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Einbau 300Ah-LiFeYPO4-System mit REC BMS in Carado T447 1, 2


Rockerbox am 10 Feb 2018 21:09:11

Hallo Gemeinde,

so, ab heute darf ich mich also auch in die Reihe der LiFeYPO4-Jünger einreihen!

Bevor ich euch meinen Um- und Einbaubericht zeige möchte ich mich bei ein paar Leuten für ihren Support und Hilfe bedanken, das ist zuerst natürlich Lars Lisunenergy, der unermüdlich Unterstützung und Tips gibt, dann Jack Schmidt, mit dem ich mich sehr oft über unsere Umbauprojekte austausche, weiters Herr Eisenbichler von Faktor und last but not least beim Team von REC in Slowenien.

Nach Lesen von schier unendlichen Beiträgen hier im Forum, nach Studieren diverser Webseiten, nach Abwägung aller Pro’s und Con’s hab ich mich auch für mein System entschieden. Auch wenn meine beiden AGM’s durch gute Pflege immer noch gut „im Saft stehen“ kam der Wunsch nach Aufrüstung im Strombereich auf.
Mein System besteht aus 4 x 300 Ah-Winston-Zellen in Verbindung mit einem REC aktiven Balancing-System und einem 250A bistabilem Hochstromrelais.

Warum hab ich mich für diese Komponenten entschieden?
Nun, das 300Ah-LiFeYPO4-Paket war lieferbar, preislich in meinem Rahmen und passte vom Platz her unter den Einzelsitz in meinem Carado T447. Ich weiss, 400 Ah hätten auch gepasst, die waren mir aber dann einfach zu teuer.

Das REC-BMS besteht bei mir aus dem BMS selbst und einem Ansteuermodul BSLRD für das bistabile Hochstromrelais, zusätzlich habe ich mir noch den kleinen Touchscreen gegönnt, der alle relevanten Daten anzeigt. Da UVP und OVP eigentlich eh nie auftreten (sollen) und wenn, dann logischerweise nie zur selben Zeit ist für mich ein Relais durchaus ausreichend. Man könnte mit dem REC auch problemlos 2 Relais ansteuern, eines für den Ladepfad und das zweite für den Entladepfad, aber das erachte ich nicht für nötig, zumal ich im Falle einer Abschaltung vorher prüfen möchte, was Sache ist. Über einen simplen Schalter kann ich im Falle einer Abschaltung das Hochstromrelais über das BSLRD jederzeit wieder einschalten. Gerade die Flexibilität, die kundenspezifische Programmierung des BMS, die Möglichkeit, selber diverse Parameter umzuprogrammieren (Software von REC vorausgesetzt) und die leichte Verkabelung gaben für mich den Ausschlag für REC.

Das Hochstromrelais ist in bi-stabiler Ausführung und braucht daher nur während der Schaltimpulse Strom, ebenso braucht der BSLRD auch nur minimal Strom und das auch nur wenn er den 100ms-langen Impuls an das Relais schickt. Danach geht er wieder "schlafen".

Und so hab ich in den letzten Wochen gebaut:

Zuerst kommen die Akkus, schön initialgeladen, und werden in eine passende Box aus Siebdruckplatten eingepasst, die Stirnseiten bleiben offen und werden mit je 2 Gewindestangen mit Gefühl zusammengespannt. 2 Seile sollen das Reinheben später erleichtern.

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Am Minuspol wird in der Seitenwand ein Schlitz gefräst, durch den ich einen massiven Kupferverbinder führe, den ich genau auf Maß abgekantet habe, um ihn mit dem 500A-Shunt zu verbinden. Der Shunt ist übrigens der vom BMV-700 von Victron, passt ohne Probleme an das REC-BMS.

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In meiner Bastelkiste findet sich noch eine 3mm-Plexiglasplatte, die zur passenden Abdeckplatte gesägt wird und in die auf der rechten Seite der NOT-EIN-Schalter seinen Platz findet. Die Abdeckkappe des Schalters verhindert eine ungewollte Bedienung und stellt den Schalter beim Runterklappen wieder in die AUS-Position. Der Schalter liefert im geschlossenen Zustand ein Massesignal an den BSLRD, welches dann das Hochstromrelais wieder einschaltet.

