Caravan
motorradtraeger

Flügel und Wurzeln sollt ihr haben Im Wohnmobil 1, 2


Gast am 12 Mär 2018 20:34:11

Hallo Leute,

In diesem Bereich des Forums liest man regelmäßig vom "Aussteigen " oder nur im Wohnmobil leben. Einige Foristen verblüffen mich mit extrem langen Reisen, jedenfalls verstehe ich das so, wenn ich monatelang Posts aus Nordafrika lese ...

Ich bin auch oft und gerne mit dem Womo unterwegs, meist alleine. Aber wenn ich mal drei, vier Tage in der Kiste bin, vielleicht sogar bei schlechtem Wetter, dann geht mir das schon auf den Keks.

Ich könnte nicht komplett auf Heimat verzichten. Zuhause, das ist nicht nur das Haus, der Garten, die Nachbarn, das sind auch viele gute Freunde, viele Menschen im Sportverein. Das ist der Samstagvormittägliche Bummel über den Wochenmarkt, das sind gewohnte Pfade im Wald, das ist Riesling und Saumagen, Bienenstich und Brezel ...

Und so weiter.

Flügel und Wurzeln, so habe ich es gelernt, muss man seinen Kindern geben. Genauso brauche ich es auch. Einfach "Aussteigen" das wäre mir zu wenig.

Was meint ihr dazu?

Grüße, Alf

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rtiker am 12 Mär 2018 20:49:23

KudlWackerl hat geschrieben:...das ist Riesling und Saumagen, Bienenstich und Brezel ...

Hallo Alf, also Pfälzer world wide web www
Worscht, Woi und Weck

Gast am 12 Mär 2018 20:50:53

Ich sehe das so:

Nicht umsonst haben wir uns zuerst ein komfortables Heim geschaffen, in dem wir gerne leben. Das sind unsere Wurzeln.

Das WoMo kam danach und dient uns als Basisstation für unsere (Dienst-) Reisen. So gesehen verleiht es uns Flügel und erweitert unseren Radius, ohne allzuviel auf fremde Infrastrukturen angewiesen zu sein.

Eines kann das jeweils andere nicht ersetzen, sondern wir brauchen beides und könnten, falls erforderlich, zuerst auf das Wohmobil verzichten. Also das Wohnmobil als Ergänzung und Erweiterung der Möglichkeiten. Nicht als Lebensform.

Ich könnte mir "Aussteigen" nicht vorstellen. Vor allen Dingen nicht, nur noch im Wohnmobil zu leben. Ich vermute auch, daß dieses sog. "Aussteigen" sehr emotional besetzt ist und häufig romantische Träume eine realistische Einschätzung überlagern. Ein Beispiel wäre ein Thread, den ich hier oder in einem anderen Forum gelesen habe. Titel: "Aussteigen mit dem Wohnmobil, aber wohin"? (oder ähnlich) Das wird nichts mit einer solchen Frage.

Also: Grundsätzlich seßhaft und partielles Vagabundenleben ohne große Vorplanung als Kontrastprogamm.

Gruß

Frank

TiborF am 12 Mär 2018 21:00:45

Ich denke, das ist bei jedem individuell zu sehen.

Hat man eine Familie oder einen sehr engen Freundeskreis, dann steigt man sicherlich nicht auf Dauer aus, um für immer im Wohnmobil zu leben. Man kehrt imer mal wieder zu seinen Wurzeln zurück.

Andererseits, nach einem sehr arbeitsreichen Leben, ist es einem (hoffentlich!) endlich möglich, noch etwas von der Welt zu sehen, wofür man vorher keine Zeit hatte durch den Beruf. Und dann lohnt es sich, z. B. auch mal den Winter im Süden zu verbringen oder sich mal in die Arktis zu wagen, Abenteuer suchen etc.

Träume sind doch dazu da, sie sich teilweise wenigstens mal zu erfüllen. Das ist der Lohn jahrzehnter langer oft mühseeliger Arbeit.

Ich finde das so schön, dass man per Wohnmobil ein Stückchen mehr Freiheit hat und einen Teil dieser wunderbaren Welt erkunden kann.

Jeder so wie er es mag.

mantishrimp am 12 Mär 2018 21:09:30

Hallo,

die Heimat und die Wurzeln bleiben ja auch wenn man vom Steinhaus in ein Womo zieht oder sonstwohin.
Echte Freunde bleiben auch und man gewinnt oft gute neue Freunde dazu, so war es zumindest bei uns, die sind dann allerdings überall auf dem Erdball verteilt.
Wir werden wenn alles nach Plan verläuft nach dem Arbeitsleben wieder aussteigen.

Elgeba am 12 Mär 2018 21:59:52

Moderation:Bitte nutze die Zitatfunktion, wenn Du Mitglieder zitieren willst - dies macht es den anderen Nutzern leichter, Deine Texte von den Zitatinhalten zu unterscheiden. Das unvollständige Zitat wurde entfernt.



Ist bei mir genau so,hätte es nicht besser formulieren können.

