alle Eventualitäten versuchen zu verhindern, weder durch Prüfungen noch sonstwelche Regelungen. Geht leider nicht.
Und Regelungen und Gesetze haben wir weißgott genug.

Der Mensch sollte selbst entscheiden und wieder lernen, eigenverantwortlich zu handeln, denn das geht im Laufe des Lebens durch ständige Reglementierungen verloren.

Jagstcamp-Widdern am 19 Jan 2018 15:06:42

... und innerhalb von 10 min habe ich eh vergessen, was vorher war... :ja:

allesbleibtgut
hartmut

Wokdi am 19 Jan 2018 15:10:06

Moin,

einen Herzinfarkt bekommst du ohne Vorwarnung, aus heiterem Himmel. Du kannst wohl die Wahrscheinlichkeit dafür grob einschätzen, aber weißt NIE, WANN und OB es einen trifft! Einen ehemaliger Freund hat es mitten auf der Straße beim Spazierengehen erwischt, Mitte 40, kerngesund, gesunder Lebenswandel, gesunde Ernährung, kein Übergewicht, kein Alk, kein Tabak, machte Sport. Seine erster und letzter. Tot!
Das hätte auch beim Autofahren passieren können... oder sonstwobei!

Methoden zur Früherkennung, die die Krankenkassen den Ärzten noch erlauben ohne Extra-Aufpreis, sind durchweg ungeeignet, eine brauchbare Aussage über Qualifikation für den Straßenverkehr abzugeben.

Schade eigentlich!

mafrige am 19 Jan 2018 15:30:37

Hallo merurius,
solange man die Anforderungen des Straßenverkehrs bewältigt kann, spricht nichts dagegen zu fahren.
In der Vergangenheit wurden wiederholt Stimmen laut, die sich dafür aussprechen, dass betagte Verkehrsteilnehmer den Führerschein im Alter abgeben sollen. Es wird dann lautstark ein pauschales Fahr- oder Autoverbot für Senioren gefordert. Doch gemeint ist damit in aller Regel tatsächlich die Entziehung der Fahrerlaubnis.
Beim Führerscheinentzug geht nicht nur das Dokument, sondern die Berechtigung, ein Auto zu führen und gilt dann auch für den PKW.
Hier aber die Fakten:
Herzinfarkt, pro 100.000 Einwohner sterben nur 65 an Herzinfarkt.
- 2015: von 466.417 Unfällen mit Personenschaden unter Beteiligung von Kraftfahrzeugen im Jahr 2015 entfielen 839 auf Reisemobile und 207 auf Pkw-Caravan-Kombinationen.
- von den in 2015 insgesamt 2.516 tödlich verunglückten Fahrern und Mitfahrern waren nur 6 Reisemobil-Insassen.

palstek am 19 Jan 2018 15:38:57

Ich halte es auch für erforderlich, ab einem gewissen Alter regelmäßige Eignungsprüfungen durchzuführen. Weniger auf die allgemeine Gesundheit bezogen, aber auf die Fähigkeiten, die man zum Fahren benötigt, z.B. Reaktion, Sehen, Hören.

Ich erlebe dies gerade bei meinem Vater, 88 Jahre alt. Er war früher selbst in der Kfz-Branche und hält sich nach wie vor für einen guten Fahrer, war ewige Zeiten unfallfrei, hatte aber in den letzten Jahren zwei Vorfahrtunfälle verursacht und will jetzt, nach einem leichten Schlaganfall, wieder selbst fahren. Er sieht einfach nicht ein, dass er es besser lassen sollte - und ich kann es ja auch in gewisser Weise verstehen, denn die wenigsten Menschen können dies für sich selbst beurteilen. Da würde nur ein staatlich verordnete Untersuchung helfen.

Grüße
Frank

cbra am 19 Jan 2018 15:47:27

palstek hat geschrieben:...
Ich erlebe dies gerade bei meinem Vater, 88 Jahre alt. Er war früher selbst in der Kfz-Branche und hält sich nach wie vor für einen guten Fahrer, war ewige Zeiten unfallfrei, hatte aber in den letzten Jahren zwei Vorfahrtunfälle verursacht und will jetzt, nach einem leichten Schlaganfall, wieder selbst fahren.
palstek hat geschrieben:Er sieht einfach nicht ein, dass er es besser lassen sollte - und ich kann es ja auch in gewisser Weise verstehen, denn die wenigsten Menschen können dies für sich selbst beurteilen. Da würde nur ein staatlich verordnete Untersuchung helfen.