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Auch an der Plus-Seite fräse ich einen Schlitz in die Seitenwand und führe dort einen weiteren entsprechend angefertigten Hochstromwinkel raus, den ich mit einem 200A-Sicherungsautomat verbinde. Über diese Automaten wird viel geschrieben, z.B., dass sie im Betrieb heiss werden, ich habe 2 davon seit 2 Jahren im Einsatz und kann keine Erwärmung feststellen, auch nicht bei Belastungen um 130A.

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Ein weiterer Kupferverbinder kommt zwischen Sicherungsautomat und dem Hochstromrelais. Das Relais ist übrigens ein bistabiles Modell BSR 750 – 12VDC – 250A und braucht nur während des Schaltvorgangs Strom. Als Halter für dieses Relais eignen sich übrigens hervorragend die Sicherungshalter für die MEGA-Sicherungen! Einfach den Deckel und einige Plastiknasen mit dem Dremel wegfräsen und schon lässt sich das Relais verschrauben.

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Nun werden die Pole der 4 Zellen ordentlich gereinigt, mit Noalox bestrichen und die Verbinder mit den Adapterschrauben und den entsprechenden Anzugsmomenten verschraubt. Ich hab ca. 58 Nm eingestellt.

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Nachdem das BMS plus Zubehör per Expresslieferung aus Slowenien angekommen ist wird alles außen an der „Plus-Seitenwand“ montiert und entsprechend verkabelt. Alle Kabel sind von REC eindeutig beschriftet, so geht das Verkabeln trotz Sorgfalt zügig von der Hand. Ein Temperatursensor ist im BMS selber verbaut, ein zweiter kommt zwischen die beiden mittleren Zellen. Ich beschrifte noch die einzelnen Bausteine und sichere die Enden der Kabel, die ich (zumindest im Moment) nicht benötige mit Schrumpfschläuchen. Alle anderen Kabel werden nach einem kurzen Funktionstest in Wellrohre verpackt. Für das BSLRD, die Relaisspulen und die Anzeige des BMS habe ich noch eine zusätzliche Sicherung eingebaut.

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In der Plexiglas-Abdeckung wird links noch der BMS-Hauptschalter eingebaut, damit kann das BMS komplett abgeschaltet werden und das Hauptrelais fällt ab (NOT-AUS oder „Schlafmodus“ für die Winterpause). Auch in diesem Fall kann das Hauptrelais auch ohne ein aktives BMS mit dem NOT-EIN-Schalter wieder eingeschaltet werden.

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Der Touchscreen wird angeschlossen, das System eingeschaltet und schon zeigt sich Leben im Akku! Alles sieht gut aus, die einzelnen Zellen liegen nur um 2 mV auseinander!

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Auch wenn ein ungewollter Kontakt in meiner Einbausituation ausgeschlossen sein dürfte fertige ich noch einen „Berührschutz“ für die Verschraubungen auf der Plus-Seite und spare den Sicherungsautomaten für den Fall der Fälle aus.

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Die Plus- und Minusleitungen werden mit 50mm² angeschlossen und das fertige Pack wartet auf den Einbau ins Wohnmobil.

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Der Einbauplatz unter dem Einzelsitz ist eigentlich schon vorbereitet, da ich dort vor 2 Jahren meinen 1500W-Sinus-Wechselrichter eingebaut habe. Dementsprechend sind dort auch schon Hochstromverteiler aus dem Yachtbereich vorhanden, an denen ich den neuen Akkupack mit den sehr kurzen 50mm²-Kabeln anschließen kann. Was ich jedoch vorher noch tun musste war der Ausbau der bisherigen 2 Stück AGM’s unter dem Beifahrersitz und die Verlegung der Kabel, die bisher vom EBL zu den AGM’s liefen. Diese wurden ebenfalls an die Hochstromverteiler angeschlossen, damit wurde auch die beiden originalen Sicherungen im Carado (50A und 2A) in die Sitzkiste verlegt. Unter dem Beifahrersitz ist jetzt nur mehr Stauraum!

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Als ob der Platz dafür vorgesehen wäre passt der neue Akkublock perfekt in die Sitzkiste. Rundherum ist ausreichend Platz und die Kabel werden angeschlossen. Der Touchscreen wird über dem Sitz unter dem Oberschrank montiert.

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Ein erster Test mit einem 230V-Heizlüfter über den Wechselrichter zeigt geschmeidige 85A mit einer erwarteten Laufzeit von über 3 Stunden, so muss das sein! Noch ein paar Verbraucher dazu und es stellen sich 113A ein. Auch bei dieser Belastung zeigen alle Verschraubungen keine nennenswerten Erwärmungen, alle liegen unter 30°C. Nach dem Abschalten des Wechselrichters starte ich den Motor und kann im Standgas knappe 30A Ladestrom bei einem Ladezustand von 78% ablesen.