Gruß Arno

Beduin am 12 Mär 2018 22:56:48

Wer zu viel/zu große Flügel hat dem sind die Wurzel zu kurz........................
Um das mal so zu sagen.
Ganz ausgestiegen bin ich (noch) nicht, aber noch nie so lange unterwegs gewesen ( 11 Wochen) das ich gerne wieder "Heim" bin. Das will ich auf alle Fälle mal probieren. Der Plan war es, war ich doch sieben Jahre Single und wollte gehen wenn mein Sohn die Ausbildung fertig hat. Tja nu, da kam dann mein derzeitiger Partner dazwischen :) der kann Gott sei Dank gut mit umgehen, freut sich wenn ich da bin und auch wenn er mir mit dem Flugzeug ect hinterher kommen kann :)
Verfolge ja einige an "Dauerfahrern" und wie die damit umgehen. Einige schaffen es, machen es, ziehen es durch. Andere stagnieren, rudern zurück, müssen sich neu sortieren weil es nicht so ist wie gedacht/geträumt und labden wieder da wo sie angefangen haben
Nichts ist, denke ich, so wie gedacht/geträumt. Das kommt mit der Zeit.
Den Strang mit dem "wohin" *kopfschüttel* habe ich nicht gelesen. Ich wüsst wohin und doch nicht, weils treiben lassen ist was mir wichtig ist und ich oft erstaunt war wo ich lande

Micha1958 am 12 Mär 2018 23:00:17

FrankNStein hat geschrieben:Ich vermute auch, daß dieses sog. "Aussteigen" sehr emotional besetzt ist und häufig romantische Träume eine realistische Einschätzung überlagern.

Frank

Für den einen kommt es nicht in Frage, der andere würd es gern, einige wenige tun es.
Es ist schön wenn man seine Vorliebe kundtut, so wie Alf als TE zum Beispiel schreibt.

Ich finde es aber schade daß dann gleich wieder vermutet wird weil man´s nicht weiß und dann ein "sog. Aussteigen" oder "fehlende realistische Einschätzung" beim anderen abgewertet wird.

Laßt doch einfach jedem sein Plaisir und hebt nicht die eigene Einstellung über die der anderen.

Gruß Micha

RichyG am 12 Mär 2018 23:03:53

Micha1958 hat geschrieben:Ich finde es aber schade daß dann gleich wieder vermutet wird weil man´s nicht weiß und dann ein "sog. Aussteigen" oder "fehlende realistische Einschätzung" beim anderen abgewertet wird.
Laßt doch einfach jedem sein Plaisir und hebt nicht die eigene Einstellung über die der anderen

:daumen2: So sehe ich das auch Micha!!!!

Tinduck am 12 Mär 2018 23:20:27

Hat nichts damit zu tun, sich über andere zu stellen.

Es gibt genug Beispiele von gescheiterten Aussteigern (z. B. die unglaublich naive ‚Wir sind Veg‘-Combo), deren Aussteigen diverse Kollisionen mit der Realität nicht überstanden hat.

Worans jeweils liegt, ist individuell sicher unterschiedlich. Schlechte Vorbereitung, unrealistische Vorstellungen von der Reichweite der Finanzmittel, Unterschätzung der Schwierigkeiten, im Ausland mal einen Job zu finden, wenn die Kohle nicht reicht... es gibt sicher tausende von Gründen, warum man wieder ‚einsteigen‘ muss.

Da stellt sich schon die Frage, warum man das nicht gleich nur auf eine begrenzte Zeit auslegt und erstmal schaut, wie man klar kommt. Schwimmen lernt man ja auch meist, bevor man kopfüber reinspringt :D

Wir planen auch längere Fahrten, wenn wir die Zeit haben, aber Aussteigen halten wir nicht für notwendig. So satt haben wir das stationäre Leben (noch?) nicht.

bis denn,

Uwe

Micha1958 am 12 Mär 2018 23:31:12

Tinduck hat geschrieben:Hat nichts damit zu tun, sich über andere zu stellen.
Uwe

Für mich hat´s damit zu tun, Uwe.
Liest sich für mich halt oft wie: nur ich machs richtig, der andere falsch.
Und gibt ja auch genug gescheiterte Nicht-Aussteiger, die werden hier nur nicht erwähnt.

Da kommen wir wohl nie zusammen, Uwe, aber das macht nix, ich mag Dich und Deine Art trotzdem sehr gerne . :)

Gruß Micha

RichyG am 12 Mär 2018 23:34:29

Es gibt doch viele Gründe mal auszusteigen Uwe. Es kann z.B. auch die pure Neugier auf etwas anderes sein. Einfach mal sehen wie das ist, stets unterwegs zu sein. Manche haben auch die Nase voll vom etablierten Leben. Andere müssen abtauchen :wink:
Und was ist schon ein "gescheitertes Aussteigen"? Nicht jeder der dann nach einer gewissen Zeit wieder "einsteigt" ist automatisch beim Aussteigen gescheitert. Manchen langt es halt irgendwann einfach. Oder haben auch erkannt, dass es nichts für sie ist.
Jeder der Aussteiger hat für sich bestimmt einen Grund für´s Aussteigen erkannt. Und manche (vielleicht auch viele) finden einen Grund wieder einzusteigen.
Das ist doch o.k. finde ich.
Ich würde es auch sofort tun. Aber ich bin verheiratet mit einer Frau der dieser Gedanke fern liegt. So finden wir Kompromisse. Wir behalten unsere Wohnung im Hintergrund und werden einfach über Monate verreisen. Ein guter Kompromiss für uns beide.

RichyG am 12 Mär 2018 23:37:07

Micha1958 hat geschrieben:Und gibt ja auch genug gescheiterte Nicht-Aussteiger, die werden hier nur nicht erwähnt

Ein schöner Satz. Der gefällt mir gut! Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mehr gescheiterte "Nichtaussteiger" gibt, als gescheiterte Aussteiger :ja:

Gast am 12 Mär 2018 23:40:38

Micha1958 hat geschrieben:...
Ich finde es aber schade daß dann gleich wieder vermutet wird weil man´s nicht weiß und dann ein "sog. Aussteigen" oder "fehlende realistische Einschätzung" beim anderen abgewertet wird.
...


