Ich mach mal einen neuen Tröt für das Thema auf, um nicht andere Lösungen durcheinander zu bringen.
Hier meine Schaltung (Platine) als Interface zwischen den vollständig beschalteten REC-BMS Ausgängen (Relais und Optokoppler)
und der Anbindung von bi-stabilen Relais mit Impulssteuerung und Eingangs-Signalverstärker ML-RBS 500A,
sowie Anbindung an die Victron Multiplus / Quattro mit Lithium-Profil und Assistent für externes BMS mit 2 Kontakten
mit folgenden Einstellungen:
- Zelle Hoch / Zelle Niedrig,
- Batterie Voll bei AUX1 offen,
- Batterie leer bei TEMP offen,
- Bei Batterie voll auf Erhaltungsladung schalten und SOC=100% setzen

Schaltplan:

Die Schaltung ist "Eigensicher", ich habe an allen Eingängen entsprechende Widerstände verbaut, damit die REC BMS
Ausgänge nicht überlastet werden können (15 Ohm zur Begrenzung der Relaiskontakte unter 1A, 2k Ohm zur Strombegrenzung der
Optokoppler, 15 Ohm am Ausgang der Signalrelais zum Schutz der Kontakte / Strombegrenzung auf unter 1A.
Zusätzlich könnte man noch eine Diode am Plus Eingang in Flussrichtung als Verpolungsschutz einbauen.
Man kann die Optokoppler Ausgänge auch direkt an die Victron Inverter anschließen, dann sollte man eine entsprechende
Sicherung oder Vorwiderstand (Strombegrenzung) und eine Diode (Verpolungsschutz) zum Schutz einbauen.
Die LED's dienen zur Kontrolle der Schaltzustände und bei den Relaisansteuerungen zusätzlich zum Entladen der Elkos.
Wenn man mehr Signale benötigt, kann man die Vorwiderstände der LED durch die REED-Relais ersetzen, sofern sie
einen Widerstand von 700..1000 Ohm haben. (Wie umgesetzt bei den Optokoppler Interfaces).
Pro leuchtende LED fällt ein Strom an von ca. 12mA, also für die gesamte Schaltung oben incl. der Relais in etwa 50mA oder 0.05A,
das war es mir Wert.
Als Signalrelais hab ich die MEDER SL12-1A72-71D verwendet, die haben bereits eingebaute Schutzdioden, wenn ihr 2 unabhängige
Kontakte braucht, geht auch das MEDER DIP12-2A72-21D, ebenfalls mit eingebauten Schutzdioden. Natürlich geht auch jedes
andere Relais, wenn man den passenden Transistor zur Ansteuerung wählt, ich hatte noch S9013 herumliegen (NPN, Ic = 500mA),
mit denen kann man auch schwerere Geschütze problemlos schalten.
Wie funktioniert das ganze nun?
Ich erkläre mal den oberen Teil mit den potentialfreien Relaiskontakten am Beispiel BMS CHG:
Es gibt 3 Anschlüsse am BMS fürdas Relais BMS CHG:
CHG F (FUSE steht für Sicherung ), Eingang, max. 1A belastbar, hier wird über 15 Ohm Batterie-Plus zugeführt.
Bei einem Kurzschluss würde über den Widerstand R1 13V abfallen und ein Strom vin I=U/R = 13V/15Ohm= 860mA fließen.
Das ist noch unter 1A, also keine Gefahr für die Relais-Kontakte.
CHG NC (NC = normally connected) - Der Anschluss ist geschlossen bei Überspannung und offen im Normalbetrieb (OVP)
CHG NO (NO = normally open) - Dieser Anschluss ist offen und wird geslossen, wenn Laden erlaubt ist (ALLOW CHARGE)
Nun zur Schaltung. Beim Einschalten ist zunächst NC stromführend, dadurch gelangt Batterie-Plus an den Kondensator C1 und
die rote LED, die dann leuchtet. Der Kondensator lädt sich auf (und zieht damit die orange Leitung des ML-RBS Relais
(RESET) kurzzeitig während des aufladens auf Plus) Das dauert wenige Millisekunden, lange genug um das Relais auszuschalten.