...


sehe ich ähnlich

fahrtüchtigkeit sollte geprüft werden - hat aber nix mit herzinfarkt zu tun

und die einschränkung des TE auf reisemobilisten verstehe ich auch nicht.

mafrige am 19 Jan 2018 15:53:35

palstek hat geschrieben:
Ich erlebe dies gerade bei meinem Vater, 88 Jahre alt. ... aber in den letzten Jahren zwei Vorfahrtunfälle verursacht und will jetzt, nach einem leichten Schlaganfall, wieder selbst fahren. ... da würde nur ein staatlich verordnete Untersuchung helfen.

Grüße
Frank

Hallo Frank,

was soll da kontrolliert werden?
- das Sehen wäre eine Möglichkeit, wird aber in der Regel durch eine Brille korrigiert :ja:
- Hören, was können jüngere Autofahrer bei lauter Musik hören? Radio verbieten?
- Reaktion, kann man beim Straßenverkehr als Schrecksekunde messen, hängt aber von der Geschwindigkeit ab. Darum bauen jugendliche sehr viele tödliche Unfälle, weil sie schnell fahren und ihr Reaktionsvermögen überschätzen. Sollte man dann alle auf ihre Reaktionsfähigkeiten testen und dann die Geschwindigkeit an sein Auto drosseln ... :mrgreen:
PS: Bei uns hier müssen alle gleichbehandelt werden: Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

marvin42 am 19 Jan 2018 15:57:14

Moin mercurius,
ich hoffe ja nur das es mich nicht mal unerwartet während der Fahrt erwischt und ich dabei noch andere gefährde.
Es konnte mir aber noch kein Arzt sagen wie meine Fahrtüchtigkeit in 6/9/11 Monaten aussehen wird. So werde ich das Risiko wohl auf mein Gewissen nehmen müssen. :bindagegen:

:keks: Da lohnt eine Diskussion über einen automatische Fahrtauglichkeitscheck vor Fahrtantritt doch eher. :yau: Da könnten die ganzen übermüdeten, alkoholisierten :wein: :bia: und unter Drogen :joint: stehenden Fahrer bei zu langer Reaktionszeit oder kognitiven Problemen :augenauf: gleich am los fahren gehindert werden, bei jeder Fahrt. Big Brother am Armaturenbrett....

Aber wenn das für dich wichtig ist gehst du doch sicher jetzt schon einmal im Jahr zum :onceldoc: und gibst beim ersten Anzeichen einer drohenden Fahruntüchtigkeit deinen Lappen ab? Kann ja jeder verantwortungsbewusste Lenker eines Wohnmobiles noch machen wie er will.
Mein Vater hat seinen FS mit Mitte 80 von sich aus abgegeben.

Jagstcamp-Widdern am 19 Jan 2018 15:59:04

wir "alten säcke" daddeln auch permanent am schmachtfon und haben deshalb keine zeit, auf die strasze zu glotzen... ;D

allesbleibtgut
hartmut

rkopka am 19 Jan 2018 16:06:39

palstek hat geschrieben:Ich halte es auch für erforderlich, ab einem gewissen Alter regelmäßige Eignungsprüfungen durchzuführen. Weniger auf die allgemeine Gesundheit bezogen, aber auf die Fähigkeiten, die man zum Fahren benötigt, z.B. Reaktion, Sehen, Hören.

Auch wenn ich selber natürlich so eine Untersuchung lieber vermeiden würde, fände ich es sinnvoll, wenn es das gäbe. Nicht mal nur für die älteren. Für die jüngeren vielleicht seltener oder einfacher. Aber heute kannst du dir alle möglichen Krankheiten und Verletzungen einfangen, die es kaum noch möglich machen (sicher) zu fahren und doch bleibt der Führerschein gültig, solange man nicht schuldhaft einen nennenswerten Unfall hat. Im Alter werden wohl die meisten Fälle auftreten. Ebenso wie vorausgesetzt wird, daß jeder die ganzen Änderungen der STVO mitbekommt und kennt. Auch das trifft wohl nur für einen kleinen Teil der älteren zu. Die interessanteren Bestimmungen kann man ja in den Nachrichten oder zumindest bei ADAC etc. lesen. Anderes dagegen geht sicher einfach unter.

