Bitte versteht es nicht falsch, das soll keine Motzbeitrag sein, sondern es soll euch helfen, langfristig zuverlässige Batteriesysteme zu bauen. ;D
Beim Studieren der verschiedenen Erfahrungsberichte und beim Zusammensuchen des Materials für meine Anlage, ist mir aufgefallen, dass praktisch alle Foristen hier ihre Batterien und Stromschienen bzw. Kabelschuhe falsch anklemmen. Einige User berichten sogar von Erwärmung der Anschlusspunkte beim Betrieb mit hohem Strom.
Von den Lieferanten erhält man fertige Schrauben/Verbindersätze wie zum Beispiel: (waren bei meinen Verbindern von Faktor dabei):

Ih seht, der Durchmesser des Federings ist kleiner als der Kopf der Schraube. Das ist sehr schlecht. Fachgerecht wäre es Spannscheiben (bzw. Federscheiben oder Knorr-Scheiben) zu verwenden.
Warum?
Unter einer Spannscheibe versteht man Federelemente in Form einer Tellerfeder (geformt wie ein Teller). Die Sicherungswirkung von Spannscheiben besteht hauptsächlich aus Kraftschluss. Spannscheiben haben die Aufgabe, ein Loslösen bzw. Lockern einer Schraubenverbindung zu unterbinden. Dies geschieht dadurch, dass Spannscheiben durch eine ausreichende Vorspannung der Federkräfte die Verbindung gewährleisten. Aus diesem Grund eignen sich Spannscheiben gut für meist axial belastete und eher kurze Schrauben. Allerdings bieten Spannscheiben gegenüber Losdrehmechanismen keinen effektiven sicheren Halt bei alternierenden Radial-/Querbelastungen. Soviel generell zu der Scheibe.
Verwendung an Leiterverbindungen:
Da das weiche Leiter-Material (Alu/Kupfer/Klemmschuhe usw. ) beim Anziehen mit korrektem Moment fliest, hast du bei der Kombination Beilagscheibe/Federring) nur recht kleinflächige (entsprechend dem aktiven Querschnitt des Federings) Übergänge. (Bei meinem Beispiel im Bild, M12 sind das nur ca. 35 mm².) 35 mm² ist für die Verbindung Alu zu Cu bei 100 A Nennstrom zu wenig!
An solchen Schraubverbindungen solltest du unter die Schrauben bzw. Muttern statt Beilagscheiben größere Spannscheiben verwenden.
So sieht das aus:

Beim Anziehen verformt sich die Scheibe und wird flach, die Flächenpressung wird so auf ein vielfaches der Fläche übertragen, der aktive Querschnitt wird wesentlich größer. (bei den 200 AH-Zellen und M12 Schrauben sind es ca. 220 mm²) Dadurch wird die Klemmstelle auch bei hohem Strom nicht mehr warm.
Größenvergleich Spannscheibe/Batteriepol:

Verbinder fertig montiert:

Ihr seht, ich habe die Originalschrauben gar nicht verwendet. Statt dessen 50 mm lange M12 Bolzen aus V2A eingesetzt und dann in unterster Lage (!) die Verbinder mit den Spannscheiben montiert. Beim richtigem Anzugsmoment von ca. 50 Nm wird die Scheibe flach und überträgt auf der vollen aktiven Fläche des Winston Batteriepols Strom. So soll es sein! Die Steuerleitungen und Balancer kommen dann eine Etage höher und werden mit den Beilagscheiben und Federringen mit geringem Anzugsmoment montiert. Hier geht es ja nicht darum, große Ströme zu übertragen.
Noch was zu den Winston-Polen: - Anziehen von Schrauben in Aluminium:
Das Verwenden von hochfesten Schrauben in Alu ist nicht sinnvoll, es ist davon abzuraten! Das Anziehen dieser Schrauben auf das korrekte Anzugsmoment verursacht Spannungen im darunterliegenden Material, die Aluminium nicht mehr aushält. Das Material beginnt zu fließen - es verformt sich - das korrekte Anzugsmoment ist wieder nicht gegeben. Das kann zur Lockerung der Schraube führen! Wenn weiter angezogen wird, kann das zur Zerstörung des Bauteils führen! Ich habe mich entschieden die Schrauben nur nach Festigkeitsklasse 5.6 anzuziehen, 6.8 könnte man auch machen.
Zum Anziehen: Drehmomentschlüssel verwenden! (Saubermachen und Nonalox ist sowieso klar)

Nochmals generell: Es funktioniert auch ohne. Aber unsere Anlagen werden gerüttelt und unterliegen thermischen Schwankungen. Teilweise werden sehr hohe Ströme zum Kaffekochen gezogen. :lol: Da ist es besser, du machst es richtig!
Das kannst du wenn du schon fertig gebaut hast, einfach nachrüsten. Passende Scheiben hier: Link zum eBay Artikel für kleines Geld. Oder suche beim Händler nach "Spannscheiben Edelstahl"
Grüße, Alf
P.S. Spannscheiben (DIN 6796) werden oft nach dem Erfinder Adolf Schnorr aus Altbach bei Esslingen :P "Knorr-Scheiben" genannt. --> Link

