hier aufgrund einer aktiuellen Nachfrage der Bericht über den Einbau der Zusatzfeder in meinen Rapido auf Basis des Sprinters 316 CDI aus Baujahr 2003:
Hintergrund: Das Basisfahrzeug Sprinter 903 316 CDI Pritsche mit mittlerem Radstand hat ein Leergewicht von ca. 2050 kg (je nach Ausstattung). Die Vorderachse ist bei meinem Rapido reisefertig mit 1750 kg komplett ausgenutzt.
Deshalb: mit - je nach Beladezustand - gemessen 1650 bis 1750 kg Gewicht auf der Vorderachse bei technisch zulässigen 1750 kg hing mein Rapido vorne permanent zu tief. Bei leichten Bodenwellen oder bei flott gefahrenen Serpentinen spürte ich mit dem Popometer die Einschläge der Gummipuffer auf den Achsen.
Hier die Situation vor dem Umbau:

Wenn Ihr genau hinschaut, seht ihr ... ca. 1 cm Restfederweg bzw. Luft zwischen Gumipuffer und Anschlag ... . Nachdem die erste Idee, die stärkere Blattfeder der schwereren Sprinter-Modelle zu verbauen vom Daimler-Partner wegen erlöschen der Betriebserlaubnis abgelehnt wurde, habe ich mich nach Alternativen umgesehen.
Es gibt eine einfache Placebo-Lösung, nennt sich AirCell und wird von Goldschmitt als sanfte Unterstützung der Federung bezeichnet, welche früher in die Arbeit des Gummipuffers eingreift:
--> Link Hier ein Bild von der Webseite des Händlers ...
Das ist natürlich maximal ein Notbehelf und würde bei meinem Fahrzeug permanent auf 50% zusammengedrückt. Unbrauchbar, nur für Leute welche gerne nach Lourdes pilgern.
Besser erschien mir die Lösung von VB, die sogenannte VB-Coilspring ... Es handelt sich um eine zusätzliche Schraubenfeder, welche um den Dämpfer montiert wird und damit aus dem Dämpfer ein Federbein macht. Meine Recherche ergab eine durchschnittliche Stützlast von 150 kp je Seite also eine Entlastung der Vorderachsfederung von ca. 300 kp. Das erschien mir als sinnvolle Lösung.
Hier ein Bild eines Händlers:

Da beim Ein/Ausbau der Dämpfer sowieso entnommen werden muss, habe ich vorsorglich gleich einen neuen, verstärkten Dämpfer montieren lassen ... sozusagen eine Investition in die Zukunft ... und Spurplatten, damit die Freigängigkeit des Rades an der dickeren Feder gewahrt bleibt.
Materialliste für den Sprinter 903 (316 CDI aus 2003) :
- Zusatzschraubenfedern für Vorderachse VB Coilspring "blau"
- Koni einstellbare Öldruck-Stoßdämpfer
- Goldschmitt Spurverbreiterung 2 x 30 mm für Vorder- und Hnterachse
Als kleiner Nebeneffekt ergibt sich eine etwas breitere Spur, was dem dicken Rapido 942M auf Basis des Sprinters 903 Pritsche doch ein leicht stimmigeres Frontbild verleiht.
Nun also los mit dem eigentlichen Einbaubericht, bei Carsten Stäbler (CS):
Die Anschlag-Puffer der Hinterachse sind jungfräulich und haben nie die Anschläge der Achse berührt. Wie auch, mit technisch gut 400 kg verbleibender Zuladung bei voll beladenem Fahrzeug. Es ist technisch ein 3.850 kg Fahrzeug. Hier nun das Ergebnis der Umbauaktion für die Vorderachse:

Sehr schön ist am Puffer der im Vergleich zu vorher wesentlich größere Federweg zu sehen. Genau das war der Sinn dieser Aktion!
Ich bin dann ein paar Meter hin und her gefahren, um die Verspannung der Achsen zu lösen und die Federung ins Lot zu setzen. Schliesslich sollten von CS noch alle Scheinwerfer korrekt eingestellt werden. Die Messung brachte es dann auf den Punkt: Exakt die vorhergesagten 5 cm mehr Federweg konnten wir am "Eichstrich" ablesen!

Soweit so gut ... TÜV-Gutachten für die Eintragung, Wägeschein und die Unterlagen für die Einbauteile erhielt ich mit der Rechnung. Für mich ein Erfolg und die Heimfahrt von Waghäusel über 60 km mittelprächtige Straßen gab mir gleich ein sehr gutes Fahrgefühl. Der optische Eindruck durch die etwas weiter aussen stehenden Räder ist ebenfalls angenehm.
Grüße, Alf
P.S. Zwei Dinge sollten noch Erwähnung finden ... Die Kosten und die Einbau-Werkstatt:
Alle Arbeiten wurden bei:
Carsten Stäbler
Friedrich-Schott-Straße 2
68753 Waghäusel-Kirrlach
(hier CS genannt)
ausgeführt. (nicht verwandt, nicht verschwägert, bekomme keine Provision)
Alle Teile wurden von CS beschafft und dort montiert. Ich hatte bei der Auftragsannahme mit Hinweis auf diesen (beabsichtigten) Bericht für das Forum gefragt und durfte in der Halle alle Arbeitschritte begleiten. Die beiden Monteure waren sehr freundlich, sehr motiviert, haben mir ihre Arbeitsschritte erklärt und haben soweit ich das beurteilen kann einen sehr guten Job gemacht! Ein großes Lob schon mal hierfür!
Ein Sache ging etwas schief, die lagernden Spurplatte hatten ein falsches Mass für die Zentrierung, es war dann nur noch ein Satz auf Lager ... Spontan schickten die CS einen Fahrer zur ca. 120 km entfernten Herstellerfirma Goldschmitt und besorgten den fehlenden Satz für die Hinterachse. Ich musst also zwar zwei Stunden warten, aber konnte am gleichen Tag mit einem komplett fertigen Fahrzeug abreisen. So sieht Kundenorientierung aus! Zur Rechnung gab es noch eine Flasche Prosecco aus Gimmeldingen dazu. Ob das immer so ist oder weil ich so hübsch bin oder wegen der längeren Wartezeit? Keine Ahnung ...
Zusammenfassend: Sehr professionelle Arbeit, excellentes Personal, alles TOP!
Die Preise für die Ersatzteile habe ich vor der Bestellung mit anderen Anbietern verglichen, die Aufschläge der CS halten sich - soweit ich es beurteilen will - im branchenüblichen Rahmen ... die Kosten für den Monteureinsatz waren sehr angemessen, den Stundensatz fand ich eher günstig. Ich habe mich aufgrund der teilweise unguten Diskussionskultur hier und in anderen Internet-Foren entschlossen, den Gesamtpreis nicht zu veröffentlichen. Wer konkreten Investitions-Bedarf hat, kann einfach bei CS anfragen.