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Natürlich fehlt mir noch die Langzeiterfahrung des neuen Akkupacks und wie er sich mit meiner 400Wp-Fotovoltaikanlage „vertragen“ wird, aber da erwarte ich keine Probleme. Auch das Laden unserer e-Bikes über den WR und die originalen Ladegeräte sollte keinerlei Schwierigkeiten machen. Übrigens, EBL und Solarregler sind beide auf BLEI-GEL eingestellt und das BMS habe ich mir entsprechend programmieren lassen.

Ich denke, der neue LiFeYPO4-Block wird uns bei den kommenden Touren viel Freude machen!

Wenn ihr Fragen zu meinem System haben sollt einfach fragen!

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: --->Link

Gast am 10 Feb 2018 21:45:25

Sehr schön und viele nützliche Informationen.

Danke und ein Pluspunkt dafür.

Grüße, Alf

JackSchmidt am 10 Feb 2018 21:52:09

Hallo Adi, tolle Anlage und sehr gut dokumentiert!

Dafür von mir ein Plus!

Ich wünsche Dir viel Spaß mit deinem neuen Kraftwerk.

Hast Du mal einen Link zum BMS.

Rockerbox am 10 Feb 2018 21:54:25

Danke Jack und hier gerne der Link:

--> Link

Die Leute dort sind klasse!

JackSchmidt am 10 Feb 2018 21:58:32

Sieht sehr professionell aus! Habe aber keine Preise gefunden?

Oder hab ich da was übersehen?

Rockerbox am 10 Feb 2018 22:00:29

Liegt bei etwa 400 €

aigle am 10 Feb 2018 23:31:24

Hallo Adi

Danke für den interessanten und ausführlichen Bericht

Bin selber gerade dabei mein Womo auf Lifepo umzurüsten

Bzgl. REC BMS hast du diese direkt bei ihnen bestellt
(REC BMW gefällt mir sehr gut da keine Platine auf die Lifepo geschraubt werden müssen )
Besteht die Möglichkeit die Daten aufs Handy zu übertragen

Danke

LG Leo

MountainBiker am 11 Feb 2018 08:59:27

Hallo,

gut und nachvollziehbar beschrieben und ein interessantes BMS, dafür klar ein "+".

Aber eine Frage sei erlaubt, die Anlage mit BMS kostet ja eine "Stange" Geld, aber für die Halterung tut es immer eine Kiste mit Siebdruckplatten, sicher das tut der Funktion nichts ab und ist zweckmäßig, aber das geht mir nicht so richtig in den Kopf, wieso nicht etwas hochwertiges und "holzfreies"?

Gruß MountainBiker

lisunenergy am 11 Feb 2018 09:41:29

Da bin ich schuld daran. Als ich damals durch den Baumarkt schlenderte um am Sonnabend ein passendes Material für die Kiste zu finden , gab es nichts vernünftiges. Ein Aluprofilsystem war so teuer, das ich darauf keine Lust hatte. Am Holzzuschnitt brauchte ich noch ein Brett für die ganzen Komponenten. Die Idee war eine Siebdruckplatte mit Phenolharzbeschichtung. Somit war klar in 10 Minuten hatte der freundliche Herr 5 Platten gesägt ,die nur noch zusammengeschraubt werden mussten. Materialkosten damals 20 Euro . Vorteil war noch,das die Komponenten sehr einfach an der Kiste befestigt werden konnten.

Gast am 11 Feb 2018 09:51:10

Die 20,--€ sind immer noch aktuell. Habe genau soviel bezahlt. Da die Batterie nicht im Wohnzimmer ausgestellt wird, Ist die Siebdruckplatte völlig ausreichend.

Grüße, Alf

Rockerbox am 11 Feb 2018 11:57:13

aigle hat geschrieben:Bzgl. REC BMS hast du diese direkt bei ihnen bestellt
(REC BMW gefällt mir sehr gut da keine Platine auf die Lifepo geschraubt werden müssen )
Besteht die Möglichkeit die Daten aufs Handy zu übertragen
LG Leo


Servus Leo,
genau aus diesem Grund hab ich mir das REC bestellt und ja, direkt in Slowenien gekauft. Du kannst es wie beschrieben auch nach deinen Wünschen programmieren lassen.
Eine Übertragung aufs Handy gibt es nicht, aber eine RS485 Schnittstelle, mit der kann man einige Parameter selber ändern und mehr Infos auslesen. Mir reicht aber der Touchscreen völlig.