Abwertend ist Dein Beitrag. Und zwar wertest Du meine Meinung ab. Wie kommst Du dazu? Schau mal ab und zu in den Spiegel.

Der Threadersteller hat nach Meinungen und Einstellungen anderer User gefragt und meine bekommen. Daß diese Deiner nicht entspricht, damit musst Du leben. Es ist aber kein Grund für abstruse Unterstellungen.

Gruß

Frank

PS: Schade, daß Meinungsaustausch immer mal wieder durch solche Ungeschicklichkeiten gestört wird.

thomas56 am 12 Mär 2018 23:52:32

RichyG hat geschrieben: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mehr gescheiterte "Nichtaussteiger" gibt, als gescheiterte Aussteiger :ja:

und ich bin mir ziemlich sicher, dass Nichtgescheiterte auch nicht aussteigen!

RichyG am 12 Mär 2018 23:57:30

thomas56 hat geschrieben:und ich bin mir ziemlich sicher, dass Nichtgescheiterte auch nicht aussteigen!

Ich würde mich nun nicht gerade als gescheiterte Existenz betrachten (so zumindest meine subjektive Wahrnehmung). Trotzdem würde ich gerne mal für ein, zwei, drei Jahre losfahren. Und ich würde das für mich als Aussteigen definieren.
Warum soll man so einen Plan nur angehen, wenn man/frau gescheitert ist?

rtiker am 13 Mär 2018 00:09:59

Einsteiger, Aussteiger, Umsteiger, Runtersteiger? Wenn ich einen Bus betrete bin ich dann Einsteiger? Oder muß ich mich dann schon als Aussteiger betrachten oder gar als Umsteiger weil ich doch ein paar Stationen weiter aussteige um Umzusteigen damit man mir den Buckel runtersteigen kann. Und jetzt steig ich in meine Koje und träum vom Einsteigen und Aussteigen mit Umsteigen und Runtersteigen. Gute Nacht miteinander

jandijk am 13 Mär 2018 00:53:26

Echt jetzt.
Ihr meint das echt ernst?
Wahnsinn.
Schon der Beginn des Ganzen sagt doch klar das es auf genau diese wie immer völlig wertefrei gefürte Diskussion hinauslaufen soll.
Auf keinen Fall soll es darum gehen das jemand hören will das seine Meinung auch ganz toll ist.Keiner der Leute die 50 Antworten ohne Sinn am Tag schreiben werden sich von oben herab zur Bewertung anderer Lebenskonzepte hingeben. Niemand wird vermuten das er die Wahrheit kennt und dich bemitleiden weil du nicht in seiner "scheiss" Reihenhaussiedlung mit nem "scheiss" Leasing 5er zu deinem noch mieseren Drecksjob fährst.
Es steht gerade heute jedem Frei wie , wo und von was er lebt. Und das hier ist nen Womo Forum.

Aretousa am 13 Mär 2018 01:02:44

Tut mir leid, aber deinen Beitrag verstehe ich nicht.

mantishrimp am 13 Mär 2018 01:09:20

Hallo,

Micha1958 hat geschrieben:Liest sich für mich halt oft wie: nur ich machs richtig, der andere falsch.

zieht sich doch durch viele Threads in den Foren: nur meine Satanlage taugt was, nur die Alde ist gut, nur Sikaflex klebt, nur der Alkoven ist das einzig wahre Wohnmobil, mein Mercedes ist der beste und vieles mehr...

Micha1958 hat geschrieben:Und gibt ja auch genug gescheiterte Nicht-Aussteiger, die werden hier nur nicht erwähnt.

wer nicht aussteigt kann ja auch nicht scheitern :)

leoline am 13 Mär 2018 07:54:53

Auch wenn ich es überhaupt nicht verstehen kann, dass manche so einfach aussteigen und im Wohnmobil leben, so akzeptiere und toleriere ich das.
Aber neidisch bin ich nicht und mein Traum wäre es auch nicht. Aber die Menschen sind verschieden und auch wenn man etwas nicht versteht, weil es der eigenen Lebensüfhrung entgegensteht, kann ich doch nicht sagen, dass meine Art zu leben besser ist als ihre. Jeder lebt sein Leben wie er mag und kann und das ist gut so.
Ich kriege nach ein paar Wochen einen Wohnmobilkoller, da muß ich dann unbedingt nach Hause, Platz haben. Auch wenn wir keine große Familie und einen nicht allzu großen Freundeskreis haben. Aber ich fühle mich zu Hause sehr wohl und geniesse es. Nach einer gewissen Zeit freue ich mich dann auch wieder auf das Wohnmobil und dann gehts eben wieder los. Aber eben nur für eine begrenzte Zeit. Aber das ist eben meine ganz eigene Art zu leben, und auch das können bestimmt einige nicht verstehen. Ist mir auch ziemlich egal, nur ich stecke in meiner Haut und weiß, was mir guttut und was nicht. Und Aussteigen und im Wohnmobil leben wäre für mich die Höhcststrafe :lach: .
Dennoch gönne ich es jedem, der das so machen möchte, auch wenn ich, wiegesagt, es nicht verstehe. Muß ich ja auch nicht.

Micha1958 am 13 Mär 2018 07:58:16

Guten Morgen zusammen,
ich möcht auch noch was zum Thema schreiben.

Wirklich toll finde ich die Begriffe die Alf verwendet hat, Flügel zum Reisen und Wurzeln der Beständigkeit.

Wir könnten uns ein Aussteigen auch nicht vorstellen. Wir brauchen unseren Hafen zur Heimkehr.
Ob das so bleibt, wer weiß ?!