Bei meiner Mutter stellt sich in naher Zukunft dieses Problem. Sie ist 86 mit einigen gesundheitlichen Problemen. Sie hat zwar schon gesagt, daß es ihr letztes Auto ist und beschränkt sich auf die nähere Umgebung, aber die harmlosen Fälle mehren sich - Parkrempler oder die enge Einfahrt zum Haus. Ihre Aufmerksamkeit bzgl komplexer Situationen ist auch nicht mehr so hoch wie früher. Ich fürchte, irgendwann muß ich sagen, daß sie nicht mehr fahren "darf", und hoffentlich zieht sie da mit.

RK

marvin42 am 19 Jan 2018 16:11:42

at:hartmut :loldev: :yau: so isses nu mal

Jonah am 19 Jan 2018 16:35:18

mafrige hat geschrieben:- 2015: von 466.417 Unfällen mit Personenschaden unter Beteiligung von Kraftfahrzeugen im Jahr 2015 entfielen 839 auf Reisemobile und 207 auf Pkw-Caravan-Kombinationen.
- von den in 2015 insgesamt 2.516 tödlich verunglückten Fahrern und Mitfahrern waren nur 6 Reisemobil-Insassen.


Dazu fällt mir eine Vorlesung in Verkehrspsychologie ein, unser damaliger Dozent erläuterte uns, dass es bei solchen Unfallzahlen auch immer auf den Auftraggeber der Untersuchung ankommt. Was also auch dabei "rauskommen soll". Bei der einen Statistik werden zB a) nur die am Unfallort Getöteten gezählt, bei der nächsten Statistik b) auch diejenigen, die in den folgenden 24, oder 48 Stunden an den Folgen des Unfalls verstarben. Klar, wenn nach Methode a) gezählt wird, sind die Zahlen "schöner". Daher können die Ergebnisse stark variieren.

Also ich wäre auch für eine regelmäßige Überprüfung meiner Mobilitätskompetenz. Gerne schon ab 60. Ist ja auch in meinem eigenen Interesse.

Hier noch eine Info zum Thema (Seite 26):

" 2015 waren knapp 380 000 Pkw-Fahrer an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt.
In 55,5 % der Fälle hatten die Pkw-Fahrer den Unfall auch selbst
verursacht. Bei Fahrern der Generation 75+ war dies jedoch bei 75,1 % der Fall –
das ist mit Abstand der höchste Wert aller Altersgruppen."

Quelle: --> Link

Julia10 am 19 Jan 2018 16:40:34

Ich glaube, das eröffnete Thema ist zu kurz gegriffen.

Was soll ein vielleicht 1x jährlicher Gesundheitscheck bringen und wie will man am "grünen Tisch" ergründen, wie hoch die tatsächliche Fahrtauglichkeit eines Menschen ist :?: .

mercurius46 hat geschrieben:
- Blutdruck
- Leberwerte
- Hörfähigkeit
- Reaktions-Schnelligkeit
- Kenntnis der aktuellen Verkehrs-Regeln

Wer die vorgegebenen Werte nicht erreicht, der gibt ohne Wenn und Aber seinen Lappen ab! Ich bin sicher, dass einige der "nicht erklärbaren" Unfälle damit hinfällig wären...


Blutdruck??? Will man jeden Fahrzeugführer mit hohem Blutdruck den Lappen wegnehmen, hätten wir viel Platz auf den Straßen.

Leberwerte ??? Ein alter Mensch mit schlechten Leberwerten daf kein Fahrzeug führen, ein junger Mensch aber wohl?

Bin mir auch nicht sicher, ob alle Menschen unter 60 Jahren die aktuellen Verkehrsregeln kennen
und das Reaktion und Schnelligkeit nicht jedem gegeben ist, unabhängig vom Alter, ist nicht neu.


Wenn das gute Gehör ein Zeichen für Fahrtauglichkeit sein soll, dürften hörgeschädigte oder gehörlose Menschen keinen Führerschein besitzen und Brüllboxen die ein ganzes Stadviertel beschallen, müßten verboten werden.

Ich denke, das abgelenkte Autofahrer z.B durch Handynutzung wesenlich häufiger an Unfällen beteiligt sind, als Menschen, die ein gesundheitliches Problem haben, ob jung oder alt.