Rockerbox am 11 Feb 2018 12:11:54

MountainBiker hat geschrieben: ........ aber für die Halterung tut es immer eine Kiste mit Siebdruckplatten, sicher das tut der Funktion nichts ab und ist zweckmäßig, aber das geht mir nicht so richtig in den Kopf, wieso nicht etwas hochwertiges und "holzfreies"?
Gruß MountainBiker


Servus,
wie du es schon beschrieben hast, es tut der Funktion nichts ab und es ist zweckmäßig. Die Kiste steht bei mir in der Sitzkiste, ist also nicht zu sehen und soooo schlecht sehen die Siebdruckplatten auch nicht aus.
Ich hatte auch mal FR4-Basismaterial für Leiterplatten auf dem Plan, sind glasfaserverstärkte Epoxi-Platten, aber bei gleicher Dicke deutlich schwerer und durch den hohen Glasanteil wesentlich schwieriger zu bearbeiten (Bohren, Fräsen etc.). Da das Umfeld rund um den Akku sowieso aus Holz besteht halte ich die Siebdruckplatten für die Kiste als vollkommen unbedenklich.

andwein am 11 Feb 2018 12:22:57

Auch von mir ein Pluspünktchen für die gute Dokumentation. Ich freue mich immer über Beiträge aus denen man was lernen/entnehmen kann.
Gruß Andreas

xbmcg am 11 Feb 2018 18:32:00

Tolles Projekt.

Bin auch gerade dabei, mein REC BMS zu programmieren. Macht einen sehr guten Eindruck bis jetzt.

Ich habe die Werksparameter etwas abgeändert und hab mir die Ausgänge von den Optokopplern
und von den Relais getrennt programmieren lassen. So kann ich schon vorab mit den Optokopplern
die Victron Gerätschaften in Float schalten bzw. lange vor der UVP Trenung den WR deaktivieren,
so dass eine Rest-Kapazität für wichtigere Dinge bleibt.

Ist zwar nicht billig, aber sehr flexibel. Was hast Du für Werte eingestellt oder hast Du die
Werkseinstellungen so übernommen? Die sind nicht schlecht, aber für meinen Geschmack etwas zu
hoch / zu niedrig.

Rockerbox am 11 Feb 2018 21:37:29

Servus,

ich habs mir auch auf meine Wünsche programmieren lassen, etwas konservativer, da alle meine Ladequellen eh bei 14,4 V Ladeschluss haben. OVP und UVP hab ich nur auf Relay 1 legen lassen, die Optokoppler sind noch unbeschalten, die könnte ich so wie du für andere Funktionen verwenden.

Hast du die Software mitbestellt?

Gast am 11 Feb 2018 21:43:58

Hallo ihr beiden,

Ist das BMS abschaltbar für eine Winterpause? Wie hoch ist der Verbrauch wenn Relais angezogen sind?

Grüße, Alf

Rockerbox am 11 Feb 2018 21:49:09

Ja, BMS ist abschaltbar (hatte ich auch im Bericht geschrieben), das Relais ist bi-stabil, daher kein Verbrauch nach dem Impuls, der BSLRD Triggerbaustein fürs Relais braucht nach dem Impuls 35 µA im Schlafmodus.

Gast am 11 Feb 2018 21:56:50

Sorry,

Hab ich überlesen oder wegen der ganzen BMS Themen in meinem Kopf wieder vergessen ... Das eigentliche BMS Steuergerät hat aber schon einen Eigenverbrauch?

Habe heute die Pheripherie für mein Projekt zusammengelötet. Bin jetzt bei 10 mA zuzüglich dem Verbrauch der EV-Module. Die Abschaltung mache ich nicht mit Relais sondern mit Leistungshalbleiter, da habe ich den echten Verbrauch abgeschaltet (Leckstrom) noch nicht genau gemessen.

Mit deinen 400W Solar sollten auch 100 mA kein Problem sein. :lol: die gleiche Solarleistung wird mein Rapido auch haben, sobald es warm genug ist fürs Kleben.

Grüße, Alf

Rockerbox am 11 Feb 2018 22:03:03

Ich dümple im Moment laut BMS Anzeige bei etwa 100mA Ruhestromverbrauch rum, da ist das BMS drin (im Moment eingeschaltet), der Naviciever, die Uhr von der CP Plus der Truma, der Victron BMS-700 und die Alarmanlage.