Aber für 6 Monate auf Tour zu gehen, zu fliegen, das geht.
Oder sogar mal noch länger, eine Europarundreise, 28 Länder in 28 Monaten, mit Zwischenstopp(s) daheim, das wäre was.

Auch wenn ich es nicht aussteige, ich freue mich für jeden der seinen Traum verwirklicht.
Und auch meine Hochachtung und Respekt an jeden der es versucht und dennoch warum auch immer beenden muß oder will.

Das Leben ist so vielfältig, so reichhaltig, daß jeder mit ein wenig Glück und wenn nötig Bescheidenheit das "Seine" finden kann.

Das mag romantisch klingen, aber wie flach wäre das Leben ohne sie.
Und wer hat denn am Anfang geplant dort zu landen wo er heute steht.
Ich jedenfalls nicht, ich kam durch viele Biegungen und auch Fehler zu meinem Glück, und ich bin unendlich dankbar dafür.

Einen schönen Tag an alle
Gruß Micha

TiborF am 13 Mär 2018 08:44:45

Leoline und Micha1958 - volle Zustimmung - richtig toll geschrieben.

Kann leider noch keine positive Bewertung abgeben - also darum auf diesem Weg.

FastFood44 am 13 Mär 2018 09:24:35

Wurzeln und Flügel?
Zwar sehr passend der Vergleich, aber spontan würde ich es eher anders bezeichnen.

Wir lieben das Reisen.
Die ganze Familie.
Wir lieben die Vorfreude.
Ich liebe aber auch Pizza und Torte/Kuchen.
Will ich das aber jeden Tag essen?
Wie lange schmeckt einem das?
Nur kurze Zeit, dann wäre es eher eine Strafe.
So ähnlich sehe ich das mit dem Reisen.
Der Tag an dem das Reisen und unterwegs sein Alltag werden würde, wäre für mich echt schrecklich.
Dann wäre der Reiz weg.

Wir reisten schon jung gerne und viel. Und auch oft und teils weit.
Als es zu selbstverständlich wurde sagte ich: "Schatz unser Leben ist zu berechenbar und zu selbstverständlich. Ich glaube es ist Zeit zu heiraten und Kinder (die eh immer geplant waren) zu bekommen. Wir brauchen Sorgen und Verantwortung."
Heiraten, Haus bauen und Kinder bekommen ging quasi in einem Aufwasch.
Das Wohnmobil kam dann dazu als das große Kind eingeschult wurde und man auf die Ferien angewiesen war.

Arbeit, Stress, Verantwortung (im Beruf wie im Ehrenamt das jeder in unserer Familie hat) all das macht die Vorfreude und Freude an Dingen wie Reisen noch viel größer.
Es ist nicht selbstverständlich und nicht alltäglich. Man weiß es zu schätzen und zu genießen.
Wurzeln und Flügel?
Oder spaßig ausgedrückt:
Zuckerbrot und Peitsche.
Heimat und Freunde gegen Freiheit und Reisen - das siehst du so.
Ich sehe eher:
Arbeit und Verantwortung gegen Freiheit, Genuss und Reisen.

Dauerhaft aussteigen kann ich mir nicht vorstellen.
Wie gesagt hätte ich Angst, dass sich das abnutzt.
Bei youtube habe ich einen Kanal abonniert von einem Paar das seit 2 (?) Jahren durch Südostasien tingelt. Immer und immer wieder ähnliche und gar gleiche Ecken. Immer nur Schönwetterziele. Mir tun die eher leid. Komisch irgendwie. Ich schaue mir die Filme und frage mich, ob sie innerlich ausgefüllt sind. Die Seele genährt ist.

Mein Mann verzichtet auf einen kleinen Anteil seines Verdienstes und dies wird einem Zeitkonto gutgeschrieben.
Theoretisch kann er in 5 Jahren ein halbes Jahr frei nehmen und bekommt seinen Lohn weiter.
Wir können uns gut vorstellen dass wir vielleicht splitten. 3 Monate, dann würde der Jahresurlaub dazu kommen und somit könnte man zwei Jahre je vier Monate am Stück verreisen.
Das ist für mich ein anstrebenswertes und vorstellbares Ziel.

Dauerhaft aussteigen ist für mich kein wünschenswerter Traum.
Ich kann mit Rente ohne weitere Arbeit (Ehrenamt) und Verantwortung als wünschenswertes Traumziel schon nicht so ganz 100% vorstellen.

Gast am 13 Mär 2018 10:18:01

Micha1958 hat geschrieben:Guten Morgen zusammen,
ich möcht auch noch was zum Thema schreiben.

Wirklich toll finde ich die Begriffe die Alf verwendet hat, Flügel zum Reisen und Wurzeln der Beständigkeit.

...

Einen schönen Tag an alle
Gruß Micha


Danke für das Lob.

Ich bedauere, dass der von mir benutzte Begriff "Aussteiger" zu teils so negativen Diskussionsbeiträgen geführt hat. Es geht ja im TE nicht darum, diejenigen welche aussteigen möchten oder es getan haben, zu diffamieren.

Bitte bleibt persönlich und konstruktiv!

Grüße, Alf

Guido90 am 13 Mär 2018 11:01:09

Wow, daß sind ja echt tolle Beiträge hier und das meine ich total ernst. Auch dass man wieder die Kurve zum eigentlichen Thema bekommen hat. Vielen Dank, mir sind bei einigen Beiträgen echt die Nackenhaare. ... weil sie so emotional sind echt toll.

Für uns käme ein "Aussteigen" zurzeit auch nicht in Frage. Aber wer das macht , für den freue ich mich.