Der Anteil an Menschen unter z.B. 60 Jahren, die an Unfällen aktiv beteiligt sind, ist prozentual wesentlich höher, als die der über 60 Jähigen :) :wink:


Hier ein Artikel aus "Der Welt" zum Thema.
--> Link

19grisu63 am 19 Jan 2018 16:41:48

Ein Herzinfarkt fragt nicht nach dem Alter. Mein Bruder ist gerade mal 39 Jahre alt geworden und hat dann den Infarkt nicht überlebt. Trotzdem halte ich persönlich eine regelmäßige Untersuchung für sinnvoll. Gerade letzte Woche habe ich meinen Führerschein CE verlängern lassen. Dazu muss ich alle 5 Jahre zu einer ärztlichen und augenärztlichen Untersuchung. Da ich in einer freiwilligen Feuerwehr bin, muss ich (Ü50) zusätzlich jedes Jahr zu einer Tauglichkeitsuntersuchung, inklusive Belastungs-EKG. Mir gibt das ein Stück weit Sicherheit.

Wenn nun die Frage nach einer generellen, verpflichtenden Untersuchung aufkommt, bin ich allerdings auch kein Freund. Ein Berufskraftfahrer bekommt die Kosten i.d.R. vom Arbeitgeber erstattet, ich als Feuerwehrmann von der Stadt. Ein Privatmann hat schnell 300 Euronen an der Backe, dass fände ich jetzt auch nicht so prickelnd. Auch das Prozedere finde ich zu umständlich. Aber grundsätzlich finde ich schon, dass man sich regelmäßig durchchecken lassen sollte und das Ergebnis der Führerscheinstelle melden sollte. Geht nach festgelegtem Zeitraum kein Gesundheitszeugnis ein, wird der Führerschein nach einer angemessenen Nachfrist eingezogen. Das wäre ziemlich einfach. Die Kostenfrage müsste allerdings noch geklärt werden.

Das verhindert nicht, dass mir morgen jemand in die Seite fährt, weil er ein gesundheitliches Problem hat. Aber es minimiert das Risiko und siebt schon mal die “Härtefälle“ aus.

Micha1958 am 19 Jan 2018 16:46:33

Die weitaus meisten Unfälle passieren durch Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren,
zu schnell fahren, zu wenig Abstand und nicht beachtete Vorfahrt.
--> Link

Dies sind glaube ich keine "Fehler" die nur Ältere machen, eher im Gegenteil denke ich die sind eher vorsichtiger.
--> Link

Einen vorgeschriebenen Check alle 2 Jahre für jeden, ab 60 auch jährlich würde ich begrüßen.
Alles andere halte ich für Unsinn, noch nie war das Leben allgemein so sicher wie heute.

Aber man muß ja immer wieder eine neue Sau zum Treiben finden. :)

Gruß Micha

TiborF am 19 Jan 2018 17:01:16

Eigentlich sollte jeder ab 40 bzw. 50 einen Hausarzt haben. Und der Hausarzt kann es schon einschätzen, ob man "gesundheitlich" fit ist für das Autofahren.
Und man sollte soviel Verantwortung auch seinen Mitmenschen gegenüber haben, dass man auf den Rat des Arztes hört, wenn dieser einem nahe liegt, nicht mehr selbst ans Steuer zu gehen.

Was alles ohne Vorwarnung passieren kann, ist eine Sache, die man nicht voraussehen kann.
Wenn man eine chronische Erkrankung hat (wie Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzerkrankung oder Rhythmusstörungen), dann sollte man besonders auf die Risikofaktoren achten, seine Medis regelmäßig nehmen, damit man sich und die anderen im Straßenverkehr nicht gefährdet.

Ein Arzt darf das Autofahren ja nicht verbieten, aber er darf einen gut gemeinten ärztlichen Rat erteilen und den sollte man dann schon annehmen, bin ich der Meinung.

Alter Hans am 19 Jan 2018 17:05:31

mercurius46 hat geschrieben:Aus gegebenem Anlass (tödlicher Herzinfarkt bei einem Nachbarn auf dem Stellplatz:
Ist es richtig, dass jeder selbst einschätzen darf/kann, ob er/sie noch ausreichend fit ist für's moble Reisen? Muss das immer der tödliche Verkehrsunfall auf der Straße oder der Herzinfarkt auf dem Stellplatz sein?


Ich bin für freiwillige Selbsteinschätzung anhand ärztlicher Untersuchungen. Und nicht nur weil ich 75 bin.