Hier muss ich noch schauen, was sich sinnvoll verändern lässt, auch ohne immer wieder alles neu einzustellen / zu programmieren.

Andererseits ist es auch wurscht, da ich in meiner Halle in den WoMo-Pausen auch Stromanschluss zur Verfügung habe.

Gast am 11 Feb 2018 22:09:20

So um die 100 mA habe ich auch auf der Aufbaubatterie, wenn alles ausgeschaltet ist. Nachdem ich lange gesucht habe, kam ich auf den OysterSat-Controller. Den muss ich extra ausschalten, hängt wegen sicherem einfahren an Dauerstrom.

Grüße, Alf

Rockerbox am 11 Feb 2018 22:13:37

Guter Hinweis! Meine Steuerung von der Caro Vision muss ich checken, wo die hängt und ebenso den TV!

Andererseits wie gesagt, bei Sonnenschein ist es egal und in der Halle müsste ich alle paar Wochen mal "eine Schaufel voll Strom" nachlegen.

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Gast am 11 Feb 2018 22:23:44

In den letzten drei Jahren war meine Batterie nie entladen, obwohl ich die Schalter im Panel und den Kühlschrank, Sat usw. manuell ausschalten muss.

Scheint also zu funktionieren. :D

Grüße, Alf

Rockerbox am 11 Feb 2018 22:26:40

Meine AGM's haben's bisher auch immer überlebt :D

Aber ich werd trotzdem nochmal sehen, was ich anders machen kann und den Ruhestrom auch mit nem Multimeter messen.

xbmcg am 12 Feb 2018 10:24:07

Rockerbox hat geschrieben:Servus,
...
OVP und UVP hab ich nur auf Relay 1 legen lassen, die Optokoppler sind noch unbeschalten, die könnte ich so wie du für andere Funktionen verwenden.

Hast du die Software mitbestellt?


Ja, hab das ganze Paket, BMS, Kabelsatz und Software, das Display wird noch nachgeliefert, die haben wohl ein Problem mit dem Gehäuselieferanten.
Die Relais hab ich so gelassen, wie in der Basiskonfiguration, getrennt je eins für OVP und UVP. Hab nur die Optokoppler anders programmieren lassen.

Die Software kostet um die 50€, ist auch OK, um alles zu verstellen / einzustellen, was sie einen verstellen lassen, auch kann man bei laufendem Rechner
ein atomatischen Log erstellen mit den BMS Daten als Langzeitprotokoll, man legt das Intervall fest und er schreibt dann die Daten auf die Platte, die man
z.B. mit Excel auswerten und graphisch aufbereiten kann, um zu sehen, wie sich die Zellen verhalten.

Die Software ist eigentlich nur eine kleine Anwendung mit 3 Bildschirmen + eine graphische Ausgabe der wichtigsten Werte:
Bild
Konfiguration - hier kann man die Werksparameter sehen und einstellen das Fenster ist in Bereichen gegliedert:
- Balancing - START und END, wobei END etwas irreführend ist,
- Charging - END charging und Hysterese, hier hab ich mir den oberen Optokoppler programmieren lassen, damit ich die Ladegeräte in Float schalten kann
- Temperatur: - Max. Batterieemperatur vor Abschaltung, minimale Ladetemperatur, max. BMS Temperatur.
- Cell Voltage: - MAX VCell, MAX VCell Hysterese, MIN VCell, Min VCell Hysterese - das sind die harten Abschalt- und Wiedereinschaltschwellen der Relais
- Battery Pack Data: - Chemie (LiFeYPO4) oder andere Profile, Kapazität: (Ah), Cycle: Ladezyklen , Parallel Strings (Anzahl der parallelen Zellen) - Sinn erschließt sich mir nicht
Bild
Logging - hier werden die aktuellen Zellwerte angezeigt und man kann die Logfunktion in Datei steuern
- Cell Voltage: Wie der Name sagt, die aktuellen Zellspannungen
- Cell Resistance: Die gemessenen Innenwiedersände der Cellen
- Temperaturen: Die 2 Temperatursensoren (je einer zwischen 2 Zellen) und die BMS Temperatur
- Logdatei auswahl, Intervall und Start / Stopp für das Loggen