Bei uns war das mit dem Womo eher ein bissel anderes. Wir fahren beide gerne in den Urlaub damit und haben sehr sehr viele schöne Erfahrungen gemacht. Wir haben imner eins gemietet und ich wollte immer ein eigenes haben und es gab immer ein bissel Streit. Da habe ich gesagt okay dann will ich bis zur Rente keinen Womo Urlaub mehr machen und es mir quasi abgewöhnen. Und da hat meine gesagt , dass das jetzt aber auch nicht geht und sie auf die schönen Womo Urlaube verzichten soll. Jetzt haben wir eins gekauft und freuen uns auf noch viele Urlaubseinstiege ins Womo, um für drei bis vier Wochen im Jahr mit unserem Womo aussteigen und in die schöne Camping und Womo Welt abtauchen zu können. Für mich wird so ein Traum wahr!

Auch wir brauchen aber unser Zuhause. Derzeit zumindest noch.

Also, nochmals vielen Dank für die tollen Beiträge.

thomas56 am 13 Mär 2018 11:13:21

RichyG hat geschrieben: Trotzdem würde ich gerne mal für ein, zwei, drei Jahre losfahren. Und ich würde das für mich als Aussteigen definieren.
Warum soll man so einen Plan nur angehen, wenn man/frau gescheitert ist?


Ein Langzeiturlaub sehe ich nicht als Aussteigen.
Aussteigen sehe ich als alle "Zelte" abbrechen und was komplett anderes machen.
Wenn man allerdings vom Langzeiturlaub nicht zurück kommt, ist man ausgestiegen. :D

rkopka am 13 Mär 2018 11:17:45

Micha1958 hat geschrieben:Aber für 6 Monate auf Tour zu gehen, zu fliegen, das geht.
Oder sogar mal noch länger, eine Europarundreise, 28 Länder in 28 Monaten, mit Zwischenstopp(s) daheim, das wäre was.

So sehe ich das für mich auch. Derzeit (und auch vorher) waren halt immer nur 3 Wochen drin. In der Studienzeit war ich auch nie länger als 4 Wochen unterwegs. Da ich viel sehen will, ist das dann oft eher ein Hetzen im Urlaub. Ich nehme es mir zwar anders vor, aber meist wird nichts draus. Daher würde mich eine richtig lange Fahrt schon mal reizen. Aber immer mit dem sicheren Hort zuhause. Auch weil ich da anderen Hobbies und Interessen nachgehen kann, die im Womo schwierig oder unmöglich sind.

RK

marvin42 am 13 Mär 2018 13:04:46

KudlWackerl hat geschrieben:Hallo Leute,

In diesem Bereich des Forums liest man regelmäßig vom "Aussteigen " oder nur im Wohnmobil leben.

KudlWackerl hat geschrieben:Einige Foristen verblüffen mich mit extrem langen Reisen, jedenfalls verstehe ich das so, wenn ich monatelang Posts aus Nordafrika lese ...

Moin,
für mich sind das einfach zwei nur wenig unterschiedliche Lebensansätze:
Aussteigen also festen Haushalt auflösen und nicht die Absicht haben zurück zu gehen, ein Leben als nicht sesshafter Reisender, aber mit einem evtl. sogar sehr komfortablen Haushalt auf Rädern. Jederzeit bereit den Lebensmittelpunkt irgendwo anders zu haben.
Lange Reisen also als ein Weltenbummler lange unterwegs sein, aber wiederkommen und davon berichten.

Wobei das Eine auch das Andere werden kann und vice versa.
Wenn es selbst gewählt ist und nicht durch Äußere Umstände erzwungen wird kann ich mir vorstellen dass jeder Ansatz sehr zufriedenstellend sein könnte.

Ich glaube das nennt man auch "das Leben" :lach:

Für mich als noch relativ frisch gebackenem Privatier und Großvater ist beides gerade nicht mein Ding.
Ich bin jedenfalls bei dem Schietwedder heute sehr froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben, Holz im Schuppen und einen Ofen in der Stube und fühle mich wohl, da wo ich bin :ja:.
Das wird sich auch wieder ändern.....

Elgeba am 13 Mär 2018 19:17:32

und ich bin mir ziemlich sicher, dass Nichtgescheiterte auch nicht aussteigen!



Wer im Leben alles erreicht hat sollte sogar aussteigen wenn er es sich leisten kann,warum in der Tretmühle bleiben wenn es nicht sein muß? Man hat nur ein Leben!

Gruß Bernd

Gast am 13 Mär 2018 20:32:05

Elgeba hat geschrieben:...
Wer im Leben alles erreicht hat sollte sogar aussteigen wenn er es sich leisten kann,warum in der Tretmühle bleiben wenn es nicht sein muß? Man hat nur ein Leben!
...


Auch das ist so pauschal sicher nicht richtig, sondern individuell und eine Frage, wieviel Spaß die Arbeit bringt.

Ich nehme mich mal als Beispiel (hoffentlich fühlt sich nicht wieder irgendjemand provoziert):
Ich hatte das Glück, mit 60 Jahren über eine Altersteilzeitregelung finanziell abgesichert zuhause bleiben und mit 63 meine vollen Altersbezüge kassieren zu können.
Nach 2 Jahren zuhause reichte es mir und ich wollte wieder was machen. Gleichzeitig bekam meine Frau das Angebot, gegen eine faire Regelung im Alter von 60 Jahren aus ihrer Firma auszuscheiden.

Wir entschieden uns dann, eine gemeinsames Unternehmen zu gründen, in dem jeder von uns beiden seine Stärken einbringt. Das hat ganz gut geklappt. Hätten wir das geahnt, hätten wir es schon 10 Jahre früher gemacht.