Ein trauriges Ereignis war für mich:
Herzinfarkt in meiner nächsten Verwandtschaft im Alter von 59 Jahren.
Der gesunde Mann fuhr mit PKW selbst mit Schmerzen und Angst zum Notarzt in die Praxis. Das EKG war unauffällig. Fünf Minuten später fiel der Mann um. Einstündige, sofort begonnene Wiederbelebungsversuche durch zwei Notärzte waren vergeblich. Er war tot.

Soll ich daraus folgern, alle Männer ab 59 zur Untersuchung zu schicken?
Wie aussagekräftig sind diese Untersuchungen ? Wird dann der Führerschein zwangsweise eingezogen?
Das wäre doch unsinnig.

klink_bks am 19 Jan 2018 17:06:08

:) Niemals :)

den Fuehrerschein freiwillig abgeben, wirklich niemals.

Das Auto oder das Fahrzeug stehen lassen, wenn man meint, es klappt halt nicht mehr, das ist mehr als vernuenftig.
So soll es sein. :klatschen:
Dabei aber auch auf Aussenstehende (Verwandt, Freunde, Angehoerige) und den Hausarzt hoeren.

Gruss von der schoenen Mittelmosel (wo das Hochwasser Gott sei Dank schon wieder leicht faellt)
Achim

Canadier am 19 Jan 2018 17:17:18

mafrige hat geschrieben:PS: Bei uns hier müssen alle gleichbehandelt werden: Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Ich sehe es wie Gerd,dann müßten alle, auch der Raser und der Handyman, regelmäßig zur Nachschulung wenn er einmal erwischt wurde.

mercurius46 am 19 Jan 2018 17:17:38

Hallo Foristen!

Vielen Dank für die zahlreichen Postings zum Thema! Mir geht es bei dieser Frage hauptsächlich darum festzustellen, ob meine Fahrtüchtigkeit tatsächlich von meiner Selbst-Einschätzung abhängt, oder ob es nicht objektive Kriterien gibt, die mir signalisieren, dass ich nicht besser meinen Lappen abgäbe...

PS: Meine Privatpiloten-Lizenz habe ich mit 71 Lenzen gerade eben erfolgreich um ein Jahr verlängert...

Hubi1 am 19 Jan 2018 17:18:22

Liebe Leute

Haben wir hier jetzt ein Winterloch??

Einen Infarkt kann jeden und überall treffen. Vorwarnungen werden leider ignoriert bzw auch von der Mehrzahl nicht wahrgenommen.

"Ich würde eine Altersgrenze einführen, die langsam an mein Alter angepasst, steigend :lol:
Manch Mitsiebziger ist fitter als ein Mann in den besten Jahren :) - ist, glaub Ende 50 :razz:

pipo am 19 Jan 2018 17:31:21

Bei allem Respekt zum Thema Herzinfarkt oder andere Arten des plötzlichen Ablebens, so lange ich noch das Gaspedal selber durchdrücken kann fahre ich Wohnmobil :!: :mrgreen: Lenken kann ja dann mein Urenkel :lach:

Hubi1 am 19 Jan 2018 17:34:26

pipo hat geschrieben:Bei allem Respekt zum Thema Herzinfarkt oder andere Arten des plötzlichen Ablebens, so lange ich noch das Gaspedal selber durchdrücken kann fahre ich Wohnmobil :!: :mrgreen: Lenken kann ja dann mein Urenkel :lach:


Diese Aussage kann ich blind unterschreiben.

mafrige am 19 Jan 2018 17:40:35

Jonah hat geschrieben:...
In 55,5 % der Fälle hatten die Pkw-Fahrer den Unfall auch selbst
verursacht. Bei Fahrern der Generation 75+ war dies jedoch bei 75,1 % der Fall –
...
Quelle: --> Link


... und auf Seite 25 (1. Tabelle) steht:
Tabelle 8: An Unfällen mit Personenschaden beteiligte Pkw-Fahrer nach Altersgruppen 2015

Alle Altersgruppen . . . .378 156 entspricht = 55,5 %
darunter:
18 – 25 . . . . . . . . . . . 63 152 Unfälle gesamt, Selbstverschulden = 65,4 %
25 – 65 . . . . . . . . . . . 254 165 Unfälle gesamt, Selbstverschulden = 50,7 %
65 – 75 . . . . . . . . . . . 25 849 Unfälle gesamt, Selbstverschulden = 60,7 %
75 und älter . . . . . . . . 20 932 Unfälle gesamt, Selbstverschulden = 75,1 %
Man sieht deutlich, das in den Altersgruppen > 75 und älter, weniger Unfälle passieren, da ändert doch auch die % Zahl von 75,1 nichts.