Nach dem Ladevorgang (Schaltimpuls) liegt wieder keine Spannung mehr an den Relais-Eingängen (Braun und Orange).
Nach dem Selbsttest schaltet das BMS um undaktiviert die Stromkreise (Normalzustand, OVP und LVP werden ausgeschaltet,
ENABLE CHARGE und ENABLE LOAD werden eingeschaltet, beide Relais schalten um und die Optokoppler werden leitend)
Nun liegt am NC keine Spannung mehr an, C1 entlädt sich über die rote LED und den Widerstand R3 gegen Masse (sie leuchtet
weniger als eine halbe Sekunde nach), damit ist der Eingang wieder scharf für den nächsten Impuls. Gleichzeitig wird am NO
Eingang 12V Spannung angelegt und der Kondensator wird kurzzeitig "leitend", er lädt sich auf, die Grüne LED leuchtet und
das ML-RBS bekommt einen kurzen positiven Impuls am SET-Eingang (braun) und schaltet daraufhin ein.
Bei Überspannung tritt Fall 1 wieder ein, grün geht aus, rot an, Relais schaltet aus.
Kann man die Eingänge des ML-RBS nicht direkt an die Ausgänge des REC BMS anschließen? Doch, kann man, allerdings fließen dann um
einige 100mA dauerhaft, der Strom nimmt zwar etwas ab mit der Zeit, aber man hat den Vorteil des bi-stabilen Relais nicht ausgeschöpft.
Das wirklich Gute an der Schaltung ist, das sie nur auf Zustandsänderungen reagiert. Man kann die Relais notfalls per Hand schalten,
weil sie nicht ständig unter Strom sind - bei der nächsten Zustandsänderung übernimmt wieder das BMS. Dadurch, dass ein Umschaltkontakt
zur Ansteuerung durch das BMS verwendet wird, ist auch der Zustand ausgeschlossen, dass an beiden Eingängen des bi-stabilen Leistungsrelais
gleichzeitig ein Schaltimpuls anliegen kann.
BMS DCH funktioniert nach dem selben Prinzip, in meiner Schaltung sind 2 Leisungsrelais parallel verbaut, ein separates für den WR
und eins für den Rest der Bordelektrik. Ist im WoMo nicht notwendig, da die zu erwartenden Ströme unter 500A liegen durften.
Nun kurz zu den Optokopplern, zunächst der für das Laden:
OPTO CH C Optokoppler Collector ENABLE CHARGE
OPTO CH E Optokoppler Emitter ENABLE CHARGE
Die Schaltstufen sind Darlington - NPN-Transistoren, am Collector wird 12V Plus angelegt, der Transistor schaltet durch, wenn Laden erlaubt ist.
Über den Widerstand R7 (2k) wird er Strom begrenzt und der Transistor geschützt (12V / 2000Ohm = 6mA Basistrom am T1, der seinerseits
den Strom zwischen Collector und Emitter durchschaltet. Das Relais wird vom Strom durchflossen über die LED, die gleichzeitig den Schaltzustand
anzeigt. Der Kontakt wird geschlossen und über den 15 Ohm Schutzwiderstand wird der AUX1 Eingang am Victron freigegeben, Das Ladegerät
wird damit aktiv und geht in BULK bis zur Ladeschlußspannung und später ABSORPTION für 1 Stunde und danach in FLOAT oder wird unterbrochen
durch ein Signal vom BMS.
Wenn der Optokoppler aus ist (Batterie Voll-Signal vom BMS), dann sperrt der Optokoppler, der Strom an der Basis von T1 wird 0 mA und T1 sperrt
auch, die Masse am Relais ist dan aus, das Relais fällt ab, die LED geht aus, die Induktionsspannung der Relaisspule wird über die Schutzdiode
kurzgeschlossen und kann keinen Schaden am T1 anrichten (Verpolung) Der Kontakt öffnet und der Victron schaltet sofort auf Erhaltungsladung
FLOAT 13.5V.
Analog funktioniert auch der DCH Optokoppler, der bei Erreichen der programmierten Schwellenspannung den Wechselrichter deaktiviert.
Beide Optokoppler sind unabhängig von den Relais programmiert, sie haben eigene Schwellwerte (custom programming von REC, vielen Dank dafür!)
