Klar, so richtig frei sind wir nicht denn wir müssen die Zeiten, in denen wir reisen, mit unseren Kunden abstimmen und auch oft auf diese Rücksicht nehmen. 3 Reisen mit dem Wohnmobil und das eine oder andere Wochenende pro Jahr sind aber drin. Andererseits stehen wir außerhalb jeglicher Hierarchien und haben keinerlei Karrierestress und innerbetriebliche Konkurrenz. Es wäre auch keine Katastrofe, wenn wir von einem auf den anderen Tag aufhören würden.

Aber wir werden arbeiten, bis wir keine Lust mehr haben oder bis unsere Kunden unseren Rat nicht mehr wollen. Das könnte dauern. Also "sollten" - zumindestens wir - garnichts, sondern machen einfach das, was uns Freude macht.

Das ist sicher nicht typisch und so nur unter bestimmten Umständen und Voraussetzungen machbar aber nicht jedermanns höchstes Ziel ist, aus dem Arbeitsleben auszuscheiden.

Gruß

Frank

rentnerin am 13 Mär 2018 20:54:56

im günstigsten Fall dauert die Rentenzeit 20 - 30 Jahre. Also genug Zeit, einige Jahre davon ganz anders zu leben als bisher. Mein Plan, Deutschlandreise mit dem Womo. Wie lange dauert sowas? Deutschland hat so unendlich viel schöne Landschaften und Orte, die will ich sehen. Es sind 16 Bundesländer. Wenn ich für jedes Bundesland nur 3 Monate einplane, sind schon 4 Jahre vergangen. Die Natur genießen, Städte durchstreifen, mich einfach treiben lassen. Alles was ich mag, lesen, Musik hören, stricken, lange Wanderungen mit dem Hund, kann ich vom Womo aus machen. Wenn ich da immer wieder nach Hause fahren wollte, fände ich lästig. Werde meine Wohnung vermieten und los fahren. Das ist nicht aussteigen, sondern nur mal eine Weile anders leben. Wenn ich dann genug habe, dann kommt ein neuer Abschnitt, vielleicht der Letzte, auch gut. Flexibel bleiben ist gut für Körper und Geist und vor allem für die Seele.

Mit großer Vorfreude grüßt Christa

Petri40 am 13 Mär 2018 21:08:29

Hey „ToborF“
Leoline und Micha1958 - volle Zustimmung - richtig toll geschrieben.

Dem gibt es nichts hizuzufügen.

Kann leider noch keine positive Bewertung abgeben - also darum auf diesem Weg.

Das habe ich soeben für Dich mit erledigt, allerdings nur zu 50%, den Rest hab ich mir vorbehalten.

Ich möchte meinen Anmerkungen ein Zitat von Paulo Coelho voranstellen.

„Eines Tages wirst du aufwachen und keine Zeit mehr haben für die Dinge, die du immer wolltest.
Tu sie jetzt.“

Ja…, fliegen, aussteigen, die Welt erobern, Menschen kennen lernen und all das tun, was das eigene Leben mit Sinn erfüllt.
Endlich, aber was war bisher das Problem?

Oder Wurzeln schlagen, das Heim, Hof und Garten, die Familie, Freunde und Bekannte in den Mittelpunkt des Lebens rücken.
Einfach da sein, für Kinder, Enkel, für den Verein.
„…Dinge, die du immer wolltest. Tu sie jetzt.“

Ja aber, dann ist da noch das reale Leben und das funktioniert so:

"Leben ist das was passiert, wenn man andere Pläne hat."

Wünsche, Träume und Pläne darf man dennoch haben, natürlich auch teilhaben an dem Leben der Anderen, die mit den Flügel und die mit den Wurzel.

Wohl dem, der seine Grenzen kennt.
Bleibt gesund und fröhlich

Micha1958 am 13 Mär 2018 21:34:38

Christa, Du bist super.
Ich wünsche Dir noch viele lange Jahre zum Erleben was Du so toll beschrieben hast.

Gruß Micha

Guido90 am 14 Mär 2018 09:28:33

Wieder so tolle Beiträge. ...

Schön, dass wir Menschen so individuell sind und toll, dass wir zumindest hier in unserem Land so frei sind das alles zum gestalten, was ihr hier beschrieben habt. Ich komme echt ins Schwärmen....

Micha1958 am 14 Mär 2018 09:54:58

Ja Guido, hast Du Recht.
Und ich find besonders schön dass Du mal was positives von unserem Land und den Freiheiten schreibst.
Oft wird ja nur drauf rumgehauen.

Gruß Micha

Jagstcamp-Widdern am 14 Mär 2018 11:19:44

hm,

bisher war ich 5x länger als 5 Monate unterwegs, habe 3 häuser in unterschiedlichen Städten gekauft und 2 wieder verkauft.
die gründe waren vielfältig, kreisen aber schon um die Themen Reiselust, Frauen und beruf, kinder kommen (fast) von alleine... ;D

mir ist das gefühl langeweile unbekannt, mit dem begriff "Heimat" kann ich nix anfangen, es gibt nur Regionen mit menschen, wo ich mich wohlfühle - oder eben nicht.
ganz schlimm: auf winter mit Schnee könnte ich nicht verzichten, dafür ist ein lebensmittelpunkt in zentraleuropa sehr praktisch und für mich unabdingbar!
bald gehe ich in den Ruhestand und habe nichts nachzuholen - man kann leben nicht nachholen!
zum "aussteigen": das tue ich täglich ca. 2 bis 10x, wer bleibt schon im Auto sitzen? :mrgreen:

allesbleibtgut
hartmut

Micha1958 am 14 Mär 2018 11:32:15

Ein ausgefülltes Leben, Hartmut, prima.
Vielleicht trägst Du Deine Heimaten ja im Herzen.
Und auch da stimm ich zu, Leben kann man nicht nachholen, nur vertiefen.