Flash History - ohne erkennbare Funktion beim ABMS, ist bestimmt für die größeren Systeme relevant
- Datei, in der man den Flash auslesen kann
- Alles oder Zeitraum
- Schreibfrequenz in den Flash
- und einige Status anzeigen (Sequenz , BMS#, Anzahl der Einträge, Zähler, Status)

Die Graphikausgabe zeigt Batteriespannung, Batteriestrom, Spannung der niedrigsten und höchsten Zelle,
Temperatur, Ladestand SOC in % und Batterieverschleiß SOH in % (state of health)

Zum Verändern muss man ein Passwort eingeben (Seriennummer des Systems)

Richtig interessant sind 2 Menüfunktionen unter Menu BMS: Communicate und Firmware Upgrade
Bild
Mit Communicate hat man ein rudimentäres Terminal mit dem man alle Steuerbefehle aus der Doku
eingeben kannund alle Parameter setzen kann, auch die, die nicht im Interface zu sehen sind, und die,
die nach Kundenwunsch hinzugefügt wurden. Hier kann man auch den SOC auf 100% Setzen, Historie löschen,
den Alarm stummschalten, die Cyclenzahl korrigieren, nachsehen, welche Zelle gerade ausgeglichen wird,
den Shunt konfigurieren (ich habe den Victron Shunt vom BMV verwendet), den Null-Strom kalibrieren,
den aktuellen Fehlercode auslesen usw.

Sehr nützlich, aber etwas umständlich in der Bedienung.

Firmware Upgrade ist wohl Selbsterklärend, wenn man eine neue Firmware von REC bekommt,
kann man sie damit einspielen.Außerdem gibt es eine Screenshot Funktion unter Report, die den
Bildschirm druckt und natürlich die Auswahl des COM Ports für die Kommunikation.

Die SW ist mit Bibliotheken von National Instruments erstellt und ist etwas lieblos compiliert,
bei der Installation werden neben den Visual C Bibliotheken von .net auch noch die halbe
Entwicklungsumgebung inklusive verschiedenster Netzwerkdienste von NI installiert, die für
die Funktion irrelevant sind, es werden nur wenige Bibliotheken tatsächlich verwendet.
Ist aber egal, manuell kann man den Quatsch deaktivieren oder auch aus dem System entfernen.

Die Schnttstelle ist nicht besonders stabil, ist sehr potential-sensibel. Wenn man mit dem Multimeter
an der Batterie misst, reicht das manchmal aus, dass sich die Verbindung aufhängt. Vielleicht hilft
Erden des Gehäuses oder Verbinden des Gehäses mit dem Rechner. Würde mich mal interessieren,
ob die Anzeige auch so zickt, die wird ja an der gleichen Schnittstelle betrieben.

xbmcg am 12 Feb 2018 10:45:10

KudlWackerl hat geschrieben:Hallo ihr beiden,

Ist das BMS abschaltbar für eine Winterpause? Wie hoch ist der Verbrauch wenn Relais angezogen sind?

Grüße, Alf


Es sind bi-stablie Relais, das BMS ist ausschaltbar und es schaltet dabei auch die Leistungs-Relais aus.
Je nach Interface zwischen BMS und Relais muss man entweder noch einen Schalter einfügen oder
sich anders behelfen (Sicherungsautomat oder Sicherung ziehen) Das muss man aber auch für den
Victron Batteriemonitor tun (Spannungssensor an der Batterie) und auch bei anderen Geräten,
die eine Sense -Leitung zur Batterie haben (z.B. Victron Quattro).

Der Schalter für das BMS ist beim Kabelsatz dabei / bereits verkabelt (Mini-Kippschalter).

Ulf_L am 12 Feb 2018 10:55:17

KudlWackerl hat geschrieben:[...]Die Abschaltung mache ich nicht mit Relais sondern mit Leistungshalbleiter, da habe ich den echten Verbrauch abgeschaltet (Leckstrom) noch nicht genau gemessen.[...]


Hallo Alf

Welche Leistungshalbleiter hast Du denn da verwendet ?

Gruß Ulf

xbmcg am 12 Feb 2018 10:56:17

Die BSLRD (ich nehme mal an, auch von REC) hab ich nicht verbaut, hab mir selbst die Ansteuerungen
für die bi-stabilen Relais gebaut. die ziehen um die 100mA, aber nur, weil ich überall LED's eingebaut
habe, um zu sehen, was das BMS macht.