Nimmt man die Altersstruktur, dann hat die:
Altersgruppe 18 -25 Jahre = ca. 6 % der Bevölkerung,
Altersgruppe 26 - 65 Jahre = 45 % der Bevölkerung,
Altersgruppe 66 - > 75 Jahre = 17,1 % der Bevölkerung,
Quelle: --> Link
Man sieht also in richtigen Zahlen das die ältere Generation die geringste Unfallhäufigkeit hat.

Denn wenn der letzte 100 jähriger Autofahrer, einen verschuldeten Unfall hat, wäre seine Altersgruppe zu 100 % :lol:

Canadier am 19 Jan 2018 17:44:22

Die von einigen hier angstrebten Untersuchengen bzw. Test müßen natürlich aus eigener Tasche bezahlt werden,
und wenn die Ergebnisse nicht passen kann man mit teuren Nachschulungen diese wieder auffangen. :mrgreen:

Canadier am 19 Jan 2018 17:46:58

Hallo Gerd, ich sag´s ja immer : Glaub nur den Statisiken die du sebst manipuliert hast. :lach:

mafrige am 19 Jan 2018 17:52:12

Leute,

wenn unsere Ärzte, mit einer jährlichen Untersuchung, einen Herzinfarkt voraussagen könnten, würden wir in Deutschland eine Reihenuntersuchung ab 50/60 Jahre haben! Einige, wie Brust-, Darm- und Prostatakrebs Untersuchungen gibt es ja. :daumen2:

gespeert am 19 Jan 2018 18:00:59

Ab 2013 haben die Scheine eine 15 jaehrige Gueltigkeit.
Es kommt die Vorschrift mit der Untersuchung garantiert noch.

Mache einfach im Zweifel mal ne Probefahrt mit Angehoerigen und im Zweifel mit nem Pruefer und werte dies aus.

Micha1958 am 19 Jan 2018 18:03:34

Richtig Gerd,
und solange es viel wahrscheinlicher ist dass mich ein Nicht-Alter von rechts rammt als dass ein Älterer mit Herzinfarkt von vorne auf meine Spur kommt, solange bleibe ich ganz entspannt.

Gruß Micha

Canadier am 19 Jan 2018 18:09:42

Hallo Micha,
so sehe ich das auch. Bild

silent1 am 19 Jan 2018 18:53:14

Ich hatte grad gestern wieder jemanden im Geschäft zur Augenglasbstimmung für eine Lesebrille.
Der gute Mann ist 90 Jahre alt. Meine Frage ob er noch Auto fährt würde mit ja beantwortet.
Auf meine Frage nach einer Brille für die Ferne werde erwiedert das es die alte Brille noch tue.
Mit der alten Brille wurden knapp 60% Sehleistung erreicht. Nicht wirklich grottenschlecht, aber die Mindestanforderung zur Erlangung der Fahrerlaubnis lautet 70% auf jedem Auge. Mit einer aktualisierten Brille hätte der gute Mann 100% Sehleistung ( Hut ab, für einen 90 jährigem ein phantastischer Wert ) erreichen können. Wollte er aber nicht. Er fahre ja nur noch im Ort meinte er.
Ich bin tatsächlich auch der Meinung das älter Verkehrsteilnehmer beginnende „ Gebrechen“ durch Erfahrung zum Teil kompensieren können, verstehe aber nicht das zu Verfügung stehendes optimierungspotential nicht genutzt wird. Altersstarrsinn oder Geiz? ;D :lach:

Stefan-Claudia am 19 Jan 2018 18:59:52

Hallo,

eine Altersbegrenzung für ältere wird es in D niemals geben,
darum ist die Diskussion eigentlich überflüssig.

Denn sie sind immer noch Wahlberechtigt.

mercurius46 am 19 Jan 2018 19:08:06

Stefan-Claudia hat geschrieben:eine Altersbegrenzung für Ältere wird es in D niemals geben


Hallo Stefan,

das war nicht die Frage beim Eingangsposting. Es ging vielmehr um die Überlegung: Darf ausschließlich die persönliche Selbsteinschätzung zu Grunde liegen, oder gibt es objektive Kriterien dafür, dass es besser wäre, "den Lappen abzugeben"?