Gruß Micha

ubruesch am 14 Mär 2018 11:39:31

Ich stehe ja jetzt kurz vor meiner Pension.
Am Montag ist mein letzter aktiver Tag und nach meinem Resturlaub bin ich ab dem 1.4. in Pension.
Auch wir haben vor Langzeitreisen zu machen.
Aussteigen light von mir aus. Geplant ist zum Überwintern in den Süden, aber nicht auf einen festen Platz sondern eher treiben lassen.
Im Mai und im September wollen wir dann in Deutschland sein. Den Sommer über dann ab in den Norden.
So der Plan.
Die nächsten 2 Jahre wollen wir aber zuerst den Sommer über mein Elternhaus sanieren. 70ziger Jahre Stil.
Alles mit Holz. Neue Fenster. Isolierung und neue Elektrik, Wasser Heizung.
Erst das eigentliche Haus und im zweiten Jahr Anbau und Hofdach. Wir lassen uns reichlich Zeit dafür.
Dann zieht unsere Tochter dort ein und wir bekommen das Gästezimmer. :wink:
Im ersten Jahr, ab dem 1.5 diesen Jahres, wohnen wir den Sommer über auf einem CP da wir nicht in einer Baustelle leben wollen.

Auch den Plan für ein Jahr in Nordamerika zu verbringen haben wir noch nicht aufgegeben.
Wobei wir dieses mit einem neueren Wohnmobil machen wollen.
Träume sollte man haben.

Wurzeln schlagen wir dann später wenn man nicht mehr so reisen kann von ganz alleine.
Und da wir als Soldatenfamilie das Umziehen gewöhnt sind ist das ganze weniger ein Problem.

Udo

pferdegroom am 15 Mär 2018 13:05:20

Danke für die meisten persönlich gehaltenen Beiträge - denn niemand kann die Gründe, Motivation, Ziele, Entscheidungen Anderer kennen und hat das Recht sie zu beurteilen - nur die eigene Meinung, Standpunkt, Ansicht und Lebensweise dazu (be)schreiben.

Bisher hat sich noch kein "Aussteiger" geäußert, als den ich mich nicht sehe. Sondern ich habe meiner Lebens- und Wohnsituation gewählt wie sie mir und zu mir paßt und kann sie mir nicht anders vorstellen oder mag sie auch nicht ändern - egal was jemand darüber denkt oder sagt - ist halt mein Ding.

Mein Ding: Nach vielen Jahen "normaler" Lebensart schon 1995 für vier Jahre im Wohnmobil in D gewohnt und gearbeitet; dann 7 Jahre in verschiedenen Ländern gearbeitet und 2006 wieder ins Wohnmobil gezogen. Seitdem arbeite ich 5 Monate im Jahr und bin sonst in Europa unterwegs. 2016 war ich in der Lage mir ein jüngeres (Bj.2006) , gebrauchtes WoMo zu kaufen und bin damit 2017/18 das erste Mal im Süden überwintern, und werde ab jetzt wohl im Sommer arbeiten um meine kleine Rente aufzustocken.

Den einzigen festen Bezugspunkt den ich habe sind meine beiden Brüder zu denen ich gelegentlich Kontakt habe (und ja, ich bin in D gemeldet und bezahle meine Sozialabgaben), ansonsten sind für mich soziale Kontakte, ob persönlich oder Internet, nicht wichtig. Dauerhafte Beziehungen, Freundschaften habe ich nicht - trotzdem bin ich NICHT einsam sondern allein und genieße meine Freiheit (und nein, ich bin nicht asozial oder "verlottert"), lege großen Wert auf persönlichen Anstand, Achtung gegenüber Menschen und Natur, Gesundheit und Wohlbefinden.

Entsprechend des Titels: "Flügel und Wurzeln sollt ihr haben Im Wohnmobil"

Wünsche jedem die Erfüllung seiner Träume, Ziele, Vorstellungen!
Reinhard

Upandaway1972 am 10 Apr 2018 23:16:28

Ich klinke mich einmal in diese Diskussion ein, wobei mich das Gefühl nicht loslässt, dass ich diese eher unbeabsichtigt losgetreten habe, als ich im Forum fragte: Aussteigen - aber wohin.
Es geht ganz kurz in Richtung Tinduck und Deinem Post. Nein, ich suche kein Land, dass mir Sozialhilfe zahlt. Das neue WoMo habe ich mir am Marienplatz erbettelt und es blieb noch etwas über. :lol: Ich wollte nur wissen, ob irgendwer eine gute Idee hat. Und wir haben ja schon sehr lange einmal in einem Wohnmobil gelebt.
Ich finde es hier sehr interessant, wie sich die Meinungen teils spalten. Es gibt den Spruch: Jeder ist seines Glückes eigener Schmied. Und dass immer wieder Respekt für die Meinung anderer eingefordert ist finde ich gut. Und es war nicht meine Absicht so kontroversen zu schaffen. Allerdings bin ich auch sehr dankbar für die ganzen Meinungen. Bei dem von mir gestellten Thema wie auch in diesem. Genau das macht doch so ein Forum interessant.
Allerdings verbindet uns doch auf die eine oder andere Seite eine Sache: das Wohnmobil. Und interessant finde ich dazu, aus welchen Gründen jeder seines hat, und wie er/sie es einsetzt. Dennoch, und das denke ich sollte beachtet werden, dass niemand außer der oder diejenige selber weiss, warum er oder sie sich für etwas entscheidet.