Ich hab die Blue-Sea ML-RBS genommen, die haben die Elektronik schon drin, angesteuert werden
müssen sie über positive Impulse. Ein 100µF Kondensator und ein Wiederstand davor nach Masse zum
Entladen reichen als Interface aus, ich habe noch eine LED zum Wiederstand spendiert, das verbraucht
um die 15-20mA pro aktivem Relais, die Optokoppler kann man direkt an die Victron Geräte anschließen,
ich habe aber auch hier eine Platine dazwischen mit Strombegrenzung und einen Transistor S9013 und
ein Printrelais mit 2x1A Kontakten und Freilaufdiode + LED mit Vorwiederstand, auch hier um die 50mA,
so dass ich auf gut 100mA komme. Ist bei 1000Ah keine Größenordnung.

Dafür hab ich mehr potentialfreie kontakte und sehe, was die Steuerung macht.
Ist alles nur Prototyp. Die entgültige Platine wird auf das Nötigste abgespeckt.

Gast am 12 Feb 2018 11:08:53

Ulf_L hat geschrieben:Hallo Alf

Welche Leistungshalbleiter hast Du denn da verwendet ?

Gruß Ulf


Hallo Ulf,

bitte warte ab, bis die Anlage funktioniert. Ich habe noch nicht erproben können, da die Batterie noch balanciert und ich auch nur Samstags größere Umbauten machen kann. Leider rückt der Hersteller bisher keine vernünftigen Daten raus. Ob das Konzept überhaupt funktioniert muss erst erprobt werden.

Vorher möchte ich dazu im Forum öffentlich nichts dokumentieren. Kann durchaus noch zwei, drei Wochen dauern.

Grüße, Alf

Rockerbox am 12 Feb 2018 11:35:38

xbmcg hat geschrieben:[
Ja, hab das ganze Paket, BMS, Kabelsatz und Software, das Display wird noch nachgeliefert


Danke für die umfassende Beschreibung! Im Moment sehe ich für mich noch keine Notwendigkeit der Software, mal sehen, ob sich das in Zukunft mal ändert, dann werde ich sie nachbestellen.

xbmcg am 12 Feb 2018 11:38:40

Kann man über das Display die Parameter auch einstellen?

Rockerbox am 12 Feb 2018 11:42:32

xbmcg hat geschrieben:Kann man über das Display die Parameter auch einstellen?


Nein, "nur" alles mögliche ablesen!

xbmcg am 12 Feb 2018 11:52:11

Na, dann hab ich alles richtig gemacht ;-).

aigle am 13 Feb 2018 20:55:50

Hallo

So nachdem meine Zellen soweit initialisiert sind geht's ans Box bauen
Habe am Wochenende ein Mail an REC BMS gesendet wegen Kaufinteresse
Bin schon gespannt auch eine Rückmeldung

Ihr schreibt von einer speziellen Programmierung auf was soll man da achten

LG leo

Rockerbox am 13 Feb 2018 21:15:59

Servus Leo,

du wirst von REC ein Formular bekommen, in das du deine Parameter eintragen musst, wie du das BMS programmiert haben willst. Also OVP, UVP, Kapazität des Blocks, Temperaturgrenzen usw.

Kann man alles nach Kundenwunsch machen lassen. On ein Relais wie bei mir oder zwei, (fast) alles ist möglich.

aigle am 13 Feb 2018 21:34:02

Hallo Alf


Danke
Freue mich schon darauf

LG leo

xbmcg am 14 Feb 2018 15:25:37

Bei mir wars eine formlose mail und eine Diskussion mit dem Chef-Entwickler.

Ich habe mir alle Parameter genauer erklären lassen und mir dann die
Änderungen einbauen lassen, die ich brauche. Ich wollte die Optokoppler
getrennt haben von der Relais-Programmierung, damit ich bei Bedarf
die Laderegler und den Wechselrichter umschalten oder abschalten kann,
ohne dass die Batterie vom Netz geht oder andere Ladetechnik von der
Batterie / vom Bordnetz getrennt wird. Die Laderegler laden ja nicht
nur die Batterie, sie unterstützen die Batterie und versorgen auch die
Verbraucher. Deshalb ist es in telligenter sie nicht zu trennen, sondern
sie in eine niedrigere Spannung zu schalten (float).

Die OVP und UVP Relais sind hingegen nur die "Sicherung" des Systems,
wenn die ansprechen läuft was grundsätzlich falsch.

Das bringen die Entwickler von BMS Systemen manchmal durcheinander,
sie meinen das OVP Signal würde den Laderegler steuern. Vor allem in
Systemen bei denen Ladestrang und Last nicht getrennt sind, ist das
sub-optimal.