Insofern betrachte ich diese Diskussion als sinnvoll und notwendig (= Not wenden) - wenngleich nicht jeder bisherige Beitrag hilfreich war...

Micha1958 am 19 Jan 2018 19:23:27

Hallo mercurius,
mein Vater hat vor ca. 30 Jahren mit 71 seinen Führerschein beim Polizeiposten abgegeben.
Seine Ausfallerscheinungen: er fühlte sich im Verkehr unsicher, reagierte zu langsam wie er mir sagte und wäre zweimal beinahe jemand hinten draufgefahren.
Vor seiner Entscheidung hatte ich damals hohen Respekt und ich hoffe und wünsche dass ich bei Bedarf auch so handeln werde.

Gruß Micha

pwglobe am 19 Jan 2018 19:51:28

Hallo
Herzinfarkt oder Schlaganfall können auch jüngere Menschen bekommen, dies wäre für mich kein Argument.
Um meinen LKW Führerschein zu behalten muss ich alle 5 Jahre zum Gesundheitscheck.
Steht dieses Jahr wieder an.
Ich finde dies sollte nicht nur für den CE gelten sondern für alle Klassen, zumindest einen Sehtest halte ich für wichtig.

kamikaze am 19 Jan 2018 21:36:11

Viele Länder in Europa haben das restriktiver geregelt als es in D der Fall ist. Als nicht vollständige Übersicht erlaube ich mir, die Zeitung "tz" zu zitieren:

Spanien
Wer in Spanien Auto fahren will, muss ab einem Alter von 65 Jahren den Führerschein alle fünf Jahre erneuern lassen. Zum Antrag gehört auch eine medizinische Untersuchung der Fahrtüchtigkeit.

Dänemark
Dänemark hat die Altersgrenze im Jahr 2015 angehoben. Statt schon mit 70 Jahren müssen Autofahrer erst ab 75 ein ärztliches Attest beilegen, wenn sie ihren Führerschein verlängern lassen wollen. Ab 80 muss der Antrag jedes Jahr gestellt werden.

Großbritannien
In Großbritannien sind Über-70-Jährige verpflichtet, alle drei Jahre ihren Führerschein verlängern zu lassen. Im Antrag müssen sie alle medizinischen Probleme auflisten, die fahrrelevant sein könnten.

Schweiz
In der Schweiz müssen Autofahrer über 70 Jahren im Abstand von zwei Jahren zur „vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung“, ähnlich wie auch LKW-Fahrer.

Italien
Autoführerscheine in Italien sind generell nur für eine bestimmte Zeit gültig. Ab einem Alter von 50 Jahren muss man sie alle fünf Jahre erneuern lassen, ab 70 alle drei Jahre, ab 80 alle zwei. Ein medizinischer Check gehört immer dazu.


Es wird auch bei uns irgendwas kommen. Da kann sich Dobrindt noch so forsch aus dem Fenster lehnen mit einer kategorischen Ablehnung der Untersuchungspflicht für Ältere, das ist alles nur Klientelbeschwichtigung und Wählerstimmenfang.
Ich muss als ehrenamtlicher Busfahrer (68 J.) alle 5 Jahre meinen Personenbeförderungsschein machen. Da ist der Arzt mit involviert, der seine Vorgaben für die Untersuchung hat. Warum kann eine Überprüfung älterer Fahrer nicht in einer ähnlichen Weise ablaufen? Dazu in bestimmten Zeitintervallen eine Fahrstunde mit einem Fahrlehrer. Alles Personen, die nicht aus dem häuslichen Umfeld kommen, denn das ist m.E. zwar geeignet, die Defizite zu erkennen, aber in den allermeisten Fällen nicht in der Lage, die Konsequenzen auch durchzusetzen.

Nichts hält mich in meinem Alter davon ab, tauchen zu gehen. Und das tun auch noch ältere als ich. Aber ohne Arztattest gibt mir die Tauchbasis keine Flasche. Ich kann auch noch nach meinem Berufsleben als Flieger weiterhin eine kleine Cessna pilotieren, aber nur mit Attest des Fliegerarztes und einer Überprüfung meiner Fähigkeiten im Flugzeug durch einen Sachverständigen.
Warum also sollen wir ab einem bestimmten Alter völlig ungeprüft weiter Auto fahren dürfen?