Sambuca1 am 27 Apr 2018 05:24:17

Guten Morgen ihr Lieben!

Ein gutes Thema.
Meine Meinung dazu:
Träume nicht Dein Leben - lebe Deinen Traum.

Ich denke, es kommt auf die jeweiligen Umstände an, die eine Entscheidung beeinflussen.

Beispiel:

Ein Ehepaar ( Rentner oder Frührentner) mit Haus und Garten, hat Kinder und Enkelkinder, Geschwister, gewachsene Freunde, gelebtes Vereinsleben usw.
Da wird die Entscheidung alles aufzugeben und in einem WoMo als Nomade zu leben sicher schwerer fallen als z.B.

Frau/Mann ( Frührentner oder Rentner), Single, Haus mit Garten, keine Familie, kein Vereinsleben, Freunde in Deutschland verteilt, schon mal z.B. in München, Köln, Hamburg gelebt usw.

Ich denke nicht, dass es um Wurzeln geht. Verwurzelt ist man nicht an einem Ort, sondern tief in sich drin.
Bäume haben eine sehr tiefe Wurzel und wachsen enorm in die Höhe. Tiefe Wurzeln und enorme Höhe.
Da könnte man jetzt eine philosophische Unterhaltung beginnen.

Meine momentane Situation:

Elternhaus umgebaut. Unten 2 Mieter drin, ich oben.
großer Garten, Eckgrundstück.

Für jede Arbeit muss ich einen Handwerker organisieren. Oft werden Termine vergessen dann telefoniere ich hinterher.
Rasen muss ständig gemäht werden, Straße gekehrt und unkrautfrei gehalten werden.
Mieter machen gar nix.
Ich brauche Hilfe um Getränkekisten in meine Wohnung zu tragen, Blumenerde auf den Balkon, und immer mal wieder Handwerker für Kleinkram.
Das Haus ist für mich alleine eine riesengroße Belastung und es kostet eine Menge Geld, einfach nur um alles in Schuss und am Laufen zu halten.

Eigentumswohnung mag ich nicht, auch keine kleinere Mietwohnung.

Ich würde gerne in den Bergen wohnen. In Bayern.
Die Mietpreise sind aber dort viel zu hoch. Also zu teuer.

Die Alternative: Das Wohnmobil.

Es ist ein Versuch, der entweder funktioniert oder nicht. Aber das weiß ich erst dann, wenn ich es ausprobiert habe.
Wenn es funktioniert, ist alles gut, wenn nicht, muss ich mir eine Alternative suchen. Vielleicht geht es auch 10-15 Jahre gut. Dann habe ich immer noch die Möglichkeit mir eine Mietwohnung zu suchen.

Aber ich habe eine Erfahrung gemacht. Ich habe einen Traum gelebt und habe Platz geschaffen für neue Träume.

Ich muss meine Grundbedürfnisse ernst nehmen. Das ist Sauberkeit, eigenes Klo, eigenes Bett usw.
Im WoMo ist das umsetzbar.
Ich kann kochen was mir schmeckt, bin nicht auf Restaurants angewiesen. Ich fahre im Prinzip mit meiner Eigentumswohnung durch die Gegend oder bleibe einfach da stehn, wo es mir gefällt.

Momentan lebe ich auf ca. 100qm. Aber wirklich nutzen tue ich vielleicht maximal 20qm. Der Rest steht da und muss nur sauber gehalten werden.

Zum Schluss:

Ohne Wurzeln, keine Flügel!

Einen wunderschönen Tag wünsche ich in Runde
Tina

Beduin am 27 Apr 2018 07:52:59

Haste schön geschrieben/beschrieben.
Wünsche dir viel Glück bei der Umsetzung.

mercurius46 am 27 Apr 2018 10:58:39

Sambuca1 hat geschrieben:Das Haus ist für mich alleine eine riesengroße Belastung und es kostet eine Menge Geld, einfach nur, um alles in Schuss und am Laufen zu halten.
Momentan lebe ich auf ca. 100qm.

Aber wirklich nutzen tue ich vielleicht maximal 20qm. Der Rest steht da und muss nur sauber gehalten werden. Tina


Hallo Tina,

Du wirst staunen, wie einfach das alles in einem Kastenwagen oder einem kleinen Wohnmobil wird! Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens!

Tinduck am 03 Mai 2018 06:45:56

Na ja, dafür darf man beim Wohnen im Womo nicht nur saubermachen (aussen UND innen, muss ja auch mal sein), sondern auch noch dauernd ver- und entsorgen, Gasflaschen wechseln, Stellplätze organisieren. TÜV und Werkstatttermine wollen auch geplant werden, und es geht immer mal was kaputt und muss repariert werden.
Ist zwar andere Arbeit, muss aber alles auch erledigt werden.

Wenn man sich mit dem Oganisieren der Instandhaltung einer normalen Immobilie überfordert fühlt, halte ich ein Womo für den falschen Wohnsitz, da ist eher noch mehr zu tun.

Wenn man das mag, ist es OK, man sollte aber nicht glauben, dann mehr Freizeit oder weniger Zwänge zu haben. Es sei denn, mann scheixxt in die Landschaft und lässt die Kiste verlottern, aber das ist ja wohl eher keine Option :lol:

OK, ein Punkt stimmt, die faulen Mieter wärst Du dann los. Das kann befreiend sein. Zumindest, wenn Du das Haus verkaufst.

bis denn,

Uwe

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