TKensy am 18 Feb 2018 10:38:35

Hallo Rockerbox,
sehr schöner Bericht und Bilder. Bin gerade auch „im Bau“. Bin nur etwas verwirrt beim Foto vom Shunt mit dem Stromwinkel. Ist der wirklich richtig rum montiert? Load/Battery?

Gruß Thorsten

Rockerbox am 18 Feb 2018 11:00:24

Servus Thorsten,

gut beobachtet :D

Aber ja, er ist trotzdem richtig eingebaut, weil ich vorher die kleine Leiterplatte gedreht hab.
Sonst wären die Kabelanschlüsse nach oben weggegangen und das wollte ich nicht.

lisunenergy am 18 Feb 2018 11:10:15

Hallo Adi,

Bei LVP schaltet das System ab. Nach Reset hat das System immer noch lvp. Wie lädst Du ,um die Schwelle anzuheben?

TKensy am 18 Feb 2018 12:15:23

Hi,
Cool! Sehr guter Tipp! Vielen Dank!
Gruß Thorsten

Gast am 18 Feb 2018 12:38:58

Ulf_L hat geschrieben:Hallo Alf

Welche Leistungshalbleiter hast Du denn da verwendet ?

Gruß Ulf


Steht nun im Rapido-Sanierungsthread ... Schaltplan Ansteuerplatine folgt. --> Link

Grüße, Alf

xbmcg am 18 Feb 2018 12:47:20

lisunenergy hat geschrieben:Hallo Adi,

Bei LVP schaltet das System ab. Nach Reset hat das System immer noch lvp. Wie lädst Du ,um die Schwelle anzuheben?


Wenn die Last weg ist, die LVP ausgelöst hat, und das System etwas Ruhe hat, dann sollte die Spannung wieder über LVP liegen und
das Laden wieder möglich sein, wie ist denn Hysterese bei dem BMS am unteren Ende?

Das Problem tritt auch nur auf, wenn man keine Trennung fon Ladekreis und Lastkreis realisiert, sonst geht Laden bei LVP ja immer,
genau so wie Entladen bei OVP.

Zur Not muss man einen manuellen Überbrückungsschalter für das Laden bei LVP einbauen, der auch beim Entladen bei OVP hilft.
Ist Sub-Optimal, wenn man beide Signale auf nur ein und das selbe Relais schaltet.

LVP und OVP sollten im Normalbetrieb eh nie auftreten, das sind ja die elektronischen Sicherungen des Systems. Wenn eins dieser
Signale auftritt, dann hat man was falsch gemacht, dann kann man auch manuell den Fehler korrigieren, bis die Sicherung wieder
einschaltet.

Als Alternative kann man ja eins der Ladegeräte über ein separates OVP Relais steuern, das dann automatisch bei UVP laden kann
(z.B. den Solarregler), Lichmaschine (EBL oder Booster) und Last bleiben auf dem OVP/UVP Relais gemeinsam, um den Stromkreis
nicht auftrennen zu müssen. Ist ein bischen komplizierter, aber machbar (mit einer Diode, die das UVP Signal auf das OVP Relais
mit einspeist)

lisunenergy am 18 Feb 2018 13:05:00

Das die Spannung wieder ansteigt, geht meiner Meinung nur bei großer Last. Bei kleinen Lasten ist es anders. Daher meine Frage. Ein seperates Relais sehe ich da schon als sicherste Lösung an.

xbmcg am 18 Feb 2018 13:51:35

Mit der Superlast (ML-RBS) hat man auch noch einen Knopf, mit dem man manuell
übersteuern kann, das Bms fängst sich danach wieder, ist wie ein Sicherungsautomat,
den man manuell zurücksetzen kann.

Ich hab die Superlast so angesteuert:
Bild

Die Kondensatoren erzeugen aus dem Dauer-Signal einen Einschaltimpuls in dem Moment, wenn der jeweilige
Kontakt einschaltet, sonst liegt an dem ML-RBS kein Signal an und es fließt kein Strom.
Die LED und der Widerstand zeigen den Schaltzustand von OVP an, haupsächlich aber
sorgen sie für eine Entladung des Kondensators nach dem Ausschalten, damit das Relais
schnell wieder auf dem nächsten Impuls reagieren und schalten kann.

Gast am 18 Feb 2018 14:37:01

Könnt ihr mal das Wort "Superlast" auf das Deutsche übersetzen bitte? Hauptschalter?

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