Günter

Etzel am 19 Jan 2018 21:44:24

Will ja nicht Hoffen, dass da jemand am Wochenende die Stellplätze

Rentnerfrei haben will. :eek:

thomas56 am 19 Jan 2018 21:47:04

es sollte doch in unser aller Interesse sein die Fahruntüchtigen auszusortieren, deshalb verstehe ich nicht, wie man gegen eine Untersuchung sein kann.
Wenn ich bei einigen sehe, welche Batterie an Tablettenmassen die in sich reinschaufeln, denke ich manchmal dass einige mit einer Flasche Korn im Kopf noch besser
fahren können.

mafrige am 19 Jan 2018 21:49:34

pwglobe hat geschrieben:Hallo
Herzinfarkt oder Schlaganfall können auch jüngere Menschen bekommen, dies wäre für mich kein Argument.
Um meinen LKW Führerschein zu behalten muss ich alle 5 Jahre zum Gesundheitscheck...
Ich finde dies sollte nicht nur für den CE gelten sondern für alle Klassen, zumindest einen Sehtest halte ich für wichtig.


Aber gegen Sekundenschlaf, was ja die Ursache für viele schlimme LKW Auffahrunfälle ist, nutzt auch die Untersuchung nicht!

Tipsel am 19 Jan 2018 21:55:59

Die Fahruntüchtigen sitzen aber nicht nur als alte Leute im Womo-Führerhaus.
Da beobachte ich manch andere, die bestimmt gesundheitlich top fit sind, aber die Reife zum verantwortungsvollen Führen eines sehr viel schwereren Fahrzeuges wahrscheinlich nicht haben.

Ich weiß, schwarze Schafe gibts überall, aber bei den Womofahrern sicherlich weniger als bei denen, die unter Zeitdruck stehen und Angst haben müssen, den Job zu verlieren, wenn sie nicht auf die Tube drücken.
Die sind viel gefährlicher in meinen Augen, auch weil sie in der Überzahl sind, während unsre Sorte mengenmäßig nicht ins Gewicht fällt, unter keinerlei Druck lediglich von A nach B fährt, und sich dazu möglichst noch die verkehrsarmen Zeiten aussucht.

rkopka am 19 Jan 2018 22:09:44

Tipsel hat geschrieben:Da beobachte ich manch andere, die bestimmt gesundheitlich top fit sind, aber die Reife zum verantwortungsvollen Führen eines sehr viel schwereren Fahrzeuges wahrscheinlich nicht haben.

Das ändert aber nichts an denen, bei denen man es tatsächlich per Untersuchung feststellen kann. Nur weil genug Idioten unterwegs sind, ist so eine Untersuchung nicht trotzdem sinnvoll.

Und gerade bei den Womofahrern kann man auch nicht mit den Kosten argumentieren. Ich lese doch immer wieder: >3,5t dann mach halt einfach den Schein um €1000-2000, alles kein Problem.

RK

migula am 19 Jan 2018 23:08:14

Ich hatte vor 5 Jahren einen Schlaganfall. In der Reha war auch eine Führerscheinprüfung und ich fiel durch. Nach einem halben Jahr bin ich aber trotzdem gefahren, ich wohne im ländlichen Bereich, da hat es kein Laden im Ort. Bisher hatte ich noch keinen Unfall und deshalb über die Abgabe des Führerscheins nicht nachgedacht. Ich fahre etwas langsamer, überhole seltener und wenn ich mit dem Wohnmobil unterwegs bin, kann es passieren, daß ich 50 km vor dem Ziel übernachte.

Micha1958 am 19 Jan 2018 23:10:12

Ich versteh jetzt nicht warum man mit den Fahrtauglichkeits-Untersuchungen bei denen anfangen soll die am wenigsten gefährlich sind und die am wenigsten Unfälle bauen.

Wäre das nicht angebrachter bei Leuten die unbedingt Strecke machen wollen, die mit dem Womo stolz mit 150 durchpreschen ?
Weil ja PS und Hubraum nur durch mehr vom selbigen zu ersetzen ist.
Oder bei denen wo es wurscht ist was hinter ihnen passiert, die ja nur nach vorne schauen ?

So Untersuchungen fände ich nicht schlecht, aber dann doch für alle.
Dem Opa mangelts an Gesundheit, dem jungen oft am Hirn. :?

Gruß Micha

womopark
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